Linoleum

Zwar wird Linoleum häufig als Bodenbelag verwendet, ist aber auch als Möbelbezug oder Pinnwand einsetzbar. Linoleum überzeugt mit seinem günstigen Kaufpreis und einer umfangreichen Farb- und Designpalette. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie bei der Auswahl des Linoleums haben. Ebenso lesen Sie über die Vor- und Nachteile der Arten und was es beim Verlegen zu beachten gibt.

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1. Ihre Auswahl bei Linoleum

Die Materialien-Zusammensetzung von Linoleum bleibt abgesehen von ein paar Abweichungen in der Regel gleich. Trotzdem gibt es beim Einkauf viele Auswahlmöglichkeiten:

  • Homogen oder heterogen.
  • Verschiedene Material- oder Beschichtungszusammensetzungen.
  • Verlegungsarten.
  • Verschiedene Stärken.
  • Bedruckungsmöglichkeiten.

Homogenes und Heterogenes Linoleum

Homogenes Linoleum besteht aus mehreren Schichten mit gleicher Zusammensetzung und Farbe. Weil es strapazierfähig ist, wird es gerade in medizinischen und öffentlichen Bereichen eingesetzt. Zudem ist es elastisch, was das Biegen der Kanten ermöglicht. Dadurch dringen weder Feuchtigkeit noch Bakterien zum Boden vor. Da die Rollen eine Breite von 1,5-2 m haben, eignet sich homogenes Linoleum besonders in kleinen Räumen.

Heterogenes Linoleum setzt sich aus einer Nutzschicht und weiteren kompakten Schichten zusammen. Diese unterscheiden sich in Zusammensetzung und Musterung. Die Nutzschicht ist eine durchsichtige Außenbeschichtung aus Kunststoff, die das Material vor äußeren Einflüssen schützt.  Heterogenes Linoleum enthält oft eine Stabilisierungseinlage.

Rollen, bunt, von vorne, Bedruckung

Aufgrund der offenen Gestaltungsmöglichkeit wird es gerade im privaten Wohnbereich verwendet. Die Oberfläche kann auch andere Bodenbeläge imitieren und so für eine preiswerte Alternative sorgen. Zudem ist heterogenes Linoleum lärm- und wärmeisoliert. Da die Rollen 1,5-4 m breit sind, bietet sich so die Möglichkeit einer fugenfreien Verlegung.

Verschiedene Material- oder Beschichtungs-Zusammensetzungen

Zu weniger bekannten Linoleumarten gehört zum Beispiel Glyftal- (oder Alkyd-) Linoleum. Normales Linoleum wird dabei mit Alkydharz beschichtet. Eine weitere Variation ist Colloxinisches Linoleum, deren Grundlage Nitrozellulose statt Leinöl ist. Linoleum Reline ist dagegen zweischichtig. Die Trägerschicht besteht aus altem, zerkleinertem Gummi mit Bitumen, die obere Schicht ist ein Gemisch von Gummi, Pigment und Füller. Eine Übersicht der Vor- und Nachteile der verschiedenen Materialien finden Sie weiter unten.

2. Verlegungsarten

Boden, Etage, 3d, Stock

Meterware wird direkt auf den Untergrund geklebt. Die Bahnen haben eine Breite von 150-400 cm. Diese werden miteinander verklebt. Das eignet sich besonders, wenn eine Fußbodenheizung vorhanden ist. Durch das direkte Aufliegen wird die Wärme unmittelbar auf den Bodenbelag übertragen. Zudem trägt es besonders zur Raumakustik bei.

Eine weitere Option ist Klick-Linoleum, auch genannt Lino-Klick. Dabei werden die einzelnen Linoleumböden ineinander „verklickt“. Klick-Linoleum wird schwimmend verlegt, also lose auf den Untergrund gelegt. Dieser ist ebenfalls leicht auszutauschen und zu reparieren. Bei diesem einfachen Prozess klicken Sie die Laminatböden aus und ersetzen sie durch neue. Trotzdem ist das Durchlesen einer Online-Anleitung empfehlenswert. Diese Art der Verlegung ist besonders schnell und wieder leicht zu entfernen.

Voraussetzungen für das Verlegen

Das Verlegen von Linoleum als Meterware ist relativ kompliziert. Grund dafür sind die zahlreichen Voraussetzungen, die bei der Verlegung im Raum gegeben sein müssen:

  • Totale Trockenheit ist sehr wichtig. Deswegen ist es nicht möglich, Linoleum im Bad zu verlegen. Auch Grundböden, die nicht gegen aufsteigende Grundfeuchtigkeit isoliert sind (z.B. Keller oder Garagen) können nicht mit Linoleum verlegt werden.
  • Der Untergrund muss außerdem eben, fest und ohne Risse sein. Dichte, nicht saugfähige Untergründe (wie z.B. Gussasphalt) müssen vor dem Verlegen ausreichend mit Dispersionsklebstoff verspachtelt werden.
  • Die Meterware wird vor dem Verlegen zugeschnitten und locker aufgerollt 24 Stunden im Stehen akklimatisiert. Während der Verlegung darf die Bodentemperatur nicht unter 15 °C liegen (bei Fußbodenheizung zwischen 18 °C und 20 °C), die Raumtemperatur muss mindestens 18 °C betragen. Die relative Luftfeuchtigkeit muss zwischen 40 % und 65 % liegen.

3. Stärke – entscheidend für die Qualität

Auch die Dicke des Linoleum Bodenbelags spielt eine entscheidende Rolle im Preis und der Qualität. Die Stärke von Linoleum wird in der Regel in drei Kategorien unterteilt:

  1. Haushalt (2 mm, hält ca. 3-5 Jahre)
  2. Halb-gewerblich/semi-kommerziell (2,5 mm, hält ca. 7-20 Jahre)
  3. Kommerziell (3,2-4 mm, hält ca. 20 Jahre)

Die Optimale Stärke für die jeweiligen Anforderungen:

Der Linoleumbelag mit einer Stärke von 2 mm ist neben dem Wohnraum auch in Büros oder Klassenräumen einsetzbar. Der halb-gewerbliche Belag kann ebenfalls in Wohnräumen angewendet werden. Er wird jedoch häufiger für Mehrzweckhallen, Kaufhäuser und Hotels verwendet. Je dicker der Belag, umso belastbarer ist er. Deswegen wird der 3,2-4 mm dicke Linoleumboden vor allem in öffentlichen Gebäuden, Krankenhäusern und in Straßen- und U-Bahnen verlegt. Der Preis spielt aber auch hier eine große Rolle. Denn je dicker der Bodenbelag gewählt wird, umso teurer ist er.

4. Bedruckung – Ihr personalisierter Fußboden

Bei der Bedruckung haben Sie komplett freie Wahl. Zu den populärsten Bedruckungen gehören Parkett oder Holz.

Farben, Bleistift, Linoleumschichten

Auch eine schlichte, einheitliche Farbe ist sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich aufgrund der Neutralität sehr beliebt. Aktuellere Trends sind zum Beispiel auch Retro-Fliesen Bedruckungen. Etwas ausgefallener sind 3D-Bild-Bedruckungen. Diese lenken die Aufmerksamkeit jedes Besuchers sofort auf den Boden.

5. Kosten

Linoleum wird zwar als relativ teuer angesehen, kann sich aber stark im Preis unterscheiden. Die Endsumme wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Unter anderem wie stark der Belag ist, ob es homogen oder heterogen ist und wer es verlegt.

Einzelkosten pro Quadratmeter

Bei der Meterware liegt der Materialpreis bei 15-50 € pro Quadratmeter. Für die Spachtel- und Ausgleichsmasse kommen weitere 2-3 € hinzu. Der Dispersionskleber liegt bei ungefähr 1,50-2,50 €. Wenn Sie den Linoleum verlegen lassen, kommt für das verkleben 10-15 € pro Quadratmeter dazu. Das Ausfräsen der Fugen und das anschließende Versiegeln wird für ungefähr 3-8 € für Sie übernommen.

Bei Klick-Linoleum entfallen die Kosten für den Kleber, das Fräsen und Versiegeln. Das Verlegen liegt bei 11-16 € pro Quadratmeter. Das Material kostet ungefähr 40-80 €.

6. Vor- und Nachteile

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ArtenVorteileNachteile
Generell·         Pflegeleicht.

·         Nachhaltig.

·         Widerstandsfähig.

·         Fast komplett ökologisch abbaubar.

·         Wärmedämmend.

·         Rutschhemmend.

·         Antistatisch.

·         Unempfindlich gegenüber Chemikalien.

·         Schwer entflammbar.

·         Antibakteriell.

·         Keine Schadstoffe.

·         Kurzzeitig beständig gegen Öle und Fette.

·         Grenzenlose Auswahl beim Design.

·         Dank robustem Wesen vielfältig einsetzbar.

·         Quillt bei Nässe auf.

·         Riecht anfangs stark.

·         „Reifeschleier“ bilden sich (d.h. es verfärbt sich, ist aber mit direkter Sonneneinstrahlung rückgängig zu machen).

·         Reagiert auf alkalische Mittel sehr empfindlich.

·         Kostenaufwendig.

·         Komplizierte und zeitaufwendige Verlegung (kann auch zu Fehlern führen, wie einer Beule im Boden).

Klick-Linoleum·         Einfacher zu verlegen und daher auch alleine ersetzbar oder entfernbar.

·         Sehr nachhaltig, hat eine Lebensdauer von 25-40 Jahren.

·         Trittschalldämmend.

·         Kostenaufwendiger.

·         Durch ständige Bewegung können Risse und Spalten entstehen.

Glyftal-/Alkydlinoleum·         Erhöhte Schall- und Wärme-Dämmqualität.·         Zerbrechlichkeit à kompliziert zusätzlich die Verlegung.

·         Hat Tendenz zu knicken.

Colloxinisches Linoleum·         Wasserdicht.

·         Elastisch.

·         Feuerfest.

·         Dekorativer Glanz.

·         Anfällig für Schrumpfen.

·         Sehr temperaturempfindlich.

Linoleum Reline·         Hohe Elastizität.

·         Feuchtigkeitsbeständigkeit.

·         Zusammensetzung hat (für den Menschen) schädliche Substanzen

à nicht ins Wohnzimmer.

7. Fachpartner finden

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Ihr Bodenleger in Ihrer Nähe hilft Ihnen gerne.

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