Bauprozess mit Bodenplatte

Der Bauprozess mit Bodenplatte – So ensteht Ihr Fertighaus 

Auf dem Weg zu Ihrem neuen Eigenheim als Fertighaus durchlaufen Sei als Bauherr zahlreiche Bauphasen. Informieren Sie sich hier über sämtliche Schritte – von der Baugenehmigung bis zur Abnahme. Der Bau mit Bodenplatte ist dabei günstiger als mit Keller.

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1. Baugenehmigung

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Mit der Baugenehmigung beginnt Ihr Bauvorhaben

Ohne offizielle Erlaubnis lässt sich der Traum vom Eigenheim nicht verwirklichen. Die örtlichen Behörden prüfen Ihr Bauvorhaben und erteilen die Baugenehmigung. In Ihrem Kaufvertrag ist genau geregelt, welche Aufgaben die jeweiligen Parteien übernehmen. Manche Hersteller übernehmen die Abstimmung mit den Behörden selbst. Ist diese nicht vereinbart, liegt es an Ihnen, die Unterlagen vollständig einzureichen.

Pläne für einen Keller sind ebenfalls einzureichen. Neben der Baugenehmigung erhalten Sie zeitgleich die Bauberechtigung, wenn für Ihr Bauvorhaben keine weiteren Bedingungen oder Auflagen notwendig sind. Damit einher geht der sogenannte  „Rote Punkt“ (Baufreigabeschein).

Voraussetzungen für den Roten Punkt sind:

  • Geprüfte Statik.
  • Vorlage der Bauleitererklärung.
  • Freiflächengestaltungsplan.
  • Geprüfte Entwässerung.

Der Rote Punkt muss von öffentlichen Verkehrsflächen gut sicht- und lesbar sein. Informationen über den Rohbauunternehmer sind ebenso erforderlich.

Erfahren Sie hier alles über den Bauprozess eines Fertighauses mit Bodenplatte.

2. Bauprozess mit Bodenplatte

Der Ablauf im Überblick

  • Vorbereitung Baugrund
  • Einrichtung der Baustelle
  • Fundament
  • Montage des Hauses
  • Innenausbau
  • Abnahme

Vorbereitung Baugrund

Bevor der Hausbau beginnen kann, sind sämtliche Hindernisse zu entfernen. Beispiele hierfür sind:

  • Alte Immobilien müssen vor Baubeginn abgerissen werden.
  • Bäume und Büsche sind ebenfalls zu entfernen.

Überlassen Sie diese Arbeiten unbedingt spezialisierten Unternehmen. So ist sichergestellt, dass das Fundament nicht negativ beeinflusst wird.

Baugrunduntersuchung

Baugrunduntersuchung - Fertighaus - Tipp-zum-bau

Eine Untersuchung des Baugrundes ist fast immer sinnvoll

Obwohl eine solche Untersuchung nicht vorgeschrieben ist, empfiehlt es sich, sie durchführen zu lassen. Vom Ergebnis hängt ab, ob ein Grundstück überhaupt bebaut werden darf. Ein Bau mit bestimmten Auflagen ist ebenso möglich.

Fragen Sie unbedingt den Verkäufer nach möglichen Untersuchungen in der Vergangenheit. Bei einer fehlenden Dokumentation sollten Sie nicht überstürzt handeln. Tipp: Schließen Sie den Kaufvertrag vorbehaltlich einer Baugrunduntersuchung ab.

Gerade bei künstlich aufgeschütteten Böden empfiehlt sich ein Bodengutachten. Umfassende Kenntnisse über den Baugrund senken das Risiko für Komplikationen während des Baus. Das Gutachten kostet je nach Aufwand 500 – 2500 €. Die Investition lohnt sich, da die Kosten für Nachbesserungen gewöhnlich deutlich höher ausfallen.

Eine günstige Alternative ist es, die Nachbarn nach der Bodenbeschaffenheit zu befragen. Im Zweifelsfall engagieren Sie aber einen spezialisierten Bodengutachter. Dieser stellt fest, wie gut der Baugrund geeignet ist. Verschiedene Bohrungen liefern das nötige Datenmaterial. Basierend auf den Ergebnissen sprechen die Geologen dann eine Empfehlung aus. Der Gutachter nutzt hierfür die Pläne des Vermessers, die zeigen, wo das Haus gebaut wird.

Detaillierte Kenntnisse über den Baugrund helfen Ihnen zudem, versteckte Kosten zu minimieren. So kann es sein, dass manche Baufirmen von einem perfekten Baugrund ausgehen. Der angesetzte Hub fällt entsprechend geringer aus – was den Kaufpreis senkt.

Realistisch sind diese Schätzungen allerdingt nicht immer. Oftmals ist deutlich mehr Hub nötig als ursprünglich veranschlagt. Nur so stellen Sie sicher, dass die Bodenplatte effektiv vor Frost schützt. Notwendige Zusatzkosten fallen auf Sie zurück.

Einrichtung der Baustelle

Für einen erfolgreichen Hausbau ist eine gut ausgestattete Baustelle essenziell. Notwendig ist:

  • Strom und Wasser

Ohne Strom und Wasser geht auch auf der Baustelle nichts. Bei Bedarf stellen Ihnen die örtlichen Energieversorger beides zur Verfügung.

Tipp: Stellen Sie frühzeitig einen Antrag bei Ihrem Versorgungsunternehmen.

  • Bauzaun

Dieser sorgt dafür, dass unbefugte Ihre Baustelle nicht betreten. Gerade spielende Kinder neigen dazu, Baugrund unerlaubt zu betreten. Achten Sie daher auf eine ausreichende Absicherung. Kommt jemand auf Ihrer Baustelle zu Schaden, tragen Sie als Bauherr die Verantwortung.

Der Untergrund ist entscheidend für die Stabilität. Stabile Fußplatten verleihen Ihrem Bauzaun die nötige Standfestigkeit.

  • Mobiles Toilettenhäuschen

Die Arbeitsstättenverordnung schreibt vor, dass auf jeder Baustelle eine abschließbare Toilette verfügbar sein muss.

  • Zufahrtswege

Für den Hausbau notwendige Geräte benötigen viel Platz. Die Zufahrtswege für Kran, Betonmischer oder Bagger sollten entsprechend großzügig dimensioniert sein. Auch hierfür sollten Sie als Bauherr im Vorfeld sorgen.

  • Umgebung

Scheuen Sie sich nicht davor, Ihre zukünftigen Nachbarn in Ihr Bauvorhaben einzubeziehen. Klären Sie sie daher möglichst über anstehende Arbeiten auf. Bei Fertighäusern gilt: Lärm, Dreck und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen sind für Anwohner meist störend, aber unvermeidbar.

Baugrundverbesserung

Ziel dieser Maßnahme ist es, die Baugrundfläche so aufzubereiten, dass sie die Last des Neubaus trägt. Nicht jede Fläche erfüllt die Kriterien hierfür. Mögliche Maßnahmen sind:

  • Austausch des Bodens.
  • Verdichtung des Bodens.
  • Festigung des Bodens.

Kanal- und Anschlussarbeiten

Bevor die Bodenplatte installiert wird, sind Anschlüsse für Strom, Telefon, Wasser und ggf. Gas zu verlegen. Die genaue Position zu kennen ist für den weiteren Verlauf unerlässlich. Besorgen Sie sich den genauen Lageplan für sämtliche Anschlüsse von Ihrer örtlichen Behörde.

Fundament

Die Bodenplatte – das Fundament für Ihr Fertighaus

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Das Fundament ist die Grundlage für Ihr Fertighaus

Auch wenn Sie sich keinen Keller wünschen, brauchen Sie eine Bodenplatte, auf die das Fertighaus gesetzt wird. Durch Sie wird das Gewicht des Hauses gleichmäßig auf den Boden übertragen. Zusätzlich schützt Sie Ihr Fertighaus vor Bodenbewegungen durch Kälte oder Wärme. Dadurch werden Risse vermieden.

Die Mindesttiefe für Ihre Bodenplatte hängt vom Klima ab. Damit Ihr Fundament dem Frost standhält, muss es in kalten Gegenden mindestens 1,5 m dick sein. In wärmeren Gebieten reichen schon 80 cm. Zunächst wird eine entsprechend tiefe Grube ausgehoben. Dort kommt ein etwa 5 cm dicke Schicht Kies oder Magerbeton rein. Sie wird mit einem Rüttler verdichtet. Hier müssen auch die Anschlüsse rein. Darauf wird eine undurchlässige Folie aus Polyethylen oder Polyvinylchlorid gelegt. Dann wird die Grube mit einer Betonmischung aufgegossen. Der Beton muss 4 Wochen lang trocknen.

Die Wärmedämmung kommt unter oder über diese Betonschicht. Sie sorgt für Energieeffizienz, indem Sie den Wärmeverlust über den Boden verhindert. Für noch bessere Heiz-Ergebnisse gibt es sogenannte Thermo-Bodenplatten. Dazu kommt Hartschaum zum Einsatz sowie eine Fußbodenheizung. Eine normale Bodenplatte kostet etwa 100 €/m². Eine Thermoplatte liegt bei knapp 150 €/m².

Altlasten

Die fachgerechte Vorbereitung des Baugrundes ist ein weiterer, wichtiger Schritt Richtung Eigenheim. Zunächst sind Altlasten zu entfernen. Beispiele hierfür sind:

  • Verunreinigung durch Chemikalien.
  • Wirtschaftliche Nutzung in der Vergangenheit.
  • Fliegerbomben.

Ansprechpartner für Informationen rund um Ihr Grundstück ist neben dem Bauaufsichtsamt die örtliche Umweltbehörde. Erkundigen Sie sich dort nach dem Altlastenverzeichnis. Hier wird genau festgehalten, wie Ihr Baugrund in der Vergangenheit genutzt wurde.

Vor allem im urbanen Umfeld sind Blindgänger von Fliegerbomben vorzufinden. Das Regierungspräsidium sowie Bau- und Ordnungsämter stehen Ihnen hier mit Rat und Tat zur Seite. Hier finden Sie Informationen über mögliche Bombenabwürfe.

Meist sehen Kaufverträge für Fertighäuser vor, dass der Verkäufer nicht für Altlasten haftet. Ein neutrales Sachverständigengutachten gibt hier Aufschluss.

Tipp: Sichern Sie sich ein zeitlich begrenztes Rücktrittsrecht, sollten trotzdem Altlasten festgestellt werden.

Montage des Hauses

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Die Montage dauert nur wenige Tage

Diese Phase wird auch Hausstellung genannt und dauert dank der bereits vorgefertigten Teile nur wenige Tage. Hinzu kommt, dass Fenster und Türen nicht extra installiert werden müssen. Die im Werk produzierten Hausteile sehen Schächte und Leerräume für Versorgungsleitungen vor – das erleichtert sämtliche Installationen im Haus.

Wie für das gesamte Bauprojekt gilt: Planung ist alles. Vergessen Sie wichtige Anschlüsse oder Leitungen, stehen kostspielige Nachbesserungen an. Investieren Sie hier also lieber zu viel Zeit als zu wenig – es lohnt sich.

LKWs transportieren dann die Bauelemente an die Baustelle. Dort angekommen sorgt ein Kran dafür, dass jedes Teil an den richtigen Platz gelangt. Auf Basis des Bauplans platzieren anschließend die Monteure vor Ort jedes Teil. Sie können davon ausgehen, dass die Arbeiter bereits Erfahrung in diesem Gebiet haben. Denn hierfür ist eine abgeschlossene Ausbildung in einem klassischen Handwerksberuf notwendig.

Erfahren Sie hier alles über den Kran.

Ihr Fertighaus entsteht nun Stück für Stück. Durch die industriell gefertigten Bauelemente dauert diese Vorgang nur wenige Tage. Dennoch liegt es an den Monteuren, alle Teile millimetergenau zu platzieren. Anschließend fixiert das Montage-Team alle Wände mit speziellen Dübeln und Schrauben.

Nachdem die Außenwände des Erdgeschosses fest verankert sind, erfolgt die Montage der Innenwände. Die Zwischendecke als Abschluss manifestiert einen ersten Teilerfolg – das Erdgeschoss steht. Parallel kümmert sich das Montage-Team bereits um das Gerüst. Nur so kann das Obergeschoss mit sämtlichen Wänden montiert werden.

Dachstuhl

Zuletzt kümmern sich die Monteure um den Dachstuhl. Er muss zahlreiche Belastungen aushalten:

  • Eigengewicht
  • Dacheindeckung.
  • Resistenz gegen Wind und Wetter.

Auch dieses für Ihr Fertighaus äußerst wichtige Bauteil fertigt der Hersteller bereits im Vorfeld passgenau an. Auf der Baustelle erfolgt also nur noch die Endmontage auf den Außenwänden. Ist der Dachstuhl fertig, müssen Sie sich keine Sorgen mehr um Temperaturschwankungen machen. Auch im Vorfeld sind diese bei Fertighäusern unbegründet: Die Montage erfolgt schließlich binnen kürzester Zeit.

Innenausbau

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Der Innenausbau ist die längste Phase auf dem Weg zum Eigenheim

Die Ausbaustufe legt fest, wie weit Sie in diesen Abschnitt involviert sind. Entscheiden Sie sich für ein Bezugs- oder Schlüsselfertiges Fertighaus, brauchen Sie sich meist um nichts zu kümmern. Der Hersteller nimmt Ihnen fast alle Arbeiten ab. Hier besonders wichtig: Analysieren Sie den Kaufvertrag ge­nau­es­tens. Begriffe wie „Schlüssel- oder bezugsfertig“ sind nicht rechtlich geschützt. Die Hersteller bestimmen also selbst den Umfang Ihrer Arbeiten. Diese unterscheiden sich teils deutlich.

Diese Bauphase ist oftmals die Längste auf dem Weg zu Ihrem Fertighaus. Im Gegensatz zu sämtlichen Wand- und Deckenelementen ist der Innenausbau erst auf der Baustelle möglich. Die Bauelemente von Fertighäusern sind jedoch bereits so zugeschnitten, dass der Innenausbau zügig erfolgt.

Erfahren Sie hier mehr über den Rohbau.

Mängelbeseitigung

Fehler passieren – auf der Baustelle sind sie aber besonders ärgerlich. Beauftragen Sei einen unabhängigen Fachmann, um genau das zu vermeiden. Der Sachverständige achtet explizit auf Unregelmäßigkeiten und forciert Nachbesserungen. Fallen Fehler erst viel später auf, ist der Aufwand oft immens.

Doch auch Laien tun gut daran, den laufenden Bauprozess zu dokumentieren. Notieren Sie es, wenn Sie auf Ihrer Baustelle Fehler vermuten und fragen Ihren Sachverständigen. Auch unerfahrenen Bauherren fallen offensichtliche Fehler auf. Gerade für komplexe Sachverhalte sollten Sie jedoch auf das Wissen des Experten vertrauen. Durch die kurze Bauzeit bleibt relativ wenig Zeit für Inspektionen. Ihr Sachverständiger ist deshalb idealerweise vor Ort und gut erreichbar, wenn nicht.

3. Abnahme

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Die Abnahme ist die letzte große Hürde

Als letzte große Hürde auf dem Weg zum Eigenheim steht die Schlussabnahme an. Das bedeutet, dass Sie als Bauherr die erbrachte Leistung als erfüllt ansehen. Der Zustand des Hauses entspricht dann idealerweise dem, was vertraglich vereinbart wurde. Die Verantwortung für das Objekt geht nun an Sie über.


Zur Dokumentation aller Mängel erstellen Sie z.B. einfach eine Excel-Liste. Eine genaue Zuordnung basierend auf dem Bauplan schafft Übersichtlichkeit und Transparenz. Im Anschluss besprechen Sie die Liste mit Ihrem Sachverständigen und lassen Sie sich bei fachlichen Fragen helfen.

Besonders hilfreich: Sichern Sie sich einen zweiten Termin mit Ihrem Gutachter kurz vor Ablauf der Gewährleistung. Dieser erstellt dann bei Bedarf einen zweiten Mängelbericht.