Barrierefreies Bauen Gewerbe

Barrierefreies Bauen im Gewerbe

Bauen Sie behindertengerecht und barrierefrei in Ihrem Gewerbe. Damit Lebens- und Arbeitsräume für alle Menschen ohne Probleme oder fremde Hilfe nutzbar sind. Für das barrierefreie Bauen gibt es mehrere Richtlinien und Empfehlungen. Die DIN-Normen 18024 und 18025 beschreiben ebendiese. DIN 18030 fasst sie noch einmal endgültig zusammen.

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1. Barrierefreies Bauen: Wem wird geholfen?

Barrierefreies Bauen verfolgt diverse Zielgruppen. Wenn Sie behindertengerecht bauen, dann bieten Sie vielen Menschen Chancen auf leichteres Leben und Arbeiten. Wer davon profitiert, erfahren Sie hier:

  • Menschen, welche auf einen Rollstuhl, Rollator oder ähnliches angewiesen sind.
  • Wahrnehmungsbeschränkte Menschen (zum Beispiel Blinde).
  • Groß– oder kleinwüchsige Menschen.
  • Menschen mit einer geistigen Behinderung.
  • Ältere Menschen.
  • Eltern mit Kindern und Kinderwägen.

2. Barrierefreies Bauen an Außenanlagen und Eingängen

Um möglichst behindertengerecht zu bauen, ist ein barrierefreier Parkplatz ein Muss. Hierbei ist es wichtig, dass dieser ausreichend groß ist. Die Breite des Parkplatzes beträgt mindestens 3,50 m, die Länge mindestens 5,00 m. Nur dann bleibt genügend Bewegungsraum. Diesen benötigen Rollstuhlfahrer, um beim Ein- und Aussteigen am Fahrzeug genügend Platz zu haben.

Achten Sie unbedingt darauf, dass der Parkplatz auch als behindertengerecht gekennzeichnet ist. Er befindet sich im Idealfall ganz in der Nähe des Gebäudeeingangs. Dies ermöglicht einen möglichst kurzen, ungefährlichen Weg. Barrierefreies Bauen des Hauptweges lässt den Gebäudeeingang bei jeder Witterung gefahrlos betretbar sein. Das gewähren Sie, wenn Sie ihn möglichst kurz, zielgerichtet, hell beleuchtet und so behindertengerecht gestalten.

Es ist unausweichlich, dass auch der Haupteingang behindertengerecht ist. Dafür bauen Sie ihn am besten stufenlos. Es lohnt sich die Anschaffung einer Rampe. Beachten Sie, dass der Anstieg hier nicht höher als 6 % ist. Ansonsten erschwert sich das Betreten des Gebäudes für Rollstuhlfahrer und andere enorm. Dies wäre dann nur unter hoher Kraftanwendung möglich und nicht mehr behindertengerecht.

3. Barrierefreies Bauen von Türen

Tipp zum Bau erklärt Ihnen, wie Sie auch bei Türen auf behindertengerechtes, barrierefreies Bauen setzen.

Es ist wichtig, dass beim barrierefreien Bauen auch die Türen beachtet werden.

Sicherheit und Komfort ist eine Priorität im behindertengerechten Bau. Um das zu gewährleisten, spielt auch barrierefreies Bauen von Türen eine wichtige Rolle. Achten Sie darauf, die Türrahmen möglichst breit zu gestalten. Somit ermöglichen Sie Menschen im Rollstuhl, problemlos hindurchzufahren. Passen Sie unbedingt auch die Türrahmen und -anschläge an. Bauen Sie diese nicht höher als 2 cm. Ansonsten gelten die Türrahmen nicht als behindertengerecht. Bieten Sie außerdem eine Bewegungsfläche von 150 x 150 cm an. Diese befindet sich am Tür Ein- und Ausgang. 

Wesentlich ist außerdem die Möglichkeit, die Tür mit geringem Kraftaufwand zu öffnen. Ein automatisches Türsystem ist dafür eine gute Alternative. Achten Sie darauf, dass die Tür dennoch manuell und durch eigene Kraft zu öffnen ist. Wir empfehlen Ihnen außerdem eine Gegensprechanlage.


4. Barrierefreies Bauen von Treppen und Treppenhäusern

 Barrierefreies Bauen von Treppen ist ein Muss in Ihrem Gewerbe. Erfahren Sie bei Tipp zum Bau, ob und wie Ihre Treppen geeignet sind.

Sind Ihre Treppen barrierefrei nutzbar?

Auf Treppen und in Treppenhäusern geschehen die meisten Unfälle. Demnach ist es essentiell, besonders dort behindertengerecht zu bauen. Barrierefreies Bauen lässt sich auch an Ihren Treppen und Treppenhäusern anwenden.

Besonders wichtig sind Kontraststreifen an den Stufenrändern. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Personen mit Sehschwäche diese übersehen. In öffentlich zugänglichen Gebäuden gilt: Kontraststreifen mindestens an der ersten und letzten Stufe. Perfektes barrierefreies Bauen setzt jedoch voraus, jede Stufe mit Kontraststreifen zu markieren. 

Auch eine großzügige und helle Beleuchtung hilft sehschwachen Menschen, sich nicht zu verletzen. Eine automatische Lichtschaltung, zum Beispiel durch einen Bewegungsmelder, ist eine sinnvolle Anschaffung. Passen sie unbedingt die Brenndauer des Lichtes an. Es ist nur dann behindertengerecht, wenn das Licht lange brennt. Hat die Person das Ende der Treppe erreicht? Erst dann geht das Licht in einem barrierefreien Treppenhaus aus. Bei körperlich eingeschränkten Personen dauert der Weg nach oben länger.

Barrierefreies Bauen von Decken- und Wandkonstruktionen an Treppen bieten die Möglichkeit, ein Liftsystem einzubauen. Bauen Sie dafür keine Wendeltreppe ein. Eine Wendeltreppe ist erst dann behindertengerecht, wenn der Innendurchmesser mindestens 2 m beträgt. Ist dies nicht möglich, dann greifen Sie auf eine geradläufige Treppe zurück. Auch Handläufe an beiden Seiten der Treppe gewährleisten Sicherheit für die Nutzer.

Zudem ist die Anbringung eines Fahrstuhls für körperlich eingeschränkte Menschen immer von Vorteil. Falls Sie sich für diesen entscheiden, bauen Sie dennoch eine Treppe ein. Achten Sie auch hier darauf, dass diese behindertengerecht ist. So gewähren Sie Menschen im Falle eines Brandes einen möglichen Fluchtweg.

5. Barrierefreies Bauen von Böden

Ein rollstuhlgeeigneter Boden ist behindertengerecht. Achten Sie demnach darauf, dass der Bodenbelag fest verlegt wurde. Sorgen Sie außerdem dafür, dass der Bodenbelag rutschfest ist. Meiden Sie größere Rillen und Unebenheiten, wie Bodenschwellen. Diese sind nicht nur für Rollstuhlfahrer ein Hindernis. Auch Fußgänger stolpern schnell über unauffällige Unebenheiten und verletzen sich dabei. Wählen Sie außerdem einen Bodenbelag, welcher nicht elektrostatisch aufladbar ist, nur dann gilt er als behindertengerecht.

6. Barrierefreies Bauen in den Räumlichkeiten

Für viele Menschen ist es essentiell, dass Bedienungshilfen in ihrer Höhe angepasst werden. Nur so können sie sich gut und selbstständig zurechtfinden. Sind diese zu hoch oder zu tief angebracht, führt das schnell zu Komplikationen und gilt nicht mehr als behindertengerecht. Bauen Sie Bedienungshilfen in einer Höhe von circa 85 cm an. Passen Sie auch Waschbecken und Arbeitsflächen an die Größe der Nutzer an. Hierbei lohnt sich die Anschaffung von verstellbaren Hausgegenständen.

Nach innen geöffnete Fensterflügel stellen schnell ein Hindernis für Rollstuhlfahrer und Sehgeschwächte dar. Um diese zu vermeiden, bieten Sie Fenster behindertengerecht an. Barrierefreies Bauen von Fenstern bedeutet, dass diese sich auch nach außen öffnen lassen.

7. Barrierefreies Bauen von Sanitäranlagen

Barrierefreies Bauen betrifft auch die Sanitäranlagen. Tipp zum Bau zeigt Ihnen, wie Sie diese behindertengerecht gestalten.

Ein behindertengerechtes WC gehört in jede barrierefreie Sanitäranlage.

Auch die Sanitäranlagen müssen behindertengerecht nutzbar sein. Bieten Sie die Möglichkeit, Sanitäranlagen ganzjährig zu heizen, um für Komfort zu sorgen. Gerade bei älteren Personen steigt im Alter die Kälteempfindlichkeit. Dementsprechend ist es auch von Vorteil, wenn die Heizung höher als übliche Heizgeräte einstellbar ist. 

Ist Ihr WC behindertengerecht, bietet es die Möglichkeit, die Toilettenschüssel in der Höhe zu verstellen. Dadurch ist auch diese an die Größe des Nutzers anpassbar. Bringen Sie außerdem Stützgriffe an der Toilette an. Somit ist es leichter und sicherer für Rollstuhlfahrer und muskelschwache Menschen, das WC zu benutzen.

Achten Sie besonders im Badezimmer auf einen rutschfesten Boden. Immer wieder geschehen Unfälle durch nasse Fliesen, auf denen Leute ausrutschen. Bauen Sie eine gründliche Wasserableitung ein, um dieses Risiko zu minimieren. Nur dadurch fließt Flüssigkeit schnell und ordentlich ab und garantiert einen rutschfesten Boden.


8. Barrierefreies Bauen und Design

Barrierefreies Bauen setzt auf ein bestimmtes Farb- und Materialkonzept. Nutzen Sie kräftige Farben und starke Kontraste. So können Sehschwache Menschen, aber auch geistig behinderte Menschen, sich besser orientieren. Die Farben und Materialien harmonieren trotz des Kontrastes gut miteinander. So wird ein freundliches Umfeld geschaffen. Dies hilft bekanntlich auch der Psyche und wirkt beruhigend.

9. Kosten beim barrierefreien Bauen

Es ist schwer, einzuschätzen, wie viel barrierefreies Bauen kostet. Dies ändert sich je nach Umfang und Art des Bauprojektes. Eine Rampe aus Beton mit Stützmauer kostet circa 750 € pro Quadratmeter. Ein Treppenlift hingegen hat einen Preis zwischen 2500 € und 6000 €. Bei einer kurvigen Treppe steigt der Preis auch schnell auf bis zu 12000 €. Dennoch gibt es die Möglichkeit, durch kommunale Vereine oder Organisationen Unterstützung anzufordern.

Auch lesenswert: Baufinanzierung.

10. Warum barrierefreies Bauen?

Barrierefreies Bauen hat viele Vorteile. Bauen Sie in Ihrem Gewerbe behindertengerecht, dann kann das für viele Nutzer von Vorteil sein. Aber auch für Menschen, welche nicht auf einen solchen Bau angewiesen sind, kann barrierefreies Bauen hilfreich sein. 

Barrierefreies Bauen für Sicherheit und Schutz

Ist ein Gebäude nicht behindertengerecht und barrierefrei gebaut, erhöht sich das Risiko von Unfällen. Wenn Menschen Treppenstufen oder Bodenschwellen übersehen, kommt es oft zu Verletzungen. Sind Hausgeräte nicht in erreichbarer Nähe, ist auch das Strecken und Bücken danach risikobehaftet. Wirken Sie diesem Risiko entgegen und bauen Sie behindertengerecht.

Barrierefreies Bauen für Komfort

Nicht nur Menschen mit Behinderung oder körperlicher Schwäche kommt barrierefreies Bauen zugute. Auch für Menschen, die nicht auf diesen Bau angewiesen sind, wird ein gewisser Komfort geboten. Schwellenlose Wege, große Flächen und gut erreichbare Bedienungshilfen gestalten den Alltag einfacher. Auch technische Hilfsmittel, die viele Prozesse im Haus per Fernschaltung ermöglichen, sind behindertengerecht und bequem.

Barrierefreies Bauen für eine flexible Nutzung

Der Gebrauch eines Gebäudes ändert sich je nach Besitzer und Nutzer. Der vorherige Nutzer hat keine Probleme, die Treppe auch ohne Handläufe zu benutzen? Der nächste vielleicht schon. Bauen Sie behindertengerecht und bieten Sie eine flexible Nutzung für jeden.

Barrierefreies Bauen für Selbstständigkeit und Mobilität

Barrierefreies Bauen ermöglicht weitestgehend selbstständiges Arbeiten und Leben. Geben Sie Menschen mit Beeinträchtigung die Chance, mobil zu sein, indem Sie behindertengerecht bauen. Gerade im Gewerbe ist die Selbstständigkeit eines Einzelnen von großer Bedeutung. Bauen Sie behindertengerecht und tragen Sie zu einer aktiveren und besseren Lebensqualität Betroffener bei. 

Barrierefreies Bauen als Vorsorge fürs Alter

Wenn die Nutzer älter werden, ist es oft nötig, Räumlichkeiten anzupassen. Sie erreichen das obere Regal nicht mehr so gut oder haben Probleme beim Treppensteigen. Diese nachträglichen Umbauten sind nicht nur umständlich, sondern oft auch nicht gerade billig. Beugen Sie dem vor, indem Sie direkt behindertengerecht Bauen. Es lohnt sich, schon im Voraus an die eigene und die Zukunft seiner Mitmenschen zu denken. 

11. Barrierefreies Bauen: Was gilt überhaupt als Barriere?

Barrierefreies Bauen setzt ein gewisses Grundwissen in Barrieren generell voraus. Die wichtigsten Punkte dazu haben wir für Sie im Folgenden zusammengefasst. Allgemein gilt: Eine Barriere ist ein Hindernis, welches einen Weg oder Zugriff zu etwas versperrt. Welche Arten von Barrieren es gibt, erfahren Sie hier:

  • Vertikale Barrieren: Vertikale Barrieren sind Hindernisse, bei welchen das Problem ein Höhenunterschied ist. Gemeint sind hier Stufen, Bordsteinränder, Bodenschwellen etc.
  • Horizontale Barrieren : Horizontale Barrieren sind bauliche Begebenheiten, welche das Durchkommen erschweren. Dazu zählen zum Beispiel zu schmale Türrahmen.
  • Räumliche Barrieren: Bei räumlichen Barrieren sind die Bewegungsflächen in einem Raum zu klein.
  • Ergonomische Barrieren: Ergonomische Barrieren entstehen durch nachlassende Muskelkraft des Betroffenen. Dazu zählt man fehlende Handläufe, Haltegriffe oder auch Sitzgelegenheiten.
  • Anthropometrische Barrieren: Bei anthropometrischen Barrieren ist das Erreichen von Bedienelementen aufgrund nicht angepasster Höhe nicht möglich. Das sind zum Beispiel Schalter, Griffe, Armaturen oder auch Schubladen.
  • Sensorische Barrieren: Sensorische Barrieren entstehen durch eine erschwerte Orientierung. Dazu zählen schlechtes Licht, eine kontrastarme Gestaltung, sowie fehlende optische Hinweise.

12. Barrierefreies Bauen: Wie gehe ich in der Planung vor?

Führen Sie für barrierefreies Bauen im Voraus eine gute Planung durch. Das ist besonders wichtig, um unschöne Kosten und andere Komplikationen zu vermeiden. Aber keine Sorge, wir haben für Sie bereits eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Vorgehensweise zusammengestellt: 

  • Auseinandersetzung mit der Norm: Zuallererst bringen Sie in Erfahrung, was die jeweiligen Ansprüche und Normen sind. Was gilt als behindertengerecht?Nur so wissen Sie überhaupt, was beim Bau zu beachten ist.
  • Ziele definieren: Stellen Sie klar, was Sie mit ihrem Bauprojekt erreichen. Für wen ist es gedacht? Wofür nutzen Sie es? 
  • Bestandsanalyse: Analysieren Sie den momentanen Zustand des Gebäudes oder des Grundstückes. Wie viel Platz ist vorhanden? Was ist bautechnisch behindertengerecht umsetzbar?
  • Fachliche Beratung und Ansprechpartner finden: Holen Sie sich nun fachlichen Rat ein. Nur mit einer guten Beratung lässt sich Ihr Bauprojekt einwandfrei behindertengerecht umsetzen!

13. Barrierefreies Bauen: Der richtige Ansprechpartner

Es ist wichtig, dass Sie sich vor dem Beginn der Bauarbeiten fachlichen Rat einholen. Nur durch eine gute Beratung lassen sich Folgekosten vermeiden. Diese entstehen meist durch spätere Umbauarbeiten. Eine gute Beratung schützt außerdem vor Fehlinvestitionen. Aber wer eignet sich als Ansprechpartner?

Fachliche Beratung und Hilfe bei der Planung erhalten Sie bei einem Architekten. Dieser kennt sich im Bauwesen aus und weiß, was Sie zu bedenken haben. Achten Sie aber darauf, dass er bereits Erfahrung im barrierefreien Bauen hat. Nur mit guten Referenzen ist sicher, dass er behindertengerecht baut. 

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14. Barrierefreies Bauen: Die Ziele Ihres Bauprojektes definieren

Beachten Sie bei der Planung, was die Ziele Ihres Bauprojektes sind. Wofür ist die Barrierefreiheit direkt von Nutzen? Wem helfen Sie? Sind Sie sich darüber im Klaren? Wenn nicht, dann bloß keine Panik! Wir haben für Sie die wichtigsten Punkte zusammengestellt. Definieren Sie ihre Ziele so präzise wie möglich!

  • Barrierefreies Bauen als Vorsorge: Wenn Sie vorhaben, für die Zukunft vorzusorgen, lohnt sich ein genauer Ablaufplan. Welche Bauarbeiten nehmen mehr Zeit in Anspruch? Sind kleinere Baumaßnahmen auch noch einfach in der Zukunft zu erledigen? 
  • Ein akuter Bedarf an Barrierefreiheit liegt vor: Ist das Gebäude direkt für Personen mit Einschränkungen gedacht? Wer nutzt das Gebäude hauptsächlich? Sind individuelle Bedürfnisse zu beachten?
  • Barrierefreiheit als Qualitätsmerkmal: Achten Sie hier darauf, dass Gebäude auch für Menschen ohne Einschränkung zu gestalten. So ist es für alle Menschen komfortabel. Stecken Sie mehr Arbeit in das Design und die Einrichtung. Barrierefreie Bauten sind gegebenenfalls weniger auffällig.
  • Barrierefreies Bauen zur Gesamtmodernisierung: Ist geplant, ein bereits vorhandenes Gebäude neu und behindertengerecht zu gestalten? Ziehen Sie mehr und unterschiedliche Fachleute mit ein. Es ist wichtig, alle Schwachstellen zu finden.

15. Barrierefreies Bauen: Die wichtigsten Gefahrenquellen

Verlieren Sie nicht den Überblick! Barrierefreies Bauen verlangt von Ihnen, zumindest grob über mögliche Gefahrenquellen Bescheid zu wissen. Nur so sind diese vermeidbar. Unfälle geschehen häufig durch Dinge, welche man kaum beachtet. Die wichtigsten Gefahrenquellen haben wir hier für Sie bereitgestellt:

Tipp zum Bau zeigt Ihnen, welche Gefahrenquellen barrierefreies Bauen meidet.

Auch scheinbare Kleinigkeiten wie schlecht erreichbare Lichtschalter sind nicht behindertengerecht.

  • Stolperfallen, wie Türschwellen, Stufen und Bodenkanten: Achten Sie auf den Boden. Sind alle Unebenheiten beseitigt oder markiert? Sind sie problemlos zu erkennen?
  • Auch scheinbare Kleinigkeiten wie schlecht erreichbare Lichtschalter sind nicht behindertengerecht. Nicht oder schlecht erreichbare Schalter, Griffe und Stauräume: Sie erreichen das Regal problemlos? Bedenken Sie, dass andere vielleicht kleiner als Sie sind oder im Rollstuhl sitzen! Nur wenn auch diese problemlos darankommen, sind sie behindertengerecht angebracht. 
  • Bodenbeläge, die bei Nässe oder mit dem falschen Schuhwerk zum Ausrutschen führen: Sind alle von Ihnen installierte Bodenbeläge rutschfest und behindertengerecht? Geben Sie Acht! Rutschige Böden führen schnell zu Unfällen.
  • Schlechte Licht– und Luftverhältnisse: Ist das Licht ausreichend, dass auch Menschen mit schlechterer Sehstärke alles erkennen? Und besteht eine gute Belüftung?
  • Zugestellte Zimmer mit einer instabilen Möblierung: Weniger ist mehr. Achten Sie darauf, dass genügend Platz im Raum ist und alle Möbelstücke sicher und standfest installiert sind. 

16. Barrierefreies Bauen und dessen Nachhaltigkeit

Wenn Sie vorhaben, nachhaltig zu bauen, dann bauen Sie behindertengerecht! Nachhaltig bedeutet nicht nur, dass etwas besonders energieeffizient ist. Es geht auch darum, möglichst wenig Ressourcen zu verbrauchen. Ein nachhaltiges Gebäude hat demnach einen langen, zukunftsfähigen Nutzen für die Gesellschaft. 

Das Abreißen von Gebäuden nach bereits kurzer Zeit ist leider ein oft gesehenes Problem. Denn altern die Nutzer, entspricht es häufig nicht mehr deren Ansprüchen. Das ist eine besonders hohe Verschwendung von Rohstoffen. Außerdem lässt der demographische Wandel vermuten, dass die Zahl der Älteren in Zukunft ansteigt.  Barrierefreies Bauen verhindert das Abreißen eines Gebäudes wegen fehlender Nutzbarkeit. Barrierefreies Bauen heißt nachhaltiges Bauen.

17. Barrierefreies Bauen: Die Möblierung

Die Möblierung in einem barrierefreien Gebäude ist entscheidend. Aber worauf haben Sie beim Möbelkauf zu achten? Wie richten Sie richtig behindertengerecht ein? Es gibt einige grundlegende Dinge, die bei der Möbelanschaffung zu beachten sind. Damit Sie auch bei der Einrichtung Barrierefreiheit gewährleisten, sehen Sie hier eine kurze Zusammenfassung:

  • Kanten sind abgerundet: Damit es nicht zu Stoß- oder sogar Schnittverletzungen kommt, achten Sie auf die Kanten. Sind diese nicht abgerundet, ist das Möbelstück nicht behindertengerecht zu verwenden.
  • Polster und Oberflächen sind leicht und ohne größeren Aufwand zu reinigen: Ein barrierefreies Möbelstück ist leicht zu reinigen. Barrierefreies Bauen bietet Komfort, dieser sinkt bei einer schweren Reinigung der Möbelstücke. 
  • Höhenverstellbarkeit bei Tischen: Die Möglichkeit zum Höhenverstellen ist bei Möbelstücken meist optional. Wo das nicht der Fall ist, sind Tische. Dieser ist im Optimalfall immer an den Nutzer anpassbar. Erst dann gilt er als behindertengerecht.
  • Standfeste und stabile Einrichtung: Sieht ein Möbelstück so aus, als ob es bald zusammenbricht? Steht eines schief oder nicht sicher? Besteht die Gefahr, dass eine Ablage die Last nicht trägt? Weg damit!

18. Barrierefreies Bauen: Die richtige Beleuchtung

Barrierefreies Bauen konzentriert sich auch auf die richtige Beleuchtung. Oft entstehen Unfälle, weil Menschen aufgrund der Beleuchtung Dinge nicht richtig erkennen. Dabei lässt sich das leicht vermeiden. Warum die richtige Beleuchtung wichtig  und behindertengerecht ist und was Sie dabei zu beachten haben sehen Sie hier. 

Eine gute Beleuchtung hat mehrere Funktionen. Einerseits dient sie zur ordentlichen Erledigung von Arbeit und Aufgaben im Alltag. Aber sie dient auch zum persönlichen Wohlbefinden bei. Außerdem sorgt sie für Sicherheit im Verkehrsablauf.

Eine blendfreie, gleichmäßige Beleuchtung ist behindertengerecht. Achten Sie darauf, kein Zwielicht zu verwenden. Wir empfehlen Ihnen die Verwendung von reflektionsarmen Materialien. Außerdem bietet sich eine Beleuchtung in indirektem Licht durch Wand- oder Deckenbeleuchtungen an. Sehgeschwächte reagieren auf zu helles Licht meist genauso empfindlich wie auf schlechte Lichtverhältnisse. 

19. Barrierefreies Bauen: Der richtige Bodenbelag

Sie fragen sich, welcher Bodenbelag wohl am besten für eine barrierefreie Umgebung geeignet ist? Dann haben wir hier eine kleine Anleitung für Sie. Nur ein strapazierfähiger, robuster Boden gilt als behindertengerecht. Das schönste Material bringt nichts, wenn es nur zwei Tage hält. Ein guter Boden ist lange nutzbar. Achten Sie auf einen nicht zu großen Putzaufwand. Ist der Bodenbelag behindertengerecht, ist er zudem antistatisch und besitzt eine Rutschhemmklasse von mindestens R9. 

 Barrierefreies Bauen bezieht sich auch auf den Boden. Tipp zum Bau hat für Sie die geeignetsten Bodenbeläge zusammengestellt.

Der richtige Bodenbelag ist prägend für barrierefreies Bauen.

Passende Bodenbeläge, welche auch rollstuhlgeeignet sind, sind:

      • Fliesen (Keramik und Naturstein der Klasse R9-11).
      • Holzboden (Holzdielen und Parkett).
      • Linoleum.
      • Laminat.
      • PVC/CV.
      • Elastomo.

20. Barrierefreies Bauen: Das Umfeld

Viele Bauunternehmer vergessen schnell eine wichtige Sache beim barrierefreien Bauen: Das Umfeld. Es ist wichtig, dass ein Gebäude nicht nur behindertengerecht gestaltet, sondern auch erreichbar ist. Dazu ist es von Vorteil, wenn das Gebäude möglichst zentral, innerstädtisch liegt. Daraus resultiert auch der nächste Punkt: Notwendige Versorgungseinrichtungen sind fußgängig erreichbar. Dasselbe gilt für öffentliche Verkehrsmittel. Auch das Wegenetz ist behindertengerecht nutzbar. Zu guter Letzt, achten Sie unbedingt darauf, dass an diesem Wegenetz genügend Ruheplätze liegen.

21. Barrierefreies Bauen und das Gesetz

Das deutsche Gesetz definiert Barrierefreiheit im Behindertengleichstellungsgesetz. Das Ziel dieses Gesetzes ist es, die Benachteiligung von behinderten Menschen zu beseitigen. Dazu zählt, allen Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu gewährleisten. 

Die Umwelt ist so zu gestalten, dass sie von Menschen mit Behinderung gleichberechtigt nutzbar ist. Das gilt für alle Behörden, Körperschaften und Anstalten des Bundes. Dadurch sind zwar keine genauen Regelungen festgelegt, dennoch steht barrierefreies Bauen so in einem ständigen politischen Diskurs. Einzelne Bundesländer haben dann Anforderungen auf Länderebene gestellt. Jedes Bundesland hat dazu also sein eigenes Bauordnungsrecht.

22. Barrierefreies Bauen: Die Rollstuhlrampe

Barrierefreies Bauen scheitert oft an Treppenstufen. Tipp zum Bau ermöglicht Ihnen eine passende Übersicht für jede Art von Rampe. Welche Rampe benötigen Sie für Ihr Gewerbe?

Eine passende Rampe gibt es für jeden Zweck.

Die Rollstuhlrampe ist eine der wohl am häufigsten benutzten Hilfsmittel für eine behindertengerechte Umwelt. 

Mögliche Einsatzorte sind öffentliche Verkehrsmittel, Bordsteinkanten, Autos, Treppenstufen, Bodenschwellen, Balkon-/Terassentüren, oder auch der Eingang einer Dusche. Barrierefreies Bauen verlangt von Ihnen, bei jeder Bodenerhebung zu handeln. 

Rampen sind gut nach ihrer Funktion einteilbar.

  • Stufenrampen.
  • Keil– und Schwellbrücken.
  • Rollstuhlrampen an Autos.
  • Mobile Rollstuhlrampen.

Bei Stufen und Treppen sind, wie der Name bereits sagt, Stufenrampen das bevorzugte Hilfsmittel. Diese Art von Rampen ist meist sehr lang, damit der Anstieg nicht zu stark ist. Denn ein Anstieg von über 6 % erschwert die Auffahrt für einen Rollstuhlfahrer enorm. Des Weiteren gilt: je länger die Rampe, desto robuster auch das Material.

Nutzen Sie Keil- und Schwellbrücken, um Balkon- oder Terassentüren behindertengerecht zu gestalten. Die Keilbrücke besteht dabei aus zwei Keilen. Legen Sie jeweils einen Keil an jede Seite des Absatzes. Eine Schwellenbrücke hingegen besteht aus nur einem Stück, welches Sie über den Absatz legen.  

In Autos lohnt sich meist der Einbau einer festen Rollstuhlrampe. Je nach Bedarf besteht die Möglichkeit, diese ein- und auszuklappen. Dabei gibt es genauso Modelle, welche mit einer Schiebemechanik funktionieren. Für den extra Komfort gibt es auch elektronische Rollstuhlrampen für das Auto. Diese sind ganz einfach per Knopfdruck zu bedienen.

Mobile Rollstuhllampen sind meist relativ leicht gebaut und einfach mitzunehmen. So ist an Orten, wo sich sonst keine Rampe befindet, schnell eine aufzubauen. Eine gute Möglichkeit also, zügig und überall eine annähernd barrierefreie Umgebung zu schaffen.

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