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Happy Halloween

Hokkaido, Butternut & Co. – Alles über Kürbisse

 

1. Eine kleine Kürbis-Geschichte

Schon sehr früh hat sich der Kürbis auf die lange Reise nach Europa gemacht. Ursprünglich stammt der gewöhnliche Kürbis, den wir als Speisekürbis kennen, nämlich vom amerikanischen Kontinent. Verschiedene Sorten des Kürbisses entstammen Regionen in Nord-, Zentral- und Südamerika. Und auch in unseren Breitengraden wird er schon immer gern als Nahrungsmittel kultiviert. Vor allem jetzt im Herbst ist das Gemüse in allen Farben und Formen nicht mehr vom Marktstand wegzudenken. Ganz allgemein wird zwischen Riesen-Kürbis, Moschus-Kürbis und Garten-Kürbis unterschieden – natürlich gibt es aber noch sehr viel mehr Sorten!

Der Riesen-Kürbis

Der Riesen-Kürbis kommt ursprünglich aus Südamerika. Bei uns wird der Riesen-Kürbis auch als Winterkürbis bezeichnet, da er mehr Kälte als die anderen Kürbis-Arten verträgt, jedoch keine längeren Frostperioden. Er ist weltweit vor allem durch Wettbewerbe bekannt: diese Sorte kann durch die richtige Zucht und Pflege nämlich sehr, sehr groß und sehr, sehr schwer werden. Der aktuelle Weltrekordkürbis wog 1190,5 kg und wurde am 2. Oktober 2016 in Ludwigsburg prämiert. Damit ist er also in etwa so schwer wie zwei ausgewachsene Pferde!

Wahrscheinlich kennen Sie den Riesen-Kürbis aber ausgehöhlt als Halloween-Dekoration. Aber essen kann man den Riesen-Kürbis auch: weil das Fruchtfleisch besonders faserarm ist können Sie daraus hervorragend Suppen kochen. Oder Sie verarbeiten das Innere Ihres nächsten Halloween-Kürbisses doch einfach mal zum beliebten amerikanischen „Pumpkin Pie“, ein Kürbis-Kuchen. Auch der wohlbekannte Hokkaido-Kürbis zählt trotz seiner kleinen, knubbligen Form zur Gattung der Riesen-Kürbisse.

Der Moschus-Kürbis

Diese Sorte werden Sie nicht zufällig am Flussufer finden, denn der Moschus-Kürbis zählt zu den kultivierten Arten. Er entstammt mittel- und südamerikanischen Ländern und bevorzugt ein warmes Klima. Daher wird er heute meist in tropischen Ländern, insbesondere in Mexiko und Indien angebaut. Die bekannteste und meist-verbreitete Untergattung ist der Butternut-Kürbis. Er kann zur Zubereitung von vielen verschiedenen köstlichen Gerichten verwendet werden. Und Sie können aus ihm sogar Süßigkeiten herstellen! Der Butternut-Kürbis ist aber, wie auch der Hokkaido-Kürbis, ein Winterkürbis, den Sie also nicht nur in der Gärtnerei, sondern auch im eigenen Beet finden werden.

Der Garten-Kürbis

Garten-Kürbisse sind Kletterpflanzen und benötigen warme Temperaturen. Sie sind sehr empfindlich und erfrieren schon bei etwas länger andauernder kühler Sommerwitterung. Dafür gibt es von dieser Kürbis-Gattung die meisten Unterarten und Sorten-Gruppen. Sie kommen ursprünglich aus Mittelamerika, in etwa zwischen Peru und dem Süden der USA. Der Gartenkürbis traf in Kuba auf Christoph Kolumbus und begab sich in dessen prominenter Gesellschaft auf seine Reise nach Europa. Ein Garten-Kürbis eignet sich besonders für die Gewinnung von Kürbiskernöl; aufgrund der Größe werden Garten-Kürbisse auch gern als Zierkürbisse verwendet. Die bekanntesten Vertreter sind der Spaghetti-Kürbis, sowie die Zucchini. Ja, richtig gelesen! Die Zucchini gehört zu den Kürbisgewächsen.

Hokkaido, Butternut & Co. – wenn Sie jetzt also denken, Sie wissen schon alles über unseren Kürbis-Kumpel, dann erfreuen Sie sich doch einfach an unseren Tipps und Tricks, wie Sie selbst Kürbisse züchten können, und was man sonst noch alles mit ihnen anstellen kann.

2. Zuhause Pflanzen, Pflegen & Ernten

Obwohl der Kürbis ja ursprünglich aus Amerika kommt, ist es dennoch nicht schwer, auch im heimischen Garten Kürbisse zu kultivieren. Ob Sie nun ein großes Kürbis-Beet planen, oder Urban Gardening auf dem Balkon betreiben, ist ganz gleich: Die leuchtenden gelben Blüten des Exoten sind jedenfalls in jedem Beet hübsch anzusehen! Mit ein paar kleinen Tipps und Tricks gelingt der Anbau von Kürbis ganz leicht:

  • Ein Kürbis braucht viel Platz. Er breitet sich je nach Sorte auch mal 1,5 bis 2 Quadratmeter über das Beet hinweg aus.
  • Kleine Sorten ranken und klettern gern. Beispielsweise auch der Hokkaido-Kürbis. Diese Sorten brauchen entweder eine Rankhilfe, oder sollten in der Nähe des Gartenzauns gepflanzt werden.
  • Kürbisse sind wärmeliebende Pflanzen. Der Standort für Ihren Kürbis sollte deshalb sonnig und windgeschützt sein.
  • Der Boden darf nicht sauer sein (pH-Wert > 6). Am Besten eignet sich Kompostboden.

Den Kürbis pflanzen

Obwohl sie kälteempfindlich sind, sind Kürbisse ansonsten eher unkomplizierte Gesellen. Bei der Direktsaat werden die Samen gleich draußen im Beet eingesetzt. Das sollte aber erst ab Mitte Mai passieren, denn für die Keimung sind Temperaturen ab 14°C nötig. Unter 5 °C wird es nämlich sonst gefährlich für die kleinen Pflanzen! Die Saat sollte zwischen 2 und 4 cm tief ausgesät werden. Außerdem wird im Abstand von 0,5-1,5 m gesät. Der Abstand zwischen den Reihen sollte 1,5 m betragen.

Soll die Kultivierung tatsächlich gelingen, ist eine Vorkultur im Haus eine sinnvolle Alternative. Hier werden die Samen ebenfalls 2-4 cm tief im Topf eingepflanzt; das können Sie auch schon im April tun. Die ideale Keimungstemperatur liegt bei 20-24 °C. Sobald die Pflänzchen die ersten Laubblätter gebildet haben, können ebenfalls ab Mitte Mai ins Beet eingepflanzt werden. In kühleren Gegenden lohnt sich eine Vorkultur im Haus auf jeden Fall! Außerdem können Sie so schon viel früher ernten.

Ganz allgemein sollten Sie die jungen Pflanzen anfangs mit einem Vlies abdecken, um sie vor Nachtfrost zu schützen. Allerdings sollten Sie diesen Schutz noch vor der Bildung der leuchtend gelben Blüten wieder abnehmen. Ansonsten kann es nicht zur Bestäubung der Blüten kommen.

Die Pflege

Sobald sich Ihre Kürbispflanze nicht mehr unter der Erde versteckt, ist sie sehr leicht zu pflegen! Besonders wichtig ist es, die Pflanzen regelmäßig zu gießen. Vor allem bei der Phase der Fruchtbildung, denn ansonsten fällt Ihre Ernte eher gering aus. Gießen Sie direkt auf den Boden, nicht auf die Blätter, da diese sonst faulen können.

Da der Kürbis ein Starkzehrer ist, sollten Sie auch den Boden regelmäßig düngen. Am Besten bereiten Sie das Beet schon vor der Aussaat mit Kompostgabe vor. Während der Wachstumsperiode können Sie sogar einmal wöchentlich mit einem stickstoffreichen Volldünger oder Brennesseljauche nachhelfen.

Wenn Sie viele, große Früchte ernten möchten, sollten Sie die Pflanzen regelmäßig ausgeizen. Das bedeutet, die neuen Triebe oder Nebentriebe zu entfernen. Denn je mehr Kürbis-Früchte wachsen, desto kleiner werden sie. Deshalb lohnt es sich, nicht alle Früchte wachsen zu lassen, damit die Anderen dafür genügend Nährstoffe und Energie bekommen. Das können Sie zum ersten Mal im Juni, und danach im Juli vornehmen. Ebenfalls können Sie noch die männlichen Blüten entfernen, damit die Pflanze mehr Energie für die Fruchtbildung bekommt.

Krankheiten und Schädlinge

Die schlimmsten Schäden entstehen für die Kürbispflanze leider durch Wetterbedingungen. Das kann beispielsweise Hagel sein, oder zu viel Regen. Ein weiterer Feind des Kürbisses ist die Nacktschnecke. Hier hilft am Besten das Ausstreuen von Kaffeesatz, da die Schnecken das Pulver nicht mögen! Eine Pilzinfektion der Blätter, wie der Echte Mehltau, lässt sich übrigens nur durch vorsichtiges Gießen vermeiden. Achten Sie sorgfältig darauf, nur den Boden mit Wasser zu benetzen.

Je nach Sorte beginnt die Reife der Kürbisse frühestens ab Mitte August. Die meisten Sorten werden aber zwischen September und Oktober geerntet. Empfehlenswert ist die Ernte vor den ersten Nachtfrösten. Sollten Sie nicht sicher sein, ob Ihr Kürbis bereit zur Ernte ist, hilft die Klopfprobe: klingt der Kürbis hohl, kann er geerntet werden!

3. Was ein Kürbis sonst noch kann

Außer bunt und hübsch und schmackhaft zu sein, hat der Kürbis noch so viel mehr zu bieten!

  • In der Medizin wird der Kürbis als heilendes Nahrungsmittel bezeichnet. Er liefert Proteine, Vitamine, Magnesium, Kalium und Spurenelemente. Außerdem kann der Kürbis Rheuma und Herzbeschwerden vorbeugen.
  • Botanisch gesehen ist der Kürbis eine Beere. Botaniker bezeichnen ihn als Panzerbeere.
  • Insgesamt gibt es über 800 bekannte Kürbis-Sorten.
  • Alle Kürbisse (außer Zierkürbisse) können auch roh verzehrt werden.
  • Pumpkin chunking – Der Kürbisweitwurf dient allein der Unterhaltung. Das sollten Sie sich wirklich mal ansehen! Der einzige Unfall, der bisher geschah, war eine durch einen Kürbis getroffene Ente.

Die Tradition der Jack O’Lantern kommt von irischen Einwanderern in den USA. Der Brauch, den Kürbis mit einer gruseligen Fratze zu versehen, und eine brennende Kerze darin zu platzieren, soll den Teufel und böse Geister abhalten.

In diesem Sinne: Happy Halloween!

Autorin: Sarah Kohn

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