Pressdachziegel

Pressdachziegel sind einzeln gepresst und im Stempel-Pressverfahren hergestellt. Sie bestehen aus gewölbten, profilierten oder konischen (kegelförmigen) Dachziegeln. Es ist möglich, sie mit oder ohne Falz zu bauen.

Dachziegel unterscheiden sich in Strang- und Pressdachziegel. Diese Hauptunterscheidung erklärt sich aufgrund des unterschiedlichen Herstellungs-Prozesses. Pressdachziegel haben einfache oder mehrfache Fuß-, Kopf- und Seitenfalzen. Letztere bestehen aus einem Wasser- und Deckfalz. Sie sind auch ohne Verfalzung möglich. Die Verfalzung hat den Vorteil, dass dadurch flachere Dachdeckungen möglich sind. Zudem ist dadurch im Gegensatz zu Strangdachziegeln eine sichere Abführung von Regenwasser gegeben.

Arten von Pressdachziegeln

  • Doppelmulden-Falzziegel sind der Klassiker unter den Pressdachziegeln. Früher kamen sie hauptsächlich bei landwirtschaftlichen Gebäuden zum Einsatz, heutzutage dagegen bei Altbauten. Sie haben eine Regeldachneigung von mindestens 30 Grad und eignen sich für steile Dächer.
  • Reformziegel haben flache Mulden und sind aufgrund ihres ruhigen Designs für viele Baustile einsetzbar. Auch sie brauchen eine Dachneigung von wenigstens 30 Grad.
  • Mönch und Nonne heißen Pressdachziegel, die ohne Verfalzung auskommen. Früher kamen sie vor allem für Kloster zum Einsatz. Sie bestehen aus zweiteiligen Ziegeln. Sie sind für Häuser mit einer Neigung von 19 bis 24 Grad geeignet.
  • Auch sogenannte Krempziegel haben keinen Falz. Sie sind bei vielen historischen Bauten zu finden. Ihren Namen haben sie aufgrund der kegelförmigen Krempe, die sich an der Ziegelseite befindet. Die Regeldachneigung beträgt mindestens 25 Grad.
  • Flachdachziegel sind, wie der Name vermuten lässt, für flach geneigte Dächer vorgesehen. Sie bestehen aus einer Doppelfalz und haben eine Regeldachneigung von mindestens 10 Grad.
  • Der Holzfalzziegel ist ebenso für flach geneigte Dächer gedacht. Auch hier beträgt die Neigung 10 Grad. Holzfalzziegel machen sich vor allem dadurch aus, dass ihre Form sehr harmonisch und tief geschwungen ist.
  • Weitere Formen von Pressdachziegeln sind die Romanischen Ziegel, die Verschiebeziegel und die Glattziegel.

Bei der Herstellung von Pressdachziegel beginnen Fachleute mit dem Rohmaterial. Durch die Schneckenpresse verformt sich dies in einen Tonstrang. Dann findet eine Unterteilung in sogenannte Batzen statt. Danach folgt das charakteristische Merkmal von Pressdachziegeln. Die Formpresse oder auch Revolverpresse presst die Batzen in eine Ober- und Unterform. Diese bestimmen die Art des Ziegels und der Falze.

Entwicklung von Pressdachziegeln

  • Größere Formenvielfalt durch Stempel-Pressung.
  • Entwicklung hin zu immer größeren Ziegeln.
  • Designs, die flache Ziegel mit Falzen kombinieren sind heutzutage beliebt.