Hochwasserschutz

Hochwasserschutz – Keine Chance für feuchte Keller

Hochwasserschutz betrifft nicht nur Häuser in See- und Flussnähe. Auch gewässerferne Bauten sind nicht automatisch sicher. Wie Sie Ihr Eigenheim vor schweren Schäden an der Substanz und teuren Reparaturen schützen erfahren Sie hier.

Die richtige Anwendung von Bauplatten

1. Hochwasserschutz bei Grundhochwasser

Wissenswertes über Hochwasserschutz bei Tipp zum Bau. Lesen Sie mehr über Grundhochwasser.

Grundhochwasser im Keller führt zu schweren Schäden.

Grundhochwasser im Keller führt zu schweren Schäden. Eine besonders tückische Form des Hochwassers ist das Grundhochwasser. Hier bedarf es vorausschauender Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Nach starken Regenfällen besteht seine Gefahr auch noch Tage und Wochen später. Dabei sind nicht nur Bauten in unmittelbarer Gewässernähe betroffen.

Bei einem Anstieg des Grundwassers bis über das Bodenniveaus des Kellers wirkt der erhöhte Druck seitlich auf die Kellerwände ein oder bildet Auftriebskräfte, die von unten auf die Bodenplatte drücken.

Undichte Stellen ermöglichen Überflutungen, nasses Gemäuer und Unterspülungen führen zu schwerwiegenden Schäden an der Bausubstanz Ihres Eigenheims. Möglicherweise beeinträchtigt dies sogar die Statik des ganzen Hauses. Bauwerke, die von Grundhochwasser gefährdet sind, sollten Sie daher mit einem ausreichenden Hochwasserschutz absichern.

Das eigene zu Hause will für alle Eventualitäten versichert sein. Weiterführende Aspekte dazu lesen Sie unter Eigenheim-Versicherung.

2. Hochwasserschutz bei Neubauten

Wissenswertes über Hochwasserschutz bei Tipp zum Bau. Lesen Sie mehr über Grundhochwasser.

Hochwasserschutz am besten gleich beim Neubau einplanen.

Der Neubau eines Hauses bietet Ihnen die Möglichkeit, Hochwasserschutz-Maßnahmen gegen Grundhochwasser direkt in das Bauwerk zu integrieren. Auf diesem Weg vermeiden Sie teure Nachrüstungen.

Je nach Maßnahme erfolgt die Bauphase in einer hochwassersicheren Jahreszeit. Bauliche Ausführungen sollten dem Standard der im Jahr 2017 neu formulierten Norm zum Hochwasserschutz DIN 18533 (Abdichtung für erdberührte Bauteile) gerecht werden. Je nach Nutzungsart sind auch die DIN 18543 (Innenräume) und DIN 18535 (Behälter und Becken) relevant. Früher waren diese in den Normen DIN 18195 zum Hochwasserschutz zusammengefasst.

Wissenswertes haben wir für Sie zusammengestellt unter Kellerwanne Neubau.

Hochwasserschutz vor Grundhochwasser durch angemessene Dimensionierung

Es reicht nicht, das Gebäude ausreichend abzudichten. Um dem drohenden Grundhochwasser-Druck standzuhalten, ist auch eine angemessene Dimensionierung der Bauteile nötig. Die optimale Stärke der Sohlplatte und der Kellerwände, sowie deren Verankerung im Grund hängen von einigen Faktoren ab:

  • Risikopotenzial durch Grundhochwasser.
  • Wasserbeanspruchung (nicht/mäßig/stark drückendes Wasser?).
  • Beschaffenheit und Tragfähigkeit des Baugrunds, wobei besondere Gefahr bei wasserdurchlässigen Untergründen wie Sand und Kies besteht.

Aus den Rahmenbedingungen lassen sich notwendige Hochwasserschutz-Maßnahmen ableiten. Bei stark drückendem Wasser etwa beträgt die Eintauchtiefe des Gebäudes mindestens drei Meter. Bei wenig oder mäßigem Druck hingegen genügen in der Regel bis zu drei Meter. Über die Gegebenheiten und den passenden Hochwasserschutz gibt Ihnen ein Baugutachten Auskunft.

Wir bieten weitere Informationen zu Ihrem zuständigen Fachmann.

Hochwasserschutz mit Kellerabdichtungen: Schwarze, Weiße und Braune Wannen

Zur Abdichtung des Bauwerks von unten wird beim Bau eine sogenannte Wanne konstruiert. Für den Hochwasserschutz gibt es drei Haupttypen: Die schwarze, die weiße und die braune Wanne.

Wissenswertes über Hochwasserschutz bei Tipp zum Bau. Lesen Sie mehr über Grundhochwasser.

Eine schwarze Wanne schützt vor Grundhochwasser.

Errichten einer Schwarzen Wanne

Sie ist die älteste der drei Wannentypen und wird zum Schutz gegen Grundhochwasser eingesetzt. Zum Erstellen einer schwarzen Wanne beschichten Sie die Außenwände unterhalb der Geländeoberkante mit Kunststoff oder Bitumen, einem Erdölerzeugnis. Diese Schicht bildet eine Wanne um die unterirdische Bausubstanz. Damit bewahrt Sie dieser Hochwasserschutz vor Eindringen des Grundwassers.

Seinen Namen verleiht der Technik die schwarze Farbe des verwendeten Stoffes. Es stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl, Bodenplatte und Kellerwände gegen Grundhochwasser abzudichten.

Abdichtungsbahnen aus Bitumen, Kunststoff oder Elastomeren:

  • Kalt selbstklebend oder
  • Heißverklebung.

Anstrich

  • Flüssiger Anstrich bei geringer Belastung.
  • Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung (KMB).
  • Bitumendickanstrich.

Vor der Anbringung des Bitumens ebnen Sie gegebenenfalls das trockene und saubere Gemäuer, sowie seine Fugen mit einer Dichtschlämme.  Ein Voranstrich dient als Haftbrücke, auf den Sie im nächsten Schritt das Bitumenprodukt der Wahl befestigen. Der Dichtung folgen eine Dämmung sowie eine Noppensperrbahn. Für einen optimalen Hochwasserschutz bietet es sich an, eine Drainage zu verlegen.

Erfahren Sie mehr über die Drainage in unserem weiterführenden Fachartikel.

Errichten einer Weißen Wanne

Eine Variante, die sich heute meist größerer Beliebtheit erfreut, ist die sogenannte Weiße Wanne. Hier errichten Sie ihr Fundament sowie die Kellerwände aus wasserfestem Stahlbeton (WU-Beton). Die Konstruktion kann mit Ortbeton gegossen oder aus Fertigteilen zusammengesetzt werden. Bei beiden Varianten ist eine exakte Vorgehensweise unumgänglich, da Sie auf den Beton keine zusätzliche Dichtungsschicht auftragen. Dem ordnungsgemäßen Hochwasserschutz steht nun nichts mehr im Weg.

Zur Abdichtung von Fugen muss also eine genaue und zuverlässige  Einpassung von Fugenbändern erfolgen. Die Wandkonstruktion übersteigt den geschätzten Bemessungswasserstand um zirka 30 Zentimeter. Aus Kostengründen bietet es sich jedoch an, sie geschosshoch zu errichten. Je nach festgestellter Beanspruchung durch das Grundhochwasser kontrolliert eine zugelassene Überwachungsstelle den Bau der Wanne zusätzlich zum Bauunternehmen. So erhalten Sie den bestmöglichen Hochwasserschutz.

Errichten einer Braunen Wanne

Diese Methode kombiniert die Ideen einer wasserundurchlässigen Grundkonstruktion und einer äußeren Beschichtung. Sohlplatte und Kellerwände bestehen, wie bei der Weißen Wanne, aus WU-Beton. Von außen werden sie zusätzlich mit geotextilen Matten beschichtet, die ein braunes Dichtmaterial auf Natriumbentonitbasis beinhalten.

Gelangt Feuchtigkeit auf die Abdichtung, so quillt das Material. Dadurch kann es Risse und andere undichte Stellen bis zu einem gewissen Ausmaß kompensieren. Der Hochwasserschutz in Form von einer Braunen Wanne eignet sich bei aufstauendem Sickerwasser sowie bei drückendem Grundhochwasser.

3. Hochwasserschutz durch nachträgliche Kellerabdichtung bei bestehenden Gebäuden

Droht Grundhochwasser unter Ihrem bestehenden Gebäude, seien Sie beruhigt. Das nachträgliche Errichten von einem Hochwasserschutz gegen Grundhochwasser ist grundsätzlich möglich. Es ist jedoch unumstritten, dass dieses Verfahren im Vergleich zu Neubaumaßnahmen mit einen deutlichen Mehraufwand bedeutet. Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz können Sie von außen oder von innen vornehmen.

Hochwasserschutz von außen: Nachträgliche Kellerabdichtung

Ziehen Sie nach Möglichkeit eine Abdichtung von außen vor, denn nur so dringt das Grundhochwasser gar nicht erst in das Gemäuer ein. Stellen Sie dazu sicher, dass das Grundstück genug Platz aufweist, um den Keller problemlos auszugraben, ohne das Nachbargrundstück zu beeinträchtigen. Geben Sie bei der Planung auch auf Flora und Fauna Acht. Diese stellen nämlich den natürlichen Hochwasserschutz dar.

Eine schwarze Wanne nachträglich errichten

Wenn Sie sich als Bauherr dazu entscheiden, das Haus nachträglich mit einer äußeren schwarzen Wanne abzudichten, muss klar sein, dass die Hochwasserschutz-Maßnahme nur an den vertikalen Wänden durchgeführt werden kann. Die Bodenplatte wird von innen durch eine Horizontalsperre wasserundurchlässig gemacht. Das Verfahren gleicht im weiteren Verlauf dem der Abdichtung eines Neubaus. Ein optimaler Hochwasserschutz ist damit gegeben.

Eine weiße Wanne nachträglich errichten

Auch eine weiße Wanne können Sie im Nachhinein erstellen. Beachten Sie, dass dieser Vorgang kosten- und arbeitsintensiv ist, da die alte Bausubstanz Stück für Stück entfernt und ersetzt werden muss. Kommt die Durchführung trotzdem in Frage, stellt die weiße Wanne einen zuverlässigeren und nachhaltigeren Hochwasserschutz im Vergleich zur schwarzen Wanne dar.

Nachträgliche Kellerabdichtung von innen – die Negativabdichtung

Ist es Ihnen nicht möglich, eine Ausgrabung des Kellers vorzunehmen, kommt eine Abdichtung der Bodenplatte und der Kellerwände von innen in Frage. Dazu bringen Sie eine wasserundurchlässige Beschichtung auf die Innenwände an und bilden so eine Wanne innerhalb des Baus. Alternativ injizieren Sie abdichtende Stoffe von innen in die Wand. So erhalten Sie einen optimalen Hochwasserschutz.

Nachträgliche Innenabdichtung mit einer schwarzen Wanne

Ist die Bausubstanz ausreichend dimensioniert, können Bauwerke auch von innen mit einer schwarzen Wanne gegen Grundhochwasser abgedichtet werden. Der Prozess ist technisch aufwändiger und kostenintensiver als eine Außenabdichtung beim Neubau. Außerdem müssen Sie bei diesem Hochwasserschutz mit einem gewissen Raumverlust rechnen.

Es ist zu beachten, dass bei diesem Hochwasserschutz auf der Innenseite eines Bauwerks das Wasser bis zur Dichtung durchdringen kann. Deshalb ist ein Ausgleich der statischen Belastungen nötig, die durch die Durchfeuchtung entstehen. Kapillar aufsteigendes Grundhochwasser halten Sie mit einer zusätzlichen Horizontalabsperre ab.

Nachträglicher Hochwasserschutz von Innen durch den Einbau einer Weißen Wanne

Eine nachträgliche Abdichtung der Innenwände durch eine zusätzliche Wand- oder Bodenkonstruktion aus WU-Beton ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie 20 bis 30 Zentimeter über der Bodenplatte mit drückendem, anstauendem Grundhochwasser rechnen. Ob es nötig ist, die ganze Konstruktion oder ausschließlich Teile der Bausubstanz zu bearbeiten, hängt von der bereits bestehenden Dimensionierung und der erwarteten Beanspruchung durch das Grundhochwasser ab. Nur unter Beachtung dieser Aspekte gelingt der Hochwasserschutz.

Zunächst werden nichttragende Innenwände schrittweise abgerissen, da die WU-Platten darunter verlaufen sollen. Es wird also in mehreren Abschnitten betoniert. Achten Sie auch hier darauf, dass die neue Konstruktion den hydrostatischen Druck, der auf die bestehende Bausubstanz einwirkt, mitträgt. Allgemein sollten bei der Planung bei diesem Hochwasserschutz folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Abmessungen der Bauteile an die gegebenen Umstände anpassen. Die Mindesthöhe liegt, wie auch beim Neubau, etwa 30 Zentimeter über den erwarteten maximalen Grundwasserspiegel, meist wird sie geschosshoch errichtet.
  • Geeignetes Material für den Hochwasserschutz wählen.
  • Konzept zur Verteilung von Rissen entwickeln, die aufgrund von äußeren Einwirkungen durch das Grundhochwasser entstehen.
  • Exakte Abdichtung der Fugen und anderen undichten Stellen.

Wenden Sie sich hierbei an einen Tragwerksplaner, um eine fachgerechten Hochwasserschutz zu garantieren.

Nachträgliche Kellerabdichtung durch Injektionen

Wände, die von vertikal aufsteigendem Wasser gefährdet sind, können Sie durch Stoffe abdichten, indem Sie sie in das Gemäuer injizieren. Dazu nehmen Sie zunächst eine Feuchtemessung im Gemäuer sowie eine Materialprüfung der Bausubstanz vor. So wägen Sie ab, ob eine Abdichtung per Injektion überhaupt möglich ist und stellen sicher, dass Stoffe verwendet werden, die mit den vorhandenen Materialien kompatibel sind. Nur unter diesen Umständen ist ein Hochwasserschutz möglich.

Sind die Voraussetzungen für ein chemisches Abdichtungsverfahren gegeben, werden in Abständen von etwa zehn Zentimetern leicht schräg verlaufende Löcher in die Wand gebohrt. Ihre Tiefe beträgt etwa zwei Drittel der Wanddicke. In diese Löcher kann die Dichtmasse drucklos oder unter niedrigem Druck injiziert werden. Dabei werden entweder verstopfende oder wasserabweisende Stoffe verwendet:

Verstopfende InjektionenWasserabweisende Injektionen
Verkieselung
Harz
Gel
Paraffin
Silikonemulsions-Konzentrate (SMK)

Abdichtungen durch Injektionen halten in der Regel 20-25 Jahre und es besteht die Möglichkeit, sie aufzufrischen. Erfahrene Handwerker können den Injektionsvorgang selbst ausführen.

4. Hochwasserschutz durch Abdichtung der Kelleröffnungen

Wissenswertes über Hochwasserschutz bei Tipp zum Bau. Lesen Sie mehr über Grundhochwasser.

Die optimale Abdichtung von Kellerwänden ist Feinarbeit.

Neben dem Mauerwerk dürfen auch Öffnungen wie Fenster, Türen und Schächte keine Schwachstellen im Hochwasserschutz darstellen. Durch eine mangelhafte Dichtung der Luken kann selbst in die dichteste Wanne Grundhochwasser eindringen. Der Hochwasserschutz ist so nicht mehr gegeben.

Um dies zu vermeiden, wählen Sie bei Gefahr durch Grundhochwasser druckwasserdichte Fenster und Türen, insbesondere, wenn sich diese unterhalb des Oberflächenniveaus befinden. Treffen Sie zusätzliche Hochwasserschutz-Vorkehrungen für Installationsleitungen und warten Sie diese regelmäßig, denn auch durch defekte Leitungen kann Grundwasser in das Gebäude eindringen. Nur so ist ein optimaler Hochwasserschutz gegeben.

5. Materialien zum Hochwasserschutz

Die Wahl der Hochwasserschutz-Materialien hängt von der jeweiligen Baumaßnahme ab, die zum Schutz vor Grundhochwasser getroffen wird. Faktoren, die die Entscheidung beeinflussen sind unter anderem die in der DIN18533 definierten Wasserbeanspruchungs- und Rissklassen. Aber auch die persönlich gewünschte Zuverlässigkeit, die je nach Raumnutzung variiert, spielt beim Hochwasserschutz eine Rolle.

WasserbeanspruchungsklassenRissklassenRaumnutzungsklassen
• W1-E: Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser.
• W2-E: Drückendes Wasser.
• W3-E: nicht drückendes Wasser auf erdberührten Decken.
• W4-E: Spritzwasser am Wandsockel und Kapillarwasser in und unter erdberührten Wänden.
• R1-E: gering, die Rissbreitenänderung liegt bei ≤ 0,2 mm.
• R2-E: mäßig, die Rissbreitenänderung liegt bei ≤ 0,5 mm.
• R3-E: hoch, die Rissbreitenänderung liegt bei ≤ 1 mm.
• R4-E: sehr hoch, die Rissbreitenänderung liegt bei ≤ 5 mm mit einem Rissversatz von ≤ 2 mm.
• RN1-E: Geringe Anforderungen an die Trockenheit, zum Beispiel Räume, die zur Lagerung oder als Werkstatt genutzt werden.
• RN2-E: Gewöhnliche Anforderungen an die Trockenheit, etwa bei der Nutzung als Wohnraum.
• RN3-E: Hohe Anforderungen an die Trockenheit, etwa bei der Nutzung als Archiv und Rechenzentrum.

Materialien zum Bau einer Schwarzen Wanne

Grundsätzlich besteht bei der Kellerabdichtung durch eine schwarze Wanne die Möglichkeit, einen Bitumenanstrich aufzutragen oder Bahnen als Hochwasserschutz anzubringen. Welche Paste oder Flüssigkeit in Frage kommt, ist in der Norm DIN 18533-2 festgelegt, Regeln für die Bitumenbahnen sind in der DIN 18533-3 zu finden.

Kalte, selbstklebende Bitumen-Kautschuk-Verbindungen werden etwa bei der Wasser-Beanspruchungsklasse bodenfeuchte und nichtdrückendem Wasser eingesetzt. Sie sind vergleichsweise günstig und erfordern eine Bearbeitung des Untergrundes im Vorfeld, sowie einen Voranstrich. Angebracht werden sie durch Abziehen der Schutzfolie und gleichmäßiges Aufkleben. Die Ränder werden mechanisch vor dem Grundhochwasser gesichert.

Bei drückendem Grundhochwasser ist eine Heißverklebung der Bahnen vorzuziehen. Diese Methode wird zum Beispiel bei einer Abdichtung per PMBC (Polymer Modified Bitumenous Coating), früher KMB, angewandt. Dieser Hochwasserschutz wird etwas komplizierter als bei Kaltverklebungen angebracht.

Materialien zum Bau einer Weiße Wanne

Bei der Wahl des WU-Betons zum Erstellen einer weißen Wanne sind die Vorgaben der DAfStb-Richtlinie „Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton“ relevant. Für den Hochwasserschutz sind folgende Größen zu beachten:

  • Wassereindringwiderstand.
  • Wasserzementwert (w/z)eq.
  • Mindestdruckfestigkeit.
  • Größtkorn.
  • Konsistenzklasse (für die Handlichkeit beim Auftragen).

6. Voraussetzungen für die Kellerabdichtung im Überblick

 Schwarze WanneWeiße WanneBraune WanneInjektion
WassereinwirkungKein bereits drückendes Grundhochwasser aus dem Grund.Einbau bei drückendem Grundhochwasser möglich.Bestenfalls kein Wasserdruck beim Einbau, um eine vorzeitige Ausdehnung zu vermeiden.Kein seitlich drückendes Grundhochwasser.
WitterungEinbau bei trockener Witterung.Einbau teilweise witterungsunabhängig.Einbau witterungsunabhängig.Gemäuer darf nicht durchfeuchtet sein.
UntergrundFrei von scharfen Gegenständen.Nur bei begrenzter Rissbreite.Äußerer Anpressungsdruck nötig, daher nur unterirdische Installation. Abschnitte, die nicht unter genug Druck stehen müssen unter Anwendung einer Alternative (z.B. schwarze Wanne) fortgeführt werden.
FachwissenSehr genaue Planung erforderlich: Mischverhältnis Beton, Verarbeitung der Fugen.Kann nach fachkundiger Prüfung vom Laien durchgeführt werden.

7. Was kostet eine Kellerabdichtung zum Hochwasserschutz?

Ihre Kosten im Überblick bei Tipp zum Bau.Die Kosten sind stark von der jeweiligen Hochwasserschutz-Maßnahme und den regionalen und grundstückspezifischen Voraussetzungen abhängig. Daher ist es schwer, eine genaue Angabe zu machen. Beim Neubau ist mit etwa 3-5% der Bausumme zu rechnen. Eine nachträgliche Vorsorge können Sie beim Einfamilienhaus bei kleineren Eingriffen für ab 2.000€ vornehmen, sie kann aber auch mehrere 10.000€ kosten.

Durch die aufwändige Planung entstehen beim Bau einer weißen Wanne Mehrkosten im Vergleich zum konventionell gemauerten Keller. Diese betragen etwa 10-25%. Heute ist der Bau einer weißen Wanne im Vergleich zur schwarzen oft nicht mehr teurer. Insbesondere die längere Lebensdauer gleichen eventuell anfallende Mehrkosten aus. Bei einer sauberen Ausführung kann sie sogar wirtschaftlicher sein, als eine schwarze Wanne. Der Grundpreis wird auf etwa 20-40.000€ geschätzt.

Entscheiden Sie sich für eine Abdichtung durch das Injektionsverfahren, können Sie mit Kosten zwischen 80 und 100€ pro laufendem Meter rechnen. Dabei gibt es keinen signifikanten Preisunterschied zwischen drucklosen und Niedrigdruckverfahren. Tendenziell sind Niederdruckverfahren aber etwas kostspieliger.

Versicherungen decken Ihr Risiko ab. Hierfür haben wir weiterführende Informationen zusammengestellt unter Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung.

 

8. Vor- und Nachteile der Methoden für Ihren Hochwasserschutz

 VorteileNachteile
Schwarze Wanne• Nachrüstung vergleichsweise problemlos und daher günstiger.
• Größere Expertise und mehr Erfahrung in Baufirmen.
• Vergleichsweise wenig Bearbeitung der Arbeitsfugen nötig.
• Weniger rissempfindlicher Hochwasserschutz.
• Lebensdauer ca. 30 Jahre.
• Nachrüstung nur ohne drückendes Grundhochwasser über der Bodenplatte möglich.
• Defekte im Hochwasserschutz schwer zu lokalisieren.
Weiße Wanne• Umfassender Hochwasserschutz auch bei drückendem Wasser.
• Lebensdauer 60-80 Jahre.
• Vergleichsweise weniger Arbeitsschritte vor Ort.
• Nachträgliche Errichtung kostspielig und technisch anspruchsvoll.
• Höhere Fehlerquote, da exakte Planung und Ausführung notwendig.
Braune Wanne• Wenige Ansprüche an den Untergrund.
• Ausgleichen von Rissen durch Quelleffekt  bessere Fugenabdichtung.
• Bentonit als ökologisch unbedenklicher Hochwasserschutz.
• Kann nicht bis zur Geländeoberkante geführt werden (Druck zur Wirkung notwendig).
Injektionsverfahren• Vergleichsweise kostengünstig.
• Zeitsparender Hochwasserschutz.
• Keine Eingriffe in die Baustatik.
• Geringe Haltbarkeit (20-25 Jahre).
• Nicht anwendbar bei durchfeuchtetem Gemäuer.
• Hochwasserschutz auf nicht drückendes, kapillar aufsteigendes Grundhochwasser begrenzt.

9. Sieben Maßnahmen für den Hochwasserschutz

Wir geben Ihnen einen Überblick, über sieben allgemeine Maßnahmen zum Hochwasserschutz:

  • Erkennen Sie das Hochwasser-Risiko frühzeitig. Wo befindet sich Ihr Grundstück? Welche Umstände sind für den Hochwasserschutz gegeben?
  • Ein Frühwarnsystem erkennt noch vor dem Eintreten des Hochwassers die Gefahr.
  • Mit der richtigen Versicherung sichern Sie Ihr Eigentum finanziell ab.
  • Der Fachmann erklärt Ihnen, welche konkreten Maßnahmen zum Hochwasserschutz in Ihrem Fall getroffen werden.
  • Oftmals ist ein temporärer Hochwasserschutz völlig ausreichend.
  • Treffen Sie bereits vor dem Eintreten Hochwasserschutz-Maßnahmen. Auch hier berät Sie Ihr Fachmann über das richtige Verhalten.
  • Auch nach dem Hochwasser werden Maßnahmen getroffen. Vernachlässigen Sie den Hochwasserschutz nicht, denn das Risiko bleibt bestehen.

10. Gefährdete  Hochwassergebiete

Die Gefahr eines Hochwassers besteht sowohl im Sommer, als auch im Winter. In Mitteleuropa ist das Risiko in den ersten drei Sommermonaten am größten. Denn das Hochwasser entsteht durch starken, sommerlichen Niederschlag.

Besonders kalte Regionen sind im Frühling oft von Hochwassern bedroht. Aus dem einfachen Grund, dass große Massen Schnee zeitgleich schmelzen.

Auch tropische Gebiete werden von Hochwassern überflutet. Diese treten hauptsächlich in der Regenzeit auf. Wenn Sie von diesen saisonalen Ereignissen betroffen sind, lohnt sich ein temporärer Hochwasserschutz.

11. Ursachen von Hochwasser

Die Liste möglicher Ursachen ist lang. Unterschieden wird zwischen natürlichen und durch den Menschen hervorgerufene Ursachen.

Natürliche Gründe für Hochwasser sind:

  • Starke oder langanhaltende Niederschläge.
  • Gezeitenphänomene und mithin ein Anstieg des Meeresspiegels.
  • Sturmfluten und Seebeben.
  • Dammbrüche oder Erdrutsche.
  • Starke Schneeschmelzen oder Ausbrechen eines Gletschers.

Dagegen sind folgende Risiken durch Menschen bedingt:

  • Ausbau und Veränderungen an Gewässern.
  • Fehlende natürliche Pflanzendecke.
  • Entwaldung in Berggebieten.
  • Veränderte Landnutzung.
  • Bebauung der natürlichen Überflutungsflächen.

Oftmals werden diese Ursachen zwar erkannt, aber nicht behoben. In den betroffenen Regionen ist daher der richtige Hochwasserschutz grundlegend!

12. Die Folgen von Hochwasser

Eine besondere Bedrohung ist das Grundhochwasser. Darüber hinaus sind die Folgen in den einzelnen Regionen unterschiedlich. Aber auch die Dauer des Hochwassers oder die getroffenen Schutzmaßnahmen sind für die Konsequenzen entscheidend. Denn wir leben in einer globalisierten Welt.

  • Hochwasser bringt Todesopfer mit sich. Es führt zu Trinkwassermangel und verbreitet Seuchen in der Region. Auch Hungerkatastrophen sind oftmals eine weitreichende Folge.
  • Die Summe finanzieller Schäden kommt hinzu. Denn dies betrifft nicht nur Grundstückseigentümer. Landwirtschaft, Transportwesen, Wirtschaft, Infrastruktur und Tourismus sind stark betroffen. Ganz zu Schweigen von existenziellen Nöten in ärmeren Weltregionen.

Sie sehen also, der richtige Hochwasserschutz bewahrt auch Sie vor Schäden und Verlusten!

13. Hochwasserschutz durch Prävention

Viele Maßnahmen im Bereich Hochwasserschutz werden ergriffen. Eine langfristige Prävention beinhaltet auch:

    • Die Begradigung von Flüssen.
    • Uferbefestigungen.
    • Eine Renaturalisierung.

Des Weiteren können Rückhaltebecken und Hochwasserdämme als Hochwasserschutz errichtet werden. Zum aktiven Hochwasserschutz werden Schutzmauern und Staudämme errichtet. Für den Fall eines Hochwassers, gilt es Notfall- und Katastrophenpläne bereitzustellen. Nur in besonders schwerwiegenden Fällen muss eine ganze Siedlung weichen.

Zu den privaten kommen somit auch staatliche Schutzmaßnahmen hinzu.

14. Nach dem Hochwasser kommt das Grundhochwasser

Noch Wochen nachdem das Hochwasser vorbei ist, werden Kellerräume geflutet. Grund dafür ist aber kein falscher oder fehlender Hochwasserschutz.

Die Ursache ist das Grundhochwasser. Denn seine Fließrichtung wird durch das Hochwasser verändert. Nun fließt es nicht mehr in Flüsse und Bäche, sondern weiter in Richtung Land. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass Keller weit entfernt von Flüssen überflutet werden.

Das Grundhochwasser führt zu einem Anstieg des Wasserspiegels. Dieser beschädigt oft brüchige oder offene Abwasserleitungen. Dadurch gelangt das Wasser tiefer in das Grundstück und überflutet weitere Räume.

Ein Argument mehr für den richtigen Hochwasserschutz!

15. So entsteht Grundwasser

Der Hauptbestandteil des Grundwassers ist der im Boden versickerte Niederschlag. Aber auch Wasser aus Flüssen, Bächen und Seen gelangt durch Versickerung in den Untergrund. Auf seinem Weg weiter nach unten, dringt es in Luft gefüllte Hohlräume des Bodens ein. Dieser Prozess wird Grundwasserneubildung genannt.

Das Wasser sickert soweit in den Boden, bis es eine undurchlässige Gesteinsschicht trifft. Durch diese, als Grundwasserhemmer bezeichnete, Schicht sammelt sich das Wasser zu einem geschlossenen Grundwasserkörper. Dies überflutet als Grundhochwasser später zahlreiche Keller.

Das bleibt Ihnen erspart, wenn Sie einen soliden Hochwasserschutz besitzen!

16. Die Bedeutung des Grundwassers

Das Grundwasser ist von enormer Bedeutung als Ressource. Dies betriff sowohl urbane Gebiete, als auch Städte. Grundhochwasser wirkt sich nicht existenzbedrohend auf die Ressource aus. Dennoch zieht es große materielle und immaterielle Schäden mit sich.

Grundwasser hat darüber hinaus einen nichtvisuellen Charakter. Das heißt, Gesundheit, Lebensqualität und Wertigkeit für die Natur spielen eine große Rolle. Im Falle eines Grundhochwassers müssen diese Aspekte bedacht werden. Der richtige Hochwasserschutz beschützt nicht nur Ihr Eigentum, sondern auch die Qualität des Grundwassers.

17. Gefahren für unser Grundwasser

Die Bundesländer überwachen das Grundwasser systematisch. Dabei zeigt sich, dass das Grundwasser in vielen Regionen gefährdet ist. Vor allem Stickstoff und Pestizide aus der Landwirtschaft verunreinigen das Wasser zunehmend.

Mit hohem finanziellem und technischem Aufwand wird die Grundwasserqualität stabilisiert. Dabei spielen bereits die Vorsorge und Überwachung eine große Rolle. Der Erhalt des Grundwassers ist aufgrund ökologischer und gesundheitlicher Aspekte unbedingt notwendig. Der richtige Hochwasserschutz trägt im Falle eines Grundhochwassers dazu bei.

18. Ursachen des Grundhochwassers

Generell lassen sich vier Hauptursachen für ein Grundhochwasser feststellen:

  • Starke Niederschläge führen zu einer Überwässerung des Bodens. Dieser gesättigte Boden reagiert schnell und lässt das Grundwasser ansteigen.
  • Ein Rückstau hat sich im Hinterland gebildet und führt nun zu einem flutenden Grundhochwasser.
  • Aber auch in der Kanalisation kann sich ein Rückstau bilden. Es kommt zu einer Wasserverteilung in die angrenzenden Gebiete.
  • Bestimmte Regionen besitzen hohe Grundwasserstände. Hier kommt es besonders schnell zu Grundhochwasser.

Sind die Ursachen für das Grundhochwasser erkannt, erfolgt der richtige Hochwasserschutz!

19. Schäden durch Grundhochwasser

Ein Grundhochwasser zieht weitestgehend dieselben Schäden mit sich, wie ein normales Hochwasser. Erhebliche Schäden an der Gebäudetechnik und technischen Anlagen entstehen. Davon sind vor allem Heizungen, Elektronik, Steueranlagen und Tanks betroffen.

Das Grundhochwasser schädigt die Gebäudesubstanz und die Baukonstruktion. Da das Wasser zuerst in den Keller eindringt, sind dort die Schäden am größten.

Der aufgeschwemmte und gesättigte Untergrund führt zu einer Instabilität des Gebäudes. Die Rede ist von einem hydraulischen Grundbruch. Der richtige Hochwasserschutz bewahrt Sie auch vor dem Grundhochwasser!

20. Haftung bei Hochwasserschäden

Grundsätzlich liegt die Haftung bei Schäden durch das Grundhochwasser beim Eigentümer. Daher empfiehlt sich eine Versicherung gegen Elementarschäden. Diese schützt die Eigentümer von Naturereignissen. Dazu zählen:

  • Starker Niederschlag.
  • Überschwemmung oder Rückstau des Wassers.

Leider fallen Schäden aufgrund von Grundhochwasser oder Sturmflut meist nicht darunter. Einzelfälle sind jedoch von der Versicherung abgedeckt, wenn das Hochwasser über die Oberfläche in das Grundstück eindringt.

Informieren Sie sich bei Ihrer Versicherung über einen Hochwasserschutz.

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