Photovoltaik

Photovoltaik- Lohnt sich Sonnentechnik noch?

Erneuerbare Energien sind ausschlaggebend für nachhaltige Energieversorgung der Zukunft. Darunter fallen neben Großanlagen für Wind- und Wasserkraft auch die Sonnenenergie. Diese ist auch für Privatpersonen nutzbar. Damit kann jeder seinen Teil zum Umweltschutz beitragen und nebenher Geld sparen. Eine Photovoltaikanlage rentiert sich auch wirtschaftlich durch geringere Stromkosten.

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1. Ist eine Photovoltaikanlage für Sie denkbar?

Haus, Dach, Solarpanels, EnergieEine Photovoltaikanlage auf dem Dach des eigenen Hauses zu haben ist inzwischen schon Standard. In manchem Neubaugebiet sieht man fast auf jedem Haus eine PV-Anlage. Doch nicht jeder Standpunkt ist für eine hohe Leistung optimal. Ob eine Anlage für Sie rentabel ist oder nicht, entscheiden Sie anhand der folgenden Punkte:



  • Der Platz: Neben der Standardvariante auf dem eigenen Dach kann man auch am Boden oder auf dem Flachdach Solarzellen aufstellen. Dächer und Flächen können auch gemietet oder gepachtet werden.
  • Die Statik: Die meisten Schrägdächer können ohne Probleme das Gewicht der Photovoltaikanlage tragen. Bei Flachdächern muss mit zusätzlichen Gewichten und Verstärkungen gearbeitet werden.
  • Die Dachschräge und Ausrichtung: Zwischen 30 und 50 Grad sollte die Schräge sein. Eine südliche Ausrichtung ist optimal. Je weniger südlicher die Ausrichtung ist, desto besser ist eine niedrige Dachschräge.
  • Die Verschattung: Es darf nur möglichst wenig Schatten auf die Photovoltaikanlage fallen. Beachten Sie auch das Wachstum der umliegenden Bäume in den nächsten 15 Jahren.  Wichtig ist auch, den niedrigsten Sonnenstand im Winter zu berücksichtigen.
  • Die Baugenehmigung: Sie brauchen meistens keine Genehmigung. Fragen Sie aber bei denkmalgeschützten Häusern oder in reinen Wohngebieten bei Ihrer Baubehörde nach.
  • Steuer und Versicherung: Für die Einspeisung ins öffentliche Stromnetz braucht die Photovoltaikanlage eine eigene Steuernummer für die Abrechnung. Eine Versicherung muss nicht geschlossen werden, aber bei der bestehenden Versicherung angemeldet werden. Bei Bedarf kann man auch die Schadenssumme um den Wert der Anlage erhöhen.


2. Lohnt sich eine Photovoltaikanlage?

Solarpanels, Dach, MontageViele Hausbesitzer zweifeln aufgrund der sinkenden Auszahlungen für Solarenergie an dem Nutzen einer Photovoltaikanlage. Doch im gleichen Maße sind auch die Strompreise gesunken. Mit einer Anlage, die Strom für einen 4-Personen-Haushalt produziert, können aktuell (Mitte 2018) etwa 700 €/Jahr eingespart werden.

Die größten Ersparnisse erzielen Sie, wenn Sie genug Strom für Ihren Eigenbedarf produzieren und speichern . Dadurch entfallen die jährlichen Stromkosten komplett. Sie sparen etwa 360 €/Jahr bei vier Personen. Falls Sie mehr Strom produzieren, können Sie diesen einspeisen. Hierfür werden Sie nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2017) bezahlt. Ab dem Zeitpunkt des Vertrags erhalten Sie 20 Jahre lang den gleichen Preis pro Kilowatt. So erhalten Sie weitere 340 € pro Jahr. Je größer der Eigenbedarf ist, desto rentabler ist eine Photovoltaikanlage, z.B. bei hohen Heizkosten für den Pool.

Natürlich tragen Sie als wertvollen Nebeneffekt auch zum Umweltschutz bei. Die Stromerzeugung findet ohne Schadstoffausstoß statt. Auch die Produktion der Platten wird möglichst klimaorientiert durchgeführt.

3. Welche PV-Anlage ist die Richtige?

Photovoltaik, EinfamilienhausZuerst sollten Sie entscheiden ob Sie eine Inselanlage haben wollen, oder ans öffentliche Stromnetz angeschlossen sind. Für Ferienhütten im Wald o.ä. sind Inselanlagen geeignet, ansonsten können diese nicht empfohlen werden. Gibt es keine Möglichkeit, bei einer leeren Batterie Strom von außerhalb zu beziehen, sollte die Batterie für mindestens 3 Tage ausgerichtet sein.

Photovoltaikanlagen bestehen aus dem halbleitenden Material Silizium, die jeweils auf gegenüberliegenden Seiten mit Bor und Phosphor beschichtet werden. Dadurch entsteht ein Plus- und ein Minuspol. Die Sonneneinstrahlung regt die Elektronen zur Bewegung an und erzeugt somit Gleichstrom.

Dünnschichtmodell

Das billigste Modell. Hierbei wird eine Beschichtung von einem Mikrometer Silizium auf Glas verwendet. Der Wirkungsgrad liegt bei etwa 6-10 % . Diese funktionieren auch bei geringer Sonneneinstrahlung oder hohen Temperaturen noch gut. Die Lebensdauer und Störanfälligkeit der Dünnschichtmodelle ist aber schlechter als bei kristallinen Modellen. Besonders bei großen Dächern, die wenig Lasten tragen können, sind Dünnschichtmodelle beliebt.

Polykristalline Anlagen

Die etwas teureren Platten aus in Scheiben geschnittenen Siliziumblöcken haben einen Wirkungsgrad von etwa 15 %. Die Leistungsdauer ist länger als bei den anderen Modellen. Durch die etwas hellere Farbe erhitzt sich eine polykristalline Photovoltaikanlage nicht so schnell wie monokristalline Modelle. Somit sind sie auch bei stärkerer Sonneneinstrahlung funktionsfähig.

Monokristalline Anlagen

Hierfür wird reines Silizium als einkristallines Material gewonnen und in Platten verarbeitet. Dadurch haben die Platten einen Wirkungsgrad von fast 20 %. Sie sind widerstandsfähig und besonders bei kleinen, südlich ausgerichteten Dächern erzielen sie das beste Ergebnis. Durch die aufwändige Produktion sind die Platten teurer. Aufgrund Ihrer hohen Leistung rentieren sie sich aber trotzdem.

Bei Privathäusern sind die kristallinen Modelle am geeignetsten. Polykristalline Anlagen sind aufgrund Ihres guten Preis-Leistungsverhältnisses am beliebtesten.

4. Der Aufbau

Solar, Anlage, Montage, Dach, ArbeiterNeben der PV-Anlage an sich brauchen Sie in jedem Fall noch einen Wechselrichter. Dieser wandelt den in den Solarzellen entstandenen Gleichstrom in Wechselstrom um. Dann kann dieser mithilfe einer Batterie gespeichert oder direkt ins Stromnetz eingespeist werden.

Die Batterie

Die gewonnene Energie selbst zu nutzen ist die günstigste Variante. Der Strompreis ist nämlich inzwischen höher als die Zahlung für die Einspeisung. Durch die Batterie kann der Strom, der tagsüber nicht sofort verbraucht wird, für die Nacht gespeichert werden. Sobald die Batterie voll ist, wird der übrige Strom ins Netz eingespeist ist. Es gibt Lithium-Ionen-Batterien oder Bleisäurebatterien. Die moderneren Lithium-Ionen-Batterien sind zwar teurer, haben aber eine wesentlich höhere Lebensdauer. Bleisäurebatterien verströmen giftige Gase und müssen dadurch viel Raum und Frischluft haben. Auch können sie nicht vollständig entladen werden.

Beim Batteriekauf ist es wichtig, auf die richtige Größe zu achten. Bei einer zu kleinen Batterie muss Strom aus dem Netz bezogen werden. Dieser muss dann trotz eigener Herstellung von Strom bezahlt werden. Bei einer zu großen Batterie wird die Einspeisung und dadurch die Zahlung verhindert. Der Strom sollte für eine Nacht reichen. Ein 4-Personen-Haushalt verbraucht etwa 4-6 kWh pro Nacht. Am besten rechnen Sie einfach mit Ihrem nächtlichen Stromverbrauch der letzten Jahre aus, wie groß die Batterie werden muss.

Wichtig bei der Wahl der Batterie ist auch, dass sie einen hohen Wirkungsgrad hat. Sonst geht zu viel Strom ungenutzt verloren.

5. Umweltbilanz bei Photovoltaikanlagen

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Photovoltaikanlagen sind für Privatpersonen eine gute Möglichkeit zum Umweltschutz und zur Energiewende beizutragen. Bei heutigen Produktionsmethoden werden keine bis wenige umweltschädlichen Stoffe freigesetzt. Die benötigte Energie bei der Herstellung der Anlagen wird meist in schon in zwei Jahren wieder erwirtschaftet. Spätestens jedoch in ca. fünf Jahren. Außerdem ist die Lebensdauer der Module sehr hoch.

Auch das elektrische Umfeld ist so schwach, dass es nicht gesundheitsschädlich ist. Die Anlagen können inzwischen kostenlos bei speziellen Entsorgungsstellen abgegeben werden. Dort werden die Hauptbestandteile zurückgewonnen und wiederverwertet. Durch die Möglichkeit der privaten Nutzung wird die Energiewende unterstützt und mehr regenerative Energien genutzt. Dadurch sinkt der Bedarf an fossiler Energiegewinnung.

Bei großflächigen Anlagen wird darauf geachtet, dass vorbelastete oder überbewirtschaftete Flächen gewählt werden. Dadurch können sie sich erholen und sind danach wieder für z. B. Landwirtschaft nutzbar.

6. Kosten und Förderung

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Die Kosten einer Photovoltaikanlage liegen je nach Modell und Größe zwischen 5.000 € und 30.000 €. Daher sollten Sie unbedingt über eine Förderung nachdenken. Bei Neubauten oder Modernisierungen können Sie eine KfW-Förderung beantragen. Diese gilt sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen. Die Förderung durch die KfW besteht im Wesentlichen aus einem zinsgünstigen Kredit. Dort können bis zu 100 % der Investitionen gefördert werden. Der Zinssatz beginnt bei 1,26 %. Bei einer Batterieeinspeicherung werden sogar günstige Zinsen von 1,11 % angeboten. Außerdem können Sie einen Tilgungszuschuss beantragen, bei dem bei einem Antrag bis Ende 2018 10 % des Kredits getilgt werden.

7. Vor-/Nachteile von Photovoltaikanlagen

VorteileNachteile
Trägt zur Reduktion von klimaschädlichem CO2 beiRecht hohe Investitionskosten
Einspeisevergütung nach dem "Erneuerbare Energien Gesetz" (EEG)Keine gleichmäßige Stromeinspeiseung
Förderung durch KfW möglichGeeignete Aufstell- oder Dachfläche notwendig
Positive Gesamtenergiebilanz spätestenz nach 5 JahrenOhne teure Solarspeicher Strom bei schlechtem Wetter oder nachts nicht nutzbar
Nutzt Sonne als kostenlose und unerschöpfliche EnergiequelleLebensdauer Wechselrichter deutlich geringer als PV-Module
Wartungsarme Technologie
Lange Lebensdauer der PV-Module > 20 Jahre
Keine Belästigung durch Schadstoffe oder Lärm
Mittels Solarspeicher Strom auch nachts oder bei schlechtem Wetter nutzbar

8. Fachpartner finden

Sie planen eine Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach und benötigen fachmännischen Rat vor Ort?

Ihr Elektroinstallateur in Ihrer Nähe hilft Ihnen gerne.