Richtig Heizen und Lüften im Winter

Energiesparen durch Heizen und Lüften

Die Einstellung des Thermostats

Das richtige Heizen und Lüften im Winter will geübt sein. An sich sollten Sie die Heizung frühestens im Oktober aufdrehen und spätestens im April abschalten. Die Monatsangaben sind natürlich abhängig von der Region und können dementsprechend abweichen.

Das Thermostat gibt nur die Wunsch-Temperatur an, nicht aber die Heiz-Geschwindigkeit. Volles Aufdrehen des Thermostats führt also nicht zu einer schnelleren Raum-Erwärmung sondern zu einer zu starken Erhitzung. Aber so schön Geld und Energie sparen auch ist, mehr ist nicht immer mehr. Kalte Luft nimmt weniger Wasser auf als warme. Wenn sich die Raumluft nachts zu stark abkühlt kondensiert die enthaltende Feuchtigkeit an der kalten Wand – und kann zu Schimmel führen.

Grundsätzlich gilt: schalten Sie auf keinen Fall die Heizung ab an kalten Tagen! Sie, als Mieter, sind verpflichtet zumindest den Frostschutz einzustellen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Leitungen einfrieren.

Wenn sie Energie sparen wollen, empfiehlt es sich dennoch den Heizkörper etwas abzusenken. Pro gesenktem Grad sparen sie bis zu 6% der Energiekosten! Und das bereits, wenn die Wohnräume nur wenige Tage oder nachts nicht genutzt werden! Die meisten modernen Häuser sind so gut gedämmt, dass die Temperatur gehalten wird.

Handelt es sich aber um einen Zeitraum ab einer Woche, ist es effizienter den Frostschutz einzustellen. Es lohnt sich dann kostentechnisch bei der Rückkehr in die ungenutzten Räume diese wieder einzuheizen.

Allgemein gilt, dass schlecht gedämmte Gebäude oder Leichtbauhäuser einen hohen Energieverlust verzeichnen. Deshalb können sie, durch das nächtliche Herunterdrehen des Heizkörpers, sparen. Bei dieser Vorgehensweise gilt jedoch zu beachten, dass der Heizkörper dann langsam stufenweise wieder erhitzt werden sollte. Die erhitzte Heizungsluft kondensiert an der kalten Außenwand. Dadurch bildet sich Tauwasser und damit erhöhte Schimmel-Gefahr.

Richtiges Lüften im Winter

Diese lässt sich durch richtiges Lüften vermeiden. Doch auch hierbei gibt es im Winter einiges zu beachten. Zu warme Luft sorgt für trockene Schleimhäute, da Feuchtigkeit schneller verdampft. Zu viel kalte Luft kann für Kondenswasser und damit sogar Schimmel im Mauerwerk sorgen.

Dies entsteht zum Beispiel bei gekippten Fenstern, was zum Auskühlen der Wände führt. Besser ist ein 5 bis 10-minütiges Stoßlüften mindestens 2-mal am Tag. Der effektivste Luftaustausch entsteht beim Querlüften. Hierdurch entweicht nur verbrauchte Luft und auch nur diese Wärme, wodurch der Raum nicht komplett auskühlt.

Bekanntlich soll das Thermostat vor und während des Lüftens geschlossen werden. Ansonsten versucht der Heizkörper die geregelte Temperatur zu halten und wird dadurch heißer als nötig.

Richtige Isolation und Dämmung

Deshalb empfiehlt sich in eine gute Dämmung zu investieren. Diese schützt vor hohem Wärme- und damit Energieverlust. Außerdem reduziert sie die Schimmelgefahr. Diese ist besonders bei Wärmebrücken vorhanden. Also dort, wo verwendete Materialien und geometrische Gegebenheiten Wärme an die Außenwände leiten.

Die Außenwand in Heizkörpernischen ist beispielsweise dünner als reguläre Außenwände. Hier verliert der Raum besonders viel Wärme. Vermeiden können Sie das durch eine Isolationsschicht direkt hinter dem Heizkörper. Bereits für wenig Geld bekommen Sie Dämmstoffplatten im Baumarkt. Besonders Aluminium beschichtete Platten sind empfehlenswert, da diese die Wärmestrahlung reflektieren. Dadurch reduzieren Sie den Wärmeverlust.

Abhilfe gegen undichte Fenster und Türen bieten selbsthaftende Schaumstoffstreifen, Bürstendichtungen und Gummidichtungen bzw. Profildichtungen. Durch diese einfach anbringbaren Helfer lässt sich der Verlust von Wärme durch Zugluft vermeiden. Diese Methoden sind günstiger als ein kompletter Austausch von Tür oder Fenster. Jedoch ist es wichtig zu beachten, dass auch die Dichtungen erneuert werden müssen, um effizient zu bleiben.

Eine weitere, günstige Möglichkeit sind Vorhänge, Jalousien und Rollläden. Sie verringern den Wärmeanteil, welcher durch undichte Fenster nach außen dringt, um bis zu 20%. Dadurch kühlt das beheizte Zimmer nicht so schnell aus.
Achten Sie darauf, dass die Heizung nicht zugestellt ist. So kann die Luft zirkulieren und staut sich nicht. Ansonsten muss die Heizung stärker arbeiten als benötigt und verbraucht dementsprechend Energie.

Wichtig ist auch, die Heizungsanlage zu dämmen. Diese befindet sich nicht in den Wohnräumen. Sie soll die Wärme weiterleiten und nicht, an den sie umgebenden Raum, abgeben.
Für neue Dämmungen gibt es Fördermittel.

Stellen Sie Ihre Heizung richtig ein

Wie schon erwähnt, lassen sich bereits durch nur ein Grad weniger viel Energie und Kosten sparen. Seien sie sich bewusst, dass in jedem Zimmer eine andere Ideal-Temperatur herrscht.
Die optimale Temperatur tagsüber liegt bei normalerweise 18 bis 20 Grad, also Heizstufen 2-3. In den ungenutzten Räumen reicht die Stufe 1 für ca. 14 Grad. Im Bad ist eine Mindesttemperatur von 15 Grad empfehlenswert um Schimmelbildung zu vermeiden. In Schlafzimmer und Küche darf es bis zu 4 Grad kälter sein, also um die 16 Grad.

Energie sparen können Sie durch das nächtliche Abdrehen des Thermostats. Wie bereits erwähnt, bei schlecht gedämmten Häusern auf Frostschutz einstellen, bei gut gedämmten auf ca. 14 Grad. Ob es sich in Ihrem Zuhause lohnt die Heizung abzudrehen, finden sie durch folgenden Test heraus:

Schalten Sie bei 0 Grad Außentemperatur in der Nacht die Heizung ab. Die Temperatur-Differenz am nächsten Morgen zum vorherigen Abend gibt Auskunft über Speicher-Fähigkeit des Gebäudes. Je höher der Verlust, desto sinnvoller das nächtliche Heizen mit niedriger Temperatur.

Bei gut gedämmten Häusern übersteigt das Neu-Aufwärmen des Raumes die Einsparung durch das Ausschalten. Deshalb sollten Sie beim Abdrehen der Heizung nicht zu weit von der Optimal-Temperatur abweichen. Hier lohnt es sich nicht. Die Heizung heizt nach dem Abdrehen noch nach. Deshalb können sie ohne Wärmeverluste bereits 30 Minuten vor dem Schlafen den Heizkörper abdrehen.

Auch wenn niemand zuhause ist, lohnt es sich die Wärmezufuhr zu verringern und erst bei Heimkehr wieder zu erhöhen. Hier ist eine Investition in eine automatische Heizkörper-Steuerung eine Überlegung wert. Diese programmierbaren Thermostate sorgen für einen optimalen Heizzyklus über Handy-Apps oder Bluetooth. So werden nur die Räume beheizt, die genutzt werden und der Heizzyklus ist individuell auf jeden Raum abgestimmt.

 

Weitere Tipps zum Energiesparen im Winter

    • Entlüften Sie Ihre Heizkörper sobald sie beginnen zu gluckern und füllen sie Wasser in das Heizungssystem nach. Geräusche der Heizkörper signalisieren, dass das Leitungssystem nicht voll mit Wasser gefüllt ist und sich nicht mehr richtig aufheizt.
    • Nutzen sie Gas statt Strom oder Öl zum Heizen um Kosten zu sparen. Mit einer Wärmepumpe können Sie noch mehr sparen, nämlich bis zu 50% der Kosten.
    • Ein hydraulischer Abgleich hilft Ihnen zusätzlich die Vorlauftemperatur der Heizung zu senken und alle Heizflächen mit der nötigen Wärme zu versorgen
    • Beleuchten Sie Ihr Zuhause in der dunklen Jahreszeit mit LED- und Energiesparlampen. Diese sparen 80 – 90% Energie und sind besonders effizient in Kombination mit Bewegungsmeldern.
    • Trocknen Sie feuchte Kleidung nicht in Wohnräumen. Ansonsten bestehen Schimmel-Gefahr und es entstehen zusätzliche Heizkosten.
    • Vermeiden Sie Querheizen indem Sie Türen schließen. Dieses erfordert nämlich mehr Leistung. Außerdem wird Schimmel begünstigt, da Feuchtigkeit aus wärmeren Räumen in kältere getragen wird und dort kondensiert.
    • Finden Sie die Heizkennlinie, also die optimale Einstellung für Ihren Kessel bei bestimmter Außentemperatur.

Autorin: Antonija Vujica

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