Hebeanlage

Hebeanlage – Technik und Funktionsweise

Das Grundprinzip der Entwässerung ist einfach: Wasser fließt immer nur nach unten. So gelangt es von der Wohnung in die Kanalisation. Liegt nun aber der wohnungseigene Abwasser-Ablauf unterhalb des Straßen-Kanals, kann das Schmutzwasser nicht mehr von alleine abfließen. Die Lösung: eine Hebeanlage!

1. Funktionsprinzip der Hebeanlage

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Vor allem bei Kellern und Untergeschossen liegt der wohnungseigene Ablauf oft unterhalb des Kanal-Niveaus. Nur durch Hebeanlagen können Sie hier entwässern. Denn Hebeanlagen pumpen das Abwasser über sogenannte Druckleitungen nach oben in den Abwasserkanal. Wichtig: Die Hebeanlage muss das Wasser über die Rückstauebene pumpen können. Somit gelangt es in den Kanal und fließt nicht zurück in Ihre Wohnung.


2. Die Rückstauebene bei Abwasser-Hebeanlagen

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Die Rückstauebene befindet sich in der Regel auf Höhe der Straßenoberkante. Nach Bauvorschrift DIN EN 12056 gilt: Abwasser, das sich oberhalb dieser Grenze befindet, gelangt mit Hilfe der Schwerkraft in die Kanalisation. Nur in besonderen Ausnahmefällen darf hier eine Hebeanlage eingesetzt werden.

Schmutzwasser und Niederschlagswasser, das unterhalb der Rückstauebene anfällt, muss andererseits mittels einer automatisch arbeitenden Hebeanlage in die Kanalisation geleitet werden. Dies ist ebenfalls in der DIN EN 12056 festgehalten.


3. Hebeanlagen für die Waschmaschine im Keller

Schnell, leise, zuverlässig: Mit Hebeanlagen entwässern Sie Ihre Untergeschosse ohne Probleme. Egal ob Abwasser von der Waschmaschine oder der Badewanne oder vom WC mittels Kleinhebeanlage – es gelangt in die Kanalisation, ohne dass Geruch entsteht. Doch Hebeanlagen können mehr!

Selbst bei Stromausfall und Dauerregen können Sie sich sicher sein: Ihre Hebeanlage arbeitet. Weshalb ein Rückfluss von Regen- oder Abwasser zurück in Ihre Wohnung ausgeschlossen ist. Auch bei heftigstem Niederschlag. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Anlage innerhalb oder außerhalb Ihrer Wohnung aufgestellt ist: Beides ist möglich.

4. Die drei Arten von Hebeanlagen

Weiterhin wird unterschieden zwischen drei Arten von Hebeanlagen: Schmutzwasserhebeanlagen, Fäkalienhebeanlagen und Fäkalienhebeanlagen für die begrenzte Verwendung. Ihre Funktionsweise ist ähnlich, die Einsatzorte sind jedoch verschieden. Wie die Hebeanlage im Detail aufgebaut ist und wann Sie welchen Anlagetyp benötigen, erfahren Sie hier.

Jede Hebeanlage besteht aus einer oder zwei Pumpen, einem Behälter sowie mehreren Anschlüssen. Die Anschlüsse sind für Zulauf-, Lüftungs- und Druckleitungen.

Das Abwasser von Dusche, Bad und anderen Ablaufstellen gelangt über die Zulaufleitungen in die Hebeanlage. Sobald hier eine bestimmte Wassermenge im Behälter ist, schaltet sich die Pumpe automatisch ein. Somit befördert die Druckleitung das Wasser nach draußen in die Kanalisation. In der Druckleitung ist in der Regel ein „Rückflussverhinderer“ eingebaut. Bereits abgepumptes Wasser kann somit nicht zurückfließen. Die Lüftungsleitung dient, wie der Name schon verrät, der Entlüftung des Behälters. Die Leitung ist nicht mit der Wohnung verbunden. Vor unangenehmen Gerüchen bleiben Sie verschont.

Unterschieden wird zwischen:

  • Schmutzwasserhebeanlage
    Eine Schmutzwasserhebeanlage befreit Ihr Haus von fäkalienfreiem Abwasser, dem so genannten „Grauwasser“. Unter diesen Begriff fallen beispielsweise die Abwässer von Waschmaschine, Dusche und Badewanne.
  • Fäkalienhebeanlage
    Sobald Toiletten und Urinale zu entwässern sind, benötigt man eine Fäkalienhebeanlage. Sie schafft fäkalienhaltiges Abwasser, auch „Schwarzwasser“ genannt, in die Kanalisation.
  • Fäkalienhebeanlage zur begrenzten Verwendung

Hebeanlagen zur begrenzten Verwendung werden oft aus Kostengründen bevorzugt. Allerdings gibt es Regelungen in der DIN EN 12050-3, die beachtet werden müssen, wenn Sie diese Hebeanlage einbauen wollen:

  • maximal ein WC darf unmittelbar angeschlossen werden
  • über der Rückstauebene ist ein weiteres WC,
  • der Kreis der Benutzer ist überschaubar,
  • insgesamt dürfen angeschlossen sein: 1x WC, 1x Handwaschbecken, 1x Badewanne und 1x Bidet,
  • alle Entwässerungsgegenstände müssen im selben Raum sein,
  • es gibt keinen weiteren direkten Entwässerungsgegestand, der angeschlossen ist.

5. Ort der Installation der Hebeanlage

Ihren persönlichen Wohnbedingungen entsprechend gibt es eine passende Hebeanlage für Sie. Und zwar eine Schmutzwasserhebeanlage für die Entwässerung von Dusche, Bad und Waschmaschine oder eine Fäkalienhebeanlage, wenn in Ihrem Keller Toiletten und Urinale zu entwässern sind. Je nach den Wohnverhältnissen entscheiden Sie auch hier, ob Sie die Hebeanlage innerhalb oder außerhalb Ihres Gebäudes bevorzugen. Grundsätzlich können Sie eine Hebeanlage an folgenden Orten installieren:

  • In der Bodenplatte,
  • in einem separaten, frostgeschützten Raum
    (frei aufgestellte Hebeanlagen) oder
  • in einem Schacht außerhalb des Gebäudes.

Bleiben Sie flexibel

Egal ob Sie nachträglich eine Toilette, eine Badewanne oder eine Waschmaschine in Ihrem Keller installieren wollen: Ihre Hebeanlage ist darauf vorbereitet. Leicht anzubringende Anschlüsse für weitere Zuläufe machen es möglich. Unter dem Strich müssen Sie lediglich das neue Gerät über eine Leitung mit der Hebeanlage verbinden. Und schon funktioniert auch hier die Entwässerung. So bleiben Sie jederzeit flexibel bei der Gestaltung Ihres Kellers!

6. Kostenunterschiede

Die Kompaktanlage für das kleine Kellerbad ist ab etwa 100 Euro zu haben. Der Preis für die Montage kommt noch hinzu. Leistungsfähigere Anlagen für Schwarzwasser beginnen bei 250 Euro.

Aufwendige Hebeanlagen werden in einem eigenen Außenschacht angebracht. Diese können dann durchaus auch mehrere tausend Euro kosten. Elektronisch gesteuerte Pumpensysteme beginnen preislich bei etwa 500 Euro. Durch Überwachung von Druck und Füllstand können so die Pumpen überwacht und angesteuert werden.

Die Kosten sind je nach Hersteller unterschiedlich, orientieren sich aber stark am Rohrvolumen. Gewerbliche Hebeanlagen, welche jede Art von Abwasser sowie große Kapazitäten bewältigen, bewegen sich im Bereich von tausend Euro und aufwärts.

Gewerbliche Hebeanlagen müssen jede Art von Abwasser sowie große Kapazitäten bewältigen. Die Kosten bewegen sich in einem Bereich von 1000 Euro aufwärts. Hier stellt  neben Hersteller und Qualität der Durchsatz den Hauptkostenfaktor dar.

7. Tipps zu Einbau und Wartung

Damit Sie viel und lange Freude an Ihrer Hebeanlage haben, sollten Sie unsere Tipps zum Einbau beherzigen. Das spart Zeit, Nerven und kommt Ihrem Geldbeutel zu Gute.

  • Feste Verankerung im Boden.
    Im Falle von Hochwasser darf Ihre Hebeanlage nicht schwimmen, da sie sonst vorhandene Rohre beschädigen oder gar zerstören könnte.
  • Alle Leitungen müssen flexibel sein.
    Um Rohrbruch zu vermeiden, sollten Sie flexible und kurze Rohre bevorzugen. Dadurch kann Ihre Hebeanlage notfalls mitschwingen.
  • Der Sammelbehälter muss im Boden eingelassen sein, damit Leitungen aus dem Kellerfußboden angeschlossen werden können.
  • Einmal in jede Richtung: 60 cm Platz.
    Um gut an Ihre Hebeanlage ranzukommen und sie zu warten ist ein guter Zugang unerlässlich. Bedenken Sie dies vor dem Einbau.
  • Regelmäßiges Be- und Entlüften.
    Es entstehen Gase durch Gärprozesse und Sie müssen den dabei entstehenden Unterdruck ausgleichen. Zusätzlich raten wir Ihnen, weit von Fenstern und Türen der Bewohner zu entlüften.

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