Schornstein

Der Schornstein – Kaminwärme genießen und Abgase hinaus leiten

Schornsteine gab es schon im alten Rom. Die Bauweise hat sich über Jahrhunderte stetig weiterentwickelt und ist nach wie vor beliebt. Dies liegt vor allem an dem breitgefächerten Nutzen, den ein Schornstein eröffnet.

Die Beschaffenheit des Materials macht tatsächlich einen der bedeutendsten Unterschiede bei Konstruktion und Funktionsweise eines Schornsteines aus. Die Rauchgasabführung wird bei fast allen Varianten gleichermaßen gewährleistet. Diese haben zahlreiche Vorteile und bieten eine Vielfalt an Designs.

Die Tipp zum Bau Seite bietet Ihnen Navigationspunkte bei Ihrer Recherche.

1. Funktionsweise eines Schornsteins – Naturgesetze in Aktion

Tipp zum Bau informiert Sie über den Schornstein.

Der Schornstein ist das Herzstück Ihres Kamines.

Ein physikalisches Gesetz ist die Grundlage des Schornsteins:

Durch das Feuer im Kamin wird die Luft im darüber liegenden Schornsteinzug erwärmt. Die warme Luft weist eine geringere Dichte als die Außenluft am oberen Schornsteinende auf.

Dieser Dichteunterschied  führt zum Aufstieg der erwärmten Luft. Ein Unterdruck entsteht am unteren Ende des Kamins, wodurch kalte Luft nachströmt. Dieser Vorgang verhindert auch, dass die Rauchabgase in die Wohnräume gelangen. Das Feuer wird dadurch fortwährend mit Sauerstoff versorgt.

Zu beachten gilt: Damit der Kamin einwandfrei funktioniert, muss eine Abgestimmtheit bei der Abmessung und Beschaffenheit vorhanden sein, um vor den entstanden Rauchgasmengen zu schützen.

2. Schornstein –  Die 3 Typen

Bei Schornsteinen wird zwischen drei Typen unterschieden. Diese weisen jeweils verschiedene Attribute und Materialien auf.

Welche Schornstein-Arten gibt es? Tipp zum Bau verrät es Ihnen.

Die Schornsteine weisen verschiedene Eigenarten und Designs auf.

Einschaliger Schornstein – Simpler Formstein

Die Schächte dieses Schornsteins verlaufen vertikal.

Einschalige Schornsteine bestehen aus Ziegelmauerwerk und werden nur selten gebaut. Sie besitzen kein Innenleben. Das heißt kein Innenrohr wie z.B ein keramisches Rohr und ebenso keine Dämmung. Diese Bauart entspricht der Abgastechnik von heute längst nicht mehr.

Durch ihre preisgünstige Anschaffung wirkt dieser Schornstein attraktiv für Neubauten. Allerdings birgt das Erwerben eines solchen Schornsteins zudem eine Mehrzahl von Risiken: Durchfeuchtung, Rissbildung und zudem ist ein einschaliger Schornstein nicht raumluftunabhängig.

Zweischaliger Schornstein – die neue Generation

Dieses Modell eines Schornsteins weißt anders als der einschalige Schornstein Säure-Beständigkeit auf und ist somit auch im Zusammenhang mit Heizöl verwendbar. Die Innenrohre aus Keramik, Kunststoff oder Edelstahl sorgen dafür, dass die Abgase abgeführt werden.

Dreischaliger Schornstein – höchste Qualität

Der klassische Isolierschornstein verfügt über eine Feuchteunempfindlichkeit mit Hinterlüftung, einer Dämmplatte und Schamotte-Innenrohr. Dieses Modell sorgt für eine raumluftabhängige Abgasführung von Feuerstätten mit flüssigen, gasförmigen und festen Brennstoffen.

Die zwei Typen des Edelstahlschornsteines

Edelstahlschornsteine werden meist senkrecht und parallel zur Hauswand montiert. Genau wie gemauerte Schornsteine enden sie oberhalb des Daches. Durch ihre verschiedenen Konstruktionsweisen weichen ihre Einsatzmöglichkeiten ab:

Mit dem einwandigenEdelstahlschornstein ist ein nachträglicher Einbau möglich. Dieses Modell  besitzt keine Dämmung und kann somit nicht als alleinstehende Schornsteinkonstruktion verwendet werden. Die Art eignet sich hervorragend für die Schornsteinsanierung Ihres Hauses im Zuge der Modernisierung.

Der doppelwandige Edelstahlschornstein passt sowohl im Innen- als auch Außenbereich. Eine Dämmung aus mineralischer Wolle sorgt im Gegensatz zum einwandigen Edelstahlschornstein für den Temperaturerhalt. Außerdem wird der Kamineffekt aufrechterhalten. Ebenso lässt sich diese Variante leicht montieren.

3. Voraussetzung zum Schornsteinbau

Überblick der Vorschriften

Die Anforderung beim Schornsteinbau ist vielfältig. Es gibt für praktisch jeden Aspekt eine entsprechende Schornstein-Vorschrift. Überschneidungen kommen deshalb häufig vor. Zu beachten sind:

  • Feuerungsverordnungen der jeweiligen Bundesländer.
  • Die Bundes-Immissionsschutzverordnung (BlmSchV).
  • Die jeweiligen Landesbauordnungen
  • Vorgaben des Deutschen Instituts für Normung, besser bekannt unter dem Kürzel DIN.

Heißer Tipp: Der Schornsteinfeger kennt die in Ihrem Gebiet gültigen Verordnungen und wird Sie dementsprechend beraten.

Länge und Höhe

Der Dachfirst muss um 40 cm überragt werden. Bei einer Neigung von weniger als 20° muss die Mündung mindestens einen Meter über die Dachfläche hinausragen. Allerdings sind es bei mehr als 20° schon 2,30 Meter.

Die Regelung für die Maximalhöhe existiert ebenfalls. Diese liegt je nach örtlicher Gegebenheit bei 2 Meter bis 3,30 Meter.

So kann ein Schornstein gebaut werden.

Der Schornstein beginnt wie ein Haus am Fundament.

Sicherheitsvorkehrungen

Der Standort eines Schornsteins ist so zu wählen, dass er möglichst lotrecht verläuft. Gleichzeitig ist es nötig, die geforderten Brandschutzabstände zu angrenzenden brennbaren Bauteilen einzuhalten.

Führung und Durchmesser

Hinsichtlich des Schornsteinzugs existiert die Euronorm EN 13384. Sie dient dazu, diverse Eigenschaften des Schornsteins zu berechnen (wie etwa den Querschnitt) so wird die Funktionalität bestätigt.

Eine senkrechte Ausführung von Abgasrohren bis zur Mündung ist dabei wichtig. Da feste Brennstoffe (und auch gasförmige Brennstoffe) Abgase erzeugen, ist das eine logische Voraussetzung für einen Schornstein. Daher gilt es, einen Schornstein immer senkrecht zu bauen, so dass die Abgase den schnellsten Weg nach draußen finden.

Die EN 13384 regelt zudem noch Temperatur und Druck des Schornsteins. Eine Schornsteineinmündung darf niemals verschließen, was allerdings im Winter der Fall sein kann. Durch die richtige Berechnung von Querschnitt gelingt es dem Schornstein, einen Unterdruck zu erzeugen. Dieser Zugbedarf dient dazu, die Abgase zuverlässig nach außen zu leiten. Dieser Zugbedarf nennt sich Kamineffekt.

4. Schornstein – Vielfalt und Schönheit des Materials 

Gefertigt werden Schornsteine zumeist in zwei Varianten: entweder gemauert oder als Edelstahlschornstein.

Edelstahl – Widerstandsfähigkeit und Lebensdauer

Arbeiter montiert Kamin

Ein Schornstein aus Edelstahl punktet mit Eleganz.

Ein Edelstahlschornstein bietet eine lange Lebensdauer und ist zu dem kostengünstig.

Es wird in zwei Edelstahlvariationen unterteilt: austenitischer und ferritischer Edelstahl.

Die erste Variante dieses Schornsteins weist eine Säurebeständigkeit auf und ist sehr gut bearbeitbar. Sie hält eine Hitze von bis zu 600° C aus. Allerdings ist diese Art des Edelstahlschornsteins nicht magnetisierbar. Durch den Legierungszuschlag verlangt die Variante einen tiefen Griff in die Geldbörse.

Ferritischer Edelstahl ist im Gegensatz günstiger und magnetisierbar. Diese Variante  weist allerdings eine geringe Temperaturbeständigkeit auf. Weiterhin lässt sie sich schlecht verformen und ist anfällig für Rostvorgänge.

Keramik – Eleganz für Zuhause

Dieser Schornstein besteht aus Keramik, der aus einzelnen Elementen gefertigt ist. Hier herrschen höhere Förderdrücke und schon niedrige Abgastemperaturen ab ca. 110 °C  sind bereits möglich. Trotz ihrer ausgezeichneten Haltbarkeit haben sie allerdings auch einen Nachteil. Diese Version ist mit einem höheren finanziellen Aufwand verbunden.

Kunststoff – Künstlerisch und Sicher

Dieses Schornsteinsystem besteht aus Polypropylen-Rohren und können für Öl – und Gasbrennwertgeräte genutzt werden. Voraussetzung ist, dass die Abgastemperatur nicht die 120° C-Marke überschreitet. In Niedrigenergiehäusern sind Kunststoffschornsteine als sogenanntes LAS-System im Einsatz.

5. Wie viel kostet Sie ein Schornstein?

Tipp zum Bau zeigt Ihnen, mit welchen Kosten und Ersparnissen Sie bei Ihrer Deckendämmung rechnen können.


Die Kosten für einen Schornstein variieren abhängig von Material und Zusatzleistungen.

Eine Deckendämmung ist relativ günstig und spart Ihnen Heizkosten. Eine grundsätzliche Antwort auf diese Frage lässt sich nur schwer geben. Denn je nach verarbeitetem Material und ihrer Funktionsweise decken Schornsteine ein großes Preisspektrum ab.

  • Bauen Sie neu oder zusätzlich?
  • Können Sie die Installation selber vornehmen oder muss ein Handwerker kommen?
  • Was sind die Anforderungen an Ihren Schornstein?



Welche Kosten entstehen bei einem Schornstein? 

Gemauerter Schornstein: Pro Meter ist mit 200 bis 300 € für Spezialsteine und Schamotte zu rechnen. Zusätzlich fallen 500 bis 1.000 € für den Dachdurchbruch, den Dachanschluss, die Abdeckung und die Reinigungsklappe an.

Edelstahlschornstein: Pro Meter etwa 110 bis 150 €. Für die Durchführung kommt man etwa auf 200 bis 500 €. Letzteres ist allerdings nur nötig, wenn für Ihren Schornstein einen Dachüberstand geführt werden muss.

Die Installationskosten

Außer den Materialkosten kommen auch die Kosten der Installation auf Sie zu. Auch wenn Sie handwerklich geschickt sind, ist die Beauftragung eines Fachmanns zu empfehlen. Der Aufbau erfordert nämlich höchste Präzision. Die Umbaukosten bei einer Fehlinstallation sind weitaus höher.

Für das Mauern eines Schornsteins berechnen Ihnen ein Großteil der Betriebe 180 bis 210 € pro Meter. Der sogenannte Kopf (der Teil, der aus dem Dach ragt) kostet 500 bis 700 € beim Bau. Für die Kosten eines Deckendurchbruches sind 100 bis 300 € zu kalkulieren.

Die Montage von Edelstahlschornsteinen oder Abgasrohren an der Hauswand kosten Sie zwischen 80 und 90 € pro Meter.

PostenGemauert AußenwandGemauert im HausEdelstahlaußenwandAbgasrohr Außenwand
Rohr/Mauerwerk2.000 – 3.000 €2.000 – 3.000 €1.100 – 1.500 €450 – 650 €
Dachdurchbruch/Kopf500 – 1.000 €500 – 1.000 €200 – 500 €140 – 160 €
Summe Material2.500 – 4.000 €2.500 – 4.000 €1.300 – 2.000 €590 – 810 €
Schornsteinbau1.800 – 2.100 €1.800 – 2.100 €800 – 900 €800 – 900 €
2 Etagendurchbruch -200 – 600 € - -
Summe Bau2.300 - 2.8002.500 – 3.4001.1001.4001.1001.400
Summe Kosten4.0006.8005.0007.4002.4003.4002.4003.400

6. Die Vorteile und Nachteile der verschiedenen Schornsteine 

Einschalige Schornstein:

Er bringt nur geringe Kosten mit sich. Allerdings ist dieses Modell des Schornsteins veraltet. Es entspricht den Standards der Abgastechnik von heute nicht mehr. Zudem müssen bei der Anschaffung eines solchen Modells gewisse Risiken einkalkuliert werden: Durchfeuchtung, Rissbildung und zudem ist ein einschaliger Schornstein nicht raumluftunabhängig.

Zweischaliger Schornstein:

Diese Variante des Schornsteins verfügt über mehr Elemente, die zum Schutz des Schornsteins und des Abgasaustrittes dienen. Das Rohr im Inneren des Schachts leitet die Abgase nach oben.

Dreischaliger Schornstein:

Diese Version eines Schornsteins ist die mit Abstand hochwertigste Variante. Sie verfügt neben einem Abgasrohr zusätzlich über eine Dämmschicht zwischen Kaminwand und Rohr. Die Abgase in Ihrem Schornstein können so nicht abkühlen und dadurch zügig durch das Rohr strömen. Ein dreischaliger Schornstein bietet Ihnen somit eine höhere Funktionsfähigkeit und Sicherheit als das einschalige und zweischalige Schornsteinsystem.

Vor – und Nachteile des Baumaterials

Edelstahlschornstein: Die Anpassungsfähigkeit, die ein Edelstahlschornstein bietet, ist der entscheidende Vorteil dieser Materialart.

Die Vorteile sind:

  • Gutes Preis-Leistungsverhältnis.
  • Aufstellort des Edelstahlschachtes beliebig wählbar.
  • Durch Hebelschließen und Steckelemente leichte Montage.
  • Ideale Nachrüstung für das Erweitern eines bestehenden Kamines oder neuen Schornsteins.
  • Hält Temperaturen von bis zu 600° C stand

Nachteil:

  • Dieser besteht einzig darin, dass die Harmonie des Gesamtbildes des Hauses gestört wird. Der Edelstahlschornstein hebt sich optisch im Gegensatz zu einem gemauerten Schornstein ab. Dieser Aspekt schmälert allerdings die oben genannten Vorteile eines Edelstahlschornsteins keineswegs.

Gemauerte Schornsteine:

Tipp zum Bau vermittelt Ihnen gute Arbeitskräfte. Darunter auch Maurer.

Der gemauerte Schornstein ist der Klassiker unter den Schornsteinen.

Der gemauerte Schornstein ist der Klassiker unter den Schornsteinen und hat sich zwischen dem 19. und Mitte des 20. Jahrhunderts in den meisten Häusern etabliert.

Vorteile:

  • Die Optik des gemauerten Schornsteins spricht für sich. In diesem Punkt passt es besser zu Ihrem Haus als die blanken Rohre des Edelstahlschornsteines.

Nachteile:

  • Durch die Ziegelsteine wird keine Resistenz für Versottung in Ihrem Schornstein geleistet. Durch die Hitze der aufsteigenden Abgase dient diese Variante weder Ihrer Sicherheit noch der Instandhaltung des Schornsteins selbst.

Keramikschornstein:

Eine wunderschöne Schornstein-Variante, die sich aus mehreren Elementen zusammensetzt. Allerdings erfüllt dieser Schornstein nicht alleine seine Funktion, sondern benötig ein keramisches Rohr, welches in einen Isolierschornstein integriert ist.

Vorteile:

  • Der Druck, mit dem die Abgasluft nach oben befördert wird, ist extrem hoch. Daher eignet sich der Keramikschornstein auch für niedrige Temperaturen ab 110° C.

Kunststoffschornstein:

Die aus Polypropylen zusammengesetzten Schornsteinelemente sind säurebeständig und somit nicht versottungsanfällig. In diesem Schornstein werden keine braunen Flecken und unangenehme Gerüche entstehen.

Vorteile:

  • Kunststoffschornsteine nutzen die Wärme der Abgase zur Energiegewinnung. Das senkt somit die Temperatur im Schornstein. Daher eignet sich dieses Modell am besten für Brennwertheizungen.

Nachteile:

  • Das Schmelzrisiko tritt bei einer Abgastemperatur von über 120° C ein. Polypropylen droht bei höheren Temperaturen zu versagen.

7. Schornstein- Das Fazit

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Am Ende genießen Sie Ihr Kaminfeuer in vollen Zügen.

Bei der Beschaffung eines Schornsteins sollte Ihr Fokus in erster Linie bei der Sicherheit liegen. Der optische Aspekt sollte für Sie zweitrangig sein und Ihr Urteilsvermögen nicht trüben. Edelstahl bietet sich in finanzieller Hinsicht am besten an.

Der doppelwandige Edelstahlschornstein ist ein wahrer Allrounder für Sie. Wohingegen der gemauerte Schornstein mit seiner universellen Anpassungsfähigkeit punktet. Keramik bietet sich für aktuelle Heizanlagen bestens an. Kunststoff ragt durch seine energiesparende Funktionsweise heraus.

Informieren Sie sich allerdings vorerst bei dem Schornsteinfeger Ihres Bezirkes, welcher Schornstein zur ihrer Feueranlage passt.

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