Zugholz

Zugholz ist ein Holzfehler an der Oberseite der Äste und Stämme von Laubbäumen. Es entsteht durch eine Schiefstellung des Laubbaums. Dieser Holzfehler, auch Richtgewebe genannt, hat die Funktion, den Baum wieder aufzurichten.

Was ist Zugholz?

Der Holzfehler zählt zu den Reaktionshölzern. Ein weiteres Reaktionsholz ist das Druckholz. Es ist das Gegenteil von Zugholz. Druckholz entsteht an der Unterseite der schiefstehenden Äste und Stämme von Nadelbäumen.

Zugholz dagegen entsteht bei Laubbäumen. Zum Beispiel bei Kastanien oder Buchen. Hier bildet sich an der schiefstehenden Ast- oder Stammoberseite eine Zone mit erhöhtem Zuwachs. Dieser Zuwachs ist das Reaktionsholz.

Im Gegensatz zu normalem Holz ist Zugholz heller. Es wird daher auch Weißholz genannt. Es unterscheidet sich jedoch auch in anderen Punkten von normalem Holz:

  • Es hat einen höheren Cellulosegehalt. Dieser dient als Speicher für Kohlenstoff. Durch den erhöhten Gehalt an Cellulose erhöht sich die Zugfestigkeit. Zudem steigert der Cellulosegehalt das Quell- und Schwindverhalten. Das begünstigt die Verformbarkeit des Holzes.
  • Das Reaktionsholz hat einen geringeren Gehalt von Lignin. Lignin sorgt für die Verholzung der Zelle und somit für die Stabilität und Druckfestigkeit.

Aufgrund dieser Merkmale ist das Weißholz zerbrechlicher. Zudem ist es bei veränderter Luftfeuchtigkeit verformbarer. Daher ist eine wirtschaftliche Nutzung des Holzes unvorteilhaft.

Was ist die Aufgabe von Zugholz?

Durch mechanische Spannungen wird das Zellwachstum von Bäumen verändert. Es entsteht eine Schiefstellung des Baumes. Diese hat verschiedene Ursachen. Zum Beispiel:

  • Die Verschiebungen des Bodens.
  • Ein einseitiger Windeinfluss.
  • Ein Druck durch Schnee.

Zugholz wird auch Richtgewebe genannt. Es hat die Aufgabe, schiefstehende Bäume wieder aufzurichten. Somit stellt das Reaktionsholz die Normalstellung des Laubbaums wieder her.