Wärmepumpe

Wärmepumpe – die Alternative für eine umweltschonende Beheizung

Die Wärmepumpe ist eine geniale menschliche Erfindung aus dem 19. Jahrhundert. Als solche hat sie eine lange Tradition. Als Wegbereiter gilt der französische Physiker Carnot. Denn er veröffentlichte 1824 erstmals Grundsätze zur dazu.

Im 21. Jahrhundert ist die Wärmepumpe weiterhin ein innovatives Produkt. Denn sie ermöglicht eine klimafreundliche und kostengünstige Beheizung. Spielen auch Sie mit dem Gedanken, eine Wärmepumpe zu kaufen? Dann informieren Sie sich jetzt über die verschiedenen Möglichkeiten.

Die Beiträge von Tipp zum Bau helfen Ihnen, sich beim Bauen und Renovieren zu orientieren.

1. Wärmepumpe als Wärmelieferant

Informieren Sie sich bei Tipp-zum-Bau über die unterschiedlichen Wärmepumpen.

Die Wärmepumpe nutzt ihre Umgebung, um die passende Temperatur zu erzeugen

Bei einer Wärmepumpe handelt es sich um eine Maschine, die Wärme aus der Umgebung aufnimmt und sie in nutzbare Wärmeenergie umwandelt. So gewinnen Sie Energie für Ihr Heizsystem aus der Luft, dem Wasser oder der Erde. Da die aufgenommene Wärme aus einem Umweltmedium zu gering ist, bringt die Wärmepumpe diese auf ein höheres Temperaturniveau.

Während dieser Tätigkeit benötigt die Wärmepumpe Antriebsenergie durch Strom. Das Gerät funktioniert prinzipiell wie ein Kühlschrank. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass der Kühlschrank Wärme aus dem Innenraum entzieht und nicht hinzuführt.

Die Wärmepumpe setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

  • Wärmequellenanlage.
  • Wärmepumpe im eigentlichen Sinn.
  • Wärmeverteil- und Speichersystem.

Die Wärmequellanlage enthält mit Frostschutzmittel versetztes Wasser. Diese Flüssigkeit heißt Sole. Ihre Funktion besteht darin, die Wärme aus der Umwelt aufzunehmen und zur Pumpe zu transportieren.

In der Wärmepumpe befindet sich ein Kältemittel. Mit Hilfe eines Wärmetauschers, dem Verdampfer, wird die Wärmeenergie auf das Kältemittel übertragen. Durch die hinzugeführte Wärme verdampft es. Daraufhin gelangt das verdampfte Kältemittel in einen Kompressor und erreicht dort ein höheres Temperaturniveau.

Danach erreicht das Kältemittel einen zweiten Wärmetauscher, den Verflüssiger. Dort kondensiert es und gibt so seine Wärme ab. In einem weiteren Schritt fließt das flüssige Kältemittel in eine Drossel. Dort wird der Druck verringert. Schließlich gelangt es wieder zum Verdampfer zurück.

Im Wärmeverteil– und Speichersystem zirkuliert Wasser, das die abgegebene Wärme aus dem Verflüssiger aufnimmt. Anschließend leitet es die Wärme zu einem Verteilersystem oder Warmwasserspeicher weiter.

2. Unterschiedliche Varianten einer Wärmepumpe

Wärmepumpen zählen du den umweltfreundlichen Heiztechniken. Aktuell herrscht eine rege Nachfrage. Wenn auch Sie sich für eine Wärmepumpe für Ihr Gebäude interessieren, wählen Sie zwischen verschiedenen Varianten.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Funktion der Luft-Wasser-Wärmepumpe besteht darin, die Wärme der Außenluft zu entziehen. Dann leitet sie die Wärmeenergie an den Verdampfer weiter. Das sich dort befindende Kältemittel nimmt die Wärme auf. Die aufgenommene Wärme bewirkt, dass sich das Kältemittel erhitzt und schließlich verdampft. Die dadurch freigesetzte Wärme wird komprimiert, da sie für die Beheizung eines Gebäudes nicht ausreicht.

Sole-Wasser-Wärmepumpe

Tipp-zum-Bau informiert Sie über die Möglichkeiten, Erdwärme für Ihre Wärmepumpe zu nutzen.

So sieht eine Sole-Wasser-Wärmepumpe aus

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt Wärmeenergie aus der Erde. Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten, die Energie für die Wärmepumpe bereitzustellen. Dazu eignen sich sowohl Erdkollektoren als auch Erdsonden. Erdkollektoren werden oberflächennah installiert und nehmen thermische Energie auf. Anschließend geben sie die Energie an die Pumpe weiter.

Erdsonden liegen tiefer und senkrecht unterhalb der Erde. Sie besitzen die Fähigkeit, Erdwärme aus einer Tiefe von 40 – 100 Meter zu gewinnen. Im Vergleich zu Erdkollektoren nehmen sie weniger Platz in Anspruch.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Tipp-zum-Bau informiert, wie Sie die Wärme aus dem Grundwasser für Ihre Wärmepumpe nutzen.

Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe bei der Arbeit

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Wärmeenergie aus dem Grundwasser. Als Wärmelieferant eignet sich Grundwasser besonders gut. Denn es hat eine konstante Temperatur zwischen 8 – 12 Grad Celsius. Bevor Sie sich für diese Variante entscheiden, achten Sie auf Wasserzusammensetzung und Wassermenge. Klären Sie auch bei Ihrer zuständigen Behörde, ob das Grundwasser im Wasserschutzgebiet liegt.

Mit einer Brunnenpumpe wird das Wasser aus einem Ansaugbrunnen hochgepumpt und anschließend bis zum Wärmetauscher geführt. Dort gibt es seine Wärme ab und fließt durch einen Schluckbrunnen zurück ins Grundwasser.

Warmwasser-Wärmepumpe

Wie der Name bereits verrät dienen Warmwasser-Wärmepumpen dazu, Wasser zu erwärmen. Grundsätzlich sind sie in der Lage, Strom von Photovoltaik- und Solaranlagen zu nutzen. Pumpen dieser Art nehmen Wärme entweder aus der Um- oder Abluft auf. Falls die Pumpe die Wärme der Umluft nutzt, wird sie in Kellerräumen installiert.

Grundbedingung ist, dass die Räume um 2 bis 4 Grad abgekühlt werden. Dadurch werden die Räume entfeuchtet. Wenn Abluft aus Wohnräumen als Wärmequelle genutzt werden soll, ist die Abdeckung der Wärmepumpe durch einen Abluftdeckel zu ersetzen. Während das Trinkwasser erwärmt wird, kühlt die Abluft ab und entweicht ins Freie. Die Nutzung von Abluft ist vorteilhaft, weil die Luft in Wohnräumen so automatisch sauberer wird.

Großwärmepumpen

Großwärmepumpen existieren in riesigen Dimensionen und sind nicht für den privaten Haushalt gedacht. Sie kommen vor allem in der Industrie und der kommunalen Infrastruktur zum Einsatz. Ihre Fähigkeit besteht darin, größere Gebäude mit 2500 Kilowatt Nenn-Wärmeleistung zu versorgen.

Wärmepumpen mit Eisspeicher

Neben dem Bezug der Wärme aus herkömmlichen Energiequellen besteht die Möglichkeit, Wärme aus einem Eisspeicher zu gewinnen. Der Eisspeicher ist eine Zisterne, die unterhalb der Erdoberfläche eingebaut ist und Wasser enthält. Das Wasser in der Zisterne ist die Wärmequelle und erhält seine Wärme aus der Erde. Um diese nutzbar zu machen, sind in der Zisterne Leitungen mit Frostschutzmittel installiert.

3. Voraussetzungen für die Installation und Wartung einer Wärmepumpe

Installation

Bevor Sie eine Wärmepumpe installieren, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. Klären Sie deshalb ab, ob Ihr Gebäude über die richtigen Bedingungen verfügt. Nur so gehen Sie sicher, dass Ihre Wärmepumpe effizient arbeitet. Informieren Sie sich auch, welche Möglichkeiten der Wärmeenergie-Gewinnung an Ihrem Wohngebäude überhaupt bestehen. Grundsätzlich existieren drei Grundbedingungen, an denen Sie sich bestenfalls orientieren:

  • Das Wohngebäude ist gut gedämmt.
  • Die Jahresarbeitszahl ist nicht unter 4,0 sein.
  • Ein geeignetes Umweltmedium ist als Wärmequelle nutzbar.

Eine gute Gebäude-Dämmung ist für die Installation von Wärmepumpen unabdingbar. Denn je besser Ihr Gebäude gedämmt ist, desto effizienter arbeitet das Gerät. Entscheidend ist: Wie viel Arbeit benötigt die Wärmepumpe, um das Heizwasser auf das notwendige Temperaturniveau anzuheben?

Tipp-zum-Bau erklärt,warum eine gute Wärmedämmung für den effizienten Betrieb der Wärmepumpe wichtig ist

Eine gute Wärmedämmung gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für eine Wärmepumpe

Besonders effizient arbeitet die Wärmepumpe, wenn die Differenz des Temperaturniveaus zwischen Umweltmedium und Heizwasser nicht zu hoch ist. Bei gut gedämmten Häusern weist das Heizwasser eine Temperatur zwischen 20 bis 40 Grad Celsius auf.

Die Effizienz der Wärmepumpe drückt sich durch die Jahresarbeitszahl aus. Sie gibt das Verhältnis zwischen bereitgestellter Wärmemenge und benötigter Strommenge an. Dieser Indikator hat eine verlässliche Aussagekraft. Denn er bezieht die jährlichen Betriebszustände und Temperaturschwankungen mit ein.

Grundsätzlich sollte die Jahresarbeitszahl nicht unter 4,0 liegen. Die Zahl besagt, dass die Wärmepumpe vier Mal so viel Wärmeenergie liefert wie Strom benötigt wird.

Wartung

Wärmepumpen benötigen eine jährliche Wartung. Wärmepumpen sind komplexe Maschinen. Da lohnt es sich, einen Wartungsvertrag mit einem Heizungsbauer abzuschließen. Bei der Wartung kontrolliert er Kältemittelkreislauf und mechanische Teile.

Ab einer Menge von 3 Kilogramm ist es gesetzlich vorgeschrieben, den Kältemittelkreislauf zu inspizieren. Falls dieser undicht ist, ist die Wärmepumpe unverzüglich abzuschalten. Außerdem wird überprüft, ob Luft und Flussabweichung vorliegen.

Mechanische Teile erfordern ebenfalls eine Kontrolle, weil sie dauerhaften Belastungen ausgesetzt sind. In der Regel wird eine Sichtkontrolle durchgeführt. So werden Abnutzungserscheinungen, zum Beispiel an Ventilen festgestellt.

4. Aktuelle und zukunftsweisende Trends einer Wärmepumpe

Aktuell im Trend sind Hybrid-Wärmepumpen. Diese bestehen aus einer Öl- bzw. Gasheizung und einer Wärmepumpe. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Hybrid-Wärmepumpe mit einer Solaranlage zu verknüpfen. Ob die zusätzliche Installation einer Solaranlage sinnvoll ist, klären Sie am besten mit einem Fachbetrieb ab.

Die Wärmeenergie wird einerseits aus fossilen Brennstoffen und andererseits aus Umweltmedien gewonnen. Falls die Außentemperaturen drastisch einbrechen, schaltet sich die Öl- oder Gasheizung ein. Beides in Kombination trägt bei niedrigen Temperaturen zu einer effizienteren Arbeitsweise der Wärmepumpe bei.

Die zweite zukunftsträchtige Technologie ist Synergie. Dabei fördern sich einzelne Maschinen gegenseitig und tragen zusammen zu einer effizienten Wärmeerzeugung bei. Diese Technologie nutzt die Hochtemperaturwärmepumpe, HT-Wärmepumpe. Zum Einsatz kommt sie hauptsächlich in der Industrie. Sie nutzt Abgaswärme, die durch Kühlung eines Verbrennungsmotors abgegeben wurde.

Die HT-Wärmepumpe nimmt die erzeugte Wärme auf und hebt sie auf ein höheres Temperaturniveau an. Danach wird die Wärme an ein Fernwärmenetz abgegeben. Diese beispielhafte Darstellung verdeutlicht, wie der CO2-Ausstoß minimiert werden kann. Obwohl die HT-Wärmepumpe Strom aus einem Blockheizkraftwerk bezieht, wird der mittlere Gesamtwirkungsgrad erhöht.

5. Umweltbilanz der Wärmepumpe

Da Wärmepumpen Strom für den Motorbetrieb benötigen, ist es unmöglich, eine pauschale Antwort über die Umweltbilanz zu geben. Die Umweltbilanz hängt von der Jahresarbeitszahl ab. Diese hängt wiederum von der Dämmung und Bauweise Ihres Hauses ab. Deshalb klären Sie immer bei einem Fachbetrieb ab, ob sich der Einbau einer Wärmepumpe lohnt.

Weitere Indikatoren sind die Art der Stromerzeugung und das verwendete Kühlmittel. Kühlmittel, die Butan enthalten, schädigen die Ozonschicht in geringerem Maße. Falls Ihre Wärmepumpe Strom ausschließlich von einer Solaranlage bezieht, ist sie CO2-neutral.

6. Kosten für eine Wärmepumpe

Wärmepumpen sind in unterschiedlichen Preisklassen erhältlich. Tipp-zum-Bau informiert Sie über Kostenfaktoren.

Die Kosten einer Wärmepumpe hängen von verschiedenen Faktoren ab

Bei den Kosten für die Wärmepumpe muss zwischen verschiedene Faktoren differenziert werden:

  • Anschaffungskosten.
  • Erschließungskosten.
  • Betriebskosten.
  • Kosten für die Baugenehmigung.
  • Art der Wärmequelle.

Der Einbau bietet sich speziell in neuen Gebäuden an. Bei einer Modernisierung haben Sie mit zusätzlichen Kosten für die Wärmedämmung und Fußbodenheizung zu rechnen. Auch bei Neubauten ist die Installation einer Fußbodenheizung unabdingbar.

Denn je wärmer das Gebäude ist, desto weniger Energie verbraucht die Wärmepumpe. Dies führt wiederum dazu, dass sich der Stromverbrauch  reduziert.

Da Wärmepumpen emissionsfrei arbeiten, benötigt Ihr Gebäude keinen Schornstein.

Im Vergleich zu einer Öl- oder Gasheizung sind die Betriebskosten für eine Wärmepumpe geringer. Die Stromkosten für den Betrieb belaufen sich jährlich zwischen 400 bis 1000 Euro. Falls Sie den Strom zusätzlich von einer Photovoltaik-Anlage beziehen, sparen Sie Energiekosten. Die Begutachtung durch eine Fachkraft kostet jährlich ungefähr 50 Euro.

Über die Kosten einer Wärmepumpe lassen sich keine pauschalen Urteile fällen. Je nach Wärmepumpen-Art sind die Kosten unterschiedlich hoch. In folgender Tabelle sind Anschaffungs– und Erschließungskosten sowie Installationsaufwand der bekanntesten Wärmepumpen-Arten aufgelistet:

Wärmepumpen-ArtAnschaffungskostenErschließungskostenInstallationsaufwand
Erdwärmepumpe12.000 - 15.000 €6.000 - 12.000 €Hoch
Luftwärmepumpe innen16.000 - 20.000 €GeringGering
Luftwärmepumpe außen16.000 - 24.000 €KeineGering
Wasser-Wärmepumpe12.000 - 15.000 €1.000 - 10.000 €Hoch

7. Staatliche Förderung der Wärmepumpe

Tipp-zum-Bau klärt auf, wie Sie in den Genuss von staatlicher Förderung für Wärmepumpen kommen.

Wärmepumpen werden staatlich gefördert

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, BAFA, fördert seit Januar 2020 den Einbau von Wärmepumpen-Heizungen. Das BAFA bezuschusst das Bauvorhaben mit bis zu 35 Prozent. Wird ergänzend eine Gasbrennwert-Therme hinzugebaut, belaufen sich die Zuschüsse bis zu 30 Prozent.

Falls Sie eine Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen, erhalten Sie vom BAFA- Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ 40 bis 45 Prozent der Kosten erstattet.

Gleichzeitig bieten Ihnen die staatliche Förderbank KFW günstige Darlehen an. Bevor Sie sich eine Wärmepumpe einbauen lassen, holen Sie Informationen über Fördermöglichkeiten bei einem Fachbetrieb ein.

8. Vor- und Nachteile der Wärmepumpe auf einen Blick

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Wärmepumpen eine zukunftsträchtige Technologie sind. In Neubauten und bei guter Dämmung arbeiten sie besonders effizient. Hier sehen Sie die Vor- und Nachteile im Überblick:

Vorteile

  • Umweltfreundliche Beheizung, weil Wärme von Umweltmedien kommt.
  • Im Vergleich zu Öl- und Gasheizungen sind die Betriebskosten gering.
  • Die Wartung ist schnell erledigt.
  • Installation von Wärmepumpen wird staatlich bezuschusst.
  • Falls der Strom von Photovoltaik-Anlagen bezogen wird, arbeiten sie emissionsfrei.

Nachteile

  • Anschaffungskosten sind hoch.
  • Fußbodenheizung und Dämmung ist gegebenenfalls nachzurüsten.
  • Für Warmwasser ist ein zusätzliches Heizsystem erforderlich.
  • Grabungen sind bei Sole- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen unabdingbar.
  • Nur ökologisch sinnvoll, wenn produzierte Wärmeenergie höher als der Stromverbrauch ist.

9. Geschichtliche Entwicklung der Wärmepumpe

Die Anfänge der Kühlgeräte im 18. und 19. Jahrhundert

Die Geschichte der Wärmepumpe ist eng mit der Entstehung von Kühlgeräten verflochten. Im 18. Jahrhundert setzte der schottische Physiker William Cullen erste Maßstäbe. Er fand heraus, dass Unterdruck zur Verdampfung von Ether beiträgt. Dadurch wird den Reaktionsgefäßen Wärme entzogen, was schließlich zur Abkühlung führt.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Kühlgeräte mit Ether entwickelt. Diese erwiesen sich jedoch als untauglich, da Ether in Kontakt mit Luft explodiert. Kühlgeräte waren erst von Nutzen, als Ferdinand Carré Ammoniak und Wasser als Ausgangsstoffe verwendete. Doch diese führten in den Kühlmaschinen zu einem Druckanstieg. Schließlich entstanden undichte Stellen und das Kühlmittel lief aus.

Erste Ideen zur Wärmepumpe

Im Jahre 1852 legte der britische Physiker William Thomson den Grundstein für die Wärmepumpe. Er vertrat nämlich die These, dass Kältemaschinen ebenfalls zum Heizen geeignet sind. Denn laut Thomson ließ sich die Methode der Kompression auf Wärmepumpen. Seine Ideen stießen jedoch nicht auf großes Interesse. Denn die Kompressions-Technik wurde eher auf Kältemaschinen angewandt.

Entwicklung der Wärmepumpe in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Während des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Wärmepumpe zu einer Heizungs-Alternative. Der Hauptgrund lag darin, dass Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas immer knapper wurden. Die USA übernahmen die Vorreiterrolle und produzierten in den 20er Jahren erstmals Klimaanlagen mit Heizfunktion. 1945 existierte dort die erste Wärmepumpanlage, die Erde als Umweltmedium zum Heizen nutzte.

Innovationen ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Im Jahre 1968 schrieb der Ingenieur Klemens Oskar Waterkotte Geschichte. Er koppelte eine Niedertemperatur-Fußbodenheizung mit eine Erdwärmepumpe. Dadurch beheizte eine Wärmepumpe erstmalig ein privates Wohngebäude.

In den 70er Jahren erfuhr die Wärmepumpe eine größere Akzeptanz. Gründe dafür waren Ölkrisen und ein gesteigertes Umweltbewusstsein. Dieser Prozess gipfelte in einem Gesetz. Denn 1978 wurde in der BRD das „Gesetz zur Förderung der Modernisierung von Wohnungen und von Maßnahmen zur Einsparung von Heizenergie“ erlassen. Der Durchbruch gelang der Wärmepumpe jedoch erst in den 90er Jahren.

Auch im 21. Jahrhundert herrscht weiterhin eine hohe Nachfrage. 2017 betrug der Marktanteil von Wärmepumpen 43 %.

10. Kältemittel für Ihre Wärmepumpe

Was ist ein Kältemittel?

Irrtümlicherweise werden Kältemittel manchmal als Kühlmittel bezeichnet. Denn Kühlmittel transportieren Wärme nur ab, wenn die Umgebungstemperatur niedriger als der Gegenstand ist. Für Kältemittel ist es hingegen unerheblich, wie hoch die Umgebungstemperatur ist.

Laut der DIN 8960 nimmt das Kältemittel bei niedrigen Temperaturen und niedrigem Druck Wärme auf. Bei höheren Temperaturen und höherem Druck gibt es hingegen Wärme ab.

Kältemittel-Arten

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Kältemittel-Arten:

  • HFKW- Kältemittel.
  • Natürliche Kältemittel.

HFKW-Kältemittel sind teilfluorierte Kohlenwasserstoffe. Sowohl die Entsorgung als auch das Entweichen dieser Kältemittel ist klimaschädigend. Deshalb soll zukünftig auf HFKW-Kältemittel verzichtet werden.

Natürliche Kältemittel sind Alternativen und weisen ein geringeres Treibhauspotential auf. Obwohl sie für private Zwecke noch nicht geeignet sind, gehört ihnen die Zukunft. Beispiele für natürliche Kältemittel sind:

  • R290 Propan.
  • Ammoniak NH.
  • Kohlendioxid CO.

Verordnung für den Einbau von Kältemitteln in Wärmepumpen

Ein Orientierungspunkt für den Gebrauch von HFKW-Kältemitteln ist die F-Gas-Verordnung. Sie wurde von der EU beschlossen und trat am 01.01.2015 in Kraft. Die F-Gas-V zielt darauf ab, die Emissionen von teilfluorierten Treibhausgasen, F-Gase, schrittweise zu reduzieren. Grundsätzlich enthält die Verordnung drei Ansätze:

  • Der Verkauf von teilfluorierten Kohlenwasserstoffen wird reduziert. Es ist geplant, dass 2030 nur noch ein Fünftel zur Verfügung steht. Richtwert ist die Verkaufsmenge aus dem Jahr 2015.
  • Regeln zur Entsorgung, Kennzeichnung und Dichtheitsprüfung.
  • Falls die Möglichkeit besteht, muss auf umweltfreundlichere Alternativen zurückgegriffen werden.
  • Seit dem Jahr 2020 darf das Treibhauspotenzial, GWP-Wert, maximal 2500 betragen.

Unterschiede und Zukunftstrends

Zwischen natürlichen und HFKW-Kältemitteln bestehen zwei Unterschiede:

  • Natürliche Kältemittel sind umweltfreundlicher, da der GWP-Wert niedriger ist. Während Propan einen GWP-Wert von 3 hat, beträgt dieser bei Tetrafluorethan 1430.
  • Im Gegensatz zu KFKW-Kältemitteln sind natürliche Kältemittel brennbar.

KFKW-Kältemittel sind immer noch beliebt und für Wärmepumpen geeignet. Sie sind weder giftig noch brennbar.

Dennoch gibt es einen Trend hin zu natürlichen Kältemitteln wie beispielsweise Propan. Ursache dafür ist die F-Gas-V, die neue umweltpolitische Maßstäbe setzt.

11. Unterschiedliche Wartungsarbeiten bei Wärmepumpen

Je nach Wärmepumpen-Art sind unterschiedliche Wartungsarbeiten notwendig. Hier erfahren Sie, welche Wartungsarbeiten für einzelne Wärmepumpen unabdingbar sind.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

  • Wenn das Kühlmittel mit der Umgebungsluft in Kontakt kommt, verdampft dieses. Deshalb ist es notwendig, dass Zu– und Abluftkanäle geprüft und gereinigt werden. Dadurch wird die kontinuierliche Luftzufuhr gewährleistet.
  • Da der Außenluft Wärme entzogen wird, ist sie nicht mehr in der Lage, so viel Wasserdampf wie zuvor aufzunehmen. Deshalb bildet sich innerhalb der Wärmepumpe Kondenswasser. Damit dieses richtig ablaufen kann, überprüft ein Experte den Kondensatablauf.

Sole-Wasser-Wärmepumpe

  • Die Sole wird auf ihre chemische Zusammensetzung überprüft. Somit wird Frostschutz gewährleistet.
  • Der Filter des Wärmekreislaufes benötigt eine Überprüfung und eine Reinigung.
  • Ist der Druck zu niedrig, füllt ein Experte Sole nach. Bei hohen Flüssigkeitsverlusten ist davon auszugehen, dass sich ein Leck gebildet hat.
  • Der Fachbetrieb überprüft, ob Sole-Rohre Kondenswasser aufweisen.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

  • Wärme wird dem Grundwasser entzogen.
  • Pumpen, Ventile sowie Filter des Brunnens werden kontrolliert.
  • Es erfolgt auch eine Sichtprüfung des Brunnens.
  • Wasserverschmutzungen am Brunnen werden gegebenenfalls beseitigt.

12. Fazit

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Wärmepumpen eine sinnvolle Investition für die Zukunft sind. Damit sich der Kauf lohnt, beachten Sie folgende Punkte:

  • Die Jahresarbeitszahl darf nicht unter 4,0 sein.
  • Informieren Sie sich bei einem Fachbetrieb, welche Wärmepumpen-Arten an Ihrem Gebäude installierbar sind.
  • Eine gute Gebäudedämmung ist unabdingbar.
  • Im Idealfall schließen Sie einen Wartungsvertrag mit einer Fachfirma ab.
  • BAFA und KFW fördern den Einbau von Wärmepumpen. Informieren Sie sich vorab über mögliche Zuschüsse.
  • Die Nutzung von natürlichen Kältemitteln ist umweltschonender.

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