Naturstein-Verlegung

Verlegung von Naturstein richtig gemacht

Naturstein besticht als natĂŒrliches und Ă€sthetisch ansprechendes Material in vielen Bereichen. Doch fĂŒr ein langlebiges Ergebnis gilt es schon bei der Verlegung von Naturstein Einiges zu beachten. Schiefer und Co. richtig einbauen, ohne SchĂ€den und dazu Ă€sthetisch – so gehtÂŽs.

Die Tipp zum Bau Seite bietet Ihnen Navigationspunkte bei Ihrer Recherche.

1. Naturstein – anspruchsvoll in der Verlegung

Naturstein ist vielfĂ€ltig einsetzbar. Seine natĂŒrliche Schönheit zu bewahren ist beim Verlegen die Herausforderung.

Es ist anspruchsvoll, Naturstein zu verlegen.

In vielen Einsatzgebieten bietet Naturstein eine besonders lebendige und natĂŒrliche Optik. Ob als Fassade, Fliese oder Arbeitsplatte: EinschlĂŒsse im Naturstein und seine unterschiedlichen Maserungen machen ihn drinnen wie draußen zu einem Hingucker.

Hierdurch ist Naturstein aber auch ein besonders anspruchsvolles Material im Umgang. Jede Natursteinart hat dabei nochmals spezielle Eigenschaften bei der Verlegung. Auf dem Weg zu einem gelungenen Ergebnis haben Sie und ihr Handwerker daher einige Probleme zu umgehen.


2. Vermeidung von FeuchtigkeitsschÀden und VerfÀrbungen bei der Verlegung des Natursteines

Bei der Verlegung von Natursteinprodukten ist Vorsicht geboten. Der Untergrund sollte etwa sehr eben sein.Sandstein, Schiefer und Co. sind allesamt besonders anfĂ€llig fĂŒr Feuchtigkeit. Entweicht diese aus einem zu feuchten Mörtelbett durch den Stein, kann es zu AufblĂŒhungen und VerfĂ€rbungen kommen. GefĂ€hrdet sind insbesondere dĂŒnnere Platten. So können Sie dem Problem Herr werden:

  • Nutzen Sie am besten einen speziellen Zementmörtel, um das Material nicht unnötig zu verschandeln. Dieser bindet das Wasser kristallin.
  • Keinesfalls darf im Umgang mit dem Naturstein der Mörtel mit zu viel Wasser angerĂŒhrt werden. Der Mörtel sollte also standfest sein.
  • Besonders sicher fĂ€hrt man in SpezialfĂ€llen mit der Verwendung eines nicht-zementgebundenen Fliesenklebers wie Reaktionsharzkleber. Der Einsatz ist jedoch recht unĂŒblich.
  • Bewahren Sie im Nassbereich den Stein mit Verbundabdichtungen vor seitlich eintretenden FlĂŒssigkeiten.
  • Nach der Verlegung von Naturstein bietet sich eine ImprĂ€gnierung an, die Ihre Fliesen vor Feuchtigkeit „von oben“ schĂŒtzt.

Wie immer gilt: Jeder Naturstein ist letztendlich anders.

3. Verhinderung von Verkratzungen bei der Verlegung

Besonders unbehandelte Natursteine sind oft empfindlich gegenĂŒber Dreck, Sand und Fugenmörtel. Da ist auf einer Baustelle schnell ein Kratzer passiert. Mit ein paar Tricks kann man SchĂ€den minimieren.

  • Bei der Verlegung den Stein am besten mit einem Naturfilz abdecken.
  • Nutzen Sie möglichst feinen Fugenmörtel, um SchĂ€den beim Verfugen zu vermeiden.
  • Sie planen eine ImprĂ€gnierung des Steins um diesen mittelfristig vor Flecken zu schĂŒtzen? Nach dem Verlegen aber vor dem Verfugen imprĂ€gnieren, um Reste des Mörtels schonend zu entfernen.

4. Besondere Anforderungen an Untergrund und Methoden

Bei der Verlegung von Natursteinprodukten ist Vorsicht geboten. Der Untergrund sollte etwa sehr eben sein.

Verschiedene Verfahren werden bei der Natursteinverlegung angewendet.

Bei der Verlegung von Naturstein ist ein ebener Untergrund wichtiger denn je. Ist das Fliesenbett nicht gleichmĂ€ĂŸig, passiert leicht ein Riss in der Platte. Unbedingt ist daher der Mörtel ganzflĂ€chig aufzutragen.

Ähnlich wichtig ist hier die Wahl der Methode zum Verlegen. Ein Überblick:

DĂŒnnbettverfahrenMittelbettverfahren
Mörtelbettdicke von etwa 2-6 mmMörtelbettdicke von etwa 5-20 mm
Anwendung bei kleinen bis normalgroßen PlattenOft bei großformatigeren Fliesen genutzt
Möglich mit geringen Abweichungen der PlattendickeErste Wahl bei grĂ¶ĂŸeren Abweichungen der Dicke (grĂ¶ĂŸere Toleranz)
Besonders niedriges VerfÀrbungsrisikoVerfÀrbungsrisiko besteht bei zu hoher verwendeter Wassermenge
Kurze Trocknungszeit und schnelle Verfugung

Auch das sogenannte Dickbettverfahren kann in EinzelfĂ€llen bei besonders großen Unterschieden der Plattendicke sinnvoll sein. Vor allem im Privatgebrauch ist es jedoch unĂŒblich. Ein Nachteil ist etwa die geringe WĂ€rmeleitung bei der Verwendung einer Fußbodenheizung.

Oft kommt beim Naturstein auch das Buttering-Floating-Verfahren zum Zug. Was sich kompliziert anhören mag, lÀsst sich recht einfach zusammenfassen: Sowohl die Platte als auch der Untergrund werden dabei mit Mörtel beschichtet.

ZusĂ€tzlich wird dieser in unterschiedliche Richtungen aufgekĂ€mmt. Auch hierdurch lassen sich HohlrĂ€ume vermeiden, die zu BrĂŒchen fĂŒhren.

Im Außenbereich lĂ€sst sich dagegen auch ganz auf Mörtel verzichten. Mit einem Untergrund wie Schotter oder Splitt können Natursteinplatten einfach lose verlegt werden.

5. Augen auf bei der Gestaltung mit Naturstein

Bei der Gestaltung mit Naturstein gilt es, Maserung und Farbe zu beachten. Die Platten mĂŒssen Ă€sthetisch zueinander ausgerichtet werden.

Jeder Naturstein ist besonders, was bei der Gestaltung berĂŒcksichtigt werden muss.

Der Naturstein ist, wie sich im Namen verbirgt, Natur pur. Seine nicht-fortlaufende Maserung und heterogene Farbgebung machen ihn fĂŒr das Auge besonders interessant. Diese Charakteristiken gilt es fĂŒr ein Ă€sthetisches Bild beim Verlegen zu beachten.

Bedenken Sie das natĂŒrliche Farbspiel eines jeden Ortes schon bei der Wahl des Steins. SpĂ€ter sollten die Platten auch untereinander nach Struktur und Farbe abgestimmt werden. Achtung: Besonders die Fugen können mit der Zeit nachdunkeln und so das Gesamtbild verĂ€ndern.

Auch das Legemuster gilt es frĂŒhzeitig zu bedenken. Je nach Einsatzort und angestrebtem Stil gibt es verschiedenste Optionen:

  • LĂ€ngliche Fliesen ergeben besonders im Halbverband ein stimmiges Bild.
  • Natursteinfliesen im Drittelverband zu legen ist ein zeitloser Klassiker, dazu werden Spannungen gut abgebaut.
  • Spannender fĂŒrs Auge wird eine Methode ohne festen Versatz beim Wilden Verband.
  • Der Kreuzverband mit stets bĂŒndig verlegten Platten ist klarer, einfacher und modern.
  • Besonders raffiniert kommt der Römische Verband mit seinem sich wiederholenden Kreuzmuster daher.
  • Ansprechend sind auch Kombinationen aus mehreren Mustern und Farben.

Sie sehen: Neben den Klassikern sind der Phantasie hier kaum Grenzen gesetzt. Im Zweifel hilft am besten der Profi-Handwerker, also ein Steinmetz oder Fliesenleger. Haben Sie fĂŒr einen Ort etwas ganz Bestimmtes im Sinn? Dann können Sie auch direkt im Steinbruch eine passende Natursteinplatte auszuwĂ€hlen.

6. Kosten bei der Verlegung von Natursteinen

Die Materialkosten beim Verlegen von Natursteinprodukten variieren stark und sind abhĂ€ngig vom konkreten Anwendungsgebiet. Einsparungsmöglichkeiten gibt es vor Allem im Außenbereich, wo bei der losen Verlegung gĂ€nzlich auf Mörtel verzichtet wird. Mit ein wenig Geschick können hier sogar Laien eine gute Arbeit leisten.

Die Preisspanne der Handwerker ist je nach Besonderheit des Auftrags sehr breit. Ohne SpezialauftrÀge ist mit einem Stundensatz von 40-50 Euro zu rechnen. Es empfiehlt sich hier besonders, den Steinmetz oder Fliesenleger nach Zeit und nicht nach FlÀche zu  bezahlen. So stellen Sie sicher, dass bei der Àsthetischen Planung keine Zeit gespart wird.

Planen Sie eine Sonderkonstruktion bei der Verlegung, steigen logischerweise die Kosten.

7. Mit oder ohne Handwerker?

Naturstein zu verlegen ist anspruchsvoll. Oft ist es sinnvoll, dafĂŒr einen Handwerker zu engagieren.

Ein Fliesenleger oder Steinmetz unterstĂŒtzt beim Einbau von Naturstein.

Es ist natĂŒrlich mit Mehrkosten verbunden, dem Handwerker die Verlegung und Gestaltung zu ĂŒberlassen. Aber es gibt aber auch viele gute GrĂŒnde, lieber einem Profi das anspruchsvolle Material anzuvertrauen:

  • Höhere QualitĂ€t und Vermeidung von SchĂ€den am Material.
  • Wissen ĂŒber Besonderheiten jedes Natursteines.
  • FugenabstĂ€nden etc. werden je nach Umgebung individuell geplant.
  • Gutes Auge fĂŒr Ă€sthetisch ansprechende Verlegung nach Maserung und Farbe.

Einen Fliesenleger zu engagieren scheint zunÀchst die nahe liegende Option zu sein. Jedoch ist der Naturstein durchaus anders zu behandeln als eine klassische Fliese. Insbesondere bei SpezialauftrÀgen ist daher eine Zusammenarbeit mit einem Steinmetz ebenfalls sinnvoll.

8. Fachpartner finden

Wird er umsichtig verlegt, schenken Sie diesem Naturprodukt sicher ein langes Leben. Ihr Steinmetz oder Fliesenleger in Ihrer NÀhe hilft gerne!