Lüftungsanlage

Lüftungsanlage – eine Übersicht

Wie das Auto Benzin, so verbraucht der Mensch Sauerstoff. Sauerstoff bedeutet Leben. Doch auch Sauerstoff ist irgendwann in der Luft aufgebraucht. Und das vor allem an Orten die viel besucht werden. Gaststätten, Sportvereine, Tagungsräume, Kirchen. In kürzester Zeit muss hier „alte“ Luft durch „neue“ Luft ausgetauscht werden. Eine große Herausforderung.

Kompass, Struktur, Gliederung, Wegweiser, Navigation, richtungsweisend, Norden, Kompassnadel, Gradmesser, Himmelsrichtungen, Pfeil, Orientierung

1. Triftige Gründe für eine Lüftungsanlage

Schimmel, Decke, modrig, Eigenheim

Es gibt verschiedene Gründe, warum jeder Raum über eine ausreichende Frischluftzufuhr verfügen sollte:

1. Überall dort, wo sich Menschen aufhalten, geben sie Feuchtigkeit ab. Wir schwitzen. Und das – ohne es zu merken – auch im Winter. Diese Feuchtigkeit wird von der Luft aufgenommen und kann Schimmelbildung begünstigen.

2. Neben Schweiß und Rauch gibt es noch weitere unangenehme Gerüche: Abwasser, Küchengerüche, altes Kaminfeuer und die Toilette zum Beispiel.

3. Die Luft besteht im Wesentlichen aus Sauerstoff (21%), Stickstoff (78%) und Kohlendioxid (ca. 0,04%). Wir atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus. Natürlich findet dieser Austausch nicht zu 100% statt. Aber die Luft, die wir ausatmen, hat einen deutlich höheren Kohlendioxidgehalt wie noch zuvor beim Einatmen. Folge: Ohne Luftaustausch würde der Kohlendioxidgehalt immer mehr zunehmen. Sehr langsam zwar, aber kontinuierlich. Das Problem: Ab einer bestimmten Konzentration kann Kohlendioxid für den Menschen tödlich sein.

Ob nun Schimmel, unangenehme Gerüche oder Kohlendioxid: Mit einer guten Lüftungsanlage sind Sie davor sicher. Ihr Ingenieurbüro für Haustechnik kann Ihnen dabei behilflich sein. Je nach individuellen und räumlichen Bedürfnissen plant Ihr Ingenieur mit Ihnen Lüftung und Klima und berät Sie individuell, kompetent und zuverlässig. An frischer Luft wird es Ihnen dadurch nie mehr mangeln!

2. Eine kurze Abhandlung übers Lüften

feucht, Eigenheim, verschimmelt, Bakterien

Ein ständiger Luftaustausch ist das A und O für ein gutes und gesundes Raumklima. Häufig wird allerdings falsch gelüftet. Mit der herkömmlichen Fensterlüftung lässt sich die stickige und verbrauchte Luft nur bedingt aus der Wohnung schaffen. Bei dieser sogenannten „Stoßlüftung“ gibt es einige Nachteile, die bedacht werden müssen:

Bei unzureichender Lüftung sammelt sich im Wohnbereich verbrauchte Luft. Statistiken belegen, dass ein 4-Personen-Haushalt durchschnittlich 15 Liter Wasser pro Tag an die Luft abgibt. Dies geschieht beispielsweise beim Duschen, Kochen und Atmen. Diese Feuchtigkeit muss aus den Räumen verschwinden. Falls nicht, machen sich auf Dauer Schimmelpilze breit, die sich im  feuchten Klima besonders wohlfühlen. Ist es so weit, bleibt nur eine aufwendige Sanierung der betroffenen Bereiche. Und das kann teuer werden.

Wird hingegen zu viel gelüftet, dringt feuchte oder zu trockene Luft von außen in Ihre Wohnung. Zudem steigen Ihre Heizkosten mit dieser Lüftungsart um ein Vielfaches. Vorher erwärmte Luft entweicht und Sie müssen  die Wohnung auf ein Neues beheizen. Zudem ist diese Art der Lüftung abhängig von Winddruck und Außentemperatur. Dementsprechend kann besonders kalte oder warme Luft in Ihre vier Wände gelangen. Steht der Wind falsch, wird die bereits vorhandene Luft in den Raum hineingedrückt. Die Folge: Schlechte Gerüche und Feuchtigkeit verteilen sich im Haus.

3. Die Lüftung mit Kleinraum-Ventilatoren

belüften, Gebläse, Luft, Gerät

Ventilatoren sorgen in kleinen Räumen für einen vernünftigen Luftaustausch. Besonders praktisch dabei: Die kleinen Helfer reagieren sowohl auf Feuchtigkeit als auch auf Licht. Sie schalten sich dann automatisch ein oder versorgen Räume in bestimmten Intervallen mit Frischluft.

Je nach Art, Größe und Lage des zu be- oder entlüftenden Raumes gibt es Ventilatoren und Systeme in unterschiedlicher Bauart. Bei der Wahl des richtigen Produktes ist auch entscheidend, wie viel Luft bewegt werden soll. Ausschlaggebend ist hier die Angabe der Luft-Förderleistung pro Stunde.

Die einfachste Lösung – die Einraumlüftung

Kleinraumventilatoren gewährleisten die Frischluftversorgung in einzelnen Räumen. Die Luft in Badezimmer, WC, Abstellkammer, Hobby- oder Vorratsraum wird von einem Ventilator angesaugt und nach draußen geleitet. In die Außenwand, Dachschräge, Decke oder Fenster wird der Ventilator eingesetzt. Schon haben Sie frische Luft und beschlagene Spiegel gehören der Vergangenheit an. Zu Bedenken gilt allerdings: Nur wenn frische Luft nachströmen kann, arbeiten die Ventilatoren wirkungsvoll. Dies ist zum Beispiel durch ein Lüftungsgitter in der Tür realisierbar.

Egal ob Neubau oder Renovierung – Ventilatoren lassen sich zu jedem Zeitpunkt installieren.
Unser Tipp: Wenn Arbeiten an der Außenwand Ihres Hauses oder an der Heizung anstehen, ist der Zeitpunkt für einen nachträglichen Einbau besonders günstig.

Die Einrohr-Entlüftung mehrerer Räume

Aus Räumen wie Bad, WC und Küche wird die belastete Luft mit Hilfe von Ventilatoren angesaugt und über eine Steigleitung nach draußen befördert. In den Räumen entsteht ein Unterdruck, der frische Luft über Wand- und Fensterventile anzieht. Über Türlüftungsgitter dringt die Luft auch in andere Wohnräume. Beachten Sie, dass für Gebäude ab zwei Vollgeschossen bestimmte Richtlinien für den Brandschutz gelten.

4. Lüftungsanlagen – auch mit Wärmerückgewinnung

Luft, Gebäude, Verteilung, Wärme

Bei der bereits angesprochenen manuellen Fensterlüftung kann viel Wärme entweichen und Zugluft oder Kälte verursachen. Aber das muss nicht sein! Eine kontrollierte Wohnungslüftung sorgt für einen ständigen und ausgeglichenen Luftaustausch.

Mit der kontrollierten Wohnungslüftung sparen Sie bis zu 90% an Energie und somit bares Geld. Voraussetzung: Ein System mit Wärmerückgewinnung. Im Winter führt es die warme Luft in den Luftkreislauf ein, im Sommer kühlt das System Ihre Räume.

So sind Sie trotz geschlossener Fenster mit frischer Luft versorgt. Gerade an stark befahrenen Straßen wird unter anderem die Lärmbelästigung dadurch reduziert. Ein angenehmer Nebeneffekt: Störende Luftpartikel wie Staub und Dreck werden so aus der Wohnung gehalten.

Eine kontrollierte Wohnungslüftung bedeutet natürlich nicht, dass Sie Ihre Fenster ab sofort geschlossen haben müssen. Wie gewohnt können Sie auch während der warmen Sommermonate die Fenster öffnen.

Das Standard-Abluftsystem für das Eigenheim ohne Wärmerückgewinnung

Ein zentral angebrachtes Lüftungsgerät – etwa auf dem Dachboden – saugt die Luft wie gehabt aus den Räumen ab. Zuluft strömt über Nachströmöffnungen in der Außenwand oder in den Fenstern nach. Ein einfaches und kostengünstiges System, mit dem Sie Ihr Eigenheim entlüften. Es eignet sich besonders, wenn Sie an einen nachträglichen Einbau oder an eine Sanierung denken, da es leicht zu installieren ist.

5. Lüftungsrohre – Planung und Verlegung

Lüftung, Luft, Kreislauf, Verbreitung

Lüftungs-Systeme leiten verbrauchte Luft ab und bringen frischen Wind ins Haus. Dabei gilt es bei Luft-Leitungen vieles zu beachten. Denn wer sein Lüftungs-System nicht sorgfältig plant, hat später große Schwierigkeiten, die Mängel zu beseitigen. Zudem müssen die Rohre bestimmte Sicherheits-Anforderungen und Normen erfüllen. Nachfolgend sehen Sie, auf welche Punkte Sie beim Planen Ihrer Entlüftungs-Kanäle besonders achten müssen.

Planung

Ohne gute Leitungen zur Entlüftung ist die beste Lüftungsanlage nutzlos. Schließlich sorgen die Rohre für den Luft-Austausch. Schon in der Planungsphase müssen Sie berücksichtigen, ob Sie nur einzelne Räume oder Ihr ganzes Haus mit Lüftungsrohren ausstatten. Eine nachträgliche Installation ist fast unmöglich. Denn das Kanalnetz wird unsichtbar in Zimmer-Decken und Wänden integriert. So wird eine dauerhafte Lüftung garantiert, ohne dass Sie die Rohre dafür ständig vor Augen haben.

Jeder Raum braucht eine andere Lüftung
Planen Sie Ihr Lüftungs-System mit Weitsicht. Bedenken Sie unbedingt, wie Sie Ihre Räume später nutzen wollen. Küche und Bad brauchen mehr Frischluft als eine Abstellkammer. Denn die feuchte Luft muss schnell und sicher ausgetauscht werden – sonst droht Schimmel. Außerdem gilt: Je größer ein Zimmer ist, desto mehr Frischluft muss zugeführt werden.

Normen und Bestimmungen

Lüftungsrohre müssen bestimmte Anforderungen an die Sicherheit erfüllen. Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihre Luft-Kanäle diesen Normen entsprechen. Nur dann werden sie der Bestimmung gerecht Luft zu transportieren. Achten Sie darauf, dass die Rohre gegen Rost resistent sind. Abluft enthält Feuchtigkeit, die ungeschützten Leitungen schadet. Verzinkte oder aus Edelstahl gefertigte Lüftungs-Rohre lassen Rost keine Chance. Für Ihre Sicherheit besonders wichtig: Die Rohre müssen hitzebeständig sein!

Auch Gebäude müssen atmen

Neubauten sind so gedämmt, dass natürlicher Luftaustausch kaum stattfindet. Aber regelmäßiges Lüften der Räume ist sehr wichtig: Feuchte Luft schadet der Bau-Substanz und den Bewohnern. Schlägt sich die Feuchtigkeit an den Wänden nieder, droht zudem die Gefahr der Schimmelbildung. Und Schimmelpilze greifen nicht nur das Mauerwerk, sondern auch die Gesundheit des Menschen an. Lüftungs-Systeme versorgen Ihr Haus ständig mit frischer Luft und schützen das Gebäude vor vorzeitigem Verfall.

Geräuscharme Luftzufuhr

Was für Klima und Belüftungsanlagen gilt, gilt auch für die Lüftungsrohr-Systeme. Je leiser, desto besser. Eine gute Lüftung erkennen Sie daran, dass Sie gar nicht merken, dass sie da ist. Doch Luftbewegungen im Kanalnetz erzeugen Geräusche – insbesondere bei flexiblen Rohrteilen. Und auch die laufende Klimaanlage macht Lärm. Luft-Leitungen mit Schalldämpfern senken den Lautstärke-Pegel der Luftströme. Spezielle Dämmstoffe verhindern auch die Schallübertragung von Raum zu Raum, den so genannten Telefonie-Schall. So dringen keine Geräusche oder Gespräche mehr von Ihrem Zimmer nach außen. Schließlich wollen Sie nur Ihr Zimmer lüften – und nicht Ihre Geheimnisse.

Lüften Sie Ihre Energie nicht zum Fenster raus!

Nutzen Sie die kostenlose Wärme-Energie der Abluft gleichzeitig zum Heizen und zur Warmwasser-Bereitung. Abluft-Systeme mit Wärme-Rückgewinnung machen es möglich. In Räumen wie Küche, WC und Bad entsteht viel warme Abluft. Diese zieht über Lüftungs-Schächte ab und läuft dann durch eine Warmwasser-Pumpe. Dabei gibt die Abluft Wärme an das Wasser ab und trägt so zur Wassererwärmung im Haus bei. So sparen Sie eine Menge Energie und Kosten.

Jedes Haus ist anders: Beschaffenheit der Wände, Flächen-Aufteilung, Raumakustik … Jedes Gebäude ist einzigartig. Und so müssen auch Lüftungs-Systeme an Ihre Bedürfnisse anpassbar sein. Moderne Hersteller bieten Ihnen ein umfangreiches Sortiment aus hochwertigen Edelstahl- und Aluminium-Rohren und Einzelteilen. So finden Sie für jedes Ihrer Bauvorhaben die perfekte Rohr-Kombination.

Wickelfalzrohre

Der Großteil des Lüftungs-Systems besteht aus den so genannten Wickelfalzrohren. Hierbei handelt es sich um längsgefalzte und längsgeschweißte Bauteile. Diese Rohre zeichnen sich durch besonders hohe Stabilität aus. Zudem sind Sie gegenüber schädlichen Umwelteinflüssen wie z. B. Feuchtigkeit sehr widerstandsfähig – Rost hat somit keine Chance. Infolge dessen halten Ihre Luft-Leitungen nicht nur ein Leben lang, sondern sind auch praktisch überall einsetzbar. Wickelfalzrohre mit den passenden Formteilen und Dichtungen garantieren Ihnen ein einfaches und dichtes Rohr-System. So zirkuliert die Luft sauber, hygienisch und leise in Ihrem Lüftungs-System.

Schalldämpfer

Sicher haben Sie schon mal erlebt, wie der Wind bei Ihnen ums Haus pfeift. Die Luftströme in Ihren Luft-Leitungen erzeugen unter Umständen störende Laute. Mit Rohr-Schalldämpfern schwächen Sie Geräusche in Ihrem Lüftungssystem ab. Je nach Anwendungsgebiet wählen Sie zwischen 25 mm oder dem stärkeren 50 mm Dämm-Material. Es gibt zwei besondere Schalldämpfer-Arten:

  1. Starre Schalldämpfer:
    Die starren Schalldämpfer sitzen meist direkt vor oder hinter der Lüftungs-Anlage. So vermeiden Sie eine Übertragung der Geräte-Geräusche in die Luftrohre. Hier wird bevorzugt eine Schall-Dämmstärke von 50 Milimetern verwendet. Damit werden selbst tiefe Geräusch-Frequenzen überzeugend gedämpft.
  2. Telefonie-Schalldämpfer:
    Schall-Übertragung zwischen zwei Räumen, so genannter Telefonie-Schall, ist meist ein großes Ärgernis. Im schlimmsten Fall hört Ihr Zimmernachbar ganze Gespräche über die Lüftungs-Rohre mit. Telefonie-Schalldämpfer dämpfen die Geräuschübertragung von Raum zu Raum. Auch hier kommen relativ hohe Schall-Dämmstärken zum Einsatz. Lärm und Lauschende haben somit keinen Chance.

Flexible Rohre

Eine spezielle Aufgabe kommt flexiblen Rohren zu: Sie dämpfen die so genannte Körperschall-Übertragung von der Lüftungs-Anlage auf das Rohr-System. Die flexiblen Aluminium-Rohre sorgen so für eine schwingungsarme Verbindung zwischen dem Gerät und den Luft-Leitungen. Da die Rohre beweglich sind, fangen sie die Vibrationen der Lüftungs-Anlage ab. Das verringert die Belastung für die Rohrverbindung im Luftkanal-System. Die Geräusche der Belüftungs-Geräte werden dabei ebenfalls gedämpft. Allerdings ist der Einsatz flexibler Rohre nur an besagten Anschluss-Stellen ratsam. Luft-Leitungen, die komplett aus solchen Rohren bestehen, sind zu instabil und verstärken die Geräusche.