Verbundestrich

Verbundestrich – für einen belastbaren Boden

Der Begriff Verbundestrich beschreibt keine Estrichart, sondern die Konstruktionsart beim Verlegen des Estrichs. Auf Ihrem Weg dahin gibt es einige Entscheidungen zu treffen. Ausschlaggebend ist bei Verbundestrich vor allem, in welchem Raum Sie den Estrich verlegen. Auch die Art des verwendeten Estrichs spielt eine Rolle. Sind Sie auf der Suche nach einem belastbaren Boden, ist Verbundestrich eine verlässliche Wahl.

1. Wieso Verbundestrich?

Garagen und Keller tragen oft hohe Lasten. Als Bodenbelag eignet sich Verbundestrich daher besonders gut. Im Normalfall trägt ein Facharbeiter den Verbundestrich auf. Je nach Ihren Fähigkeiten ist es auch möglich, dies als Heimwerker selbst zu übernehmen. Verbundestrich ist aufgrund seiner Belastbarkeit mit einem geringen Eigenrisiko verknüpft. Dennoch gilt es, einige Informationen zu beachten, um Fehler bei der Verlegung zu vermeiden. Auf diese Weise haben Sie lange etwas von Ihrem Estrich.

2. Welche Räume für sich für Verbundestrich?

Verbundestrich eignet sich für Ihren Keller oder Ihre Garage. Darüber informiert Tipp zum Bau.

Räume mit stark belasteten Untergründen benötigen Verbundestrich.

Verbundestrich verwenden Sie für Böden, die großen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Er eignet sich daher besonders als Bodenbelag für Garagen und Werkstätte. Auch Kellerräume, die Sie nicht als Wohn- oder Hobbyräume verwenden, versehen Sie mit Verbundestrich. Besitzen Sie einen selten genutzten Nebenraum, wie beispielsweise ein altes Arbeitszimmer? Auch hier eignet sich Verbundestrich hervorragend. Ihr Verbundestrich hält so einiges aus:

  • Verbundestrich hat auch einen gewerblichen Nutzen. Nicht zuletzt unterstützt er den Fahrverkehr. Er ermöglicht dabei den Verkehr mit Transportgeräten.
  • Auch in Industrie- und Gewerbehallen, sowie bei Parkplätzen ist der Boden mit Verbundestrich belegt.
  • Für Wohnbereiche eignet sich Verbundestrich hingegen nicht. Denn er isoliert weder Schall noch Wärme. Allerdings bieten sich hier andere Estricharten wie Trockenestrich oder Nassestrich an.

3. Empfohlene Estricharten für Verbundestrich

Das Auftragen von Verbundestrich setzt eine ausführliche Kenntnisnahme über die unterschiedlichen Estricharten voraus. Der genutzte Estrich ist abhängig von dem Untergrund, auf dem Sie ihn auftragen. Für Verbundestriche stehen Ihnen verschiedene Arten von Estrich zur Verfügung.

Tipp zum Bau empfiehlt Zementestrich für als Verbundestrich für Ihren Boden.

Zementestrich eignet sich besonders als Verbundestrich.

Für die meisten Fälle ist Zementestrich jedoch die empfehlenswerte Wahl. Dieser besteht aus Zementschlämme, welche als Haftvermittler zwischen Estrich und Boden wirkt. Hartstoffestriche sind belastbarer, da sie mit Kunststoffzusätzen vergütet sind. Verbundestriche setzen Sie zusammen mit anderen Bindemitteln ein. Nutzen Sie hierzu folgende Mittel:

  • Anhydrit ist ein Gipsgestein. Es ist natürlich und wasserfrei. Fachleute gewinnen es oft aus dem Brennen und damit Entwässern von Gips. Jedoch kommt es ebenso als Nebenprodukt bei der Fluss-Säureproduktion vor.
  • Mit Gussasphalt erhalten Sie ein Gemisch aus feinen und groben Gesteinskörnungen. Auch sogenannte Bitumen (erhalten aus der Aufbereitung von Erdölen) sind enthalten.
  • Nutzen Sie Kunstharz, arbeiten Sie mit Kunstharzmörtel und synthetischem Reaktionsharz.
  • Stellen Sie mit kaustischen Magnesia, entstanden in Verbindung mit wässrigen Magnesium-Chlorid-Lösungen, Magnesia-Estrich her.

Verwenden Sie dabei das gleiche Material, wie das Ihres Bodens. Dies sorgt für ein stärkeres Haftvermögen. Damit ist Ihr Boden weniger anfällig für Dehnungsrisse. Hierzu eignet sich Nassestrich am besten. Insbesondere Zement- oder Gussasphaltestrich stellt eine hervorragende Wahl für Sie dar. Zementestrich beschichten Sie anschließend erneut. Nutzen Sie beispielsweise Fliesen oder eine geeignete Garagen-Bodenfarbe. Diese schützt den Estrich vor Außeneinwirkungen wie Schmelzwasser oder dem Weichmacher von Autoreifen.

Anhydritestrich

Diese Estrichart erfreut sich schon seit einigen Jahren an großer Beliebtheit bei Bauherren. Dies liegt vor allem an seiner kurzen Trockenzeit. Ein Boden mit Anhyditestrich verfügt über Wärmeleit- und Wärmespeicher-Fähigkeiten. Kombinieren Sie Ihren Boden deshalb gerne mit einer Fußbodenheizung. Der Verbundestrich verträgt sich jedoch schlecht mit Wasser. Nutzen Sie ihn deshalb nicht im Außenbereich. Denn bei Wasserkontakt wandelt er sich in Gips um. Die Konsequenz daraus ist, dass es zum Zerfall des Estrichs kommt.

Gussasphaltestrich

Diese Estrichart kommt nicht nur beim Straßenbau zum Einsatz. Nutzen Sie ihn ebenso im Innenbereich. Dort dient er als Untergrund von Belägen. Kombinieren Sie ihn zum Beispiel mit Fliesen und Parkett. Auch die Möglichkeit, ihn als Oberboden zu nutzen, bietet sich an. Die Estrichart ist unter anderem stabil und druckfest. Auch gegen mögliche Risse ist er durch seine Elastizität bestens gewappnet. Zudem eignet er sich ebenso als Trittschalldämmung. Bereiten Sie das Verlegen sorgfältig vor. Zunächst ist es nötig, den Gussasphaltestrich auf 300 bis 400 Grad Celsius zu erhitzen. Danach ist seine Verarbeitung relativ einfach. Auch die Verwertung in hohen Stockwerken ist schwierig. Dies erklärt sich durch die Nicht-Pumpfähigkeit des Asphalts.

Kunstharzestrich

Das Verlegen dieses Estrichs findet meist im Verbund statt. Die Estrichart hat den Vorteil eines nahezu fugenlosen Verlegens. Zudem ist der Estrich resistent gegen Verschleiß und Schlageinwirkungen. Zudem härtet er sehr schnell aus. Auch Feuchtigkeit, Wasser und verschiedene Chemikalien haben keinerlei Auswirkungen auf ihn. Seine Rezeptur-Abstimmung hingegen ist relativ aufwendig. Denn Fachleute stimmen die Rezeptur auf die individuelle Situation ab. Ebenso ist die die Zeitspanne der Bearbeitung temperatur-abhängig.

Magensiaestrich

Bereits im 19. Jahrhundert erfreute sich der sogenannte Steinholzestrich großer Beliebtheit. Heutzutage findet der Estrich Anwendung während Sanierungen oder ökologischen Bauens. Ein besonderer Vorteil vom Magnesiaestrich ist, dass er hochfest und sofort nutzbar ist. Magnesiaestrich ist ableitfähig und großflächig verlegbar. Sie haben zudem die Möglichkeit, ihn ohne Probleme einzufärben. Allerdings ist der Magensiaestrich feuchtigkeits-empfindlich. Zudem ist er im Laufe der Zeit korrosions-anfällig. Vermeiden Sie außerdem, dass er mit wässrigen Mörtel in Kontakt kommt. Folge solch einer Begegnung ist das Aufquellen des Estrichs.

Das Auftragen von Estrich

Oft tragen Sie den Estrich ohne weiteren Belag auf. Ein zusätzlicher Belag ist möglich und in einigen Fällen sogar empfehlenswert. Tun Sie das, falls Sie einen noch robusteren Boden benötigen. Wenn Sie auf einen Oberbelag verzichten, ist ein Schutzanstrich für den Verbundestrich besonders wirkungsvoll. Dieser sorgt darüber hinaus für eine einfachere Säuberung des Bodens. Im Folgenden erfahren Sie, auf was Sie beim Auftragen achten:

  • Schnellestrich trocknet in kürzester Zeit. Jedoch erfordert er eine erweiterte Fachkunde. Suchen Sie sich hier zusätzliche Hilfe.
  • Als Verbundestrich ist Gefälleestrich besonders gut geeignet. Mit ihm stellen Sie Gefälle im Boden her. Wenden Sie dies beispielsweise in Badezimmern an.
  • Gefälleestrich nutzen Sie ebenso im Außenbereich für Terrassen und Balkone. Tragen Sie hierbei den Estrich direkt auf die Betonplatten auf.
  • Ausgleichsestrich tragen Sie als zusätzliche Schicht auf den Untergrund auf. Bringen Sie ihn vor dem Basis-Estrich auf. Gleichen Sie mit Ausgleichsestrichs kinderleicht Unebenheiten im Boden aus.
  • Ausgleichsestrich ist besonders empfehlenswert, wenn Rohrleitungen oder Kabel auf dem Untergrund liegen. Diese betten Sie in den Ausgleichsestrich ein. Nutzen Sie zusätzlich Ausgleichsestrich. Dann gelten dieselben Ansprüche an seine Qualität wie für den Untergrund selbst.

4. Voraussetzungen für das Verlegen des Verbundestrichs

Um den problemlosen Verbund zwischen Estrich und Untergrund zu gewährleisten, sind einige Vorbereitungen erforderlich. Achten Sie besonders auf eine gründliche Reinigung des Bodens vor dem Auftragen des Estrichs. In einigen Fällen setzen sich bereits im Untergrund bestehende Risse im Estrich fort. Das liegt an der kraftschlüssigen Verbindung zwischen Estrich und Boden. Stellen Sie sicher, dass der Boden weder Risse noch Hohllagen aufweist. Denn Hohllagen führen sonst zu einer Lösung zwischen Estrich und Untergrund.

Ist die Oberfläche des Bodens nicht rau genug, sind zusätzliche Vorbereitungs-Maßnahmen erforderlich. Sorgen Sie zunächst für die gewünschte Beschaffenheit der Oberfläche. Zu diesem Zweck führen Sie eine professionelle Aufrauung aus. Diese Bearbeitung ist sehr wichtig. Denn bliebe dieser Umstand unbeachtet, ist dem Estrich nicht die nötige Haftungs-Möglichkeit gegeben.

  • Eventuell ist vor dem Auftragen des Estrichs ein teilweises Strahlen oder Fräsen des Bodens nötig. Entfernen Sie Reste von Mörtel, Öl oder Kraftstoffen.
  • Das Vornässen der Tragschicht ist in einigen Fällen ebenfalls notwendig. Größere Unebenheiten des Bodens entfernen Sie im Voraus. Realisieren Sie dies durch eine Ausgleichsschüttung.
  • Eine vorherige Dämmung ist nicht nötig. Abzuraten ist von einer Dämmung. Denn Verbundestrich eignet sich insbesondere für Keller und Garagen. Diese ist in den jeweiligen Räumen meistens nicht erforderlich.
Tipp zum Bau empfiehlt Ihnen einen Facharbeiter zum Verlegen des Verbundestrichs.

Ein Facharbeiter verlegt den Verbundestrich für Sie professionell.

Für einen stärkeren und nachhaltigeren Verbund ist eine Haftbrücke als Grundierung empfehlenswert. Diese ist aus einer Kunststoff-Dispersion oder -Emulsion herstellbar. Die Haftbrücke erschwert das Eindringen von Anmachwasser in den Boden. Während der Abbindephase des Estrichs verhindert sie außerdem einen zu starken Entzug des Wassers. Grundsätzlich ist die Beratung durch einen Facharbeiter äußerst empfehlenswert.

5. Anwendung des Verbundestrichs

Verbundestrich tragen Sie in den meisten Fällen im sogenannten Nass-Nass-Verfahren auf. Dabei tragen Sie den Estrich direkt auf den noch feuchten Untergrund auf. Den Verbundestrich verlegen Sie gleichmäßig und flächendeckend auf dem gesamten Boden. Die gleichzeitige Nässe von Boden und Estrich sorgen für eine starke Verbindung. Die Dauer des Trocknens ist in der Regel auf der Packungsanweisung angegeben. Beim Verlegen des Verbundestrichs bauen Sie einen Trennstreifen in Richtung der Wände ein. Legen Sie den Verbundestrich in gleichmäßiger Dicke aus. Die angemessene Verteilung des Estrichs über den gesamten Untergrund erfordert Sorgfalt. Nach Auftragen des Estrichs ziehen Sie diesen einfach an der Oberfläche glatt ab. Die erforderliche Nenndicke unterscheidet sich je nach Art des verwendeten Verbundestrichs.

  • Bei einschichtigen Zement-, Calciumsulfat-, Magnesia- oder Kunstharzestrichen beträgt die maximale Nenndicke 50 Millimeter.
  • Bei Gussasphalt-Estrichen liegt die Nenndicke dagegen zwischen 20 und 40 Millimeter.
  • Einschichtige Estriche von über 50 Millimetern Dicke eignen sich aufgrund der Verarbeitung normalerweise nicht.

Hierfür benötigen Sie eine angemessene Beschaffenheit des Estrichmörtels und das geeignete Einbaugerät. Dies ermöglicht eine ausreichende Verdichtung auch im unteren Bereich des Verbundestrichs. Durch sein Verbinden mit dem Untergrund, ist Verbundestrich anfällig für Verformungen des Bodens. Verbundestrich reagiert in einigen Fällen mit der Bildung von Rissen, Zug- oder Druckbildungen. So wie das Material sind auch die Verformungs-Eigenschaften von Estrich und Untergrund aufeinander abzustimmen. So verhindern Sie eine gegenseitige negative Beeinflussung. Das Verlegen des Verbundestrichs führt in der Regel ein Facharbeiter professionell durch. Im Gegensatz zu Estrich in Wohnbereichen ist fachmännische Hilfe jedoch nicht zwingend notwendig. Der Boden ist nach dem Trocknen des Estrichs sofort gebrauchsfähig. Es ist ebenfalls möglich, einen zusätzlichen Belag nach dem Trocknen aufzutragen. Alternativ ist es machbar, den Verbundestrich als Sichtestrich zu imprägnieren, beschichten oder versiegeln.

6. Nach- und Vorteile von Verbundestrich

Tipp zum Bau informiert Sie über die Nach- und Vorteile von Verbundestrich.

Nach- und Vorteile von Verbundestrich erhalten Sie hier auf einen Blick.

Verbundestrich ist günstiger als schwimmender Estrich. Er eignet sich bestens für Böden, die einer hohen dynamischen Belastung ausgesetzt sind. Seine Stabilität ist der Garant für ein solides Fundament. Verbundestrich ist leicht anzubringen. Grundsätzlich ist kein weiterer Bodenbelag wie etwa Fliesen, Linoleum oder Laminat nötig. Je nach Bedarf ist es jedoch auch möglich, den Estrich problemlos zu fließen. Der Estrich leitet alle Belastungen direkt auf den Boden weiter. Die Tragfähigkeit des Estrichs hängt daher von der des Untergrunds ab. Die Dicke des Estrichs bestimmt folglich nicht die Stärke der Tragfähigkeit des Bodens. Die erforderliche Nenndicke hängt von der Art des jeweils benutzten Estrichs ab. Für die Vorteile gilt demnach zusammengefasst:

  • Preislich gesehen schlägt Ihr Verbundestrich den schwimmenden Estrich um Längen.
  • Genießen Sie den Vorteil der einfachen Montage und schaffen Sie schnell einen stabilen Boden.
  • Sorgen Sie für einen soliden Untergrund, der sich durch Stabilität auszeichnet.
  • Ergänzen Sie Ihren Verbundestrich gerne bei Bedarf mit Fliesen.
  • Belastungen leitet er gekonnt auf den Boden.

Entgegen all diesen Vorteilen stehen ein paar Nachteile. Informieren Sie sich vorab, um die richtige Entscheidung für Sie zu treffen. Diese Nachteile des Verbundestrichs sind die Folgenden:

  • Er überträgt Schall deutlich leichter, da er in direktem Kontakt zum Untergrund ist.
  • Verbundestrich überträgt außerdem keine Wärme. Daher ist die Nutzung im Wohnbereich nicht zu empfehlen.

Ausschlaggebend für Ihre Kaufentscheidung ist vor allem die voraussichtliche Belastungshöhe Ihres Untergrundes. Bei einem wenig genutzten Keller ist diese deutlich geringer. Verwenden Sie in diesem Fall andere Konstruktionsarten. Diese sind leichter zu handhaben. Verbundestrich ist grundsätzlich für große Lasten tragende Räume zu empfehlen. In diesem Fall ist er die perfekte Wahl für Sie.

7. Kosten von Verbundestrich

Die Größe Ihres Bodens und der verwendete Estrich bestimmen die Kosten des Verbundestrichs. Dies stellt Tipp zum Bau dar.

Die Kosten für Verbundestrich sind von Material und Größe des Bodens abhängig.

Die Kosten von Verbundestrich hängen von diversen Faktoren ab. Er ist grundsätzlich günstiger als schwimmender Estrich. Je nach Größe des Bodens gibt es jedoch einiges zu beachten. Die Kosten hängen insbesondere von der Estrichart ab. Es lohnt sich, hierbei nach dem passenden Estrich für Ihren Raum zu suchen. Stellen Sie sicher, dass es zu keinen Komplikationen zwischen Estrich und Untergrund kommt. Die Kosten der Vorbereitungs-Arbeiten sind nicht an die Art des benutzten Verbundestrichs gebunden. Ein Facharbeiter berechnet die Bezahlung in der Regel pro Quadratmeter. Die Kosten betragen in der Regel vier bis neun Euro pro Quadratmeter. Je größer die Gesamtfläche des Bodens ist, desto geringer ist der Preis pro Quadratmeter. Fachbetriebe bieten oft entsprechende Rabatte an. Beachten Sie dies, um sich das günstigste Angebot zu sichern.

8. Fazit: deshalb ist Verbundestrich die richtige Wahl für Sie

Ihr neues Fachwissen über Verbundestrich ist sofort anwendbar. Nun wissen Sie einiges über Verbundestrich. Die Entscheidung fällt Ihnen damit leichter. Zusammengefasst gilt es die folgenden Punkte zu beachten:

  • Achten Sie darauf, dass der Untergrund Ihres Raumes geeignet ist. Für Garagen und Keller kommt er ebenso in Frage.
  • Vergewissern Sie sich, dass Schall- oder Wärmeschutz keine Voraussetzung für den Raum ist.
  • Richten Sie sich nach dem Material Ihres Bodens, um die passende Estrichart auszuwählen. Die Nenndicke hängt von der Art des Estrichs ab.
  • Auch wenn Verbundestrich nicht schwer zu verlegen ist, empfiehlt sich der Rat eines Facharbeiters.

Beachten Sie diese Punkte, stellt Verbundestrich eine optimale Wahl für Sie dar. Sie planen einen verlässlichen Boden für Ihre Garage? Haben Sie vor, andere Räume stabil zu machen, die große Lasten tragen? In diesem Fall ist die Verbundestrich-Methode die perfekte Wahl für Ihr Vorhaben.

9. Verbundestrich für Terrassen

Auch im Außenbereich eignet sich Verbundestrich für Ihren Boden. Darüber informiert Tipp zum Bau.

Im Außenbereich eignet sich Verbundestrich besonders für Terrassen und Balkone

Im Außenbereich verwenden Sie Verbundestrich normalerweise rein als Unterboden für Terrasse oder Balkon. Einen weiteren Oberbelag verlegen Sie anschließend auf dem Verbundestrich. Zement- oder Gussasphalt-Estriche sind zu diesem Zweck für Sie empfehlenswert. Diese sind besonders widerstandsfähig gegenüber äußeren Einwirkungen wie Frost oder Nässe. Die Trockendauer des Zementestrichs beträgt mehrere Wochen. Gussasphaltestrich ist dagegen bereit zum Verlegen, sobald er abgekühlt ist. Grundsätzlich hängt die Trockendauer von der Jahreszeit ab. Achten Sie darauf, den Oberbelag nicht zu früh aufzutragen. Dies verursacht Risse und andere Schäden. Vermeiden Sie außerdem Hohlräume zwischen den Belägen. Dringt in diese Wasser ein, kommt es bei Frost zum Platzen des Belags.

10. Verbundestrich – Haftbrücke anbringen als zusätzlicher Schutz

Eine Haftbrücke für Verbundestrich ist auf verschiedenen Arten von Böden problemlos einsetzbar. Dies gilt auch für glatte und dichte Untergründe. Ebenfalls eignet sie sich für Böden mit niedrigem Saugvermögen. Haftbrücken sind in der Regel in Außen- und Innenbereichen verwendbar. Achten Sie vor dem Anbringen der Haftbrücke auf die Säuberung und Trockenheit des Bodens. Entfernen Sie Verunreinigungen wie:

  • Staub.
  • Öl.
  • Fett.
  • Schmutz.
  • Trennmittel.
  • Lose Bestandteile.

Die Haftbrücke tragen Sie mit einer Deckenbürste oder einem Pinsel im Nass-Nass-Verfahren auf. Das Verdünnen ist in der Regel nicht mehr nötig. Eine Spritze eignet sich dafür ebenfalls. Tragen Sie in diesem Fall eine Schutzbrille. Seien Sie sich darüber bewusst, dass Sie die Trocknung durch eine höhere Temperatur begünstigen.

11. Verbundestrich – Risse im Boden sanieren

Risse im Untergrund entstehen oft während des Trocknens des Betons oder Estrichs. Zu hohe mechanische Belastung direkt nach dem Anbringen des Betons verursacht Risse. Genauso tut dies ein plötzlicher Temperatur-Wechsel. Identifizieren Sie die Ursachen der Rissbildung, um weiteren Schäden vorzubeugen. Hierbei ist von Vorteil, sich Hilfe bei einem Facharbeiter zu suchen. Die Sanierung läuft wie folgt ab:

  • Risse sanieren Sie durch Injektion mit Reaktionsharz. Mit einem Klebe- oder Schraubpacker füllen Sie die Risse vollständig auf.
  • Streuen Sie zusätzlich Quarzsand auf den Harz. So machen Sie ihn griffiger.
  • Entfernen Sie anschließend den überschüssigen Sand. Beseitigen Sie kleine Unebenheiten im Boden mit einem Feinspachtel.
  • Insbesondere im Außenbereich bessern Sie Risse schnell aus. Eindringende Feuchtigkeit verursacht weitere Schäden im Verbundestrich.

12. Fräsen des Untergrunds für Ihren Verbundestrich

Es besteht die Möglichkeit, als Heimwerker das Fräsen des Untergrunds selbst zu übernehmen. Durch Fräsen bereiten Sie den Boden besonders effektiv auf das Verlegen des Verbundestrichs vor. Neben großflächiger Bearbeitung reicht es oft aus, den Boden nur punktuell zu fräsen. Meistens ist es jedoch nötig, den Untergrund vollflächig zu fräsen. Die für das Fräsen genutzten Handgeräte schieben Sie einfach über den Untergrund. Alternativ verwenden Sie Kugelstrahl-Maschinen. Die Handhabung erfordert jedoch Übung und ist lediglich für Facharbeiter zu empfehlen. Durch Ausübung von Druck tragen Sie dadurch die oberste Schicht des Betons ab. So entfernen Sie Unebenheiten, Verschmutzungen, Öl und Überreste von Spachtel.

13. Verbundestrich – Vorbereitungen für das Fräsen

Fräsen Sie den Beton, nachdem er abgehärtet ist. Kleine Erhöhungen treten auch bei neuem Beton auf. Fräsen ist daher auch bei einem neuen Boden empfehlenswert. Befeuchten Sie den Untergrund vorher. So sind Unebenheiten leichter sichtbar. Erhöhte Stellen trocknen anschließend schneller. An der Helligkeit dieser Stellen erkennen Sie die Unebenheiten. Das Fräsen von Beton ist in der Regel ausgesprochen laut. Ein Gehörschutz ist empfehlenswert. Eine Schutzbrille und Handschuhe schützen Sie vor Staub und fliegenden Betonteilchen. Viele Fräsgeräte besitzen eine Vorrichtung zum Anschluss eines Industriesaugers. Nach dem Fräsen ist weiteres Schleifen und Polieren möglich. Damit gestalten Sie den Untergrund noch glatter. Nutzen Sie dies als Vorbereitung für das Verlegen des Verbundestrichs.

14. Verbundestrich – Schleifen des Untergrundes

Die Begriffe „Schleifen“ und „Fräsen“ sind nicht synonym. Trotzdem finden sie oft Einsatz als ebensolche Synonyme. Im Gegensatz zum Fräsen wird der Boden beim Schleifen nur gering abgetragen. Schleifen ist daher eher als Feinarbeit gedacht. Beim Schleifen von mineralischen Untergründen verwenden Sie Schleifteller. Diese sind mit Segmenten aus Diamanten besetzt. Den Untergrund schleifen Sie direkt nach dem Fräsen. So erhalten Sie eine glattere Oberfläche. Sie sparen Zeit und Kosten, da Sie beim anschließenden Verputzen eine dünnere Putzschicht benötigen. Schleifen macht den Betonboden widerstands-fähiger, da ihn dies mechanisch verdichtet. Achten Sie darauf, dass der Untergrund vor dem Schleifen trocken und besenrein ist.

15. Reinigung des Untergrunds

Für die gründliche Reinigung Ihres Bodens eignen sich diverse Reinigungsmittel. Tipp zum Bau informiert.

Vor Auftragen des Verbundestrichs empfiehlt sich eine gründliche Reinigung des Bodens.

Reinigen Sie den Untergrund vor dem Auftragen des Verbundestrichs gründlich. Neben Spezial-Reinigern eignen sich auch Anlauger und Entfetter zur Reinigung des Bodens. Für eine optimale Säuberung empfehlen sich Reiniger auf Alkohol- oder Lösemittel-Basis.

  • Die Lösung tragen Sie mit einer Bürste oder einem Schwamm auf dem Untergrund auf.
  • Ein Pinsel eignet sich ebenfalls bestens zu diesem Zweck. Lassen Sie die Lösung kurz einwirken, bevor Sie die Fläche mit klarem Wasser reinigen.
  • Auch mit nassem Schleifpapier beseitigen Sie vorhandene Verschmutzungen. Den Verbundestrich verlegen Sie erst, nachdem der Boden gründlich getrocknet ist. Überzeugen Sie sich von der geeigneten Tragfähigkeit des Untergrunds, bevor Sie den Verbundestrich auftragen.

16. Verbundestrich – Reinigung von hartnäckigen Verschmutzungen

Für einige bestimmte Verschmutzungen des Betonbodens benötigen Sie die passenden Reinigungs-Produkte. Bei Anwendung des falschen Produkts entsteht möglicherweise zusätzlicher Schaden. Unterscheiden Sie hierbei nach den Eigenschaften der Flecken:

  • Verschmutzungen durch Kalk entfernen Sie nicht durch Kalkreiniger. Dieser schadet dem Boden. Verwenden Sie ihn daher nicht für Beton. Benutzen Sie stattdessen einen Abschaber, um die Kalkflecken nachhaltig zu beseitigen.
  • Ölflecken beseitigen Sie mit regulärer Kernseife. Verdünnen Sie das Waschmittel vor der Verwendung stark genug. Geeignete Waschmittel enthalten Tenside und Phosphorsäure.
  • Eine Verunreinigung durch Säure erfordert besondere Vorsicht. Reinigungsmittel für Stein oder Marmor eignen sich hier am besten. Beachten Sie, dass auch Säfte oder essighaltige Lebensmittel, sowie Kaffee, Säureflecken verursachen.

17. Ausgleichsestrich und Verbundestrich – Anpassung der Höhe

Tragen Sie den Ausgleichsestrich vor dem Verbundestrich auf. Er eignet sich hervorragend zur Beseitigung von störenden Höhen-Unterschieden im Untergrund. Ausgleichsestrich umschließt Rohrleitungen und Kabel vollständig. Die Oberfläche wird durch Ausgleichsestrich gänzlich eben. Ausgleichsestriche sind für diverse Arten von Untergründen einsetzbar. Beachten Sie folgende Punkte zu Ausgleichsestrichen:

  • Achten Sie darauf, diese vorher sorgfältig zu reinigen.
  • Angaben bezüglich der Temperatur sind in der Regel auf der Verpackung angebracht.
  • Ausgleichsestriche sind in den meisten Fällen auch in Außenbereichen einsetzbar.
  • Sie sind oft zementgebunden. Alternativ bringen Sie sie als gebundene Schüttung an.

Bei der gebundenen Schüttung vermischen Sie das Schüttgut mit härtenden Bindemitteln und Wasser. Anschließend verlegen Sie es auf die tragende Oberfläche und verdichten es. Nachdem sie getrocknet ist, verhärtet sich die Schüttung.

18. Gefälleestrich auf Verbundestrich – mit Unterkonstruktion

Je nach Situation gibt es verschiedene Möglichkeiten, Gefälleestriche auf dem Verbundestrich einzubauen. Auf diese Weise erzeugen Sie einen Höhenunterschied. Zusammengefasst bedeutet das für Sie:

  • Eine Möglichkeit ist die Unterkonstruktion. Auf diese tragen Sie in gleichmäßiger Dicke den Verbundestrich auf.
  • Neben Fertig-Elementen ist es auch möglich, die Konstruktion selbst zu bauen. Hierfür verwenden Sie in der Regel feste Styroporplatten.
  • Eine fertige Konstruktion macht jedoch weniger Aufwand.

Vor dem Auftragen des Verbundestrichs machen Sie die Konstruktion beispielsweise durch Gips haftfähig. Ebenfalls ist es möglich, eine Verschalung aus Beton als Konstruktion zu benutzen. Dies ist allerdings deutlich aufwendiger. Sind die Gefälle höher als zwei Zentimeter pro Meter, ist die Konstruktion weniger stabil. Achten Sie deshalb auf ein gleichmäßig hohes Gefälle.

19. Gefälleestrich auf Verbundestrich – im Gefälle gegossen

Alternativ zur Unterkonstruktion besteht die Möglichkeit, den Estrich im Gefälle zu gießen. Entscheiden Sie je nach Situation, welche Methode Sie bevorzugen. Achten Sie darauf, dass der Estrich an der oberen Seite des Gefälles höher ist. Auf diese Weise ist die insgesamte Mindesthöhe der Konstruktion gegeben. Die Haltbarkeit des Verbundestrichs sorgt auch bei dieser Konstruktion für eine dauerhafte Festigkeit. Verbundestrich ist daher für diese Methode zu bevorzugen. Mit Gefälleestrich leiten Sie beispielsweise Regenwasser inklusive Schmutzpartikeln auf Balkonen und Terrassen ab. Der Neigungswinkel liegt idealerweise bei ein bis zwei Prozent. Achten Sie auf den korrekten Winkel, um die Spülfunktion des Gefälles zu steigern.

20. Verbundestrich – Hartstoffestrich für größere Belastbarkeit

Hartstoffestrich besteht aus regulärem Zementestrich. Diesen versehen Sie mit Zusätzen, die ihn ideal für sehr stark beanspruchte Böden macht. Große Lager- und Industriehallen nutzen in der Regel Hartstoffestriche. Er ist ebenfalls sehr widerstandsfähig gegenüber Oberflächen-Abrieb. Den Schleifverschluss des Verbundestrichs verringern Sie, indem Sie Hartstoffe hinzufügen. Diese sind unter anderem:

  • Natursteine.
  • Dichte Schlacken.
  • Metalle.
  • Elektrokorund.
  • Siliciumcarbid.

Hartstoffestriche tragen Sie einschichtig im Nass-Nass-Verfahren auf. Wenn Sie eine Dämm- oder Trennschicht verwenden, ist auch eine zweischichtige Ausführung möglich. Bei dieser liegt die Hartstoffschicht oberhalb und die Übergangsschicht darunter. Diese besteht in der Regel aus Zement. Die Mindestdicke des Hartstoffestrichs ist abhängig von den beigemischten Stoffen und der Festigkeitsklasse.

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