Smart Home

Die richtige Anwendung von Bauplatten

1. Smart Home: Wenn Häuser das Denken lernen

Das Smart Home ist das Haus der Zukunft. Bei Tipp zum Bau finden Sie Tipps zu Technik und Elektronik.

Smarte Häuser vernetzen Geräte miteinander

Die Rollläden schließen sich pünktlich zum Sonnenuntergang? Die Klimaanlage schaltet sich bei großer Hitze automatisch ein? Für immer mehr Menschen gehören solche intelligenten Technologien zum Alltag.  Der deutsche Smart-Home Markt wächst laut einer Studie aus dem Jahr 2017 jedes Jahr um mehr als ein Viertel. Doch was genau bedeutet der englische Begriff Smart Home?

Als Smart Home wird ein Haus bezeichnet, in dem die technischen Geräte miteinander durch Bus-Systeme vernetzt sind. Ein Ausdruck, der in diesem Zusammenhang oft verwendet wird, ist Internet of Things (Internet der Dinge). Es bezeichnet die Möglichkeit, internetfähige Geräte miteinander zu verbinden und miteinander kommunizieren zu lassen. So können diese über große Entfernungen zentral gesteuert und aufeinander abgestimmt werden.

Doch in welchen Bereichen ist eine Vernetzung durch Bus-Systeme möglich? Welche Vorteile bietet sie? Und wie werden die smarten Geräte gesteuert? Hier erhalten Sie Antworten auf Ihre Fragen

2. Welche Bereiche werden im Smart Home vernetzt?

Das Smart Home trägt seinen Namen nicht umsonst. Nahezu jeder Bereich Ihres Hauses ist kompatibel mit der Technologie des Smart Home. Sie erhöht nicht nur den Lebenskomfort, sondern unterstützt Sie in allen Bereichen des Haushalts:

Heizung

Das meiste funktioniert ganz einfach mit Ihrem Smartphone. Mit Hilfe Ihres Smartphones bedienen Sie die Heizung von jedem beliebigen Ort aus. So wartet im Winter immer eine angenehm warme Wohnung auf Sie. Ein Thermostat mit Geofencing-Technology schaltet sich sogar selbständig ab, sobald Sie das Haus verlassen. Nähern Sie sich der Wohnung, wird sie automatisch aufgeheizt. Auch bei hoher Außentemperatur sorgt ein Sensor dafür, dass sich die Heizung gar nicht erst einschaltet.

Beleuchtung

Nicht nur die Wärme in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus lässt sich steuern. Spezielle Glühbirnen lassen sich ebenfalls via Smartphone bedienen. So schalten Sie ganz bequem vom Sofa das Licht aus. Ähnlich wie bei den immer moderner werdenden LED Lampen lässt sich das Licht in Ihrem Zuhause dimmen. Auch farbige Effekte sind möglich.

Unterhaltung

Die Fernbedingung ist meist nur noch ein Accessoire, das irgendwo herumliegt. Und wenn sie gebraucht wird, ist sie nirgends zu finden. Bedienen Sie den Fernseher oder das Radio einfach per App oder Sprachbefehl. So hat die lästige Suche nach der Fernbedienung ein Ende. Sprachassistenten helfen Ihnen sogar bei der Filmauswahl. Durch ein Multiroom System ist es sogar mehreren Nutzern möglich zentral auf eine eigene Musiksammlung zuzugreifen. Neue Dateien werden ganz einfach auf einem NAS-Server (Network Attached Storage) gespeichert. Sogar Fotos und Video werden wie bei einem Cloud-System abgespeichert.

Sport und Gesundheit

Was im ersten Moment etwas absurd und fast unmöglich klingt, macht das Smart Home zum Alltag. Blutdruckmessgeräte oder Waagen senden die Informationen an die App. Einige sind sogar untereinander kompatibel. So haben Sie immer einen Blick auf Ihre Gesundheit und sportliche Aktivitäten. Nicht nur aktive Sportler profitieren davon. Denn auch für Senioren erhöht sich der Wohnkomfort.

Sicherheit

Sie sind auf dem Weg in den Urlaub und fragen sich mindestens fünfmal, ob Sie die Tür abgeschlossen haben? Mit dem Smart Home ist damit Schluss. Überwachungskameras senden bei der kleinsten Bewegung einen Hinweis auf Ihr Smartphone. Glasbruch- und Wassersensoren warnen außerdem mit Sirenen vor einem Einbruch. Auch Feuer- und Rauchmelder warnen Sie bei einem Brand automatisch. Und wenn Sie noch immer unsicher darüber sind, ob alles verschlossen wurde, dann werfen Sie einen Blick auf Ihre App.

3. Welche Möglichkeiten bietet Smart Home für die einzelnen Zimmer?

Egal ob Küche oder Bad, Wohnzimmer oder Schlafzimmer: Nahezu jeder Raum Ihres Hauses oder Wohnung lässt sich via Bus-System vernetzen. Hier finden Sie einige Beispiele dafür, wie Sie jeden Teil der Wohnung zum Smart Home machen.

Eingangsbereich

Meist dient nur ein überschaubarer Flur als Eingangsbereich. Das bedeutet jedoch nicht, dass dieser kein Teil des Smart Home ist. Der Bewegungsmelder am Hauseingang aktiviert bei Ihrer Rückkehr automatisch Licht Heizung oder Rollladen. Beim Verlassen des Hauses werden alle diese Geräte automatisch wieder ausgeschaltet, sobald der Bewegungsmelder Ihre Abwesenheit registriert.

Um Gästen die Tür zu öffnen, genügt ein einfacher Handgriff. Dank einer App ist es sogar möglich, Besucher hereinzulassen, während Sie noch auf dem Heimweg sind.

Wohnzimmer

Das Wohnzimmer bietet wohl die meisten Möglichkeiten, wenn es um Smart Home geht. Dank Smart Home Technologie wird der Fernsehabend zum echten Heimkino-Erlebnis. Über die integrierte Sprachsteuerung regeln Sie Programmauswahl, Lautstärke und Helligkeit. Gehen Sie zu Bett, wechselt der komplette Raum in den Nachtmodus. Geräte und Lichter gehen aus, die Heizung schaltet auf Sparbetrieb und alle Sicherheitsmaßnahmen werden aktiviert.

Badezimmer

Das Badezimmer hat technologisch bis auf einen Fön und eine elektrische Zahnbürste meist nicht viel zu bieten. Smart Home bezieht sich allerdings nicht nur auf technologische Geräte. Bei einer smarten Dusche brauchen Sie die Wassertemperatur und die Stärke des Strahles nicht jeden Morgen neu zu regeln. Stattdessen speichern Sie ihre bevorzugte Einstellung und rufen Sie am nächsten Tag mit einem Handgriff wieder ab.

Der Spiegel dient als digitaler Bildschirm, auf dem Sie bei Rasieren die neuesten Nachrichten lesen oder Ihre Mails abrufen. Manche Modelle analysieren sogar Ihre Haut oder bieten eine individuelle Style-Beratung an.

Küche

Auch Ihre Kaffeevorlieben lassen sich im Smart Home speichern und abrufen. Ein Fingertipp auf das Smartphone und die Maschine brüht Ihr Lieblingsgetränk in der gewünschten Temperatur und Stärke auf. Auch Milch und Zucker werden automatisch im richtigen Verhältnis dazu gegeben.

Damit auch immer genügend Milch vorhanden ist, erinnert der Kühlschrank rechtzeitig an den Einkauf. Das Kochgeschirr ist mit Sensoren ausgestattet, die die aktuelle Temperatur an die entsprechende App senden. Das smarte Induktionskochfeld reguliert dann seine Hitze automatisch entsprechend dem Rezept.

Schlafzimmer

Mit welcher Beleuchtung Sie einschlafen und aufwachen wollen, regeln Sie im Smart Home per App. Auch Rücken-, Fuß- und Kopfteil des Betts sind ganz einfach verstellbar.  Wenn Sie beispielsweise vor dem Einschlafen noch lesen, bringt Ihr Bett Sie dabei automatisch in eine rückenfreundliche Sitzhaltung.

Arbeitszimmer

Mehrere Stunden vor dem Computer oder Laptop sind ermüdend und für den Körper unvorteilhaft. Ein Lämpchen am Schreibtischstuhl weist Sie darauf hin, dass Sie eine ungesunde Haltung eingenommen haben oder schon zu lange am Schreibtisch sitzen. Jetzt ist es Zeit, im Stehen weiterzuarbeiten. Dank Smart Home Technologie fährt die Platte des Schreibtisches automatisch nach oben.

Bedenken Sie, dass für gewisse Funktionen ein spezielles Smart Home Gerät benötigt wird.

4. Wie wird das Smart Home gesteuert?

Was das Smart Home so futuristisch macht ist in der Tat seine Steuerung. Denn meist ist es nur ein kleiner Handgriff, ein Knopfdruck oder ein Wort. Nach einem langen Arbeitstag machen Sie es sich auf dem Sofa bequem und erledigen zeitgleich noch ein paar Nebenaufgaben. Ein Smart Home lässt sich auf unterschiedliche Weise steuern:

  • Apps

Einen Überblick über Smart Home Geräte gib's bei Tipp zum Bau

Mit Smart Home Apps steuern Sie Ihre smarten Geräte ganz bequem

Apps sind die gängigsten Varianten in der Steuerung eines Smart Home. Denn heutzutage besitzt jeder ein internetfähiges Smartphone mit Zugang zum App-Store. Hierfür benötigen Sie allerdings eine zentrale Steuerungseinheit, die Sie mit Ihrem WLAN verbindet. Die einzelnen Geräte steuern Sie über ein Bedienpanel und eine entsprechende App auf Ihrem Smartphone.


  • Sprachassistenten

Sprachassistent, Lautsprecher, Smarter Assistent

Sprachassistenten erleichtern die Bedienung erheblich

Eine praktische und komfortable Einrichtung sind Sprachassistenten wie Alexa, Siri oder Google Home. Sie sind mit dem Internet verbunden und reagieren auf Befehle, die Sie mündlich erteilen. Hier entfällt also auch der Griff zum Smartphone. Besonders geeignet für diejenigen, die mit Technik noch nicht allzu vertraut sind. Oder aber jene, die Ihren Smartphone Konsum eindämmen.






  • IFTTT

Diese Smart Home Steuerung geht noch einen Schritt weiter und macht sogar Sprachbefehle fast überflüssig. Mit Hilfe von IFTTT (If this, then that) legen Sie über eine Cloud individuelle „Wenn-dann“-Regeln fest. So erklingt zum Beispiel immer Ihre Lieblingsmusik, wenn Sie von der Arbeit kommen. Oder das Licht geht an, wenn Sie das Bad betreten.

5. Was ist vor der Installation eines Smart Home Systems zu beachten?

Sie möchten Ihr Haus in ein Smart Home verwandeln? Smart Home ist Technologie pur. Um vor der Installation das Richtige für Sie zu finden, stehen zunächst zwei grundsätzliche Entscheidungen an.

Bevorzuge Ich ein offenes oder geschlossenes System?

Geschlossenes System

Geschlossene Systeme sind intern auf eine Produktlinie abgestimmt. Sie sind demnach nicht mit Geräten anderer Hersteller kombinierbar. Dies schränkt Ihre Auswahl zwar stark ein, bringt zeitgleich aber Vorteile mit sich. Denn geschlossene Systeme verfügen über eine hohe Sicherheit und ein störungsfreies Zusammenspiel der Komponenten.

Offenes System

Offene Systeme entsprechen einem Standard, den mehrere Hersteller unterstützen. Sie können also Produkte von verschiedenen Anbietern kombinieren.  Beispiele für diese Technologie sind Bluetooth LE, EnOcean, WLAN, Z-Wave, ZigBee oder KNX.

Datenübertragung per Funk oder Bus-System?

Funk

Ein großer Vorteil der Steuerung per Funk ist, dass Sie auf keinerlei Kabel angewiesen sind. Gerade deswegen eignet sich der Funk also auch für die Vernetzung von Mietwohnungen oder Altbauten. Die bekanntesten internationalen Standards sind Z-Wave und EnOcean.

Bus-System

Bus-Systeme benötigen fest installierte Leitungen zum Transport der Daten. Am häufigsten findet man diese Bus-Systeme in Computern. Denn es ist das primäre Kommunikationsmittel Ihrer Geräte. Sie arbeiten mit Bus-Systemen zuverlässig und energiesparend. Und das aus einem guten Grund: Findet keine Kommunikation zweier Geräte statt, so „schweigen“ auch die übrigen Geräte in Ihrem Haus. Ein unbewusster Energieverbrauch ist also nicht möglich. Leider lohnt sich die Installation aber nur bei Neubauten oder erfordert hohen Aufwand.

6. Installation und Wartung eines Smart Home

Für die Installation eines Smart Home gibt es ganz unterschiedliche Ansätze. Einfache funkbasierte Starterkits werden oft mit wenigen Handgriffen selbst installiert. Für die Verlegung von Bus-Systemen, also von Kabeln benötigen Sie Unterstützung durch einen Elektriker oder einen Architekten.

Üblicherweise funktionieren Smart Home Systeme nach der Programmierung selbständig. Achten Sie trotzdem darauf, dass Ihnen für Störungen immer ein kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung steht.  Die meisten Hersteller bieten auch einen Wartungsdienst an.

7. Wie hoch sind die Kosten eines Smart Home?

Die Kostenkalkulation gelingt mit Tipp zum Bau

Eine gute Recherche hilft bei der Kalkulation der Kosten!

Der Preis für ein Smart Home hängt stark davon ab, für welche Vernetzungstechnik Sie sich entscheiden. Bei einem kabelbasierten BusSystem sind in der Regel Umbaumaßnahmen nötig. Hier rechnen Sie bereits mit einem dreistelligen Betrag.

Für funkbasierte Systeme bieten manche Hersteller für 150 bis 250 Euro Einsteigersets an. Sie beziehen sich meistens auf bestimmte Bereiche wie beispielsweise die Sicherheit. Ein späterer Ausbau dieser Grundausstattung ist durchaus möglich. Eine wirklich umfassende, komfortable Vernetzung erhalten Sie auch hier erst ab etwa 1000 Euro.


Informieren Sie sich hierzu näher bei einem Fachmann über die verschiedenen Angebote und Umsetzungsmöglichkeiten. Überlegen Sie sich zudem, welche Funktionen Sie in Ihrem Smart Home wirklich benötigen.

8. Vor- und Nachteile eines Smart Home

Tipp zum Bau hilft Ihnen, Vor- und Nachteile verschiedener Satellitenanlagen abzuwägen.

Von einem Smart Home profitieren Sie in mehrfacher Hinsicht:

  • Steigerung des Wohnkomforts

Ein frischer Kaffee am Morgen ist für viele Menschen ein Muss, um erfolgreich in den Tag zu starten. Umso besser, wenn die Kaffeemaschine morgens automatisch frischen Kaffee zubereitet. Oder die Rollladen sich pünktlich bei Sonnenuntergang schließen. Mit Smart Home ist das alles kein Problem. Erleichtern Sie sich das Leben, indem Sie Routinearbeiten automatisieren. Halten Sie auch Ihre gesundheitlichen Werte fest und lassen Sie sich von Ihrem Smart Home bei Ihrer Diät oder dem Training helfen.

  • Erhöhte Sicherheit

Alarmsysteme gegen Einbruch und Feuer warnen Sie automatisch, wenn Gefahr droht. Wenn Sie in Urlaub fahren, werden in unregelmäßigen Abständen das Licht oder der Fernseher eingeschaltet. Es entsteht der Eindruck, Sie seien Zuhause. Potenzielle Eindringlinge werden abgeschreckt. Und wenn doch ein Versuch unternommen wird, dann warnt Sie das Smart Home und schlägt Alarm.

  • Geringerer Energieverbrauch

Viele smarte Geräte helfen Ihnen beim Energiesparen. So verbrauchen Sie zum Beispiel weniger Strom, indem Sie die Beleuchtung auf das natürliche Licht abstimmen. Geräte die im Standby dauerhaft Strom verbrauchen, schalten Sie einfach zeitgesteuert ein und aus. Besonders effektiv ist die automatische Steuerung der Heizung. Sie reduziert die Heizkosten um zwei bis acht Prozent.

Smart Homes werden immer gefragter, sind aber noch relativ neu. Deswegen gibt es noch einige Schwierigkeiten, mit denen Smart Home Besitzer rechnen:

  • Fehlende Kompatibilität von Systemen

Derzeit werden zahlreiche unterschiedliche Systeme angeboten, die oft nicht miteinander kombinierbar sind. Störungen und Fehlfunktionen sind die Folge. Entscheiden Sie sich deshalb für ein offenes System, wenn Sie Produkte unterschiedlicher Hersteller verwenden. Auch teiloffene Systeme binden viele Produkte von anderen Herstellern mit in Ihr Smart Home ein.

  • Technische Störungen

Viele Systeme stecken noch in den Kinderschuhen. Sie sind technisch noch nicht ganz ausgereift. Insbesondere bei Cloud-basierten Lösungen kommt es manchmal zu Störungen. Wenn Ihr eigener Internetzugang ausfällt oder der Anbieter technische Schwierigkeiten hat, ist Ihr Smart-Home nicht arbeitsfähig. Das ist vor allem bei der Integration von sicherheitsrelevanten Funktionen problematisch.

  • Datenschutz

Um effektiv zu arbeiten, benötigt ein Smart Home System zahlreiche Informationen. Diese sind auch für Fremde interessant. Achten Sie deshalb darauf, dass Unbefugte zu Ihrem Funk- oder Bus-System keinen Zugang haben. Schon einige einfache Schutzmaßnahmen zeigen hier große Wirkung.

9. Fazit: Smart Home erleichtert den Alltag

Tipp zum Bau informiert Sie über Smart Home

Durch ein Smart Home profitieren Sie in vielerlei Hinsicht

Ein Smart Home bietet viele Vorteile. Sinnvoll eingesetzt erhöhen intelligente Technologien die Lebensqualität und ersparen Ihnen unnötige Kosten. Dafür ist nicht unbedingt eine Vernetzung des gesamten Haushalts notwendig. Schon eine Verbindung von wenigen Geräten kann spürbare Effekte zeigen.

Überlegen Sie, welcher Bereich Ihnen für den Einstieg am wichtigsten ist. So sammeln Sie Erfahrungen und machen sich mit der Smart Home Technologie vertraut. Binden Sie später noch problemlos andere Geräte in Ihr Smart Home mit ein.