Alarmanlage

Alarmanlage – eine Übersicht über die wichtigsten Techniken

Alle zwei Minuten steigt in Deutschland jemand in eine fremde Wohnung ein. Im Jahr entstehen so Schäden von etwa 600 Millionen Euro. Ein unabwendbares Schicksal? Sicher nicht! Die Statistik beweist: Alarmanlagen verhindern Einbrüche nicht nur – sie sorgen oft schon dafür, dass es nicht einmal zum Versuch kommt. Erfahren Sie hier, wie Sie Besitz, Eigentum und persönliche Werte schützen.

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1. Die Alarmanlage für Ihr Haus – eine Einführung

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Private Wohnungen oder Einfamilienhäuser sind besonders beliebte „Einbrecher-Ziele“. Gerade hier existieren oft enorme Mängel in Sachen Sicherheits-Technik. Dabei lässt sich Ihre Wohnung schnell und mit geringem materiellen Aufwand schützen. Ganz konkret: Durch die richtige Kombination aus mechanischen Sicherungen von Fenstern und Türen und einer elektronischen Alarmanlage schützen Sie Ihr Zuhause. Ihr persönliches Sicherheits-System warnt Sie, sobald der Dieb nur versucht, einen Fuß in Ihr Haus zu setzen.


2. Der richtige Ort für Ihre Alarmanlage

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Der Ort, an dem Ihre Alarmanlage montiert wird, spielt eine große Rolle. Stellen Sie die Anlage sicher vor Regen und Frost auf.
Ihre Alarmanlage muss sicher vor Witterungseinflüssen montiert werden. Regen und Frost schaden der Technik. Die Folge: Es kommt zu Störungen und Fehlalarmen. Achten Sie darauf, dass Ihre Alarmanlage auch vor Sabotage sicher ist. Bringen Sie die Kabel verdeckt an und montieren Sie das Gehäuse fest an der Wand. Außerdem ganz wichtig: Eine regelmäßige Wartung macht Ihre Alarmanlage zuverlässiger. Lassen Sie die Anlage auf jeden Fall von einem anerkannten Fachbetrieb installieren und stets kontrollieren.


3. Wie funktioniert eine Alarmanlage?

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Der Aufbau einer klassischen Alarmanlage ist im Grunde recht simpel gehalten. Oftmals lassen sich sogar verschiedene Komponenten separat hinzufügen. Dieses Zubehör beziehen Sie beim Hersteller Ihres Alarmsystems. Dadurch können Sie das Einsteiger-Set Ihrer Anlage noch besser an Ihre individuelle Wohnsituation anpassen.


Das Innenleben Ihrer Alarmanlage besteht in den meisten Fällen aus 4 Teilen:

  • Alarmgeber
  • Alarmmelder
  • Schaltorgane
  • Alarmzentrale

Alarmmelder sind spezielle Sensoren, die an Wänden, Türen und Fenstern montiert werden. Wenn sich jemand Zugang zu Ihrem Haus verschafft, wird der Alarmmelder aktiviert. Ein Signal gelangt über die Alarmzentrale zum Alarmgeber. Die Sirene wird ausgelöst.

Der klassische Alarmgeber arbeitet akustisch und optisch. Das bedeutet konkret: Eine laute Sirene und eine Blitzleuchte warnen Sie und Ihre Nachbarschaft vor dem Einbruch.

Sie bedienen Ihre Alarmanlage über Schaltorgane. Ein kleines Display und Kontroll-Lampen zeigen Ihnen an, ob die Anlage scharf gestellt, also eingeschaltet ist. Im Idealfall können Sie die Schalter von außen und von innen steuern. Ganz wichtig: Stellen Sie die Alarmanlage auch dann scharf, wenn Sie nur kurz das Haus verlassen.

Das Herzstück der Anlage ist die Alarmzentrale. Hier laufen die Signale der Alarmmelder und der Schaltorgane zusammen. Die Zentrale überwacht die Funktionen der anderen Komponenten und die Stromversorgung der Anlage. Im Idealfall ist die Alarmzentrale mit einer Not-Stromversorgung ausgestattet.

4. Doppelte Absicherung – Alarmanlage mit Gefahrenmelder koppeln

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Alarmanlagen schützen nicht nur vor Einbruch. Auch vor Rauch, Gas und Wasser warnen sie zuverlässig. Einfach Rauch-, Gas- und Wassermelder an Ihre Anlage anschließen – schon sind Sie doppelt abgesichert. Die Alleskönner unter den Alarmanlagen überwachen sogar Haushaltsgeräte, Klimaanlagen oder Ihren Gefrierschrank. So informiert Sie Ihre Alarmanlage beispielsweise über überhöhten Stromverbrauch.

5. Welche Alarmanlage passt zu mir?

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Um diese Frage für Sie zu beantworten, sollten Sie sich im Voraus über die verschiedenen Arten der Alarmanlage informieren. Es existieren sowohl technische, als auch funktionale Unterschiede.


Technische Unterschiede

  • Gleichstromtechnik

Über einen Melder fließt elektrischer Strom zwischen zwei Punkten auf einer so genannten Meldelinie, deren Spannung gemessen wird. Sobald die Spannung einen festgelegten Wert unter- oder überschreitet, wird der Alarm ausgelöst.

  • Bus-Technik

Alle Melder werden bei der Bus-Technik über zwei Adernpaare angeschlossen. Das eine Paar sichert die Stromversorgung der Melder und Endgeräte, während das zweite Paar für die Datenleitung zuständig ist. Über diese Datenleitung fragt ein entsprechend konfigurierter PC regelmäßig den Zustand aller Endgeräte ab.

  • Funktechnik

Während sowohl die Bus-Technik, als auch die Gleichstromtechnik als drahtgebundene Alarmanlagen zu kategorisieren sind, wird bei dieser Technik mit Funk gearbeitet. Der Alarmgeber steht per Funk in ständigem Kontakt mit den einzelnen Meldern, die mit einer eigenen Stromversorgung, wie etwa einem Akku, auskommen müssen. Besonders bei nachträglichen Installationen wird zur Funktechnik gegriffen. Es müssen keine Kabel verlegt werden, wodurch der Einbau oftmals als unkomplizierter einzuschätzen ist.

Vor- und Nachteile der technischen Kategorien:

Drahtgebundene Anlagen:

+ Keine Wartung einzelner Melder, da die Stromversorgung über fixe Leitungen erfolgt

– Installation sollte schon beim Neubau oder einer Renovierung erfolgen, Nachrüsten gestaltet sich als schwierig

– vergleichsweise teuer

Funkanlagen:

+ schnelle und einfach Installation

+ oftmals kostengünstiger

– leichter manipulierbar

– regelmäßige Wartung der Batterien in den einzelnen Alarmmeldern

Funktionale Varianten

  • Bewegungsmelder

Diese Art des Alarmmelders reagiert auf jegliche Art von Bewegung. Wichtig ist, den Bewegungsmelder in einer gewissen Höhe anzubringen. Nur so ist gewährleistet, dass er in den meisten Fällen nicht manipuliert werden kann. Nehmen die Melder in einem festgelegten Radius Bewegungen wahr, so wird die Umgebung mit Flutern ausgeleuchtet. Allerdings unterscheidet der Melder leider nicht in der Person, die den Alarm auslöst. Auch, wenn man selbst nachhause kommt oder wenn größere Tiere um das Haus streifen, könnte der Melder anschlagen.

Der Bewegungsmelder kann aktiv mit Ultraschall oder einer anderen Frequenz , sowie passiv mit Infrarot-Strahlung betrieben werden. Der aktive Melder sendet permanent Strahlung aus, die von einer Fläche oder einem Körper reflektiert und vom Empfänger registriert wird. Der passive Melder besteht nur aus einem Infrarot-Empfänger, da die IR-Strahlung von einem Mensch oder einem Tier in Form von Wärme gesendet wird.

  • Akustischer Alarm

Im Gegensatz zum rein optischen Alarm existieren auch Anlagen, die im Ernstfall akustische Signale aussenden. Klassische Alarmmelder, die mit akustischem Alarm funktionieren, sind der Glasbruchmelder oder solche, die etwa auf einen Schließkontakt der Tür reagieren. Auch Türketten, Balkenriegel oder Rollläden sind häufig mit akustischen Alarmmeldern ausgestattet.

  • Stiller Alarm

Während ein akustisches Signal vor allem dann seine größten Vorteile entfaltet, wenn Sie in belebter Umgebung mit direkter Nachbarschaft wohnen, könnte ein stiller Alarm vor allem für isolierte Gebäude eine geeignete Option darstellen. Der stille Alarm informiert wahlweise Hausbesitzer, Wachdienst oder Polizei über den Einbruchsversuch. Der große Vorteil: Der Einbrecher selbst bemerkt den Alarm nicht. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, den Täter schnell zu ergreifen.

  • Druckalarmsysteme

Immer beliebter werden Alarmanlagen, die mit einem Druckwellensystem arbeiten.  Das System registriert Änderungen der Druckdifferenz innerhalb eines Hauses. Hierbei misst es mittels eines Sensors den Rauminnendruck und löst, je nach Voreinstellung der Sensibilität, bei Abweichungen den Alarm aus. Druckänderungen entstehen hauptsächlich durch das Öffnen von Fenstern oder Türen, sodass die Großzahl aller Einbruchskonstellationen abgedeckt wird. Doch Vorsicht: Selbst bei Wetteränderungen oder dem Aktivieren von Dunstzugsablagen in der Küche kann sich der Rauminnendruck ändern. Aus diesem Grund ist es bei diesen Systemen wichtig die Empfindlichkeit der Einstellungen gut zu testen.

6. Preisklassen: Wie viel kostet eine Alarmanlage?

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Eine grundsätzliche Antwort auf diese Frage lässt sich nur schwer geben. Je nach verarbeiteter Technik und Ihrer Funktionsweise decken Alarmanlagen ein großes Preisspektrum ab.


Billige Alarmanlagen bis 50€

Bei den günstigsten Varianten handelt es sich meist um keine vollumfänglichen Systeme. Vielmehr dienen diese nur dem Schutz einzelner Fenster oder Türen. Die Installation gestaltet sich dementsprechend einfach und ist oftmals auch vom Hausbesitzer selbst zu bewerkstelligen.

Günstige Varianten bis 250€

In diesem Preissegment finden Sie vor allem Funk-Alarmanlagen, die besonders beliebt bei preisbewussten Nutzern sind. Diese Geräte gelten als optimal für Einsteiger, sind einfach zu installieren und zeichnen sich durch ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis aus.

Mittelpreisige Varianten bis 500€

Alarmanlagen dieser Preisklasse bieten gleich mehrere Vorteile. Abgesehen davon, dass sie flexibel für den Privatgebrauch und in gewerblichen Kontexten einsetzbar sind, lassen sie sich zumeist durch eine Vielzahl an zusätzlich erhältlichem Zubehör nachträglich erweitern und modifizieren.

Die Luxusvarianten ab 500€

Neben maximalem Schutz erhalten Sie bei dem Kauf einer hochpreisigen Alarmanlage oftmals zusätzlichen Komfort in der Bedienung. Zudem eignen sie sich eher für Gewerbeimmobilien und andere größere Objekte. Wer allerdings auf gewisse Spielereien verzichten kann, ist sicherlich auch mit einer Anlage aus einem günstigeren Preissegment gut bedient.


7. Tipp – der Experte weiß, welche Alarmanlage sinnvoll ist

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Welche Variante für Sie die richtige ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Liegt Ihr Zuhause in einer Wohngegend oder einem Gewerbegebiet? Gibt es bauliche Schwächen, die ein Einbrecher ausnutzen könnte? Diese Fragen spielen eine große Rolle bei der Wahl der richtigen Sicherheitstechnik. Lassen Sie sich in jedem Fall von einem Experten in Sachen Alarmanlagen beraten. Nur so ist höchste Sicherheit garantiert.