Farblackierungen

Farblackierung – viel mehr als nur ein neuer Anstrich

Wir wünschen uns doch alle hin und wieder ein wenig mehr Farbe in unserem Leben. Der sprichwörtlich „graue Alltag“ wird oftmals ganz schön eintönig. Um das bei Ihrem nächsten Bauprojekt zu umgehen, ist die Farblackierung eine ideale Lösung. Sie sind langlebig, sehen schick aus und schützen gleichzeitig ihren Untergrund vor ungewollten Verunreinigungen.

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1. Farblackierung – Was ist das genau?

Ein optisch ansprechender Schutzmantel

Farblackierungen haben beim Bauen oder Renovieren zwei zentrale Funktionen Schützen und Verschönern. Idealerweise sollten natürlich beide Aspekte gleichzeitig abgedeckt werden. Genau das macht oft die Auswahl des passenden Lacks zur Herausforderung. So gelten für Haus und Garten jeweils unterschiedliche Anforderungen.

Zudem variieren je nach Material des Untergrunds auch die Lackarten. Was das Lackieren als Form der Oberflächenbehandlung so interessant macht, sind die klaren Vorteile des Endergebnisses: Eine glatte und hochwertig wirkende Optik entsteht, die mit ihrer Beständigkeit auch in der Praxis überzeugt.

Lack – Ein Anstrich mit vielen Bestandteilen

Lacke gibt es in allen Formen und Farben. Apropos Farbe: Was unterscheidet eigentlich den Lack von anderen Anstrichen? Im Vergleich zu Farben oder Lasuren ist der Bindemittelanteil im Lack chemisch betrachtet höher. Dies sorgt dafür, dass die aufgetragene Lackschicht eine glatte und ansprechende Oberfläche bildet. Eigenschaften von Lacken:

  • Sie bilden nur eine oberflächliche Schutzschicht.
  • Im Gegensatz zur Lasur dringen sie nicht in ihr Untergrundmaterial ein.
  • Neben den erwähnten Bindemitteln sind in Lacken noch Pigmente, Lösemittel und Zusatzstoffe (sogenannte Additive) enthalten.
  • Die konkrete Zusammensetzung hängt ab von der jeweiligen Lackart.

Pigmente sorgen für den gewünschten Farbton. Sie können aber auch besondere Effekte erzeugen: Beispielsweise Glanz oder mehrfarbige Lichteffekte, die sich je nach Betrachtungswinkel ändern. Lösemittel sind im Lack die Stoffe, die beim Anstrich für eine flüssige Konsistenz sorgen. Sie  verdampfen oder verdunsten nach der Trocknung. Außerdem führen sie häufig zu Reizungen und Allergien. Sie machen daher das Tragen von Schutzkleidung beim Lackieren notwendig.

In den letzten Jahren wird versucht, den Lösemittelanteil so gering wie möglich zu halten. Grund dafür sind der Verbraucher- und Umweltschutz. Die Additive, häufig Lichtschutz- oder Konservierungsmittel, machen die Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit von Lack aus. Deshalb sind sie für den Einsatz im Außenbereich besonders interessant.

2. Wo werden welche Farblackierungen verwendet?

Grundsätzlich lassen sich zwei große Gruppen von Lacken unterscheiden: Acryllack und Kunstharzlack (auch Alkydharzlack genannt). Acryllack ist wasserbasiert, wohingegen Kunstharzlack einen höheren Lösemittelanteil hat. Eine weitere wichtige Unterscheidung besteht zwischen Pulverlacken und Flüssiglacken. Hier ist, wie der Name schon sagt, die Konsistenz entscheidend.

Daneben gibt es eine Vielzahl anderer Lackarten, die jeweils für verschiedene Materialien geeignet sind. Der Name richtet sich oftmals nach den jeweils beigemischten Bindemitteln. Alle Lackarten sind in der Regel in diversen Farben oder als Klarlack erhältlich.

Hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Vertreter aus der Familie der Lacke:

Lackart Eigenschaften Verwendungszweck
Acryllack• Meist auf Wasserbasis.
Geruchsarm und trocknet schnell.
• Witterungs- und UV-beständig.
Umweltschonend und gesundheitlich unbedenklich.
• Einfache Werkzeugreinigung mit Wasser.
• Innen- und Außenbereich.
• Aluminium, Holz, Mauerwerk, Gips.
• Möbel, Fliesen.
• Heizungen.
Alkydharzlack• Hoher Lösemittelanteil, sehr flüssig.
• Besonders hohe Deckkraft.
• Sehr beständig und strapazierfähig.
• Enthält viele Additive.
• Weniger umweltschonend und langsamere Trocknung als bei Acryllacken.
• Innen- und Außenbereich.
• Holz, Metalle, PVC.
• Türen, Möbel, Parkette.
• Wärmeresistenter Heizungslack.
Bitumenlack• Wenig Farbvariation, in der Regel Schwarz.
Wasserundurchlässig und resistent gegen diverse Säuren, Laugen und Salze.
• Nicht resistent gegen Lösemittel, Öle und Fette.
Temperaturbeständig.
• Schnelle Trocknung.
• Eher im Außenbereich.
Unterwasserflächen und erdberührende Bereiche.
Schutz für Beton- und Stahlbauten.
• Innenlackierung von Dachrinnen.
2K-Lack• Besteht aus zwei Komponenten (Stammlack und Härter).
• Wird erst kurz vor Gebrauch gemischt.
• Besonders robust.
• Sowohl als Klarlack als auch farbig erhältlich.
• Meist auch gegen diverse Chemikalien resistent.
• Vor allem bei stark beanspruchten Flächen.
• Metalle, Kunststoffe, Holz, Beton.
• Möbel, Parkett.
• Geräte, Garagentore.
Pulverlack• Beinahe zu 100% aus Feststoffen.
• Pulver wird elektrostatisch aufgeladen und anschließend eingebrannt.
• Hohe Ästhetik und Beständigkeit.
• Sehr widerstandsfähig, variiert allerdings je nach Bindemittel.
• Leicht zu entsorgen.
• Vor allem Metallmöbel und –Fassaden.
• Zum Teil auch Holz und Kunststoffe.
Epoxidharzlack• Gut für stark beanspruchte Flächen.
• Abriebfest und sehr widerstandsfähig.
Resistent gegen Chemikalien und Wasser.
• Gehört in der Regel zu den Zwei-Komponenten-Lacken.
• Kann oft mit Wasser verdünnt werden.
• Eher in Innenräumen.
• Gut geeignet für mechanisch belastete Bereiche.
• Metalle, Kunststoffe, Holz, Beton.
Naturharzlack• Natürliche Öle und Naturharzlack als Bindemittel.
Umweltfreundlichkeit hängt vom Lösungsmittel ab.
• Als sehr ergiebig angepriesen.
• In der Regel hohe Deckkraft und guter Verlauf.
• Bei Verwendung von Wasser als Lösemittel frei von schädlichen Dämpfen und abbaubaren Umweltgiften.
• Innen- und Außenbereich.
• Metalle, Holz, Gips und Stein.
• Möbel.
• Vor allem bei stark beanspruchten Flächen.
Nitrolack• Hoher Lösemittelanteil.
Gute Deckkraft und mechanisch gut belastbar.
• Schnelle Trocknung.
• Unter Umständen problematische Entsorgung.
• Oftmals keine UV-Resistenz.
• Eher für Innenbereiche.
• Metall- und Holzteile.
• Türen, Fenster, Möbel.
WasserlackUmweltverträglich.
• Empfindlich gegenüber Frosttemperaturen.
• Bildet relativ harte Oberfläche.
• Chemisch und mechanisch hoch belastbar.
• Sehr geruchsarm.
• Verwendung im Innen- und Außenbereich.
• Metalle, Holz, Kunststoff.

3. Farblackierung als Multifunktionswunder

Farblacke für Haus und Garten vereinen gleich drei zentrale Eigenschaften. Sie dienen progrün, Daumen in Kreis, Mit Tipp zum Bau die Vorteile der Farblackierung entdecken. tektiven, dekorativen und funktionalen Zwecken. Dementsprechend kommen für verschiedene Zwecke immer andere Lackarten in Frage. Je nachdem, worauf Sie bei der Renovierung oder dem Neubau größeren Wert legen.

Farblackierung als Schutzmantel

Protektives Merkmal von Lacken ist der Schutz vor Außeneinflüssen. Das ist sowohl im Außenbereich als auch im Hausinnern wichtig. Im Freien müssen gerade Materialien wie Zäune, Außenfassaden und Terrassenbodenbeläge vor Wind und Wetter geschützt werden.

  • Außerdem helfen Lacke dabei, die Untergrundmaterialien gegen Fäulnis zu schützen.
  • Sie haben beispielsweise eine abtötende Wirkung auf Bakterien, Algen oder Insekten und bekämpfen Pilzbefall.
  • Im Innenbereich geht es um den Schutz vor Kratzern oder Verunreinigungen.

Farblackierung als optischer Hingucker

Bei der Dekoration geht es natürlich um die Optik. Eine besonders deckende Farblackierung kaschiert zum Beispiel ungewollte Maserungen oder Verfärbungen im Material. Lacke sorgen generell für glatte und ansprechende Oberflächen. Und für jeden Geschmack ist etwas Passendes dabei: Egal ob glänzend oder matt, farbig oder durchsichtig – mit dem richtigen Lack lässt sich jedes Material aufwerten.

Farblackierung im Praxistest

Lacke sind überaus vielfältig einsetzbar. Deshalb weisen sie auch viele verschiedene Funktionen auf. Zum einen spielt natürlich die Beständigkeit eine große Rolle. Denn eine Farblackierung hält in der Regel sehr lange. Lackierte Oberflächen gewinnen aber auch an Rutschfestigkeit, elektrostatischer Ableitung oder besonderer Hitzebeständigkeit.

4. Vor dem Lackieren unbedingt beachten

Verwendungszweck der Lacke, Schutzkleidung und passendes Werkzeug

Stempel, Taste, Artikel, Bewertung. Tipps und Tricks zur Farblackierung und Lacke mit Tipp zum Bau.Zunächst einmal ist der Verwendungszweck zu klären. Die richtigen Lackarten variieren je nach Gebrauch. Im Außenbereich sind beispielsweise geruchsintensivere Lacke weniger problematisch, da hier genug Frischluftzufuhr gegeben ist. Außerdem ist es gefährlich, wenn Sie durch fehlenden Mundschutz schädliche Lösemittel einatmen.

Am besten lassen Sie sich hier von fachkundigem Personal beraten. Manche Lacke sind auch nicht wetterbeständig. Hier also unbedingt genau auf die Angaben des Herstellers achten.

Auch die richtige Schutzkleidung und das passende Werkzeug sind wichtig. Es ist ärgerlich, wenn Pinselhaare durch den falschen Pinsel in die Lackierung eingearbeitet werden. Pinsel werden in zwei Varianten unterteilt: Pinsel mit Naturborsten oder Pinsel mit synthetischen Borsten.

  • Naturborsten werden aus chinesischen Schweineborsten hergestellt.
  • Sie werden für lösungsmittelhaltige Lacke verwendet.
  • Diese Borsten halten viel Farbe und verstreichen sie gleichmäßig.

Für Lacke auf Wasserbasis sind diese Pinsel jedoch ungeeignet. Sie quellen dadurch auf und führen zu einem negativen Farbergebnis. Für Wasserlacke, wie Acryllack, werden Pinsel mit synthetischen Borsten verwendet.

  • Diese quellen nicht auf.
  • Dennoch imitieren sie die Naturborsten.
  • Sie führen somit zu einem makellosen Ergebnis.

Besonders schnell lackiert der Roller. Doch auch hier ist der richtige Roller wichtig. Billige, grobporige Schaumstoffroller sind zum Lackieren ungeeignet. Diese führen zu Luftblasen im Lack. Das Ergebnis: Eine weniger glatte, sondern eher strukturierte Oberfläche. Das ist übrigens auch der Fall, wenn über angetrockneten Lack gerollt wird. Für lösemittelhaltige Lacke sind Schaumwalzen das Richtige. Wichtig ist nur, dass diese sehr feine Poren besitzen.

Auch für Wasserlacke gibt es einen passenden Roller. Diese werden „Flockroller“ genannt. Das sind ebenfalls Schaumstoffwalzen. Doch diese sind an der Oberfläche mit Fasern versehen. Damit lässt sich der dünnflüssige Lack gut aufnehmen und schön verstreichen.

Die einzelnen Schritte des Lackierverfahrens

Grundsätzlich funktioniert das Lackieren im Bereich Haus und Garten in drei Schritten.

  • Zuallererst gilt es, den Untergrund vorzubereiten.
  • Danach wird grundiert. Das ist jedoch nicht immer notwendig.
  • Abschließend wird lackiert.

Beim Vorbereiten des Untergrundmaterials kommt es dabei in erster Linie darauf an, die Oberfläche so trocken und schmutzfrei wie möglich zu halten.

Je nach Untergrund wird dann noch eine Grundierung benötigt. Beim eigentlichen Lackieren werden schließlich ein bis zwei Schichten Lack aufgetragen. Die zweite Schicht sorgt oftmals für einen längeren Halt und eine ansprechendere Optik.

Unter Umständen ist es möglich, auch auf eine separate Grundierung zu verzichten. So gibt es beispielsweise Lacke, die bereits die Funktion einer Grundierung mitübernehmen. In der Regel wird mit Pinsel oder Rollen lackiert. Es gibt aber mittlerweile auch Sprühlack. Dieser ist beim Auftragen unkompliziert und einfacher in der Handhabung.

5. Kostenpunkt bei Farblackierungen

Die Frage nach den Kosten spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Beim Bauen oder Sanieren ist eine angemessene Kalkulation ausschlaggebend. Pauschale Angaben für Lackierungen sind schwierig. Zum einen variieren die Materialkosten je nach Art und Ergiebigkeit des verwendeten Lacks. Zum anderen lässt sich Geld sparen, wenn Sie die Lackierarbeiten selbst übernehmen. Es gibt aber Richtwerte, die Ihnen eine erste Orientierungshilfe geben.

Fenster lackieren• Malerkosten: zwischen 60 und 120 €
oder etwa 15 bis 25 € pro Quadratmeter.
• Materialkosten: zwischen 40 und 50 € pro Quadratmeter.
Türen lackieren• Malerkosten: zwischen 50 und 100 €.
• Materialkosten: zwischen 40 und 50 € pro Quadratmeter.
Heizkörper lackieren• Maler- und Materialkosten zusammen: zwischen 50 und 80 €.
• Im Falle von Schleifarbeiten: etwa 100 €.

6. Farblackierungen – Ein abschließender Überblick

Ob Sie den Lack nun für die Ästhetik oder den Schutz wählen: Farblackierungen bieten mehr als nur eine Funktion. Die beinhalteten Bestandteile sorgen für eine glatte Oberfläche. Im Vergleich zu gewöhnlichen Farben sorgen Lacke außerdem für besseren Schutz. Wenn Sie die richtige Lackart wählen, verstärken Sie diese Schutzfunktion zusätzlich.

So ist beispielsweise der Acryllack für Untergründe wie Aluminium, Holz oder Gips gedacht. Alkydharzlack ist für den Außen- und Innenbereich vorgesehen. Der Epoxidharzlack ist jedoch nur für den Innenbereich geeignet. Beachten Sie diese Vorgaben, um ein perfektes Ergebnis bei Ihrer Verwendung des Lacks zu erzielen. Die obige Tabelle unter 2. Wo werden welche Farblackierungen verwendet? hilft Ihnen dabei.

Das Auftragen des jeweiligen Lacks ist ebenfalls von der Lackart abhängig. Einige Lacke sind in Sprayform erhältlich. Dieses Lackspray oder der Sprühlack wird einfach an die gewünschte Stelle gesprüht. Achten Sie dabei auf genügend Frischluftzufuhr. Anders verhält sich das bei Lack in flüssiger Form. Für die Arbeit mit diesen Lacken brauchen Sie den richtigen Roller oder Pinsel. Flüssige Lacke lassen sich in Wasserlacke oder lösemittelhaltige Lacke unterteilen.

Pinsel mit Naturborsten sind für lösemittelhaltige Lacke geeignet. Für Wasserlacke werden jedoch Pinsel mit synthetischen Borsten verwendet. Auch die Walzen werden nach diesen Gruppen unterteilt. Während feinporige Roller für lösemittelhaltige Lacke gedacht sind, wird ein Flockroller für Wasserlacke verwendet.

Auch der Untergrund ist entscheidend. Dieser wird gesäubert und getrocknet, bevor er grundiert wird. Einige Lacke beinhalten bereits eine Grundierung. Dieser Schritt wird somit überflüssig. Der Lack ist blasenfrei und gleichmäßig aufzutragen. Nur so entsteht ein makelloses Gesamtbild. Trauen Sie sich diese Präzision nicht zu, ist es ratsam einen Fachbetrieb zu engagieren.

Ob Sie sich nun selbst an dieses Projekt wagen oder einen Fachbetrieb beauftragen: Das Ergebnis ist eine glatte und schützende Oberfläche. Achten Sie nur darauf, den passenden Lack mit dem richtigen Werkzeug zu verwenden. Dann steht Ihren neuen Möbeln, Türen, Fenstern oder Ihrer Fassade nichts mehr im Weg.

7. Maler finden

Sie möchten sich Ihre Hauswände neu lackieren lassen und benötigen fachmännischen Rat vor Ort?

Ihr Maler in Ihrer Nähe hilft Ihnen gerne.

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