Trockenbauer

1. Die Ausbildung zum Trockenbauer

Nach dem Abschluss des Trockenmonteurs ist eine Meisterschulung möglich.

Die Ausbildung zum Trockenmonteur ist nur eine Stufe in diesem Gewerk.

In Deutschland gibt es im Berufsfeld des Trockenbaus zwei Ausbildungen. Nach zwei Jahren ist die Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter mit Schwerpunkt Trockenfachbau abgeschlossen. Nach einem zusätzlichen  Ausbildungsjahr ist der Lehrling schließlich als Trockenbaumonteur zu bezeichnen. Anschließend besteht die Möglichkeit einer weiterführenden Berufsausbildung als Industriemeister für Akustik- und Trockenbau.

In der Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter lernen Lehrlinge mit Bauplänen umzugehen und Materialien zu bestellen. Weiterhin helfen Sie im Betrieb mit. Auf diese Weise sammeln sie erste Erfahrungen im Innenausbau und Fliesenlegen.

Die dreijährige Ausbildung zum Trockenbaumonteur ist eine duale Ausbildung. Hierbei lernen Auszubildende in der Berufsschule zunächst den theoretischen Teil und üben an Modellen. Danach setzen Sie Ihr Wissen auf der Baustelle in die Tat um. 

Seit 1984 gibt es den weiterführenden Berufsabschluss Industriemeister Akustik- und Trockenbau. Doch Achtung: Es gilt im Gewerk des Trockenbauers keine Meister-Pflicht für einen eigenen Betrieb. Verlassen Sie sich deshalb nicht automatisch auf die Kompetenz Ihres selbständigen Trockenbauers. Achten Sie daher auf andere Zertifikate und Qualifizierungs-Programme im Bereich des Trockenbaus.


2. Der Trockenbauer und andere Gewerke

Trockenbauer übernehmen meist auch andere Aufgaben am Bau.

Trockenmonteure übernehmen durch ihre Ausbildung auch Tätigkeiten anderer Handwerker.

Der Trockenbauer ist als eigenständiges Gewerk anerkannt. Er arbeitet eng mit anderen Gewerken zusammen, deren Aufgaben er teilweise sogar übernimmt. Somit agiert der Trockenbauer gegebenenfalls auch als Stuckateur, Zimmermann, Fliesenleger oder Schreiner.

Demnach bringt der Trockenbauer nicht nur Gipsplatten an, sondern hat ein breiteres Aufgabengebiet. Diese Aufgaben zählen jedoch offiziell nicht zum Beruf des Trockenbau-Experten. Schreiner-Arbeiten kommen außerdem auch bei Rahmen-Konstruktionen aus Holz in Frage.

3. Die Aufgabengebiete eines Trockenbauers

Sobald alle tragenden Wände Ihres Mauerwerks stehen, beginnt Ihr Trockenbauer mit seiner Arbeit. Ihr Trockenbau-Experte baut alle Wände, Decken und Böden, die nicht tragend, sondern raumbegrenzend sind. Auf diese Weise gestaltet er Ihre Räume ganz nach Ihren Vorstellungen und Wünschen.

Dabei montiert Ihr Trockenbauer zunächst ein Ständerwerk aus Metall oder Holz als tragende Unterkonstruktion für die Leichtbauwand. Auf diese sind anschließend trockene Gipskartonplatten zu ziehen. So entstehen die sogenannten Vorwandinstallationen in Sanitäranlagen. Er benutzt dabei Materialien und Verfahren ohne Wasser, das heißt er verwendet Klemm-, Schraub oder Stecksysteme. Trockenbauarbeiten geschehen somit schnell und sauber

Die beliebige Platzierung macht eine individuelle und flexible Gestaltung des Gebäudes möglich. Hierdurch sind persönliche Anforderungen optimal umzusetzen. Sowohl der Ein- als auch der Ausbau erfolgen einfach und flexibel. Folgende Bauelemente installiert Ihr Trockenbauer:

  • Vorwandinstallationen.
  • Deckenbekleidungen.
  • Wandverkleidungen, Montagewände und Trennwände.
  • Bodensysteme.
  • Einbauten für Lüftungen.
  • Dämmungen, Schallschutz und Isolierungen.
  • Fußboden– und Wandheizungen im Trockenbau.

In Ihrem Badezimmer benutzt Ihr Trockenbauer spezielle, imprägnierte Gipsplatten. Diese weisen Feuchtigkeit ab und beugen somit der Entstehung von gesundheitsschädlichem  Schimmel in den Wänden vor. Später eignen sich die fertigen Gips-Platten für jede Art von Verkleidung. Egal ob Anstrich, Putz, Tapete oder Fliesen – fragen Sie Ihren Trockenbau-Experten, welche Möglichkeiten Sie haben.

4. Die Vergabe von Trockenbau-Arbeiten

Bevor Ihr Trockenbauer los legt, braucht er ein Wandkonzept von Ihnen.

Der Trockenbauer setzt Ihr Wandkonzept um, dass Ihren Vorstellungen und Wünschen entspricht.

Bevor Ihr Trockenbauer mit seiner Arbeit beginnt, benötigt er ein genaues Wandkonzept. Dieses berücksichtigt idealerweise all Ihre Ideen und Wünsche. Besonders wichtig ist es, die Elektro-Installationen vorab zu planen. Dies sind problemlos im Innenraum der Trockenbauwände anzubringen, wie die Fußbodenheizung im Bad. Durch einen fachgerechten Aufbau verschwinden Kabel in der Wand.

Auch für Isolierungen bietet sich dieser Hohlraum an. Somit sparen Sie Heizkosten. Informieren Sie sich bei Ihrem Fachmann über Fußboden- oder Wandheizungen. Bei Isolierungsarbeiten zählt jeder Zentimeter. Ein weiterer Pluspunkt ist die schöne Optik nach dem Spachteln, Schleifen und Verputzen.

Beachten Sie: Ihr Trockenbau hat verschiedenen bauphysikalischen Anforderungen zu entsprechen. Hierzu gibt es auch landesspezifische und bundesweit gültige Normen, Gesetze und Regelungen, die einzuhalten sind. Alle diese Vorschriften lassen sich mithilfe der Trockenbauweise sehr gut und einfach erfüllen. Zudem oftmals besser, als durch die herkömmliche massive Bauweise. Folgende Regelungen sind zu beachten:

  • Wärme- und Kälteschutz.
  • Schallschutz.
  • Brandschutz.
  • Feuchteschutz.
  • Strahlenschutz.
  • Schlagsicherheit.

5. Bau-Überwachung und Abnahme

Eigenständige Überwachungen am Bau ersparen Ihnen viel Zeit und Ärger.

Überprüfen Sie die Arbeiten am Bau selbst, um einen reibunsglosen Ablauf zu gewährleisten.

Ihre Trockenbau-Arbeiten dauern je nach Aufwand und Umfang Ihres Projektes einige Tage. Überprüfen Sie deshalb den Fortschritt Ihres Trockenbaus regelmäßig. Sprechen Sie Mängel oder Fehler sofort an. Die rechtzeitige Erkennung von Fehlern erspart Ihnen spätere Komplikationen. Achten Sie dabei vor allem auf folgende Kriterien:

  • Sind alle Flächen eben?
  • Sind alle Verbindungen an Ecken und Kanten überprüft?
  • Sind alle Fugen ordnungsgemäß verspachtelt?
  • Hat Ihr Trockenbauer nötige Aussparungen passgenau und an der richtigen Stelle angebracht?



Oft erweist es sich auch als nützlich, über den Arbeitsfortschritt Buch zu dokumentieren. Halten Sie deshalb den Zustand Ihres Trockenbaus mithilfe von Foto- oder Videoaufnahmen und Beschreibungen fest. Damit sind Sie auf der sicheren Seite, falls später noch Probleme an Ihrem Trockenbau auftreten.

Nach Beendigung des Trockenbaus überprüfen Sie nochmal, ob Mängel bestehen. Achten Sie dabei nochmals auf dieselben Punkte, die Sie bereits während der Arbeit kontrolliert haben. Bei festgestellten Fehlern kontaktieren Sie Ihren Trockenbauer. Dieser behebt daraufhin die Fehler. Halten Sie dies ebenfalls in einem Abnahmeprotokoll fest.

6. Die Kosten eines Trockenbauers

Hier erfahren Sie alles, was Sie über die Kosten eines Trockenbauers zu wissen gibt.

Rechnen Sie am Trockenbau mit diesen Kosten.

Grundsätzlich zählt Ihr Trockenbau zu den günstigeren Teilen Ihres gesamten Bau-Projektes. Vor allem die Materialkosten sind vergleichsweise gering. Jedes Material besitzt durchschnittliche Kosten. Sie berechnen sich etwa wie folgt:


MaterialDurchschnittliche Kosten
Gipsplattenca. 3 - 6 € pro m2
Metall-Konstruktionca. 3 - 5 € pro m
Holz-Konstruktionca. 4 - 8 € pro m

Wesentlich höher als die Materialkosten sind die Arbeitskosten Ihres Trockenbauers. Rechnen Sie hierfür etwa 35 – 65 Euro pro Arbeitsstunde und Person ein. Doch es gibt vielerlei Möglichkeiten beim Trockenbau Kosten zu sparen:

  • Beauftragen Sie Ihren Trockenbauer in den Wintermonaten. In dieser Zeit bekommt er meist weniger Aufträge. Daher arbeitet er im Winter kostengünstiger als während der Hauptsaison in den Sommermonaten.
  • Fragen Sie Ihren Trockenbauer nach Restposten. Oftmals geben Trockenbauer übrig gebliebene Materialien von vorherigen Baustellen zu einem niedrigeren Preis ab.
  • Verzichten Sie bei der Raumgestaltung auf extravagante Besonderheiten. Ihr Trockenbauer fertigt somit keine teuren Sondermaße für Sie an, sondern greift auf Standardmaße zurück.

Auch hier gilt: Der Gesamtpreis Ihres Trockenbaus hängt vom Aufwand und Umfang Ihres Vorhabens ab. Lassen Sie sich von Ihrem Trockenbauer einen Kostenvoranschlag erstellen. Fragen Sie ihn nach einem guten Angebot für Sie.

7. Ihre Checkliste zum Trockenbauer

Tipp zum Bau hilft Ihnen mit einer Checkliste zum Trockenbauer.

Befolgen Sie diese Checkliste, wenn Sie einen Trockenbauer anheuern.

  • Planen Sie mit Ihrem Trockenbauer vorab ein Wandkonzept, das genau auf Ihre Vorstellungen und Wünsche abgestimmt  ist. So sind keine späteren Änderungen notwendig. Dies spart Zeit und Geld.
  • Beauftragen Sie Ihren Trockenbauer erst, wenn das Mauerwerk Ihres Gebäudes fertiggestellt ist. So hat Ihr Trockenbauer freie Bahn für seine Arbeit.
  • Beachten Sie, dass Ihr Trockenbau-Experte die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Insbesondere Kälteschutz und Brandschutz sind für Sie und Ihre Sicherheit wichtig.
  • Berücksichtigen Sie bundesweiten und landesspezifische Bau-Vorschriften. Ihr Trockenbau-Experte berät Sie hierzu gerne.
  • Überprüfen Sie am Ende, ob Ihr fertiger Trockenbau einwandfrei verbaut ist. So haben Sie lange Zeit Freude an Ihrem Trockenbau.



8.Trockenbauer finden

Sie möchten Ihr Zuhause umbauen, bestehende Grundrisse oder Wände isolieren?  Möchten Sie endlich Ihre Wünsche in die Tat umsetzen ? Ihr Trockenbauer aus Ihrer Nähe hilft Ihnen gern. Lassen Sie sich von Ihrem Fachmann beraten und sparen Sie bares Geld.

9. Grundwissen für Sie aufbereitet: Wie arbeitet ein Trockenbauer?

Das Aufgabenfeld des Trockenbauers ist vielseitig. Im Arbeitsalltag fertigt er raumbegrenzende Konstruktionen an. Ihrer Wände und Decken zu seinen Aufgaben. Zudem verbessert der Trockenbauer die Wärmedämmung. Weiterhin baut der Trockenbauer Fenster und Türen ein. Industriell vorgefertigte Bauteile oder Baustoffe fügt er zu einem Bauelement zusammen. Dabei unterscheiden Trockenbauer zwischen drei verschiedenen Montagearten:

  • Schraubmontage.
  • Klemmmontage.
  • Steckmontage.

Die Trockenbautechnik ermöglicht im Gegensatz zur Massivbautechnik eine weitaus flexiblere Innenraumgestaltung. Somit ist der Trockenbauer in der Lage, Ihr Eigenheim passgenau nach Ihren individuellen Wünschen zu gestalten.

Ein entscheidendes Merkmal des Trockenbaus ist dabei der Verzicht auf wasserhaltige Baustoffe. Ihr Trockenbauer arbeitet ohne Lehm, Mörtel oder Beton. Mit dem klassischen Trockenbaumaterial Gips entscheiden Sie sich für einen umweltschonenden Werkstoff. Denn das Naturprodukt Gips ist universell recyclebar.

10. Welche Materialien nutzt der Trockenbauer?

Gips gilt bekanntermaßen als Standardmaterial des Trockenbaus. Die verbauten Gipskartonplatten sind jedoch in Struktur und Beschichtung nicht einheitlich. Vielmehr passt Ihr Trockenbauer Ihre Gipskartonplatten je nach Anforderung neu an. Daher benötigt er verschiedene Spezialanfertigungen:

  • Brandschutzgerechte Feuerschutzplatten.
  • Imprägnierte Gipskartonplatten: für feuchte Räume.
  • Akustikplatten gegen Raumhall.

Der Trockenbau beinhaltet die Arbeit mit unterschiedlichen Dämmstoffen. Doch auch abseits der Dämmung berücksichtigt der Trockenbauer bei der Materialwahl Ihre Wünsche. Primär erfordern die entstehenden Unterkonstruktionen eine hohe Tragfähigkeit. Daher bietet sich für das Ständerwerk entweder Metall oder Holz an. Bei Deckenbekleidungen stehen Ihnen vielerlei Möglichkeiten offen. Je nach Funktion entscheiden Sie aus:

  • Dekor-, Metall- oder Gitterdecken für die Deckengestaltung.
  • Waben- oder Lamellendecken: Nicht nur optisch einzigartig – Stichwort Schallschutz.
  • Paneel- oder Baffeldecken für die Integration von Deckeneinbauten.

All diese Decken sind auch in den verschiedensten Sonderausführungen einbaubar. Ihr Trockenbauer berät Sie gerne zu Lüftungs- oder Klimadecken. Bei der Auswahl des passenden Materials sind Ihren Träumen keine Grenzen gesetzt. Auf Wunsch greift Ihr Trockenbauer auf  ungewöhnliche Materialien zurück. Mineralfaser, Glas, Fiber– und Calciumsilikat – Ihr Experte arbeitet mit einer breite Produktauswahl.

11. Trockenbauer als Beruf: Welche Voraussetzungen gibt es?

Wie man in Deutschland Trockenbauer wird, erfahren Sie bei Tipp zum Bau.

Trockenbauer benötigen eine gute körperliche Konstitution.

Die Ausbildung zum Trockenbaumonteur ist in Deutschland als duale Ausbildung geregelt. Nach drei Jahren schließt der Auszubildende diese anerkannte Ausbildung ab. Rechtlich ist bei diesem Ausbildungsberuf keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Zumeist stellen Betriebe Auszubildende mit einem Hauptschulabschluss ein. 2018 hatten 49% der Ausbildungsanfänger diesen Bildungsgrad. Sechs Prozent der Azubis besaßen die Hochschulreife.

Der Beruf des Trockenbauers ist körperlich anspruchsvoll. Der Arbeitsort ist immer eine Baustelle, sei es im Freien oder in einem Gebäude. Eine gute körperliche Konstitution für das Heben und Tragen von Baustoffen ist daher unerlässlich. Weitere Talente, die den Arbeitsalltag als Trockenbauer erleichtern, umfassen :

  • Geschicklichkeit und gute Auge-Hand-Koordination.
  • Eine gute Selbstwahrnehmung und Umsicht bei der Arbeit auf Leitern oder Gerüsten.
  • Teamfähigkeit ist von Vorteil – das Montieren von Deckenplatten erfolgt zu zweit.
  • Interesse an Mathematik und Physik.
  • Spaß beim Bauen.

Demnach erfordert der Beruf des Trockenbauers mehr als nur körperliche Fitness. Für Sie als Auftraggeber bedeutet dies: vertrauen Sie Ihrem Trockenbauer. Er berät Sie durchaus in Ihren Gestaltungswünschen. Häufig ist das angesammelte Praxiswissen erfahrener Trockenbauer für Sie weiterführend. Zapfen Sie diesen Wissensschatz also an und profitieren Sie davon.

12. Brandschutz im Trockenbau: So schützt der Trockenbauer Ihr Haus

Gute Trockenbauer sollten Ihr Haus richtig schützen.

Gute Trockenbauer sollten Ihr Haus richtig schützen.

In Deutschland ist der Brandschutz in §14 der Musterbauordnung (MBO) gesetzlich geregelt. Die auch als ARGEBAU bezeichnete Arbeitsgemeinschaft hat die MBO zur Orientierung konzipiert. Jedes Bundesland hat daher eine eigene Bauordnung. Nordrhein-Westfalens Bauordnung stellt im Paragraphen 14 vier Anforderungen an den Brandschutz auf. Diese zielen darauf ab:

  • Dem Entstehen eines Brandes vorbzueugen.
  • Der Ausbreitung von Feuer und Rauch entgegenzuwirken.
  • Die Rettung von Mensch und Tier zu ermöglichen.
  • Wirksame Löscharbeiten zu ermöglichen.

Alle in NRW errichteten Anlagen, also auch Ihr Haus, unterliegen diesen Anforderungen. Beim Brandschutz spielt vor allem das Brandverhalten der Baustoffe eine wichtige Rolle. Die Zündtemperatur des Materials zählt. Je höher diese ist, desto später fängt der Baustoff an zu brennen.

Ihr Trockenbauer kennt sich mit Brandschutz aus und hilft Ihnen hier gerne weiter. Gipskarton-Feuerschutzplatten enthalten einen Kern aus Glasfasern und mineralischen Stoffen. Dadurch wird ein Schrumpfen der Platte durch Wasserverlust ausgeglichen. Im Brandfall bleibt die Standsicherheit somit länger gewährleistet.

Gips ist nicht ohne Grund ein gern genutztes Material. Es enthält circa 20% gebundenes Kristallwasser. Im Brandfall fungiert dieses als eingebautes Löschwasser. Bei 20mm dicken Gipsplatten erfolgt im Brandfall eine Freisetzung von circa vier Liter Wasser pro Quadratmeter. Dadurch gelingt eine Verzögerung des Brandfortschritts. Ihr Trockenbauer erklärt Ihnen, an welchen Stellen im Haus sich Gips daher besonders gut eignet.

13. Dämmung im Trockenbau – So dämmt der Trockenbauer Ihre Räume von innen

Eine Außendämmung Ihres Hauses über die Fassade ist nicht realisierbar? Verzweifeln Sie nicht – Trockenbauer sind Spezialisten für das Dämmen von Innenwänden. Dazu zählen auch die Trockenbauwand die der Trockenbauer vorher aus Gipskartonplatten hochgezogen hat. Je nach Raumnutzung bestehen  unterschiedliche Anforderungen an die Wände. Egal ob Wärme-, Schall-, oder Brandschutz: Für die Dämmung von Innenwänden hat Ihr Trockenbauer üblicherweise drei Herangehensweisen. Dazu gehören:

  • Aufkleben oder Andübeln von Dämmplatten.
  • Eine Unterkonstruktion aus Metall oder Holz mit Dämmstoffen füllen und versiegeln.
  • Aufstreichen oder Aufsprühen sehr weicher Dämmstoffe.

Bei vorher hochgezogenen Trennwänden geht der Trockenbauer üblicherweise anders vor. Nach der Errichtung des Ständerwerks folgt die Befestigung der Gipskartonplatten auf einer Seite. Dies nennt der Trockenbauer im Fachjargon „Beplankung“. Nun ist der Dämmstoff je nach Material anzubringen oder einzufüllen. Nach der Beplankung der anderen Seite erfolgt das Spachteln, Schleifen und die Grundierung. Gegebenenfalls streicht oder tapeziert der Trockenbauer noch.

14. Dämmung im Trockenbau – So wählen Sie das richtige Material

Unterschiede zwischen Dämmstoffen für Trockenbauer erklärt bei Tipp zum Bau.

Ihr Trockenbauer kennt sich hiermit aus: Dämmstoffe.

Für die Dämmung Ihrer Wände nutzt Ihr Trockenbauer verschiedene Materialien. Im Folgenden sehen Sie die üblichen Dämmstoffe in einer Kurzübersicht. Zu beachten ist die Unterscheidung zwischen drei verschiedenen Arten von Stoffen:

  • Synthetische Dämmstoffe wie Polystyrol, Phenolharz oder Aerogel.
  • Mineralische Dämmstoffe wie Steinwolle, Glaswolle oder Mineralwolle.
  • Pflanzliche oder tierische Dämmstoffe wie Baumwolle, Kork oder auch Schafwolle.

All diese Materialien haben eines gemeinsam: sie besitzen eine gute Wärmedämmung. Es gibt jedoch weitere zu beachtende Faktoren. Neben Schall- und Brandschutzeigenschaften spielen auch Gewicht, Dichte und Belastbarkeit eine Rolle. Ihr Trockenbauer hilft Ihnen bei der Auswahl des richtigen Dämmstoffs.

15. Dämmung im Trockenbau – Vermeiden Sie diese vier häufigsten Fehler

Ihr Trockenbauer hat erst in mehreren Monaten wieder Zeit für Ihren Auftrag – was nun? Die folgende  Checkliste eignet sich für ambitionierte Heimwerker. Auch kontrollieren beziehungsweise verstehen Sie mithilfe der Checkliste die Arbeit Ihres Fachmanns:

I. Bei der Trockenbau-Dämmung ist der größte Feind die Feuchtigkeitsbildung in Hohlräumen. Die Temperatur hinter der dämmenden Wand sinkt unter den Taupunkt der Raumluft. Es kommt zur Bildung von Wasser, in der Folge steigt die Luftfeuchtigkeit. Unliebsamer Schimmel bildet sich in den Zwischenräumen, dadurch ist der Schaden  vorprogrammiert. Daher ist es unabdingbar, dass Sie oder Ihr Trockenbauer den Wandaufbau luftdicht ausführen. Hohlräume sind dringlichst zu vermeiden.

II. Besonders bei Altbauten treten die sogenannten Wärmebrücken auf. Die Decken und Innenwände sind dabei an die Außenwände angebunden – ohne Dämmung dazwischen. Bei Temperatursenkungen erkalten auch die Wände innerhalb der Wohnung. Besitzen Sie nun eine Innenwanddämmung, dann bildet sich an den Schnittpunkten mit der Wand Feuchtigkeit. Erneut steht Ihnen der Schimmelbefall ins Haus. Eine Dämmung übers Eck, der sogenannte Flankenschutz, verhindert dieses Debakel.

III. Ungedämmte Fassaden trocknen nicht nur nach außen, sondern auch nach innen. Achten Sie darauf, dass die Innenwanddämmung Ihr Mauerwerk nicht am Trocknen hindert. Hier hilft Ihnen ein Regenschutz von außen und eine diffusionsoffene Dämmung von innen. Nehmen Sie hierfür die Dienste eines erfahrenen Trockenbauers in Anspruch – sonst droht Ihnen ein Schaden am Mauerwerk.

IV. Beachten Sie bei Ihrer Planung, dass nach einer Innenwanddämmung weniger Wohnraum zur Verfügung steht. Dies klingt zunächst banal, doch der Quadratmeterverlust ist spürbar. Je nach Dämmstoff verkleinert sich Ihr Wohnraum um durchschnittlich einen m² pro zehn m² Wohnfläche.

16. Wie sieht das Durchschnittsgehalt eines Trockenbauer aus?

Als Trockenbauer verdienen Sie gutes Geld.

Als Trockenbauer verdienen Sie gutes Geld.

Die Höhe des Lohns ist von vielen Faktoren abhängig. Je nach Region, Firmengröße und Berufserfahrung variiert der Lohn. Wie in jedem Beruf erhöht sich die Vergütung mit steigender Arbeitserfahrung. Doch schon in den Ausbildungsjahren ist das Vergütungsniveau relativ hoch. Angehende Trockenbauer erhalten während der Lehre gutes Geld:

  • Im ersten Ausbildungsjahr zwischen 765 und 850 Euro.
  • Im zweiten Ausbildungsjahr bereits rund 970 bis 1.200 Euro.
  • Im dritten und letzten Ausbildungsjahr sogar 1.190 bis  1.475 Euro.

Das durchschnittliche Einstiegsgehalt eines Trockenbauers liegt zwischen  1.760 und  2.100 Euro. Dieses bekommen die meisten Trockenbauer nach dem Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe ausgezahlt. Für den Trockenbauer bedeutet dies:

  • Der Stundenlohn ist festgelegt.
  • Der Stundenlohn rutscht nie unter eine bestimmte Grenze.
  • Momentan liegt der Lohn bei mindestens 11 Euro die Stunde.

Dieser Lohn steigt mit den Berufsjahren auf  2.200 bis  2.600 Euro brutto. Je nach Zusatzqualifikation erreichen die Löhne in der Spitze um die 3.100 Euro brutto. Im deutschlandweiten Einkommensvergleich bedeutet das Folgendes. Im deutschlandweiten Einkommensvergleich gehört ein allein lebender Trockenbauer ohne Kinder zu den 35 Prozent der reichsten Single-Haushalte in Deutschland.

17. Der spezialisierte Trockenbauer: Das Berufsbild des Stuckateurs

Auch der Stuckateur durchläuft eine duale Ausbildung. Doch was, wenn Sie als gelernter Trockenbauer gerne mit Stuck arbeiten? Ist ein Quereinstieg möglich? Die Antwort auf diese Frage ist ein klares „Ja!“.

Wie man als Trockenbauer durch den Quereinstieg zum Stuckateur wird, erklärt auf Tipp zum Bau.

Durch Weiterbildung für Trockenbauer erlernbar: Stuck restaurieren.

Als Stuckateur sind Sie für den Innenausbau von Häusern oder für die Bearbeitung von Fassaden zuständig. Zudem verputzen Sie Rohbauten. Sie arbeiten mit Metallprofilen und Gipskartonplatten. Weiterhin sind Sie für die Wärmedämmung und Schallschutz verantwortlich. Hierbei arbeiten Sie sowohl in älteren Gebäuden als auch in Neubauten.

In Ihrer Ausbildung als Trockenbauer haben Sie genug erlernt, um auch Stuckateur zu werden. Orientieren Sie sich beruflich an Ihrer Vorliebe für Stuck. Suchen Sie sich einen Arbeitsplatz, an dem Sie bereits erste Erfahrungen der Stuckarbeit sammeln. Als Trockenbauer wird Ihnen die Arbeit mit Stuck wenig fachfremd sein.

Besuchen Sie eine Meisterausbildung für Stuckateure und Trockenbauer, wenn sich Ihr Berufswunsch bestätigt. Diese ist auch mit einer abgeschlossenen Ausbildung als Trockenbauer problemlos absolvierbar. Hier erlernen Sie die Restauration und Neugestaltung von Stuckelementen bis ins letzte Detail. Anschließend stehen Ihnen als Meister Ihres Handwerks alle Türen offen.

18. Werkzeugkunde für Trockenbauer: Der Trockenbauschleifer

Trockenbauschleifer sind überall dort im Einsatz, wo das Abschleifen von Trockenbauplatten von Nöten ist. Damit gehört dieses Werkzeug zum absoluten Standardrepertoire eines jeden Trockenbauers. Zum Abschleifen der verschiedenen Materialien bedarf es unterschiedlicher Schleifpapiere. Hierbei ist die Körnung die ausschlaggebende Komponente. Je feiner die Schleifpapierkörnung, desto feiner sieht die Materialoberfläche nach dem Abschleifen aus. Dies ist auch für eventuell folgende Malerarbeiten wichtig.

Der Trockenbauschleifer verfügt über einen Schleifteller, zum Aufschleifen des Schleifpapiers. Die Drehzahl dieses Tellers hängt von der Leistungskraft des Motors ab. Achten Sie beim Kauf eines Trockenbauschleifers also auf die Motorleistung. Diese sollte mindestens bei 500 Watt liegen. Bei der Bearbeitung von gröberem Material benötigen Sie eine höhere Drehzahl. Denken Sie daran, nicht zu viel Druck auf die zu schleifende Stelle auszuüben. Ihr Schleifergebnis weicht sonst stark von Ihrem Wunschziel ab.

Die Länge des Netzkabels ist zu beachten. Die meisten Geräte verfügen hier über eine Kabellänge zwischen anderthalb und drei Meter. Für das Arbeiten über Kopf ist eine Teleskopstange hilfreich, welche a, Gerät montiert ist. Dies erspart Ihnen die Leiter. Als professioneller Trockenbauer ist staubfreies Schleifen essentiell. Am Absaugrohr des Schleifers ist daher ein Industriestaubsauger anzuschließen. Hiermit arbeiten Sie nicht nur effizienter – Sie erhalten auch gleichzeitig Ihre Gesundheit.

19. Materialkunde für Trockenbauer: Die Steinwolle

Steinwolle ist ein gern genutztes Material für die Dämmung von Wänden. Daher werfen wir einen kurzen Blick auf die wichtigsten Eigenschaften dieses Materials.

Tipp zum Bau erklärt, wie Sie sich als Trockenbauer beim Verwenden von Steinwolle richtig schützen.

Bei Steinwolle wichtig: Handschuhe und Atemschutz.

Sie gehört zu der Gruppe der Mineralwollen. Die Herstellung erfolgt  aus Natursteinfasern. Sie ist in Form von Filz, Matte, Zopf oder Platte zur Dämmung einzusetzen. Steinwolle bietet einen guten Schallschutz. Auch entflammt sie erst bei Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius. Daher nutzen Trockenbauer dieses Material sehr gerne für den Brandschutz. Zudem ist es resistent gegen Schimmel und hält Ungeziefer fern.

Bevor die Steinwolle weiterverarbeitet wird, schneiden Trockenbauer sie auf der Baustelle zu. Hierbei ist Vorsicht geboten, denn es entsteht gesundheits-gefährdender Feinstaub. Für Trockenbauer gilt bei der Verarbeitung von Steinwolle daher:

    • Benutzen Sie spezielle Dämmstoffmesser für den Zuschnitt.
    • Tragen Sie stets Handschuhe.
    • Achten Sie auf Ihre Lunge: Tragen Sie einen Atemschutz.
    • Bei Kontakt mit älterer Steinwolle, zB. bei Abbrucharbeiten: Achten Sie auf entsprechende Schutzkleidung.

Die Kosten für Steinwolle, ohne Einbau, liegen bei circa sechs bis 25 Euro pro Quadratmeter. Verglichen mit anderen Dämmstoffen ist dies ein relativ günstiger Preis. Die Dämmdicke spielt im Hinblick auf die Kosten ebenso eine entscheidende Rolle.

20. Glossar der wichtigsten Begriffe für Trockenbauer

Hier finden Sie ein Glossar mit einigen der wichtigsten Begriffe für Trockenbauer. Auch als Bauherr ist diese Liste nützlich: So verstehen Sie Ihren Trockenbauer nämlich besser.

Akustikvlies: Ein rückseitig auf Deckenplatten aufgeklebtes Fasermaterial. Besitzt schalldämpfende Eigenschaften.  Zudem ist das Fasermaterial schwer entflammbar. Eine weitere Eigenschaft dessen ist die Recyclebarkeit.

Aufschüsseln: Hiermit meint Ihr Trockenbauer das Anheben von Plattenbelägen auf Böden über schwimmenden Zementstrichplatten. Häufig bei Fliesen zu beobachten, sichtbar am Ausbrechen der Randfugen.

Calciumsilikat-Platte: Diese Platten dienen meist als Bekleidung von Bauteilen, an die besondere Brandschutzanforderungen gestellt sind. Sie sind hoch temperaturbeständig, dauerhaft wasserfest und frei von Verzug.

Entkopplung: Bezeichnet die Schwächung der Kopplung bei mehrschaligen Konstruktionen zur Verbesserung der Schalldämmung.

Grundprofil: Ein an einer Rohdecke befestigtes Metallprofil. Mehrere Grundprofile bilden gemeinsam das Gerüst für eine abgehängte Decke. Um Deckenplatten zu befestigen, montiert Ihr Trockenbauer auf das Grundprofil noch das Tragprofil.

I-Kanal: Ein Kabel oder Installationsschacht für den Brandschutz. Bei einem Kabelbrand wird die Brandübertragung nach außen durch den I-Kanal verhindert. Somit wird möglichen Gefahren vorgebeugt.

Lastansatz: Bei einer Decken- oder Wandkonstruktion ist dies der Punkt, an dem die eingetragenen Lasten angreifen. In diesem Bereich der Konstruktion sind Verstärkungen zu verbauen.

MS Polymere: Entgegen der Laienvermutung bezeichnet dieser Begriff kein Kreuzfahrtschiff. Stattdessen steht er für ‚modifizierte Silane‘, ein universell einsetzbarer Kleber mit dichtenden Eigenschaften.

Nivellieren: Wenn Ihr Trockenbauer Ihren Boden nivelliert, dann glättet er ihn. Somit werden mögliche Unterschiede oder Unebenheiten ausgeglichen. Es resultiert eine ebene, gleichmäßige Fläche.

Revisionsklappe: Eine Aussparung in Ihrer Wand oder Decke, mit der Wartungsarbeiten stattfinden. Besonders für die Installation von Haustechnik genutzt.

Schüttung: Bezeichnet loses Granulat, welches eingesetzt wird. Die Aufgabe besteht darin gegebene Bodenunebenheiten auszugleichen. Die Schüttung wirkt außerdem wärmedämmend und Trittschall-verbessernd.

Trockenputz: Eine Wandbekleidung aus Gipsbauplatten in Verbindung mit Vorsatzschalen aus Verbundplatten. Trockenputz wird mit Ansetzgips direkt an bestehenden Wänden befestigt und benötigt daher keine Metallunterkonstruktion.

U-Wert: Auch als Wärmedurchgangskoeffizient bezeichnet. Dieser Wert zeigt Ihnen an, wie gut Wärme durch das Bauteil hindurchdringt. Je niedriger der Wert, desto besser ist die Wärmedämmung.

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Dieser Text wurde von den Redakteuren der   In den Seminaren der Textakademie erfahren Seminarteilnehmer, worauf sie beim Verfassen von komplizierten Bauthemen achten sollten.   erstellt

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