Lüftungsanlage

Lüftungsanlage – eine Übersicht

Wie das Auto Benzin, so verbraucht der Mensch Sauerstoff. Sauerstoff bedeutet Leben. Doch auch Sauerstoff ist irgendwann in der Luft aufgebraucht. Und das vor allem an Orten, die viel besucht werden. Gaststätten, Sportvereine, Tagungsräume, Kirchen. In kürzester Zeit muss hier „alte“ Luft durch „neue“ Luft ausgetauscht werden. Eine große Herausforderung.

1. Triftige Gründe für eine Lüftungsanlage

Eine schimmelnde Decke lässt sich leicht vermeiden.

Eine Lüftungsanlage beugt Schimmel vor.

Es gibt verschiedene Gründe, warum jeder Raum über eine ausreichende Frischluftzufuhr verfügen sollte:

1. Überall dort, wo sich Menschen aufhalten, geben sie Feuchtigkeit ab. Wir schwitzen. Und das – ohne es zu merken – auch im Winter. Diese Feuchtigkeit wird von der Luft aufgenommen und kann Schimmelbildung begünstigen.

2. Neben Schweiß und Rauch gibt es noch weitere unangenehme Gerüche: Abwasser, Küchengerüche, altes Kaminfeuer und die Toilette zum Beispiel.

3. Die Luft besteht im Wesentlichen aus Sauerstoff (21%), Stickstoff (78%) und Kohlendioxid (ca. 0,04%). Wir atmen Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus. Natürlich findet dieser Austausch nicht zu 100% statt. Aber die Luft, die wir ausatmen, hat einen deutlich höheren Kohlendioxidgehalt wie noch zuvor beim Einatmen. Folge: Ohne Luftaustausch würde der Kohlendioxidgehalt immer mehr zunehmen. Sehr langsam zwar, aber kontinuierlich. Das Problem: Ab einer bestimmten Konzentration kann Kohlendioxid für den Menschen tödlich sein.

Ob nun Schimmel, unangenehme Gerüche oder Kohlendioxid: Mit einer guten Lüftungsanlage sind Sie davor sicher. Ihr Ingenieurbüro für Haustechnik kann Ihnen dabei behilflich sein. Je nach individuellen und räumlichen Bedürfnissen plant Ihr Ingenieur mit Ihnen Lüftung und Klima und berät Sie individuell, kompetent und zuverlässig. An frischer Luft wird es Ihnen dadurch nie mehr mangeln!

Vorteile und Nachteile von Lüftungsanlagen

Richtig gewählte und optimierte Lüftungsanlage lässt sich den örtlichen Begebenheiten und entspricht individuellen Wünschen. Daher resultieren viele Vorteile, die nur wenigen Nachteilen gegenüberstehen.

VorteileNachteile
kontinuierliche und bedarfsgerechte Lüftung auch bei AbwesenheitInvestitionskosten
kein Aufwand mehr für manuelles Lüftennachrüsten im Altbau teilweise aufwendig
sicherer Schutz vor Feuchteschäden und SchimmelFilterwechsel und regelmäßige Reinigung nötig
Luftfilter halten Pollen, Staub und Insekten ferneventuell Geräusche durch Ventilatoren und Strömungsgeräusche
Schadstoffe kontinuierlich abgelüftetStromkosten steigen
Mit Wärmerückgewinnung Verluste von Heizenergie begrenzen
Schallschutz: auch bei Außenlärm frische Luft
Einbruchsschutz, da Fenster zum Lüften (bei Abwesenheit) geschlossen bleiben

2. Eine kurze Abhandlung übers Lüften

Auch durch richtiges Lüften kann Schimmel verhindert werden.

Richtiges Lüften verhindert Schimmelbildung.

Ein ständiger Luftaustausch ist das A und O für ein gutes und gesundes Raumklima. Häufig wird allerdings falsch gelüftet. Mit der herkömmlichen Fensterlüftung lässt sich die stickige und verbrauchte Luft nur bedingt aus der Wohnung schaffen. Bei dieser sogenannten „Stoßlüftung“ gibt es einige Nachteile, die bedacht werden müssen:

Bei unzureichender Lüftung sammelt sich im Wohnbereich verbrauchte Luft. Statistiken belegen, dass ein 4-Personen-Haushalt durchschnittlich 15 Liter Wasser pro Tag an die Luft abgibt. Dies geschieht beispielsweise beim Duschen, Kochen und Atmen. Diese Feuchtigkeit muss aus den Räumen verschwinden. Falls nicht, machen sich auf Dauer Schimmelpilze breit, die sich im  feuchten Klima besonders wohlfühlen. Ist es so weit, bleibt nur eine aufwendige Sanierung der betroffenen Bereiche. Und das kann teuer werden.

Wird hingegen zu viel gelüftet,

  • dringt feuchte oder zu trockene Luft von außen in Ihre Wohnung.
  • Zudem steigen Ihre Heizkosten mit dieser Lüftungsart um ein Vielfaches. Vorher erwärmte Luft entweicht und Sie müssen  die Wohnung auf ein Neues beheizen.
  • Zudem ist diese Art der Lüftung abhängig von Winddruck und Außentemperatur. Dementsprechend kann besonders kalte oder warme Luft in Ihre vier Wände gelangen. Steht der Wind falsch, wird die bereits vorhandene Luft in den Raum hineingedrückt. Die Folge: Schlechte Gerüche und Feuchtigkeit verteilen sich im Haus.

3. Die Lüftung mit Kleinraum-Ventilatoren

Ein Ventilator ist die Lüftungsanlage für den kleinen Geldbeutel.

Eine simple Lösung: Ventilatoren.

Ventilatoren sorgen in kleinen Räumen für einen vernünftigen Luftaustausch. Besonders praktisch dabei: Die kleinen Helfer reagieren sowohl auf Feuchtigkeit als auch auf Licht. Sie schalten sich dann automatisch ein oder versorgen Räume in bestimmten Intervallen mit Frischluft.

Je nach Art, Größe und Lage des zu be- oder entlüftenden Raumes gibt es Ventilatoren und Systeme in unterschiedlicher Bauart. Bei der Wahl des richtigen Produktes ist auch entscheidend, wie viel Luft bewegt werden soll. Ausschlaggebend ist hier die Angabe der Luft-Förderleistung pro Stunde.

Die einfachste Lösung – die Einraumlüftung

Kleinraumventilatoren gewährleisten die Frischluftversorgung in einzelnen Räumen. Die Luft in Badezimmer, WC, Abstellkammer, Hobby- oder Vorratsraum wird von einem Ventilator angesaugt und nach draußen geleitet. In die Außenwand, Dachschräge, Decke oder Fenster wird der Ventilator eingesetzt. Schon haben Sie frische Luft und beschlagene Spiegel gehören der Vergangenheit an.

Zu bedenken gilt allerdings:

  • Nur wenn frische Luft nachströmen kann, arbeiten die Ventilatoren wirkungsvoll. Dies ist zum Beispiel durch ein Lüftungsgitter in der Tür realisierbar.

Egal ob Neubau oder Renovierung – Ventilatoren lassen sich zu jedem Zeitpunkt installieren.
Unser Tipp: Wenn Arbeiten an der Außenwand Ihres Hauses oder an der Heizung anstehen, ist der Zeitpunkt für einen nachträglichen Einbau besonders günstig.

Die Einrohr-Entlüftung mehrerer Räume

Aus Räumen wie Bad, WC und Küche wird die belastete Luft mit Hilfe von Ventilatoren angesaugt und über eine Steigleitung nach draußen befördert. In den Räumen entsteht ein Unterdruck, der frische Luft über Wand- und Fensterventile anzieht. Über Türlüftungsgitter dringt die Luft auch in andere Wohnräume. Beachten Sie, dass für Gebäude ab zwei Vollgeschossen bestimmte Richtlinien für den Brandschutz gelten.

4. Lüftungsanlage – auch mit Wärmerückgewinnung

Luft, Gebäude, Verteilung, Wärme

Eine Wärmerückgewinnung sorgt für effizienten Luftaustausch.

Bei der bereits angesprochenen manuellen Fensterlüftung kann viel Wärme entweichen und Zugluft oder Kälte verursachen. Aber das muss nicht sein! Eine kontrollierte Wohnungslüftung sorgt für einen ständigen und ausgeglichenen Luftaustausch.

Mit der kontrollierten Wohnungslüftung sparen Sie bis zu 90% an Energie und somit bares Geld. Voraussetzung: Ein System mit Wärmerückgewinnung. Im Winter führt es die warme Luft in den Luftkreislauf ein, im Sommer kühlt das System Ihre Räume.

So sind Sie trotz geschlossener Fenster mit frischer Luft versorgt. Gerade an stark befahrenen Straßen wird unter anderem die Lärmbelästigung dadurch reduziert. Ein angenehmer Nebeneffekt: Störende Luftpartikel wie Staub und Dreck werden so aus der Wohnung gehalten.

Eine kontrollierte Wohnungslüftung bedeutet natürlich nicht, dass Sie Ihre Fenster ab sofort geschlossen haben müssen. Wie gewohnt können Sie auch während der warmen Sommermonate die Fenster öffnen.

Das Standard-Abluftsystem für das Eigenheim ohne Wärmerückgewinnung

  • Ein zentral angebrachtes Lüftungsgerät – etwa auf dem Dachboden – saugt die Luft wie gehabt aus den Räumen ab.
  • Zuluft strömt über Nachströmöffnungen in der Außenwand oder in den Fenstern nach.
  • Ein einfaches und kostengünstiges System, mit dem Sie Ihr Eigenheim entlüften.
  • Es eignet sich besonders, wenn Sie an einen nachträglichen Einbau oder an eine Sanierung denken, da es leicht zu installieren ist.

5. Lüftungsrohre – Planung und Verlegung

Tipp-zum-Bau verrät Ihnen, worauf Sie beim Verlegen der Lüftungsrohre achten müssen.

Lüftungsrohre lassen die Luft besser durch Ihr Haus zirkulieren.

Lüftungs-Systeme leiten verbrauchte Luft ab und bringen frischen Wind ins Haus. Dabei gilt es bei Luft-Leitungen vieles zu beachten. Denn wer sein Lüftungs-System nicht sorgfältig plant, hat später große Schwierigkeiten, die Mängel zu beseitigen. Zudem müssen die Rohre bestimmte Sicherheits-Anforderungen und Normen erfüllen. Nachfolgend sehen Sie, auf welche Punkte Sie beim Planen Ihrer Entlüftungs-Kanäle besonders achten müssen.

Planung

Ohne gute Leitungen zur Entlüftung ist die beste Lüftungsanlage nutzlos. Schließlich sorgen die Rohre für den Luft-Austausch. Schon in der Planungsphase müssen Sie berücksichtigen, ob Sie nur einzelne Räume oder Ihr ganzes Haus mit Lüftungsrohren ausstatten. Eine nachträgliche Installation ist fast unmöglich. Denn das Kanalnetz wird unsichtbar in Zimmer-Decken und Wänden integriert. So wird eine dauerhafte Lüftung garantiert, ohne dass Sie die Rohre dafür ständig vor Augen haben.

Jeder Raum braucht eine andere Lüftung
Planen Sie Ihr Lüftungs-System mit Weitsicht:

  • Bedenken Sie unbedingt, wie Sie Ihre Räume später nutzen wollen. Küche und Bad brauchen mehr Frischluft als eine Abstellkammer. Denn die feuchte Luft muss schnell und sicher ausgetauscht werden – sonst droht Schimmel.
  • Außerdem gilt: Je größer ein Zimmer ist, desto mehr Frischluft muss zugeführt werden.

Normen und Bestimmungen

Lüftungsrohre müssen bestimmte Anforderungen an die Sicherheit erfüllen. Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihre Luft-Kanäle diesen Normen entsprechen. Nur dann werden sie der Bestimmung gerecht Luft zu transportieren. Achten Sie darauf, dass die Rohre gegen Rost resistent sind. Abluft enthält Feuchtigkeit, die ungeschützten Leitungen schadet. Verzinkte oder aus Edelstahl gefertigte Lüftungs-Rohre lassen Rost keine Chance. Für Ihre Sicherheit besonders wichtig: Die Rohre müssen hitzebeständig sein!

Auch Gebäude müssen atmen

Neubauten sind so gedämmt, dass natürlicher Luftaustausch kaum stattfindet.

  • Aber regelmäßiges Lüften der Räume ist sehr wichtig, denn: Feuchte Luft schadet der Bau-Substanz und den Bewohnern.
  • Schlägt sich die Feuchtigkeit an den Wänden nieder, droht zudem die Gefahr der Schimmelbildung.
  • Und Schimmelpilze greifen nicht nur das Mauerwerk, sondern auch die Gesundheit des Menschen an.

Lüftungs-Systeme versorgen Ihr Haus ständig mit frischer Luft und schützen das Gebäude vor vorzeitigem Verfall.

Geräuscharme Luftzufuhr

Was für Klima und Belüftungsanlagen gilt, gilt auch für die Lüftungsrohr-Systeme. Je leiser, desto besser. Eine gute Lüftung erkennen Sie daran, dass Sie gar nicht merken, dass sie da ist. Doch Luftbewegungen im Kanalnetz erzeugen Geräusche – insbesondere bei flexiblen Rohrteilen. Und auch die laufende Klimaanlage macht Lärm.

  • Luft-Leitungen mit Schalldämpfern senken den Lautstärke-Pegel der Luftströme.
  • Spezielle Dämmstoffe verhindern auch die Schallübertragung von Raum zu Raum, den so genannten Telefonie-Schall.
  • So dringen keine Geräusche oder Gespräche mehr von Ihrem Zimmer nach außen. Schließlich wollen Sie nur Ihr Zimmer lüften – und nicht Ihre Geheimnisse.

Lüften Sie Ihre Energie nicht zum Fenster raus!

Nutzen Sie die kostenlose Wärme-Energie der Abluft gleichzeitig zum Heizen und zur Warmwasser-Bereitung. Abluft-Systeme mit Wärme-Rückgewinnung machen es möglich. In Räumen wie Küche, WC und Bad entsteht viel warme Abluft. Diese zieht über Lüftungs-Schächte ab und läuft dann durch eine Warmwasser-Pumpe. Dabei gibt die Abluft Wärme an das Wasser ab und trägt so zur Wassererwärmung im Haus bei. So sparen Sie eine Menge Energie und Kosten.

Jedes Haus ist anders: Beschaffenheit der Wände, Flächen-Aufteilung, Raumakustik … Jedes Gebäude ist einzigartig. Und so müssen auch Lüftungs-Systeme an Ihre Bedürfnisse anpassbar sein. Moderne Hersteller bieten Ihnen ein umfangreiches Sortiment aus hochwertigen Edelstahl- und Aluminium-Rohren und Einzelteilen. So finden Sie für jedes Ihrer Bauvorhaben die perfekte Rohr-Kombination.

Wickelfalzrohre

Der Großteil des Lüftungs-Systems besteht aus den so genannten Wickelfalzrohren. Hierbei handelt es sich um längsgefalzte und längsgeschweißte Bauteile.

  • Diese Rohre zeichnen sich durch besonders hohe Stabilität aus.
  • Zudem sind Sie gegenüber schädlichen Umwelteinflüssen wie z. B. Feuchtigkeit sehr widerstandsfähig – Rost hat somit keine Chance.
  • Infolge dessen halten Ihre Luft-Leitungen nicht nur ein Leben lang, sondern sind auch praktisch überall einsetzbar.
  • Wickelfalzrohre mit den passenden Formteilen und Dichtungen garantieren Ihnen ein einfaches und dichtes Rohr-System. So zirkuliert die Luft sauber, hygienisch und leise in Ihrem Lüftungs-System.

Schalldämpfer

Sicher haben Sie schon mal erlebt, wie der Wind bei Ihnen ums Haus pfeift. Die Luftströme in Ihren Luft-Leitungen erzeugen unter Umständen störende Laute. Mit Rohr-Schalldämpfern schwächen Sie Geräusche in Ihrem Lüftungssystem ab. Je nach Anwendungsgebiet wählen Sie zwischen 25 mm oder dem stärkeren 50 mm Dämm-Material. Es gibt zwei besondere Schalldämpfer-Arten:

  1. Starre Schalldämpfer:
    Die starren Schalldämpfer sitzen meist direkt vor oder hinter der Lüftungs-Anlage. So vermeiden Sie eine Übertragung der Geräte-Geräusche in die Luftrohre. Hier wird bevorzugt eine Schall-Dämmstärke von 50 Milimetern verwendet. Damit werden selbst tiefe Geräusch-Frequenzen überzeugend gedämpft.
  2. Telefonie-Schalldämpfer:
    Schall-Übertragung zwischen zwei Räumen, so genannter Telefonie-Schall, ist meist ein großes Ärgernis. Im schlimmsten Fall hört Ihr Zimmernachbar ganze Gespräche über die Lüftungs-Rohre mit. Telefonie-Schalldämpfer dämpfen die Geräuschübertragung von Raum zu Raum. Auch hier kommen relativ hohe Schall-Dämmstärken zum Einsatz. Lärm und Lauschende haben somit keinen Chance.

Flexible Rohre

Eine spezielle Aufgabe kommt flexiblen Rohren zu:

  • Sie dämpfen die so genannte Körperschall-Übertragung von der Lüftungs-Anlage auf das Rohr-System.
  • Die flexiblen Aluminium-Rohre sorgen so für eine schwingungsarme Verbindung zwischen dem Gerät und den Luft-Leitungen.
  • Da die Rohre beweglich sind, fangen sie die Vibrationen der Lüftungs-Anlage ab. Das verringert die Belastung für die Rohrverbindung im Luftkanal-System.
  • Die Geräusche der Belüftungs-Geräte werden dabei ebenfalls gedämpft.

Allerdings ist der Einsatz flexibler Rohre nur an besagten Anschluss-Stellen ratsam. Luft-Leitungen, die komplett aus solchen Rohren bestehen, sind zu instabil und verstärken die Geräusche.

6.    DIN 1946-6 – Lüftung von Wohnungen nach Lüftungskonzept

Die DIN-Norm 1946-6 ist ein Regelwerk, das die Sicherheitsstellung eines Mindestluftwechsels fordert. Sie zeigt verschiedenen Lösungsmöglichkeiten, wie ein ausreichender Luftwechsel zu erreichen ist. Damit schafft die Norm Regelungen für die Belüftung von Wohngebäuden bei Neubau und Sanierung.

Diese Regelung gilt für die freie und ventilatorengeschützte Lüftung von Wohnungen und genutzten Raumgruppen. Außerdem legt sie die Anforderungen an die Planung, die Ausführung und Inbetriebnahme, den Betrieb und die Instandhaltung der notwendigen Lüftungs-Komponenten fest. Mit den Planungskriterien und diversen Normen ist ein ausreichender Außenluftvolumenstrom sowohl in einer Nutzungseinheit als auch für jeden einzelnen Raum zu gewährleisten.

Das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6

Die Norm erfordert ein Lüftungskonzept. Dadurch sollen grundsätzlichen Fragen zur Lüftung eines Gebäudes oder einer Nutzungseinheit beantwortet werden. Änderungen an dem Gebäude führen dabei unbedingt zu den Änderungen eines Lüftungskonzepts. Das passiert, weil sie Änderungen bei der Lüftung der Räume in diesem Gebäude zur Folge haben. Deshalb ist für jeden Neubau sowie bei umfangreichen Sanierungen von Altbauten ein genormtes Lüftungskonzept zu erstellen.

Die Lüftungsstufen nach DIN 1946-6

Außer Lüftungskonzepts wird der Nachweis für vier Lüftungsstufen für einen ausreichenden Luftwechsel bei unterschiedlichen Nutzungsbedingungen gefordert. Vier Lüftungsstufen implizieren charakteristische Verhaltensweisen der Nutzer. Die Norm unterscheidet hier zunächst vier Lüftungsstufen hinsichtlich ihrer Intensität. Die unterschiedlichen Lüftungsstufen klassifizieren dabei die Leistungsfähigkeit eines Lüftungssystems.

4 Lüftungsstufen: (DIN 1946-6)

  • Lüftung zum Feuchteschutz (FL).
  • Reduzierte Lüftung (RL).
  • Nennlüftung (NL).
  • Intensivlüftung (IL).

Luftwechselrate

Luftwechselrate zum Feuchteschutz

Die Lüftung zum Feuchteschutz ist ständig und nutzerunabhängig sicherzustellen. Denn die Selbstlüftung der Räume reicht nicht aus. Grundsätzlich sind Schimmelpilzbildung und Feuchteschäden bei dieser grundsätzlichen nutzerunabhängigen Lüftung zu verhindern. Diese Lüftung bildet den Mindeststandard. Denn bei der richtigen Durchführung der Planung können die Nutzer sogar auf Fensterlüftung verzichten.

Um die Lüftung zum Feuchteschutz nutzerunabhängig sicher zu stellen, gilt es folgende Faktoren zu beachten:

  • Der Dämmstandard oder Dichtigkeit des Gebäudes -liefert Informationen zu Undichtheiten in der Gebäudehülle.
  • Die Art des Gebäudes – Größe und Geometrie geben Aufschluss über die zu erwartenden Anforderungen an die Lüftung.
  • Die Lage des Gebäudes – Sie liefert Informationen zur Windbelastung. Je mehr Wind, desto größer die natürliche Infiltration.

Luftwechselrate nach Nennlüftung

Nennlüftung ist die Lüftung unter normalen Nutzungsbedingungen. Diese erfasst die notwendige Lüftung, um hygienische und gesundheitliche Erfordernisse. Außerdem trägt sie dem Bautenschutz bei Anwesenheit der Nutzer im Normalbetrieb bei.

Luftwechselrate nach Intensivlüftung

Um Spitzenlasten abzubauen, besteht ebenfalls die Option, das Lüftungssystem nach Intensivlüftung auszulegen. Das ist zum Beispiel in öffentlichen Gebäuden erforderlich. Es ist jedoch von Vorteil, die intensive Lüftung über aktive Fensterlüftung abzubauen.

7.  Kosten für Lüftungsanlage

Tipp zum Bau zeigt Ihnen, mit welchen Kosten und Ersparnissen Sie bei Ihrer Lüftungsanlage rechnen können.

Bei der Lüftungsanlage müssen Sie auf zusätzliche Kosten achten.

Die Investition in eine Lüftungsanlage ist ein großer Kostenfaktor – allerdings nur einmalig. Hinzu kommen laufende Kosten für Betriebsstrom und Wartung. Je nach Lüftungsanlage ist das Nachrüsten mit einem hohen baulichen Aufwand verbunden.

Einen Überblick über die Kosten erhalten Sie hier:

Einfamilienhaus
Investitionskosten4.500 - 9.000 €
Betriebskostenca. 50 - 70 € jährlich Strom,
ca. 40 € pro Jahr für neue Filter
Mehrfamilienhaus
Investitionskosten3.000 - 7.000 € je Wohnung
Betriebskostenca. 30 - 60 € jährlich Strom,
ca. 40 € jährlich Filtersatz erneuern

Auch wenn Lüftungsanlagen nicht ganz billig sind: Sie profitieren von einem ganz neuen Lebensgefühl.

  • Feuchteschäden und Schimmel im Haus gehören der Vergangenheit an.
  • Im Winter sparen sie Heizkosten und ersparen sich das Frieren beim Lüften.
  • Die Energieeffizienz Ihres Eigenheims steigt merkbar. Und das ist nicht nur Gut für Ihren Geldbeutel – auch die Umwelt dankt es Ihnen.

Eine Lüftungsanlage steigert die Wohnqualität wirksam und nachhaltig. Für ein behagliches Wohnambiente ist gesorgt – sowohl im Winter als auch im Hochsommer.

8.  Lüftungsanlage nutzen und pflegen

Je nach Bauart und Ausstattung sind Lüftungsanlagen per Hand regulierbar. Damit lässt sich das Raumklima individuell anpassen.

  • Reine Abluftanlagen werden beispielsweise meist bei Bedarf mit einem Kippschalter
  • Bei zentralen Lüftungsanlagen lässt sich die Grundlüftung für das gesamte Gebäude am Gerät einstellen. In den einzelnen Räumen können die Bewohner dann meist Grundeinstellung an ihre persönlichen Vorlieben anpassen.
  • Zusätzlich kontrollieren CO2-Senoren und Luftfeuchte-Messer laufend die Luftqualität.

9.  Wartung der Lüftungsanlage: Filterwechsel und Reinigung

Die Wartung einer Lüftungsanlage können Sie grundsätzlich selbst vornehmen. Sind Sie unsicher, können Sie sich aber auch an den Fachbetrieb Ihrer Wahl wenden.

Notwendig ist die Wartung einer Lüftungsanlage etwa einmal im Jahr. Der Filterwechsel erfolgt bestenfalls vor der Heizperiode. Je nach dem Verschmutzungsgrad sind folgende Teile zu wechseln:

  • Je nachdem wie stark der Grobfilter beansprucht ist, sollte dieser ein- bis dreimal jährlich gewechselt werden.
  • Den Feinfilter wechseln Sie mindestens einmal im Jahr.

Die Filter halten den Großteil an Staub, Pollen und Fremdkörpern ab. Bei regelmäßigen Filterwechsel weisen die Lüftungskanäle bis zu 15 Jahre lang keine wesentlichen Verschmutzungen auf.

Wärmetauscher lassen oftmals unter fließendem Wasser auswaschen. Auch der Ablauf der Kondensat-Wanne und die Außen- und Fortluftelemente sind regelmäßig zu reinigen.

Wenn Sie Veränderungen in der Luftqualität oder der Akustik Ihrer Lüftungsanlage bemerken, wenden Sie sich unbedingt an einen Fachhandwerker. Dieser ist zuständig für die professionelle Inspektion und Instandsetzung und bringt Ihre Anlage im Nu wieder zum Laufen.

Bei der Inspektion und Wartung von Wohnungslüftungsanlagen empfiehlt sich, folgendes zu kontrollieren:

  • Zustand der Außen- und Fortluftdurchlässe des Gebäudes.
  • Das Lüftungsgerät auf Verschmutzung, Korrosion oder Beschädigung von Oberflächen und Beschichtungen.
  • Zustand der Luftverteilsysteme, der luftberührten Oberflächen und Dichtungen und Überströmeinrichtungen.
  • Einbau, Dichtheit und Funktion des Luftfilters.
  • Funktionsfähigkeit des Kondensatablaufs vom Gerätes.
  • Funktionsfähigkeit der Regelung und Sensoren von Lüftungsgeräten.
  • Desinfektion und Reinigung des Luftverteilungssystems.

10. Fachpartner finden

Sie planen den Kauf einer neuen Lüftungsanlage? Oder benötigen einen Rat vor Ort?
Unsere Fachpartner in Ihrer Nähe helfen Ihnen gerne!

Mehr zum Thema Haustechnik bei Tipp zum Bau

Lüftung, Luft, Kreislauf, Verbreitung

Klimaanlage

Luft, verteilen, Gerät, abkühlen, Klimaanlage

Lüftungsanlage

Erfahren Sie über Tipp zum Bau, wie auch Sie eine Förderung erhalten oder bei Ihrer Dachdämmung sparen.

Heizung

Offene Kamine sind wegen der Atmosphäre die sie schaffen immer noch sehr beliebt. Die Vor- und Nachteile eines offenen Kamins wägen wir für Sie ab.

Kamine

Luft, klimatisieren, Gerät, abkühlen

Passive Kühlung

Luft, Zustand, 3d, Zustand

Adiabate Kühlanlage

Dieser Text wurde von den Redakteuren der      erstellt

Online-Seminare, auch zum Thema Bauen, finden Sie unter