Kamine

Der Kamin- Welcher Kaminofen ist der Richtige?

Abends gemütlich auf der Couch liegen und einen Film ansehen, nebenher brennt in Ihrem Kamin ein kleines Feuer und strahlt wohlige Wärme aus. Ein Kamin ist für die meisten Hausbesitzer die Repräsentation von Gemütlichkeit. Außerdem hat die Wärmequelle ja auch praktischen Nutzen. Damit Sie den richtigen Kamin für Ihr Heim auswählen, haben wir hier einige Infos zusammengestellt.

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1. Der Kamin- So gemütlich kann ein Kaminofen sein

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Ein Kamin dient sowohl als Wärmequelle als auch als Anschauungsobjekt oder Gemütlichkeitsfaktor. Wenn Sie nicht mehr nur ein 24h Kaminfeuer auf Ihrem Fernseher abspielen wollen, ist es an der Zeit einen eigenen Kamin zu bauen. Welcher Kamin der Richtige ist, hängt von Wärmedauer, Aussehen, Brennstoff und weiterem Nutzen ab.

Voraussetzungen

Damit ein Kamin gebaut werden kann und dieser auch gut funktioniert, müssen einige Vorgaben eingehalten werden. Dabei ist es wichtig nicht nur die billigste Variante einzubeziehen, sondern auf den Brandschutz zu achten. Ein falsch gebauter oder unzureichend abziehender Kamin kann viel teurer werden, als ein richtig gebauter Ofen mit Rauchabzug.

Wichtige Vorgaben hierbei sind:

  • Halten Sie einen Abstand von mindestens 20 cm zur Wand ein.
  • Um die Kaminofentür sollte ein Abstand von 50 cm sein.
  • Über brennbaren Böden müssen Sie eine feuerfeste Bodenplatte legen.
  • Achten Sie auf den Feinstaubausstoß! Die Obergrenze ist in der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (kurz: 1. BImSchV) festgelegt.
  • Eine geschlossene Feuerraumtür und eine geregelte Zufuhr von Verbrennungsluft sind für einen durchgängigen Betrieb wichtig.
  • Für den Bau eines Kamins brauchen Sie eine Genehmigung vom Bauamt.
  • Prüfen Sie ob der bereits vorhandene Schornstein für den Betrieb geeignet ist oder ob ein Umbau notwendig ist.

2. Welcher Kamin ist der Richtige?

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Bei der Planung sollten Sie aber nicht nur die Eignung des Schornsteins überprüfen, Sie müssen entscheiden wo der Kamin stehen soll und welche Räume er heizen soll. Der Untergrund kann mit einer Bodenplatte feuerfest gemacht werden, aber auch in der Nähe dürfen keine leicht brennbaren oder wärmeempfindlichen Gegenstände stehen. Als nächstes müssen Sie entscheiden mit welchem Brennstoff Sie den Ofen betreiben wollen und wo Sie das Material lagern.

Um die Entscheidung zu erleichtern werden nachfolgend die beliebtesten Arten und ihre Vor- und Nachteile genannt.

Offene Kamine

Eine sehr anschauenswerte und rustikale Version des Kaminofens ist der offene Kamin. Dieser hat seinen eigenen Charme, ist jedoch aufgrund seines geringen Wirkungsgrads und der Gefahr nur für gelegentliche Nutzung geeignet.

  • Für die Nutzung gibt es ein Gesetz, das besagt: er darf nicht öfter als 8 Tage pro Monat für jeweils 5 Stunden genutzt werden.
  • Außerdem müssen Sie während der Nutzung darauf achten, dass nicht zu viel Rauch entsteht, da sich dieser sonst in der Wohnung verteilt und für Atemnot sorgen kann.
  • Bei schlechter oder unvollständiger Verbrennung des Brennmaterials entsteht außerdem Kohlenmonoxid, das zu tödlichen Vergiftungen führen kann. Lüften Sie daher regelmäßig!

Kamin ohne Ummantelung

Die schmalen Kamine ohne eine zusätzliche Schicht heizen sehr schnell ein. Der Grund dafür ist, dass die entstehende Wärme sofort über die feuerfeste Sichtscheibe an die Umgebung abgegeben wird. Sobald das Feuer dann abgebrannt ist, bleibt kaum Hitze zurück, da ein wärmespeicherndes Medium fehlt.

Wasserführender Kaminofen

Das Gegenteil davon ist der wasserführende Ofen. Hier wird durch den Kamin eine Wasserleitung gelegt, die mit dem Warmwasserkessel verbunden ist.

  • Der Vorteil davon ist, dass einerseits Wärme an die Umgebung abgegeben wird, andererseits aber auch die restliche Energie für Warmwasser genutzt wird. Damit fallen die Heizkosten erheblich. Auch für Dusche und Heizung reicht das hier gewonnene Warmwasser aus.
  • Ein Nachteil ist, dass dadurch Warmduscher auch im Sommer einheizen müssen. Ansonsten müssen Sie sich ein duales System anschaffen, das im Sommer für Sie heizt.

Raumluftunabhängige Kamine

Eine weitere Alternative sorgt für weniger verbrauchte Luft im Kaminzimmer. Bei gut isolierten Häusern oder wenn der Raum, in dem sich der Kamin befindet klein ist, ist ein luftunabhängiges System sinnvoll. Es entsteht keine schlechte Luftqualität und es gibt kein Mindestraumvolumen für die Aufstellung. Falls Sie ein luftunabhängiges System in Betracht ziehen, sollten Sie an einen Verbrennungsluft-Stutzen denken. Ansonsten kann es passieren, dass der Raum bei Nichtnutzung auskühlt. Die kalte Luftzufuhr erschwert außerdem das Anheizen im Winter.

Speicherofen

Der Vorteil eines Speicherofens ist, dass die Wärmeabgabe auch nach Löschen des Feuers noch weiter geht. Im Ofen ist ein Stein eingearbeitet, der durch den Brennvorgang aufgewärmt wird und auch danach noch lange Wärme abgeben kann. Die durchschnittliche Wärmeabgabe ist bei 22 Stunden, also wesentlich länger als bei anderen Modellen. Somit muss nur zwei bis drei Mal am Tag hintereinander eingeheizt werden, um den restlichen Tag ein warmes Zimmer zu haben. Da der Wärmeverlust wesentlich geringer ist, ist ein Speicherofen ideal für Niedrig- oder Passivenergiehäuser. Ein Nachteil ist, dass der Ofen den Raum nicht schnell aufheizen kann. Es kann einige Zeit dauern bis die Räume eine angenehme Temperatur haben.

3. Alternative Brennstoffe

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Mit Holzscheiten zu heizen ist Ihnen zu langweilig? Egal ob der Platz für die trockene Lagerung nicht vorhanden ist oder Sie lieber ein Modell wollen, bei dem Sie nicht selbst anheizen müssen: auch hierfür gibt es Lösungen.

Gaskamin

Ein Vorteil eines gasbetriebenen Kaminofens ist, dass die Feinstaubbelastung sehr gering ist. Außerdem bildet sich kein Ruß und er muss nicht durch einen Schornsteinfeger  gereinigt werden. Der Preis ist höher als für einen Holzkamin. Dafür ist aber keine Mauerung notwendig, es reicht ein Abzug. Beachten Sie bitte auch, dass es sich bei Gas in der Regel um einen fossilen Brennstoff handelt. Im Gegensatz zu Brennholz, das ein regenerativer Brennstoff ist. Dies führt zu einer schlechteren CO2-Bilanz bei der Benutzung von Gasöfen. Moderne Gasöfen sind inzwischen per Fernbedienung steuerbar.

Elektrokamin

Für Wohnungsmieter oder Personen, bei denen kein nachträglicher Einbau eines Kamins möglich ist, ist ein Elektrokamin ideal.

  • Es ist nur eine Steckdose notwendig.
  • Es ist keine Genehmigung vonnöten, da im Kamin keine reale Verbrennung stattfindet.
  • Heizleistung etc. können Sie bequem per Fernbedienung steuern.
  • Ein Überhitzungsschutz minimiert die Gefahr eines Wohnungsbrandes.
  • Ein Nachteil sind die Kosten, die aber bei reinem Flammeneffekt bei ein paar Cent pro Stunde liegen.

Bioethanol Kamin

Eine weitere Variante des schornsteinlosen Kamins ist der Betrieb mit Bioethanol. Der Alkohol verbrennt ohne Ruß oder Rauch und kann ganz einfach durch Unterbrechen der Luftzufuhr gelöscht werden. Beim Kauf sollten Sie auf alle Besonderheiten achten und den Verkäufer diese erklären lassen. Experten warnen vor den Gefahren eines mit Bioethanol betriebenen Kamins, da es schon zahlreiche Unfälle mit dem offenen Feuer gegeben hat. Einen Bioethanol-Ofen kann man nicht unbeaufsichtigt lassen. Den Brennstoff lagern Sie am besten in einem sicheren Raum, in den keine Kinder können und in dem es keine offenen Feuerstellen gibt.

Pelletofen

  • Ein Pelletofen hat den Vorteil, dass die Zufuhr automatisch geregelt werden kann. So verbrennen die Pellets systematisch und geben eine gleichmäßige Wärme ab.
  • Ein weiterer Vorteil ist, dass beim Befüllen kaum Dreck entsteht.
  • Außerdem werden Pelletöfen durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA gefördert.
  • Ein Nachteil ist, dass der Preis von Pellets in den letzten Jahren gestiegen ist. Sie sind inzwischen teurer als Öl oder Gas.

Tipps

Sollten Sie Fragen oder Unklarheiten zur Eignung Ihres Schornsteins oder Untergrunds haben oder sind Sie sich immer noch nicht sicher, welches Modell für Sie geeignet ist?

Holen Sie sich am besten Hilfe bei Ihrem

  • Bauamt
  • Kaminbauer
  • oder Schornsteinfeger
  • Auch Kaminofenhersteller beraten Sie gerne über Ihr Kundenportal.

Kaufen Sie lieber eine etwas teurere Variante, Qualm im Raum oder eine fehlende Isolierung kann nicht nur sehr viel teurer, sondern auch lebensgefährlich sein.

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4. Kaminbauer finden

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