Fensterlüfter

Fensterlüfter – Mit seiner Hilfe sorgen Sie für frische Luft und bekämpfen Schimmel

Die meisten Menschen Lüften zu wenig. Häufig fällt dies erst an stickiger Luft oder sogar an Schimmelbefall auf. Damit es auch bei geschlossenen Fenstern zu einem Luftwechsel kommt, gibt es verschiedene Lüftungssysteme. Fensterlüfter bezeichnen Lüftungen, die in oder am Fenster angebracht sind. Erfahren Sie worin sich die verschiedenen Modelle von Fensterlüftern unterscheiden. Für die Wahl eines Modells hat Tipp zum Bau für Sie alles wesentliche zusammengetragen.

1. Fensterlüfter – was ist das eigentlich?

Die eigenen vier Wände, hier spielt sich so einiges ab. Hier kochen, waschen, baden, duschen, schlafen und lachen Sie. Oder anders gesagt, hier leben Sie. All dies „verbraucht“ allerdings auch Luft. Somit steigen CO2-Luftfeuchtigkeit. Dadurch ist auch Ihre Bausubstanz gefährdet. Die Luftfeuchte führt nämlich zu Schimmel an den Wänden.

Dagegen hilft nur eines: Lüften. Sie öffnen das Fenster und wechseln die „verbrauchte“ Luft mit „frischer“ Luft. Eine Faustregel lautet: Drei bis fünfmal am Tag für mindestens fünf Minuten lüften. Dies schützt das Gebäude und verbessert das eigene Wohlbefinden. In der Hektik des Alltags vergisst man jedoch häufig, das Fenster zu öffnen. Manchmal ist es auch schlicht nicht möglich. Hier kommen nun Fensterlüfter zum Einsatz. Diese sorgen auch bei geschlossenen Fenstern für einen gewissen Luftwechsel.

Der Vorteil moderner Fenster ist offensichtlich. Sie sperren Zugluft zuverlässig aus und sorgen für energieeffizienteres Heizen. Es gibt am Fenster keinen ungewollten Luftaustausch durch Fugen und Ritzen mehr. Hieraus ergibt sich jedoch ein neues Problem. Die Luftfeuchtigkeit entweicht nicht mehr durch die undichten Stellen. Dagegen hilft nur häufiger und länger die Fenster zu öffnen. Haben Sie dafür keine Zeit oder sind Sie länger im Urlaub, steigt die Schimmelgefahr.

Hier helfen Fensterlüfter. Sie senken die Luftfeuchtigkeit durch Luftaustausch. Dies geschieht sogar wenn Sie nicht zu Hause sind und die Fenster nicht öffnen. Es wirkt paradox, der Fensterlüfter macht das gedämmte, dichte Fenster wieder undicht. Im Gegensatz zum zugigen Altbau, ist der Luftaustausch bei Fensterlüftern aber kontrolliert und beabsichtigt. Einige Systeme haben eine Wärmerückgewinnung. Dadurch sparen Sie bei den Heizkosten. Sie hängen an Ihren bereits bestehenden Fenstern und wollen diese nicht austauschen? Dies ist gar nicht nötig, denn einige Modelle lassen sich einfach am vorhandenen Fenster nachrüsten.

Fensterlüfter sind nutzerunabhängige in das Fenster integrierte Lüftungssysteme. Sie stellen ein Mindestmaß an Luftwechsel sicher. Das verhindert die Bildung von Schimmel und verbessert das Raumklima. Ganz ohne eigenes Lüften geht es aber leider auch mit Fensterlüftern nicht.

2. Vom Mindestluftwechsel zum Lüftungskonzept – welche Gründe und Normen gibt es für Fensterlüfter?

Heute sind Gebäudehüllen exzellent gedämmt und Fenster sind immer dichter. Das hat viele Vorteile:

  • Es gibt keine ungewollte Zugluft durch die Ritzen und Fugen der Fenster.
  • Die Wärme der Heizung bleibt im Raum.
  • Dadurch steigt die Energieeffizienz.
Tipp zum Bau beschreibt Ihnen die Normen und Regelungen, die bei Fensterlüftern relevant sind.

Welche Normen und Gesetze sind für Fensterlüfter relevant?

Besonders in der aktuellen Diskussion um Klimaschutz und Nachhaltigkeit wird deutlich, wie wichtig eine gute Dämmung und dichte Gebäude sind. Somit ist es nicht verwunderlich, dass der Gesetzgeber dies auch erkannt hat und entsprechende Regelungen verabschiedet hat. Die Energiespar-Verordnung (EnEV) und die Norm DIN – 4108-7 stellen Anforderungen an die Dichtheit von Gebäuden. Möchten Sie in Erfahrung bringen wie dicht Ihr Haus ist? Dann ist ein Energieberater der richtige Ansprechpartner für Sie.

Zur Messung der Dichtheit eines Gebäudes verwenden Fachfirmen meist einen Blower-Door-Test. Ein in der Tür sitzender Ventilator erzeugt einen Über- und Unterdruck. Der Test zeigt den Luftvolumenstrom im Wohnraum an und ermittelt die Luftwechselrate. Durch dieses Verfahren erkennen die Fachfirmen auch Lecks in Gebäudehüllen. Die wichtigsten Begriffe und Einheiten für die Lüftung sind:

  • Das Luftvolumen gibt an, wie viel Luft in einen bestimmten Raum passt und ist in Kubikmetern (m3) angegeben.
  • Der Luftvolumenstrom benennt, wie viel Luft sich in einem Zeitraum durch einen bestimmten Ort bewegt. Sie ist in Kubikmeter pro Stunde (m3/h) angegeben.
  • Die Luftwechselrate (n) zeigt an, wie oft sich die Luft eines Raumes in einer Zeitspanne wechselt. Das bedeutet sie gibt an, wie häufig sich das Luftvolumen eines Raumes in einer Stunde ersetzt (1/h). Tauscht sich die gesamte Luft in einem Raum in einer Stunde einmal vollständig aus, heißt das n= 1/h.

Ist die Luftwechselrate zu hoch, leidet die Energieeffizienz, da der Wohnraum sehr schnell abkühlt. Somit ist eine maximale Luftwechselrate von 3/h für Gebäude ohne Lüftungsanlage festgelegt. Ist die Luftwechselrate sehr niedrig, kommt es jedoch zu hoher Luftfeuchtigkeit und Sauerstoffmangel. Deshalb ist auch ein hygienischer Mindestluftwechsel gefordert.

Besonders gut abgedichtete Neubauten haben sehr niedrige Luftwechselraten. Der einzige Nachteil hieran ist, dass sich die Luftfeuchtigkeit dadurch nicht ausreichend senkt. Oft fällt dies erst an beschlagenen Fenstern oder Schimmelpilzbefall auf. Die einzige Lösung erscheint zunächst noch häufiger zu lüften. Im Alltag ist das aber häufig nicht möglich. Dem soll ein hygienischer Mindestluftwechsel entgegenwirken. Dies bedeutet, dass ein gewisser Luftwechsel auch ohne das manuelle Lüften ermöglicht sein muss. Empfohlen ist hierfür in der Regel eine Mindestluftwechselrate von 0,5/h. Der tatsächliche Luftwechselbedarf ist nicht pauschal anzugeben, verschiedene Faktoren beeinflussen ihn.

Lösungsvorschläge und Berechnungen, wie dieser Mindestluftaustausch erreichbar ist, sind in DIN 1946 – 6 festgelegt. In dieser Norm sind Anforderungen an Planung, Inbetriebnahme und Instandhaltung einer Wohnraumlüftung geregelt. Somit gilt sie auch für Fensterlüfter. Unter bestimmten Voraussetzungen fordert die Norm die Ausarbeitung eines Lüftungskonzepts. Die Norm teilt vier verschiedene Lüftungsstufen ein:

  • Lüftung zum Feuchteschutz (FL): Nutzerunabhängige Mindestlüftung für eine Reduzierung der Luftfeuchtigkeit.
  • Reduzierte Lüftung (RL): Diese Lüftung ist größtenteils nutzerunabhängig und sorgt für Hygiene und Bauschutz.
  • Nennlüftung (NL): Hierbei ist nutzerunabhängige Lüftung mit manueller Lüftung kombiniert. Sie gilt bei normaler Wohnraumnutzung.
  • Intensivlüftung (IL): Diese Lüftung dient dem Lastspitzen-Abbau durch Kochen, Waschen, Partys, oder ähnliches.

In einem Lüftungskonzept ist festgelegt, wie Sie eine ausreichende Lüftung in den unterschiedlichen Stufen erreichen. Planen Sie eine Sanierung oder einen Neubau, ist die von Ihnen beauftragte Firma für das Konzept verantwortlich. Somit wird es von dem Architekten oder Dachdecker, der den Umbau plant und durchführt, erstellt. Erstellt wird ein Lüftungskonzept, wenn:

  • Sie einen Neubau planen.
  • Sie ⅓ des Dachs abdichten.
  • Sie ⅓ der Fenster austauschen.

Die Erstellung dieses Konzepts erfolgt meist in zwei Schritten. Der erste Schritt des Lüftungskonzepts ist die Nachweis-Berechnung. Es wird berechnet, wie viel Luftwechsel Sie benötigen, um eine nutzerunabhängige Lüftung sicher zu stellen.

Im zweiten Teil erfolgt die Berechnung der benötigten Luftvolumenströme. Außerdem plant das Fachpersonal, welche lüftungstechnischen Maßnahmen zu deren Erreichung nötig sind. Im Anschluss plant der Fachmann die einzelnen Maßnahmen für die Räume. Einsatz findet das Lüftungskonzept bei Neubauten und gewissen Modernisierungen. Die Kosten eines Lüftungskonzeptes sind abhängig von der Größe des Gebäudes.

3. Vom Lüftungskonzept zum Fensterlüfter – welche Rolle spielen Fensterlüfter in der Belüftung?

Durch die luftdichte Bauweise von Fenstern und Gebäuden ist also eine zusätzliche Belüftung nötig. Bei einem Lüftungskonzept analysiert der Fachmann den Bedarf und die Gegebenheiten. Anschließend erstellt er einen Plan zur Belüftung. Natürlich sind Sie als Bewohner Teil dieses Planes. Somit sollten Sie auch weiterhin regelmäßig Lüften, da dies meist vorausgesetzt wird. Bringen Sie sich also aktiv mit ein und besprechen Sie Fragen mit Ihrem Experten. Um auch unabhängig vom Lüften einen kontrollierten Luftwechsel zu ermöglichen gibt es unterschiedliche Anlagen. Hierbei unterscheidet man zwischen zwei Systemen:

  • Beim zentralen System regelt eine Lüftungsanlage die Belüftung des gesamten Hauses.
  • Beim dezentralen System regeln einzelne Lüftungsanlagen oder Fensterlüfter die Belüftung eines einzelnen Raumes. Dieser Belüftungsform sind Fensterlüfter zuzuordnen.

Diese Systeme unterscheiden sich in ihrer Funktionsweise. Je nachdem ob die Luft nur aus dem Raum austritt oder auch frische Luft nachströmt unterscheidet man:

  • Abluftanlage: Ein Ventilator saugt die Innenraumluft an. Dadurch entsteht ein Druckunterschied. Dieser sorgt dafür, dass neue Luft, beispielsweise durch den Türspalt, nachzieht. Bekannt ist dieses System aus Abluftanlagen in Bädern.
  • Ab- und Zuluftanlage: Die Anlage saugt die belastete Luft an und befördert sie durch Kanäle nach draußen. Gleichzeitig oder im Wechsel saugt die Anlage frische Außenluft an. Diese leitet sie dann in den Raum.

Abluftanlagen sind in der Regel günstiger als Ab- und Zuluftanlagen. Sie transportieren aber auch geringere Luftmengen. Eine Zu- und Abluftanlage bewegt große Luftmengen und kann somit manuelles Lüften ersetzen.
Eine zentrale Lüftungsanlage ist in der Anschaffung und Wartung teurer als dezentrale Systeme. Aufgrund der aufwendigen Installation sind zentrale Anlagen häufig nicht für Altbauten geeignet. Zentrale Anlagen gibt es sowohl als reine Abluftanlagen als auch als Zu- und Abluftanlagen.

Dezentrale Systeme sind für die Belüftung einzelner Räume, Wohnungen oder von Altbauten zu empfehlen. Auch bei diesen Systemen kommen Lüftungsanlagen zum Einsatz. Die Belüftung ist über einen Ventilator und Luftkanäle geregelt. Mit einer sogenannten Kernbohrung durchbrechen Sie die Außenwand. Die dezentrale Lüftungsanlage setzen Sie in den Durchbruch in der Außenwand ein. Anschließend verbinden Sie die Anlage mit dem Strom.

Diese Form der dezentralen Lüftungsanlage heißt Außenwand-Luftdurchlass (ALD). Auch bei diesen Systemen gibt es Zu- und Abluftanlagen. Fensterlüfter sind ebenfalls den dezentralen Belüftungen zuzuordnen. Die Montage dieser Lüfter erfolgt am oder im Fenster. Im Gegensatz dazu setzen Sie andere dezentrale Systeme in die Außenwand ein. Somit sparen Sie sich bei Fensterlüftern die aufwendige Kernbohrung.

Die erzielten Luftvolumenströme von Fensterlüftern fallen sehr unterschiedlich aus. Dies liegt an den verschiedenen Arten und Wirkweisen der Fensterlüfter. Es gibt Lüftungen mit Ventilatoren oder mechanische Belüftungen. Letztere nutzen Druckunterschiede für den Luftwechsel. Fensterlüfter sind in einem Lüftungskonzept auch mit einer zentralen Abluftanlage kombinierbar. In diesem Fall stellen Fensterlüfter die Zuluft sicher.

Prinzipiell ist die erzielte Luftwechselrate auch von baulichen und äußeren Faktoren abhängig. Zu diesen Faktoren gehört die Lage der Fenster und die Windgeschwindigkeit. Daher sind eine genaue Planung und Begutachtung durch Fachpersonal ratsam. Dabei hilft Ihnen eine Firma für Gebäudesanierung oder Lüftungstechnik.

Fensterlüfter sind eine Alternative oder Ergänzung zu anderen Lüftungsanlagen in einem Lüftungskonzept. Einfache mechanische Fensterlüfter sind in der Regel dazu geeignet, den hygienischen Mindestluftwechsel zu ermöglichen. Mit Ventilatoren betriebene Fensterlüfter erbringen eine höhere Leistung. Dadurch stellen sie eine Alternative zu einer zentralen Lüftungsanlage dar. Somit sollten Sie Fensterlüfter bei der Planung eines Lüftungskonzeptes berücksichtigen.

Tipp zum Bau verrät wie sie denkmalgeschützte Gebäude zusätzlich belüften.

Der Einbau von Fensterlüftern eignet sich auch in Denkmalgeschützten Gebäuden.

Sie haben Probleme mit hoher Luftfeuchtigkeit? Sie sind abgestandene oder stickige Luft leid? Sie Planen einen Neubau oder die Modernisierung eines Altbaus? Dann sollten Sie Fensterlüfter in Betracht ziehen. Im Vergleich zu zentralen Lüftungsanlagen ergeben sich besonders folgende Vorteile:

  • Fensterlüfter sind leicht einzubauen. Andere Lüftungsanlagen sind meist mit aufwendigen Bauarbeiten verbunden. Entscheiden Sie sich also für die einfachere und unkomplizierte Lösung, den Einbau eines Fensterlüfters.
  • Fensterlüfter als Nachrüstung. Fensterlüfter sind auch im Nachhinein an Fenstern montierbar. Außerdem sind sie bei geschlossenem Fenster nicht sichtbar. Somit müssen Sie sich nicht von ihren Fenstern trennen. Außerdem lassen sie sich sogar in denkmalgeschützten Altbauten einsetzen.
  • Fensterlüfter sind günstiger als andere Systeme. Die Anschaffungskosten sind deutlich geringer als die einer zentralen Lüftungsanlage. Einfache Fensterlüfter sind die günstigste Möglichkeit zusätzlich zu belüften. Wählen Sie also Fensterlüfter um zu sparen.
  • Sie müssen auf nichts verzichten. Auch Fensterlüfter sind mit unterschiedlichen Zusatzoptionen verfügbar. Legen Sie wert auf Erweiterungen wie Wärmerückgewinnung oder Pollenfilter? Kein Problem, auch Fensterlüfter bieten diese Optionen.

4. Verschiedene Fensterlüfter im Überblick – welche Arten der Fensterlüftung gibt es?

Im alltäglichen Sprachgebrauch verwendet man das Wort Fensterlüfter häufig als Synonym für Fensterfalzlüfter. Diese sind jedoch nur eine Art der ins Fenster integrierten Lüftungsmöglichkeiten. Benötigen Sie aktive oder passive Fensterlüfter? Möchten Sie Fensterfalzlüfter oder Fensterventilatoren? Die Vielzahl an Bezeichnungen und Ausführungen verwirrt. Damit Sie stets den Überblick behalten stellt Ihnen Tipp zum Bau die unterschiedlichen Arten von Fensterlüftern vor.

Unterscheidung nach Wirkweise des Fensterlüfters

Grundsätzlich wird zwischen aktiver und passiver Lüftung unterschieden. Die Wirkweise unterscheidet sich folgendermaßen:

  • Aktive Fensterlüftung: Elektrisch gesteuerte Ventilatoren übernehmen die Belüftung. Dadurch erreichen Sie hohe Luftwechselraten.
  • Passive Fensterlüftung: Die Belüftung erfolgt mechanisch über den natürlichen Druckunterschied zwischen Außen- und Innenluft. Auf die Effektivität passiver Fensterlüftung haben bauliche Gegebenheiten und Wetter einen großen Einfluss. Meist wird das Prinzip der Querlüftung genutzt. Der Druckunterschied zwischen der Windseite und der Windschattenseite des Gebäudes ist hierbei entscheidend. Achten Sie daher darauf, dass die Fenster auf gegenüberliegenden Gebäudeseiten nötig sind.
Tipp zum Bau stellt Ihnen aktive Fensterlüfter vor.

Fensterlüfter gibt es auch mit Ventilatoren

Unterscheidung nach Anbringung des Fensterlüfters

Die Montage von Fensterlüftern ist an unterschiedlichen Orten möglich. Es gibt Varianten die im Fensterfalz angebracht werden, andere montieren Sie im Rahmen und wieder andere direkt in der Fensterscheibe. Die Art und Weise wie und wo Sie einen Fensterlüfter anbringen entscheidet auch darüber wie schwierig die Montage ist und welche Möglichkeiten es für Erweiterungen der Lüftung gibt. Die gängigen Formen von Fensterlüftern sind:

Die Fensterfalzlüftung

Diese Fensterlüfter werden im Falz, also zwischen Rahmen und Flügel des Fensters angebracht. Die Anwendung erfolgt passiv und meist selbstgesteuert. Dies bedeutet, dass die einströmende Luft konstant ist. Bei hohen Windgeschwindigkeiten verschließen Fensterfalzlüftungen automatisch. Häufig gibt es sie mit einer Feuchteregelung. In diesem Fall öffnen oder verschließen sich die Lüftungen abhängig von der Luftfeuchtigkeit.

Die Luftwechselrate ist jedoch geringer als bei anderen Fensterlüftern und von äußeren Faktoren abhängig. Die Fensterfalzlüftung macht sich Druckunterschiede zu nutze. Zwischen der dem Wind abgewandten Gebäudeseite und der dem Wind zugewandten Seite herrscht ein Druckunterschied. Dieser sorgt für eine Sogwirkung und damit für eine gute Belüftung. Diese Lüftungsform heißt auch Querlüftung. Dadurch ist die Lage der Wohnung und Position der Fenster für die Effektivität entscheidend.

Alternativ ergänzen Fensterlüftungen eine zentrale oder dezentrale Abluftanlage. Hier sorgen die Fensterfalzlüfter für das Nachziehen frischer Außenluft. Die Fensterfalzlüftung besteht aus Elementen die die Frischluftzufuhr ermöglichen. Meist sind diese spezielle Fensterdichtungen und Lüfterklappen. Sie ist für alle gängigen Materialien von Fenstern erhältlich und bei geschlossenem Fenster unsichtbar.

Lüftung im Blendrahmen

Der Blendrahmen ist der Teil des Fensterrahmens, der mit der Außenwand verbunden ist. Hier setzen Sie die Fensterlüfter ein. Sie funktionieren aktiv oder passiv und selbstgesteuert. Fensterlüfter im Blendrahmen sind deutlich größer als beispielsweise Fensterfalzlüfter. Dadurch bieten sie auch mehr zusätzliche Funktionen und Filter. Die Wirkweise passiver Fensterlüfter entspricht der von Fensterfalzlüftern. Bei aktiven Lüftern sind in den Luftkanälen Ventilatoren, um Luft an- oder abzusaugen. Teilweise ist derselbe Luftkanal im Wechsel für Zu- und Abluft zuständig. Die Wärme der Abluft bleibt im Material gespeichert und wärmt die einfließende Zuluft auf. Dadurch ist ein gewisser Grad an Wärmerückgewinnung gesichert.

Ventilatoren in der Fensterscheibe

Sogenannte Fensterventilatoren sind aktive Lüftungen. Die Ventilatoren setzen Sie direkt in die Scheibe des Fensters ein. Es gibt sie auch mit Extras wie Zeitschaltuhren, Regensensoren oder elektrischen Jalousien. Ventilatoren sind entweder Abluftanlagen oder wechseln zwischen Zu- und Abluft.

Automatisierte Fensterbeschläge

Ein Fensterantrieb öffnet das Fenster automatisch. Hierbei ersetzen Sie die Beschläge des Fensters und bringen Motoren an. Sie integrieren also keine Lüftung in das Fenster, sondern automatisieren das Öffnen des Fensters. Elektrische und smarte Fensterbeschläge kippen oder öffnen das Fenster automatisch. Die Steuerung übernimmt eine Zeitschaltuhr, Smart-Home-App, Fernbedienung oder ein Sensor. Einige Lösungen verfügen über Regensensoren und schützen so vor Wasserschäden.

Im Fenster verbaut

Bereits im Fenster verbaute Lüftungssysteme werden von diversen Herstellern angeboten. Hierbei sind Luftkanäle oder Spaltgitter in den Rahmen des Fensters eingebaut. Meist sind bereits integrierte Systeme passiv, bieten aber Extras wie Wärmerückgewinnung und Schallschutz. Diese bereits integrierten Systeme sind nur zu empfehlen, wenn die ganzen Fenster ausgetauscht werden.

Zusatzfunktionen der Fensterlüfter

Fensterlüfter sind häufig mit diversen Zusatzfunktionen erhältlich. Damit Sie diese richtig zuordnen können stellt Tipp zum Bau sie Ihnen vor:

  • Wärmerückgewinnung: Diese Systeme schützen vor Temperaturverlusten im Raum und steigern somit die Effizienz beim Heizen. Ein Wärmetauscher nutzt die Energie der Abluft und erwärmt damit die Zuluft. Hersteller geben Wirkungsgrade von bis zu 90% an, der Wärmeverlust ist somit also minimal. Da Systeme mit Wärmerückgewinnung jedoch meist elektronisch gesteuert sind, fällt ein zusätzlicher Stromverbrauch an.
  • Sommerbypass: In warmen Jahreszeiten möchten Sie nicht, dass der Fensterlüfter die Zuluft erwärmt. Der Bypass sorgt dafür, dass die einströmende Luft am Wärmerückgewinner vorbeizieht. Vereinfacht gesagt ist ein Sommerbypass eine Umgehungsstrecke für die Zuluft. Entweder Sie schalten den Bypass manuell ein und aus oder dies geschieht automatisch. Hierbei kommen meist Sensoren zum Einsatz, die die Temperatur von Außen- und Innenluft vergleichen. Somit sorgt ein Fensterlüfter mit Sommerbypass für kühlere Zuluft im Sommer.
  • Schallschutz: Manche Fensterlüfter sind mit einer integrierten Schalldämmung erhältlich. Bei hoher Geräuschempfindlichkeit oder Fenstern an dicht befahrenen Straßen ist dies zu empfehlen.
  • Pollenschutz: Besonders für Allergiker ist ein Fensterlüfter mit einem speziellen Pollenfilter ratsam. Leistungsstarke Fensterlüfter sorgen dafür, dass die Fenster kaum noch zu öffnen sind. Kombiniert mit einem Pollenfilter schützt Sie ein solches System vor allergischen Reaktionen.
  • Insektenschutz: Um das Eindringen von Insekten zu verhindern, gibt es Fensterlüfter mit Insektenschutz. Diese Aufgabe übernehmen bestimmte Schutzgitter und Filter.
  • Schlagregendichte: Die Bauweise dieser Fensterlüfter verhindert das Eindringen von Wasser in das Fenster. Somit schützen Sie sich auch bei Starkregen und Stürmen vor Wasserschäden.
  • Sensoren: Bei automatisierten aktiven Lüftungen gibt es unterschiedliche Sensoren, welche die Luftzufuhr regeln. Sensoren aktivieren, abhängig von bestimmten Faktoren, die Fensterlüfter. Automatisierte Fenster sind häufig mit Regensensoren ausgestattet. Andere Fensterlüfter sind beispielsweise mit CO2-Sensoren ausgestattet. Sie sorgen für eine Lüftung, wenn die CO2-Konzentration steigt.
  • Einbruchsschutz: Sie legen besonderen Wert auf eine Fenstersicherung? Die meisten Fensterlüfter beeinträchtigen den Diebstahlschutz nicht. Dieser Schutz heißt Widerstandsklasse und ist mit RC benannt. In der Regel fallen Fenster hier in die Kategorie RC 2 oder 3.

5. Die Montage – wie bringen Sie Fensterlüftungen am Fenster an?

Beim Einbau von Fensterlüftern ist auf die optimale Platzierung und Abdichtung im Fenster zu achten. Außerdem beeinflussen viele Faktoren die Lüftung. Mit der Planung und Montage von Fensterlüftern beauftragen Sie also am besten eine Fachfirma. Hierfür kommt beispielsweise ein Klimatechniker in Frage.

Außerdem lohnt es sich vor dem Kauf, die Montageanleitung des Herstellers zu lesen. So verhindern Sie spätere Probleme beim Einsetzen ins Fenster und sparen sich einigen Frust. Der Einbau von Fensterlüftern ist aufgrund der Vielzahl an Arten und Herstellern sehr unterschiedlich. Die gängigsten Vorgehensweisen hat Tipp zum Bau für Sie aufbereitet.

Wo Sie Fensterlüfter montieren verrät Ihnen Tipp zum Bau.

Es gibt unterschiedliche Orte an denen Fensterlüfter angebracht werden.

Bei einer Fensterfalzlüftung ersetzen Sie einen Teil der Blendrahmen- und Flügelrahmen-Dichtung durch eine spezielle Lüftungsdichtung. Öffnen Sie hierfür Ihr Fenster und schneiden einen Teil der Dichtung aus. Ersetzen Sie durch spezielle Lüftungsdichtungen. Bohren Sie im Anschluss den Blendrahmen an, um Lüftermodule anzuschrauben. Diese heißen Lüfterklappen. Diese schließen bei starkem Wind automatisch und verhindern so Zugluft.

Die Montage ist für jeden Heimwerker machbar und nicht mit größeren Fräsungen oder Bohrungen am Fenster verbunden. Dadurch eignen sich Fensterfalzlüftungen für das kostengünstige Nachrüsten von Fenstern. Der einfache Einbau kann also selbst vorgenommen werden. So sparen Sie sich zusätzliche Kosten für Handwerker.

Eine Lüftung im Rahmen montieren Sie, indem Sie ein Loch in den Blendrahmen fräsen. Anschließend stecken Sie den Lüfter in den entstandenen Spalt und fixieren ihn. Es gibt jedoch auch Modelle, die Sie unter der Fensterbank anbringen. Hierbei entfernen Sie dann einen Teil der Mauer.

Fensterventilatoren setzen Sie direkt in die Scheibe des Fensters. Schneiden Sie hierzu ein Stück der Fensterscheibe aus und setzen Sie den Ventilator im Anschluss ein. Zeitschaltuhren und Sensoren sind häufige Erweiterungen von Fensterventilatoren.

Möchten Sie einen Fensterantrieb installieren gibt es viele Möglichkeiten. Grundsätzlich wechseln Sie die Beschläge der Fenster und verkabeln diese. Mit Hilfe eines Motors automatisieren Sie die Öffnung des Fensters. Schneiden Sie einen Teil des Blendrahmens aus. In diese Aussparung setzen Sie den neuen Beschlag ein. Führen Sie das Kabel anschließend durch den Blendrahmen und schließen Sie dieses dann an den Beschlag an.

Bei Neubauten und Bauvorhaben rund um das Smart-Home sind Experten unverzichtbar. Wenden Sie sich daher an eine Fachfirma. Unterschätzen Sie nicht den baulichen Aufwand des Einbaus und der Verkabelung zur zentralen Steuerung. Ihr Fachhandwerker steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

6. Die Preise – wie viel kosten Fensterlüfter und Lüftungskonzepte?

Da es viele unterschiedliche Varianten von Fensterlüftern gibt, ist auch die Preisspanne sehr groß. Die Kosten liegen pro Fenster bei 20 – 1000€. Ein einfacher Fensterfalzlüfter ist bereits ab 20€ erhältlich. Fensterventilatoren sind ab circa 50€ erhältlich. Wählen Sie automatische Beschläge als Fensterlüfter, liegt der Preis bei mindestens 80€ pro Fenster.
Aktive Lüfter mit Wärmerückgewinnung sind deutlich teurer. Hier fallen Anschaffungskosten ab mindestens 500€ an. Zusätzlich fallen durch den Stromverbrauch und nötige Filterwechsel Wartungskosten an. Die Kosten für den Filterwechsel hängen von der Größe der Lüftungsanlage ab. Ein Filtersatz kostet circa 40 – 90€. In den meisten Fällen wechselt man diese einmal im Jahr.

Die Stromkosten variieren je nach Art des Fensterlüfters. Beachten Sie hierbei die Herstellerangaben zum Stromverbrauch. Beim Planen eines Lüftungskonzepts ist es möglich, die Kosten anhand einiger Daten zu berechnen. Der Preis ergibt sich aus dem Strombedarf der Anlage und den Stromkosten.
Strombedarf der Lüftungsanlage (kWh/a) = spezifische Ventilatorleistung (Wh/m3) x Luftvolumenstrom (m3/h) x jährliche Betriebszeit (h/a) : 1000
Betriebskosten (Strom) = Strombedarf x Strompreis (pro kWh)

Lassen Sie die Fensterlüfter von einer Fachfirma einbauen, fallen auch hierfür Kosten an. Gerade bei Unsicherheiten zum Einbau ist eine Fachfirma hinzuzuziehen. Das Lüftungskonzept erfolgt in zwei Schritten. Die Nachweisberechnung kostet circa 80-300€ pro Wohneinheit. Die Kosten für die konkrete Lüftungsplanung sind stark vom jeweiligen Objekt abhängig. Planen Sie für diesen Teil des Lüftungskonzepts mindestens 160€ ein.

Möglichkeiten der Förderung von Fensterlüftern

Tipp zum Bau empfiehlt Fördermöglichkeiten für Belüftungssysteme zu berücksichtigen.

Auch die Belüftung mit Fensterlüftern ist förderungsfähig.

Energieeffizientes Bauen ist staatlich gefördert, somit gibt es Möglichkeiten der Baufinanzierung. Der Einbau einer Lüftungsanlage ist von der KfW-Bank bezuschussbar. Förderungsfähig sind Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und bedarfsgeregelte Systeme und somit auch Fensterlüfter. Vereinfacht ist zu sagen, dass die Höhe der Förderungen von der Energieeinsparung abhängt.

Relevante Kredite und Programme der KfW:

  • „Energieeffizientes Sanieren – Investitionszuschuss 430“: Zuschuss bis zu 40% (max. 48.000€).
  • „Energieeffizient Sanieren – 152“: Kredit für Einzelmaßnahmen bis max. 50.000€.

 7. Der Nutzen – welche Vor- und Nachteile haben die unterschiedlichen Arten von Fensterlüftern?

Die folgende Übersicht stellt die zentralen Vor- und Nachteile der einzelnen Fensterlüfter dar.

ArtVorteilNachteil
Fensterfalzlüfter
  • GeringeAnschaffungskosten.

  • Kein Stromverbrauch.

  • Leichte Montage.
  • Keine Wärmerückgewinnung.

  • Meist ohne Extras.
Fensterlüfter im Rahmen (passiv)
  • Kein Stromverbrauch.

  • Extras möglich.
  • Höhere Anschaffungskosten.

  • Aufwendigere Montage.
Fensterlüfter im Rahmen (aktiv)
  • Höhere Luftwechselrate.

  • Einstellbare Gebläsestufen.

  • Extras wie Wärmerückgewinnung möglich.
  • Höhere Anschaffungskosten.

  • Aufwendigere Montage.

  • Stromverbrauch.

  • Zusätzliche Geräusche durch Ventilator.
Fensterventilator
  • Höhere Luftwechselrate.

  • Extras wie Sensor oder Zeitschaltung möglich.

  • Häufig einstellbare Gebläsestufen.
  • Aufwendigere Montage.

  • Stromverbrauch.

  • Zusätzliche Geräusche durch Ventilator.

  • Sitzt in der Scheibe – weniger Licht, Ästhetik.
Lüftung mit Fensterantrieb
  • Höhere Luftwechselrate.

  • Keine Geräusche durch Ventilatoren.

  • Smarte Steuerung möglich.

  • Extras wie Sensor oder Zeitschaltung möglich.

  • Höhere Anschaffungskosten.

  • Aufwendigere Montage.

  • Keine Wärmerückgewinnung.

8. Die Entscheidungshilfe – wann ist welcher Fensterlüfter sinnvoll?

Auch wenn kein Lüftungskonzept nötig ist, ist der Einbau von Fensterlüftern in Erwägung zu ziehen. Die Wahl des Belüftungssystems ist vom individuellen Bedarf abhängig. Tipp zum Bau hat für Sie eine große Entscheidungshilfe erstellt.

Tipp zum Bau verrät ob Fensterlüfter als Alternative zur zentralen Lüftungsanlage dienen können.

Zentrale Lüftungsanlagen benötigen viel Platz – Fensterlüfter hingegen sind platzsparend

Zunächst entscheiden Sie sich für zentrale oder dezentrale Lüftung. Zentrale Lüftungsanlagen sind beim Neubau oder Modernisieren ganzer Häuser sinnvoll. Die Wirtschaftlichkeit einer zentralen Lüftungsanlage steigt mit der Anzahl der belüfteten Räume. Der Vorteil zentraler Anlagen ist, dass die Räume einzeln klimatisier- und regulierbar sind. Außerdem sind Wartungskosten und Geräuschemission meist geringer als bei dezentralen Systemen. Dafür sind die Anschaffungskosten und der Planungsaufwand hoch.

Bei dezentralen Systemen sind Räume einzeln belüftet. Außerdem ist die Installation weniger aufwendig. Somit bietet sich diese Variante bei der Modernisierung von Wohnungen und Altbauten an. Außerdem empfiehlt sie sich zur besseren Durchlüftung einzelner Räume. Je mehr Räume Sie dezentral lüften, desto mehr Geräte sind nötig. Dies hat höhere Anschaffungskosten, Wartungsarbeiten und Geräuschemissionen zur Folge.

Fällt die Entscheidung auf eine dezentrale Lüftung, kommen die Fensterlüfter ins Spiel. Im Gegensatz zu anderen dezentralen Lüftungen sind diese am oder im Fenster integriert. Die Entscheidung, ob Sie einen aktiven oder passiven Fensterlüfter wählen, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Ist ein Querlüftungs-Effekt durch gegenüberliegende Fenster möglich?
  • Wie hoch ist der Bedarf an die erbrachte Luftwechselrate?
  • Welches Budget steht zur Verfügung?

Passive Fensterlüfter haben meist eine geringere Luftwechselrate als aktive Lüfter. Allerdings sind sie auch deutlich günstiger. Damit eignen sie sich zur Kostengünstigen Nachrüstung von Fenstern und bei geringerem Bedarf. Entscheiden Sie sich also für passive Lüfter wenn:

  • Eine Querlüftung möglich ist.
  • Sie ein geringes Budget zur Verfügung haben.
  • Sie keinen sehr hohen Luftwechselbedarf haben.
  • Sie bereits bestehende Fenster selbst aufrüsten wollen.

Aktive Fensterlüfter sind meist teurer. Sie erzielen aber auch höhere Luftwechselraten und sind mit diversen Erweiterungen erhältlich. Damit eignen sich aktive Fensterlüfter, wenn man Wert auf Wärmerückgewinnung und zusätzliche Filter legt. Fensterlüfter mit Wärmerückgewinnung sind beispielsweise für Planung von Passivhäusern oder KfW-Effizienzhäusern interessant. Somit entscheiden Sie sich für aktive Lüfter wenn:

  • Keine Querlüftung möglich ist.
  • Sie eine möglichst hohe Luftwechselrate erzielen wollen.

Passive Fensterlüfter sind im Fensterfalz oder im Blendrahmen des Fensters angebracht. Die Luftwechselrate ist bei passiven Fensterlüftern geringer als bei aktiven. Dennoch ist ein hygienischer Mindestluftwechsel auch mit passiven Lösungen realisierbar.

  • Die Fensterfalzlüfter sind besonders günstig und einfach zu montieren. Dadurch eignen sie sich besonders zum Nachrüsten an Fenstern.
  • Die Lüfter in Blendrahmen von Fenstern sind etwas teurer und aufwendiger in der Montage. Ein Vorteil ist jedoch, dass sie mit diversen Erweiterungen, wie beispielsweise Schallschutz, erhältlich sind.
  • Tauschen sie das gesamte Fenster aus, fragen Sie auch nach Fenstern mit bereits integrierten Lüftungssystemen. Auch diese Systeme bieten häufig zusätzliche Funktionen wie Wärmerückgewinnung oder Pollenschutz.

Aktive Fensterlüfter verbrauchen Strom erzielen damit aber auch gute Luftwechselraten. Somit gewährleisten sie eine gute Durchlüftung. Ganz lässt sich auf manuelles Lüften aber auch so nicht verzichten. Aktive Fensterlüfter sind meist:

  • Lüfter im Blendrahmen. Sie verfügen häufig über eine Wärmerückgewinnung und andere Erweiterungen. Beim Bau eines Passivhauses kommen in erster Linie aktive Fensterlüfter mit Wärmerückgewinnung in Frage. Von außen und bei geschlossenem Fenster sind diese Lüfter unsichtbar.
  • Alternativ gibt es Ventilatoren für Fenster. Sie sorgen ebenfalls für einen guten Luftwechsel und sind häufig günstiger als Lösungen im Blendrahmen. Die Ventilatoren sitzen in der Scheibe des Fensters. Besonders kleine Fenster lassen dadurch weniger Licht hindurch. Überlegen Sie sich vorher, ob Fensterventilatoren die Ästhetik Ihres Fensters beeinträchtigen.
Tipp zum Bau zeigt welche Fensterlüfter in einem Smart-Home genutzt werden.

In einem Smart-Home dienen automatisierte Beschläge als Fensterlüfter.

Eine Sonderrolle innerhalb der Fensterlüfter nehmen Fenster mit automatisiertem Beschlag ein. Sie ermöglichen ein Öffnen oder Kippen der Fenster, auch in Abwesenheit der Bewohner. Dies lohnt sich bei der Einrichtung eines Smart-Homes oder bei schwer erreichbaren Fenstern. Diese Form der Fensterlüftung punktet durch einen hohen Luftwechsel.

Das Öffnen der Fenster führt jedoch auch zum Temperaturverlust. Somit ist es sinnvoll, die Automatisierung der Fenster an die Heizung zu koppeln.
Eine komplette Automatisierung der Fensterbeschläge ist eine größere Baumaßnahme. Daher ist diese Lösung beim Neubau oder großen Modernisierungen empfehlenswert. Alternativ bietet sich diese Lösung auch für einzelne Räume an. So ermöglichen automatisierte Beschläge zusätzliches Lüften in von Feuchte belasteten Räumen. Wie beispielsweise in einem Badezimmer oder in einer Küche.

Steht die Art des Fensterlüfters fest, wählen Sie ein Modell aus. Überlegen Sie hierfür zunächst welche Zusatzfunktionen Sie benötigen. Vergleichen Sie anschließend die in Frage kommenden Modelle, um ein konkretes zu wählen. Hierbei gibt es noch einige Kennzeichnungen, die Ihnen den Vergleich und damit die Auswahl erleichtern:

    • Energielabel:

Einige Anlagen sind mit dem Energielabel versehen. Hiermit ist die Energieeffizienz des Produkts bewertet. Neben dem Stromverbrauch ist auch die theoretische Energieeinsparung berücksichtigt. Gekennzeichnet sind die Effizienzklassen in Buchstaben und Farben. Mit A+ in grün sind die effizientesten Anlagen versehen. Die ineffizientesten werden mit G in Rot gekennzeichnet. Aktuell sind Lüftungsanlagen in der Regel zwischen A+ und D eingeteilt.

    • Spezifische Ventilatorleistung:

Bei ventilatorgestützten, also aktiven, Fensterlüftern ist häufig die Ventilatorleistung angegeben. Sie ist in den Stufen SFP-1 bis SFP-7 eingeteilt. Die Stufe gibt an, wieviel Energie notwendig ist, um einen Kubikmeter Luft zu bewegen. Je kleiner der Wert, desto energiesparender ist der Ventilator.

    • Filterklassen:

Fensterlüfter gibt es häufig mit Filtern. Diese halten beispielsweise Insekten oder Schmutz von den Luftkanälen fern. Besonders feine Filter fangen Pollen ab, was besonders für Allergiker interessant ist. Filterklassen sind wie folgt angegeben:
G1-G4: Grobstaubfilter bieten beispielsweise Schutz vor Insekten und Staub.
M5 + M6, F7-F9: Feinstaubfilter bieten auch Schutz vor Pollen.
E10-U17: Schwebstofffilter bieten Schutz vor Bakterien, Rauch und Aerosolen. Diese Filterklassen kommen nur bei Laboren und Reinräumen zum Einsatz.

    • Wärmerückgewinnungsgrad:

Wie viel Wärme der Abluft überträgt der Wärmetauscher an die Zuluft? Das drückt der Wärmerückgewinnungsgrad aus. In dieser Berechnung ist unter anderem auch die Luftfeuchtigkeit berücksichtigt. Angegeben ist dieser Wert üblicherweise in Prozent. Ein Wirkungsgrad von 80% bedeutet also, dass 80% der Luftwärme erhalten bleibt. Teilweise geben Hersteller auch den Temperaturänderungsgrad oder eine Rückwärmzahl an. Beide Begriffe bezeichnen dasselbe. Hier erfolgt die Messung des Temperaturunterschieds zwischen ein- und ausströmender Luft. Eine Rückwärmzahl von 0,8 entspricht einer Wärmerückgewinnung von 80%.

    • Lautstärke:

Gerade bei Geräuschempfindlichkeit ist die Lautstärke der Lüfter zu beachten. Hersteller geben häufig eine Angabe zum Schallleistungspegel oder den Eigengeräuschen. Dieser ist in Dezibel (dB) angegeben und zeigt an, wie laut ein, Gerät ist. Für Wohn- und Schlafräume gilt ein maximaler Schallpegel von 35 dB. Der Schallschutz oder die Schalldämmung ist ebenfalls in dB angegeben. Das heißt eine Schalldämmung von 40 dB ist in der Lage einen Geräuschpegel um bis zu 40 dB reduziert.

    • Luftleistung/Luftvolumenstrom:

Häufig gibt es Angaben zum maximalen Luftvolumenstrom. Dieser zeigt an, wieviel Luft sich in einer bestimmten Zeit durch einen bestimmten Raum bewegt. Angegeben ist sie mit der Einheit Kubikmeter pro Stunde (m3/h). Je höher dieser Wert, desto höher also die Leistung des Fensterlüfters. Welche Leistung angestrebt ist, hängt von Ihrem Bedarf ab und ist im Rahmen eines Lüftungskonzepts zu ermitteln.

Für weitere Informationen lohnt sich der Blick in das Bulletin des europäischen Testzentrums für Wohnungslüftungsgeräte (TZWL). Hier finden Sie detaillierte technische Informationen über Qualität und Ausstattung vieler Fensterlüfter.

9. Fazit – was gibt es bei Fensterlüftern beachten?

Gut gedämmte Gebäude und dichte Fenster schützen uns vor Wärmeverlusten und sparen Energie ein. Für einen hygienischen Mindestluftwechsel werden jedoch zusätzliche Lüftungsmaßnahmen nötig. Fensterlüfter sind hierbei eine gute Alternative zu zentralen oder anderen dezentralen Anlagen. Mit Fensterlüftern verbessern Sie das Raumklima, vermeiden Schimmel und schützen so die Bausubstanz. Weitere zentrale Vorteile von Fensterlüftern sind:

  • Die unterschiedlichen Arten der Fensterlüfter bieten eine hohe Flexibilität. Bestimmt finden Sie für jedes Problem oder Fenster das passende Produkt.
  • Sparen Sie Geld durch die niedrigen Anschaffungskosten. Gerade verglichen mit zentralen Lüftungsanlagen sind Fensterlüfter sehr günstig. Es gibt für jedes Budget den passenden Lüfter.
  • Der leichte Einbau, spart Ihnen Zeit, Kraft und auch Geld. Außerdem sind Fensterlüfter auch zum Nachrüsten oder zum Einsatz in Altbauten geeignet.
  • Die große Auswahl an zusätzlichen Funktionen ermöglicht es, ein Produkt zu finden, das Ihre Bedürfnisse genau erfüllt.
  • Fensterlüfter sind unscheinbar. Die meisten Modelle sind weder von außen noch von innen zu erkennen. So erhalten Sie die Ästhetik Ihres Hauses und können auf sichtbare Außenluftdurchlässe verzichten.

Planen Sie vor dem Kauf welche Anforderungen Sie an den Fensterlüfter stellen. Einige Überlegungen hierfür sind:

  • Ist eine Querlüftung in ihrem Wohnraum möglich? Sie wollen einen hygienischen Mindestluftwechsel erreichen? Dann reicht ein passiver Fensterlüfter aus.
  • In Ihrer Wohnung ist keine Querlüftung möglich oder Sie wollen nur einzelne Räume belüften? Planen Sie den Bau eines Passiv- oder Effizienzhauses? Dann wählen Sie aktive Lüfter für Ihre Fenster aus.
  • Haben Sie beispielsweise Heuschnupfen, lohnt es sich, nach einem System mit Pollenfiltern zu suchen.
  • Wohnen Sie an einer dicht befahrenen Straße, ist ein zusätzlicher Schallschutz zu empfehlen.
  • Sind Sie geräuschempfindlich? Durch Ventilatoren, Motoren, Straßenlärm und Wind entstehen zusätzliche Geräusche. Gerade im Schlafzimmer ist dies manchmal störend. Beachten Sie daher die Herstellerangaben zu Schallschutz und Lautstärke des Lüfters.
  • Haben Sie sich für aktive Belüftung entschieden beachten Sie den Wirkungsgrad und den Stromverbrauch. So stellen Sie sicher, dass Ihr Lüftungskonzept wirtschaftlich bleibt.
  • Für energieeffizientes Heizen lohnen sich Lüftungskonzepte mit Wärmerückgewinnung. Zu beachten ist hierbei der Wirkungsgrad und der Stromverbrauch des jeweiligen Lüfters. So stellen Sie sicher, dass ihr Lüftungskonzept wirtschaftlich bleibt.

Der Einsatz von Fensterlüftern bietet viele Möglichkeiten und ist somit auch bei Ihnen sinnvoll. Grundsätzlich ist es aber empfehlenswert, eine Fachfirma damit zu beauftragen. Diese erstellt ein Lüftungskonzept, berät Sie und übernimmt die professionelle Montage von Fensterlüftern. Auch wenn Fensterlüfter das Öffnen der Fenster noch nicht komplett ersetzen, profitieren Sie von ihnen. Der Schutz der Bausubstanz führt zu einem Werterhalt Ihrer Immobilie. Außerdem sorgt der Luftwechsel für ein besseres Raumklima. So fällt das Denken leichter und Sie atmen endlich wieder durch.

10. Warum trotz Fensterlüftern Lüften nötig ist

Stickig, verbraucht, abgestanden – wir haben viele Bezeichnungen für „schlechte Luft“. Das lässt ahnen, dass ausreichend Frischluft essenziell für unser Wohlbefinden ist. Sorgen Sie nicht für ausreichend Luftwechsel in Ihrer Wohnung, führt dies zu Schimmel. Lüften Sie, damit Sie wieder tief durchatmen und Ihr Gebäude schützen.

Die meisten Fensterlüfter stellen einen Mindestluftwechsel sicher. Dieser reicht nicht aus, um Feuchtespitzen durch Kochen oder Waschen abzubauen. Daher ist auch mit eingebauten Fensterlüftern zu lüften. Wenn Sie keine Fensterlüfter oder zentrale Lüftungsanlage haben, ist es umso wichtiger, korrekt zu Lüften.
Wie lange Sie lüften, hängt von einigen Faktoren ab. Ein Faktor ist beispielsweise die Jahreszeit. Die unterschiedliche Temperatur und Leuftfeuchtigkeit beeinflusst die Dauer des Lüftens. Ebenso verhält es sich mit der Lage der Fenster. Durch gegenüberliegende Fenster gibt es einen Durchzug. Das nennt man Querlüften und es ist deutlich effektiver als andere Formen des Lüftens. Auch die Nutzung der Räume hat einen Einfluss auf Dauer und Häufigkeit des Lüftens. Ein erhöhter Luftwechsel ist nötig, wenn:

  • Sich viele Personen in einem Raum aufhalten. Dies ist beispielsweise in Büros, Klassenzimmern oder auch auf Partys der Fall.
  • Erhöhte Luftfeuchtigkeit auftritt. Diese tritt beim Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen auf.

11. Wie Sie auch ohne Fensterlüfter richtig Lüften

Die Belüftung durch gekippte Fenster ist zu vermeiden. Der Luftaustausch ist bei dieser Art zu lüften gering, wodurch sich die Lüftungsdauer verlängert. Dadurch geht die Heizungswärme verloren und das Gebäude kühlt stark ab.
Die beste Technik zum Lüften ist die sogenannte Querlüftung, umgangssprachlich auch Durchzug. Hierbei werden mindestens zwei gegenüberliegende Fenster komplett geöffnet.

Tipp zum Bau erklärt Ihnen, wie man korrekt lüftet.

Heizung beim Lüften ausschalten – auch mit Fensterlüftern.

Durch den Druckunterschied zwischen der Windseite und der Windschattenseite des Gebäudes entsteht ein Luftzug. Durch das eine Fenster strömt frische Außenluft ein und durch das andere wieder aus. Hierbei wird eine hohe Luftwechselrate erreicht. Die komplette Raumluft ist in einer kürzeren Zeit ausgewechselt. Achten Sie während der Querlüftung darauf, dass die Türen der Zimmer offen sind. Schalten Sie außerdem die Heizung aus. Das spart auch Heizkosten.

Lüften Sie für einen ausreichenden Luftwechsel 3- bis 4-mal täglich. Aufgrund der unterschiedlichen Außentemperatur unterscheidet sich die Länge des Lüftens je nach Jahreszeit:

  • Sommer: Mehrmals für 20 bis 30 Minuten mit Durchzug lüften.
  • Winter: Mehrmals für 5 bis 10 Minuten mit Durchzug lüften.

12. Wo lohnen sich Fensterlüfter – Lüftungsbedarf der unterschiedlichen Räume

Die Zimmer des Wohnraums sind unterschiedlich genutzt. Somit gibt es auch unterschiedliche Anforderungen an die Lüftung. In Räumen, die einen besonders hohen Lüftungsbedarf haben, ist die Installation von Fensterlüftern sinnvoll.

  • Schlafzimmer:

In einer Nacht verliert ein Erwachsener bis zu einem Liter Wasser. Außerdem steigt durch die Atmung die CO2 – Konzentration. Daher gibt es einen erhöhten Bedarf zum Lüften. Dementsprechend sind Fensterlüfter als Ergänzung empfehlenswert. Im Sommer empfiehlt sich auch das Kippen oder Öffnen der Fenster über Nacht. Morgens und abends wird quer- oder stoßgelüftet. Im Sommer empfiehlt sich dies, solange die Außentemperatur möglichst niedrig ist.

  • Wohnzimmer:

Im Wohnzimmer lüften Sie zum Feuchteschutz, es reicht also die regelmäßige Stoßlüftung. Zusätzlich ist bei Bedarf, also wenn Sie die Luft als schlecht empfinden, zu lüften. Nutzen viele Personen das Wohnzimmer oder wird hier Wäsche aufgehängt, sind zusätzliche Fensterlüfter sinnvoll.

In diesen Räumen kommt es zu Feuchtespitzen. Beim Kochen, Waschen und Baden fällt eine besonders hohe Luftfeuchtigkeit an. Leiten Sie diese möglichst sofort ab. Es empfiehlt sich also, umgehend mit Stoß- oder Querlüftung zu reagieren. Auch in diesem Raum lohnen sich Fensterlüfter, um der hohen Luftfeuchtigkeit vorzubeugen.

Kellerräume haben häufig kalte Wände. Die Kondensation warmer Luft an einer kalten Wand führt zu Schimmel. Lüften Sie im Sommer morgens und abends Ihren Keller, um dies zu verhindern.

13. Lüftung: Alle wichtigen Begriffe zu Fensterlüftern auf einen Blick

Zuluft, Raumluft, Luftwechselrate und Co. In der folgenden Tabelle sind alle wichtigen Begriffe bezüglich Belüftung erklärt:

BegriffErklärung
AußenluftDie Luft, die außerhalb des Gebäudes ist und von einer Lüftungsanlage angesaugt wird.
RaumluftDie Luft im inneren von Räumen.
ZuluftDie Luft, die einem Raum zugeführt wird.
AbluftDie Luft, die aus einem Raum ausströmt.
FortluftDie Abluft, die ins Freie geblasen wird.
LuftvolumenDie Menge an Luft, die in einen Raum passt.
LuftvolumenstromDie Menge an Luft (Volumen), die einen bestimmten Bereich in einer bestimmten Zeit passiert.
LuftwechselrateDie Luftmenge die innerhalb einer Stunde in einem Raum ausgetauscht wird.
LuftfeuchtigkeitDie Menge an Wasserdampf in einem Luftvolumen.
Relative LuftfeuchtigkeitDas Verhältnis von der tatsächlichen und maximalen Wasserdampfmenge in der Luft.

14. Luftfeuchtigkeit messen – wann sind Fensterlüfter nötig?

Bauen Sie Fensterlüfter ein. So steigern Sie den Luftwechsel und schützen Ihre Wohnung vor Schimmel. Aber ist die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung zu hoch? Eine einfache Möglichkeit dies zu überprüfen ist die Messung mit einem Hygrometer. Einfache elektronische Hygrometer sind bereits ab circa 8 € erhältlich.

In der Regel messen diese Geräte die relative Luftfeuchtigkeit und die Temperatur. Durch leichte Bedienbarkeit und digitale Anzeigen eignen sich diese zur schnellen und unkomplizierten Luftfeuchtemessung. Grundsätzlich empfiehlt sich eine Temperatur von 20 °C und eine relative Luftfeuchte von 50%. Da Zimmer unterschiedlich genutzt werden folgen nun Empfehlungen für die einzelnen Räume:

  • Flur: Die optimale Temperatur liegt bei 15 – 18°C. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 40 – 60%.
  • Badezimmer: Die optimale Temperatur liegt bei 20 – 23°C. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 50 – 70%.
  • Wohn- und Arbeitszimmer: Die optimale Temperatur liegt bei 20 – 23°C. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 40 – 60%.
  • Kinderzimmer: Die optimale Temperatur liegt bei 20 – 23°C. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 40 – 60%.
  • Schlafzimmer: Die optimale Temperatur liegt bei 17 – 20 °C. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 40 – 60%.
  • Keller: Die optimale Temperatur liegt bei 10 – 15 °C. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 50 – 65%.

15. Wenn Fensterlüfter und Lüften nicht mehr reicht – der Luftentfeuchter

Es gibt auch Alternativen, um die Luftfeuchtigkeit zu senken. Gerade bei besonders hoher Luftfeuchtigkeit reichen Lüften und Fensterlüfter nicht mehr aus. Hier kommen Luftentfeuchter zum Einsatz. Diese Geräte saugen die Luft ein, entziehen ihr den Wasserdampf und geben sie danach wieder ab.

Ein Luftentfeuchter misst die relative Luftfeuchte und senkt diese bis auf einen eingestellten Sollwert. Im Gegensatz zu Lüftungsanlagen und Fensterlüftern gibt es bei Luftentfeuchtern keinen Luftwechsel. Sie eignen sich also nicht zur Frischluftzufuhr, sondern nur zur Senkung der Luftfeuchtigkeit.

Somit eignen sich Luftentfeuchter in Räumen mit besonders hoher Luftfeuchtigkeit. Ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65 % ist ein Luftentfeuchter sinnvoll. Es ergeben sich beispielsweise folgende Einsatzmöglichkeiten:

  • In Kellerräumen.
  • Zur Trocknung nach Wasserschäden (zum Beispiel: Rohrbruch).
  • Als Bautrockner.
  • In Räumen, in denen häufig Wäsche getrocknet wird.

16. Fensterfalzlüfter – das ist vor dem Kauf dieser Fensterlüfter zu beachten

Fensterfalzlüfter sind günstige passive Fensterlüfter. Da ihre Effizienz von Druckunterschieden abhängt, sind diese Lüfter nur für bestimmte Einsatzgebiete sinnvoll.:
In Kombination mit einer Abluftanlage.
Wenn Querlüftung möglich ist.
Als Zuluft-Element in der Versorgung mit Verbrennungsluft. In Kombination mit Schachtlüftung.
Vor Kauf und Montage von Fensterlüftern, ist jedoch der Bedarf und Montageort zu klären. Dabei stellen sich folgende Fragen:

  • Welchen Luftwechsel wollen Sie erreichen?
  • Wie viele Fensterlüfter werden dafür benötigt?
  • An welchen Fenstern montieren Sie die Lüfter?

Hierzu empfiehlt sich die Beratung durch einen Fachmann, beispielsweise einem Klimatechniker. Nutzen Sie Fensterfalzlüfter in der Verbrennungsluft-Versorgung eines Kamins, ist ein Schornsteinfeger der Ansprechpartner. Manche Hersteller bieten auf ihren Websites Berechnungstabellen an. So ermitteln Sie, wie viele Fensterlüfter benötigt werden.

17. Einbruchschutz und Fensterlüfter

Ein offenes oder gekipptes Fenster wirkt auf Einbrecher beinahe wie eine Einladung. Doch auf das Lüften zu verzichten, um sich zu schützen, ist keine Alternative. Verzichtet man auf ausreichendes Lüften leiden darunter Wohlbefinden und Gebäudeschutz. Fensterlüfter stellen eine Möglichkeit dar, die Frischluftzufuhr auch bei geschlossenem Fenster sicherzustellen. Daher ist es mit Fensterlüftern einfacher, Fenster nur noch zu öffnen, wenn Sie diese auch im Blick haben. Das schützt auch vor Einbrüchen. Doch beeinflussen Fensterlüfter die Einbruchsicherheit der Fenster?

Fensterfalzlüfter, ins Fenster integrierte Lüftungen und Lüfter im Blendrahmen beeinträchtigen die Widerstandsklasse des Fensters nicht. Anders verhält sich dies jedoch bei automatisierten Beschlägen. Diese öffnen die Fenster und erleichtern damit auch Einbrechern den Zugang zu Ihrer Wohnung. Berücksichtigen Sie also beim Kauf die Herstellerangaben zum Thema Widerstandsklasse und Einbruchschutz. Zusammengefasst bedeutet dies, dass Fensterlüfter die Haussicherheit nicht negativ beeinflussen. Im Gegenteil: Das seltenere Öffnen der Fenster stellt einen zusätzlichen Schutz vor Einbrüchen dar.

18. Die Widerstandsklassen – auch bei Fensterlüftern zu beachten

Hersteller von Fensterlüftern geben häufig an, dass diese die Einbruchssicherheit des Fensters nicht beeinflussen. Doch was bedeutet Einbruchssicherheit und wie wird diese gemessen? Die Einbruchssicherheit von Fenstern wird als Widerstandsklasse angegeben. Die Widerstandsklasse, auch „resistance class“, wird mit RC und einer Zahl angegeben. Diese Klassen geben an, wie lange ein Fenster welchem Täter mit welchem Werkzeug standhält. Das bedeuten die unterschiedlichen Klassen:

  • RC 1N ist die niedrigste Widerstandsklasse. Diese Klasse schützt bedingt vor Vandalismus, aber kaum vor Einbruch.
  • RC 2N bezeichnet Fenster mit Standardglas, die bereits einfachen Werkzeugen widerstehen. Sie widerstehen Gelegenheitstätern mit einfachen Werkzeugen circa drei Minuten.
  • RC 2 bezeichnet Fenster die Gelegenheitstätern mit einfachen Werkzeugen ebenfalls drei Minuten widerstehen. Im Unterschied zur vorherigen Klasse, ist bei diesen Fenstern eine DIN geprüfte Verglasung vorgesehen. Für den privaten Gebrauch reicht diese Widerstandsklasse normalerweise aus.
  • RC 3 Fenster bieten sehr guten Einbruchsschutz. Dieser schützt auch vor gewohnt vorgehenden Tätern mit Werkzeugen für fünf Minuten.
  • RC 4 – 6 bezeichnen Klassen, die im Privatgebrauch nicht zum Einsatz kommen. Diese Fenster werden beispielsweise in Geschäften eingesetzt. Sie bieten Schutz vor erfahrenen Tätern mit elektronischen Werkzeugen und das bis zu 20 Minuten.

19. Wenn Fensterlüfter noch nicht installiert sind – wie Sie Schimmel entfernen

Fensterlüfter, Lüftungsanlagen und Luftentfeuchter dienen der Schimmelprävention. Die Prävention ist aus guten Gründen sinnvoll. Schimmelpilze schädigen nicht nur die Bausubstanz, sondern gefährden auch Ihre Gesundheit. Haben sie Schimmelpilze entdeckt, entfernen Sie diese so schnell wie möglich.
Selbstständig sollten Sie aber nur kleine Stellen behandeln. Zur Einschätzung gibt es eine hilfreiche Faustregel. Ist der Schimmel größer als eine Kreditkarte beauftragen Sie eine Fachfirma mit der Entfernung. Kleinere Stellen sind auch selbst zu behandeln. Beachten Sie hierbei:

  • Schützen Sie sich. Tragen Sie Schutzkleidung, Handschuhe und eine FFP3-Maske.
  • Lüften Sie. Öffnen Sie Fenster und Türen, das schützt Sie vor Schimmelsporen und hilft beim Trocknen der behandelten Wand. Außerdem verschwindet der Geruch des Schimmelentferners schneller.
  • Behandeln Sie die Stelle mit einem Schimmelentferner. Im Handel sind unterschiedliche Schimmelentferner erhältlich. Sie basieren meist auf Chlor oder starken Desinfektionsmitteln. Verwenden Sie als Hausmittel hochprozentigen (mindestens 70%) Alkohol.
  • Schimmelentferner unterscheiden sich in der Anwendung. Beachten Sie daher die Herstellerangaben.
    Trocknen Sie die Wand vollständig, bevor Sie die Stelle neu verputzen und streichen.
  • Klären Sie die Ursache des Schimmels. Beheben Sie diese nicht, bekommen Sie häufiger Probleme mit Schimmelbildung.

20. Benötigen Sie Fensterlüfter? – ist Ihr Fenster dicht?

Eine zusätzliche Belüftung beispielsweise durch Fensterlüfter ist durch die neue und dichte Bauweise nötig. Um Heizkosten zu sparen ist dies auch sehr sinnvoll. Die Dichtungen von Fenstern sind starken Belastungen ausgesetzt. Das häufige Öffnen und Schließen sowie die wechselnden Temperaturen machen die Dichtungen zu Verschleißteilen. Deshalb sind die Dichtungen an Fenstern mindestens alle 15 Jahre auszutauschen.

Aber wie überprüft man, ob das Fenster noch dicht ist? Hier gibt es zwei einfache Tricks:

  • Mit einem Feuerzeug erzeugen Sie eine Flamme. Diese bewegen Sie dann langsam an Fensterflügel und Rahmen entlang. Bewegt sich die Flamme hin und her, ist ein Luftzug vorhanden und Ihr Fenster undicht.
  • Klemmen Sie ein Blatt Papier zwischen Fensterflügel und Rahmen und schließen Sie das Fenster. Lässt sich das Papier herausziehen, ist das Fenster undicht.

21. Wann ist welcher Fensterlüfter sinnvoll? – alles auf einen Blick

Da es viele unterschiedliche Arten von Fensterlüftern gibt, ist es schwer, den Überblick zu behalten. Prinzipiell sind Fensterlüfter nützlich, wenn das Gebäude „zu“ dicht ist, also bei:

  • Neubauten.
  • Sanierten Altbauten.

In der folgenden Übersicht sind die unterschiedlichen Fensterlüfter und deren Einsatzmöglichkeiten aufgelistet. Somit fällt Ihnen die Auswahl sicher leichter.

ModellVerwendung
Fensterfalzlüfter
  • Wenn eine Querlüftung möglich ist.

  • Als Ergänzung zu einer Abluftanlage.

  • Als Ergänzung zur Schachtlüftung.

  • Zur Versorgung mit Verbrennungsluft.
Lüfter im Belndrahmen (passiv)
  • Wenn eine Querlüftung möglich ist.

  • Als Ergänzung zu einer Abluftanlage.
Lüfter im Blendrahmen (aktiv)
  • Zur Lüftung einzelner Räume.
Lüfter im Blendrahmen (aktiv) mit Wärmerückgewinnung
  • Zur Lüftung einzelner Räume.

  • Als dezentrales Lüftungssystem in Effizienz- und Passivhäusern.
Fensterventilator
  • Zur Lüftung einzelner Räume.
Lüftung durch Fensterantrieb
  • Bei schlecht erreichbaren Fenstern.

  • Zur Lüftung in einem Smart-Home.

  • In Büroräumen und Turnhallen.

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