Fassadendämmung

Fassadendämmung gegen Kälte und Lärm

Wer sein Zuhause energieeffizient sanieren möchte, führt eine Fassadendämmung durch. Das speichert Wärme, spart Heizkosten und steigert den Wert der Immobilie.

Die Auswahl der richtigen Fassadendämmung richtet sich dabei nach der Fassade. Neubauten werden schon mit einer eingeplanten Dämmung errichtet. Ein Fachmann kann Sie dazu bestens beraten. Mit der richtigen Fassadendämmung sparen Sie Geld und steigern den Wert Ihres Hauses. Welche Arten es gibt, und deren Vor- und Nachteile, lesen Sie in diesem Beitrag.

Die Beiträge von Tipp zum Bau helfen Ihnen, sich beim Bauen und Renovieren zu orientieren.

1. Verschiedene Arten der Fassadendämmung

Fassadenpaneele

Fassadenpaneele werden an der Außenwand angebracht und schützen Ihre Fassade. Auch optisch haben Sie verschiedene Möglichkeiten für die Gestaltung und können aus einigen Oberflächen auswählen. Neben Schutz und Dämmung glänzen sie außerdem mit Langlebigkeit. Mehr über die Fassadenpaneele lesen Sie hier.

Kerndämmung

Die Kerndämmung ist für Häuser geeignet, die ein zweischaliges Mauerwerk besitzen. Das bedeutet, dass die Fassade aus einer Innen- und einer Außenschale besteht.

Bei der Kerndämmung wird der Zwischenraum  der Innen- und Außenschale mit Dämmmatten aufgefüllt.

Diese Matten können aus verschiedenen Materialien bestehen. Expandiertes Polystyrol, kurz ESP, besteht aus synthetischen Materialien. ESP ist auch bekannt unter dem Markennamen Styropor. Eine Fassadendämmung aus Mineralwolle, aber auch aus Holzfaser oder Stroh ist ebenfalls möglich.

Bei der Auswahl des Materials sollten Sie zudem den Brandschutz beachten. Polystyrol-Dämmstoffe (EPS) sind genauso wie pflanzliche und tierische Dämmstoffe sowie Holzfaserdämmplatten schwer bis normal entflammbar. Mineralwolle (Glaswolle oder Steinwolle) ist hingegen nicht brennbar und zeichnet sich daher durch ihren hervorragenden Brandschutz aus.

Die Kosten für eine Sanierung mit Kerndämmung liegen bei ungefähr 15-30 € pro Quadratmeter.

Leider kann es durch Kerndämmung zu Wärmebrücken kommen, denn es ist relativ schwer zu kontrollieren, ob alle Nischen mit Dämmstoff befüllt wurden. An diesen Bereichen ist die Dämmung durchlässig und Wärme kann nach außen dringen. Neben einem Verlust der Dämmwirkung ist auch die Bildung von Wasserschäden möglich. Diese bringen dann hohe Kosten bei der Beseitigung mit sich. Gut zu wissen ist aber, dass eine Kerndämmung mit einem geringen baulichen Aufwand einhergeht. Zudem haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fassade frei nach Ihren Wünschen zu gestalten.

Einblasdämmung

Die Einblasdämmung ist für die Sanierung von Altbauten geeignet, die ein zweischaliges Mauerwerk besitzen. Dabei werden einige Löcher in die Innen- oder Außenschale der Fassade gebohrt. Durch diese wird dann das Füllmaterial geblasen.

Dieses Füllmaterial kann sowohl organisch als auch anorganisch sein. Bei organischen Dämmstoffen wird auf Zellulose in Form von Flocken zurückgegriffen. Anorganische schließen Perlite, Granulat oder Kunststoffkügelchen ein. Je nach Dämm-Material wird eine bestimmte Einblasmaschine gebraucht.

Die Kosten der Einblasdämmung belaufen sich auf ungefähr 15-50 € pro Quadratmeter.

Diese Hohlraumdämmung ist leider nicht überall einsetzbar, da ein zweischaliges Mauerwerk Voraussetzung dafür ist. Zudem ist der befüllbare Zwischenraum begrenzt, da dieser schon festgelegt ist. Die Bildung von Wärmebrücken und dadurch Wasserschäden ist auch hier möglich. Wenn Sie Ihre Fassade dämmen, ist die Einblasdämmung jedoch eine preiswerte und schnelle Möglichkeit. Zudem bringt sie einen geringen baulichen Aufwand mit sich.

Wärmedämmverbundsystem

Das Wärmedämmverbundsystem, kurz WDVS, wird zur Fassadendämmung bei Neubauten oder zur Sanierung von Altbauten eingesetzt. Das Gebäude muss dafür einschalige Außenwände oder Wände mit einer Vormauerschale besitzen.

Für die Anbringung haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Die Dämmplatten werden an die Mauer geklebt und können zusätzlich mit Dübeln befestigt werden. Das Dämm-Material kann auch nur an die Wände gedübelt oder mit Schienen befestigt werden. Auf die Dämmplatten wird dann Armierungsmörtel, welcher mit einem Glasfasergewebe versetzt ist, angebracht. Dies dient der flächigen Verteilung der Spannung, welche Risse verhindern soll. Anschließend folgt eine Schicht Außenputz.

Das Material für die Dämmplatten ist sehr vielseitig. Polystyrol- und Mineralfaserplatten sind dabei die gängigsten. Auch Schaumglasplatten, Phenol Hartschaumplatten, Polyurethanplatten und Holzfaserdämmplatten sind möglich.

Die Kosten für die Fassadendämmung durch WDVS belaufen sich auf ungefähr 90-150 € pro Quadratmeter.

Neben einer aufwändigen Montage haben Sie auch wenig Gestaltungsfreiheit bei Ihrer Fassade. Diese wird entweder verputzt oder verkleidet. Zudem kann die WDVS Dämmung nur an bestimmten Fassaden angebracht werden. Auf der anderen Seite bringt das Wärmedämmverbundsystem aber eine große Heizkostenersparnis. Auch eine Bildung von Wärmebrücken ist eher unwahrscheinlich.

2. Der Umwelt zuliebe

Eine Fassadendämmung schont Ihren Geldbeutel, indem Sie bis zu 20 % Ihrer Heizkosten sparen.

Die Kosten für die Fassadendämmung werden durch die Einsparung an Heizkosten nach ungefähr 6-14 Jahren wirtschaftlich amortisiert. Die ökologische Amortisation bedeutet das „wieder reinholen“ der Ressourcen, die für Herstellung, Transport, Verarbeitung und Recycling anfallen. Diese dauert normalerweise weniger als drei Jahre.

Im Moment verbraucht ein Wohngebäude in Deutschland bis zu 125 kWh Energie pro Quadratmeter und Jahr. Bei Neubauten liegt dieser Wert bei ungefähr 60-70 kWh/m²a. Bei besonders effizient gebauten Häusern liegt der Wert sogar bei unter 30 kWh/m²a. Aber auch sanierte Altbauten kommen auf Werte unter 100 kWh/m²a. Dies zeigt deutlich, dass sich eine Dämmung lohnt und gleichzeitig gut für die Umwelt ist.

3. Fördermöglichkeiten

Wenn Sie Ihre Fassade dämmen, haben Sie die Möglichkeit einer Förderung. Dafür stellen Sie Ihren Antrag auf Förderung zusammen mit Ihrem Energieberater vor Beginn der Baumaßnahme.

Mit dem Wärmedämmverbundsystem haben Sie die Möglichkeit, den KfW430 Zuschuss oder den KfW152 Kredit zu erhalten.

Mit der  Kern- oder Einblasdämmung haben Sie ein Anrecht auf den KfW151/152 Kredit oder den KfW430 Zuschuss.

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