Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung

Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung – Absicherung für den Notfall

Defekte Öltanks führen zu Umweltzerstörungen und kontaminieren das Grundwasser sowie Fließgewässer. Nicht selten entstehen Kostenschäden in Millionenhöhe, die Hausbesitzer in den Ruin treiben. Damit Sie nicht in die Kostenfalle tappen, ist es ratsam, eine Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Informieren Sie sich jetzt über die verschiedenen Funktionen, Kosten und Vorteile dieser Versicherung.

Die Beiträge von Tipp zum Bau helfen Ihnen, sich beim Bauen und Renovieren zu orientieren.

1. Was leistet die Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung

Rechtliche Absicherung

Die Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung ist ein Subtyp der Haftpflichtversicherung. Diese kann sowohl freiwillig als auch verpflichtend sein. Ihre Aufgabe besteht darin, den Versicherten vor Schäden abzusichern. Alle rechtlichen Informationen über Haftpflichtversicherungen finden Sie im Versicherungsvertragsgesetz, VVG. Entscheidend sind die Paragraphen 100 bis 124.

Die Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung ist eine Privathaftpflichtversicherung. Sie wird auf freiwilliger Basis abgeschlossen. Ihre Funktion besteht darin, Besitzer von Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen vor finanziellen Folgen abzusichern. Zu diesen Stoffen zählen:

  • Salzsäure.
  • Natronlauge.
  • Heizöl.
  • Kerosin.
  • Ottokraftstoffe.

Denn falls Anlagen kaputt gehen und diese Stoffe ins Grundwasser gelangen, haftet ohne Versicherungsschutz der Besitzer. Dabei ist es unerheblich, ob er fahrlässig oder ohne eigenes Verschulden die Wasserverschmutzung verursacht hat.

Zusätzlich ist er dazu verpflichtet, für verursachte Schäden an Dritte aufzukommen. Dies wurde im Wasserhaushaltsgesetz, WHG, festgeschrieben.

Zum einen sind Inhaber von Anlagen versichert. Dabei handelt es sich entweder um natürliche oder juristische Personen. Zum anderen sind alle Personen versichert, die an der Anlage arbeiten. Konkret handelt es sich um Arbeiter, die an der Anlage Wartungs- und Reparaturarbeiten verrichten. Überdies sind Reinigungskräfte und Verwaltungsangestellte mitversichert.

Öltankversicherung

Erfahren Sie bei Tipp-zum-Bau alles notwendige über Versicherungen für Ihren Öltank.

Öltanks benötigen eine Öltankversicherung.

Umgangssprachlich wird die Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung als Öltankversicherung bezeichnet. Dies liegt daran, weil Öltanks am häufigsten versichert sind. Denn in ca. 8,7 Millionen Wohnungen sind Ölheizungen installiert. Die Versicherung greift, falls Heizöl aus einem Öltank ungewollt ausläuft und ins Grundwasser einsickert. Häufige Ursachen sind kaputte Leitungen, undichte Tanks und gebrochene Rohre.

Funktion der Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung

Nachdem der wassergefährdende Stoff aus einer Anlage ausgelaufen ist und das Grundwasser verschmutzt hat, wird die Versicherung tätig:

  • Sie prüft die Verantwortlichkeit des Versicherten.
  • Erfüllt berechtigte Forderungen.
  • Wehrt unberechtigte Forderungen eventuell auch vor Gericht ab.

Die Höhe der Entschädigungszahlung hängt von der vertraglich vereinbarten Deckungssumme ab. Stiftung Warentest zufolge reichen 3 Millionen € aus. Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Deckungssumme auf bis zu 50 Millionen € anzuheben.

Bedenken Sie auch, dass Eigenschäden nicht immer automatisch versichert sind. Deshalb ist es ratsam, sich vorab genauer zu informieren und Ihr Eigentum zusätzlich mitzuversichern.

2. Abgedeckte Schäden in der Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung

Informieren Sie sich bei Tipp-zum-Bau, wann die Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung für Schäden aufkommt.

Die Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung übernimmt auch Kosten für Umweltschäden, die bei der Befüllung eines Öltanks entstehen.

Schadensübernahme der Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung

Bei Gewässerschaden-Haftpflichtversicherungen gibt es unterschiedliche Tarife. Deshalb ist eine pauschale Antwort über den Umfang der Schadens-Übernahmen nicht möglich. Welche Schäden übernommen werden, klären Sie am besten mit Ihrer zuständigen Versicherung ab. Generell wird zwischen vier unterschiedliche Schadensarten differenziert:

  • Personenschäden.
  • Sachschäden.
  • Vermögensschäden.
  • Rettungskosten.

Personenschäden treten auf, wenn Menschen verstorben sind, verletzt wurden oder ihre Gesundheit geschädigt wurde. In diesen Fällen übernimmt die Versicherung Behandlungs-, Krankenhaus- und Schmerzensgeldkosten.

Sachschäden entstehen, wenn Sachen durch wassergefährdende Stoffe beschädigt oder zerstört wurden. Folglich kommt die Versicherung für Reparatur- und Wiederherstellungskosten auf. Dabei muss der vor dem Schaden existierende Zustand wiederhergestellt werden. Dazu zählen auch Reinigungskosten für verseuchte Gewässer und der Abtransport von verschmutzter Erde.

Wenn die geschädigte Person nicht in der Lage ist, arbeiten zu gehen und Geldeinbußen hat, spricht man von Vermögensverlust. Folglich übernimmt die Versicherung Kosten für den Verdienstausfall.

Rettungskosten werden ebenfalls übernommen. Dies geschieht unabhängig davon, ob die Rettung von Sachen oder Menschenleben erfolgreich verlief. Außerdem übernimmt die Versicherung Kosten für Rettungsmaßnahmen von Grundstücken und Gebäuden.

Achten Sie darauf, Ihre Anlage regelmäßig zu warten. Vernachlässigen Sie auf keinen Fall die Sicherheitsvorschriften und Reinigungsmaßnahmen. Ansonsten verlieren Sie die Ansprüche auf Kostenübernahme für Schäden.

Nicht versichert sind Schäden, die durch folgende Ursachen entstanden sind:

  • Vorsatz.
  • Krieg.
  • Innere Unruhen.
  • Kraft-, Luft- und Wasserfahrzeuge.

3. Wann lohnt sich eine Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung 

Eine Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung ist nicht zwingend erforderlich. Je nach individuellem Fall ist Ihre Anlage bereits durch die Privathaftpflichtversicherung mitversichert. Dies betrifft speziell Öltanks mit geringem Volumen.

Bei der Grundeigentümer-Versicherung, GEV, sind Öltanks in der Privathaftpflichtversicherung beitragsfrei mitversichert. Voraussetzung ist, dass sich die Öltanks im Keller befinden und das Fassungsvermögen maximal 10.000 Liter beträgt.

Achten Sie darauf, wie hoch das Fassungsvermögen bei Ihrer Versicherung maximal sein darf. Vergewissern Sie sich auch, ob Leistungsbeschränkungen für die Heizung bestehen. Um detaillierte Informationen zu bekommen, schauen Sie in Ihrem Vertrag unter der Rubrik Umweltschäden nach.

Grundsätzlich ist eine Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung sinnvoll, wenn Ihre Anlage:

  • In der Nähe eines Gewässers oder Trinkwasserschutzgebiets liegt.
  • Ein unterirdischer Tank ist.
  • Sich in einem Hochwasser-Risikogebiet befindet.

Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung für Vermieter

Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen bringen Gefahren mit sich. Deshalb sind für Vermieter von Wohngebäuden Gewässerschaden-Haftpflichtversicherungen empfehlenswert.

Wenn Sie als Vermieter das Gebäude mit Öl beheizen, schließen Sie eine Öltankversicherung ab. Am Ende des Jahres ist es Ihnen gestattet, Versicherungskosten auf die Mieter abzuwälzen.

Die Kosten werden der Kategorie Sach- und Haftpflichtversicherung zugeordnet. Denn nach Paragraph 2 Nr.13 der Betriebskostenvereinbarung dürfen Versicherungskosten für Öltanks auf die Mieter umgelegt werden.

Als Mieter achten Sie darauf, dass die Versicherungsprämie in der Nebenkostenabrechnung nicht doppelt ausgeführt wird. Die Kosten für die Versicherung dürfen nämlich nicht in die Heizkosten einkalkuliert werden.

4. Kosten für die Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung

Auf Tipp-zum-Bau erfahren Sie alles Wissenswerte über Kostenfaktoren einer Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung.

Die Kosten für eine Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung variieren.

Die Kosten für die Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung fallen unterschiedlich hoch aus. Daher ist eine pauschale Antwort nicht möglich. Ausschlaggebend für die Höhe der Kosten sind drei Faktoren:

  • Vereinbarte Deckungssumme.
  • Fassungsvermögen der Anlage.
  • Lage der Anlage.

Deckungssumme

Je größer die Deckungssumme ist, desto höher ist der jährlich zu entrichtende Versicherungsbeitrag. Wie bereits erwähnt wurde, reicht eine Deckungssumme von 3 Millionen € bei Hausbesitzern aus. Dennoch ist es möglich, Deckungssummen auf bis zu 50 Millionen € zu erhöhen.

Fassungsvermögen

In der Regel wird zwischen Tanks mit einem Volumen von 3.000, 5.000 und 10.000 Litern unterschieden. Klären Sie zuvor mit der Versicherung ab, ob eventuell die Privathaftpflichtversicherung für Ihren Tank ausreichend ist.

Lage

Grundsätzlich wird zwischen oberirdischen- und unterirdischen Tanks differenziert. Versicherungsbeiträge für oberirdische Tanks sind günstiger, weil Lecks früher bemerkt werden. Daher können eintretende Schäden im Keller sowie außerhalb des Gebäudes frühzeitig minimiert werden. Demgegenüber fließt Öl aus einem unterirdischen Tank wochenlang unbemerkt aus.

Kosten

Stiftung Warentest hat Preise für Öltankversicherungen verglichen. Demzufolge beträgt die günstigste Jahresprämie für einen oberirdischen Öltank mit 3.000 Litern 23 €. Die Versicherung enthält eine Deckungssumme von 3 Millionen €. Möglich sind Versicherungsbeiträge bis zu einer Höhe von 119 € im Jahr.

Ein unterirdischer Tank mit 10.000 Litern kann ab 50 € versichert werden. Denkbar sind auch Kosten bis zu 281 €.

5. Vorteile einer Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung

Informieren Sie sich hier über die Vorteile einer Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung.

Eine Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung bietet zahlreiche Vorzüge.

Eine Versicherung dieser Art ist für Besitzer von wassergefährdenden Stoffen vorteilhaft:

  • Schützt vor dem finanziellen Fiasko.
  • Unberechtigte Ansprüche werden durch rechtlichen Beistand abgewehrt.
  • Personen-, Sach- und Vermögensschäden sowie Rettungskosten werden im Schadensfall übernommen.
  • Absicherung von bis zu 50 Millionen € ist möglich.
  • Nutzen ist im Schadensfall größer als der Kostenaufwand für die Versicherung.



6. Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung – eine lohnende Investition

Der Abschluss einer Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung ist empfehlenswert. Sie bietet Ihnen Sicherheit und schützt Sie im Schadensfall vor unberechtigten Ansprüchen. Hinzu kommt, dass die Versicherung günstig ist und einen enormen Nutzen mit sich bringt.

In Ausnahmefällen reicht jedoch auch die Privathaftpflichtversicherung aus. Informieren Sie sich daher detailliert bei Ihrer Versicherung, ob Sie zusätzlich diese Versicherung abschließen sollten.