Umweltbilanz Fertighaus

Umweltbilanz Fertighaus

Eine gute Umweltbilanz ist der Ruf der Zeit. Mit einer guten Umweltbilanz für Ihr Fertighaus schonen Sie die Umwelt. Ökologische Baustoffe unterstützen die Gesundheit Ihrer Familie und beeinflussen diese positiv. Und schließlich sparen Sie damit Energiekosten. Auch die schnelle Bauweise trägt ihren Teil bei. Erfahren Sie nun alles über die günstigen Umwelteigenschaften Ihres Fertighauses und wie Sie dessen Bau fördern lassen.

1. Wie setzt sich die Umweltbilanz eines Fertighauses zusammen?

Für die Umweltbilanz eines Fertighauses wird dessen gesamter Lebenszyklus betrachtet. Hierbei ist der größte Posten der Umweltbilanz meist die Graue Energie. Die Graue Energie beinhaltet die Energie, die für folgende Aspekte anfällt:

Rohstoffe beeinflussen die Energiebilanz Ihres Fertighauses. Wollen Sie mehr darüber wissen, dann lesen Sie bei Tipp zum Bau.

Rohstoffe beeinflussen die Energiebilanz enorm.


Bei der Verarbeitung von Holz zum Fertighaus ist die CO2 Bilanz sehr positiv.

Rohstoffgewinnung

Zuerst erfolgt die Rohstoffgewinnung. Dies ist beispielsweise der Abbau von Kalkstein und Eisenerz oder Bäume werden gefällt. Danach wird der Baustoff weiterverarbeitet. Bei Holz beinhaltet dies das Zuschneiden und Trocknen. Dahingegen benötigt es mehrere Schritte um vom Rohstoff zu Beton oder Stahl zu gelangen. Dies wirkt sich auf die Umweltbilanz des Fertighauses negativ aus.

Energie für den Transport

Nachdem die Baumaterialien vorbereitet sind, werden diese transportiert. Je nachdem wo die Materialien abgebaut und verarbeitet werden, sind die Wegstrecken unterschiedlich lang. Je länger dieser Transport ist, so schlechter für die Umweltbilanz. Entsprechend des Fertighaustyps unterscheidet sich der Energieaufwand der Montage. Zum Beispiel benötigt der Aufbau Ihres Fertighauses nur etwa zwei Drittel des Energieaufwandes konventioneller Bauweisen.

Instandhaltung verbraucht Energie

Immer wieder allen Instandhaltungsarbeiten an. Das bleibt auch einem Fertighaus nicht erspart. Hierbei verwenden Sie auch Energie und neues Material. Manchmal wird altes Baumaterial ausgetauscht und muss entsorgt werden. Dies fällt auch in die Umweltbilanz Ihres Fertighauses.

Langlebigkeit spart Energie

Ist das Ende des Lebenszyklus eines Hauses erreicht, wird dieses zurückgebaut. Danach werden die Baumaterialien abtransportiert und entsorgt. Folglich benötigt der Abbau und die Entsorgung Energie. Während manche Baustoffe recycelt werden, sind andere nicht biologisch abbaubar. Auch diese Faktoren zählen in die Umweltbilanz von Ihrem Fertighaus.

Emissionen

Während der Nutzung des Fertighauses stehen die benötigte Energie und die Emission von Treibhausgasen im Mittelpunkt. Außerdem werden auch andere Emissionen in Luft, Gewässer und Boden, sowie die Nutzung von Wasser einkalkuliert. Als letztes werden diese Faktoren in Umweltbelastungspunkte umgewandelt, mit denen die Umweltbilanz errechnet wird.

Wie gut die Umweltbilanz Ihres Fertighauses ist, beeinflussen folgende weitere Faktoren:

  • Gebäudeform.
  • Standort.
  • Klimazone, in der das Fertighaus steht.
  • Innenklima.
  • Verluste über gedämmte Bereiche.
  • Verluste durch Undichtigkeiten.
  • Länge des Lebenszyklus.

2. Vergleich der Umweltbilanz: Fertighaus vs. Massivhaus

Bäume entnehmen der Atmosphäre jeden Tag Kohlenstoff und speichern dieses im Holz. Auch wenn Sie das Holz als Baumaterial weiterverwenden, bleibt der Kohlenstoff in diesem gebunden. Zudem wird bei der Verarbeitung von Holz die in ihm gespeicherte Energie bestehen. Somit hat Holz eine sehr geringe CO2-Bilanz. Hier finden Sie eine Übersicht:

  • Massivholz: – 88 kg CO²
  • Holzrahmen: – 45 kg CO²
  • Ziegel: + 57 kg CO²
  • Beton: + 82 kg CO²
Umweltfreundliches Bauen bei Tipp zum Bau. Die Energiebilanz Fertighaus ausführlich erklärt bei Tipp zum Bau.

Holz ist eine umweltfreundliche Ressource und verbessert die Umweltbilanz.

Ein Fertighaus aus Holz ist von der Erzeugung bis zur Entsorgung ein nachhaltiges Bauprojekt. So entstehen bei der Herstellung der benötigten Holzerzeugnisse keine schädlichen Abfälle. Zudem werden Späne, Restholz und Rinde stofflich und energetisch vollständig verwertet.

Somit ist die Umweltbilanz eines Fertighauses bereits vor Bezug besser als die eines Massivhauses.

Interessanter Fakt: Der Wald in Deutschland wächst schneller nach als Fertighäuser gebaut werden. Innerhalb von 23 Sekunden wächst so viel Holz nach, wie der Erbau eines 140 Quadratmeter Fertighauses benötigt.


3. Umweltbilanz Fertighaus im Blick: Die richtige Planung

Nicht nur die Erzeugung und Entsorgung eines Fertighauses hat eine gute Umweltbilanz, sondern auch das Wohnen selbst. Die Energieeffizienz eines Fertighauses hängt sehr stark mit der Dämmung zusammen. Hierbei dämmen unterschiedliche Baustoffe unterschiedlich gut. Der Wärmedurchgangskoeffiziente (U-Wert) gibt die Dämmungsgüte eines Baustoffs an.

Faustregel: Je geringer der U-Wert, desto besser die Dämmung.

Beim Vergleich der U-Werte verschiedener Materialien, ist eine Holzaußenwand die beste Wahl für eine gute Umweltbilanz. Die folgenden Werte gelten für 25 cm dicke Außenwände und sind in W/M2K angegeben.

  • Holz: 0,15-0,25
  • Mauerziegel: ca. 1,5
  • Beton: 3,3

Umweltbilanz von Fenstern

Außerdem wird auch für Fensterrahmen der U-Wert des Baumaterials benutzt. Dementsprechend lohnt es sich Holzrahmen für das Fertighaus zu verwenden.

Genauso haben Fensterscheiben  einen U-Wert. Sie beeinflussen auch die Dämmung des Fertighauses. Folgende Richtwerte sind ebenfalls in W/M2K angegeben.

  • Einfachfenster: 5,9
  • Doppelfenster: 3,0
  • Fenster mit Isolierglas: 2,8 – 3,0
  • Fenster mit Wärmeschutzglas: ca. 1,3
  • Fenster für Passivhaus: 0,5 – 0,8

Umweltbilanz verbessern mit guter Dämmung

Umweltbilanz Fertighaus:Ob Steinwolle, Glaswolle oder Styropor, mit Tipp zum Bau die passende Dachdämmung, Außendämmung, Innendämmung oder Fassadendämmung finden

Eine gute Dämmung verbessert die Umweltbilanz Ihres Fertighauses.

Zusätzlich zur Außenwand und den Fenstern verbessern Dämmmaterialien die Umweltbilanz. Naturdämmstoffe haben eine geringe Graue Energie und somit eine gute Umweltbilanz. Außerdem sind sie wasserdampfdurchlässig. Folglich beugt dies der Schimmelbildung im Fertighaus vor. Sehr gute Naturdämmstoffe sind Flachs, Hanf, Zelluloseflocken, Holzfaserdämmplatten u.a.

Nach der Wahl der Dämmung, entscheiden Sie sich für ein Heizsystem. Betreiben Sie dieses mit Hilfe von alternativen Energien, so ist dieses besonders umweltfreundlich, . Zudem verbessern Sie die Umweltbilanz Ihres Fertighauses durch die Installation einer Photovoltaikanlage. Ebenso nutzt ein Fertighaus mit großen Fenstern zur Südseite die Energie der Sonne.

Informationen zum Fertighaus mit Keller erhalten Sie ebenfalls bei Tipp zum Bau.

4. Aktuelle Trends beim umweltfreundlichen Fertighaus

Die hier genannten Fertighäuser glänzen durch Ihre ausgezeichneten Energiestandards und die sehr gute Umweltbilanz. Nachfolgend genannte Hausarten lassen sich auch durch Massivhäuser realisieren. Trotzdem haben Fertighäuser wegen der positiven Eigenschaften von Holz einen energetischen Vorteil bei der Umsetzung.

Passives Fertighaus

Ein Passivhaus erfüllt unter anderem folgende Standards:

  • Der Heizenergieverbrauch des Fertighauses liegt unter 15 kWh/m.
  • Die maximale Heizlast des Fertighauses beträgt 10 W/m2.
  • Das Fertighaus hat einen Primärenergiebedarf von maximal 40 kWh/m2.

Außerdem ist das Fertighaus nach Süden ausgerichtet. Die Fenster sind mit Dreifachverglasung ausgestattet und eine Wärmepumpe ist eingebaut.

Die Vorteile eines Passivhauses sind beachtlich:

  • Sie sparen zirka 90% der Heizkosten ein.
  • Durch den deutlich geringeren CO2 Ausstoß ist das Passivhaus umweltfreundlicher als ein Massivhaus.
  • Es gibt kaum Nebenkosten.
  • Das Fertighaus hat keine kalten Wände.
  • Es entsteht im Fertighaus keine Zugluft.
  • Das Fertighaus hat ein gutes Raumklima.
  • Der Lichteinfall der Sonne wird sehr gut genutzt.
  • Die Raumtemperatur ist sowohl im Sommer als auch im Winter konstant.
  • Es gibt nur ein geringes Risiko für Schimmelbildung im Fertighaus.

Die Mehrkosten gegenüber einem Massivhaus liegen bei zirka 10%.

Plusenergiehaus

Machen Sie Ihr Haus mit Solarpanels umweltfreundlich. Das beeinflusst die Umweltbilanz Ihres Fertighauses positiv.Tipp zum Bau zeigt Ihnen wie.

Regenerative Energien sind gut für die Umweltbilanz.

Ein Plusenergiehaus ist ein Energiesparhaus, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht. Dies ist mit einer sehr guten Dämmung und dem Einsatz von erneuerbaren Energien möglich. Die überschüssige Energie wird unterschiedlich genutzt: Zum Beispiel können Sie ein Elektroauto aufladen. Eine andere Möglichkeit ist die Energie ins staatliche Netz einzuspeisen.

Die Vorteile eines Plusenergiehauses sind folgende:

  • Es gibt keine energiebezogenen Nebenkosten.
  • Durch die Einspeisung von Energie ins staatliche Netz haben Sie Nebeneinnahmen.
  • Der Lichteinfall der Sonne wird sehr gut genutzt.
  • Das Fertighaus benötigt keine Heizung.
  • Die Umweltbilanz des Fertighauses ist positiv.
  • Die Umwelt wird geschützt.
  • Es werden gesunde Baumaterialien für Ihr Fertighaus verwendet.

Die Mehrkosten eines Plusenergiehauses sind zirka 15-30% über denen eines Massivhauses.

KfW-Effizienzhaus (KfW 55, 40 & 40 Plus)

Tipp zum Bau - Energie und Effizienz. Die KfW fördert Ihr Fertighaus und damit die Umweltbilanz.

Je umweltfreundlicher Ihr Fertighaus ist, desto besser die Einstufung.

Um ein KfW-Effizienzhaus einzustufen, wird ein Referenzhaus „KfW 100“ als Ausgangpunkt genommen. Das Referenzhaus hat den Energieverbrauch eines durchschnittlichen sanierten Altbaus. Der Energiebedarf des Hauses wird mit dem KfW 100 verglichen und dementsprechend eingestuft.

Beispielrechnung:

Ihr Fertighaus ist ein KfW 55. Die Rechnung funktioniert wie folgt:

100 – 55 = 45.

Ihr Fertighaus benötigt 45% weniger Energie als das Referenzhaus. Je kleiner Ihre KfW Zahl, desto weniger Energie benötigt das Fertighaus.

Ein KFW 40 Plus Haus verfügt außerdem über eine Anlage zur Gewinnung von alternativer Energie.  Es hat auch einen Energiespeicher.

Ihre Vorteile mit einem KfW-Effizienzhaus sind:

  • Sie schonen die Umwelt.
  • Ihre Energiekosten sind geringer.
  • KfW 55, 40 und 40 Plus werden gefördert.
  • Bessere Verkaufschancen beim Auszug.

Die Mehrkosten unterscheiden sich nach Effizienzklasse. Bei KfW 55, KfW 40 oder KfW 40 Plus belaufen sie sich auf etwa 7,5 -13,5%.

3-Liter-Fertighaus

Das 3-Liter-Haus lehnt sich an das Konzept des 3-Liter-Autos an. Das 3-Liter-Auto ist die Zielvorgabe für sparsame Mobilität. Für das Haus beziehen sich die drei Liter auf den Energiegehalt von 3 Liter Heizöläquivalent. Dies ist gleichzusetzen mit einem Energieverbrauch von 30kWh pro Jahr und Quadratmeter.

Das 3-Liter-Haus ist nicht eindeutig definiert. Deswegen wird es in das KfW-Effizienzhausstandard umgerechnet. Hierbei werden 3-Liter-Häuser zwischen KfW 40 und KfW 55 eingruppiert.

5. Für wen lohnt sich ein umweltfreundliches Fertighaus?

Die hier genannten Zahlen beinhalten bereits Förderungen (Stand August 2020).

Passivhaus: Wann sich die höheren Baukosten auszahlen, ist unterschiedlich. Ein Faktor ist der Anteil an regenerativen Energien. Ein weiterer Punkt ist wie sich der Energiepreis entwickelt. Rechnen Sie mit zirka 10 bis 12 Jahren.

Plusenergiehaus: Wann sich die höheren Baukosten amortisieren, ist auch hier unterschiedlich. Wie auch beim Passivhaus bestimmen der Anteil regenerativer Energien und die Entwicklung des Energiepreises die Zeitspanne. Als Richtwert gilt: Das Investment rentiert sich nach frühestens 11 Jahren.

KfW-Fertighaus: Da es verschiedene KfW Effizienzklassen gibt, lohnt sich das Investment unterschiedlich schnell. Bei einem KfW 55 Effizienzhaus amortisieren sich die Mehrkosten nach zirka 10 Jahren. Bei einen KfW 40 und KfW 40 Plus Effizienzhaus dauert dieser Ausgleich länger. Da sich die Förderbedingungen und Fördermengen regelmäßig ändern, informieren Sie sich genau.

6. Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Tipp zum Bau informiert Sie über Fördermöglichkeiten des Fertighauses. Auch die Umweltbilanz ist dafür maßgeblich.

Für Fertighäuser mit guter Umweltbilanz gibt es attraktive Förderungen.

Abhängig von der Art Ihres energieeffizienten Fertighauses, stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Über die KfW stehen Ihnen Förderkredite mit einem Sollzins ab 0,75% pro Jahr zur Verfügung. Für ein KfW 55 Effizienzhaus winkt ein Tilgungszuschuss von bis zu 18.000 EUR. Bei einem KfW 40 rechnen Sie mit bis zu 24.000 EUR. Für ein KfW 40 Plus Effizienzhaus, ein Plusenergiehaus und ein Passivhaus gibt es bis zu 30.000 EUR.

Wenn Sie eine Photovoltaikanlage verbauen, wird diese unterschiedlich gefördert. Hierzu gibt es mehrere Förderprogramme, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind.

Ein umfangreicher Beitrag informiert Sie über Fertighaus Förderung.

7. Fazit zur Umweltbilanz bei Fertighäusern

Allein durch Ihre Entscheidung für ein Fertighaus aus Holz tun Sie der Umwelt etwas Gutes. Sobald Sie diese treffen, ist der Schritt zu einem ökofreundlichen Fertighaus nicht mehr weit. Je umweltfreundlicher Sie Ihr Zuhause gestalten, desto höher sind die Mehrkosten.  Dahingegen gleicht der niedrigere Energiebedarf dies langfristig aus.

Verfügt Ihr Fertighaus über eine gute Umweltbilanz, so wird dies belohnt. Informieren Sie sich deswegen über Förderungen und Zuschüsse. Diese werden laufend angepasst. Deshalb sind aktuelle Zahlen sehr wichtig. Bringen Sie sich auf den aktuellen Stand bei Ihrer Förderbank.

Ein Tipp zum Schluss: Sie kommen um einen Energieberater nicht herum. Das ist auch gut so! Denn er leitet Förderung in die Wege und stellt den Energieausweis aus.

8. Das Fertighaus als Ökohaus für die Umweltbilanz

Die Umweltbilanz Ihres Fertighauses ist Ihnen besonders wichtig? Dann gehen Sie einen Schritt weiter und entscheiden Sie sich für ein Ökohaus. Denn dieses besteht fast ausschließlich aus natürlichen Baustoffen und schadstoffarmen Materialien.

Nachfolgend die Anforderungen an ökologische Baustoffe. Alle diese Kriterien sind gut für die Umweltbilanz eines Fertighauses.

  • Es handelt sich um einen nachwachsenden Rohstoff aus der Natur.
  • Der Aufwand für die Gewinnung und Verarbeitung ist gering.
  • Die zurückgelegten Transportwege sind kurz.
  • Die Verarbeitung ist schadstofffrei.
  • Am Ende des Lebenszyklus eines Fertighauses ist die Entsorgung der Baustoffe umweltneutral.

Zusätzlich erfolgt der Energiebezug Ihres Fertighauses aus regenerativen Energiequellen. Dies wirkt sich auch sehr gut auf die Umweltbilanz aus.

Wichtig: Die Planung eines ökologischen Fertighauses ist sehr aufwändig. Zudem ist es teuer in der Anschaffung. Berechnen Sie wie lange Sie brauchen, um die Kosten wieder einzunehmen.

Dennoch: Der Gewinn den Sie für Umwelt, Gesundheit und die Zukunft Ihrer Familie erzielen, lässt sich nicht nur in barer Münze aufrechnen.

9.  Ein Plus für die Umweltbilanz: Sonnenverlauf nutzen

Die Ausrichtung Ihres Fertighauses beeinflusst die Umweltbilanz positiv. Orientieren Sie sich hierzu am Sonnenverlauf. Denn Räume im Süden und Westen profitieren am meisten von der Sonnenenergie. Deswegen planen Sie viel genutzte Räume auf diese Seite des Fertighauses. Damit sparen Sie Heizkosten. Dementsprechend platzieren Sie wenig genutzte Räume auf der Nordseite. Diese bekommen nämlich keine direkte Sonneneinstrahlung.

Richten Sie den Sonnenfirst in Ost-West Richtung aus. Dadurch haben Sie eine perfekte Nutzung der Sonnenenergie auf der Südseite. Falls Ihr Fertighaus eine Photovoltaikanlage besitzt, nutzt diese die Sonnenenergie somit optimal.

Falls diese Ausrichtung des Fertighauses wegen Bauvorschriften nicht erlaubt ist, reden Sie mit dem Bauamt.  Argumentieren Sie Ihr Ziel eine gute Umweltbilanz für das Fertighaus zu erreichen. Manchmal lassen sich so Ausnahmegenehmigungen erwirken.

10. Die Ausrichtung des Fertighauses mit Blick auf die Jahreszeiten

Nutzen Sie die Jahreszeitenz. Tipp zum Bau hilft Ihnen dabei die Umweltbilanz Ihres Fertighauses zu verbessern.

Jahreszeiten beeinflussen den Energieverbrauch

Beziehen Sie auch die Jahreszeiten in die Planung Ihres Fertighauses ein. Je nachdem, ob Sommer oder Winter, profitieren verschiedene Hausseiten von der Sonnenenergie. Im Sommer bekommen die Räume im Westen Ihres Fertighauses die meiste Sonne ab. Dafür sind es im Winter die Räume auf der Südseite Ihres Fertighauses.

Im Winter wird mehr Energie zum Heizen im Fertighaus benötigt. Trotzdem ist eine gute Umweltbilanz möglich. Planen Sie deswegen Ihr Fertighaus so, dass die Sonnenenergie im Winter optimal genutzt wird. Zu dieser Jahreszeit steht die Sonne sehr tief. Achten Sie dementsprechend darauf, dass bauliche Hindernisse oder Bäume die Sonneneinstrahlung nicht behindern.

11. Die Umweltbilanz profitiert von einer Photovoltaikanlage für Ihr Fertighaus

Solarzellen wandeln Sonnenenergie in Strom um. Sind die Solarzellen hintereinander oder parallel geschaltet bilden sie ein Photovoltaikanlage.

Photovoltaikanlagen eignen sich für fast jede Dachform. Die ideale Neigung beträgt 30-45°. Am wichtigsten ist jedoch, dass die Dachflächen vom Fertighaus wenig im Schatten sind. Dadurch wird die Stromerzeugung optimal. Da jede Dachform eine Photovoltaikanlage ermöglicht, passt Sie auch zu Ihrem Fertighaus.

Solarmodule haben nur ein geringes Eigengewicht. Somit beeinflussen sie die Statik des Fertighauses nicht. Außerdem benötigen Sie keine bauliche Genehmigung für die Anbringung. Es ist also ganz einfach mit Hilfe einer Photovoltaikanlage die Umweltbilanz Ihres Fertighauses zu verbessern.

Den selbst erzeugten Strom nutzen Sie entweder tatsächlich selbst oder speisen ihn ein. Was für Sie finanziell sinnvoller ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Entweder Sie sparen Stromkosten beim Fremdbezug oder Sie verdienen Geld. Wenn Sie den Strom einspeisen, profitiert die Umweltbilanz eines anderen Hauses. Denn dies ist sauberer Strom. Achten Sie am besten auch beim Bezug von Fremdstrom auf dessen Herkunft.

Während Sie Ihr Fertighaus planen, ist es unkompliziert eine Photovoltaikanlage hinzuzufügen. Meist ist die Fertighausfirma auch der richtige Ansprechpartner für dieses Thema.

Die Frage nach den Kosten ist nicht pauschal beantwortbar. Denn die Kosten hängen von der Größe der Photovoltaikanlage ab. Die Größe wiederum hängt davon ab, welcher Anteil des Strombedarfs gedeckt wird. Dessen ungeachtet bietet die KfW Förderungen für Photovoltaikanlagen an.

12. Batteriespeicher für das Fertighaus

Speichern Sie gewonnene Energie und besseren Sie die Umweltbilanz des Fertighauses auf. Tipp zum Bau erläutert den Batterienspeicher.

Speichern Sie die gewonnene Energie.

Ist Ihr Fertighaus ein Plusenergiehaus oder KfW 40Plus, brauchen Sie einen Batteriespeicher. Aber auch in anderen Fällen lohnt sich das Investment. Denn ein Batteriespeicher ermöglicht es die Energie aus Ihrer Photovoltaikanlage zu einem anderen Zeitpunkt zu verwenden. Falls Sie keinen Speicher haben, nutzen Sie lediglich 25-30% des Stroms Ihrer Anlage. Der Großteil der Energie für Ihr Fertighaus wird mittags erzeugt. Wenn Sie einen Batteriespeicher haben, erhöht sich die Nutzung der regenerativen Energie auf 50%. Damit verbessert sich deutlich auch die Umweltbilanz des Fertighauses.

Die Anschaffung eines Batteriespeichers lohnt sich finanziell nur, wenn Sie eine Förderung nutzen. Dies liegt an den hohen Anschaffungskosten. Die Preisunterschiede auf dem Markt sind sehr groß. Berücksichtigen Sie jedoch nicht nur den Anschaffungspreis, sondern auch den Lebenszyklus des Speichers. Damit sich der Kauf eines Batteriespeichers lohnt, beträgt seine Lebensdauer ungefähr 20 Jahre. Für die Umweltbilanz des Fertighauses rentiert sich das Investment bereits von Anfang an.


Kaufen Sie Ihre Photovoltaikanlage und Batteriespeicher gleichzeitig? Ist der Batteriespeicher eine Nachrüstung für das Fertighaus? Diese Kaufentscheidung beeinflusst die Kosten. Denn kaufen Sie beide Komponenten zusammen, können Sie sich die Umsatzsteuer zurückholen.

13. Tipps und Tricks bei der Holzhausplanung

Tipp-zum-Bau berät Sie beim Kauf Ihres Fertighauses. Die Umweltbilanz haben Sie dabei im Blick.

Ein Traum wird wahr!

Ungefähr 90% Ihres Lebens verbringen Menschen in Ihrem Haus. Deswegen ist es wichtig, dass Ihr Fertighaus eine gesunde Gebäudehülle hat. Holzfaserdämmstoffe sind gesünder als Steinwolle bei der Dämmung der Holzwand. Auch die Umweltbilanz des Fertighauses profitiert davon. Denn Holzfaserdämmwolle hat eine geringere Graue Energie.

Planen Sie für Ihr Fertighaus aus Holz nicht gleich einen Keller. Es gibt eine Alternative, die Geld spart. Holzwände haben bei geringerer Wandstärke die gleiche Dämmwirkung wie konventionelle Baustoffe. Für die Fläche des Fertighauses heißt das konkret: Holzhäuser gewinnen gegenüber konventionellen Einfamilienhäusern ca. 13 qm. Also planen Sie anstatt eines Kellers einen Ersatzraum ein.

14. CO2 Einsparpotenzial beim Fertighaus aus Holz

Die Umweltbilanz gewinnt, wenn Sie CO2. einsparen. Das Bauen mit Holz ist der effizienteste Weg, um beim Hausbau CO2 zu sparen. Wenn alle Neubauten aus Holz wären, läge das CO2-Einsparpotential bei 6,5 Millionen Tonnen. Pro Haus sind dies 80 Tonnen CO2. Deswegen erfreuen sich Holzhäuser zunehmender Beliebtheit.

Beim Bau Ihres Fertighauses gibt es unzählige Möglichkeiten Holz einzusetzen:

  • Dachstuhl und Holzdecken.
  • Holzfenster und Holztüren.
  • Parkett- und weitere Holzböden.
  • Holzbalken, Holzträger- und stützen.
  • Holzverkleidungen.
  • Schuppen, Scheune und Gartenhaus.

15. Eine Heizanlage mit Wärmepumpe für Ihr Fertighaus

Eine Wärmepumpe-Heizanlage verbessert die Umweltbilanz Ihres Fertighauses. Dabei stammen 75% der Energie aus der Umwelt. Die Wärmepumpe zapft Erdwärme, Energie im Grundwasser und in der Luft an. Danach bringt die Pumpe diese auf ein nutzbares Energieniveau. Zuletzt speist die Heizanlage diese Energie in den Heizkreislauf.

Für Ihr Fertighaus stehen verschiedene Pumpenarten zur Verfügung. Nicht jede Pumpe ist mit allen Energiequellen kombinierbar. Welche Pumpe für Ihr Fertighaus die richtige ist, hängt vom Bauplatz ab. Beispielsweise benötigt eine Wärmepumpe, die Erdwärme anzapft, unversiegelte Flächen. Im Gegensatz dazu braucht eine Wasserpumpe eine wasserrechtliche Genehmigung. Eine Pumpe, die die Energie in der Luft verwendet, wird durch Lärmschutzvorschriften reguliert.

Die Kosten für eine Wärmepumpe-Heizanlage setzen sich aus mehreren Posten zusammen:

  • Die Wahl der Wärmpumpe für das Fertighaus.
  • Die Erschließung der Energiequelle.
  • Welche Leistung ist gewünscht?
  • Wieviel Strom wird für die Wärmepumpe benötigt. Hierfür gibt es auch vergünstigte Wärmepumpenstromtarife.
  • Laufende Betriebskosten.

Für Wärmepumpen gibt es außerdem Förderprogramme des Staates. Ihr Energieberater hat alle Fördermöglichkeiten für Sie im Blick.

16. Dämmung Ihres Fertighauses mit ökologischen Baustoffen

Es gibt gute Gründe das Fertighaus mit ökologischen Baustoffen zu dämmen. Zum Beispiel verbauen Sie dann keine Schadstoffe in Ihre Wände. Außerdem ist das Dämmmaterial recyclebar. Damit hat es eine geringe Graue Energie. Dies ist gut für die Umweltbilanz des Fertighauses. Auch in der Güte der Dämmung stehen ökologische Baustoffe den konventionellen in nichts nach.

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht von ökologischen Baustoffen. Hierbei beschreibt die Wärmeleitfähigkeit, wie gut ein Stoff Wärme leitet. Dementsprechend besagt der Wert, wie gut sich der Baustoff zur Dämmung eignet. Faustregel: Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung.

BaustoffWärmeleitfähigkeit W/(m*K)
Blähton0,10-0,16
Flachs0,040-0,045
Hanfdämmung0,040-0,045
Holzfaserdämmplatten0,040-0,055
Kokosfaser0,040-0,050
Kork0,045-0,055
Perlite0,05-0,07
Schilf und Napiergras0,055
Zellstoffverbundelement0,04
Zelluloseflocken0,040-0,045

Nichtsdestotrotz haben ökologische Dämmstoffe einen bedeutenden Nachteil: Wie so oft sind diese teurer als konventionelle Dämmstoffe.

17. Mit Dachdämmung die Umweltbilanz für das Fertighaus beeinflussen

Über das oberste Geschoss im Fertighaus, meist der Dachboden, geht häufig viel Wärme verloren. Denn Wärme steigt nach oben. Zudem wird zu oft bei der Dämmung gespart. Dies ist nicht nur finanziell schädlich, sondern auch schlecht für die Umweltbilanz. Dabei ist eine gute Dämmung auch für Laien einfach umsetzbar. Verschenken Sie kein Geld und dämmen Sie die Geschossdecke Ihres Fertighauses.

Teilen Sie hierzu das Geschoss in einen begehbaren und nicht begehbaren Bereich auf. Der begehbare Bereich wird später eine Druckbelastung ab 100 Kilo Pascal aushalten. Somit sind die Dämmstoffe dort teurer. Verwenden Sie für die verschiedenen Bereiche unterschiedliche Dämmstoffe. Denn nicht überall ist einheitliche Qualität nötig. Dadurch sparen Sie Geld. Achten Sie aber darauf, dass beide Stoffe dieselbe Wärmeleitstufe und Dämmstärke haben.

18. Ein Fertighaus umweltfreundlich Heizen

Nachfolgend finden Sie drei Vorschläge wie Sie Ihr Fertighaus umweltfreundlich beheizen.

Das Fertighaus mit Holz beheizen

Holz ist CO2 neutral und gut für die Umweltbilanz. Insbesondere Holzpellets eignen sich als Brennstoff. Diese werden aus Abfallprodukten bei der Holzverarbeitung hergestellt. Zwar ist die Anschaffung eines Pellet-Ofens teuer, dafür ist das Brennmaterial sehr günstig. Trotz der guten Umweltbilanz für den C02 Ausstoß hat Holz einen Nachteil. Beim Verbrennen werden Stickstoffoxide und Feinstaub erzeugt.

Das Fertighaus mit Hilfe einer Wärmepumpe beheizen

Die Wärmepumpe in Ihrem Fertighaus zapft Energie aus der Umwelt an. Nichtsdestotrotz wird für den Antrieb der Pumpe Strom benötigt. Somit ersetzt die Pumpe andere Brennstoffe nicht vollständig, reduziert diese aber. Dadurch verbessert sich auch die Umweltbilanz des Fertighauses.

Das Fertighaus mit Hilfe von Solarthermie beheizen

Sonnenkollektoren wandeln Sonnenenergie in thermische Energie um. Dabei erhitzt sich die Flüssigkeit in den Sonnenkollektoren. Danach nutzt der Wärmetauscher diese für die Heizung und das Warmwasser. Die konventionelle Heizung wird durch Solarthermie nicht vollständig ersetzt. Trotzdem wird Brennstoff gespart und die Umweltbilanz verbessert. Denn Solarthermie ist emissionsfrei.

19. Tipps für nachhaltiges Heizen im Fertighaus

Nachhaltiges Heizen spart nicht nur Geld, sondern ist auch gut für die Umweltbilanz! Wir geben Ihnen Tipps für umweltschonendes Heizen.

  1. Jeder zusätzliche Grad benötigt Ressourcen. Anstatt die Heizung hochzudrehen, ziehen Sie einen Pulli
  2. Heizen Sie in der Küche nicht unnötig. Denn sowohl der Herd als auch der Kühlschrank geben Wärme
  3. Stoßlüften ist besser als Dauerlüften. Denn durch ein dauerhaft offenes Fenster kühlen die Wände ab. Die Folge: Sie müssen in Ihrem Fertighaus mehr Heizen.
  4. Lassen Sie die Rollläden nachts herunter. Somit entweicht weniger Wärme über die Fenster.

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