Steildach

Das Steildach: eine vorteilhafte Dachkonstruktion für Ihr Eigenheim

Steildächer sind die wohl älteste Dachform im europäischen Raum. Somit prägen sie das Erscheinungsbild von Kathedralen, Bürogebäuden sowie Wohn- und Fachwerkhäusern. Aus der historischen Forschung ist bekannt, dass selbst Steinzeitmenschen geneigte Dachflächen konstruierten. Dazu verwendeten sie natürliche Stoffe wie Holz, Felle und Gräser. Dabei erfüllt das Steindach nicht nur ästhetische, sondern auch verschiedene praktische Funktionen.

Verglichen mit dem Flachdach sind Steildächer witterungsbeständiger und kostengünstiger. Weiterhin bietet die Dachkonstruktion eines Steildachs eine größere Flexibilität. Sie ermöglicht eine unkomplizierte Wohnraumerweiterung. Erfahren Sie mehr über die Vor- und Nachteile, Materialien sowie Kosten von Steildächern.

1. Steildach: Dach mit langer Tradition

Tipp zum Bau informiert Sie über das Steildach.

Das Steildach aus Schiefer hat eine lange Tradition.

Schon seit 12.000 v. Chr. schützt das Steildach vor Wind und Regen. Damit zählt diese Dachform als eine der ältesten überhaupt. Insbesondere im nord- und mitteleuropäischen Raum gilt das Steildach als klassische Dachausrichtung. Definitionsgemäß verfügen Steildächer über mindestens eine geneigte Dachfläche. Die Höhe des Neigungswinkels hängt immer von der Region und der Art des Steildachs ab. Grundsätzlich besitzen Steildächer einen Neigungswinkel von 22 bis 60 Grad.

Dächer mit bis zu zehn Grad Neigung zählen zu den Flachdächern. Flachgeneigte Dächer bezeichnen Dächer mit einer Neigung von zehn bis 22 Grad. Pultdächer mit einem Neigungswinkel um mehr als sieben Grad werden umgangssprachlich ebenfalls als Steildach bezeichnet.

2. Verschiedene Steildachtypen

Steildächer treten in unterschiedlichen Formen auf und unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Anzahl geneigter Dachflächen. Zu den bekanntesten Typen des Steildachs zählen das Pultdach, Satteldach, Walmdach sowie das Mansarddach.

Pultdach

Das Pultdach weist eine gering geneigte Dachfläche auf. Die untere Kante bildet die Dachtraufe, an der das gesammelte Regenwasser abfließt. Die obere Kante bildet den Dachfirst und ist die waagerechte obere Kante eines jeden Daches. Pultdächer eignen sich zur Überdachung von:

  • Erkern.
  • Anbauten.
  • Seitenschiffen von Kirchen.

Satteldach

Das Satteldach ist die bekannteste Form eines Steildachs. Es tritt insbesondere in kalten sowie gemäßigten Zonen auf. Das Satteldach setzt sich aus zwei entgegengesetzt geneigten Dachflächen zusammen, die auf dem Dachfirst zusammentreffen. Die Dachflächen haben eine rechtwinklige Form. Je nach Region weisen sie unterschiedliche Neigungen auf. Seine Beliebtheit verdankt das Satteldach seiner einfachen Konstruktionsweise.

Walmdach

Das Walmdach eignet sich für rechteckige Gebäude, die vier geneigten Dachflächen besitzen. Die Flächen befinden sich dabei auf der Giebel- und Traufseite. Durch die vier geneigten Dachflächen wird die Angriffsfläche für den Wind minimiert. Walmdächer werden auch als Zeltdächer bezeichnet, wenn sich die vier Flächen in einer Spitze berühren.

Mansarddach

Beim vierflächigen Mansarddach sind Dachflächen am unteren Bereich abgeknickt. Die unteren Dachflächen besitzen einen größeren Neigungswinkel. Dadurch entsteht zusätzlicher Wohnraum.

Zuerst gewann das Mansarddach Beliebtheit, da es mehrere Wohngeschosse in einem Dach vereinte. Dies brachte steuerliche Vorteile mit sich. Grundsätzlich sind beim Mansarddach entweder zwei oder vier Dachseiten abgeknickt. Das Mansardwalmdach mit vier abgeknickten Dachseiten zählt dabei zu den Barockbauwerken.

3. Aufbau und Dämm-Möglichkeiten des Steildachs

Wissenswertes über den Aufbau eines Steildachs gibt es Bei Tipp zum Bau.

Die Sparren des Dachstuhls verlaufen von der Traufe zum Dachfirst.

Ein Steildach ist aus mehreren Komponenten aufgebaut. Diese dienen unterschiedlichen Funktionen und bestehen jeweils aus verschiedenen Materialien. Mehrere Dämmungsschichten sorgen für eine effiziente Wärmedämmung. Die Komponenten des Steildachs heißen:

  • Dachstuhl.
  • Dacheindeckung.
  • Dachdämmung.
  • Entwässerung.
  • Dachschalung.

Der Dachstuhl ist das Traggerüst des gesamten Steildachs. In der Regel besteht er aus Holz. Insbesondere Fichte und Tanne eignen sich aufgrund ihres geraden Wuchses. Eine Imprägnierung schützt das Holz vor Schädlingen, wie zum Beispiel Pilzen oder Insekten. Die DIN 68800 legt die Holzschutzmaßnahmen detailliert fest.

Bei der Dacheindeckung bekleidet der Dachdecker die äußere Schicht des Steildachs mit unterschiedlichen Materialien. Als Teil der Wärmedämmung trägt die Dachdämmung zur Senkung des Energieverbrauchs eines Gebäudes bei. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten der Dachdämmung. Diese unterschieden sich hinsichtlich der Kosten, der Materialien sowie des Anbringungsortes:

  • Aufsparren-Dämmung.
  • Zwischensparren-Dämmung.
  • Untersparren-Dämmung.

Bei der Aufsparren-Dämmung bringt der Dachdecker Dämmmaterial oberhalb der Sparren an. Auf diese Weise bleibt möglichst viel Wohnraum erhalten. Die äußere Dämmung ist starken Temperaturschwankungen unterworfen. Um Rissen innerhalb der Sparren vorzubeugen, sind die Sparrenplatten besonders dimensionsstabil. Geeignete Materialien umfassen Glaswolle, Steinwolle, Hartschaum- und Holzfaserplatten.

Weiterhin platziert der Fachmann Dämmmaterial zwischen den Sparren. Dieser Prozess heißt auch Zwischensparren-Dämmung. Er ist kostengünstig und bietet die Möglichkeit, Dämmmaterial nachträglich anzubringen. Als Dämmmaterial eignen sich Rollen, Klemmfilze oder Matten.

Bei der Untersparren-Dämmung befestigt der Dachdecker Dämmplatten unterhalb der Sparren. Da die Dämmung dick ist, verkleinert sich automatisch der Wohnraum. Wenn Sie sich für diese Variante entscheiden, ist es notwendig, weitere Dämmungs-Maßnahmen mit einzubeziehen. Insbesondere Glaswolle, Steinwolle und Hartschaum eignen sich hier.

Die Dachentwässerung setzt sich aus Dachrinnen und Regenfallrohren zusammen. Ihre Aufgabe besteht darin, das Regenwasser kontrolliert ablaufen zu lassen. Die Dachrinne findet ihren Platz unterhalb der Traufkante. Sowohl die Dachrinne als auch das Regenfallrohr bestehen aus Materialien wie Edelstahl, Kupfer, Aluminium und Kunststoff.

Die Dachschalung besteht aus Holzbrettern und Spanplatten. Sie befindet sich oberhalb der Sparren, unmittelbar unter der Dachhaut. Ihre Funktion besteht darin, zu einem besseren Wärme- und Windschutz beizutragen.

4. Materialien für die Dacheindeckung des Steildachs

Tipp zum Bau informiert Sie über Materialien für die Dacheindeckung des Steildachs.

Dachziegeln aus Ton sind bei der Eindeckung von Steildächern beliebt.

Die zahlreichen Material-Optionen für die Dacheindeckung Ihres Steildachs bieten die passende Lösung für jeden Geschmack. Verschiedene Materialien bringen unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich. Wägen Sie daher bereits im Voraus genau ab, welches Material Ihren Bedürfnissen und Wünschen entspricht. Zur Auswahl stehen im Regelfall:

  • Dachziegel aus Ton.
  • Dachsteine aus Beton.
  • Schiefer.
  • Metall.

Dachziegeln und -steine

Dachziegel aus Ton wurden bereits in der Antike verwendet und zählen zu den klassischen Materialien der Dacheindeckung. Tönerne Ziegeln erhalten durch das Brennen im Ofen ihre typische rote Farbe. Dabei erreicht der Ofen Temperaturen von 900 bis 1200 Grad Celsius. Neben roten Dachziegeln gibt es engobierte und glasierte Ziegel.

Bei engobierten Ziegeln gießt der Hersteller vor dem Brennen die Tonmineral-Masse Engobe über den Ziegel. Diese Masse verleiht dem Ziegel eine neue, matte und gleichmäßige Oberfläche.

Glasierte Ziegel überzieht der Hersteller vor dem Brennen mit einer Glasur. Dadurch erhalten sie eine neue Farbe. Obwohl die Glasur vor Schmutzpartikeln schützt, treten bei glasierten Ziegeln Risse auf. Die Risse sind jedoch unbedenklich, da sie keine Auswirkungen auf die Funktion der Dachziegel haben.

Dachsteine aus Beton gibt es bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie bestehen aus Sand, Zement und Wasser. Durch die Beimischung mit Eisenoxiden erhalten Dachsteine ihre gewünschte Farbe. Die Dachsteine trocknen bei 60°C und ruhen anschließend einen Monat lang. Acryldispersion schützt die getrockneten Steine vor Schmutzpartikeln. Im Vergleich zu Dachziegeln ist die Produktion von Dachsteinen umweltfreundlicher und günstiger.

Schiefer- und Metalldächer

Tipp zum Bau informiert Sie über Schiefer als Material für die Eindeckung Steildachs.

Schiefer ist ein umweltfreundliches Material.

Bei Schiefer handelt es sich um ein Naturgestein, das im Bergwerk abgebaut wird. Die Herstellung benötigt somit lediglich einen geringen Energieaufwand. Dacheindeckungen mit Schiefer sind derzeit im Trend, da das Material umweltfreundlich ist und eine Lebensdauer von 100 Jahren hat.

Metalldächer sind aktuell nicht mehr nur auf Industrie- und Wirtschaftsgebäuden, sondern auch auf Wohnhäusern sichtbar. Sie sind aus Metallplatten zusammengesetzt, die aus Eisen, Zink oder Kupfer bestehen. Metalldächer haben eine natürliche Schutzschicht, die als Patina bezeichnet wird. Sie sind pflegeleicht und benötigen wenig Wartung.

Aufgrund seiner Leichtigkeit trägt das Steildach aus Metall dazu bei, dass es nicht notwendig ist, den Dachstuhl komplett zu erneuern. Hinzu kommt, dass Metalle zu 100 % recycelbar sind und bei der Herstellung wenig CO2 emittiert wird.

 5. Voraussetzungen für den Bau eines Steildachs

Die Bebauung eines Steildachs ist in Deutschland rechtlich geregelt. Ob Sie eine Bauerlaubnis für die Konstruktion eines Steildachs erhalten, hängt vom Bebauungsplan des jeweiligen Baugebiets ab. Deshalb ist es notwendig, dass Sie sich vor dem Bau eines neuen Hauses beim zuständigen Bauordnungsamt rechtzeitig über die zulässige Dachform informieren. Ob es Ihnen gestattet ist, Solaranlagen auf Ihrem Steildach zu installieren, hängt von drei Faktoren ab:

  • Dachstatik.
  • Art und Eindeckung des Steildachs.
  • Ausrichtung und Neigung der Solaranlage zur Sonne.

Ein Experte begutachtet vor Baubeginn die Statik Ihres Steildachs. Dieser stellt fest, ob die Dachstatik in der Lage ist, das Gewicht einer Solaranlage zu tragen. Speziell bei Altbauten ist es empfehlenswert, den Zustand des Daches zu überprüfen. Da Solaranlagen für eine Dauer von 20 Jahren auf Ihrem Dach verbleiben, sind nachträgliche Renovierungen kostspielig.

Dacheindeckungen sind bei der Installation von Solaranlagen unproblematisch. Montieren Sie Module und Kollektoren dabei entweder auf oder unter der Dachhaut. Im ersten Fall setzen Sie die Solaranlage auf die Dacheindeckung und fixieren sie mit Halterungen. Im zweiten Fall entfernen Sie die Dachhaut und installieren Komponenten oberhalb des Dachstuhls. Die zweite Alternative ist jedoch nur bei Photovoltaikanlagen möglich.

Grundsätzlich richten Sie Photovoltaik- und Solaranlagen nach Süden aus. Beachten Sie, dass Schattenwurf den Ertrag mindert. Gleichen Sie den Neigungswinkel durch ein Solar-Nachführsystem aus, falls er nicht optimal ist.

Denken Sie weiterhin vor Baubeginn über eine entsprechende Blitzschutzversicherung nach. Die Installation eines Blitzableiters minimiert Brandgefahren bedeutend. Wenn Sie zusätzlich Photovoltaik- und Solaranlagen auf den Dächern installieren, ist ein Blitzschutz besonders empfehlenswert. Grundsätzlich ist es ratsam, einen Fachbetrieb zu kontaktieren, der sich um die Installation kümmert.

6. Kosten für Ihr Steildach

Tipp zum Bau informiert Sie über die Kosten von Steildächern.

Die Kosten eines Steildachs variieren je nach Fläche und Material.

Die Kosten für den Bau eines Steildachs variieren und hängen von mehreren Faktoren ab. Entscheidend für die Höhe der Kosten sind die Fläche sowie Material- und Dachdecker-Kosten. Auch die Art der Dämmung ist bedeutsam.

Unter Berücksichtigung dieser Faktoren belaufen sich die Kosten für ein Steildach zwischen 120 – 450 € pro m². In folgender Tabelle sehen Sie anfallende Kosten für unterschiedliche Dacharten und Eindeckungen:

Einzelne FaktorenPreis pro m²
Unterschiedliche Typen60 - 130 €
Pultdach60 €
Satteldach60 €
Mansarddach90 €
Walmdach100 €
Eindeckungen20 - 90 €
Dachsteine20 €
Dachziegel30 €
Metalle35 - 40 €
Schiefer90 €

Laut einer im Jahre 2015 durchgeführten Studie der TU Wien sind Steildächer über einen längeren Zeitraum hinweg kostengünstiger als Flachdächer. Nach 50 Jahren belaufen sich die Instandhaltungskosten eines Steildachs bei 2120 € pro m². Im Vergleich dazu liegen die Wartungskosten eines Flachdachs bei 2537 € pro m².

7. Vor- und Nachteile des Steildachs

Tipp zum Bau informiert Sie über die Vor- und Nachteile eines Steildachs.

Steildächer sind kompatibel mit erneuerbaren Energien.

Das Steildach bietet verglichen mit anderen Dachformen eine Vielzahl an Vorteilen. Im Gegensatz zu einem Flachdach entsteht beim Steildach beispielsweise zusätzlicher Wohnraum. Auch erhalten Sie durch die Dachneigung einen besonders weiten Blick. Weiterhin punktet das Steildach mit den folgenden Vorteilen:

  • Flexibler bei der Wohnraumerweiterung.
  • Steildächer sind witterungsbeständig.
  • Regen und Tauwasser laufen besser ab.
  • Dachüberstände bieten Schutz vor Feuchtigkeit.
  • Aufgrund ihrer Neigung sind Steildächer für die Installation von Photovoltaik- und Solaranlagen geeignet.

Beachten Sie jedoch, dass auch die Dachform des Steildachs nicht ausschließlich vorteilhafte Eigenschaften aufweist. Ein unverkennbarer Nachteil ist, dass es nicht möglich ist, die Dachfläche als Terrasse und Wohnfläche zu nutzen. Wählen Sie daher eine andere Dachform, falls bei Ihnen der Wunsch besteht, Ihre Dachfläche derart zu gebrauchen.

8. Wartung eines Steildachs

Tipp zum Bau informiert Sie über die Wartung Ihres Steildachs.

Ohne regelmäßige Wartung Ihres Steildachs zahlt die Versicherung im Schadensfall nicht.

Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass das Wetter extremer wird, ist eine regelmäßige Wartung des Steildachs unabdingbar. Denn unwetterartige Regenschauer und starke Böen treten immer häufiger auf und verursachen riesige Dachschäden. Dabei beschädigt das Unwetter nicht nur Dächer, sondern auch die darauf installierten Photovoltaik- und Solaranlagen.

Lassen Sie das Dach jährlich durch einen Fachbetrieb überprüfen, sodass Ihre Wohngebäudeversicherung den Schaden bei Unwetterkatastrophen übernimmt. Nur durch eine regelmäßige Dachwartung gewährleisten Sie, dass Ihre Gebäudeversicherung für Sturmschäden aufkommt. Bei der Wartung des Steildachs führt ein Experte folgende Kontrollmaßnahmen durch:

  • Dacheindeckung auf Schäden und Lockerungen überprüfen.
  • Dachrinne auf Verstopfung kontrollieren.
  • Anschlüsse am Dach kontrollieren.
  • Solaranlagen auf Schäden überprüfen.

9. Vorschriften nach der EnEV für ein Steildach

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, kam es in Deutschland zu Gesetzgebungs-Änderungen. Diese Änderungen umfassen zahlreiche Vorschriften, die die Wärmedämmung betreffen. Einen Orientierungspunkt bietet die Energieeinsparverordnung (EnEV) aus dem Jahre 2014. Diese hält technische Anforderungen für Dämm-Maßnahmen an Gebäuden fest.

Beachten Sie, dass der Wärmedurchgangs-Koeffizient Ihres Steildachs, auch U-Wert genannt, den Höchstwert von 0,24 W/(m²*K) nicht überschreitet. Wenn Sie Ihre oberste Geschossdecke dämmen, achten Sie darauf, dass Sie den Mindestwärmeschutz gemäß der Norm DIN 4108- 2 eingehalten.

10. Steildach: Warmdach vs. Kaltdach

Das Steildach besteht aus mehreren Lagen. Je nachdem, welche Materialien Sie zur Dachdämmung verwenden, ist es notwendig, das Dach zu belüften. Bei der Belüftung handelt es sich in diesem Fall um eine Hinterlüftung. Belüftete Dächer nennt der Fachmann auch Kaltdach. Unbelüftete Dächer heißen auch Warmdächer.

Beim Kaltdach befindet sich ein Belüftungs-Hohlraum zwischen der Unterspannbahn und der Dämmschicht. Hierüber entweicht Kondenswasser. Der Belüftungs-Hohlraum schützt den Dämmstoff vor Feuchtigkeit von außen. Auf diese Weise bleibt auch die tragende Holzkonstruktion unbeschädigt.

Das Warmdach besitzt hingegen keinen Belüftungs-Hohlraum. Stattdessen beugt eine sogenannte Dampfbremse der Bildung von Wasserdampf entgegen. Aufgrund ihrer vorteilhaften Eigenschaften in puncto Wärmedämmung ist das Warmdach bei neuen Gebäuden die favorisierte Wahl.

11. Steildach: Bauen Sie den Dachboden aus

Tipp zum Bau informiert Sie über den Dachbodenausbau.

Achten Sie beim Dachbodenausbau auf Fenster für genügend Tageslicht.

Im Gegensatz zum Flachdach besteht beim Steildach die Möglichkeit, den Dachboden nachträglich auszubauen. So erschließen Sie im Idealfall mehrere bewohnbare Räume. Allerdings ist der Ausbau oft mit einem beachtenswerten Aufwand verbunden. Auch sind die erforderlichen Baumaßnahmen häufig kostenintensiv.

Beispielsweise sind oftmals Verbesserungsmaßnahmen an der Grundstatik Ihres Hauses notwendig. Nur so ist gewährleistet, dass diese in der Lage ist, eine zusätzliche Etage sicher zu tragen. Weiterhin benötigen Sie passende Fenster für Ihre Dachschrägen, insofern diese noch nicht vorhanden sind. Auf diese Weise gewinnen Sie nicht nur möglichst viel Tageslicht, sondern auch einen schönen Ausblick.

12. Tipps zur Planung des Dachbodenausbaus

Mittels Dachbodenausbau gewinnen Sie Platz für neue Wohnräume. Egal, ob Sie das Bauprojekt selbst in die Hand nehmen oder eine Firma beauftragen: Achten Sie auf eine sorgfältige Planung. Die folgenden Schritte gehören zum Planungsprozess:

  • Erfassen Sie den aktuellen Zustand Ihres Dachbodens. Untersuchen Sie die Beschaffenheit der Mauern, Balken und anderen tragenden Elemente.
  • Erstellen Sie eine Skizze Ihres Dachbodens. Berücksichtigen Sie die gewünschte zukünftige Raumplanung.
  • Wenden Sie sich an das zuständige Amt, um abzuklären, ob Sie einer Baugenehmigung bedürfen.
  • Stellen Sie sicher, dass ein bequemer Zugang zu Ihrem Dachboden besteht. Ist es möglich, hier auch unhandliches Material zum Obergeschoss zu transportieren?
  • Wählen Sie passendes Material und planen Sie die Beschaffung.
  • Eine Fachfirma berät Sie gerne. Engagieren Sie gegebenenfalls entsprechende Experten und Handwerker.

13. Die passenden Fenster für Ihr Steildach

Tipp zum Bau informiert Sie über die passenden Fenster für Ihr Steildach.

Schwingfenster sind mittig am Fensterrahmen befestigt.

Fenster bringen Licht in Ihr Eigenheim. Egal, ob Sie ein neues Steildach errichten oder das Dachgeschoss unter einem bestehenden Steildach ausbauen: genügend Tageslicht ist wichtig. Für Ihre Dachschrägen eignen sich spezielle Dachfenster. Dabei haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Optionen:

  • Schwingfenster.
  • Hoch-Schwingfenster.
  • Klapp-Schwingfenster.

Schwingfenster öffnen sich nach außen. Die hierbei vollführte schwingende Bewegung ist namensgebend. Der Flügel des Schwingfensters ist dabei mittig im Fensterrahmen befestigt. Für Fenster an schwer erreichbaren Stellen gibt es auch elektrische Varianten.

Klapp-Schwingfenster sind bis oben am Fensterrahmen befestigt. Beim Öffnen klappen Sie das Fenster vollständig nach außen. So genießen Sie einen freien Ausblick. Auch ermöglicht diese Art des Dachfensters ein äußerst bequemes und effizientes Lüften.

Hoch-Schwingfenster besitzen einen Drehpunkt im oberen Drittel des Fensters. Somit ermöglicht diese Fensterart eine größtmögliche Bewegungsfreiheit. Mittels eines Handgriffs am unteren Ende des Fensters bedienen Sie selbiges bequem.

14. Steildach: Bedienung der Dachfenster

Dachfenster gibt es mit vielerlei Bedienungs- und Steuerungsarten. Wählen Sie eine Variante, die Ihren Wünschen und Bedürfnissen entspricht. Beachten Sie, dass Sie in der Lage sind, Ihre Dachfenster im Regenfall möglichst schnell zu schließen. So vermeiden Sie unnötige Wasserschäden. Wählen Sie zwischen den folgenden Optionen:

  • Die manuelle Bedienung ist altbewährt, eignet sich jedoch nicht für schwer erreichbare Stellen. Mittels eines einfachen Handgriffs öffnen Sie Ihr Dachfenster ganz unkompliziert per Hand.
  • Mit einer elektrischen Steuerung bedienen Sie Dachfenster an schwer zugänglichen Stellen. Auch schafft diese Variante einen barrierefreien Zugang zu allen Fenstern.
  • Dank Funk-Steuerung öffnen Sie Ihre Dachfenster bequem aus der Ferne. Bedienen Sie Fenster und Rolläden mittels Handsender.

15. Der Lebenszyklus des Steildachs

Das Steindach zeichnet sich durch seine Robustheit aus. Nach der einmaligen Investition in den Bau eines Steildachs, ist im Regelfall nicht mit hohen Sanierungskosten zu rechnen. Für gewöhnlich bleibt Ihnen ein Steildach für etwa 50 Jahre lang erhalten. Meist sind nach Ablauf der ersten 30 Jahre Sanierungsmaßnahmen notwendig. Die laufenden Kosten eines Steildachs bleiben somit relativ gering.

Im Gegensatz zu Flachbauten besitzen Häuser mit Steildach meist ein bewohnbares Dachgeschoss. Wenn Sie Ihren Wohnraum erweitern möchten, benötigen Sie daher keine kostenintensiven Anbauten. Stattdessen besteht die Möglichkeit, den Dachboden auszubauen. Oft erfordert diese Baumaßnahme den Einbau zusätzlicher Fenster. Somit entstehen auch beim Dachbodenausbau beachtliche Kosten. Dennoch ist der Ausbau kostengünstiger als der Anbau.

16. Steildächer und Umwelt

Tipp zum Bau informiert Sie über Steildächer und Umwelt.

Mit Solaranlagen auf Ihrem Steildach erzeugen Sie nachhaltige Energie.

Für den umweltbewussten Eigenheim-Besitzer gilt es bei der Wahl der passenden Dachart Umsicht walten zu lassen. Denn das gewählte Dach bestimmt Ihren ökologischen Fußabdruck mit. Die Lebensdauer Ihres Daches beeinflusst Ihren CO2 Ausstoß.

Das Steildach hat einen Lebenszyklus von etwa 50 Jahren. Damit übersteigt die Lebensdauer von Steildächern jene von Flachdächern. So spart ein Haus mit Steildach im Vergleich zu einem Gebäude mit flachem Dach ungefähr 26 Tonnen CO2.

Weiterhin ermöglichen Steildächer die Installation von Photovoltaik- und Solaranlagen auf der Dachfläche. Somit ist das Steildach dank integrierter Stromerzeugung und längerer Lebensdauer nachhaltiger als das Flachdach.

17. Steildach: Absturzsicherheit beim Bau

Beim Bau und der Instandhaltung von Steildächern sind besondere Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Denn die geneigte Dachfläche stellt für Handwerker ohne entsprechenden Schutz eine Gefahrenquelle dar. Bestimmte rechtliche Anforderungen gewährleisten am Steildach arbeitenden Personen sichere Arbeitsbedingungen.

Das Regelwerk des ZVDH (Deutsches Dachdeckerhandwerk Zentralverband) beschreibt ein Konzept für gesundheitsgerechtes und sicheres Arbeiten. DIN 4426 konkretisiert die vorgeschriebenen Vorrichtungen und Maßnahmen.

Sobald der Dachrand des Steildachs höher als drei Meter ist, gilt es absturzsichernde Maßnahmen zu treffen. Besonders stark geneigte Dachflächen erfordern umfassende Sicherheitsmaßnahmen. Oft kommt ein Anseilschutz zum Einsatz. Diesen befestigen Dachdecker an dafür vorgesehenen Anschlageinrichtungen. Wenn diese Einrichtungen fehlen, sind zur Arbeit am Steildach Hubarbeitsbühnen oder Dachfanggerüste notwendig.

18. Steildach: So funktioniert die Entwässerung

Tipp zum Bau informiert Sie über die Steildach-Entwässerung.

Vermeiden Sie Wasserschäden mittels passender Entwässerungs-Vorrichtungen.

Um Regenwasser kontrolliert vom Dach abzuleiten, benötigen Sie entsprechende Dachrinnen und Fallrohre. Mangelhafte Entwässerungs-Vorrichtungen führen häufig zu Wasserschäden sowie Algen- und Pilzbefall.

Bei Steildächern sind die Regenrinnen und Fallrohre in der Regel außen am Gebäude angebracht. Die Dachrinne fängt das Regenwasser auf und die Fallrohre leiten es sicher gen Boden. Hier läuft es entweder in die Kanalisation ab oder Sie sammeln das Wasser in einer Regentonne. Bei der Regenrinne haben Sie die Wahl zwischen zahlreichen Materialien:

  • Kunststoff.
  • Titanzink.
  • Aluminium.
  • Edelstahl.
  • Kupfer.

Achten Sie bei der Wahl der Dachrinne weiterhin auf die passende Dimension. Dachdecker-Fachbetriebe ermitteln die Maße Ihrer Regenrinne entsprechend Ihrer Dachfläche sowie der lokalen Niederschlagsmenge.

19. So begrünen Sie Ihr Steildach

Tipp zum Bau informiert Sie über die Steildach-Begrünung.

Auch Steildächer eignen sich zur Begrünung.

Begrünte Flachdächer sind beliebt. Doch auch beim Steildach ist eine Begrünung möglich – sofern die Dachfläche nicht stärker als 35 Grad geneigt ist. Je nachdem wie aufwändig die Begrünung ist, führt sie entweder der Dachdecker oder der Garten- und Landschaftsbau durch.

Beachten Sie, dass Schrägdach-Begrünungen regelmäßiger Pflege bedürfen. Auch ist gegebenenfalls eine ergänzende Bewässerung notwendig. Ob Ihr begrüntes Schrägdach zusätzliche Wasserzufuhr erfordert, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Standort des Gebäudes.
  • Dachneigung.
  • Exposition.

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