Abwasserentsorgung

Abwasserentsorgung – gesetzeskonforme Abwasserbeseitigung

Die Abwasserentsorgung ist in Deutschland Aufgabe der Gemeinden und Städte. Über die öffentliche Kanalisation gelangt Ihr Schmutzwasser in Kläranlagen. Nur gereinigtes und sauberes Wasser wird von dort aus in Flüsse und Seen weitergeleitet. Über Ihren Abwasseranschluss leiten Sie Ihr Abwasser in diese öffentliche Anlagen. Gesetzliche Vorschriften regeln eine fachgerechte Entsorgung. Erfahren Sie hier mehr über die Abwasserentsorgung.

Die Tipp zum Bau Seite bietet Ihnen Navigationspunkte bei Ihrer Recherche.

1. Woraus besteht das Abwasser?

Knapp die Hälfte des gesamten Abwassers entsteht in Privathaushalten. Der zweite große Bestandteil ist Regenwasser. Dieses wird auf seinem Weg zum Erdboden oft durch Verunreinigung in der Luft verschmutzt. Dazu zählen Straßenstaub, Reifenabtrieb sowie sämtliche Abgase. Jährlich werden Milliarden Liter Regenwasser von Kläranlagen gereinigt. Der kleinste Abwasseranteil stammt aus der Industrie und Betrieben.

Wofür braucht man eine Abwasserentsorgung?

Ohne geregelte Abwasserentsorgung und Kläranlagen, die das Wasser reinigen, werden unsere Gewässer langfristig verschmutzt. Flüsse und Seen sind dann nicht mehr für Sie zugänglich. Zu große Mengen an Schmutzwasser sind einfach eine Belastung für die Umwelt. Das verschmutze Wasser gelangt früher oder später ins Grundwasser und verursacht Krankheiten. Schützen Sie die Umwelt und informieren Sie sich über eine sachgerechte Abwasserentsorgung.

2. Varianten der Abwasserentsorgung

Zentral-öffentliche Abwasserentsorgung

Der Großteil aller Privathaushalte ist mit dem zentral-öffentlichen Abwasserentsorgungs-Netz verbunden. Bei der Erschließung eines neuen Grundstückes sind Sie dazu verpflichtet, einen Anschluss an dieses System zu nutzen. Nur unter gewissen Umständen wird eine Befreiung der Pflicht gestattet. Die Abwasserbeseitigung am Haus wird durch eine Freigefälleleitung gewährleistet. Das Gefälle beträgt dabei 0,5 bis einen Zentimeter pro Meter. Das Abwasser fließt durch das Gefälle ohne Hilfsmittel in die Kanalisation.

Um Ihren Anschluss mit Freigefälle zu installieren, benötigen Sie einen Kontrollschacht. Dieser verhindert das Zurückfließen des Wassers: Eine Verstopfung Ihrer Abwasserentsorgung wird so verhindert. Alternativ zu einer Freigefälleleitung geschieht Ihre Abwasserentsorgung durch eine Druckentwässerung. Sie benötigen dazu ebenfalls einen Schacht, werden aber über ein Hauspumpwerk an das Kanalnetz angeschlossen. Über Kanäle gelangt Ihr Schmutzwasser in die öffentliche Kläranlage.

Abwasserentsorgung in Sammelgruben

In Ausnahmefällen werden Grundstücke an abgedichtete Sammelgruben angeschlossen. Wie der Name schon erkennen lässt, fließt das Abwasser in eine große Grube. Wichtig ist, dass die Grube komplett dicht ist. Dadurch wird das Durchsickern verhindert und das Grundwasser bleibt vom Schmutzwasser unberührt.

Kleinkläranlage zur Abwasserbeseitigung

Die Abwasserbeseitigung einer Gemeinde oder eines Grundstückes wird unter Umständen durch eine Kleinkläranlage durchgeführt. Diese Kläranlage reinigt das Abwasser, ohne mit der zentralen öffentlichen Abwasserentsorgung verbunden zu sein. Eine Kleinkläranlage zur Abwasserbeseitigung wird unter einer wichtigen Voraussetzung genehmigt: In den nächsten 15 Jahren nach Installation darf kein Anschluss an die öffentliche  Abwasserbeseitigung erfolgen.

3. Installation einer Anlage zur Abwasserentsorgung

Wissenswertes über Abwasserentsorgung bei Tipp zum Bau. Lesen Sie mehr über das Abwasser.

Ein Abwasseranschluss benötigt sorgfältige Planung.

Abwasserentsorgung in die öffentliche Kanalisation

Der Großteil aller Haushalte ist an das öffentliche Kanalsystem angeschlossen. Das Abwasser fließt darin ungehindert zur Kläranlage. Hier erfahren Sie, was Sie alles für Ihren neuen Anschluss benötigen und wie Sie Ihn einbauen.

  • Zuerst beantragen Sie einen neuen Anschluss zur Abwasserentsorgung. Informieren Sie sich dazu über den Zuständigen in Ihrer Gemeinde.
  • Neben dem Antrag benötigen Sie einen Eigentumsnachweis.
  • Eventuell ist eine Vollmacht und eine Kopie des amtlichen Lageplans erforderlich.

Wurde Ihr Antrage von den Zuständigen genehmigt, wird die Anlage zur Abwasserbeseitigung installiert. Das komplette Rohrsystem hat in der Regel eine Länge von 30 Meter. Auf Ihrem Grundstück selbst befinden sich lediglich 1,5 Meter davon. Abwasserrohre liegen in einer Tiefe von einem Meter und fließen in den drei Meter tiefen Kanal.

An der Grundstücksgrenze wird ein Übergabeschacht eingebaut. Dieser ermöglicht einen reibungslosen Übergang der Abwasserentsorgung vom Haus zur öffentlichen Kanalisation. Der Schacht ermöglicht zusätzlich Wartungsarbeiten am Rohrsystem Ihrer Abwasserbeseitigung. Beachten Sie bei der Abwasserentsorgungs-Anlage das benötigte Gefälle. Dieses beträgt 0,5 bis einen Zentimeter pro Meter. Damit wird sichergestellt, dass das Abwasser in den Kanal fließt und nicht zurück ins Haus. Starker Regen oder eine Verstopfung verhindern jedoch unter Umständen das Weiterfließen des Abwassers. In Extremfällen fließt das Wasser sogar zurück ins Haus. Um diese Situation zu verhindern, wird eines dieser technischen Sicherheitssysteme eingebaut:

  • Die Abwasser-Hebeanlage ist der sicherste Schutz vor Rückstau.
  • In Privathaushalten wird häufig eine Rückstauklappe verbaut.

Regenwasser-Anschluss zur Abwasserentsorgung

Neben dem Abwasser leiten Privathaushalte auch Ihr Regenwasser in Kanalleitungen ab. Das spielt auch beim Einbau der Abwasserentsorgung-Anlage eine Rolle. Regenwasser wird zusammen oder getrennt vom Abwasser in die Kanalisation weitergeleitet.

  • Beim Trennverfahren werden Regenwasser und Abwasser in zwei unterschiedlichen Rohrleitungen dem Kanal zugeführt.
  • Das Mischverfahren ermöglicht hingegen eine gemeinsame Einleitung in die öffentliche Kanalisation.

Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde, ob Sie dazu berechtigt sind, Regenwasser in die öffentliche Abwasserbeseitigung zu leiten. Um die Überlastungen des Kanals zu verhindern, werden Regenwasser-Leitungen meist gedrosselt.

Privater Kanalisationsteil

Für Ihren privaten Teil der Kanalisation sind Sie alleine verantwortlich. Eigentümer sind generell dazu verpflichtet, alle Abwasserrohe im Haus selbst zu kontrollieren. Das gilt aber auch für Rohre außerhalb des Hauses, die zum Kontrollschacht führen. Oftmals verläuft ein Teil der Kanalisation unter Grundstücken hindurch. Der Hauseigentümer ist dann sowohl für die Abwasserbeseitigung, als auch für diesen Kanalisationsteil zuständig. Vielen Grundstückbesitzern ist diese Verantwortung unbekannt, weshalb einige Teile der Kanalisation in schlechtem Zustand sind. Fehlende Kontrollen und Sanierungen verschlimmern die Situation der Abwasserentsorgung. Undichte Abwasserkanäle gefährden teilweise unser Trinkwasser.

4. Abwasseranlagen der Abwasserentsorgung

Öffentliche Kläranlage

Zunächst wird das Schmutzwasser aus der Abwasserentsorgung in der Kläranlage mit Rechen grob gereinigt. Große, feste Stoffe wie Klopapier werden dabei aus dem Wasser gefischt. Diese Stoffe werden später Teil des übrig gebliebenen Klärschlamms. Ein Sandfang fängt alle schweren Partikel aus dem Wasser auf. Darunter gehören mineralische Feststoffe wie Kies, Erde oder Sand. Als nächstes fließt das Wasser durch ein Vorklärbecken. Eine langsame Strömung sorgt dafür, dass sich kleine, leichte Schmutzpartikel absetzen.

Im Belebungsbecken trifft das Wasser auf Mikroorganismen. Bakterien fressen Öle, Düngemittel und Weiteres auf. Gleichzeitig reinigen sie so das Wasser von organischem Schmutz. Die letzte Station in der Kläranlage ist das Nachklärbecken. Dort setzen sich die Mikroorganismen am Boden ab und werden zu Schlamm. Der Schlamm wird in einen Faulturm gebracht, wo er gärt und zu Klärschlamm wird. Zu guter Letzt wird das saubere Wasser direkt in Flüsse geleitet. Bedenken Sie jedoch: Das Wasser beinhaltet noch immer Keime. Mit dem Klärprozess können keine Medikamente und andere Stoffe entfernt werden. Neben dem klassischen Klärvorgang verwenden heutzutage einzelne Klärwerke weitere Methoden:

  • UV-Licht wird eingesetzt, um Keime effizient abzutöten und das Wasser zu desinfizieren.
  • Eine Membrankläranlage filtert sämtliche Bakterien und Viren aus dem Wasser heraus.

Kleinkläranlage

Grundstückseigentümer können auf Ihrem Grundstück eine Kleinkläranlage betreiben. Die Abwasserbeseitigung erfolgt in einer Grube. Feste und schwere Stoffe setzen sich hier ab. Als zweiter Schritt folgt die biologische Reinigung. Mikroorganismen vernichten organischen Schmutz. Wie Sie sehen, gibt es Ähnlichkeiten zur Abwasserentsorgung in öffentlichen Kläranlagen. Auf Grund ihres Umfangs benötigen Kleinkläranlagen jedoch weniger aufwändige Reinigungsprozesse.

In einigen Fällen nutzen Kleinkläranlagen weitere Verfahren und Methoden, um das Abwasser entsprechend zu reinigen. Außerdem muss der übrige Klärschlamm ordnungsgemäß entsorgt werden. Kleinkläranlagen werden von Eigentümer regelmäßig gewartet und untersucht. So wird auf lange Zeit eine gute Reinigung gewährleistet. Ein anerkannter Sachverständiger untersucht die Anlage all zwei bis vier Jahre. Das Ergebnis der Abwasserbeseitigung wird der Gemeinde vorgelegt.

Abwasserentsorgung in die Kanalisation

Die Abwasserbeseitigung erfolgt durch ein Trenn- oder ein Mischsystem in die Kanalisation. Bei einem Trennverfahren fließen Abwasser und Regenwasser in getrennten Leitungen zur Kläranlage. Das Mischverfahren ermöglicht die gemeinsame Einleitung in die Abwasserentsorgung. Dies wird ähnlich gehandhabt wie bei gemischten oder getrennten Hausanschlüssen.

5. Abwasserbehandlung nach der Abwasserbeseitigung

Die Wasserwirtschaft entwickeln fortlaufend neue Verfahren zur Verwertung der in Kläranlagen übrig gebliebenen Reste. Entscheidend sind der Klärschlamm und der nährstoffreiche Phosphor. Jährlich bleiben Millionen Tonnen an Klärschlamm in den Kläranlagen zurück. Rund 70 Prozent davon werden thermisch wiederverwertet. Gut ein Drittel des Schlamms wird dagegen in der Landwirtschaft eingesetzt. Der Schlamm ist nährstoffreich und eignet sich hervorragend zur Rekultivierung. Einerseits führt zusätzlicher Phosphor zurÜberdüngung und belastet die Umwelt. Andererseits ist der Nährstoff in der Natur nur begrenzt verfügbar. Neue Verfahren sollen eine Rückgewinnung des Phosphors möglich machen. Lediglich ein geringer Teil des Klärschlamms kann nicht wiederverwendet werden und wird entsorgt. Um der Umwelt nicht zu schaden, wird auch dieser Rest natürlich behandelt.

6. Kosten der Abwasserentsorgung

Bei der Abwasserentsorgung fallen je nach System unterschiedliche Kosten an. Tipp-Zum-Bau erklärt Ihnen, mit was Sie rechnen müssen.

Mit welchen Kosten ist bei der Abwasserentsorgung zu rechnen?

Beitragskosten

Die Beitragskosten der Abwasserbeseitigung variieren zwischen den einzelnen Gemeinden und Ländern. Einige Gemeinden verzichten auf die Erhebung eines Abwasseranschluss-Beitrags. Beitragskosten sind in der Regel für einen neu errichteten Anschluss zu entrichten.

Abwasseranschluss

Die Kosten eines neuen Anschlusses an das Abwasserbeseitigungs-System Ihres Grundstückes sind von vielen Faktoren abhängig:

  • Die Kosten für Art und Durchmesser der Rohre variieren stark.
  • Die Anzahl der Schächte wird an die Größe des Gebäudes angepasst.
  • Die Beschaffenheit des Bodens spielt eine wichtige Rolle. Ist der Boden besonders hart, dauert das Aufgraben länger und kostet mehr.
  • Die Tiefe und Länge Ihres Rohrsystems wirken sich ebenfalls auf die Kosten aus.

Für Ihren neuen Abwasseranschluss benötigen Sie eine Aufgrabe- und Sperrgenehmigung. Diese kostet circa 60 Euro. Liegt Ihr Grundstück neben einer Straße, so haben Sie Verkehrssicherungs-Einrichtungen aufzustellen. Die Kosten hierfür betragen etwa 90 Euro. Der Abwasserentsorgungs-Anschluss hat eine Länge von 30 Meter. Eine entsprechende Grube muss dafür ausgehoben werden. Das Graben kostet Sie bis zu 8.500 Euro. Nun werden die Rohrleitungen auf Ihrem Grundstück verlegt. Planen Sie dafür Kosten in Höhe von 4.000 Euro ein. Zusätzlich werden Revisions- und Kontrollschächte, sowie Dichtungen angebracht. Zu Ihrer Anlage zur Abwasserbeseitigung kommen hierdurch weitere 2.500 Euro hinzu. Die aufgeführten Kosten sind allerdings nur ein Richtwert. In einzelnen Fällen wird eine deutlich kleinere Grube ausgehoben und weniger Rohre verlegt. Die Baugesamtkosten Ihrer Abwasserbeseitigung liegen also zwischen 10.000 bis 17.000 Euro.

Abwassergebühren

Die Gebühren für die Abwasserbeseitigung unterscheiden sich ebenfalls von Gemeinde zu Gemeinde. Ein weiterer Faktor ist die Art der Abwasserentsorgung. Eine dezentrale Abwasserbeseitigung ist immer mit höheren Kosten verbunden. Die Abwasser-Grundgebühren berechnen Sie mit diesen Faktoren:

  • Lesen Sie die Zählergröße Qn an Ihrem Wasserzähler regelmäßig ab.
  • Informieren Sie sich bei dem für Sie zuständigen Entsorger.
  • Rechnen Sie damit, dass 20 Cent bis acht Euro pro Tag für die Abwasser-Grundgebühr anfällt.

Neben der Abwasser-Grundgebühr wird eine Abwassermengen-Gebühr berechnet. Eine zentrale Abwasserentsorgung über das Kanalsystem kostet Sie zwei bis drei Euro pro Kubikmeter. Deutlich kostspieliger kommt Ihnen eine dezentrale Abwasserbeseitigung. Eine mobile Einheit fährt zu Ihnen, pumpt Ihr Abwasser ab und nimmt es mit. Dieser Prozess kann bis zu 90 Euro pro Kubikmeter kosten. Zusätzlich fallen meist Anfahrtskosten von etwa 10 Euro an.

7. Gesetzliche Vorschriften zur Abwasserentsorgung

Absatz, bestrafen, bestrafen sie, strafen

Beim Thema Abwasserbeseitigung sind einige gesetzliche Regelungen zu beachten.

Wasserhaushaltsgesetz (WHG)

Das Wasserhaushaltsgesetz beantwortet Ihnen alle Fragen über Gewässer, Abwasserentsorgung, Wasserversorgung, sowie Bußgelder und Haftung. Genaueres zur Abwasserentsorgung finden Sie in Abschnitt 2 Abwasserbeseitigung. Wir haben Ihnen hier das Wichtigste aus diesem Abschnitt zusammengefasst:

  • Beseitigen Sie Ihr Abwasser über zentrale Anlagen, um das Gemeinwohl nicht zu gefährden.
  • Nur flüssige, ungefährliche Stoffe sind im Abwasser erlaubt.
  • Jeder Privathaushalt, Betrieb und die Industrie ist zur Abwasserentsorgung verpflichtet.
  • Abwasser darf nur gereinigt ins Gewässer geleitet werden.

Gemeindeverordnungen

Die Gemeindeverordnungen der einzelnen Bundesländer beinhalten Regelungen über die Abwasserentsorgung. Es gibt unter Umständen Abweichungen von Bundesland zu Bundesland. Werfen Sie bei Ungewissheit einen Blick in Ihre jeweilige Gemeindeverordnung.

Satzungen und Verordnungen

Einzelne Verordnungen und Satzungen regeln Diverses zu Anschlüssen oder Gebühren. Lesen Sie bei Fragen zur Abwasserbeseitigung daher:

  • Die Abwasserverordnung (AbwV). Diese beinhaltet alle Anforderungen über das Einleiten von Abwasser ins Gewässer.
  • Die gemeindliche Entwässerungsatzungen (EWS).
  • Die Beitrags- und Gebührensatzungen (BG-EWS).
  • Die Abwasserbeseitigungssatzung.
  • Die Fäkalentsorgungssatzung findet bei Sammelgruben Anwendung.

Befreiung von Anschluss und Gebühren

Grundsätzlich sind Sie nach dem Wasserhaushaltsgesetz zur Einrichtung eines Anschlusses an öffentliche Kanäle verpflichtet. Abweichungen werden von den einzelnen Gemeinden selbst getroffen. Sie befinden sich in der Gemeindeordnung und den Entwässerungssatzungen. Bei Ihrer Gemeinde beantragen Sie dann die Befreiung vom öffentlichen Kanalsystem. Wurde Ihr Befreiungsantrag genehmigt, stellen Sie einfach einen weiteren, um sich die Gebühren zu sparen: Sie werden von den Entwässerungsgebühren befreit, wenn Sie Ihr Abwasser nicht in die öffentliche Kanalisation leiten. Bauen Sie zwingend einen privaten Wasserzähler ein, damit Ihr Antrag angenommen wird.

8. Fazit: Gesetzliche Angaben bestimmen die Abwasserentsorgung

Die Abwasserentsorgung spielt eine große Rolle, wenn Sie Grundstückseigentümer werden und einen neuen Anschluss errichten. Auch wenn es generell drei Varianten der Abwasserbeseitigung gibt, erlaubt das Gesetz meist vor allem die zentral-öffentliche. Verordnungen rund um Abwasser unterscheiden sich allerdings zwischen den Gemeinden und Länder. Informieren Sie sich daher über die Bestimmungen Ihres Ortes. Entsorgen Sie Ihr Abwasser fachgerecht und nach den Gesetzesnormen. So bleiben die Flüsse und Seen sauber und das Grundwasser unberührt.

9. Sammelgrube

Sammelgruben sind die ideale Lösung für Wochenendhäuser und Kleingärten. Sie sind außerdem eine gute Übergangslösung bis zur Fertigstellung Ihres Anschlusses. Grundsätzlich werden Sammelgruben an Grundstücke ohne Kanalanschluss zugelassen. Sie eignen sich nur für geringe oder unregelmäßig anfallende Abwassermengen. Lassen Sie Sammelgruben vor der Installation von der Bauaufsicht begutachten.

10. Kosten einer Sammelgrube

Die Kosten für Sammelgruben steigen bei höherer Kapazität. Erhältlich sind diese in Größen von 1.000 Liter bis 9.600 Liter Volumen.

  • Eine Grube mit 1.000 Liter Volumen kostet 499 bis 550 Euro.
  • 9.600 Liter-Volumen-Gruben sind ab 3.000 Euro erhältlich.

11. Gesetzliche Vorschriften zur Sammelgrube

Sammelgruben benötigen eine Zulassung. Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) informiert Sie über:

  • Die Anwendungsbereiche einer Sammelgrube.
  • Die erlaubten Werkstoffe.
  • Die Planung, Installation und die Wartung einer Grube.

Eine Zulassung für Ihre Sammelgrube erhalten Sie beim Hersteller.

12. Versickerungssystem einer Kleinkläranlage

Nachdem Ihre Kleinkläranlage das Abwasser gereinigt hat, fragen Sie sich: Wohin mit dem Wasser? Mit einem Versickerungssystem gelangt das saubere Wasser in den Boden. Spezielle Tunnel und Platten sorgen für ein konstantes Einsickern. Informieren Sie sich allerdings, ob das Wasser überhaupt in Ihren Bodentyp einsickert. Nur bei richtiger Bodenbeschaffenheit ist dies möglich. Installieren Sie das Versickerungssystem mit  mindestens einem Meter Abstand zum Grundwasser.

13. Kosten eines Versickerungssystems

Versickerungssysteme kosten je nach Größe und Ausführung zwischen 50 und 500 Euro. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einen Schacht für 120 bis 450 Euro einzubauen. So regulieren Sie den Wasserfluss. Außerdem benötigen Sie ein Zwischenstück für 170 Euro. Zwei Endplatten sind für je 25 Euro und Sicherungen ab 15 Euro erhältlich.

14. Abwasserbehandlung bis zum Dünger

Aufgrund des Phosphorgehalts wird Klärschlamm gerne als Dünger eingesetzt. Wir Menschen, sowie Pflanzen und Tiere benötigen Phosphor für eine gesunde Lebensweise. Jedoch hat man in den vergangen Jahren in einigen Böden einen überhöhten Phosphor-Gehalt festgestellt. Seit 2014 gilt Phosphor daher als kritischer Rohstoff. Er wird nur unter strengen Voraussetzungen als Dünger eingesetzt.

15. Abwasserbehandlung bis zum Brennstoff

Der Rest des Klärschlamms wird als Sekundärbrennstoff in Kraft- und Zementwerken eingesetzt. Alternativ ist auch eine Lagerung auf Deponien möglich. Hierbei gehen jedoch Inhaltsstoffe verloren. Eine Deponierung bedarf daher der der Vorbehandlung des Klärschlamms in einer Verbrennungsanlage.

16. Gesetzliche Vorschriften zur Klärschlammverwertung

Die erste Klärschlammverordnung stammt von 1992. 2017 wurde diese erneuert und erweitert. Genauere Informationen finden Sie in den Richtlinien über den Schutz der Umwelt. Dort sind alle EU-weit geltenden Richtlinien aufgeführt. Über die Verwendung des Klärschlamms in der Landwirtschaft informieren die Vorschriften der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG).

17. Wasserzähler

An Wasserzählern lesen Sie die Menge an Wasser ab, die durch Ihre Leitungen geflossen ist. So haben Sie Ihren Verbrauch und Ihre Kosten jederzeit im Blick. Für den Garten installieren Sie einen speziellen Gartenwasserzähler. Das dort verbrauchte Wasser wird neben dem normalen Wasserverbrauch separat aufgeführt.

18. Gartenwasserzähler

Mit Hilfe eines Wasserzählers für Ihren Garten sparen Sie Abwasserkosten. Auf einen Kubikmeter Wasser aus Ihrem Hahn wird prinzipiell ein Kubikmeter Abwasser gerechnet. Verwenden Sie Leitungswasser dagegen zum Gießen Ihrer Pflanzen, versickert das Wasser im Boden. Es entsteht weniger Abwasser. Trotz des geringeren Abwasserverbrauchs bleiben die Abwasserkosten gleich. Mit einem Gartenwasserzähler ermitteln Sie Ihre tatsächlich verbrauchte Abwassermenge. Das zum Gießen verwendete Abwasser können Sie sich beim zuständigen Unternehmen gut schreiben lassen.

19. Installation eines Gartenwasserzählers

Der Gartenwasserzähler wird hinter dem normalen Wasserzähler am Hausanschluss im Keller montiert. So ermittelt auch der zweite Zähler die komplette Wassermenge. Achten Sie auf einen frostsicheren Gartenwasserzähler. So sparen Sie sich das Demontieren für den Winter.

20. Kosten eines Wasserzählers

Die Kosten eines Wasserzählers betragen 18 bis 65 Euro. Ein zusätzliches Montageset ist ab 15 Euro erhältlich. Ein Gartenwasserzähler bekommt man ab 15 Euro. Zusätzlich benötigen Sie Anschlüsse, diese gibt es ab 10 Euro. Dichtungen erwerben Sie für weitere 15 Euro.

Mehr zum Thema Sanitär bei Tipp zum Bau

Sanitärplanung, Badplanung, Abwasser, Planung, Plan, Bauplan

Sanitärplanung

Rohr, Klempner, Installateur, Wasser

Wasserleitungen

Rohr, Stahl, rostfrei, Installation

Edelstahlfittings

Abwasserrohre, Abwasser, Rohre, Verlegung, Rohrverlegung, Abwasserrohrverlegung, Wand, Kabel

Abwasserrohre

Rohr, Rohrleitung, Wasser, Bau

Rohrisolierungen

Boden, Wasser, Fliesen, Kanalisation

Abflüsse

Verkalkung, chemisch, sauber, rein

Entkalkungsanlage

Hebeanlage, Buchstaben, Wörter, Anordnung, Schrift, Schriftart, Schriftgröße

Hebeanlage

Rohr, Einbau, Abfluss, Bauelement

Kanaluntersuchung

Bad, Armaturen, Wasserhahn, Becken

Trinkwasserhygiene

Luft, Techniker, Plan, Grundriss

Installateur

Planungsingenieur, Planung, Ingenieur, Genehmigung, Genehmigungsplanung, Schreiben, Batt, Papier

Planungsingenieur

Mann oder Frau füllt ein Glas Wasser am Wasserhahn auf.

Trinkwasser-Installation

Dieser Text wurde von den Redakteuren der      erstellt

Online-Seminare, auch zum Thema Bauen, finden Sie unter