Treppen – Höhenüberwindung mit Stil

Treppen – Höhenüberwindung mit Stil

Treppen verbinden nicht nur Etagen, sondern beeindrucken auch als dekoratives Gestaltungselement.

Je nach Materialauswahl können neben Fertigtreppen auch individuelle Designer-Schmuckstücke angefertigt werden. Dies erfolgt passend zur Inneneinrichtung Ihres Hauses oder im Treppenhaus. Blickfang garantiert!

1. Arten und Formen von Treppen

Die Konstruktion und Bauform Ihrer Treppe ist abhängig von den baulichen Gegebenheiten vor Ort. Dazu zählen die Statik des Hauses, der vorhandene Platz und der zu überwindende Höhenunterschied. Die wichtigste Rolle bei der Wahl der Treppe spielen zudem natürlich Ihre persönlichen Wünsche.

Je nach Situation kann zwischen verschiedenen Treppenformen und Treppenarten unterschieden werden.

Tipp zum Bau erklärt Ihnen die Vorteile einer geschlossenen Treppe.

Geschlossene Treppen eignen sich für das Treppenhaus.

Offene und geschlossene Treppen

Eine geschlossene Treppe verfügt über Stell- und Setzstufen zwischen den einzelnen Treppenstufen. Die Zwischenräume zwischen den Stufen sind verschlossen. Daher kann nichts durch die Stufen rutschen. Zudem ist der freie Raum unterhalb dieser Treppenkonstruktion als zusätzlicher Stauraum nutzbar.

Bei offenen Treppen hingegen befinden sich keine Setzstufen sondern Hohlräume. Durch diese Weitläufigkeit wirken die Treppen erhaben und verleihen jedem Raum optisch mehr Größe.

Gerade Treppe

Eine gerade Treppe ist der Klassiker unter den Wohnhaustreppen. Sie verfügt über eine gleichmäßige Auftrittsbreite der einzelnen Treppenstufen. Somit ist die gerade Treppe bequem zu begehen.

Bei Tipp zum Bau erfahren Sie warum sich eine Podesttreppe bei hoher Steigung lohnt.

Die Podesttreppe eignet sich bei einer hohen Steigung.

Podesttreppe

Die Konstruktion einer Podesttreppe wird bei einer höheren Steigung empfohlen. Das eingebaute Podest als Ruhezone erhöht den Komfort beim Treppensteigen. Zudem wird der Aufstieg in mehrere Abschnitte unterteilt. Besonders für ein großzügig geschnittenes Treppenhaus und Wohnräume ist diese Treppenform geeignet.

Im Treppenhaus wird nach spätestens 18 Stufen die Treppe mit einem Podest unterbrochen. Da sich in Mehrfamilienhäusern auf diesen Podesten die Laufrichtung ändert, sind diese breit.

Gewendelte Treppe

Soll Ihre gewünschte Treppe kein Podest enthalten, aber dennoch zu gewissem Grad die Richtung ändern? Die Lösung ist der Einbau sogenannter gewendelten Treppen. Bei viertelgewendelten bzw. zweiviertel-/halbgewendelten Treppen sind An- und Austritt der Treppe um 90° bzw. 180° versetzt. Dadurch wird die Gesamtlänge der Treppenkonstruktion verkürzt und die Treppenstufen verzogen. Aufgrund dessen sind die Stufen an der Wandseite deutlich breiter als an der Raumseite. Eine gewendelte Treppe eignet sich ideal für ein rechteckiges Treppenhaus.

Tipp zum Bau erklärt Ihnen alles über die verschiedenen Treppenarten.

Mit einer Wendeltreppe sparen Sie Platz.

Wendel- und Spindeltreppe

Die Wendeltreppe als auch die Spindeltreppe hingegen sind das Platzsparwunder unter den Treppenkonstruktionen. Der Unterschied beider Treppenarten ist jeweils ein offenes oder geschlossenes Treppenauge. Dies ist die lichte Öffnung im Treppenhaus durch die man den gesamten Treppenlauf verfolgen kann.

Bogentreppe

Bogentreppen setzen durch ihre besondere Form großes Fachwissen und handwerkliches Geschick voraus. Die Formen variieren zwischen einer engen U-Gestaltung bis hin zu einer elliptischen Treppenform oder Brückenkonstruktion. Des Weiteren lässt sich zwischen klassisch symmetrischen Bauweisen oder verspielt verlaufenden Bögen differenzieren. Diese können sowohl eng als auch weit geschweift sein.

Weit geschweifte Bogentreppen wirken sich jedoch sehr auf die Raumweite aus. Dementsprechend sollte in Ihrem Wohnraum genügend Platz vorhanden sein, damit die Treppe nicht einengend wirkt. Um dem entgegen zu wirken, können Sie sich hier auch für eine freitagende Treppenvariante entscheiden. Diese verleiht optisch mehr Größe und Transparenz. Die individuelle Formenvielfalt zeigt auf, welche architektonischen und einzigartigen Kunstwerke der Treppenbau hervorbringen kann.

Polygonaltreppen

Eine nicht durch Radien, sondern durch winkelige Abzweige hergestellte Wendung, ist charakteristisch für Polygonaltreppen. Besonders hervorstechend ist hier der große offene Bereich in der Mitte der Treppe – das Auge. Hier lässt sich zum Beispiel ein Aufzug zur barrierefreien Höhenbewältigung anbringen.

Egal ob Raumteiler oder Raumverbinder, jede Treppenart und -form lässt sich individuell an Ihr Zuhause anpassen. Dadurch wird sie zum optischen Blickfänger in Ihrem Haus oder Wohnung.

2. Vergleichende Darstellung unterschiedlicher Treppenmaterialien

Früher wurden Treppenkonstruktionen ausschließlich aus Holz und Stein angefertigt. Durch neuere Technologie besteht heute die Möglichkeit mit weitaus mehr Materialien zu arbeiten.

Tipp zum Bau erklärt Ihnen die Unterschiede und Vorteile der verschiedenen Materialien für Treppen.

Holz ist das beliebteste Material für Treppen.

Allerdings sollten Sie bei der Auswahl des Treppenmaterials verschiedene Kriterien beachten:

  • die Kosten.
  • die Stabilität.
  • die Trittsicherheit.
  • der Umweltfaktor.
  • die Wartung.
  • potenzielle Vor- und Nachteile.

Einen Anhaltspunkt, um die Materialauswahl zu erleichtern, bietet die nachfolgende Tabelle:

 KostenStabilitätTrittsicherheitUmweltfaktorWartung
AluminiumAb 3.000 €Extrem belastbar und stabilNicht rutschsicherVollständig recycelbar, Herstellungsprozess auf unterschiedliche Weise umweltschädlichÄußerst pflegeleicht, nur geringer Wartungsaufwand (eloxieren oder einbrennlackieren)
BetonFertigteiltreppen: 1.500 - 2.000 € und aufwärts + Treppenbelag und Geländer
-> ab 5.000 €
Spezialbetonmischung mit Zusatzstoffen (Faserstoffe) sorgen für hohe StabilitätNicht rutschsicherHoher Energieverbrauch bei Zement-Herstellung, hohe CO₂-EmissionenWartungsfrei, muss (je nach Belag) nie saniert werden
Carbon (kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff)Aufwendige Produktion, daher hohe KostenSehr stabilNicht rutschsicherUmweltentlastendPflegeintensiv, mit Wachs versiegeln
GlasRelativ kostspielig, ab 5.000 €Stabil, es gibt jedoch stabilere MaterialienNicht rutschsicherUmweltfreundlichLeichte Reinigung
Holz4.000 - 15.000 €Stabil, es gibt jedoch stabilere MaterialienNicht rutschsicher, vor allem durch AbnutzungUmweltfreundlich: nachwachsender Rohstoff -> auf nachhaltigen Anbau und entsprechende Zertifizierungen (z.B. PEFC® oder FSC®) achtenHolz ist veredelt und dadurch widerstandsfähiger, nach wenigen Jahren Überarbeitung nötig, Oberflächenbehandlungen: Lack/Öl, auffrischen, aufdoppeln, nachschleifen, neu versiegeln, wachsen
HPL (High Pressure Laminate)Rationell und preisgünstig herzustellenSehr stabilOberfläche schlagfest und porenlosUmweltneutral, frei von Emissionen, kann thermisch verwertet werdenMuss nicht lackiert werden
Metall3.000 - 6.000 €Äußerst stabil und langlebigWeniger rutschig und mehr Trittsicherheit durch gelochte Bleche/GitterroststufenUmweltfreundlich, können komplett recycelt werdenPflegeleicht: muss noch nicht mal einmal jährlich versiegelt oder lackiert werden
StahlAb 3.000 €Robust, äußerst stabil (daher auch sehr schlanke Konstruktionen möglich)Nicht rutschsicherUmweltfreundlich, recyclingfähigReinigen, abschleifen, grundieren, lackieren
Stein3.000 - 10.000 €Sehr stabilNicht rutschsicherUmweltfreundlich, genügend Ressourcen vorhandenPflegeintensiv, Entstehen von Flecken -> Oberflächenbehandlungen (bei Steinmetzmeister informieren)

Das mit Abstand beliebteste Material für Treppen ist der nachwachsende Rohstoff Holz. Durch die unterschiedlichen Maserungen und Farben wird Ihre Holztreppe zu einem individuellen Designelement. Folgende Übersicht liefert Ihnen eine Beschreibung der am häufigsten verwendeten Hart- und Weichholzarten.

AluminiumCharakteristiken:

• Kategorie Metalltreppen.

• leicht, weich und robust, oft für industrielle und handwerkliche Nutzung.

• Vorteile: Flexibilität (unterschiedliche Formen, leichte Anpassung an Umgebung), Vielseitigkeit (Innen-und Außenbereich).

• Nachteile: mangelnde Trittsicherheit.
BetonCharakteristiken:

• oft nur als Kellertreppe oder im Treppenhaus von Mehrfamilienhäusern eingesetzt.

• Vorteile: Stabilität, Flexibilität (Elementtreppen, Blockstufentreppe, Balkentreppe, Trag- und Lastbolzentreppe), Feuerfestigkeit (auch durch Löschwasser keine Schäden), Vielseitigkeit (Innen- und Außenbereich), Langlebigkeit.

• durch unterschiedliche Beläge optisch sehr variabel.

• für Verkleidung können Holz, Keramikfließen oder Natursteinplatten verwendet werden.

• Nachteile: hohes Gewicht (Statik muss vor dem Einbau geprüft werden), Design (keine filigranen Treppen gestaltbar).
• langsame Feuchtigkeitsabgabe, schlechte Dampfdiffusion  Treppe wird feucht, Raumklima aber nicht reguliert.
Carbon (kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff)Charakteristiken:

• Sonderform der Kragarmtreppe mit Trittstufen aus Carbon.

• Voraussetzung ist eine eingespannte Betonwand zur Befestigung.

• Vorteile: ultraleicht und dennoch fest, elegant, Optik: schwebt nahezu im Raum, „Material der Zukunft“, luxuriöses Design, Hightech.

• Nachteile: Hoher Herstellungs- und Bearbeitungsaufwand.
GlasCharakteristiken:

• Designerstücke, i.d.R. aus Plexiglas und oft durch integrierte Beleuchtung versehen.

• werden oft mit anderem Material kombiniert.

• Vorteile: Design (lassen Räume größer erschienen, optische Leichtigkeit), Transparenz (sorgen für mehr Helligkeit).

• Nachteile: Kosten (hochpreisig), Anfälligkeit (verkratzen schnell, werden matt).

• am Geländer schön – als Trittstufen eher ungeeignet -> Menschen brauchen Kontraste, um einzelne Stufen wahrzunehmen (mögliche Gefahren für Kinder).

• Geräuschkulisse beim Gehen.
HolzCharakteristiken:

• häufigste Treppenart.

• Materialwahl von großer Bedeutung: Erscheinungsbild durch Holzsorte, Geländer und Oberflächenbehandlung geprägt.

• Vorteile: Optik (natürliche Ausstrahlung/Wohngefühl), Flexibilität (große Variationsbreite bei Formengebung: gewendelt, gerade, aufgesattelt, eingestemmt).

• Haltbarkeit: Massivholz ist sehr langlebig, hoher Komfort: Schritte werden abgefedert, ideal für barfuß-Läufer, Geräuschdämpfend.

• Nachteile: mangelnde Feuerbeständigkeit: mögliche Gefahrenquelle, hoher Pflegeaufwand: Kratzer sieht man sofort, nach wenigen Jahren Überarbeitung nötig.

• empfindlich gegenüber Schädlingen und Wasser, dunkelt nach oder bleicht aus, Struktur kann sich verändern.

• Kernholz kann von holzzerstörenden Pilzen befallen werden (siehe: DIN EN 350-2).
HPL (High Pressure Laminate)Charakteristiken:

• Neues High-Tech Material für die seitlichen Wangen, besteht aus 60% Papier (natürlicher Zellulose) und 40% Harzen.

• als Ergänzung oder in Kombination mit natürlichen Hölzern.

• Vorteile: Oberflächen-Dekor (schlagfest und benötigt keine Lackierung, jedoch bis zu zwanzig Mal härter als konventioneller Treppenlack), äußerst hohe Belastbarkeit, geringes Eigengewicht (keine verstärkten Deckenkonstruktionen oder Gebäudestatik nötig), Langlebigkeit.

• einfache Montage, witterungsbeständig, formstabil, homogen, gute Temperatur- und Lichtbeständigkeit, robust, porenlos, wenig Schall.

• Nachteile: durch beschädigte Oberflächen kann Feuchtigkeit eindringen und das Material uneben machen.

• Flecken sollten sofort gereinigt werden, da sich diese durch Sonneneinstrahlung sonst ins Material einbrennen.
MetallCharakteristiken:

• Vorteile: Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, sehr flexibel, mit vielen Materialien kombinierbar -> außergewöhnliche Optik.

• sehr robust, elegant, modern.

• unkomplizierter Einbau.

• Nachteile: kühle Atmosphäre, laute Akustik, kann im Laufe der Zeit korrodieren.
StahlCharakteristiken:

• Vorteile: sehr langlebig, kostengünstig, einfache Montage.

• Elegant, mit unterschiedlichen Material kombinierbar, optisch an jede Umgebung anpassbar (sowohl Innen als auch Außen), z.B. Flachstahlwangentreppe, Holmtreppen, Wendeltreppen.

• Flexibilität: unterschiedliche Konstruktionen möglich, Feuerfestigkeit: daher auch für Fluchttreppen geeignet (bestimmte Schutzanstriche).

• Nachteile: laute Akustik -> Schallschutzmaßnahmen erforderlich, Rutschgefahr.
SteinCharakteristiken:

• reine Steintreppe heute eher selten -> eher in Kombination mit anderen Materialien.

• Vorteile: Widerstandsfähig und unempfindlich (z.B. Marmor, Granit, Basalt, Schiefer, Sandstein, Betonwerkstein).

• bei reiner Steintreppe werden Treppen massiv gemauert -> geringe Verarbeitung, (allerdings oft im Außenbereich).

• Design (individuelle Einzelstücke, optimale Anpassung auf Optik des Hauses), Schalldämmung, Feuerfestigkeit, Wärmespeicherkapazität (-> sehr energieeffizient).

• Nachteile: hohes Gewicht -> nicht in jedem Haushalt einbaubar, Gebäudestatik beachten.

• sehr hochpreisig.

• je nach Steinart sehr anfällig und pflegeintensiv.

Die Beläge Ihrer Treppen können aus den unterschiedlichsten Materialien angefertigt werden. Neben Textil, Laminat, Leder oder PVC kommen auch Fließen oder Holz oft zum Einsatz. Dasselbe gilt auch für Ihre Treppengeländer. Dadurch können Sie beim Treppenbau Ihre individuellen Wünsche verwirklichen und Ihr persönliches Wohnelement kreieren.

3. Voraussetzung für den Einbau einer Treppe

Bevor Sie eine Treppe einbauen können, müssen Sie einige Faktoren berücksichtigen. Je nach Treppenmaterial muss auf die Statik des Hauses geachtet werden. Stein- oder Betontreppen belasten durch ihr hohes Gewicht viel mehr das gesamte Gebäude als z. B. eine leichte Aluminiumtreppe.

Ein weiterer Faktor ist die baurechtliche Vorschrift DIN-Norm 18065.

Sie betrifft insbesondere die Steigung der Treppe, sowie die Laufbreite und den Auftritt. Zudem unterliegen auch die Ausgestaltung der Treppengeländer und die Podeste festgelegten Vorschriften.

Die Treppenbreite hängt ganz von ihrem Verwendungszweck ab. Die Haupttreppe Ihres Hauses muss mindestens 80 cm Breite aufweisen. Nebentreppen können hingegen schmaler sein. Treppen eines Unternehmens sowie Fluchtwegtreppen sind zudem immer breiter als in privaten Häusern.

In Mehrfamilienhäuseren mit Treppenhaus sind die Stufen breiter als in einem Einfamilienhaus. So sind die Stufen im Treppenhaus generell 1 m breit. Im Hochhaus ist die Mindestbreite sogar 1,25 m. Zudem ist es nicht erlaubt, dass die Treppe im Treppenhaus gewendelt ist.

Die Stufentiefe wird vom Fachmann festgesetzt. Sie ergibt sich aus der Berechnung der Treppenformel: sie setzt die Stufenhöhe und -tiefe in ein definiertes Verhältnis. Ausnahmen bilden jedoch die Wendel- und Spindeltreppen. Hier muss die vorgeschriebene Stufentiefe lediglich in der Laufzone eingehalten werden.

Ab einer gewissen Treppenlänge ist es zudem Vorschrift, ein Treppenpodest einzufügen. Dies hat eine bestimmte Tiefe aufzuweisen und muss einen durchgeführten Handlauf aufweisen.

In Mehrfamilienhäuser gibt es diesbezüglich mehr Vorgaben als in privaten Räumen. Trotzdem sollte auch hier die DIN eingehalten werden.

Generell gilt, dass alle Treppenvorschriften in allen Bundesländern größtenteils gleich sind. Lediglich bei Grenzwerten, wie z.B. Brüstung oder Geländer, können einzelne Regelungen variieren. Informieren Sie sich bitte während dem Planen Ihrer Treppe über mögliche Vorschriften.  Sprechen Sie auch mit Ihrem Treppenfachmann vor Ort darüber.

4. Die Kosten von Treppen

Bei Tipp zum Bau erfahren Sie welche Kosten Sie für Treppen einplanen müssen.

Die kostengünstigste Variante sind Fertigtreppen.

Fertigtreppen sind kostengünstiger als individuell angefertigte Orttreppen. Zudem gilt: Mit dem Einbau von mehr Gestaltungselementen und aufwändigeren Konstruktionen steigt der Preis.

Für die klassische gerade Treppe gibt es bereits Modelle ab 600 €. Der Kaufpreis einer Bogen- oder Polygonaltreppe kann bis zu 15.000 € betragen. Je nach Material zeigen sich hier weitere Differenzen.


Bei Ihrer Kosten-Planung sollten Sie immer beachten:

  • das Material (Link WP: siehe dazu Materialübersicht).
  • Wartung (je nach Material und Abnutzung).
  • die Treppenlänge.
  • die unterschiedlichen Treppenformen.
  • der Treppenbelag.
  • das Treppengeländer.

Dazu kommen noch die Montagekosten, da Eigenleistungen in diesem Gebiet selten möglich sind. Bei einfach aufzubauenden Treppen, wie z.B. Wangentreppen, müssen Sie für den Einbau mit 1.500-2.000 € rechnen. Für aufwendigere Konstruktionen, wie z.B. freitragende Treppen, werden 3.000-5.000 € für den Einbau veranschlagt.

5. Was Sie bei Treppen beachten müssen

Die Vielfalt an individuellen Designs und Materialien erlaubt eine ideale Anpassung an Ihre Inneneinrichtung. Egal ob als Raumverbinder oder Raumteiler: Der Bereich unterhalb Ihrer Treppe kann als zusätzliche Nutzfläche und Stauraum dienen. Durch den Einbau von Schränken oder Schubladen bei geschlossenen Treppen können Sie auch beengte Räume platzsparend einrichten. Offene Treppen hingegen sorgen durch das Fehlen von Setzstufen für mehr Raumgefühl im Haus. In jedem Fall bleibt Ihre Treppe der Blickfang in Ihrem Haus.

Neben diesen positiven Eigenschaften ist jedoch zu vermerken, dass eine Treppe an sich nicht barrierefrei ist. Daher ist sie auch für Rollstühle oder Kinderwägen nicht befahrbar. Bei kleineren Treppen kann hier jedoch mit einer Rampe entgegengewirkt werden.Größere Treppenkonstruktionen werden hierfür mit einem Treppenlift oder Aufzug ausgestattet.

Beachten Sie hierbei, dass es im Treppenhaus von Mehrfamilienhäusern Vorschriften gibt. Nach Einbau des Treppenlifts hat die Breite der Treppe noch 1 m zu betragen. Planen Sie deswegen für die Treppe im Treppenhaus 1,20 m breite Stufen ein.

Zudem besteht eine erhöhte Unfallgefahr vor allem bei offenen Treppen. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen verringern jedoch das Unfallrisiko. Dazu zählen z.B. Gitter am Treppenabsatz, trittsichere Treppenbeläge oder griffige Geländer. Je nach Material ist eine Treppe auch vor Brandfällen nicht geschützt, da vor allem Holztreppen leicht entzündlich sind. Je nach Bedarf kann jedoch auf feuerfestes und strapazierfähiges Material zurückgegriffen werden.

Bei offenen Treppen kann sich im gesamten Haus die Luft freier bewegen. Dies sorgt für vermehrte Staubansammlung und Wärmeverluste.

6. Brandschutz im Treppenhaus

Das Treppenhaus ist als Fluchtweg sehr wichtig. Deswegen ist eine korrekte Nutzung dieses Raumes unabdingbar.

Was darf alles im Treppenhaus abgestellt werden? Erlaubt sind das Abstellen von Rollatoren, Rollstühlen und Kinderwägen. Dies gilt nur, wenn sie den Fluchtweg über die Treppe nicht blockieren. Deswegen gibt es in schmalen Treppenhäusern auch hier Einschränkungen.

Es gibt auch Gegenstände, die nicht in das Treppenhaus gehören. Hierzu zählen unter anderem Fahrräder, Roller, Schuhschränke und Regenschirme. Bewohner des Gebäudes bewahren diese in ihrer Wohnung oder ausgewiesenen Räumen auf.

Zur Weihnachtszeit wirkt das Treppenhaus mit Beleuchtung einladend. Leider kommen elektrische Lichterketten oder beleuchtete Kränze oft aus Fernost. Hier ist nicht sicher, ob das CE-Kennzeichen gefälscht ist. Viele Weihnachtsbrände werden durch solche Schmuckstücke ausgelöst. Aus diesem Grund sind sie nicht im Treppenhaus aufzubewahren. Auch brennende Kerzen auf dem Adventskranz sind im Treppenhaus gefährlich.

7. Fachpartner finden

Sie planen den Einbau einer Treppe und benötigen fachmännischen Rat vor Ort?

Ihr Treppen-Spezialist in Ihrer Nähe hilft Ihnen gerne.

8.    Das Treppengelände

Tipp zum Bau erklärt Ihnen welche Höhe das Gelände einer Treppe haben muss.

Ein Handlauf bringt viel Sicherheit.

Für eine sichere Treppe ist das Treppengelände das A und O. Die DIN 18065 legt fest, dass es auf mindestens einer Seite einen Handlauf gibt. Dieser hat eine Höhe von 80-115 cm. Dies gilt für Treppen im Wohnbereich und im Treppenhaus. Der Seitenabstand zur Wand beträgt mindestens 5 cm. Laufunterbrechungen bis zu 20 cm sind erlaubt.

Allerdings legt die DIN 18065 nur die Mindestanforderungen fest. Wenn Sie Ihre Treppe weiter optimieren, ist die Sicherheit noch höher. Daher bringen Sie griffige Handgriffe am besten beidseitig an. Zwischen den Geländestäben ist ein maximaler Abstand von 12 cm. Somit ist die Treppe kindersicher gebaut.

Die Halterungen der Handgriffe bringen Sie unten an. Somit sind diese nicht im Weg. Der Handlauf erleichtert den Auf- und Abstieg der Treppe. Deswegen ragt dieser 30 cm über die erste und letzte Stufe heraus. Dort ist der Handlauf gut abgesichert und gut sichtbar.

9.  Die richtige Beleuchtung für die Treppe und das Treppenhaus

Bevor Sie Ihre Beleuchtung anbringen, platzieren Sie Lichtschalter an den Anfang und das Ende der Treppe. Bringen Sie diese so an, dass die Schalter im Dunkeln leicht auffindbar sind.

Die Leuchten sitzen parallel zum Treppenverlauf. Sie leuchten vom oberen Treppensatz zum unteren. Dabei ist die Beleuchtung so angebracht, dass kurze, weiche Schatten entstehen. Dadurch trennen sich die Stufen deutlich voneinander ab. Hierzu bringen Sie die Beleuchtung gleichmäßig an. Achten Sie darauf, dass das Licht nicht blendet.

Mit Stufenleuchten gestalten Sie Ihre Treppe nach Ihrem eigenen Stil. Diese sind knapp über den Stufen angebracht und leuchten diese an. Dabei stehen Ihnen mehrere Optionen zur Wahl: Jede Stufe wird einzeln beleuchtet oder eine Leuchte erhellt mehrere Stufen. Eine weitere Option ist ein Leuchtstreifen am Handgeländer. Somit hebt sich dieses von der Wand ab und ist leicht auffindbar.

10.    Treppenhaus gestalten

Wie Sie Ihr Treppenhaus mit Farbe einladend gestalten, erfahren Sie auf Tipp zum Bau.

Mit der richtigen Farbe lassen Sie Ihr Treppenhaus erstrahlen.

Mit wenigen Handgriffen gestalten Sie Ihr Treppenhaus einladend. Verwenden Sie in einem dunklen Treppenhaus gelb und in einem Treppenhaus orange für die Wand. Somit wirkt der Raum warm. Die Wand ist interessanter, wenn Sie diese mit einem Wandtattoo oder Bildern schmücken. Achten Sie bei Bildern auf eine sichere Anbringung. Ansonsten fegt der nächste Windstoß diese weg.

Bei der Beleuchtung wirkt warmes Licht einladend. Mit der Hilfe von Papierschirmen in warmen Farben wirkt das Licht noch schöner. Hierzu eignen sich die Farben gelb, grün und orange.

Wenn es der Platz zulässt bringen Blumen und Bäume Leben in das Treppenhaus. Ein Teppich auf den Trittstufen und ein weicher Handlaufbezug machen den Raum noch gemütlicher. Diese sind bei der Pflege aber aufwändig.

Unser Tipp für Sie: Für ein harmonisches Bild, ist es wichtig, dass die Gestaltung des Treppenhauses gut zum Gebäude passt.

Das Treppenhaus in einem Mehrfamilienhaus repräsentiert alle Einheiten. Hier ist eine schlichte und hochwertige Gestaltung die richtige Wahl. Trotzdem bietet sich auch eine individuelle Gestaltung pro Etage an. Streichen Sie zum Beispiel jede Etage in einer anderen Farbe.

11.    Familienfreundliche Treppen

Wenn Kinder im Treppenhaus hoch und runter rennen, treffen Sie im Voraus Sicherheitsvorkehrungen. Zum Schutz von Kleinkindern ist eine Kinderschutztür Pflicht. Diese verhindert, dass Ihr Kind die Treppe herunterfällt. Bei offenen Stufen mit einem Stufenabstand von mehr als 12 cm sind Kindersicherungsleisten ratsam. Generell gilt, dass geschlossene Treppen mit Setzstufen ungefährlicher sind.

Holztreppen sind für Familien sehr gut geeignet. Denn diese stehen für Wohngesundheit und Wärme. Wählen Sie hartes Holz. Dieses ist sehr langlebig.

Installieren Sie zusätzlich zum regulären Handlauf auch eins für Kinder. Dieses bringen Sie niedriger an. Somit kann sich Ihr Kind selbst gut festhalten. Außerdem hat es einen geringeren Durchmesser. Dadurch eignet es sich für kleine Hände.

Kinder lieben es an allem herum zu turnen. Treppen sind da leider keine Ausnahme. Verzichten Sie auf vertikale Strebungen und horizontale Sprossen. Diese verleiten Kinder leicht zum Klettern.

12.    Treppen fürs Alter

Falls Sie Ihre Treppe für das Alter planen, finden Sie hier Inspirationen:

Sie planen einen privaten Personenlift im Treppenhaus? Dann bedenken Sie das in Ihrem ersten Entwurf. Denn für diesen Bereich können Sie die Fußbodenheizung aussparen. Am besten passt ein Personenlift in der Diele oder im Flur. Davor nutzen Sie den eingeplanten Platz für den Lift als Abstellkammer. Ein privater Personenlift kostet ungefähr 20.000 EUR.

Alternativ lassen sich Treppen mit einem Treppenlift ausrüsten. Vorausgesetzt es handelt sich nicht um eine Spar- oder Steiltreppe. Die Treppe benötigt ein stabiles Gelände und eine mindestens 100 cm nutzbare Laufweite. Je nachdem um was für eine Treppe es sich handelt, unterscheiden sich die Kosten. Die Installation eines Treppenlifts kostet bei einer geraden Treppe ungefähr 3.000 EUR. Doch bei einer gewendelten Treppe belaufen sich die Kosten auf circa 6.000 EUR. Zudem fallen Montagekosten an.

13.    Treppenunfälle verhindern

Die Bauweise Ihrer Treppe hat einen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls. Zum Beispiel sind gewendelte und geradläufige Treppen am sichersten. Wenn Sie kein Podest einbauen, sinkt die Unfallgefahr zusätzlich.

Vermeiden Sie Stolpern, indem Sie auf Kanten und Überstande verzichten. Rutschhemmende Matten erlauben auch in Socken ein sicheres Nutzen der Treppe. Zudem geben zwei Handläufe mehr Sicherheit.

Wenn Sie Ihre Treppe pflegen, nutzen Sie das richtige Reinigungsverfahren und geeignetes Pflegemittel. Ansonsten verwandelt sich Ihre sichere Treppe in eine unfreiwillige Rutsche. Deswegen lesen Sie sich die Pflegeanleitung des Herstellers durch.

14.    Steigung von Treppen

Eine Treppe ist nicht gleich eine Treppe. Je nachdem wo sie verbaut ist, hat sie eine andere Steigung. Hier zeigen wir Ihnen welche Steigung für Ihre Treppe die Richtige ist.

SteigungTreppenart
bis 5°Rampen und Auffahrten
5-20°Freitreppen
20-30°Öffentliche Treppen
30-41°Wohnungs- und Wohnhaustreppen
bis 45°Keller- und Bodentreppen
bis 75°Steiltreppen
75-90°Leiter

15.    Außentreppen

Für Außentreppen eignen sich Naturmaterialen am besten. Aber auch Stahl wird immer beliebter. Nichtsdestotrotz ist der Schutz vor Witterung bei der Treppe am wichtigsten. Stufen, die bei Nässe rutschig werden, sind sehr gefährlich für den Nutzer.

Des Weiteren ist das Design der Stufen zu beachten. Offene Bauweisen ohne Setzstufen oder Trittstufen aus Rosten führen zu Angst. Genauso führen glänzende Beläge zur Assoziation mit Glätte. Deswegen vermeiden Sie dies am besten.

Metalltreppen schützen Sie mit regelmäßigem Anstrich vor Rost. Ebenso pflegen Sie das harte, witterungsbeständige Holz der Stufen mit Imprägnierung. Dazu kommen regelmäßige Anstriche.

16.    Holzarten für Ihre Treppe

Wer sich für eine Holztreppe entscheidet, entscheidet sich zusätzlich für Wärme und Gesundheit. Doch bedenken Sie bei der Wahl des Holzes, dass es sich um ein Naturprodukt handelt. Somit ändert es sich mit der Zeit.

Die Sonne führt dazu, dass sich die Farbe des Holzes verändert. Durch die Strahlen wird das Holz entweder heller oder dunkler. Ist Ihre Treppe in einem Treppenhaus ohne Fenster, behält sie die natürliche Farbe bei.

Wenn Sie sich Holzarten anschauen, gibt es zwei Arten: Hartholz und Weichholz. Hartholz eignet sich für Treppen auf denen Schuhe getragen werden. Auch wenn Sie die Treppe nur in Socken begehen ist Hartholz eine gute Wahl. Denn mit der richtigen Pflege ist es jahrzehntelang haltbar. Weichholz hingegen eignet sich für Treppen, die nicht regelmäßig genutzt werden.

17.    Hilfe bei der Treppenwahl

Sie wissen nicht welche Treppe zu Ihnen passt?
Dann schauen Sie sich die folgenden Fragen an. Wenn Sie diese beantwortet haben, wird Ihnen die Wahl leichtfallen.

Ist Ihnen eine familienfreundliche Treppe wichtig?
Denn dann ist Sicherheit essenziell.

Sorgen Sie fürs Alter vor?
Überlegen Sie, ob Sie für einen Personenlift planen. Denn nicht jede Treppe ist für diese Erweiterung geeignet.

Wie groß ist Ihr Budget?
Je nachdem welche Treppenbauweise Sie wählen, fallen unterschiedliche Kosten an.

Wie viel Platz steht für Ihre Treppe zur Verfügung?
Nachfolgend ist der standardmäßige Platzbedarf je Bauweise ausgeführt:

  • Geradläufige Treppe: 11,5 qm.
  • Viertelgewendelte Treppe: 10 qm.
  • Halbgewendelte Treppe: 6 qm.
  • Bogentreppe: 7 qm (90 cm Breite Stufen).
  • Wendeltreppe: 8 qm.

18.    Typische Fehler bei der Planung der Treppe oder des Treppenhauses

Folgend finden Sie typische Fehler bei der Planung Ihrer Treppe:

Unterschiedliche Treppensteigung:
Wussten Sie, dass der Bewegungsvorgang beim Treppensteigen automatisch geschieht? Deswegen ist es wichtig, dass alle Treppenstufen immer die gleiche Höhe haben.

•Kein Platz für große Möbel im Treppenhaus:
Kein Freiraum bei halbgewendelten Treppen sind bei Ein- und Auszug ein Dorn im Auge. Denn dieser Freiraum wird benötigt, um große Möbelstücke zu transportieren. Somit führt dies zu unangenehmen Problemen wenn Ihr Schrank den Platz wechselt.

•Zu dünne Hauswände:
Ihre Treppe ist ein tragendes Bauteil. Dadurch trägt es Gewicht und hält Stöße aus. Hierzu wird die Treppe an einer Hauswand befestigt. Stellen Sie sicher, dass diese mindestens genauso stabil ist wie Ihre Treppe.

•Treppenhaus gegen Zugluft:
Geschlossene Türen im Treppenhaus schützen leider nicht vor Zugluft. Denn diese entsteht, wenn in beiden Stockwerken Fenster oder Türen geöffnet sind. Die kühle Luft sinkt ab und die warme Luft steigt. Deswegen entscheiden Sie sich nicht auf Grund von Zugluft für eine geschlossene Treppenkonstruktion.

•Falsch platzierte Lichtschalter:
Lichtschalter, die im Dunkeln nicht auffindbar sind, führen zu Unfällen. Eine blinde Suche führt schnell zu Stürzen.

19.    Treppen und Gewährleistungen

Vertrag, Hände, Unterschrift

Gewährleistungen beim Treppenkauf unterscheiden sich.

Für jede Treppe gilt, dass eine Nutzungssicherheit für 50 Jahre nachgewiesen ist. Nichtsdestotrotz ist die Garantie für diese nicht so lang. Die Länge Ihrer Garantie unterscheidet sich je nach Einbau.

•6 Monate Garantie: Diese Garantielänge gilt für Treppen im Selbstbausatz, die Sie selbst einbauen. Diese Treppen sind nach dem BGB bewegliche Produkte. Dementsprechend entspricht die Garantielänge die Dauer von beweglichen Produkten.

•2 Jahre Garantie: Diese Garantielänge gilt für Treppen, die der Hersteller einbaut. Zudem ist ein Bau- oder Werkvertrag nach Verdingungsleistung bei Bauleistungen abgeschlossen. Die Garantie gilt für die Treppe und die Befestigung. Falls im Garantiezeitraum etwas repariert wird, verlängert sich die Garantiezeit.

•5 Jahre Garantie: Diese Garantielänge gilt für Treppen, die der Hersteller einbaut. Hier wird kein Bau- oder Werkvertrag nach Verdingungsleistung bei Bauleistungen abgeschlossen. Somit gilt die Garantielänge, die durch das BGB vorgegeben ist. Wenn im Garantiezeitraum Reparaturen anfallen, wird die Garantiezeit nicht verlängert.

Wichtig: Wenn Sie an Ihrer Treppe rumwerkeln, verlieren Sie die Garantie.

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