Steildach

Steildach – eine vorteilhafte Dachkonstruktion für Ihr Haus

Steildächer sind eine geniale menschliche Erfindung und aus unserer heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Sie prägen das Erscheinungsbild von Kathedralen, Bürogebäuden sowie Wohn- und Fachwerkhäusern. Aus der historischen Forschung ist bekannt, dass selbst Steinzeitmenschen geneigte Dachflächen konstruierten.

Dazu verwendeten sie natürliche Stoffe wie Holz, Felle und Gräser. Die Besonderheit besteht darin, dass das Steildach nicht nur ästhetisch, sondern auch nützlich ist und verschiedene Funktionen erfüllt.

Im Vergleich zum Flachdach sind sie witterungsbeständiger und kostengünstiger. Die Dachkonstruktion eines Steildachs ermöglicht eine unkomplizierte Wohnraumerweiterung und bietet daher eine größere Flexibilität. Wenn Sie ein neues Dach benötigen, informieren Sie sich jetzt über das Steildach.

1. Steildach – Dach mit langer Tradition

Ein Schieferdach ist eine spezielle Dachart. Auf Tipp zum Bau, dem Bauportal, erfahren Sie alle über Steildächer.

Das Steildach aus Schiefer hat eine lange Tradition.


Das Steildach ist die älteste Dachform und wurde schon 12000 v. Chr. angefertigt. Im nord- und mitteleuropäischen Raum ist es die klassische Dachausrichtung. Steildächer verfügen über mindestens eine geneigte Dachfläche. Die Höhe des Neigungswinkels hängt immer von der Region und der Art des Steildachs ab. Grundsätzlich haben Steildächer einen Neigungswinkel von 22 bis 60 Grad.

Dächer mit bis zu 10 Grad Neigung werden Flachdächern zugeordnet. Dächer mit einer Neigung von zehn bis 22 Grad werden als flachgeneigte Dächer bezeichnet. Pultdächer mit einem Neigungswinkel um mehr als 7 Grad werden umgangssprachlich ebenfalls als Steildach bezeichnet.


2. Verschiedene Steildachtypen

Steildächer treten in unterschiedlichen Formen auf und unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Anzahl geneigter Dachflächen. Zu den bekanntesten Typen des Steildachs zählen:

Pultdach

Das Pultdach besteht aus einer geneigten Dachfläche, die eine geringe Neigung besitzt. Die untere Kante bildet die Dachtraufe, an der das gesammelte Regenwasser abfließt. Die obere Kante bildet den Dachfirst und ist die waagerechte obere Kante eines jeden Daches. Pultdächer werden über Erkern, Anbauten oder Seitenschiffen von Basiliken errichtet.

Satteldach

Das Satteldach ist das bekannteste Steildach und tritt speziell in kalten sowie gemäßigten Zonen auf. Es setzt sich aus zwei entgegengesetzt geneigten Dachflächen zusammen, die auf dem Dachfirst zusammentreffen. Diese Art tritt am häufigsten auf, da sie sich einfach konstruieren lässt. Die Dachflächen haben eine rechtwinklige Form. Je nach Region weisen sie unterschiedliche Neigungen auf.

Walmdach

Das Walmdach besteht bei einem rechteckigen Gebäude aus vier geneigten Dachflächen, die sich auf der Giebel- und Traufseite befinden. Durch die vier geneigten Dachflächen wird die Angriffsfläche für den Wind minimiert. Walmdächer werden auch als Zeltdächer bezeichnet, wenn sich die vier Flächen in einer Spitze berühren.

Mansarddach

Beim vierflächigen Mansarddach sind Dachflächen am unteren Bereich abgeknickt. Die unteren Dachflächen haben einen größeren Neigungswinkel. Dadurch wird zusätzlicher Wohnraum geschaffen. Das Mansarddach wurde aus steuerlichen Gründen konstruiert, da mehrere Wohngeschosse in einem Dach untergebracht werden konnten. Grundsätzlich können zwei oder vier Dachseiten abgeknickt sein. Das Mansardwalmdach mit vier abgeknickten Dachseiten zählt zu den Barockbauwerken.

3. Aufbau und Dämm-Möglichkeiten des Steildachs

Wissenswertes über den Aufbau eines Steildachs gibt es Bei Tipp zum Bau.

Hier sehen Sie Sie die Sparren eines Dachstuhls.

Ein Steildach besteht aus mehreren Komponenten. Diese heißen:

  • Dachstuhl.
  • Dacheindeckung.
  • Dachdämmung.
  • Entwässerung.
  • Dachschalung.

Der Dachstuhl ist das Traggerüst des gesamten Steildachs und wird generell aus Holz angefertigt. Aufgrund des geraden Wuchses und der Festigkeit eignen sich Fichte und Tanne für die Konstruktion. Damit Pilze und Insekten die Dachstuhlhölzer nicht befallen, werden diese imprägniert. Die DIN 68800 legt die Holzschutzmaßnahmen detailliert fest.

Bei der Dacheindeckung wird die äußere Schicht des Steildachs mit unterschiedlichen Materialien bekleidet.

Die Dachdämmung ist ein Teil der Wärmedämmung und trägt dazu bei, den Energieverbrauch eines Gebäudes zu senken. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, die sich hinsichtlich der Kosten, der Materialien sowie dem Anbringungsort unterscheiden:

  • Aufsparren-Dämmung.
  • Zwischensparren-Dämmung.
  • Untersparren-Dämmung.

Bei der Aufsparren-Dämmung wird das Dämm-Material oberhalb der Sparren angebracht. Der Vorteil der Aufsparren-Dämmung besteht darin, dass Wohnraumverluste vermieden werden.

Da die äußere Dämmung starken Temperaturschwankungen unterworfen ist, müssen Sparrenplatten dimensionsstabil sein. Dadurch sollen Risse innerhalb der Sparren vermieden werden. Geeignete Materialien sind Glaswolle, Steinwolle, Hartschaum- und Holzfaserplatten.

Bei der Zwischensparren-Dämmung wird das Dämm-Material zwischen die Sparren angebracht. Sie ist kostengünstig und bietet die Möglichkeit, Dämm-Material nachträglich anzubringen. Geeignete Materialen sind Klemmfilze, Rollen oder Matten.

Bei der Untersparren-Dämmung werden Dämmplatten unterhalb der Sparren befestigt. Da die Dämmung dick ist, verkleinert sich automatisch der Wohnraum. Wenn Sie sich für diese Variante entscheiden, müssen Sie diese mit anderen Dämm-Maßnahmen kombinieren. Empfohlene Materialien sind Glaswolle, Steinwolle und Hartschaum.

Die Dachentwässerung setzt sich aus Dachrinne und Regenfallrohr zusammen. Ihre Aufgabe besteht darin, das Regenwasser kontrolliert ablaufen zu lassen. Dachrinnen werden unterhalb der Traufkante angebracht. Beide Komponenten bestehen aus verschiedenen Materialen wie Edelstahl, Kupfer, Aluminium und Kunststoff.

Die Dachschalung besteht aus Holzbrettern und Spannplatten. Sie wird oberhalb der Sparren montiert und befindet sich unmittelbar unter der Dachhaut. Ihre Funktion besteht darin, zu einem besseren Wärme- und Windschutz beizutragen.

4. Materialien für die Dacheindeckung des Steildachs

Über die Möglichkeiten der Dacheindeckung informieren Sie sich bei Tipp zum Bau.

Dachziegel aus Ton werden häufig verwendet. Hier erfahren Sie alles über die verschiedenen Möglichkeiten der Dacheindeckung.

Für die Dacheindeckung Ihres Steildachs können Sie je nach Geschmack zwischen unterschiedlichen Materialien wählen. Alle Materialien weisen Vor- und Nachteile auf. Deshalb ist es wichtig, dass Sie schon im Voraus abwägen, welches Material für die Dacheindeckung in Frage kommt. Zu den Materialien, die Sie verwenden können, zählen:

  • Dachziegel aus Ton.
  • Dachsteine aus Beton.
  • Schiefer.
  • Metall.

Dachziegel aus Ton wurden schon in der Antike verwendet und zählen zu den klassischen Materialen der Dacheindeckung. Sie werden bei 900 bis 1200 °C im Ofen gebrannt und erhalten dadurch ihre rote Farbe. Neben roten Dachziegeln gibt es engobierte und glasierte Ziegel.

Bei engobierten Ziegeln wird vor dem Brennen die Ton-Mineral-Masse Engobe über den Ziegel gegossen. Sie verleiht dem Ziegel eine neue, matte und gleichmäßige Oberfläche. Glasierte Ziegel werden vor dem Brennen mit einer Glasur überzogen und erhalten dadurch eine neue Farbe.

Obwohl die Glasur vor Schmutzpartikeln schützt, treten bei glasierten Ziegeln Risse auf. Die Risse sind jedoch unbedenklich, da sie keine Auswirkungen auf die Funktion der Dachziegel haben.

Dachsteine aus Beton werden seit Mitte des 19. Jahrhunderts hergestellt. Sie bestehen aus Sand, Zement und Wasser. Durch die Beimischung mit Eisenoxiden erhalten Dachsteine ihre gewünschte Farbe. Danach werden sie bei 60°C getrocknet und einen Monat lang gelagert.

Schließlich beschmiert man die getrockneten Steine mit Acryldispersion, damit sie vor Schmutzpartikeln geschützt sind. Im Vergleich zu Dachziegeln ist die Produktion von Dachsteinen umweltfreundlicher und günstiger.

Bei Schiefer handelt es sich um ein Naturgestein, das im Bergwerk abgebaut wird und bei der Herstellung einen geringen Energieaufwand benötigt. Dacheindeckungen mit Schiefer sind aktuell im Trend, da das Material umweltfreundlich ist und eine Lebensdauer von 100 Jahren hat.

Metalldächer sind aktuell nicht mehr nur auf Industrie- und Wirtschaftsgebäuden, sondern auch auf Wohnhäusern sichtbar. Sie sind aus Metallplatten zusammengesetzt, die aus Eisen, Zink oder Kupfer bestehen. Metalldächer haben eine natürliche Schutzschicht, die als Patina bezeichnet wird. Sie sind pflegeleicht und benötigen wenig Wartung.

Aufgrund seiner Leichtigkeit trägt das Steildach aus Metall dazu bei, dass der Dachstuhl nicht komplett erneuert werden muss. Hinzu kommt, dass Metalle zu 100 % recycelbar sind und bei der Herstellung wenig CO2 emittiert wird.

5. Voraussetzungen für den Bau eines Steildachs

Die Bebauung eines Steildachs ist in Deutschland rechtlich geregelt. Ob die Bauerlaubnis für die Konstruktion eines Steildachs erteilt wird, hängt vom Bebauungsplan des jeweiligen Baugebiets ab. Deshalb ist es notwendig, dass Sie sich vor dem Bau eines neuen Hauses beim zuständigen Bauordnungsamt rechtzeitig über die zulässige Dachform informieren. Ob Solaranlagen auf Ihrem Steildach installiert werden können, hängt von drei Faktoren ab:

  • Dachstatik.
  • Art und Eindeckung des Steildachs.
  • Ausrichtung und Neigung der Solaranlage zur Sonne.

Die Statik Ihres Steildachs wird von einem Experten begutachtet. Dieser stellt fest, ob die Dachstatik in der Lage ist, das Gewicht einer Solaranlage zu tragen. Speziell bei Altbauten ist es empfehlenswert, den Zustand des Daches zu überprüfen. Da Solaranlagen für 20 Jahre angebracht werden, sind nachträgliche Renovierungen kostspielig.

Dacheindeckungen sind bei der Installation von Solaranlagen unproblematisch. Module und Kollektoren werden entweder auf oder unter der Dachhaut montiert. Im ersten Fall wird die Solaranlage auf die Dacheindeckung gesetzt und mit Halterungen fixiert. Im zweiten Fall wird die Dachhaut entfernt und Komponenten oberhalb des Dachstuhls installiert. Die zweite Alternative ist jedoch nur bei Photovoltaikanlagen möglich.

Grundsätzlich richten Sie Photovoltaik- und Solaranlagen nach Süden aus. Zu beachten gilt, dass Schattenwurf den Ertrag mindert. Falls der Neigungswinkel nicht optimal ist, können Sie diesen durch ein Solar-Nachführsystem ausgleichen.

Bevor Sie mit dem Bau eines Daches beginnen, sollten Sie über eine Blitzschutzversicherung nachdenken. Mit der Installation eines Blitzableiters werden nämlich wichtige Vorbeugemaßnahmen getroffen, um Brandgefahren zu minimieren.

Wenn zusätzlich Photovoltaik- und Solaranlagen auf den Dächern installiert werden, ist ein Blitzschutz besonders empfehlenswert. Grundsätzlich ist es ratsam, einen Fachbetrieb zu kontaktieren, der sich um die Installation kümmert.

6. Kosten für Ihr Steildach

Über Kosten für ein Steildachs informieren Sie sich bei Tipp zum Bau.

Die Kosten für ein Steildach hängen von verschiedenen Faktoren ab. Informieren Sie sich jetzt über anfallende Kosten.

Die Kosten für den Bau eines Steildachs variieren und hängen von mehreren Faktoren ab. Entscheidend für die Höhe der Kosten sind Fläche, Material- und Dachdeckerkosten sowie die Art der Dämmung. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren belaufen sich die Kosten für ein Steildach zwischen 120 – 450 € pro m².

In folgender Tabelle sehen sie anfallende Kosten für unterschiedliche Dacharten und Eindeckungen:

Einzelne FaktorenPreis pro m²
Unterschiedliche Typen60 - 130 €
Pultdach60 €
Satteldach60 €
Mansarddach90 €
Walmdach100 €
Eindeckungen20 - 90 €
Dachsteine20 €
Dachziegel30 €
Metalle35 - 40 €
Schiefer90 €

Laut einer im Jahre 2015 durchgeführten Studie der TU Wien sind Steildächer über einen längeren Zeitraum hinweg kostengünstiger als Flachdächer. Nach 50 Jahren belaufen sich die Instandhaltungskosten eines Steildachs bei 2120 € pro m². Im Vergleich dazu liegen die Wartungskosten eines Flachdachs bei 2537 € pro m².

7. Vor- und Nachteile des Steildachs

Steildächer eignen sich für die Installation von Photovoltaik-und Solaranlagen. Auf Tipp zum Bau erfahren Sie dazu alles Wissenswerte.

Erneuerbaren Energien können auf einem Steildach problemlos erzeugt werden.

Das Steildach bietet eine Vielzahl an Vorteilen:

  • Durch die Dachneigung erhält man einen weiten Blick.
  • Im Gegensatz zu einem Flachdach entsteht zusätzlicher Wohnraum.
  • Flexibler bei der Wohnraumerweiterung.
  • Steildächer sind witterungsbeständig.
  • Regen und Tauwasser laufen besser ab.
  • Dachüberstände bieten Schutz vor Feuchtigkeit.
  • Aufgrund ihrer Neigung sind Steildächer für die Installation von Photovoltaikund Solaranlagen geeignet.

Nachteil:

  • Dachfläche kann nicht als Terrasse und Wohnfläche genutzt werden.

8. Wartung eines Steildachs

Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass das Wetter extremer wird, ist die Wartung eines Steildachs unabdingbar geworden. Denn unwetterartige Regenschauer und starke Böen treten immer häufiger auf und verursachen riesige Dachschäden. Dabei werden nicht nur Dächer, sondern auch die darauf installierten Photovoltaik- und Solaranlagen in Mitleidenschaft gezogen.

Damit Ihre Wohngebäudeversicherung den Schaden bei Unwetterkatastrophen übernimmt, müssen Sie das Dach jährlich durch einen Fachbetrieb überprüfen lassen. Nur durch eine regelmäßige Dachwartung wird gewährleistet, dass Ihre Gebäudeversicherung für Sturmschäden aufkommt.

Bei der Wartung eines Steildachs führt einer der Fachbetriebe folgende Kontrollmaßnahmen durch:

  • Dacheindeckung auf Schäden und Lockerungen überprüfen.
  • Dachrinne auf Verstopfung kontrollieren.
  • Anschlüsse am Dach kontrollieren.
  • Solaranlagen auf Schäden überprüfen.

9. Vorschriften nach der EnEV für ein Steildach

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, kam es in Deutschland zu Gesetzgebungsänderungen. Dazu wurden zahlreiche Vorschriften erlassen, die die Wärmedämmung betreffen. Einen Orientierungspunkt bietet die Energieeinsparsparverordnung (EnEV) aus dem Jahre 2014. Darin werden technische Anforderungen für Dämm-Maßnahmen an Gebäuden festgehalten.

Bei einem Steildach darf der Wärmedurchgangs-Koeffizient, auch U-Wert genannt, den Höchstwert von 0,24 W/(m²*K) nicht überschreiten.  Wenn Sie Ihre oberste Geschossdecke dämmen, muss der Mindestwärmeschutz gemäß der Norm DIN 4108- 2 eingehalten werden.

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