Trinkwasserleitungen

Ihre Trinkwasserleitung – Tipps zu Auswahl, Einkauf und Einbau

Die Trinkwasserleitung gehört zu den wichtigsten Bestandteilen eines Hauses. Sie leitet das lebensnotwendige Wasser in Ihr Haus und verteilt es in die verschiedenen Zimmer. Häufig wird vergessen, wie oft wir auf sauberes Wasser angewiesen sind. Auschlaggebend für die Sauberkeit Ihres Trinkwassers ist das Material der Trinkwasserleitung.

1. Die Zusammensetzung der Trinkwasserleitung in Ihrem Haus

Eine Trinkwasserleitung in Gebäuden erfüllt vor allem ein Ziel: Sie hält Ihr Trinkwasser so sauber wie möglich. Sauberes Wasser ist im alltäglichen Leben das A und O. Für die Sauberkeit des Trinkwassers ist in erster Linie das Material der Trinkwasserleitung entscheidend. Für die Rohre wählen Sie zwischen Metall und Kunststoff. Die Verbindungen bestehen unter anderem aus Messing oder Rotguss.

Auch die Wasserhähne oder sonstigen Armaturen bestehen in der Regel aus Messing. Messingteile stehen als Verbindungen unter ständiger Spannung. Daher treten mit der Zeit sogenannte Spannungsrisse auf. Diese entstehen durch Korrosion, die durch das Wasser verursacht wird. Diese Spannungen werden durch eine Wärmebehandlung abgebaut.

Hinzu kommen abgeknickte Verbindungen. Diese ändern den Verlauf der Leitungen, ohne den Durchfluss zu behindern. Außerdem befindet sich in Ihrem Keller ein zentraler Verteiler. Er verteilt das Wasser über die Trinkwasserleitung an die gewünschten Orte. Diesen bringt ein Installateur beim Bau des Hauses an.

Damit Ihre Trinkwasserleitung ihren Zweck erfüllt, sind außerdem ein Wasserzähler und ein Wasserversorger nötig. Das perfekte Material für sämtliche Zwecke gibt es nicht. Das richtige Material für Ihr Vorhaben zu finden ist daher nicht leicht. Hier erhalten Sie einen Überblick über die Vor- und Nachteile sowie die Kosten.

2. Materialien für Ihre Trinkwasserleitung

Für den Bau einer Trinkwasserleitung stehen viele Materialien zur Verfügung - Tipp zum Bau verrät Ihnen, welches sich für Sie am besten eignet.

Das Material ist für Ihre Trinkwasserleitung entscheidend.

Bei der Materialauswahl stehen Ihnen für die Rohre drei Materialien zur Verfügung. Die Verbindungen der Rohre bestehen aus einem anderen Material. Hier sind unter anderem Messing oder Rotguss vorgesehen. Für die Rohre selbst wählen Sie aus den folgenden Materialien aus:

  • Kupfer.
  • Kunststoff.
  • Edelstahl.



Kupfer

Kupfer ist ein weiches Metall und eignet sich sehr gut als Material für die Trinkwasserleitung in Ihrem Haus. Kupfer erfüllt die folgenden Anforderungen:

  • Es kommt in Reinform in der Natur vor. Eine chemische Bearbeitung ist daher nicht nötig. Für seine Nachhaltigkeit spricht, dass dieses Material vollständig wiederverwertbar ist.
  • Eine Trinkwasserleitung aus Kupfer gilt als besonders langlebig. Eine Lebensdauer von etwa 100 Jahren ist realistisch. Hierfür ist eine sich bildende Oxidschicht auf der Innenseite der Trinkwasserleitung verantwortlich.
  • Kupfer ist ein wärmeleitendes Metall.
  • Wenn der pH-Wert des Grundwassers in Ihrer Region unter 7,4 liegt, steht Ihnen Kupfer nicht als Werkstoff für Ihre Trinkwasserleitung zur Verfügung. Informieren Sie sich online über die lokalen Daten der Wasseranalyse, um Probleme zu vermeiden. Ein pH-Wert von unter 7,4 ist jedoch sehr selten.
  • Im Vergleich mit den anderen Werkstoffen fallen für Sie bei Kupfer allerdings höhere Kosten für die Verbindungsteile an. Diese bestehen hier aus Messing oder Rotguss und erschweren die Montage. Derartige Verbindungsteile werden Fittings genannt und bestehen zum Teil auch aus Edelstahl.

Kunststoff

Kunststoffe sind im Verhältnis zu den anderen Werkstoffen besonders biegsam. Sie sind daher leicht zu verarbeiten und für Ihre Trinkwasserleitung deshalb gut geeignet. Für Heimwerker eignet sich das Material hervorragend.

  • Besonders gut lassen sich mit Kunststoff Mehrschicht-Verbundrohre anfertigen. Bei diesen besteht Ihre Trinkwasserleitung aus drei Schichten:
    • Dem Außenrohr.
    • Dem Innenrohr.
    • Der Diffusionssperre aus Aluminium.
  • Für Trinkwasserleitungen verwendet der Fachmann den Kunststoff Polyethylen. Dieser Werkstoff ist sehr einfach zu handhaben. Für die Verarbeitung benötigen Sie lediglich eine Kunststoffschere.
  • Kunststoffe werden erst seit etwa 30 Jahren zur Herstellung von Trinkwasserleitungen verwendet. Deshalb sind Prognosen über eine Lebensdauer von beispielsweise 50 Jahren hinfällig.
  • Die einfache Handhabe kommt unter anderem durch die Nachgiebigkeit des Materials zustande. Diese führt auch dazu, dass sich Kunststoff unter Wärmeeinfluss ausdehnt. Befestigungen an mehreren Stellen verhindern eine solche Entwicklung.
  • Bei Kunststoffen ist das Potential für Keimbildung bei Wasserdurchlauf gegeben. Vor allem bei einer neu installierten Trinkwasserleitung ist die Gefahr hierfür vorhanden. Dieser Effekt lässt mit der Zeit allerdings nach.
  • Bei Kunststoffleitungen verändert sich ab und an der Geschmack des Wassers. Dies steht jedoch nicht mit der Keimbildung in Zusammenhang. Dieses Phänomen führt unter Umständen sogar zu einer Neuinstallation der Trinkwasserleitung.
  • Die Verwendung von Kunststoffen ist neuerdings immer stärker in Verruf geraten. Der Grund dafür ist, dass auf diesem Weg Mikroplastik in den menschlichen Körper gelangen kann. Dieselbe Problematik gilt auch für eine Trinkwasserleitung aus Kunststoff.

Edelstahl

Edelstahl ist eine Legierung, also ein Stoffgemisch. Diese setzt sich aus den Bestandteilen Eisen, Nickel und Chrom zusammen. Als ein besonders träges Material eignet es sich sehr gut als Werkstoff für Trinkwasserleitungen. Trägheit meint hier die Eigenschaft, nicht auf äußere Einflüsse zu reagieren.

  • Wenn Sie eine Trinkwasserleitung aus Edelstahl in Betrieb nehmen, bildet sich eine Chromoxidschicht auf der Innenseite. Diese verhindert auf Dauer Korrosion.
  • Allerdings leidet diese Schicht bei einer hohen Desinfektion des Wassers. Ein Beispiel für eine solche wäre der hohe Chlorgehalt im Schwimmbadwasser.
  • Edelstahl verhält sich sehr passiv. Das sorgt für einen hohen Hygienestandard des Wassers. Daher kommt es zum Beispiel bei Trinkwasserleitungen in Krankenhäusern zum Einsatz. Hier ist die Wasserhygiene von besonderer Wichtigkeit. Allerdings ist das Material verhältnismäßig teuer.

Überblick

Hier sind die wichtigsten Aspekte aller gelisteten Materialien noch einmal kompakt für Sie zusammengefasst. So sehen Sie, welches Material die für Sie wichtigsten Parameter erfüllt. Dies erleichtert Ihnen die Entscheidung und Sie erhalten nochmals einen Überblick:

 Preis/MeterHygieneInstallationLanglebigkeit
Kunststoff0,80 €Gering.Einfach.k.A.
Kupfer4 – 5 €Mittel.Komplex.Hoch.
Edelstahl6 – 7 €Hoch.Komplex.Hoch.

Mischinstallationen

Die Rohre für Ihre Trinkwasserleitung bestehen nicht zwangsläufig nur aus einem Material. Bei Mischinstallationen wird meist ein Metall wie Kupfer mit Messing oder auch Rotguss zu einer Legierung verarbeitet. Wenn Sie sich für eine Mischinstallation entscheiden, sollte Ihnen die Fließregel geläufig sein. Nach dieser muss das Wasser in der Trinkwasserleitung immer von einem unedlen in ein edles Metall fließen. Ein Beispiel für ein unedles Metall ist Stahl. Kupfer ist zum Beispiel ein edles Metall.

3. Voraussetzungen für die Installation Ihrer Trinkwasserleitung

Nachdem Sie den richtigen Werkstoff für Ihre Trinkwasserleitung gefunden haben, rückt die Installation in den Vordergrund. Zuerst einmal muss das Material zu Ihnen gelangen. Die Anlieferung übernimmt in der Regel der Hersteller, bei dem Sie das Material gekauft haben. Unter Umständen bietet dieser Ihnen die Installation auch gleich mit an. Andernfalls erhalten Sie Tipps, wie Ihre Trinkwasserleitung montiert wird. Es ist möglich, einige Arbeiten selbst auszuführen. Für andere Arbeitsschritte ist ein Installateur jedoch unumgänglich.

Neuinstallation

Informieren Sie sich bei Tipp zum Bau, für welche Schritte beim Bau einer Trinkwasserleitung ein Installateur nötig ist.

Für den Einbau einer Trinkwasserleitung wird ein Installateur benötigt.

Bei einer neuen Trinkwasserleitung ist ein Installateur zu empfehlen. Zunächst einmal muss Ihr Haus an die Wasserversorgung angeschlossen werden. Außerdem muss Ihre Trinkwasserleitung mit dem Wasserzähler verbunden sein. Beide Arbeitsschritte müssen von einem Installateur durchgeführt werden.

Für die Montage der Trinkwasserleitung werden die Installateure nach geleisteten Arbeitsstunden bezahlt. Der Stundenlohn kann variieren, bewegt sich aber zwischen 40 und 70 €. Die anschließende Montage der Trinkwasserleitung können Sie auch selbst übernehmen. Dadurch sparen Sie die Kosten für den Installateur. Hierzu sind allerdings gewisse Vorkenntnisse erforderlich. Wenn Sie Ihre Trinkwasserleitung selbst installieren, empfiehlt sich daher eine Beratung.

Renovierung

Selbstständiges Arbeiten für Heimwerker bietet sich dann an, wenn Sie Ihre Trinkwasserleitung modernisieren. In einem solchen Fall greifen Sie auf eine Vorwandinstallation zurück. Bei dieser werden die Rohre außerhalb der Wand im Raum verlegt. Die gesamte Konstruktion wird verkleidet. Die Verkleidung besteht aus einem Schienengerüst, das um die Rohre herum angebracht wird. Die Schienen stellen außerdem eine Befestigung für die Vorwandmodule dar. An diesen werden die Rohre befestigt.

Grob sehen Ihre Arbeitsschritte bei einer Vorwandinstallation folgendermaßen aus:

  • Bevor eine Vorwandinstallation montiert wird, überlegen Sie, wo sich diese befinden soll. Fertigen Sie dazu eine maßstabsgetreue Skizze Ihres Badezimmers an. Je genauer Sie hier arbeiten, desto einfacher gestaltet sich anschließend die Installation.
  • Bedenken Sie, dass die Verkleidung hinterher sichtbar ist und stellen Sie sicher, dass genügend Platz vorhanden ist. Die Verkleidung bietet später einen guten Ablageplatz für kleinere Gegenstände.
  • Das Schienengerüst bringen Sie als erstes an. Mit dieser Methode werden zur Renovierung keine Wände aufgestemmt. Dadurch vermeiden Sie unnötigen Dreck in Ihrer Wohnung und sparen sich Arbeitszeit sowie Kosten.
  • Nun bringen Sie die die Vorwandmodule  An diesen werden später die Rohre angebracht.
  • Als Nächstes verlegen Sie die Rohrleitungen.
  • Nun dämmen Sie die Zwischenräume mit einem brennfesten Material. Sind die Schienen und die Rohre angebracht und in Betrieb, kann die Konstruktion zum Beispiel mit Gipskarton abgedeckt werden.

4. Gesamtkosten für Trinkwasserleitungen

Tipp zum Bau verrät Ihnen, in welche Schritte Sie beim Bau einer Trinkwasserleitung am besten investieren.

Vom Materialkauf bis zur Montage – Sparen Sie bei Ihrer Trinkwasserleitung nicht am falschen Ende.

Die Gesamtkosten setzen sich grob aus den folgenden Komponenten zusammen:

  • Materialkosten.
  • Installationskosten.

Alles in allem haben Sie mit einem finanziellen Aufwand von 3.000 € bis 4.000 € zu rechnen. Hierbei ist der eventuelle Anschluss an das Bauwasser bei einem Neubau schon eingerechnet. Dadurch kommt der erhöhte Preis zustande. Die starken Variationen verursachen aber die Materialkosten. Bedenken Sie zudem, dass die Preisspanne je nach Größe der Trinkwasserleitung stärker variiert. Im Lauf der Zeit kommen dann noch eventuelle Wartungskosten auf Sie zu.


5. Welche Normen gelten für Ihre Trinkwasserleitung?

Trinkwasserleitungen werden nach bestimmten Normen angefertigt. Dabei wird eine möglichst kleine Nennweite angestrebt. Die Nennweite ist der innere Durchmesser der Trinkwasserleitung. Je geringer dieser ist, desto weniger Material wird für die Trinkwasserleitung benötigt. Die Nennweite wird mit NW oder DN abgekürzt. DN steht hier für den französischen Begriff: diamètre nominal. Außerdem muss die Trinkwasserleitung einem Druck von mindestens sechs bar standhalten. Zum Vergleich: Ein Fahrradreifen wird im Durchschnitt mit etwa drei bar aufgepumpt.

Zudem wird immer versucht, die Wartungskosten so gering wie möglich zu halten. Das bedeutet, dass der verwendete Werkstoff eine hohe Lebensdauer haben muss. Beim Kauf der einzelnen Bauteile für Ihre Trinkwasserleitung werden Sie auf diverse Abkürzungen stoßen. Ohne die Kenntnis deren Bedeutung wirken diese teilweise verwirrend. Daher finden Sie im Anschluss zu jeder gängigen Abkürzung zum Thema Trinkwasserleitung die Definition.

Unterscheidung zwischen Kaltwasser- und Warmwasserrohren

Tipp zum Bau verrät Ihnen, welche Farben bei einer Trinkwasserleitung kalt und warm kennzeichnen.

Rot und Blau am Hahn kennt jeder – Doch eine Trinkwasserleitung kann auch anders gekennzeichnet sein.

Kaltes und warmes Wasser werden durch jeweils ein Rohr durch Ihre Trinkwasserleitung geführt. Um diese beim Einbau und auch allgemein besser zu unterscheiden, sind sie mit Abkürzungen versehen. Früher standen die Kürzel für Ihre deutschen Bedeutungen:

  • KW für Kaltwasser.
  • WW für Warmwasser.



Mittlerweile sind aber die englischen Kürzel gängig. Außerdem haben sämtliche Kürzel eine farbliche Kennung. Die bezeichneten Farben finden sich zum Beispiel auf den Wasserhähnen oder in der Dusche wieder. Insgesamt sind für Sie drei Kürzel relevant:

  • Das Kürzel für KW ist nun PWC und ist grün oder blau gekennzeichnet. Es steht für Potable Water Cold.
  • Für WW gilt mittlerweile das Kürzel PWH, was für Potable Water Hot steht. Die farbliche Kennung ist grün oder rot.
  • Hinzu kommt noch das Kürzel PWH-C. Dieses steht für Potable Water Hot-Circulation. Die farbliche Kennzeichnung ist grün oder violett. Dabei handelt es sich um ein System, in dem warmes Wasser innerhalb der Trinkwasserleitung zirkuliert.

Der DVGW

DVGW steht für den Deutschen Verein des Gas- und Wasserfachs. Sämtliche Kennzeichen wurden vom DVWG festgelegt und sind allgemein gültig. Die erklärten Abkürzungen sind nach der Norm DIN EN 806 Teil 1 gängig. Bevor Sie Ihre Trinkwasserleitung installieren, muss diese zugelassen sein. Bereits beim Kauf der Leitungen ist auf diese Zulassung zu achten. Auch hierfür ist der DVGW zuständig.

6. Die Historie der Trinkwasserleitung

Bei den Anfängen der Wasserleitungen handelt es sich noch nicht um Trinkwasserleitungen im heutigen Sinne. Der Transport von Wasser war jedoch immer das Ziel solcher Bauwerke. Wasserleitungen wurden bereits im Jahr 1.300 v.Chr. im alten Ägypten für den Wassertransport genutzt. Daneben existieren viele weitere historische Orte, an denen Überreste einer Trinkwasserleitung zu finden sind:

  • Beeindruckende Aquädukte aus der Römerzeit wie der Pont du Gard in Südfrankreich.
  • Kanalverbindungen aus Mauern in der Inkastadt Machu Picchu.
  • Künstliche Wasserläufe in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz.

7. Wie gelangt das Wasser in Ihr Haus?

Im Keller Ihres Hauses befindet sich ein zentraler Wasserverteiler. Dieser leitet das Wasser aus dem Boden in Ihre Trinkwasserleitung bis zu Ihnen. Ihr Trinkwasser stammt aus verschiedenen Quellen:

  • Aus dem Grundwasser stammt der größte Anteil Ihres Trinkwassers. Niederschlag oder Flusswasser versickert im Boden. Dort sammelt es sich in Brunnen, die bis zu 400 Meter tief sind. Von dort aus verteilt es sich an die gewünschten Orte.
  • Frisches Quellwasser ist vor allem im Gebirge oder höheren Regionen zu finden. Dort gelangt es oftmals aus tieferen Erdschichten an die Oberfläche. Der Sauberkeitsgrad hängt davon ab, aus welchen Tiefen das Wasser kommt.
  • Oberflächenwasser und Uferfiltrat werden aus Flüssen, Seen oder Meeren gewonnen. Aufgrund von natürlicher Verschmutzung wird es aufbereitet, bevor es verteilt wird.
Tipp zum Bau verrät, was Sie beim Abwassersystem zu Ihrer Trinkwasserleitung beachten müssen.

Das Abwassersystem – Ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Trinkwasserleitung.

8. Entwässerung

Das benutzte Wasser fließt über ein extra verlegtes Rohr wieder ab. Hier verwendete Materialien unterstehen nicht den hohen Hygienestandards einer Trinkwasserleitung. Die Regelungen entsprechen jedoch festgelegten Normen des DVGW. Der DVGW ist der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs und für Vorschriften dieser Art zuständig. Im Normalfall bestehen die Rohre aus folgenden Materialien:

  • Kunststoff.
  • Gusseisen.

9. Übersicht aller verwendeten Werkstoffe

Alle Materialien sind vom DVGW gekennzeichnet. Nur gekennzeichnete Materialen kommen für Ihre Trinkwasserleitung infrage. In Deutschland zertifizierte Materialien sind:

MaterialInformationen
KunststoffAus Kunststoffen werden Mehrschicht-Verbundrohre hergestellt. Ein Außenrohr und ein Innenrohr werden durch eine Diffusionsschicht aus Aluminium getrennt. Aluminium verhindert die Diffusion, also die Vermischung zweier Stoffe miteinander.
KupferKupferrohre werden bei einer Trinkwasserleitung meist verzinkt. Hierdurch bildet sich eine Oxidschicht auf der Innenseite. Die hier notwendigen Verbindungsstücke bestehen aus Messing und Rotguss.
EdelstahlEdelstahl eignet sich ideal zur Herstellung einer Trinkwasserleitung oder auch anderer Leitungen. Dabei handelt es sich bei diesem Werkstoff um ein passives Material. Das bedeutet, dass es sich nicht mit anderen Stoffen vermischt. Somit gilt das durch Edelstahlrohre transportierte Wasser als besonders hygienisch.
Verzinktes StahlrohrNoch existieren Wasserleitungen aus verzinktem Stahlrohr. Diese kommen jedoch nicht für die Herstellung einer Trinkwasserleitung infrage. Hierfür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen verkalken die Rohre bereits bei mittlerer Wasserhärte. Zum anderen wird die Oxidschicht bei hoher Wassertemperatur zerstört.
Messing und RotgussBeide Stoffe finden bei der Herstellung von Verbindungsteilen und Armaturen Anwendung. Bei einer Trinkwasserleitung aus Kupfer werden diese mit den Rohren verlötet. Wasserhähne bestehen häufig ebenfalls aus Messing.
BleiDie Verwendung von Bleirohen zum Bau einer Trinkwasserleitung ist mittlerweile verboten. Es existieren allerdings noch Rohre aus Blei. Manche Messing-Legierungen enthalten ebenfalls Bleielemente.

10. Tipps für Heimwerker

Tipp zum Bau verrät Ihnen, was Sie für den Bau Ihrer eigenen Trinkwasserleitung alles benötigen.

Ein großes Werkzeugsortiment – Faustpfand beim Bau einer Trinkwasserleitung.

Die Neuinstallation einer Trinkwasserleitung selbst zu übernehmen ist ein schwieriges Unterfangen. Einige Aufgaben müssen zwingend von einem Installateur durchgeführt werden. Bei Renovierungen ist eine Tätigkeit als Heimwerker möglich. So sparen Sie die Aufwandskosten für einen Installateur. Für eine Heimwerkertätigkeit an Ihrer Trinkwasserleitung brauchen Sie neben den Werkstoffen eine Reihe von Werkzeugen. Die folgenden sind essenziell:


  • Bleistift.
  • Bohrmaschine.
  • Cuttermesser.
  • Dichtungsband.
  • Gipsbauplatten.
  • Glättekelle.
  • Kunststoffrohre.
  • Ringschlüssel.
  • Metallsäge.
  • Rohrschneidezange.
  • Schnellbauschrauben.
  • Spachtelmasse.
  • Schraubendreher.
  • Stichsäge.
  • Vorwandelemente (Gestell).
  • Wasserrohrzange.
  • Wasserwaage.
  • Zollstock.

11. Tipps zur Pflege Ihrer Trinkwasserleitung

Damit Ihre Trinkwasserleitung nicht ständig beschädigt wird, bedarf sie regelmäßiger Pflege. Verstopfungen an Ihrer Trinkwasserleitung beheben Sie mit Rohrreinigern. Vermeiden Sie Essensreste in Ihrem Abfluss. So ist eine ausführliche Reinigung gar nicht erst notwendig. Ein vorbeugend installiertes Sieb fängt zu große Gegenstände ab. Isolieren Sie Ihre Trinkwasserleitung mit Dämmmaterial. Auf diese Weise vermeiden Sie Erfrierungen im Winter. Sie erzeugen damit den gleichen Effekt wie bei der Isolierung Ihrer Räumlichkeiten.

12. Tipps zur Wartung Ihrer Trinkwasserleitung

Selbst wenn Ihre Trinkwasserleitung Schaden nimmt, ist nicht gleich ein Austausch der kompletten Leitung notwendig. Bei einer verstopften Trinkwasserleitung ist die Bearbeitung mit einem Rohrreiniger meist ausreichend. Wenn Ihre Wohnung mit einer alten Trinkwasserleitung ausgestattet ist, sollte diese irgendwann renoviert werden. Auf diese Weise beheben Sie unter Umständen entstandene zeitlich bedingte Schäden.

Unter Umständen ist auch nur eine teilweise Renovierung der Trinkwasserleitung notwendig. In einem solchen Fall sollten Sie einen Installateur zu Rate ziehen. Dieser führt zunächst eine Inspektion durch. Anschließend tauscht er die betroffenen Teile aus. Auf diesem Weg vermeiden Sie Reparaturschäden.

13. Was tun, wenn das Wasser nicht schmeckt?

Von Zeit zu Zeit kann es passieren, dass Ihr Trinkwasser komisch schmeckt. Eine Verkalkung ist unwahrscheinlich. Der Kalkgehalt in Deutschland erreicht keine schädlichen Höhen. Dennoch schadet eine Entkalkungsanlage nicht. Diese ist einfach und schnell installiert. Auch der Geschmack wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Bei metallischem Geschmack ist jedoch eine Wartung Ihrer Trinkwasserleitung zu empfehlen. Unter Umständen sind Schäden an den Rohren für die Geschmacksveränderung verantwortlich. Im Gegensatz dazu ist eine bloße Trübung des Wassers jedoch kein Grund zur Panik. Diese kann durch einen erhöhten Wasserdruck entstehen. Wenn Sie das Wasser eine Weile laufen lassen, verflüchtigt sich die Trübung.

14. Gesetzliche Regelungen

Trinkwasser ist eines der wichtigsten Güter der Bevölkerung. Das BMG ist für die Regelungen des Trinkwassers verantwortlich. BMG steht als Abkürzung für das Bundesministerium für Gesundheit. Zudem ist das UBA, Umweltbundesamt, für Normen und Regelungen zuständig. In verschiedenen Kategorien sind hohe Hygienestandards vorgeschrieben:

Bei Tipp zum Bau erfahren Sie, welche Regularien Ihre Trinkwasserleitung erfüllen muss.

Sauberes Wasser ist essentiell – Ihre Trinkwasserleitung ist daher streng reguliert.

  • Keine Krankheitserreger.
  • Pflichten der Versorgungsbehörden.
  • Grenzwerte der Wasserbeschaffenheit.
  • Diese Grenzwerte werden regelmäßig überwacht. Die zuständige Überwachungsbehörde ist hier in der Pflicht.
  • Kontrolle der radioaktiven Strahlenbelastung. Die Strahlenbelastung im Wasser ist in Deutschland extrem gering. Dennoch kann diese in manchen Regionen höher sein als anderswo.

15. Umweltschutz

Als allgegenwärtiges Thema spielt Umweltschutz auch beim Bau einer Trinkwasserleitung eine zentrale Rolle. Wichtig ist hier vor allem das Recycling der Materialien alter Trinkwasserleitungen. Der Fokus liegt dabei auf recyclebarem Material. Vorbildliche Materialien sind Kupfer oder Edelstahl.

Kupfer kommt als solches in der Natur vor und kann daher ohne Qualitätseinbußen wiederverwendet werden. Aufgrund der Funktionalität des in der Natur vorkommenden Materials ist ein Zusatz von chemischen Mitteln nicht notwendig. Kunststoffe wie Polyethylen sind beim Austausch nicht recycelbar. Aus umwelttechnischer Sicht sind diese als Werkstoff für eine Trinkwasserleitung also nicht zu empfehlen.

16. Armaturen

Tipp zum Bau verrät Ihnen, welche Materialien sich für die Armaturen Ihrer Trinkwasserleitung am besten eignen.

In jeder Wohnung gutaussehend – Duschkopf aus Edelstahl am Ende der Trinkwasserleitung.

Am Ende jeder Trinkwasserleitung sind Armaturen angebracht, aus denen Sie Ihr Wasser erhalten. Diese bestehen aus ähnlichen Werkstoffen wie die Leitung selbst, da die notwendigen Eigenschaften ähnlich sind. Eine Chromschicht schützt die Armaturen vor äußeren Einflüssen. Hierzu werden die Bauteile in Chromsäure getaucht. So werden Ihre Armaturen widerstandsfähiger.

MaterialInformationen
MessingMessing ist ein verhältnismäßig günstiges Material. Es ist unempfindlich und pflegeleicht. Bei einer Trinkwasserleitung aus Kupfer bestehen die Verbindungsteile ebenfalls aus Messing. Daher bietet es sich hier an. Allerdings ist Messing schwerer als anderes Material.

 

EdelstahlEdelstahl ist pflegeleicht und korrosionsbeständig. Aufgrund der hygienischen Oberflächen ist es sowohl für Ihre Trinkwasserleitung als auch für die Armaturen geeignet. Allerdings ist das Material eher hochpreisig.

 

KunststoffKunststoff ist leicht und in der Anschaffung günstig. Bei Kunststoffarmaturen ist die Farbe der Armaturen anpassbar.  Allerdings ist die Lebensdauer im Vergleich zu Metall sehr kurz.

 

17. Chemische Begriffe und Vorgänge

Die verschiedenen Werkstoffe reagieren bei Wasserdurchlauf unterschiedlich. Diese chemischen Vorgänge anhand der Begriffe nachzuvollziehen, ist nicht immer einfach. Sobald Ihre Trinkwasserleitung ihren Dienst aufnimmt, sind folgende Reaktionen mit Stoffen der Umgebung möglich. Bei der Verwendung einer Trinkwasserleitung aus Kunststoff kommt es nach Inbetriebnahme zudem teilweise zu Bakterienbildung.

VorgangInformationen
DiffusionDer Begriff Diffusion leitet sich aus dem lateinischen diffundere ab. Übersetzt bedeutet es so viel wie ausgießen oder verschütten. Gemeint ist die Durchmischung zweier Stoffe. Die Gefahr der Diffusion beim Bau einer Trinkwasserleitung entsteht bei Kunststoffrohren.
KorrosionMit der Zeit reagieren Stoffe mit den Stoffen in ihrer unmittelbaren Umgebung. Eine Folge davon ist zum Beispiel die Bildung von Rost bei Metallen. Der Begriff corrodere bedeutet übrigens zersetzen.
OxidbildungDie Bildung einer Oxidschicht in den Rohren einer Trinkwasserleitung ist ein gewünschter Effekt. Bei Edelstahlrohren verhindert diese auf Dauer Korrosion. Der im Wasser enthaltene Sauerstoff nimmt Elektronen des Metalls auf. Ist ein Metall an der Oxidbildung beteiligt, entstehen Metalloxide.

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