Schieferfassade

Schieferfassade – einzigartig in der Optik

Eine Fassade aus Schieferplatten verleiht Ihrem Gebäude eine einzigartige und außergewöhnliche Note. Schieferfassaden sind nicht nur im klassischen Altbau, sondern auch in der modernen Architektur besonders gefragt. Ein individuelles Naturprodukt, das eine große Auswahl an Farben und Formen bietet.

1. Schiefer – ein natürlicher Baustoff

Informieren Sie sich bei Tipp-zum-Bau über die Funktionen einer Schieferfassade

Schiefer ist ein natürliches Gestein, das für Fassaden geeignet ist.

Schiefer ist ein Ablagerungsgestein, das vor ungefähr 350 bis 400 Millionen Jahren durch Gebirgsbildung entstanden ist. Es besteht aus Ton und Sandschichten. Zuvor waren Tonschlamm-Massen aufeinandergetroffen, die zur Verfestigung des Gesteins beigetragen hatten.

Um den Schiefer heute für Fassaden zu nutzen, wird das Gestein mit vollmechanisierten Sägen abgebaut. Daraufhin wird das Material in Fertigungshallen transportiert, wo es schließlich durch qualifizierte Facharbeiter zugeschnitten wird.

Lediglich 10 % der jeweiligen abgebauten Gesteinsmasse ist für den Verkauf geeignet. Grundsätzlich wird Schiefer für die Ausgestaltung von Bädern, Fassaden und Dacheindeckungen verwendet. Die Besonderheit besteht darin, dass das Gestein in unterschiedlichen natürlichen Farben existiert.

2. Deckungsarten bei der Schieferfassade

Wenn Sie die Fassade an Ihrem Haus mit Schiefer eindecken wollen, haben Sie vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Dabei können Sie zwischen unterschiedlichen Deckungsarten für Ihre Fassade wählen:

Altdeutsche Deckung

Die Altdeutsche Deckung hat eine lange Tradition und erfordert handwerkliches Geschick. Für diese Fassade werden schuppenförmige Decksteine verwendet. Im Vergleich zu anderen Deckungsarten variieren die Steinhöhen– und breiten. Innerhalb der Gebindereihen werden abwechselnd schmale und breite Steine verwendet. Dadurch wirkt die Eindeckung ungleichförmig und erhält ihre individuelle Erscheinung.

Grundsätzlich werden an der unteren Wandkante, dem Sockel, die größten Decksteine hinzugezogen. Mit zunehmender Höhe nimmt die Größe der Steine ab, sodass am Ende der Wandfläche die Steine am kleinsten sind. Die sich verringernde Gebindehöhe ist abhängig von der Wandhöhe. Ab einer Wandhöhe von 8 Metern darf der Unterschied zwischen kleinster und größter Gebindehöhe nicht unter 80 Millimeter liegen.

Wilde Deckung

Die Schieferfassade mit  Wilder Deckung ist ein einzigartiges Kunstwerk. Für diese Art Fassade werden unbehauene Steine mit unterschiedlichen Formen an die Baustelle geliefert. Anschließend formt der Dachdecker die Steine, damit sich diese für die Fassade wie in einem Puzzle zusammenlegen lassen.

Universal-Deckung

Bei der Universal-Deckung haben die Steine eine quadratische Grundform und zwei Fersen am Bogen. Je nach Wetterlage lassen sich die Steine in unterschiedliche Richtungen drehen und für die Links- und Rechtsabdeckung verwenden. Sie sind besonders kostengünstig und erfordern keine aufwendige Produktion.

Schuppen-Deckung

Die Schuppen-Deckung ist eine Weiterentwicklung der Altdeutschen-Deckung. Der Unterschied besteht darin, dass die Fassade bei der Schuppen-Deckung mit gleichförmigen Schablonensteinen bedeckt wird. Genauer gesagt haben alle Steine die gleiche Höhe und Breite.

Bogenschnittdeckung

Die Bogenschnitt-Deckung besteht aus quadratförmigen Decksteinen. Diese haben einen jeweils linken oder rechten asymmetrischen Bogenschnitt. Die Richtung der Eindeckung ist abhängig von der Wetterrichtung.

Rechteck-Deckung

Wie der Name schon verrät, besteht die Rechteck-Deckung aus rechteckigen Schieferplatten. Diese Art der Eindeckung hat eine sichtbare Struktur und eignet sich speziell für große Wandflächen. Rechteck-Deckung ist ein Sammelbegriff für mehrere Subtypen:

  • Rechteck-Doppeldeckung.
  • Gezogene Deckung.
  • Waagerechte Deckung.
  • Variable Deckung.

Die Rechteck-Doppeldeckung ist der bekannteste Subtyp. Für diese Variante können Sie zwischen Coquettes, Rechtecken mit Rundbogen oder Octogones, Rechtecke mit gestutzten Ecken, wählen. Wenn Sie sich für diese Fassade entscheiden, nageln sie die Platten mit Schiefernägeln oder- schrauben an die Wand. Alternativ haben Sie die Möglichkeit, die Platten mit Klammern zu befestigen.

Dekorative Deckung

Dekorative Deckung ist ebenfalls ein übergeordneter Begriff für verschiedene Eindeckungen. Die bekanntesten Unterarten sind:

  • Fischschuppendeckung.
  • Spitzwinkeldeckung.
  • Wabendeckung.

3. Wie eine Schieferfassade aufgebaut ist

Der Aufbau einer Fassade mit Schieferplatten variiert je nach den baulichen Anforderungen. Die gängigste Variante ist die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF). Bei dieser Fassade befindet sich die Dämmschicht außen auf der Wand. Danach wird eine Abdeckfolie über die Dämmschicht gezogen. Auf die Abdeckfolie folgt die Unterkonstruktion, die gleichzeitig die Befestigung für die Schieferplatten darstellt.

Dafür eignen sich zum Beispiel Schiefernägel, -stifte und Haltefeste. Dadurch entsteht zwischen Dämmschicht und Fassade eine Luftschicht. Die Funktion der Luftschicht besteht darin, einer Aufheizung der Luft in den Sommermonaten entgegen zu wirken. Der abschließende Teil der vorgehängten Fassade besteht aus Schieferplatten.

4. Kosten der Schieferfassade

Tipp-zum-Bau informiert Sie über die Kostenfaktoren für eine Schieferfassade.

Von Förderungsprogrammen für Dämmungen profitieren Sie auch beim Bau von Schieferfassaden.

Wenn Sie Ihre Hauswand mit einer Schieferfassade versehen, müssen Sie mit unterschiedlichen Kosten rechnen. Der Preis ist abhängig von Qualität und Region. Im Vergleich zu günstigeren Materialien wie bspw. Kunststoff müssen Sie für Schiefer etwas mehr ausgeben. Durch die Langlebigkeit der Schieferfassade gleicht sich der etwas höhere Preis wieder aus.

Bei einem Fachbetrieb zahlen Sie für Dämmung 40 €, Material 50 € und Anbringung 60 € pro Quadratmeter. Durchschnittlich kostet eine gedämmte Fassade mit 100 m² Fläche 14.000 bis 16.000 €.

Grundsätzlich werden Dämmungen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) bezuschusst. Bedenken Sie jedoch, Anträge auf Bauförderung vor Beginn der Bauarbeiten zu stellen. Um nähere Informationen zu erhalten, wenden Sie sich am besten bei einem der Fachbetriebe für Fassaden. Tipp zum Bau zeigt Ihnen allgemeine Informationen zur KfW.

5. Wartung und Reinigung einer Schieferfassade

Um sicherzustellen, dass an Ihrer Schieferfassade keine Funktionsbeeinträchtigungen vorliegen, muss eine regelmäßige Wartung durchgeführt werden. Bei fehlender Inspektion verlieren Sie Ihre Ansprüche auf Gewährleistung für Ihre Fassade.

Damit Sie auf der sicheren Seite stehen, schließen Sie am besten einen Wartungsvertrag mit einem Fachbetrieb ab. Bei der Wartung kontrolliert Ihr Fachpartner, ob einzelne Elemente der Fassade beschädigt sind.

Zusätzlich benötigt Ihre Schieferfassade eine Reinigung. Beachten Sie dabei folgendes: Je nach Standort des Gebäudes kommt es auf der Oberfläche der Fassade zu Grünbildung. Diese entsteht durch Algen, Moose und Flechten. Im Grunde genommen ist sie harmlos, da die Haltbarkeit der Fassade nicht beeinträchtigt wird.

Ein Gebäude, das permanent im Schatten und nahe an einem Gewässer steht, ist besonders anfällig für Bewuchs. Weitere Gründe für Verschmutzung der Fassade sind Vogelkot und Luftverschmutzung. Wählen Sie die passende Reinigungsmethode, um Ihre Schieferfassade nicht zu überstrapazieren.

Lassen Sie regelmäßig eine Kontrolle von einem Fachmann durchführen. Zum einen prüft er, ob eine Reinigung der Fassade erforderlich ist. Zum anderen beurteilt er, ob Wasser bei der Reinigung eindringen wird. In diesem Fall sollten Sie die Schieferfassade ausbessern lassen.

Reinigungsvorgang

Zuerst wird die grobe Verschmutzung mit einer Bürste entfernt. Wählen Sie eine Bürste mit weichen Borsten, damit keine Kratzspuren entstehen. Danach wird mit einem Hochdruckreiniger weitergearbeitet. Dabei ist es ratsam, den Wasserdruck an den Zustand der Fassade anzupassen. Zu hoher Druck gefährdet die Gebäudesubstanz.

Es gibt auch eine Auswahl an verschiedenen Düsen. Bedenken Sie, dass verwendetes Reinigungsmittel vom Schmutzwasser aufgefangen und über die Kanalisation entsorgt wird.

6. Alle Vorteile der Schieferfassade auf einen Blick

Von Schieferfassaden profitieren Sie aus mehreren Gründen:

  • Gute Ökobilanz.
  • Unempfindlich gegen Verschmutzung.
  • Heizkostenersparnis durch zusätzliche Dämmwirkung.
  • Guter Witterungsschutz.
  • Gute Ventilationseigenschaften.
  • Dekorative und individuelle Optik.
  • Lange Haltbarkeit.
  • Gute Dämmwirkung.
  • Ökologische Bauweise.

7. Normen für Schieferfassaden

Tipp-zum-Bau informiert Sie über rechtliche Vorschriften für Schieferfassaden.

Bei der Schieferfassade müssen bestimmte Normen eingehalten werden.

Wenn Sie sich für eine Schieferfassade an Ihrer Hauswand entscheiden, müssen Sie die vorgegebenen Regelungen einhalten. Die wichtigste Norm für Baumaßnahmen mit Schiefer ist die DIN EN 12326-1. Zur bedeutendsten Richtlinie für die Errichtung von Schieferfassaden zählt die Fachregel für Außenwandbekleidung mit Schiefer. Sie wurde vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks, kurz ZVDH, herausgegeben.

Falls Sie zusätzlich eine Dämmung außerhalb Ihrer Hauswand planen, müssen Sie die Energieeinsparverordnung, EnEV, beachten. Darin finden Sie einen Verweis zu Regelungen für den sommerlichen Wärmeschutz, die in der DIN 4108-2 festgehalten sind.

Wenn Sie sich für eine Schieferfassade entscheiden, kommen Sie in den Genuss von staatlicher Förderung. Einerseits erhalten Sie von der KfW Bank Darlehen und Zuschüssen für Ihre Schieferfassade. Andererseits ist es möglich, anfallende Kosten für die
Fassadendämmung steuerlich abzusetzen. Bedenken Sie, dass eine Kombination aus beiden Varianten nicht möglich ist.

8. Bedingungen für staatliche Vergünstigungen durch die KfW

Um eine Förderung für Ihre Schieferfassade zu bekommen, müssen Sie vier Kriterien erfüllen:

  • Nach der Fertigstellung der äußeren Fassadendämmung darf der U-Wert maximal 0,2 W/(m²K) betragen.
  • Förderung für Außenwände ist auch möglich, wenn ein zweischaliges Mauerwerk im Nachhinein gedämmt wird. Als Mindestanforderung gilt, dass ein Stoff der Wärmeleitstufe 035 verwendet wird.
  • Die Antragstellung auf Förderung durch die KfW muss vor Baubeginn erfolgen.
  • Es ist Pflicht, einen Energieeffizienz-Experten für Förderprogramme des Bundes hinzuziehen.

Zuschuss-Varianten für Schieferfassaden

Die Zuschüsse der KfW aus dem Programm „Energieeffizient Sanieren“ fallen unterschiedlich hoch aus. Insgesamt bietet die KfW drei verschiedene Fördermöglichkeiten an:

  • Energieeffizient Sanieren – Kredit 151.
  • Energieeffizient Sanieren – Kredit 152.
  • Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss 430.
Tipp-zum-Bau informiert Sie über staatliche Förderungen für Schieferfassaden.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert Ihre Schieferfassade mit verschiedenen Kreditmodellen.

Energieeffizient Sanieren – Kredit 151

Der Kredit 151 bezieht sich auf die Komplettsanierung eines Hauses. Im Falle einer Sanierung zum KfW-Effizienzhaus erhalten Sie bis zu 120.000 € als Kredit. Der Sollzins beträgt 0,75%.

Zusätzlich erhalten Sie einen Tilgungszuschuss bis zu 48.000 €. Die Höhe des Tilgungszuschusses hängt davon ab, wie hoch der KfW-Effizienzhaus-Standard nach der Sanierung ist.

Energieeffizient Sanieren – Kredit 152

Der Kredit 152 gilt lediglich für eine einzelne Dämmmaßnahme. Dafür stellt die KfW maximal 50.000 € bereit. Der Sollzins beträgt 0,75 %. Das Darlehen enthält ebenfalls einen Tilgungszuschuss, der maximal 10.000 € beträgt.

Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss 430

Wie der Titel bereits verrät, bietet die KfW Zuschüsse für Sanierungen an. Wenn Sie Ihr Gebäude zum KfW-Effizienzhaus sanieren, erhalten Sie bis zu 48.000 €. Für eine einzelne Schieferfassaden-Dämmung bekommen Sie maximal 10.000 €.

Schieferfassade steuerlich absetzen

Grundsätzlich sind Fassadendämmungen als Sanierungsmaßnahmen steuerlich absetzbar. Das gilt auch für Schieferfassaden. Dabei wird die Einkommenssteuer innerhalb von drei Jahren reduziert. Während dieser Zeit können Sie maximal 40.000 € absetzen. Bedenken Sie, dass lediglich 20 % der gesamten
Kosten steuerlich absetzbar sind. Die Steuerentlastung gilt noch bis Ende 2029. Die einzelnen Details legt das Einkommensteuergesetz fest.

Voraussetzungen für die steuerliche Absetzung Ihrer Schieferfassade

Insgesamt müssen sieben Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Das zu sanierende Haus oder die Wohnung muss vom Besitzer bewohnt sein.
  • Es ist notwendig, dass ein einziges Fachunternehmen die Sanierungsarbeiten durchführt.
  • Steuerlich absetzbar ist nur eine Sanierungsmaßnahme.
  • Für die steuerliche Absetzung gelten die gleichen technischen Anforderungen wie bei der KfW-Förderung.
  • Haus und Wohnung müssen bei der Sanierungsmaßnahme mindestens zehn Jahre alt sein.
  • Haus- oder Wohnungseigentümer haben dem Fachbetrieb bereits das Geld überwiesen.
  • Fachbetrieb ist dazu verpflichtet, korrekte Umsetzung zu bescheinigen.

9. Schieferfassaden haben unterschiedliche Farben

Bei der Farbgestaltung Ihrer Schieferfassade haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Einerseits sind die Farben des Schiefergesteins auf natürliche Weise entstanden. Andererseits
erhält Schiefer seine Farben durch zusätzliche Mineralien. Grundsätzlich ist der Schiefer für Ihre Fassade in folgenden Farben erhältlich:

  • Die Farben Grün, Rot, Purpur sowie Rotbraun sind auf natürliche Weise entstanden und eine echte Rarität.
  • Durch die Mineralien Chlorit und Hämatit kommt Schiefer in grüner und roter Farbe vor.
  • Dunkle Farben wie beispielsweise Blaugrau sind ebenfalls möglich. Diese entstehen sowohl durch Lichtabsorption als auch feinkörnige Strukturen.

Was müssen Sie bei der Farbauswahl beachten?

Vor dem Bau der Schieferfassade müssen Sie bei der Farbauswahl drei Punkte beachten:

  • Im Idealfall wird Schiefer nur aus einem Abbaugebiet verwendet. Denn je nach Region weist das Schiefergestein unterschiedliche Farben auf.
  • Ihre Schieferfassade kann je nach Bedarf auch bunt gestaltet werden. Dies wird durch verschiedene Mineralien ermöglicht.
  • Farbunterschiede sind normal. Dadurch wirkt Ihre Schieferfassade natürlicher.
Bei Tipp zum Bau erfahren Sie alles über die farblichen Gestaltungsmöglichkeiten für Schieferfassaden.

Schiefer für Ihre Fassade erhalten Sie in den verschiedensten Farben und Formen.

Kunstschiefer als Alternative für Ihre Fassade

Neben Schieferfassaden aus Naturschiefer existiert auch Fassaden aus Kunstschiefer. Kunstschiefer-Platten werden entweder aus Faserzement oder Glasfaserkunststoff produziert. Während Dächer eher aus ersterem hergestellt werden, bestehen Kunstschiefer-Fassaden häufig aus letzterem. Grundsätzlich ist Kunstschiefer kostengünstiger als Naturschiefer und ein modernes Baumaterial. Hier erfahren sie alles über die Eigenschaften von Kunstschiefer.

Eigenschaften

Kunstschiefer-Fassaden aus Glasfaserkunststoff haben folgende Eigenschaften:

  • Sie sind weniger schmutzanfällig als Schieferfassaden aus Naturschiefer.
  • Im Vergleich zu Naturschiefer-Fassaden bleichen sie aus.
  • Kunstschiefer-Fassaden sind in größerem Maße von UV-Strahlen betroffen.
  • Sie sind genauso witterungsbeständig wie Naturschiefer-Fassaden.
  • Kunstschiefer wird nur für den Außenbereich verwendet.
  • Kunstschieferplatten werden in Kunststoffwerken produziert.

10. Schieferfassaden werten Ihr Eigenheim optisch und funktional auf

Schieferfassaden sind empfehlenswert, wenn Sie die Wärmedämmung an Ihrem Gebäude verbessern wollen. Machen Sie sich vorab bewusst, mit welcher Deckungsart Sie die Schieferfassade auskleiden werden. Außerdem müssen sie sich zwischen Gesteins- oder Kunststoffplatten entscheiden. Im Idealfall kontaktieren Sie einen der Fachbetriebe für Schieferfassaden. Dieser informiert Sie auch detailliert über anfallende Kosten und Fördermöglichkeiten durch die KfW.

11. Schieferarten

Schiefer ist ein Naturstein, der an vielen Orten der Welt zu finden ist. Je nach Wetter und Witterung variieren Schiefersteine in ihren Farben, Härtegraden und Funktionen. Nicht alle Steine eignen sich für Ihre Schieferfassade. Die wichtigsten Arten von Schiefer auf einen Blick:

  • Italienischer Schiefer trägt auch den Namen „Ardesia Fontanabuona“.
  • Französischen Schiefer gibt es in unterschiedlichen Farben und Qualitäten.
  • Moselschiefer verdankt seinen Namen dem Transport über die Mosel.
  • Porto-Schiefer aus Portugal hat eine dunkelgraue bis schwarze Färbung.
  • Spanischer Schiefer ist blaugrau, selten auch grün.
  • Über 90% des brasilianischen Mustang-Schiefers kommen aus Papagaios.
  • Der Otta Phyllit aus Norwegen entstand vor 460 Millionen Jahren.
  • Theumaer Schiefer beinhaltet Getreidefrucht-ähnliche Einschlüsse. Er trägt daher auch den Namen Fruchtschiefer.

Der weltweit größte Schiefer-Lieferant ist Spanien. Arbeiter bauen den Naturstein in Galizien, León, Extremadura und Kastilien ab. Er eignet sich für Schieferfassaden, Küchenarbeitsplatten, Fensterbänke und Mauern.

12. Die Vorteile der Wabendeckung für Ihre Schieferfassade

Eine Wabendeckung bietet Ihnen viele Vorteile.

Eine Wabendeckung bietet Ihnen viele Vorteile.

Die Wabendeckung verdankt ihren Namen der wabenähnlichen Form der Schieferplatten an Ihrer Fassade. Bevorzugen Sie eine individuelle und interessante Ansicht Ihrer neuen Schieferfassade? Dann treffen Sie mit der Wabendeckung genau die richtige Wahl. Hier sehen Sie alle Vorteile und Eigenschaften dieser Verlegungsart auf einen Blick:

  • Besonders geringer Materialeinsatz durch großflächige Schieferplatten.
  • Auffallendes Erscheinungsbild Ihrer Fassade durch die wabenähnliche Struktur.
  • Kostengünstige Anschaffung und Verlegung.

Für eine sichere Anbringung sind zwei Schiefernägel oder -stifte pro Schieferplatte vorgeschrieben. Die Höhenüberdeckung hat dabei mindestens 4 cm zu betragen. Das gleiche gilt für die Überdeckung der Seitenflächen. Hierbei ist sowohl die Rechts- als auch die Linksdeckung Ihrer Schieferfassade möglich.

13. Ardesia Fontanabuona

Arbeiter bauen diesen italienischen Schiefer in über dreißig Steinbrüchen im südöstlichen Genua ab. Mit seinen 70 bis 80 Millionen Jahren ist der Ardesia Fontanabuona verhältnismäßig jung. Dennoch weist er einige beliebte Eigenschaften auf:

  • Italienischer Schiefer ist trotz seines jungen Alters gut verfestigt.
  • Er ist spaltbar.
  • Mit einem Härtegrad von 5 liegt italienischer Schiefer in der goldenen Mitte.

Es handelt sich um einen fast schwarzen, meist ungemusterten Tonschiefer. Nur selten weist er Fossilien oder andere Farbschattierungen auf. Die Witterungsbedingungen in Deutschland machen ihn jedoch nur eingeschränkt an Fassaden nutzbar. Informieren Sie sich vor einer Verlegung daher ausführlich über die klimatischen Bedingungen in Ihrer Region.

14. Moselschiefer

Moselschiefer verdankt seinen Namen nicht etwa der Herkunft, sondern dem traditionellen Transportweg. Dieser Schiefer entstammt den Regionen Mayen, Trier, Müllenbach oder Polch. Lieferanten verschifften ihn üblicherweise in Frachtschiffen über die Mosel. Der schwarz-blaue Moselschiefer entstand vor 350-400 Millionen Jahren durch Ablagerung und Verfestigung von Tonschlamm. Seine dunkle Färbung weist einen silbrigen Glanz auf und gilt daher als besonders schön. Zu seinen geschätzten Qualitäten gehört besonders seine exzellente Spaltbarkeit.

Der Moselschiefer kommt in Deutschland auf Dächern, aber auch an Ihrer Fassade zum Einsatz. Typischerweise fungiert Moselschiefer für folgende Deckungsarten:

  • Die Altdeutsche Deckung.
  • Die Doppeldeckung.
  • Platten in Schuppenform oder Rechtecke.

15. Die Fischschuppendeckung für Ihre Schieferfassade

Die Fischschuppendeckung besteht aus sogenannten “Spezial-Fischschuppen”. Die typische Form des Schiefers erzielen Hersteller mit einer rechteckigen Grundform und einem schuppenförmigen Bogen. Die Grundform verschwindet nach der Anbringung unter überlappenden Platten. Sie ist demnach an Ihrer Fassade nicht mehr zu sehen. Es gibt Fischschuppen-Schieferplatten für Ihre Fassade in Größen von 20×15 cm bis 40×19 mm. Für die größte Form benötigen Sie drei Nägel oder Schieferstifte, ansonsten genügen jeweils zwei.

Diese Art der Anbringung erfordert eine Schalung und eine Mindesthöhenüberdeckung von 20 mm gedoppelt. Das bedeutet für eine Fläche von 1 m² benötigen Sie 29,5 Schieferplatten. Dies gilt bei einem Plattenformat von 40×19 mm. Nachteile der extravaganten Fassadenoptik sind demnach der hohe Materialeinsatz.  

16. Die Spitzwinkeldeckung – eine etwas andere Schieferfassade

Die Spitzwinkeldeckung ist eine traditionelle Form der Schieferfassade. Sie entstammt dem 19. Jahrhundert und fand erstmals in Thüringen Anwendung. Spitzwinkelplatten sind rautenförmig und stehen so in einem interessanten Kontrast zu gebogenen Platten. Ihre seitlichen Ecken sind gestutzt. So ermöglichen Hersteller eine bessere Integration in das Gesamtbild Ihrer Fassade. Mittlerweile gibt es acht verschiedene Spitzwinkelschablonen. Ihre ungewohnte Form macht eine Spitzwinkeldeckung zu einem beliebten Hingucker. Um die Spitzwinkelplatten fest an Ihrer Schieferfassade anzubringen, sind zwei Schiefernägel pro Stein erforderlich. Alternativ bieten sich auch spezielle Schieferstifte an. Diese Schieferplatten benötigen entweder eine Schalung oder eine Lattung. Es handelt sich dabei um verschiedene Schichten unterhalb Ihrer Schieferfassade. 

17. Die Gezogene Deckung – praktisch und preisgünstig

Bei Tipp zum Bau erfahren Sie alles über die Gezogene Deckung Ihrer Schieferfassade.

Die Gezogene Deckung Ihrer Schieferfassade ist einfach und kostengünstig zu verlegen.

Bei der gezogenen Deckung handelt es sich um eine Rechteckdeckung Ihrer Fassade. Die Schieferplatten sind dabei waagrecht auseinander gezogen und mit zwei Nägeln befestigt. Alternativ kommt hier die Klammertechnik zum Einsatz. Die Klammern bestehen üblicherweise aus rostfreiem Stahl oder Kupfer. Bei der verdeckten Nagelung kommen jeweils zwei Nägel und eine Klammer zum Einsatz. Gezogene Schieferplatten sind in zwei Größen erhältlich:

  • 40×25 cm mit einer Mindestüberdeckung von 4 cm.
  • 60×30 cm mit einer Mindestüberdeckung von 6 cm.

Die Überdeckung ist abhängig von der Größe der verwendeten Schieferplatte. Wählen Sie grundsätzlich große Platten für Ihre Schieferfassade. Durch den geringen Materialeinsatz ist diese Art der Deckung besonders preisgünstig

18. Tipps zur Pflege von Schieferfassaden

Tipp-zum-Bau informiert Sie über die richtige Pflege für Ihre Schieferfassade.

Altbauten mit Schieferfassaden benötigen eine regelmäßige Pflege.

Grundsätzlich benötigen Schieferfassaden keine Pflege. Schiefer ist nicht nur gegen Wind und Wetter beständig. Die Witterung gibt Ihrer Fassade eine ausdrucksstarke und einzigartige Optik.  Algenwuchs trägt ebenso zum natürlichen und individuellen Aussehen Ihrer Schieferfassade bei. Forscher haben 80 verschiedene Moos-, Algen- und Flechtenarten auf Dächern und an Schieferfassaden gefunden. Hohe Luftfeuchtigkeit und großzügige Beschattung durch Bäume begünstigen das Wachstum. Die Unterschreitung der Regeldachneigung führt auch zu Pflanzenwuchs. Sie wünschen keine Gewächse auf Ihrer Schieferfassade? Dann empfiehlt sich ein bakterielles Dachpflegemittel. Es schützt Ihre Fassade vor Pilzen, Algen, Flechten und Farnen. Ihre Schieferfassade ist bereits befallen? Tragen Sie das Mittel einfach nach einer gründlichen Reinigung auf. So halten Sie unerwünschte Bewohner der Pflanzenwelt auch nachträglich von Ihrer Fassade fern.

19. Die Hinterschnitt-Technik – anpassungsfähig und unsichtbar

Die Hinterschnitttechnik gilt als Alternative zur gewöhnlichen Klammertechnik. Sie ist äußerst praktisch und optisch ansprechend. Bei dieser Art der Anbringung sehen Sie keinerlei Nägel oder Stifte innerhalb der Schieferplatten. Die Hinterschnitt-Technik funktioniert in fünf Schritten:

  • Zunächst bohrt der Dachdecker ein 7 mm tiefes Loch in die Rückseite der Schieferplatte.
  • In dieses Loch setzt er eine Ankerhülse ein.
  • Eine Sechskantschraube spreizt die Hülse ohne die Schieferplatte zu beschädigen.
  • An der Sechskantschraube befestigt der Handwerker wiederum einen weiteren Befestigungshaken.
  • Nun wird die Schieferplatte in die Unterkonstruktion Ihrer Fassade eingehängt.

Die Hinterschnitt-Technik ist nur für geprüften Schiefer erlaubt. Ihre Schieferplatte benötigt eine Dicke von 1-2 cm. Eine entsprechende Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik ist ebenfalls nötig.

20. Die Geschichte Ihrer Schieferfassade

In Mayen gibt es eine Ausbildung zum Schieferdachdecker.

In Mayen gibt es eine Ausbildung zum Schieferdachdecker.

Die Anfänge der Schieferfassade reichen hunderttausende Jahre zurück. Schon in der Steinzeit verwendeten die Menschen Natursteine zum Bau ihrer Häuser. Die Römer stellten zunächst Regeln zur Verlegung von Schiefer auf. Gebäude mit den Fassaden dieser Zeit sind noch heute am Rhein und an der Mosel zu sehen. Mit der Zeit verlor der Schiefer als Deckungsmaterial für Dächer und Fassaden an Bedeutung. Stattdessen produzierten Hersteller Schiefertafeln und Griffel für den Schulalltag, aber auch für den privaten Gebrauch. Vom 17. Jahrhundert bis zur Abschaffung von Schiefertafeln 1960 besaß Thüringen das Weltmonopol.

In den 1970er Jahren kam das „ökologische Bauen“ in Mode. Die Schiefer im Hausbau erlebte daraufhin in den 80ern seine große Wiederkehr. Als Naturprodukt ist die Herstellung der Platten umweltfreundlich und klimaschonend. Dachdecker entwickelten daraufhin 15 verschiedene preiswerte und dekorative Deckarten für Ihre Fassade. Mit 250 unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten gewann die Schieferfassade immer mehr an Popularität. Heutzutage nutzen Dachdecker Tonschiefer für Dächer, Fassaden und Giebel. In Mayen gibt es noch heute eine Ausbildung zum Schieferdachdecker. Sie ist beim Bundesbildungszentrum für Dachdecker (BBZ), zu absolvieren. 

21. Fünf Gründe für die vorgehängte hinterlüftete Schieferfassade

Interessieren Sie sich für die Anbringung Ihrer neuen Schieferfassade? Gängig hierbei ist die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF). Wir verraten Ihnen, warum diese Art der Anbringung besonders beliebt ist:

  • Diese Variante der Anbringung bietet Wärmeschutz im Winter.
  • Im Sommer verhindert Ihre Schieferfassade das Aufheizen Ihres Hauses.
  • Sie bietet Schutz vor Regen und Feuchtigkeit.
  • Die VHF verhindert Korrosionsschäden.
  • Ihre Schieferfassade reguliert Temperaturschwankungen und schützt Ihr Raumklima effektiv.
  • Es kommt zu einer Verbesserung des Schallschutzes der Wand von bis zu 15dB.

Fast jeder Architekt empfiehlt heutzutage die Anwendung der VHF. Sie haben sich für Ihre Schieferplatten und die Art der Deckung entschieden? Dann geht es auch schon mit der Anbringung Ihrer neuen Schieferfassade los. 

22. Glossar

Die Schieferfassade ist ein sehr komplexes Thema. Sie verlieren bei all den Fachbegriffen den Überblick? Hier sehen Sie die wichtigsten Methoden, Begriffe und Eigenschaften noch einmal auf einen Blick:

Die Vollschalung

Eine Vollschalung besteht aus Holzbrettern und sitzt ober- oder unterhalb der Dämmung. Sie kommt bei der altdeutschen, der Universal- und der Schuppendeckung zur Anwendung.

Die Konterlattung

Handwerker bringen die Konterlattung zur Hinterlüftung der Deckung an Ihrer Fassade an. Sie befindet sich oberhalb der wasserführenden Schicht. Dadurch fließt Feuchtigkeit effizient ab. Der Konterlattung folgen die Tragelatten, auf denen schließlich die Schieferplatten befestigt werden.

Der U-Wert

Als U-Wert bezeichnen Fachleute die Menge an Wärme, die durch einen m² eines Bauteils fließt. Sie wird innerhalb einer bestimmten Zeiteinheit gemessen. Je niedriger die Zahl, desto besser die Dämmung. 

Der Härtegrad Ihrer Schieferfassade

Der Härtegrad nach Mohs weist Mineralien in aufsteigender Reihenfolge Härten von 1-10 zu. Schieferarten besitzen zusätzlich ihre eigene Einteilung. Experten bestimmen sie nach dem Verhältnis zwischen Quarz und Glimmer.

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