Türklinken

Die Türklinke – Mehr als ein einfacher Griff

Türklinken haben Sie ständig in der Hand. Sie öffnen und schließen die Türen zu Ihrem Haus. Außerdem tragen Sie zum ersten Eindruck Ihres Heims bei. Es lohnt sich also, sich näher mit Türgriffen zu beschäftigen. Im Idealfall sind sie bedienerfreundlich, beständig und optisch ansprechend. Stellen Sie sich bei der Entscheidung außerdem die Frage: Geht es um eine Innen- oder Außentüre?

1. Daraus besteht die Türklinke – die einzelnen Bestandteile

Türklinken gibt es in etlichen Formen und Designs. Trotzdem folgen sie in der Regel demselben Aufbau. Er garantiert die Funktionsfähigkeit. Die Türklinke besteht aus folgenden Bauteilen:

  • Drücker oder Griff.
  • Drückerdorn oder Dornstift.
  • Türschild.

Der Drücker oder Griff

Bei Tipp zum Bau erfahren Sie alles über den Drücker Ihrer Türklinke.

Der Türdrücker und das Türschild sind die sichtbaren Bestandteile der Türklinke.

Der Drücker oder Griff ist das, was Sie im Allgemeinen als Türklinke verstehen. Er ist ihr Herzstück. Ohne ihn lässt sich eine Tür nicht öffnen. Türgriffe verbauen Sie meistens als Paar, ein identischer Griff für jede Türseite. Bei Außen- und Haustüren kommen oft auch zwei verschiedene Türgriffe vor.

Türklinken werden entweder als Stangengriff oder Knauf verbaut. Stangengriffe sind in Deutschland weit verbreitet. Knäufe finden Sie öfter in Ländern wie Frankreich und Großbritannien.

Der Drückerdorn oder Dornstift

Der Drückerdorn verbindet die beiden Seiten der Türklinke durch das Türblatt hindurch. Meistens ist der Dorn ein quadratischer Stift, der fest mit einem der Türgriffe verbunden ist. Mit Sicherungsstiften oder Schrauben fixieren Sie die andere Seite des Griffes am Drückerdorn. Der Drückerdorn verbindet die Türklinke auch mit dem Schließmechanismus. Somit überträgt er die Drehbewegung auf ihn und die Tür öffnet sich.

Das Türschild

Den Abschluss der Türklinke bildet das Türschild. Türschilder sind Abdeckplatten, die Öffnungen für den Schließmechanismus im Türblatt abdecken. Damit haben sie eine schützende Funktion und sind gleichzeitig ein wichtiges Design-Element. Wie Türgriffe auch verbauen Sie Türschilder meistens als Paar. Es gibt grundsätzlich zwei Varianten:

  • Schildgarnitur.
  • Rosettengarnitur.

Schildgarnituren bestehen aus einer einzelnen Abdeckplatte. Es wird weiter zwischen Langschilden und Kurzschilden unterschieden. Ein Langschild ist zum Beispiel mindestens 22 cm lang. Wie der Name vermuten lässt, ist das Kurzschild dagegen wesentlich kürzer. Die Länge eines Kurzschildes liegt zwischen 15 und 22 cm.

Rosetten-Garnituren bestehen aus zwei Abdeckplatten. Eine der Abdeckplatten ist für die Klinke und die andere für das Schlüsselloch. Die Garnituren sind oft rund oder rechteckig.

Weitere Bauteile

Damit Ihre Tür zuverlässig öffnet und schließt, brauchen Sie neben dem Türgriff weitere Bauteile:

  • Schlossfalle.
  • Türblech.

Die Schlossfalle bildet den mechanischen Teil der Tür. Auf dieses Bauteil überträgt sich die Drehbewegung der Türklinke. Sie sorgt dafür, dass die Tür geschlossen bleibt, solange Sie die Klinke nicht betätigen. Wenn die Tür abschließbar ist, befindet sich der Schließzylinder ebenfalls in der Schlossfalle.

Das Türblech bauen Sie in die Türzarge ein. Alternativ finden Sie es auch unter der Bezeichnung Schließblech. Dabei handelt es sich um zwei mit Metall umrandete Aussparungen. Hier rastet die Türfalle und der Schlossriegel ein und die Tür bleibt so verschlossen. Außerdem schützt es hölzerne Zargen oder solche aus Kunststoff vor Abnutzung.

2. Welche Türklinke für welchen Zweck

An sich sind alle Türgriffe in ihren Aufgaben und Grundfunktionen gleich: Türen öffnen. Trotzdem haben Sie eine kleine Auswahl zur Verfügung, um den perfekten Griff zu finden. Die verschiedenen Optionen haben alle ihre Vorteile:

  • Türklinke mit Stangengriff.
  • Knauf.
  • Feststehender Türgriff.

Türklinke mit Stangengriff

Türgriffe mit Stangengriffen finden Sie in Deutschland am häufigsten. Der Griff ist im rechten Winkel zum Drückerdorn angebracht. So fällt die Kraftübertragung besonders leicht und die Tür lässt sich einfacher öffnen. Der Griff ist entweder simpel und gerade gehalten, oder weist geschwungene Formen auf. Türklinken mit Stangengriff sind häufig ergonomisch geformt.

Geeignet ist er für jede Tür. In der Regel findet er an Innentüren oder Kellertüren Verwendung. Sie finden ihn ebenfalls auf der Innenseite Ihrer Haus- oder Wohnungstüre. Dabei ist der Stangengriff zumeist waagerecht angebracht. Bei kleinen Kindern bietet es sich jedoch auch an, ihn senkrecht zu befestigen. Somit sind sie nicht in der Lage, alle Türen einfach selbst zu öffnen.

Türknauf

Der Türknauf ist in Deutschland mittlerweile selten geworden. Der Kraftübertrag ist wesentlich schwerer als beim Stangengriff. Der zu überwindende Widerstand ist größer: Es fühlt sich schwieriger an, die Tür zu öffnen.

Allerdings hat der Türknauf als Türklinke auch wesentliche Vorteile. Zum einen verleiht ein Türknauf Ihrer Tür ein klassisches Aussehen. Zum anderen funktioniert der Knauf ebenfalls als Kindersicherung. Kleine Kinder haben Schwierigkeiten, einen Türknauf zu bedienen. Das macht Ihr Zuhause sicherer für Ihre Familie.

Eine andere Variante des Türknaufs ist der Stoßgriff. Die Funktionsweise ist ähnlich, doch das Design ist anders. Statt dem bekannten runden Knauf besitzt der Stoßgriff eine Stange als Griff. Diese ragt entweder nach vorne oder nach oben. Sobald Sie diese drehen, entriegelt sich ebenfalls die Tür.

Feststehender Türgriff

Lesen Sie bei Tipp zum Bau, was die freistehende Türklinke ausmacht.

Die freistehende Türklinke ist eine beliebte Wahl für Haustüren.

Feststehende Türgriffe finden Sie oft bei Außentüren. Wie der Name sagt, sind diese fixiert und lassen sich nicht drehen. Sie setzen feststehende Griffe einfach auf das Türblatt auf. Dadurch ist der Griff nicht mit dem Schließmechanismus verbunden. Das erhöht den Einbruchschutz Ihrer Eingangstür. Ohne Schlüssel öffnet sich die Tür nicht, auch wenn Sie nicht abgeschlossen haben. Die Tür bleibt verschlossen, sobald sie ins Schloss fällt.

3. Die Ansprüche an Ihre Türklinke

Tipp zum Bau zeigt Ihnen, was es über Türgriffe für Außentüren zu wissen gibt.

Die Türklinke ist das Herzstück der Tür.

Türklinken wandern durch unzählige Hände und werden dauernd benutzt. Die Belastungen sind deshalb sehr hoch. Achten Sie darauf, dass Ihre Klinke strapazierfähig ist. Besonders, wenn Sie sie häufig benutzen, ist dieses Kriterium entscheidend.

Der Verwendungszweck bestimmt weitere Ansprüche an die Türklinke

Türklinken für Außentüren sind viel höheren Belastungen ausgesetzt als solche im Innenraum. Zum Beispiel setzen Witterungseinflüsse dem Türgriff zu. Hitze, Kälte und Feuchtigkeit hinterlassen ihre Spuren auf dem verwendeten Material. Achten Sie also darauf, dass Ihr Griff den Belastungen auch standhält.

Wichtig ist auch, ob sich die Türklinke in einem öffentlichen oder privaten Gebäude befindet. In einem öffentlichen Gebäude wird sie viel öfter betätigt. Dementsprechend sind die Ansprüche an die Strapazierfähigkeit viel höher.

Um mehr über Haustüren zu erfahren, lesen Sie den Artikel bei Tipp zum Bau.

Türklinken für Brandschutz- und Fluchttüren

An Türgriffe für Brandschutz– und Fluchttüren werden nochmal höhere Ansprüche gestellt. Diese Griffe gehören zu den sogenannten Spezialbeschlägen für Türen. Für diese gibt es besonders strenge Normen. Achten Sie darauf, dass der Türgriff für eine Brandschutztüren die DIN 18273 erfüllt. Die Norm schreibt vor, dass die Türklinke auch im Brandfall noch uneingeschränkt funktioniert. Zumindest für eine gewisse Zeit ermöglicht sie dadurch die Flucht. Dadurch retten Sie im Ernstfall Leben.

Bei Fluchttüren wird zwischen Paniktürverschlüssen und Notausgangsverschlüssen unterschieden. Der Notausgangsverschluss lässt sich mit nur einem Handgriff öffnen und ermöglicht so eine schnelle Flucht. Paniktürverschlüsse lassen sich mit minimalem Kraftaufwand öffnen. Der Mechanismus lässt sich auch bei Ausbruch einer Panik bedienen. Hier ist es egal, ob Sie die Türgriffe horizontal oder vertikal anbringen.

Die Anwendungsgebiete der beiden Varianten sind geregelt. Räume, in denen sich vielen Menschen aufhalten, werden mit Paniktürverschlüssen ausgestattet. Bei weniger Menschen reichen Notausgangsverschlüsse. Auf diese Weise gewährleisten die Klinken im Ernstfall eine Flucht in jedem Raum.

4. Das richtige Material für Ihren Türgriff

Bei den Materialien für Ihre Türklinke bieten sich Ihnen viele Möglichkeiten. Gestalten Sie Ihre Türgarnitur also ganz nach Ihren Wünschen. Beachten Sie nur, dass das Material auch den Ansprüchen gewachsen ist. Häufig verwendete Materialien für Türgriffe sind:

● Edelstahl.
Aluminium.
● Kunststoff.
Messing.
● Schmiedeeisen.
Holz.

Diese Werkstoffe für Türklinken haben verschiedene Eigenschaften. Überlegen Sie sich gut, welchen Eindruck der Türgriff vermittelt. Seien Sie sich auch darüber bewusst, was das Material für den Griff aushält.

Edelstahl und Aluminium

Türklinken aus Edelstahl und Aluminium sind sehr robust und widerstandsfähig. Edelstahl ist zudem rostfrei und eignet sich deshalb besonders gut für Außentüren. Das Design von Türgriffen aus Edelstahl oder Aluminium wirkt elegant und modern. Allerdings sind Fingerabdrücke auf der Metalloberfläche gut sichtbar. Das wirkt schnell ungepflegt.

Messing und Schmiedeeisen

Eine Türklinke aus Messing oder Schmiedeeisen gibt Ihrer Tür ein klassisches Aussehen. Damit lassen sich besondere Akzente setzen. Das Material ist aber anfällig für Kratzer und die Türgriffe brauchen besondere Pflege.

Kunststoff

Kunststoff ist die günstigste Variante für Ihre Türklinke. Türgriffe aus Kunststoff sind zudem besonders pflegeleicht. Allerdings sind sie anfällig für Beschädigungen. Meistens finden Sie entsprechende Griffe an Glastüren zu Balkonen oder der Terrasse. UV-Strahlung setzt einem Türgriff aus Kunststoff zusätzlich sehr stark zu. Für Außentüren sind Kunststoffgriffe deshalb weniger gut geeignet. Zwar lassen sich Kunststoffgriffe günstig austauschen, der Aufwand lohnt sich aber nicht.

Holz

Eine besondere Haptik haben Türgriffe aus Holz. Das Material fühlt sich warm und angenehm an, wenn Sie es berühren. Außerdem verleihen Klinken aus Holz Ihrem Zuhause eine besondere Atmosphäre. Allerdings ist Holz als Material anfällig für Witterungseinflüsse. Für einen Türgriff für Außentüren eignet sich Holz also weniger gut.

5. Was kostet eine neue Türklinke?

Die Kostenspanne für Türklinken ist sehr groß. Alle haben dieselbe Aufgabe und funktionieren ähnlich. Dafür liegen die Preise recht weit auseinander. Die sehr günstigen Türgriffe aus Kunststoff kosten weniger als zehn Euro. Am oberen Ende der Preisskala kosten sie dagegen weit mehr als hundert Euro.

Für den Preis ist entscheidend, welche Ansprüche Sie an den Griff haben. Türklinken für Außentüren sind hohen Belastungen ausgesetzt. Dementsprechend sind die Ansprüche an die Belastbarkeit höher als bei Klinken für Innenräume. Dadurch sind diese Türgriffe teurer.

Darüber hinaus bestimmen Ihre eigenen Ansprüche den Preis. Eine strapazierfähigere Türklinke ist in der Regel teurer. Das von Ihnen gewünschte Material und Design beeinflusst ebenfalls den Preis. Hochwertige Materialien und ein individuelles Design kosten mehr als der Standard-Türgriff aus Kunststoff.

Legen Sie sich also von vorneherein Ihr Budget fest. Schauen Sie erst dann, welche Ansprüche und Wünsche sich mit Ihrem Budget erfüllen lassen. Machen Sie eher Abstriche beim Design als bei der Qualität und Strapazierfähigkeit des Materials.

6. So bauen Sie Ihre Türklinke aus und wieder ein

Auch Türklinken lassen Sie am besten professionell einbauen. Finden Sie auf Tipp zum Bau Ihren Türbauer.

Mit etwas handwerklichem Geschick bauen Sie die Türklinke einfach selber ein.

Auch die widerstandsfähigste und langlebigste Türklinke geht irgendwann kaputt. Zum Glück ist das Aus- und Einbauen kein Hexenwerk. Mit etwas handwerklichem Geschick schaffen Sie die Reparatur ohne Probleme. Hier finden Sie eine kurze Anleitung.

Bevor Sie mit der eigentlichen Arbeit anfangen, legen Sie sich das benötigte Werkzeug zurecht. Je nachdem, was für eine Türklinke Sie wechseln, sind das folgende Utensilien:

● Schraubendreher.
Hammer.
● Zwei Millimeter Inbusschlüssel.
Zange.
● Akkuschrauber.
Bleistift.

Sie brauchen nicht für jede Türklinke alle diese Werkzeuge. So entscheidet die Sicherung des Türgriffs, ob Sie einen Inbusschlüssel oder eine Zange benötigen. Hält ein Sicherungsstift den Griff an Ort und Stelle? Dann brauchen Sie eine Zange. Es gibt jedoch auch Klinken, die durch Inbusschrauben gehalten werden. Diese lösen Sie einfach mit einem Inbusschlüssel.

Die alte Türklinke ausbauen

Im ersten Schritt entfernen Sie die alte Türklinke. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

● Entfernen Sie den Sicherungsstift oder die Sicherungsschraube. Je nach Türklinke finden Sie die Schraube oder den Stift an verschiedenen Stellen.
● Sobald die Sicherung entfernt ist, ziehen Sie die Türklinke einfach an beiden Seiten ab.
● Wenn Sie die Türschilder auswechseln, entfernen Sie diese auch. Oft sind die Türschilde einfach am Türblatt verschraubt.

Die neue Türklinke einbauen

Wenn Sie die Türklinke und Türschilder entfernt haben, folgt der nächste Schritt. Der Einbau der neuen Türgarnitur. Bei verschraubten Türschildern brauchen Sie Bohrlöcher für die Schrauben. Zeichnen Sie sich mit dem Bleistift die Bohrlöcher für die neue Türgarnitur vor. Nutzen Sie die neuen Türschilde hierfür als Schablone. Dann bohren Sie die Löcher garantiert an der richtigen Stelle. Anschließend gehen Sie wie folgt vor:

Bohren Sie die Löcher an die eingezeichneten Stellen.
● Bringen Sie die neuen Türschilde an und befestigen Sie die Türgarnitur mit Schrauben.
● Bauen Sie die neue Türklinke ein. Schieben Sie dafür den Türgriff mit dem Drückerdorn durch die vorgesehene Öffnung im Türblatt.
● Den anderen Griff stecken Sie einfach von der anderen Seite auf den Dorn auf.
Sichern Sie die Türklinke, damit sie beim Benutzen nicht einfach rausrutscht. Dafür sichern Sie den Türgriff ohne Türdorn mit einem Stift oder einer Schraube.
● Bei einer Schraube benutzen Sie einen Schraubendreher oder Inbusschlüssel. Wenn Sie den Griff mit einem Stift befestigen, benutzen Sie vorsichtig einen Hammer.

7. Fazit – die richtige Türklinke für jeden Zweck

Türklinken erfüllen verschiedene Funktionen. Sie tragen zum Design und zur Atmosphäre bei. In erster Linie sind sie aber für das Öffnen Ihrer Tür verantwortlich. Wie langlebig sie sind, hängt dabei vom verwendeten Material ab. Berücksichtigen Sie bereits bei der Planung, welche Ansprüche Sie später an den Türgriff stellen. Das garantiert, dass Sie lange mit ihr zufrieden sind.

8. Sind Türklinken Virenschleudern?

Türklinken wandern tagtäglich durch etliche Hände. Besonders in öffentlichen Gebäuden benutzen sie dutzende oder gar hunderte Menschen. Verständlicherweise fragen Sie sich da, wie hygienisch so eine Türklinke ist. Ist es vielleicht sogar möglich, sich mit einer Krankheit anzustecken?

Vor allem durch das neue Corona-Virus hat diese Frage an Bedeutung gewonnen. Amerikanische Wissenschaftler haben in Studien erforscht, wie lange das Virus auf Oberflächen überlebt. Das erschreckende Ergebnis: Das Virus ist noch nach bis zu 72 Stunden auf Oberflächen aus Edelstahl nachweisbar. Theoretisch bedeutet das, dass sich die Viren drei Tage an Türklinken halten. Ein wichtiger Einwand ist allerdings, dass die Versuche unter Laborbedingungen durchgeführt wurden. Das Risiko im Alltag ist vermutlich geringer.

Aber nicht erst seit Corona sind die Gefahren durch Krankheitserreger auf Türklinken ein Thema. In einem Versuch wurden erkältete Personen für eine Nacht in einem Hotelzimmer untergebracht. Nachher haben die Forscher über hundert Gegenstände auf Erkältungsviren untersucht. Auf über einem Drittel der Gegenstände haben sie die Viren gefunden. Unter anderem auch auf Türgriffen. Die Ansteckungsgefahr über Türklinken ist daher leider kein Mythos.

9. Hygiene Maßnahmen für Türklinken

Es gibt einen einfachen Weg, wie Sie sich vor Krankheitserregern auf Türgriffen schützen: gründliches Händewaschen. Damit schützen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere. Natürlich hilft es auch, eine Türklinke regelmäßig zu desinfizieren. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, Türgriffe viren- und bakteriensicher zu machen.

Antibakterielle Türgriffe

Die antibakteriellen Eigenschaften von einigen Materialien und Werkstoffen sind schon lange bekannt. Die Oberflächen von einigen Metallen bilden eine lebensfeindliche Umgebung für Viren und Pilze. Einige dieser Metalle finden auch für Türgriffe Verwendung. Kupfer bietet sich dafür zum Beispiel besonders gut an.

Ellenbogengriff für Türklinken

Sie haben vermutlich auch schon mal versucht, einen Türgriff mit dem Ellenbogen zu öffnen. Der Gedanke ist einleuchtend, da Ihre Hände frei von möglichen Krankheitserregern bleiben. Allerdings ist diese Methode auch sehr umständlich. Mit sogenannten Ellenbogengriffen schaffen Sie Abhilfe.

Diese Türgriffe finden Sie auch als Hygiene-Türgriffe auf dem Markt. Im Prinzip besitzen sie nur eine vergrößerte Auflagefläche für Ihren Ellenbogen. Die Tür lässt sich so einfacher ohne Hände öffnen. Das Beste ist, dass vorhandene Türgriffe einfach nachrüstbar sind. Unternehmen bieten die passenden Bauteile an.

Fußbediente Türklinken

Eine weitere Möglichkeit, um den Kontakt mit dem Türgriff zu vermeiden, sind fußbediente Türklinken. Das Prinzip dieser Türklinke ist denkbar einfach: Sie öffnen die Tür mit dem Fuß. Ein Seilzug überträgt die Bewegung Ihres Fußes auf die Türklinke. Auch diese Vorrichtung lässt sich häufig nachrüsten. Das geht oft auch ohne dafür zu bohren und zu schrauben.

10. Kindersichere Türklinken

Kleine Kinder sind sehr neugierig und erkunden ihre Umgebung ausgiebig. Leider ist das für sie nicht immer ungefährlich. Vor allem Türen bergen Gefahren für Ihren Nachwuchs. Sie laufen Gefahr, sich ihre kleinen Finger zu quetschen. Oder die Kleinen kommen in Räume, in denen Sie nichts zu suchen haben.

Mit Kindersicherungen für Türklinken machen Sie ihr Zuhause für Ihren Nachwuchs sicherer. Die verschiedenen Kindersicherungen für Türgriffe haben zwei zentrale Funktionen:

• Türen und Fenster für kleine Kinder verschlossen halten.
Verhindern, dass Türen ins Schloss fallen und Kinder sich ihre Finger einklemmen.

Natürlich lassen sich Türen einfach abschließen, um Kinder am Öffnen zu hindern. Oder Sie verwenden abschließbare Türgriffe. Allerdings haben nicht alle Türen Schlösser. Auch haben Sie wahrscheinlich nicht immer den passenden Schlüssel dabei. Eine Kindersicherung schafft hier Abhilfe. Die Sicherung blockiert zum Beispiel einfach die Türklinke. So lässt sich die Tür nicht mehr einfach so öffnen.

Andere Kindersicherungen verhindern, dass Türen zufallen und Kinder sich so verletzen. Türstopper, die Sie um die Türklinke hängen, schützen Ihre Kinder vor Verletzungen.

11. Die Gropius Türklinke – zeitloses Design im Bauhausstil

Das Bauhaus hat zu Beginn der 20er Jahren des letzten Jahrhunderts Design-Geschichte geschrieben. Zu den Design-Ikonen, die das Bauhaus geschaffen hat, gehört neben Lampen und Stühlen eine Türklinke.

Der sogenannte Gropius Drücker wurde 1922 durch Walter Gropius, Gründer des Bauhauses, entworfen. Das Design der Türklinke zeichnet sich durch elegante geometrische Formen aus. Der Türgriff ist wie ein Zylinder geformt. Der zylindrische Türgriff schließt an einem rechtwinkligen Vierkantstab an, der den Drückerdorn bildet.

Auch heute gibt es noch Hersteller, die die Türklinke im Bauhaus-Stil anbieten. Sie haben also die Möglichkeit, Ihre Türen mit einem Stück Design-Geschichte aufzuwerten.

12. Einbruchhemmende Türklinken und Beschläge

Tipp zum Bau empfiehlt Ihnen geschmiedete Türklinken.

Zu einer Einrichtung mit viel Leder und Holz passen geschmiedete Türklinken.

Alle vier Minuten kommt es in Deutschland zu einem Wohnungseinbruch. Terrassentüren und Wohnungs-Eingangstüren genießen dabei größte Beliebtheit bei Einbrechern. Mit den richtigen Türgriffen und Beschlägen machen Sie es den Einbrechern zumindest schwerer.

Achten Sie beim Kauf von Türgriffen und Beschlägen auf die DIN 18257. Die technische Norm bestimmt die Ansprüche an Schutzbeschläge. Die Türgarnitur hat einem physischen Angriff zumindest eine Zeit lang standzuhalten. Anders erfüllt sie nicht die Norm, um als einbruchhemmend zu gelten. Die Schutzbeschläge verhindern auch, dass sich der Schließzylinder von außen entfernen lässt.

Terrassentüren sichern Sie mit abschließbaren Türgriffen gegen Einbrüche ab. Einbruchversuche mithilfe von Glasdurchbrüchen schließen Sie damit aus. Beim Glasdurchbruch schlagen die Einbrecher ein Loch in die Scheibe der Terrassentür. Durch das Loch greifen die Täter hindurch, um den Türgriff zu bedienen. Ist der Türgriff abschließbar, scheitert der Versuch jedoch zwangsläufig.

Mit den hier genannten Maßnahmen erschweren Sie Einbrechern das Leben sehr. Effektiv wird der Einbruchschutz aber erst im Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen. Lassen Sie sich am besten ausführlich beraten.

Hier erfahren Sie mehr über das Thema Türsicherung.

13. Geschmiedete Türgriffe und Türklinken

Historisch anmutende Türgarnituren verleihen Ihrem Haus etwas ganz Besonderes. Gerade bei Altbauten passen geschmiedete Türgriffe gut ins Bild. Die Türklinken sind oft kunstvoll und detailverliebt gestaltet. Ein kunstvoll geschmiedeter Türgriff ist vielleicht das entscheidende Detail in einem Raum. Er setzt einen passenden Akzent in im Landhausstil eingerichteten Räumen. Aber auch als Kontrast in minimalistisch eingerichteten Wohnungen sind geschmiedete Türgriffe eine Option. Türgriffe werden auf zwei Arten geschmiedet:

• Kalt geschmiedete Türgriffe. Dabei handelt es sich um eine kalte Umformung, bei der das Material nicht erhitzt wird. Es findet bei hochwertigen Stahlmischungen Verwendung und erreicht eine bessere Qualität.
Warm geschmiedete Türgriffe. Die Bearbeitung erfolgt mit dem Schmiedehammer bei bis zu 1200°C. Es handelt sich um das klassische Schmieden.

Kaltgeschmiedete Türklinken werden häufig in größerer Stückzahl hergestellt und angeboten. Dadurch sind sie auch für kleineres Geld erhältlich. Wenn Sie sich ein einzigartiges Aussehen wünschen, greifen Sie zu warm geschmiedeten Türklinken. Die Türklinke wird dabei individuell hergestellt. Einzelstücke, die ganz nach Ihren Wünschen gestaltet werden, sind deshalb ohne weiteres möglich. Allerdings sind diese Türgriffe auch wesentlich teurer.

14. Ergonomische Türgriffe

Hersteller von Türklinken achten zunehmend auf eine ergonomische Formgebung ihrer Produkte. „Ergonomie“ setzt sich aus den griechischen Wörtern Ergon (Arbeit) und Nomos (Gesetze, Regeln) zusammen. Der Begriff bezog sich ursprünglich auf Arbeitsabläufe und die Arbeitsumgebung. Eine möglichst effektive Gestaltung war angestrebt. Mittlerweile ist der Begriff jedoch weiter gefasst. Heute bezeichnet ergonomisches Design Produkte, die möglichst komfortabel zu nutzen sind. Dabei werden die Produkte an die Benutzung durch den menschlichen Körper angepasst.

Für Türklinken bedeutet das, dass der Türgriff gut in der Hand liegt. Auch lässt sich ein ergonomischer Türgriff idealerweise leicht und ohne Kraftaufwand bedienen. Für ergonomische Türklinken greifen Hersteller oft auf eine geschwungene Form zurück. Diese Form liegt besonders gut in der Hand. Damit lässt sich die Türklinke gut greifen und leicht bedienen.

15. Türgriffe und Beschläge für Glastüren

Glastüren sorgen für offene und lichtdurchflutete Räume. In Büros erzeugen sie eine transparente und offene Arbeitsumgebung. Allerdings haben diese Türen auch Ihre Tücken. Sie sind wesentlich fragiler als andere Türen. Glas ist als Werkstoff weniger belastbar als zum Beispiel Holz. Deshalb sind spezielle Beschläge für Glastüren nötig. Diese Beschläge zählen zu den Sonderbeschlägen.

Dabei werden elastische Materialien aus Gummi oder Neopren verwendet. Sie kommen als elastische Lage zwischen Türblatt und Beschlag. Der Türdrücker als eigentliche Türklinke ist dabei nicht zwangsläufig ein Sonderbeschlag. Allerdings ist der Mechanismus, der den Türgriff aufnimmt, immer ein Sonderbeschlag.

16. Besondere Formen von Türklinken

Die Haustür ist so etwas wie die Visitenkarte zu Ihrem Zuhause. Mit einem besonderen Türgriff verpassen Sie ihr ein individuelles Aussehen. Feststehende Türklinken oder auch Stoßgriffe kommen dabei recht häufig vor. Egal ob in Form einer Stange, eines Knaufs oder eines Rings. Für etwas mehr Individualität für Ihre Haustüre gibt es jedoch Alternativen:

• Die Griffmulde.
• Die Griffleiste.

Diese zwei Optionen setzten sich von anderen Türklinken und Türgriffen vor allem in der Gestaltung ab. Mit feststehenden haben sie jedoch die grundlegende Funktion gemeinsam. Die Tür lässt sich an ihnen auf – und zuziehen. Der eigentliche Schließmechanismus wird jedoch nicht bedient.

Griffmulden sind anders als andere Türklinken in das Türblatt eingelassen. Dadurch wirkt die Oberfläche der Tür besonders eben. Allerdings setzt diese Variante eine gewisse Dicke des Türblattes voraus.

Die Griffleiste wird wie der feststehende Türgriff einfach auf das Türblatt aufgesetzt. Allerdings geht die Leiste über die gesamte Höhe des Türblattes. Damit bildet die Leiste einen durchgehenden Griff statt einer Türklinke. Das bietet vor allem den Vorteil, dass sich der Türgriff auf jeder Höhe bedienen lässt.

17. Türklinken aus Messing reinigen

Türklinken aus Messing sind eine beliebte Wahl. Diese Türklinke wirkt nostalgisch und elegant. Zudem ist Messing als Material rostfrei. Deshalb eignet sich Messing besonders für Türgriffe an Außentüren.

Allerdings läuft Messing mit der Zeit an. Die angelaufenen Flecken sehen oft nicht schön aus. Nach einer gewissen Zeit ist deshalb eine Reinigung zwangsläufig nötig. Für die Reinigung einer Türklinke aus Messing brauchen Sie aber keinen Spezialreiniger. Mit der Hilfe von diesen Hausmitteln glänzt die Türklinke schnell wieder:

Essig.
• Zitrone.
Salz.
• Zahnpasta.

Für Flecken auf Türklinken aus mattem Messing verwenden Sie Zitrone und Salz. Streuen Sie dafür Salz auf eine Zitronenhälfte. Mit der Zitronenhälfte reiben Sie dann die zu reinigende Türklinke ab. Spülen Sie die Türklinke gründlich ab und die Klinke sieht wieder aus wie neu.

Bei glänzenden Messing-Oberflächen hilft Essig weiter. Montieren Sie die Türklinke zum Reinigen gegebenenfalls ab. Dann lassen Sie die Klinke in heißem Essigsud einweichen.

Wenn das Messing angelaufen oder stärker verschmutzt ist, greifen Sie zu Zahnpasta. Alternativ stellen Sie eine Paste aus gleichen Teilen Wasser, Mehl und Essig her. Tragen Sie die Paste auf den Türgriff auf und lassen Sie Ihn einwirken. Nach etwa zehn Minuten spülen Sie die Paste einfach ab. Reiben Sie die Türklinke noch trocken und Sie glänzt wie neu.

18. Hängende Türklinke reparieren

Der Anblick ist ihnen vielleicht bekannt: Die Türklinke hängt durch und lässt sich gar nicht mehr runter drücken. Damit ist die Türklinke praktisch nutzlos. Dass die Türklinke durchhängt, liegt oft an der Schließfeder. Die Schließfeder finden Sie im Türschloss. Um sie zu reparieren, bauen Sie das Türschloss aus.

Wenn das Schloss geöffnet ist, sehen Sie, ob die Feder nur verrutscht oder gebrochen ist. Eine verrutschte Feder wird einfach neu justiert. Das alte Schloss wird danach einfach wieder eingebaut. Wenn die Feder allerdings gebrochen ist, wird es schwieriger. Zwar lässt sich eine gebrochene Feder austauschen, der Aufwand ist aber groß. Tauschen Sie besser das Schloss gegen ein neues aus.

19. Die Materialien für Ihre Türklinke

MaterialVorteilNachteil
Edelstahl.

  • Robust.

  • Witterungsbeständig.

  • Anfällig für fettige Fingerabdrücke.

  • Nicht immer Rostfrei.
Aluminium.

  • Pflegeleicht.

  • Langlebig.

  • Empfindlich für Fingerabdrücke.

  • Umweltschädliche Materialgewinnung.
Kunststoff.

  • Günstig.

  • Pflegeleicht.

  • Anfällig für Witterungseinflüsse.

  • Kurze Lebensdauer.
Messing.

  • Nostalgisches Design.

  • Rostfrei.

  • Anfällig für Kratzer.

  • Messing läuft mit der Zeit an.
Schmiedeeisen.

  • Hochwertige Optik.

  • Witterungsbeständig.

  • Individuelle Gestaltung ist sehr kostspielig.
Holz.

  • Naturverbundenes Design.

  • Angenehme Haptik.

  • Anfällig für Witterungseinflüsse.

  • Gegebenenfalls Behandlung nötig.

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