Dachdämmung

Dachdämmung – Für eine optimale Nutzung des Wohnraums

Um den Energieverbrauch niedrig zu halten, ist eine Dämmung unverzichtbar. Dies gilt für das ganze Haus und somit auch für das Dachgeschoss. Eine Dachdämmung ist nicht nur zum Einsparen der Heizkosten gut. Wenn Sie planen, den Raum unter dem Dach aktiv zu nutzen, ist eine Dachdämmung notwendig. Lesen Sie hier mehr über die verschiedenen Dämm-Methoden und Dämm-Materialien. Finden Sie heraus, welche sich für Ihre Dachdämmung eignen.

1. Wann ist eine Dachdämmung sinnvoll?

Es ist egal, ob die Dachdämmung Altbau oder Neubau betrifft. Sie ist immer sinnvoll, wenn Sie den Raum im Winter, wie im Sommer nutzen. Nur durch eine gute Dachisolierung ist der Dachboden im Sommer angenehm kühl und im Winter warm. Ohne Dachdämmung gehen ca. 30% der Heizwärme im Winter verloren.

Neben der Speicherfunktion bietet die Dachisolierung einiges mehr. Die richtige Dachdämmung dient zudem als Schallschutz. So vermeiden Sie nachbarliche Auseinandersetzungen, wenn es unter dem Dach mal etwas lauter wird. Außerdem fungieren einige Dämmstoffe sogar als Brandschutz.

2. Dachdämmung – Kosten und Methoden

Bevor Sie Ihre Dachdämmung starten, ist eine umfassende Planung notwendig. Wie steht es um Ihr Budget? Ist eine Neueindeckung des Dachs ohnehin notwendig? Wenn all diese Fragen geklärt sind, werden die Methode der Dachisolierung und der Dämmstoff bestimmt. Nur so holen Sie das Beste aus Ihrem Dach heraus.

Dachisolierung – Die Steildachdämmung

Ebenfalls wichtig ist die Dachform. Ein Flachdach benötigt eine andere Dachdämmung als ein Steildach. Sie unterscheiden sich sowohl im Material, als auch in der Methode. Hier ein kurzer Überblick über Methoden der Dachdämmung und ihre Kosten. Als Dämm-Material wird ein Beispiel aus der mittleren Preisklasse (z.B. Glaswolle) gewählt. Die Kosten beziehen sich auf Material und Verlegung.

MethodeVorgehenKosten
Aufsparrendämmung
• Die Dachisolierung wird oberhalb der Dachsparren außen an der Holzschalung angebracht.
• Darauf wird eine Querlattung gelegt.
• Das Dach wird vorher abgedeckt und nach dem Prozess wieder eingedeckt.
170 – 250 € pro m²
Zwischensparrendämmung• Das Dämmmaterial wird in Form von Klemmfilzen zwischen die Sparren geklemmt.
• Dafür sind keine weiteren Befestigungen notwendig.
• Anschließend kann das Dachinnere verkleidet werden.
100 – 180 € pro m²
Untersparrendämmung• Eine dünne Dachisolierung wird innen auf den Sparren befestigt.
• Dadurch verliert der Raum an Größe.
80 – 150 € pro m²

Welche Methode für Ihr Zuhause geeignet ist, hängt von einigen Faktoren ab. Zum einen spielen bei der Dachdämmung die baulichen Voraussetzungen eine Rolle. Zum anderen ist auch der Zustand des Dachs wichtig. Für eine nachträgliche Dachisolierung ist nicht immer eine Neueindeckung notwendig.

Ist eine Neueindeckung des Dachs ohnehin fällig, empfiehlt sich eine Aufsparrendämmung. Ist das Eindecken jedoch nicht notwendig, wären das unnötige Kosten. In diesem Fall ist es ratsam, die Dachdämmung innen anzubringen.

Wenn Sie durch die Dachisolierung keinen Raum verlieren möchten, ist die Zwischensparrendämmung geeignet. Haben Sie ausreichend Platz auf dem Dachboden, ist eine Untersparrendämmung günstiger und ebenfalls effektiv. Diese Variante wird in Betracht gezogen, wenn wenig Platz zwischen den Sparren vorhanden ist.

Die Flachdachdämmung

Anders verhält sich das bei der Flachdach-Dämmung. Hier wird zwischen Kaltdach-, Warmdach- und umgekehrter Wärmedämmung unterschieden.

  • Bei der Kaltdachdämmung gibt es einen luftgefüllten Hohlraum. Dieser befindet sich zwischen der Dachisolierung und dem Dach selbst.
  • Die Warmdachdämmung wird direkt unter der Dachabdichtung verlegt.
  • Bei der umgekehrten Wärmedämmung ist die Dachisolierung direkt auf der Dachabdichtung. Diese Methode kommt häufig beim Massivdach zum Einsatz.

Die Kosten aller drei Varianten belaufen sich auf ca. 45 – 120 € pro m². Sie sind somit nicht allzu teuer. Dennoch entscheidet auch hier die Wahl des Dämm-Materials den eigentlichen Preis.

Luftdichtheit und Dampfsperre bei der Dachdämmung

Einige Dämmstoffe sind besonders bei Feuchtigkeit empfindlich. Sie verlieren dadurch teilweise ihre Wärmedämm-Eigenschaft. Daher ist bei der Dachdämmung Dampfsperre und Luftdichtheit bei manchen Materialien unbedingt notwendig. Zudem geht dadurch noch weniger Energie verloren.

Die Dampfsperre oder Dampfbremse bietet Schutz vor Feuchtigkeit. Durch eine Folie gelangt diese nicht bis zum Dämmstoff. Folglich wird also auch kein Schaden bei der Dachdämmung angerichtet. Diese Luftdichtheit ist besonders in Nassräumen empfehlenswert. Wenn Sie beispielsweise ein Bad unter dem Dach einbauen, ist eine Dampfsperre von Vorteil.

  • Die Dampfbremsfolie wird an der warmen Seite der Dachkonstruktion angebracht.
  • Achten Sie darauf, die Folie absolut luftdicht zu verkleben.
  • Vor allem bei Ecken und Kanten oder Steckdosen ist das etwas knifflig.
  • Arbeiten Sie daher genau oder wenden Sie sich an einen Spezialisten.

Die Dampfsperre hat durchaus ihre Tücken. Bei fehlerhafter Arbeit führt sie zur Feuchtigkeit in der Dachkonstruktion. Diese Feuchtigkeit hat keine Möglichkeit zu entweichen. Sie bleibt im Dämmstoff eingesperrt. Dadurch verfaulen einige Dämmstoffe oder verlieren ihre Wirkung.

Eine andere Variante ist die Dampfbremse. Diese hat einen ähnlichen Effekt wie die Dampfsperre. Der Unterschied: Sie ist nicht so dicht wie die Dampfsperre. Dadurch ergibt sich aber der Vorteil, dass eingedrungene Feuchtigkeit auch wieder entweicht. Sie ist somit nicht zwischen der Folie gefangen. Das Verfaulen der Dämmstoffe wird dadurch verhindert.

3. Der richtige Dämmstoff für Ihre Dachdämmung

Mit Tipp zum Bau Ihren Dachstuhl dämmen. Hier finden Sie alles zur Aufsparrendämmung, Zwischensparrendämmung, Untersparrendämmung und Flachdachdämmung.

Die Dachdämmung schafft Wohnraum für Ihre Zwecke.

Bei den jeweiligen Dämmstoffen gibt es einige Merkmale zu beachten. Neben der Dämm-Methode sind ebenfalls der Preis und der U-Wert wichtig. Der U-Wert (Wärmedurchgangs-Koeffizient) gibt an, wie viel Wärme durch die Dachdämmung entweicht. Das bedeutet, je größer der U-Wert, desto schlechter die Dämmeigenschaft des Stoffs. Dieser wird mit Hilfe der Dämmdicke und dem Wert der Wärmeleitfähigkeit berechnet.

Des Weiteren ist zu beachten, für welchen Zweck die Dachisolierung erfolgt. Dient die Dachdämmung als guter Schallschutz, so ist nicht jedes Material dafür geeignet. Außerdem ist das Brandverhalten der Dämmstoffe unterschiedlich. Einige brennen normal, während andere gar nicht entflammbar sind. Zudem ist nicht jede Dachdämmung gegen Hitze gedacht. Einige sorgen nur für warme Winter unter dem Dach. Die Sommer bleiben trotz Dachisolierung brühend heiß.

Blähton

Dieses Material ist sehr günstig. Lediglich 19 € kostet ein Liter davon. Die WärmedämmEigenschaft von Blähton ist ausreichend. Doch um eine gute Dämmeigenschaft zu erzielen wird eine Mindestdicke von 72 cm benötigt. Daher wird das Material bei der Dachdämmung häufig mit anderen Dämmstoffen kombiniert. Dennoch hat auch dieser Stoff seine Vorteile:

  • Er bietet einen guten sommerlichen Wärmeschutz.
  • Blähton ist ein umweltfreundliches Material.
  • Dieses ist nicht brennbar.

Styropor

Auch Styropor wird häufig als Dämmstoff in Betracht gezogen. Seine Dämmeigenschaft ist mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,035 – 0,045 W/(mk) sehr gut. Doch es bietet noch mehr.

  • Dieses Material ist mit 5 – 20 € pro m² recht günstig.
  • Es verrottet nicht.
  • Die zum guten Dämmen benötigte Dicke beträgt lediglich 14 cm.
  • Styropor ist feuchtigkeitsbeständig und verwittert nur langsam.
  • Die Styropor Dachdämmung ist normal entflammbar.

Neben den vielen Vorteilen hat Styropor jedoch auch weniger gute Seiten. Zum einen wird es aus Mineral- und Erdöl herstellt. Auch wird bei der Produktion sehr viel Energie aufgewendet. Daher ist das Material weniger umweltfreundlich. Zum anderen ist Styropor diffusionsdicht. Dadurch ist Schimmelbildung möglich. Zudem ist es für den druckfesten Einbau ungeeignet.

Glaswolle

Einer der beliebtesten Dämmstoffe ist die Glaswolle. Diese Mineralwolle ist besonders preiswert. Nur 10 – 20 € pro m² bezahlen Sie für die Dachdämmung mit diesem Stoff. Doch auch dieses Material verursacht einen hohen Energieaufwand bei der Herstellung. Wie bei Styropor ist auch Glaswolle nicht für höhere Druckbelastung geeignet. Zudem befindet sich sein Hitzeschutz nur im mittleren Bereich. Dennoch ist Glaswolle durch seine vielen Vorzüge weit verbreitet.

  • Dieses Material ist schimmel- und ungezieferresistent.
  • Es weist gute Brandschutzeigenschaften auf.
  • Der Dämmstoff benötigt nur 14 cm Dämmdicke.
  • Diese Mineralwolle ist als Schallschutz gut geeignet.

Schafwolle

Bevorzugen Sie eine ökologische Dachdämmung, ist die Schafwolle eine passende Variante. Sie überzeugt mit vielen Vorteilen und befindet sich in einer mittleren Preisklasse. Mit 15 – 25 € pro m² ist sie zwar nicht das günstigste Material. Doch die Vorzüge dieses Dämmstoffs rechtfertigen diesen Preis.

  • Zum einen ist die benötigte Dämmschicht nur 16 cm dick.
  • Zum anderen nimmt Schafwolle Feuchtigkeit auf und gibt sie problemlos wieder ab.
  • Sie hat eine reinigende Wirkung auf die Raumluft.
  • Zusätzlich ist sie als Schalldämmung geeignet.
  • Die Produktion dieses Materials ist mit wenig Energieaufwand verbunden.
  • Schafwolle besteht aus natürlichen Rohstoffen und ist unbedenklich.
  • Sie hat gute Wärmedämm-Eigenschaften mit einem Wärmeleitwert von 0,035 – 0,045 W/(mk).

Trotz dieser Vorteile, hat die Schafwolle bei der Dachdämmung auch einige Nachteile. So ist sie beispielsweise anfällig für Verrottung. Auch Ungeziefer wird durch den hohen Eiweißgehalt angelockt. Zwar wirkt der Einsatz von Borsalzen dem entgegen. Doch das erschwert den späteren biologischen Abbau der Wolle. Zudem ist die Schafwolle normal entflammbar. Sie ist somit nicht brandsicher.

XPS/Styrodur

Eine synthetische Form der Dachdämmung ist durch XPS oder Styrodur möglich. Es lässt nur wenig Wärme nach außen und ist nur 14 cm dick. Styrodur und Styropor weisen ähnliche Eigenschaften auf. Doch XPS ist im Vergleich etwas teurer. Ein Quadratmeter dieses Materials kostet 18 – 30 €. Es gibt weitere Unterschiede zwischen den beiden Stoffen.

  • Styrodur hält großen Feuchtigkeitsbelastungen stand.
  • Es verrottet nicht, ist robust und stabil.
  • Außerdem weist es ein sehr geringes Gewicht auf.

XPS ist ebenfalls kein erneuerbarer Rohstoff. Dennoch ist es besonders bei Flachdach-Dämmungen beliebt. Die Verarbeitung ist unkompliziert. Da es feuchtigkeitsbeständig ist, ist es möglich, XPS bei jedem Wetter zu verlegen. Doch übermäßige Sonne schadet diesem Material. Es wird Spröde. Daher ist Styrodur nicht UV-beständig.

Holzfaser

Für einen guten Wärmeschutz ist bei der Dachdämmung eine Holzfaser-Dämmung ebenfalls geeignet. Es hat eine Wärmeleitfähigkeit von 0,04 – 0,055 W/(mk). Dennoch braucht es eine Dämmdicke von 18 cm, um den EnEV-Vorlagen zu entsprechen. Somit ist die Wärmekapazität hoch und der Hitzeschutz gut. Auch die Entflammbarkeit dieses Materials wird als normal eingestuft.

Wenn der Preis für diese Variante mit 40 – 50 € pro m² auch teuer sein mag: Natürlichkeit ist unbezahlbar.

  • Zudem ist die Holzfaserdämmung ein guter Schallschutz.
  • Sie nimmt eine gewisse Menge Wasser auf, ohne seine Dämmleistung zu verschlechtern.
  • Sie schützt auch vor übermäßiger Hitze und ist resistent gegenüber Schimmel.

Schaumglas

Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,04 – 0,05 W/(mk) ist Schaumglas für die Dachdämmung vielleicht nicht auf Anhieb Ihre erste Wahl. Die Mindestdicke von 16 cm ist zu Beginn auch wenig überzeugend.

Doch dieser Dämmstoff bewährt sich bei der Dachisolierung besonders auf längere Zeit. Das Material altert nicht und ist nicht brennbar. Außerdem ist es sehr einfach in der Handhabung. Es wird unkompliziert zugeschnitten. Auch für Ecken und schwierigere Stellen ist Schaumglas geeignet. Es wird abgefeilt und kinderleicht angepasst.

Beachten Sie, dass dieser Dämmstoff teuer ist. Ein Quadratmeter des Schaumglases kostet zwischen 40 und 60 €. Doch über einen längeren Zeitraum betrachtet lohnt sich diese Investition.

4. Regelungen und Förderung bei Ihrer Dachisolierung

Was die Dachdämmung betrifft gibt es einige Forderungen und Regelungen. Diese sind nicht freiwillig einzuhalten, sondern von der EnEV vorgeschrieben. Die Energieeinsparverordnung schreibt Regelungen vor, um eine Förderung durch die KfW zu erhalten.

Die EnEV nimmt dabei Bezug auf die DIN 4108. Diese Norm bezieht sich auf Wohnhäuser, aber auch auf öffentliche Gebäude wie Krankenhäuser.

  • Gebäude sollen so gebaut werden, dass ein Mindestwärmeschutz gegeben ist.
  • Dieser Mindestwärmeschutz schützt die Bewohner und ihre Gesundheit durch ein hygienisches Raumklima.
  • Die Baukonstruktion wird dadurch vor Feuchte- und Schimmelschäden geschützt.
  • Eine ausreichende Beheizung wird gefordert.
  • Außerdem ist ein Mindestluftwechsel für freigesetzte Feuchtigkeit sicherzustellen.
Erfahren Sie bei Tipp zum Bau, wie auch Sie bei Ihrer Dachdämmung sparen und eine Förderung erhalten.

Förderungen und Kredite für die Dachdämmung erhalten Sie durch die KfW.

Die EnEV setzt etwas strengere Werte fest. Demnach darf der U-Wert Ihrer Dämmung nicht größer als 0,24 W/ (m²K). Durch diesen Wert wird auch die Mindestdicke der Dachisolierung bestimmt. Wenn Sie planen, Ihr Dach nur als Abstellraum zu nutzen, ist eine Dämmung der obersten Geschossdecke notwendig. Nur so wird eine Energieeinsparung erreicht.

Wenn Sie diese Forderungen nicht einhalten, geht nicht nur die Förderung für die Dachisolierung verloren. Auch Bußgelder kommen auf Sie zu. Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist mit einer Einblasdämmung bereits ab 40 € pro m² machbar. So ersparen Sie sich unnötige Schwierigkeiten.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet Förderungen und verschiedene Kreditmöglichkeiten an. Ein Zuschuss von 10 – 30% für die Dachdämmung ist möglich. Wird keine Förderung in Anspruch genommen, gibt es andere Sparmaßnahmen. Sie haben die Möglichkeit, die Handwerkerkosten von der Steuer abzusetzen.

5. Dachdämmung – Ein abschließender Überblick

Ob Sie den Dachboden zu Wohnzwecken, als Hobby- oder Abstellraum nutzen: eine Dachdämmung ist meistens sinnvoll. Denn auch im ungenutzten Zustand entweicht durch das Dach viel Wärme. Mit einer Dachdämmung verhindern Sie diesen Wärmeverlust. So sparen Sie Energie und Geld.

Außerdem sind Sie bestens auf die Zukunft vorbereitet. Wenn Sie später einmal überlegen, das Dachgeschoss zu vermieten, ist die Dachisolierung bereits erledigt. Ist eine Neueindeckung des Dachs ohnehin notwendig, ist die Aufsparrendämmung kein Problem. Sie vermeiden spätere höhere Kosten einer neuen Dachdämmung.

Um Platzverlust zu verhindern, empfiehlt sich eine Zwischensparrendämmung. Doch in einigen Fällen ist die Untersparrendämmung unausweichlich. Egal für welche Methode der Dachisolierung und für welchen Dämmstoff Sie sich entscheiden: nur ein gute Dachdämmung macht Ihr Haus energieeffizient.

6. Trockenbauer finden

Sie möchten Ihr Dach dämmen?

Ihr Trockenbauer aus Ihrer Nähe hilft Ihnen gern.

7. Wie gestalte ich meine Dachdämmung umweltfreundlich?

Herstellung, Transport und Entsorgung von synthetischen Dämmstoffen kosten sehr viel Energie. Im schlechtesten Fall wird für die Produktion sogar mehr Energie aufgewendet, als durch die Dachisolierung eingespart wird. Außerdem werden Luft und Wasser stark verschmutzt.

Eine umweltfreundliche Alternative ist eine Dachdämmung mit Naturdämmstoffen wie Zellulose, Flachs, Seegras oder Schilfrohr. Denn für ihre Herstellung ist viel weniger Energie nötig. Außerdem nutzen die Pflanzen während Ihres Wachstums C0². So leisten Sie mit dem Kauf der Dachisolierung einen Beitrag zum Klimaschutz.

8. Welche Naturdämmstoffe eignen sich für die Dachdämmung?

Sie suchen den geeigneten Naturdämmstoff für Ihre Dachdämmung? Hier einige Vorschläge:

  • Die Herstellung von Zelluloseflocken aus Zeitungspapier braucht sehr wenig Energie und belastet weder Wasser noch Boden.
  • Dämmplatten aus Holzresten enthalten keine künstlichen Klebstoffe. Die Fasern werden nur durch den Einsatz von Wasserdampf verbunden.
  • Flachsdämmstoffe werden ebenfalls mit natürlichem Stärkekleber zu Platten verbunden. Außerdem gibt es Vliese und Dämmmatten aus Hanfstengeln.
  • Schilfrohr-Dämmplatten bestehen aus eng aneinander gelegten Schilfrohren, die mit Drähten verbunden werden.
  • Seegras wächst schnell und lässt sich ohne großen Arbeitsaufwand anbauen.
  • Bei Kork handelt es sich um die Rinde der immergrünen Korkeiche. Auch alte Flaschenkorken nutzt man inzwischen für die Dachisolierung.

9. Wie trägt die Dachbegrünung zur Dachdämmung bei?

Begrünte Dächer speichern das Regenwasser und geben es langsam wieder an die Umgebung ab. Auf diese Weise entsteht eine natürliche Dachisolierung. Dadurch ist im Sommer ist die Höchsttemperatur bis zu fünf Grad geringer als bei einem mit Kies oder Bitumen gedeckten Dach. So sparen Sie Kosten für den Einsatz einer Klimaanlage.

Im Winter wirkt die Gründecke dagegen als natürliche Wärmedämmung, was die Heizkosten reduziert. Noch dazu werden das ganze Jahr über extreme Belastungen des Dachs durch starke Temperaturschwankungen abgemildert. Dadurch kommt ein begrüntes Dach in der Regel doppelt so lange ohne Reparaturen aus wie ein herkömmliches Dach.

10. Auf welche Eigenschaften kommt es bei der Auswahl eines Dämmstoffs für die Dachdämmung an?

Dämmstoffe unterscheiden sich durch die Ausprägung von verschiedenen Eigenschaften. Einige für die Dachdämmung wichtige Merkmale stellen wir Ihnen hier kurz vor:

  • Die Wärmeleitzahl, auch Lambda-Wert, gibt die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffes an. Je kleiner sie ist, desto besser hält Ihre Dachisolierung die Wärme im Haus.
  • Ein Baustoff mit einer guten Wärmespeicherung nimmt Wärme langsam auf und gibt sie auch langsam wieder ab. So werden starke Temperaturschwankungen ausgeglichen.
  • Der Wasserdampfdiffusionswiderstand gibt an, wie gut ein Baustoff das Entweichen von Wasserdampf verhindert. Das ist vor allem wichtig, wenn es unterhalb der Dachdämmung viel wärmer ist als draußen.
  • Die CE-Kennzeichnung garantiert, dass ein Dämmstoff die Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltrichtlinien des Europäischen Wirtschaftsraums erfüllt.
  • Auch für den Bereich Brandschutz gibt es eine eigene Skala. Sie reicht von Baustoffklasse A1 für nicht brennbar bis hin zu B2 für normal entflammbar.

11. Welche Bedeutung hat die Wärmeleitzahl für die Dachdämmung?

Die Wärmeleitzahl ist das wichtigste Merkmal eines Dämmstoffs. Je kleiner sie ist, desto weniger Wärme lässt Ihre Dachisolierung nach außen entweichen. Gemessen wird die Wärmeleitfähigkeit in Watt pro Meter und Kelvin W/(m•K).

Dämmstoffe mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,03 W/(m•K) bis 0,05 W/(m•K) isolieren relativ gut. Sehr gute Dämmstoffe weisen eine Wärmeleitzahl von unter 0,03 W/(m•K) auf.

12. Welche Rolle spielt der Brandschutz bei der Dachdämmung?

Dass das Dachgeschoss in Flammen aufgeht, mag sich kein Hausbesitzer gerne vorstellen. Doch mit der Wahl der richtigen Dachisolierung tragen Sie entscheidend zum Brandschutz bei. Denn schwer entflammbare Dämmstoffe verhindern nicht nur die Ausbreitung eines Feuers. Sie verringern auch die Gesundheitsgefahr durch hochgiftige Rauchgase.

Anhand Ihrer Brennbarkeit werden Dämmstoffe in vier Klassen eingeteilt:

Klasse A1: Hier besteht keinerlei Brandgefahr, da der Dämmstoff keine organischen Bestandteile enthält.

Klasse A2:  Es sind organische Bestandteile im Dämmstoff enthalten, die aber nicht selbst entzündbar sind.

Klasse B1:  Der Dämmstoff ist schwer entflammbar und brennt nicht selbstständig weiter.

Klasse B2:  Zu dieser Kategorie gehören normal entflammbare Dämmstoffe.

13. Was gilt es zu beachten, wenn ich die Dachdämmung selbst vornehme?

Bei der Dachdämmung selbst Hand anzulegen, spart Ihnen erhebliche Kosten. Doch es erfordert auch einiges an handwerklichem Geschick. Wichtig sind dabei vor allem die folgenden Punkte:

  • Lassen Sie sich bei der Auswahl der Dämmstoffe beraten. Denn auch für eine Dachdämmung in Eigenregie gilt die Energieeinsparverordnung (EnEV).
  • Füllen Sie vor dem Dämmen die Hohlräume unter den Bodenbrettern aus.
  • Verlegen Sie Dämmplatten dicht an dicht und gegeneinander versetzt. So entstehen keine Lücken oder Fugen in der Dachisolierung, durch die Wärme entweicht.
  • Schließen Sie die sich überlappenden Ränder mit Klebebändern luftdicht ab.
  • Schützen Sie besonders die Anschlüsse der Dachisolierung ans Mauerwerk, so dass keine Wärmebrücke nach außen entsteht.
  • Füllen Sie bei der Zwischensparrendämmung den Sparrenzwischenraum komplett mit Dämmstoff aus.
  • Dämmen Sie nicht nur die Dachschräge, sondern auch die Giebelwand und die Verbindungsbalken am Dachfirst.
  • Bauen Sie eine Dampfsperre ein. Dadurch verhindern Sie, dass warme Luft und damit Feuchtigkeit in die Dachisolierung eindringen.
  • Achten Sie darauf, dass die Dämmschicht mindestens zwölf Zentimeter, bei einem Flachdach sogar 14 Zentimeter dick ist.
  • Eine 20 Zentimeter dicke Dachisolierung kostet nur etwas mehr. Dafür erspart Sie Ihnen aber erhebliche Heizkosten.

14. Wirkt eine Dachdämmung auch als Hitzeschutz?

An heißen Sommertagen herrschen unter dem Dach schnell Saunatemperaturen. Weil sich dort häufig Schlafräume befinden, ist das besonders deshalb unangenehm. Eine gute Dachdämmung sorgt das ganze Jahr über für gemäßigte Temperaturen. So ist eine erholsame Nachtruhe wieder möglich.

Doch nicht jeder Dämmstoff eignet sich auch für den Hitzeschutz. Eine Dachisolierung mit Mineralwolle etwa verhindert zwar das Entweichen von Wärme, aber nicht die Aufheizung. Damit es unter dem Dach dennoch kühl bleibt, lässt sie sich aber durch Holzfaserplatten verstärken. So erhalten Sie die ideale Kombination aus Kälte- und Hitzeschutz zu einem erschwinglichen Preis.

15. Welche Rolle spielt die Dämmung der Dachfenster?

Eine sorgfältige Dämmung der Dachfenster trägt nicht nur entscheidend zur Dachisolierung bei. Sie verhindert auch, dass Feuchtigkeit eindringt und sich dadurch am Holzrahmen Schimmel bildet. Montageschaum zur Dämmung der Fenster zu verwenden, ist nach der DIN-Norm für Bauleistungen allerdings nicht mehr erlaubt. Greifen Sie stattdessen beispielsweise auf Mineralwolle zurück.

Sehr zu empfehlen ist außerdem der Einsatz von Wärmeschutzfenstern. Denn diese sind zwei- oder dreifach verglast, so dass wenig Wärme nach außen entweicht. Lassen Sie sich dazu am besten von einem Fachmann beraten.

16. Lohnt sich eine Dachdämmung im Altbau?

Früher diente ein Dach hauptsächlich als Wetterschutz. Der Dachboden wurde damals selten als Wohnraum genutzt. Auch Energiekosten spielten noch kaum eine Rolle. Erst nachdem in den 90er-Jahren die Energieeinsparverordnung eingeführt wurde, gewann das Thema Dachdämmung an Bedeutung. Aus diesem Grund sind alte Dachkonstruktionen oft nicht für eine Dachisolierung ausgelegt. Die Sparren und Balken verkraften das zusätzliche Gewicht nicht.

Lohnt sich also eine nachträgliche Dachdämmung im Altbau? Letztlich lässt sich nur im Einzelfall sagen, ob die Heizkosten-Einsparungen höher sind als die Kosten. Erste Orientierungswerte bieten Onlinerechner. Die KfW-Gruppe fördert eine nachträgliche Dachdämmung mit den Programmen 151/152 (Energieeffizient Sanieren – Kredit für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus oder energetische Einzelmaßnahmen) oder 430 (Investitionszuschuss).

17. Welche gesetzlichen Vorschriften gelten für die Dachdämmung?

Für nach dem ersten Januar 2002 gekaufte Häuser gilt die Energiesparverordnung (EnEV). Sie schreibt mindestens die Dämmung der obersten Geschossdecke vor. Wenn Sie Ihr Dachgeschoss nur als Lagerraum nutzen, reicht diese preisgünstige Maßnahme aus.

Falls Ihr Dachgeschoß jedoch bewohnt wird, ist eine Dachdämmung sehr zu empfehlen. Denn mit einer Dachisolierung ist es in den Sommermonaten deutlich kühler und im Winter erheblich wärmer. Bei der Dämmung eines Steildachs erlaubt die EnEV maximal eine Wärmeleitzahl von 0,24 W/(m² K). Für ein Flachdach liegt dieser Wert bei höchstens 0,20 W/(m² K).

18. Wie vermeide ich, dass sich auf der Dachdämmung Schimmel bildet?

Eine Innendämmung hält nicht nur die Wärme im Haus. Sie kühlt auch die Innenseite der Wand. So sammelt sich zwischen der Außenwand und der Dachisolierung leicht Feuchtigkeit. Dadurch kommt es möglicherweise zur Schimmelbildung.

Aus diesem Grund ist es wichtig, eine Innendämmung besonders sorgfältig zu planen und auszuführen. Sie verwenden Dämmstoffe mit geringem Wasserdampfdiffusionswiderstand? Dann benötigen Sie für Ihre Dachdämmung auf jeden Fall eine Dampfbremse.

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