Zwerchhaus

Das Zwerchhaus ist ein Dachaufbau, der bündig mit der Hausfassade schließt. Es ist ein- oder mehrgeschossig und liegt in einer Flucht auf dem geneigten Dach. Das Zwerchhaus hat dabei ein eigenes Dach und einen Giebel. Damit wirkt es sowohl optisch als auch räumlich auf das Gebäude.

Das Zwerchhaus: Bautechnische Details

Der First des Zwerchhauses steht im rechten Winkel quer zu dem Dachfirst des Hauses. Üblicherweise ist es mit einem Satteldach ausgestattet, folgende Bauweisen sind aber auch möglich:

1. Flachdach.
2. Pultdach.
3. Walmdach.

Ein Zwerchhaus verändert sowohl die Optik als auch in die Flächennutzung eines Gebäudes. Dieses Bauelement:

Schafft flächentechnisch mehr Wohnraum unter dem Dach.
Sorgt für bessere Belichtung und Belüftung des Dachgeschosses.
Gibt einem Gebäude zwei Giebelseiten und bietet verschiedene Optionen in der Gestaltung.

Das Zwerchhaus ist folglich nicht nur ein Designelement, das an unterschiedliche Baustile anpassbar ist. Architekten und Hausbauern dienen auch als Werkzeug für eine intelligente Raumnutzung.

Ein Hausbau mit Zwerchhaus bedeutet eine Kostenerhöhung. Das Bauelement macht Planung und Umsetzung aufwendiger. Allerdings erhöht ein Zwerchhaus auch den Marktwert der Immobilie, da es die Wohnfläche vergrößert. Dabei ist zu beachten: Ein Zwerchhaus verändert die Dachlandschaft der Umgebung. Deshalb verlangt es eine Baugenehmigung.

Woher kommt das Zwerchhaus?

Seinen Ursprung hat das Zwerchhaus im späten Mittelalter, das ihm auch seinen Namen gab. Zwerch ist mittelhochdeutsch und bedeutet quer. Es verweist auf den Dachfirst, der quer zu dem des Hauptdaches steht. Im 14. Jahrhundert ermöglichte das Zwerchhaus die Schaffung von mehr Speicherraum.

In der Renaissance entwickelte sich das Zwerchhaus zu einem beliebten Stilelement. Es ist ein charakteristisches Merkmal der Renaissance-Architektur. Besonders bei repräsentativen Gebäuden dienten sie als Designelement oder zur Gliederung der Dachfläche. Ab dem 17. Jahrhundert halfen die Zwerchhäuser bei der Erschließung von Wohnraum. Mit diesem Bauelement baute man Dachböden zu Wohnräumen aus.

Was unterscheidet das Zwerchhaus von Gaube und Risalit?

Das Zwerchhaus ähnelt einigen anderen Dachaufbauten. Um eine Unterscheidung zu erleichtern, hilft eine Orientierung an folgenden Gestaltungs-Merkmalen:

Die Gaube ist unabhängig von den Hauswänden separat auf dem Dach platziert. Anders als das Zwerchhaus schließt sie nicht an der Hausfassade an. Sie bildet deshalb keinen zweiten Giebel.
Der Risalit ist ein Gebäudeteil, der aus der Fassade des Hauses hervorspringt. Er umschließt dabei alle Geschosse des Gebäudes und bildet einen eigenen Giebel.