Kaminofen

Der Kaminofen

Ein Kaminofen, auch Schwedenofen genannt, spendet Wärme und verleiht Ihrem Haus eine heimelige Atmosphäre. Kein Wunder, dass das Einbauen eines Kamins immer beliebter wird. Auch hier haben Sie viele Möglichkeiten, dieses Extra nach Ihren Wünschen zu gestalten.

Der Unterschied zu einem normalen Kamin liegt zum einen in der Mobilität. Ein Kamin ist meistens sehr groß und wird mit dem Haus verbaut. Ein Kaminofen hingegen kann freistehend im Raum installiert werden. Zum anderen steht bei einem Ofen die Wärmegewinnung im Vordergrund. Die Optik und das Ambiente sind eher unwichtig. Ein Kaminofen verbindet einen warmen Blick ins Feuer mit der Funktionalität der Wärmeentstehung. Bezüglich Brennstoffart und Wirkungsgrad unterscheiden die beiden sich kaum.

1. Voraussetzungen – Darauf sollten Sie achten

Es gibt einige Voraussetzungen, die Ihr Haus oder Ihre Wohnung erfüllen müssen, damit ein Kamin eingebaut werden kann. Zuerst muss die Statik überprüft werden. Vor allem ältere Gebäude können das Gewicht eines Kamins manchmal nicht tragen. Auch die Beschaffenheit des Fußbodens ist wichtig. Ist der Fußboden nicht feuerfest, wird eine Funkenschutzplatte rund um den Kamin eingebaut. Dies ist beispielsweise bei Teppich der Fall.

Diese Platte schützt nicht nur Ihren Fußboden, sondern wertet auch die Optik des Holzofens auf. Entscheiden Sie sich zwischen den Materialien Stein, Glas oder Metall, um ein stimmiges Bild zu erschaffen.

Beachten Sie zudem beim Einbau eines Kamins den einzuhaltenden Mindestabstand. Kaminöfen werden freistehend in den Raum eingebaut und brauchen einen Mindestabstand zur Wand und zu brennbaren Materialien im Raum. Dabei spielt auch die Größe des Raumes eine Rolle. Kaufen Sie einen verhältnismäßig großen Kaminofen, wird aus Ihrem Wohnzimmer schnell eine Sauna. Achten Sie auf ein vernünftiges Verhältnis zwischen Raumgröße und dem Heizvolumen des Kaminofens.

Wo Rauch entsteht, muss dieser auch irgendwie wieder entweichen. Logischerweise wird hier ein Schornstein benötigt. Dieser sollte in der Höhe und im Innendurchmesser an das Kaminmodell angepasst sein. Ansonsten wird die Förderleistung beeinträchtigt. Außerdem kann es zu Schäden am Rauchabzug oder an der Heizanlage kommen.

Ist noch kein Schornstein vorhanden, lässt sich ein Leichtbau- oder Edelstahlaußen-Schornstein nachträglich einbauen. Es ist möglich, einen Schornstein mehrfach zu belegen. Hier ist allerdings zu beachten, dass die verbundenen Kamine dieselbe Bauart haben müssen. Auch muss jeweils der gleiche Brennstoff verwendet werden.

Ein Schwedenofen kann sowohl mit fossilen Brennstoffen wie Öl als auch mit biogenen Brennstoffen wie Holz befeuert werden. Bei der Befeuerung mit erneuerbaren Ressourcen wie Brennholz, Holzpellets oder Holzbriketts gibt es keinen Treibhauseffekt – vorausgesetzt die Brennstoffe gehen aus dem jährlichen Zuwachs hervor. Der entstehende Rauch kann bei den freistehenden Modellen durch ein Ofenrohr nach draußen entweichen. Was ihn maßgeblich von einem offenen Kamin unterscheidet, ist die geschlossene Brennkammer.

2. Glasscheiben – Ermöglichen einen schönen Blick ins Feuer

Durch eine Glasscheibe genießen und betrachten Sie das Feuerspiel. Im Gegensatz zu einem offenen Kamin setzen Sie sich allerdings nicht der Gefahr von umherfliegenden Funken aus. Das Fenster besteht meistens aus transparenter Glaskeramik. Dieses Material ist bis 700 °C hitzeresistent. Auch die Scheibe können Sie Ihren optischen Vorstellungen anpassen. Ob Eckscheiben, prismatische Scheiben, runde Scheiben oder einfach nur gerade Scheiben. Wählen Sie die optimale Scheibe für Ihren Heizkamin.

Infrarotbeschichtete Glasscheiben geben besonders viel Wärme ab. Sie reflektieren etwa sieben Mal mehr Wärmestrahlung in den Raum als herkömmliche Ofenscheiben.

Wenn Sie einen umgekehrten Effekt wünschen, entscheiden Sie sich für eine Kamintür mit Doppelverglasung. Hier wird die Wärmestrahlung, die nach außen dringt, reduziert. So vermeiden Sie, dass sich der Raum überhitzt. Durch die zusätzliche Dämmung hält sich auch das Feuer in der Brennkammer länger, wodurch weniger Holz gebraucht wird.

Mithilfe eines Strömungssystems hilft Ihnen eine Scheibenspülung, das Glas sauber zu halten. Vorgewärmte Luft wird im Feuerraum über die Scheibe geschoben und spült so Rußablagerungen weg. Wenn Ihnen ein pflegeleichter Umgang wichtig ist, ist dieses Kaminzubehör genau das Richtige für Sie.

3. Material – Was passt am besten zu Ihnen?

Der Ofen selbst besteht meistens aus Stahlblech oder Gusseisen. Gusseisen ist qualitativ etwas hochwertiger als Stahl. Es lässt sich auch durch Erhitzung nicht verformen. Ein Gussofen wird aus einem Stück gegossen. Hier gibt es folglich keine Schweißnähte die platzen oder sich verziehen können. Eine Brennkammer aus Gusseisen ist äußerst hitzebeständig und robust.

Öfen aus Stahl sind wegen der tendenziell sehr dünnen Wände weniger für den Dauerbetrieb geeignet. Um einen schnellen Verschleiß zu vermeiden, sollte die Stahlwand mindestens drei Millimeter dick sein. Andere Materialien, die Sie für die Ummantelung Ihres Schwedenofens auswählen können sind Kacheln, Natur- und Speckstein. Ein Specksteinofen braucht zwar länger um den Raum aufzuheizen, speichert die Wärme allerdings besonders lange. Der Stein kann die Wärme bis zu acht Stunden lang speichern.

Eine einfache Stahlverkleidung kühlt hingegen schnell aus. Hier gilt: Je schwerer die Verkleidung, desto höher ist die Speicherzeit der Wärme. Auch Granit und Marmor können verwendet werden, um Ihren Ofen zu zieren. Beide sind optisch ein echter Hingucker. Granit ist dabei der bessere Wärmespeicher.

4. Konvektionswärme oder Strahlungswärme – Das sind die Unterschiede

Bei Kaminöfen gibt es zwei Arten von Wärmeerzeugung. Zum einen gibt es die Konvektionswärme. Durch im Kamin eingebaute Luftschächte oder eine zweiseitig geöffnete Ummantelung entsteht eine Luftzirkulation. Diese verteilt die Wärme im ganzen Raum und breitet sich auch in anliegenden Räumen aus. Durch diese Art von Wärmeerzeugung heizt sich die Oberfläche des Kamins nur geringmäßig auf. Die Kaminscheibe gibt weiterhin Strahlungswärme ab.

Zum anderen gibt es die Strahlungswärme. Hier zentriert sich die durch das Feuer entstandene Wärme hauptsächlich um den Kamin herum. Dieser wird dadurch auch sehr heiß, weshalb Sie während der Benutzung am besten einen Sicherheitsabstand einhalten. Der Grund für die Strahlung ist der Aufbau des Ofens: Die Seiten bestehen hier nur aus einer Schicht.

5. Dauerbrand oder Zeitbrand – Was ist besser?

Ein Dauerbrandofen läuft entgegen seines Namens nicht im Dauerbetrieb. Gemeint ist hier vielmehr, wie lang die Mindestbrenndauer ohne einen zusätzlichen Eingriff ist. Der Dauerbrandofen zeichnet sich dadurch aus, dass die Wärmeleistung durch die Glut noch mindestens vier Stunden nach Erlöschung des Feuers erhalten bleibt. Sie können den Ofen allerdings auch im Dauerbetrieb halten. Er wird meist mit Kohlen beheizt.

Ein Zeitbrandofen wird mit Holz befeuert. Auch dieser Holzofen kann dauerhaft im Betrieb sein. Die Bezeichnung Zeitbrandofen wird verwendet, wenn die Wärmeleistung durch die Glut nach Erlöschung des Feuers lediglich für 45 Minuten gehalten werden soll.

Was für Sie besser ist, kommt auf Ihren Heizbedarf an.

6. Wasserführender Kaminofen – Ihre Vorteile

Eine spezielle Art des Kaminofens ist der wasserführende Kaminofen. Hier wird die erzeugte Wärme nicht nur für den einzelnen Raum genutzt. Die Wärme wird durch einen Wärmetauscher zusätzlich in den Wasserkreislauf der Zentralheizung gebracht. Das erhitzte Wasser wird in das Heizrohrsystem eingegliedert und als Brauch- oder Heizwasser verwendet. Dadurch wird auch Ihre Hauptheizanlage entlastet und die Energie gleichmäßig im Haus verteilt. Der Wirkungsgrad liegt hier bei rund 85 Prozent.

Bei dieser Art des Kamins brauchen Sie eine thermische Ablaufsicherung, es sei denn, es handelt sich um eine offene und drucklose Anlage. Diese Ablaufsicherung schützt den Festbrennstoffkessel vor Überhitzung: Die erzeugte Wärme wird bei einer zu hohen Vorlauftemperatur des Wasserkessels durch die Zugabe von kaltem Wasser abgeführt.

Der Einbau ist etwas aufwendiger als bei herkömmlichen Kaminöfen. Es müssen ein Rohrsystem, ein Wärmetauscher und ein Speicher installiert werden. Im Gegenzug sparen Sie allerdings an externen Heizkosten. Wenn Ihr Haus oder Ihre Wohnung gut gedämmt ist, kann der Ofen als alleinige Zentralheizung genutzt werden.

7. Die Ofentür – Macht Ihren Kamin sicher und zuverlässig

Achten Sie beim Kauf Ihres Ofens darauf, ob die Feuertür selbstschließend ist. Eine selbstschließende Feuertür zieht sich durch eine integrierte Zugfeder selber zu. So wird zuverlässig sichergestellt, dass weder Rauch noch Funken in den Raum gelangen. Die Feuertür sollte im besten Fall außerdem aus Gusseisen hergestellt sein. Wenn sie aus Stahl ist, wird am besten ein integrierter Gussrahmen verbaut.

Da die Feuertür den hohen Temperaturen des Feuers extrem ausgesetzt ist, muss diese besonders robust konstruiert sein. Ein Rahmen aus Gusseisen schützt die Tür vor einem Verziehen des Materials durch die Hitze. Wenn sich die Tür doch verziehen sollte, führt das zu Abdichtungsproblemen. Ein ähnliches Problem kann durch eine Einfachverriegelung der Feuertür entstehen. Wenn die Tür nur in der Mitte des Türrahmens angedrückt wird, kann sich die Tür am unteren und oberen Ende verziehen. Dies hat zufolge, dass Rauchgase eintreten. Eine Mehrfachverriegelung beugt diesem Problem vor.

8. Kaminzubehör – Passen Sie Ihren Ofen individuell an

Um ein effizientes Heizen sicherzustellen, benötigt Ihr Ofen einen Ofenrost. Auf diesem wird der Brennstoff platziert und kann gleichmäßig abbrennen. Eine Art des Ofenrosts ist ein Rüttelrost. Diesen gibt es entweder mit starrem oder verstellbarem Gitter. Die verstellbare Variante kann geschlossen werden, wenn das Feuer heruntergebrannt ist. Dadurch wird die Glut länger erhalten und die Wärme entweicht nicht aus der Brennkammer.

Einige Kaminöfen verfügen über ein Warmhaltefach. Hier stellen Sie zum Beispiel Getränke wie Tee oder Kaffee hinein, um sie warmzuhalten. Auch Körnerkissen lassen sich hier bequem aufwärmen. Bei günstigen Modellen überhitzen diese Fächer allerdings schnell. Achten Sie auf eine gute Qualität, wenn Sie dieses Fach regelmäßig nutzen möchten. Unter der Glastür befindet sich manchmal ein Holzfach. Hier bringen Sie diverses Kaminzubehör oder auch Holzscheite unter.

Wenn Sie Ihren Kaminofen in einem großen Raum platzieren, dauert es meist sehr lange bis sich die Wärme im ganzen Zimmer verteilt hat. Abhilfe schafft hier ein Ofenventilator. Dieser verteilt die warme Luft des Ofens effizient und schnell im Aufstellraum und den angrenzenden Zimmern. So ein Ventilator funktioniert jedoch nur, wenn die Oberfläche des Ofens sehr heiß wird. Auf einem Specksteinofen beispielsweise macht die Aufstellung eines Kaminventilators keinen Sinn.

Der Ventilator verursacht keinen kalten Luftstrom, ist geräuscharm und hitzeresistent. Die Flügel des Ventilators werden durch Strom erhitzt. Dieser wird durch den Temperaturunterschied zwischen dem oberen und unteren Teil des Ventilators generiert. Die Kaminoberfläche muss dafür eine Temperatur von mindestens 70 °C erreichen.

9. Fazit

Wie Sie sehen, gibt es viele Möglichkeiten Ihren Kamin optimal zu gestalten und zu nutzen. Wenn auch ein Kaminofen nicht selten eine teure Anschaffung ist, gibt er Ihrem Zuhause eine besondere Note. Kaum ein anderer Einrichtungsgegenstand verleiht Ihrem Haus so ein warmes und gemütliches Ambiente. Neben der Optik können Sie auch noch etwas Gutes für Ihre Energiebilanz tun. Mit einem wasserführenden Kaminofen sparen Sie an Heizkosten und funktionieren das Einrichtungshighlight zur Zentralheizung um.

Beachten Sie den Aufwand für den Einbau und beginnen Sie mit der Planung wenn möglich bereits beim Bau Ihres Hauses. So kommt es zu keinen Überraschungen im Laufe der Vorbereitungen.

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