Wintergarten

Der Wintergarten

Ein Wintergarten bietet Ihren Pflanzen in den kälteren Jahreszeiten Schutz. Doch nicht nur das! Er dient Ihnen auch als Wohnraumerweiterung. Profitieren Sie von einem weiteren Zimmer, das zur Erholung und Entspannung einlädt. Der Wintergarten stellt Ihnen dazu viele Möglichkeiten bereit!

1. Was macht einen Wintergarten aus?

Was genau wird unter dem Begriff Wintergarten verstanden? Tipp zum Bau klärt diese Frage.


Eine von vielen Möglichkeiten, den Wintergarten zu Nutzen.

Der Wintergarten ist ein Glasbau, der direkt an ein Haus angebaut wird oder frei steht. Er dient zur Überwinterung von Pflanzen. Als komfortable Wohnraum-Erweiterung vermittelt er das Gefühl, mitten in der Natur zu wohnen. Durch die richtige Verglasung wird mit Hilfe der Sonnenenergie die Raumtemperatur erhöht.

Aber eine klare Definition gibt es nicht. Falls mit Ämtern, Wohnungsverwaltungen o.ä. gesprochen wird, hilft jedoch die Definition des Bundesverbands Wintergarten e.V. weiter. Diese beinhaltet folgende Punkte:

    • Der Wintergarten steht frei, ist direkt an ein Gebäude angebaut oder integriert.
    • Er ist gegen Regen, Luft und Wind abgedichtet und vom Außenraum abgetrennt.
    • Der Wintergarten wird abgegrenzt von der einfacheren Terrassenüberdachung.
    • Für die einzelnen Bauelemente werden die entsprechenden bautechnischen Regelwerke beachtet.
    • Bei Beheizung wird die EnEV (Energie-Einspar-Verordnung) eingehalten.

2. Der Wintergaten – unterschiedliche Typen

Tipp zum Bau erklärt Ihnen, welche Arten von Wintergärten unterschieden werden.

Der Wintergarten als Wohnraum-Erweiterung.

Typisch ist eine Einteilung in drei verschiedene Arten. Diese entsprechen den unterschiedlichen Möglichkeiten der Nutzung. Hier finden Sie den richtigen Typ für Ihren Traum-Wintergarten!

Kaltwintergarten

Der Kaltwintergarten ist gering bis gar nicht beheizt. Er dient zur Überwinterung nicht frostresistenter Pflanzen. Dafür braucht er eine bestimmte Mindesttemperatur. Eine weitere Bezeichnung ist „Sommergarten“: im Sommer dient dieser Typ auch als erweiterter Wohnraum.

    • Die Temperatur liegt zwischen 0° Grad und 12° Grad.

Mittelwarmer Wintergarten

Der mittelwarme Wintergarten ist eingeschränkt als Wohnraum nutzbar. Dabei ist er etwas wärmer als der Kaltwintergarten. Dafür wird er auch gering beheizt. Er eignet sich ebenfalls dazu, Pflanzen zu überwintern.

    • Hier herrscht eine Temperatur von 12° Grad bis 19° Grad.

Warmwintergarten

Im Warmwintergarten fühlen sich nicht nur wärmeliebende Pflanzen wohl. Er dient auch als Wohnraum-Erweiterung und wird ganzjährig zum Wohnen genutzt. Falls die Sonnenenergie nicht ausreicht, wird er beheizt.

    • Die Temperatur beträgt > 19° Grad.

3. Verschiedene Materialien für den Wintergarten

Tipp zum Bau erklärt Ihnen, aus welchen Elementen und Materialien der Wintergarten besteht.

Der Wintergarten besteht aus verschiedenen Materialien.

Der Wintergarten teilt sich auf in Fundament, tragende Konstruktionen und Verglasung. Dafür werden unterschiedliche Materialien benötigt. 

Fundament

Als erstes wird das Fundament gebaut. Es bietet dem Glasbau die nötige Stabilität und hält dem Gewicht des Wintergartens stand. Eine durchgehend betonierte Bodenplatte eignet sich optimal. Darunter liegt eine sogenannte Sauberkeitsschicht aus Kies. Dort werden alle nötigen Leitungen verlegt. Folgende Punkte machen ein gutes Fundament aus:

  • Das Auffrieren des Bodens wird verhindert.
  • Die Dämmung ist effektiv und somit kommt es nicht zu Wärmeverlusten.

Tragende Konstruktionen

Dafür stehen verschiedene Materialien zur Verfügung. Es ist möglich, diese miteinander zu verbinden. So profitieren Sie aus der Kombination der einzelnen Vorteile! Hier informieren wir Sie darüber, welche Vor – und Nachteile die einzelnen Materialien bieten:

MaterialVorteileNachteile
Holz• Ökologisch.
• Gut wärmedämmend.
• Besonderer Charme.
• Relativ teuer.
• Pflegeintensiv.
Kunststoff• Moderne Konstruktionen sind wärmedämmend.
• Günstig.
• Pflegeleicht.
• Nicht sehr stabil und tragfähig.
Aluminium• Witterungsbeständig.
• Stabil.
• Pflegeleicht.
• Kaum wärmedämmend.
Stahl• Sehr stabil.
• Günstig.
• Gering wärmedämmend.

Verglasung

Zunächst wird zwischen der ZweifachVerglasung und der DreifachVerglasung unterschieden. Dabei werden entweder zwei oder drei Glasscheiben miteinander verbunden. Dies dient einer guten Dämmung. Die Dreifach-Verglasung dämmt noch besser als eine Zweifach-Verglasung, dafür ist sie teurer.

Weiter gibt es Funktionsgläser. Wie der Name schon sagt, erfüllen diese verschiedene Funktionen. Oftmals werden sie jedoch auch miteinander kombiniert. Folgende Gläser lassen sich unterscheiden:

  • Das Isolier- bzw. Wärmeschutzglas ist sehr gut wärmedämmend.
  • Weniger Bruchgefahr wird durch das Verbundssicherheitsglas erreicht. Dieses ist bei einem Wohnwintergarten verbindlich vorgeschrieben!
  • Durch eine spezielle Schichtung putzt sich selbstreinigendes Glas mit Hilfe von Regenwasser und Sonne selbst.
  • Bestimmte Gläser sorgen für optimalen Sonnenschutz oder wirken schalldämmend.

4. Wie wird ein Wintergarten gestaltet?

Außengestaltung

Konstruktion

Die Konstruktion der Außenwände wird auf die des Dachs abgestimmt. Feinere Aluminium-Profile passen beispielsweise nicht gut zu einem schwerfälligerem Ziegeldach.

  • Das Material wird nach oben hin immer feiner gewählt.

Form

Die Form folgt dem Baustil des Hauses. Dies gilt es vor allem bei einem direktem Anbau zu beachten. Dabei gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. Der Wintergarten kann rund, halbrund, rechteckig, quadratisch, L-förmig oder auch mehreckig sein.

Größe

Auch die Größe wird dem Haus passend gestaltet. Am besten ist es jedoch, mindestens 12 bis 15 Quadratmeter einzuplanen. So bewegen Sie sich frei in Ihrem Wintergarten. Besonders die Benutzung spielt hierbei eine Rolle:

  • Handelt es sich um einen Wohnwintergarten?
  • Oder dient er nur zur Überwinterung einiger Pflanzen?

Dach

Bei der Außengestaltung wird auch das Dach mit einbezogen. Meistens wird ein Pultdach gewählt, das heißt es gibt nur eine geneigte Dachfläche. Die Neigung liegt typischerweise zwischen 5% und 55%.

  • Je geringer die Neigung gewählt wird, desto schlechter läuft Wasser ab.
  • Dies wirkt sich negativ auf die Selbstreinigung des Glases aus.
Tipp zum Bau hilft Ihnen bei der Gestaltung Ihres Wintergartens.

Eine Gestaltungsidee für Ihren Wintergarten.

Innengestaltung

Tür

Benötigen Sie eine Tür als Abgrenzung zum Haus? Dies kommt ganz darauf an, wie Sie Ihren Wintergarten nutzen! Bei einem Wohnwintergarten ist der Zugang meist dauerhaft offen. Bei einem Kaltwintergarten oder einem mittelwarmen Wintergarten ist eine (absperrbare) Tür durchaus sinnvoll.

  • Der Temperatur-Unterschied zwischen Glasanbau und Wohnhaus wird durch eine Tür geregelt.

Sonnenschutz

Für den richtigen Sonnenschutz gibt es viele Möglichkeiten. Oftmals werden innen Rollos, Jalousien oder Markisen eingebaut. Bestimmtes Funktionsglas schützt ebenfalls vor Sonnenlicht und -wärme. Dabei wird die Sicht nach draußen nicht verhindert. Natürlichen Schatten erzeugen Bäume, Büsche oder das eigene Haus.

  • Falls sich der Sonnenschutz innen befindet, wird von Innenbeschattung gesprochen.
  • Bei Außenbeschattung handelt es sich um außen angebrachten Sonnenschutz.

Lüftung

Eine Lüftung im Wintergarten ist wichtig. Dadurch wirken Sie einer Überhitzung im Sommer entgegen. Im Winter wiederum beugen Sie Probleme durch zu hoher Feuchtigkeit vor. Eine angemessene Be- und Entlüftung ist also notwendig. Die richtige Beschattung und Lüftung ergänzen sich ideal.

  • Bei Außenbeschattung wird die Luft 10 Mal pro Stunde gewechselt.
  • Ganze 20 Mal pro Stunde wird die Luft bei Innenbeschattung gewechselt.
  • Dafür ist eine automatisierte, elektronische Steuerung ideal.

Heizung

Oftmals wird ein Wintergarten beheizt. Dies dient nicht nur dazu, die richtige Raumtemperatur zu erreichen. Es beugt auch der Schimmelbildung vor. Drei verschiedene Möglichkeiten stehen zur Auswahl: Heizkörper, Fußbodenheizung oder Infrarotheizung. Aber ob eine Heizung notwendig ist, hängt ebenfalls von der Nutzung ab.

Der Kaltwintergarten bzw. mittelwarme Wintergarten wird wenig bis gar nicht beheizt. Diese Arten des Glasanbaus sind mit einer Tür vom Rest des Hauses abgetrennt:

  • Als eine Art Puffer helfen kalter und mittelwarmer Wintergarten dabei, Heizwärme zu speichern.

Der Warmwintergarten bzw. Wohnwintergarten hat ganzjährig eine höhere Temperatur. Durch Solarthermie heizt er sich größtenteils selbst. Dies funktioniert durch die Kraft der Sonne, die auf die Glaswände trifft. Trotzdem benötigt dieser Glasbau eine Heizung für die Tage, an denen die Sonneneinstrahlung nicht zur Beheizung ausreicht.

  • Direkt angrenzende Räume werden dank der Solarthermie oft mitgeheizt.
  • Der Wintergarten benötigt bei Beheizung das 3-4-fache der Heizleistung eines normalen Wohnraums.

Elektronische Klimasteuerung

Nutzen Sie den Vorteil einer elektronischen Klimasteuerung. Damit wird der Einsatz von Sonnenschutz, Lüftung und Heizung effizient kombiniert. Das perfekte Raumklima wird konstant gehalten.

Pflanzen

Für viele gehören zu einem wohnlichen und entspannenden Wintergarten die passenden Pflanzen. Hier kommt es ganz auf Ihre persönlichen Vorlieben an! Direkt im Fundament lassen sich Pflanzenbeete anlegen. Doch auch Kübelpflanzen fühlen sich wohl. Sie haben die Wahl zwischen vielen verschiedenen Gewächsen.

  • Mediterranen Pflanzen reichen im Winter Temperaturen von 6° bis 16° Grad.
  • Die Wintertemperatur von tropischen Pflanzen liegt bei 18° bis 23° Grad.

Möbel

Auch die passenden Möbel dürfen in einem wohnlichen Wintergarten nicht fehlen. Die Auswahl liegt hier ganz in Ihrer Hand. Ausschlaggebend ist, wie der Glasbau genutzt wird sowie der persönliche Geschmack.

5. Planung und Ausführung des Wintergartens

Die Planung und Ausführung des Wintergartens wird gut überlegt. Tipp zum Bau gibt Ihnen wertvolle Empfehlungen.

  Der Wintergarten wird ausführlich geplant.

Planung

Eine gute Planung ist wichtig. Falls beispielsweise bezüglich der verwendeten Materialien Fehler begangen werden, sind diese nur schwer behebbar. Sie verursachen auch hohe Kosten, die bei guter Planung jedoch vermieden werden. Stellen Sie sich auch die Frage, ob mit hohen Schnee- oder Windlasten zu rechnen ist.

Baugenehmigung

Jedes Bundesland hat für die Baugenehmigung des Glasbaus seine eigenen Regeln. Meistens ist jedoch für einen Kaltwintergarten ohne direkte Anbindung zum Haupthaus keine Genehmigung nötig. Gleiches gilt für einen Wintergarten, der lediglich als Gewächshaus dient. Unter einigen Voraussetzungen wird in jedem Fall eine Genehmigung benötigt:

  • Der Warmwintergarten wird als Erweiterung des Wohnraums genutzt.
  • Der Glasbau steht sehr nahe am Nachbargrundstück.

Fachmann

Der Fachmann berät Sie gerne zur optimalen Planung Ihres Wintergartens. Besonders bezüglich Materialwahl und technischer Ausstattung. Er weiß genau, auf was geachtet werden muss. Dabei geht er auf Ihre Wünsche und die Verwendung ein.

Do-it-yourself

Ein do-it-yourself-Projekt ist hier lediglich bedingt empfehlenswert. Dafür wird einiges an Erfahrung als Hobbyhandwerker gebraucht, aber es ist nicht unmöglich. Ratsam ist dies jedoch nur mit eingehender Planung und wirklichem handwerklichem Geschick!

  • Für eine gute Isolierung und Stromversorgung wird der Fachmann zu Rate gezogen.
  • Dies ist auch wichtig, um eventuelle Garantieansprüche geltend zu machen.

6. Energetische Aspekte bei einem Wintergarten

Tipp zum Bau gibt Ihnen wertvolle Informationen zu energetischen Aspekten des Wintergartens.

Wie umweltverträglich ist der Wintergarten?

Dämmung

Der Wintergarten benötigt eine komplette und gute Dämmung. Dabei kommt es vor allem auf die richtige Verglasung an. Falls es eine Tür zum Wohnraum gibt, wird auch diese gedämmt.

  • Wertvolle Heizwärme wird so in den kalten Jahreszeiten bewahrt.

Wärmepuffer

Meist stellt der Wintergarten einen Anbau an das Wohnhaus dar. Auch wenn es sich dabei um einen Kaltwintergarten handelt, dient er als Puffer. Es wird Heizwärme gespeichert. Somit trägt der Wintergarten dazu bei, Heizkosten zu sparen.

Ausrichtung

Norden

Nach Norden bleibt es im Sommer kühl. Die Ausrichtung führt dazu, dass im Winter unbedingt eine Heizung benötigt wird. Vor allem, da ansonsten keine wohnliche Temperatur erreicht wird.

Osten

Eine Ausrichtung nach Osten bringt schon morgens viel Sonne. Mit Hilfe eines Beschattungs- und Belüftungssystem bleibt der Wintergarten nachmittags kühl. Abends ist eventuell ein zusätzliches Heizen notwendig.

Süden

Bei einer südlichen Ausrichtung wird die maximale Sonnenenergie genutzt. Deshalb ist ein effektives Beschattungs- und Belüftungssystem notwendig. Von der hier erzeugten Wärme wird oftmals durch eine Heizkosten-Einsparung profitiert.

Westen

Ist Ihr Wintergarten nach Westen hin ausgerichtet, ist nicht nur eine passende Heizung notwendig. Auch eine passende Kühlung wird gebraucht. Im Sommer wird es tagsüber sehr heiß. Im Winter ist jedoch die Sonneneinstrahlung gering.

7. Der Wintergarten – Kosten

Wie viel wird für den Wintergarten ausgegeben? Tipp zum Bau gibt Ihnen eine Übersicht.

Die Kosten für den Wintergarten sind sehr unterschiedlich.

Baukosten

Für die Kosten spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Dazu zählen Form, Größe, Material, Baustil sowie die Nutzung. Der Preis fängt bei ca. 5000 € an und kann auf bis zu 40.000 € und mehr steigen. Durchschnittlich werden für einen Wintergarten zwischen 15.000 € und 20.000 € ausgegeben.

  • Der Kaltwintergarten befindet sich im unteren Preissegment.
  • Im oberen Preissegment lässt sich der Wohnwintergarten ansiedeln.

Betriebskosten

Heizkosten

Vor allem die Heizkosten sind zu beachten. Diese werden von unterschiedlichen Faktoren wie Ausrichtung und Benutzung beeinflusst. Durch die Solarthermie werden oftmals sogar Heizkosten eingespart. Der Wintergarten heizt sich auf und gibt Wärme an anliegende Räume ab. Oder er wirkt als Wärmepuffer. Falls der Glasbau beheizt werden muss, kommt es kurzzeitig zu höheren Kosten.

  • Insgesamt betrachtet führt ein Wintergarten nur zu einem geringen Anstieg der Heizkosten.

Wartung

Der komplette Glasbau sollte ein bis zwei Mal jährlich gewartet werden. Dazu gehört eine Grundreinigung und -pflege sowie eine Funktions- und Schadenskontrolle. Falls Reparatur- oder Einstellarbeiten vonnöten sind, holen Sie sich unbedingt einen Fachmann zu Hilfe.

  • Der Wartungsaufwand richtet sich nach dem Material.
  • Vor allem Holz braucht eine regelmäßige Wartung und gegebenenfalls neue schützende Anstriche.

8. Fazit: Viele gute Gründe für einen Wintergaten

Ein Wintergarten wird aus vielen guten Gründen gebaut. Einer davon ist die einfache und praktische Überwinterung Ihrer Pflanzen. Für Pflanzenliebhaber ist damit ein entsprechender Glasbau von großem Vorteil. Sie wissen ihre Gewächse das ganze Jahr über gut versorgt und erfreuen sich an ihnen.

Ein Gewinn ist die Erweiterung des Hauses um einen Wohnraum dank eines Wintergartens. Somit schaffen Sie sich Ihre ganz persönliche Wohlfühloase! Entspannen Sie sich in Ihrem optimal gestalteten Glasbau. Ganz gleich, ob Sie ihn als erweitertes Wohnzimmer, Esszimmer oder sonstigen Raum verwenden.

  • Genießen Sie es, ganzjährig mitten in der Natur zu sein.
  • Schaffen Sie sich den perfekten Wintergarten nach Ihren persönlichen Vorstellungen!