Dachdecker

Der Dachdecker – Experte auch für Photovoltaik

Der Dachdecker verarbeitet mit hohem Sachverstand und Perfektion die verschiedensten Materialien, wie Holz, Ziegel oder Schiefer.
Deswegen sorgt der Dachdeckermeister für eine gute Wärme-Dämmung. Dadurch sparen Sie Energie und Kosten. Auch die Energie-Erzeugung liegt in seinen Händen, egal ob Photovoltaik oder Solarthermie.

1. Die Ausbildung zum Dachdecker

Tipp-zum-Bau verrät Ihnen, wie die Lehre des Dachdeckers läuft.

Was wird von einem zukünftigen Lehrling gefordert?

Ihr Dachdecker hat 3 Jahre lang eine duale Ausbildung in einem baugewerblichen Betrieb und einer Berufsschule absolviert. Dabei legt der Auszubildende einen fachlichen Schwerpunkt fest. Deshalb ist er nach Abschluss der Lehre ein Dachdecker-Geselle und hat die Möglichkeit, seinen Meister zu machen.

Nicht umsonst werden Häuser oft mit einem Dach über dem Kopf umschrieben. Denn ein wetterfestes Dach hält Sie trocken und warm. Demnach ist der Beruf des Dachdeckers  von elementarer Bedeutung beim Hausbau. Deshalb benötigen Dachdecker in Deutschland, die sich selbständig machen wollen, deshalb zwingend einen Meister-Brief. Daher können Sie davon ausgehen, dass ein selbständiger Handwerks-Betrieb qualitativ hochwertige Arbeit an Ihrem Bau-Projekt leistet.


2. Der Dachdecker: Vergleich mit anderen Gewerken

Tipp-zum-Bau zeigt Ihnen die Unterschiede von Dachdeckern zu anderen Handwerkern.

Rohre verlegen, Maler lernen oder als Maurer auf die Baustelle: Vergleich des Dachdeckers zu anderen Handwerken.

Bevor ein Dachdecker Ihr Dach eindecken kann, fertigt er zunächst aus Holz eine Unter-Konstruktion für den Dachstuhl. Diese Arbeit kann auch ein Bau-Schreiner übernehmen. Ebenso wie der Dachdecker, kann ein Bau-Schreiner auch Dach-Fenster einbauen. Allerdings ist der Bau-Schreiner kein Experte für Photovoltaik oder das eigentliche Eindecken Ihres Dachs.

Ähnlich wie Ihr Dachdecker arbeitet auch ein Ausbau-Facharbeiter an Ihrem Dachstuhl und montiert Wand-Verkleidungen. Während der Ausbau-Facharbeiter jedoch ein Allround-Talent ist, hat sich der Dachdecker auf das Thema Dach spezialisiert. Dadurch ist Ihnen ein perfektes Ergebnis garantiert.

Ein Dachdecker hat nicht nur mit Ton-Ziegeln zu tun, sondern verarbeitet auch HolzMetall und andere Materialien. Deshalb deckt teilweise auch ein Zimmerer sein Aufgaben-Gebiet ab. So könnte beispielsweise auch ein Zimmermann die Konstruktion für Ihren Dachstuhl errichten.


3. Die Aufgaben des Dachdeckers

Wir von Tipp-zum-Bau geben Ihnen einen Überblick zu den Dachdecker-Aufgaben.

Der Dachdecker in Aktion.

Grundsätzlich liegt es in der Verantwortung Ihres Dachdeckers, dass Sie im Inneren Ihres Hauses vor Regen, Wind und Wetter geschützt sind. Außerdem verrichtet er folgende Tätigkeiten:

  • Dachstühle inklusive Lattung und Schalung montieren
  • Dächer mit verschiedensten Materialien eindecken
  • Flachdächer für die Bepflanzung vorbereiten
  • Außenwände und Dachböden mit Dämm-Material abdichten
  • Dachfenster einbauen
  • Erker und Gauben anbringen
  • Regenrinnen und Abflüsse montieren
  • Blitzableiter-Anlagen und Schneefang-Gitter befestigen
  • Systeme zur Wärme- und Stromgewinnung installieren
  • Schornsteine fest machen
  • Wartungs-Arbeiten und Reparaturen rund um Ihr Dach vornehmen

Auch wenn Sie kein neues Haus errichten, sondern Ihr Zuhause renovieren möchten, ist Ihr Dachdecker der richtige Ansprechpartner. Denn er

  • trägt Ihre Dach-Eindeckung und die alten Dach-Latten ab
  • baut Ihren Schneefang, Ihr Abfluss-System und Antennen oder SAT-Schüsseln ab
  • arbeitet am Mauerwerk, falls Sie Ihr Dach ausbauen, oder Ihre Renovierung eine Veränderung am Giebel bedeutet

Der Dachdecker steigt Ihnen also gern aufs Dach und ist ein wahrer Alleskönner wenn es um die Krone Ihres Gebäudes geht.

4. Die Vergabe von Aufträgen rund ums Dach

Das Abschließen der Auftragslage zeigt Ihnen Tipp-zu-Bau.

Abschließen eines Auftrags zwischen Bauherr und Dachdecker-Meister.

Prinzipiell verlaufen Bau-Vorhaben meist ähnlich: Zunächst sollten Sie sich als Bauherr darüber klar werden, was Sie genau wollen. Steht eine unkomplizierte Renovierung an, die in wenigen Tagen erledigt ist? Oder planen Sie ein aufwendiges und langwieriges Projekt?

Finden Sie vor Beginn der Bau-Maßnahmen heraus, ob Sie sich an spezielle Regelungen halten müssen: Dazu zählt der Denkmalschutz, Vereinbarungen mit Ihren Nachbarn oder Ähnliches halten müssen. Welche Anforderungen muss Ihr Dach über dem Kopf gerecht werden? Denn je nachdem eignen sich verschiedene Dach-Formen oder eine Eindeckung aus einem anderen Material.

Dach-Formen und Ihre Vorteile:

Grundlegend lassen sich Dächer in zwei verschiedene Arten unterteilen: Flachdächer, mit einem Neigungs-Winkel bis höchstens 20°, und Steildächer, deren Flächen sich mit mehr als 20° zueinander neigen. Dabei umfasst der Begriff Steildach viele Formen von Dächern: Beispielsweise das Sattel- oder Giebeldach, Pultdach, Schleppdach, Walmdach, Kreuzdach, Kegeldach usw.

Die Vorteile des Steildachs:

  • Ausbaufähiges Dachgeschoss
  • Geringere Kosten bei der Anschaffung und Wartung
  • Lebensdauer von ca. 50 Jahren
  • Möglichkeiten zu Solarthermie und Photovoltaik
  • Herausragender Schutz gegen Regen: Neigungswinkel leitet Wasser ab
  • Sicherheit vor Wind: Windkräfte brechen sich am Giebel

Die Nachteile des Steildachs:

  • Keine nutzbare Wohnfläche auf dem Dach
  • Dachschrägen in den darunter liegenden Räumen (evtl. auch mit geringem Lichteinfall)

Die Vorteile des Flachdachs:

  • Ihr Dach wird zu einer nutzbaren Wohnfläche: Terrasse oder Dachgarten
  • Geringes Eigen-Gewicht des Dachs
  • Möglichkeiten zu Solarthermie und Photovoltaik inklusive leichtem Zugang
  • Keine Dachschrägen und guter Lichteinfall
  • Spätere Umbau-Maßnahmen sind leicht umsetzbar

Die Nachteile des Flachdachs:

  • Oft Schäden durch Feuchtigkeit am Haus
  • Höhere Kosten bei Anschaffung und Wartung
  • Kürzere Lebensdauer
  • Bau-Stoffe sind selten umweltfreundlich

Flachdächer haben davon abgesehen zu Unrecht einen schlechten Ruf, denn viele Mängel lassen sich auf Fehler bei Material, Planung oder Verarbeitung zurückführen.

Verschiedene Materialien auf dem Dach

Auf den meisten Flachdächern findet sich eine Begrünung oder Kies. Doch auch Steildächer können mit den unterschiedlichsten Bau-Stoffen eingedeckt werden. Dabei zeichnet sich jedes Material durch andere Eigenschaften aus:

Materiallange Lebensdauerviele Formen und FarbenWetter-Beständigkeitniedrige KostenBeständigkeit gegen FeuerRegulierung von Feuchtigkeitgute Dämm-Eigenschaftenleichte Verarbeitung
Beton
X
X
Bitumen (Dachpappe)
X
X
X
X
X
X
Faser-Zement-Platten
Kunst-Schiefer
Kupfer
X
X
X
X
X
Reet
X
X
X
X
X
Schiefer
X
X
Ziegel

Bevor Sie Ihren Auftrag an ein Gewerk vergeben, steht die Ausschreibung an. Manchmal haben Familie oder Bekannte bereits gebaut oder anderweitig Erfahrungen gesammelt. Dann können Sie gezielt nach Empfehlungen für Betriebe fragen. Hören Sie sich also in Ihrem Umfeld um und lassen Sie sich Tipps geben! Dachdecker sind meist Experten für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik oder Reetdach-Technik. Daher sollten Sie darauf achten, dass der Fachmann für Ihr Dach auch das für Sie passende Spezial-Gebiet hat.

5. Bau-Überwachung und Abnahme bei Ihrem Dach

Tipp-zum-Bau verrät Ihnen, wie Sie richtig den Überblick über den Bau behalten.

Immer im Blick: der Baufortschritt beim Dachdecken.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Damit Ihr Traumhaus nicht zu einem Albtraum wird, sollten Sie sich gegen alle Eventualitäten absichern. Neben einem Bau-Vertrag nach den Richtlinien des VOB schützen Sie sich im Notfall am Besten durch eine gute Dokumentation Ihrer Baustelle.

Bei Arbeiten auf Ihrem Dach sollten Sie besonders auf Risse im Eindeckungs-Material achten. Ebenso sollten Sie die Dach-Entlüftungen überprüfen, um Schimmel und unangenehmen Gerüchen vorzubeugen.

Ebenfalls ist es wichtig, dass die Unterspannbahn keine Mängel aufweist. Denn diese ist anfällig gegen Belastungen durch Schritte oder kurz abgelegte Dachsteine und Werkzeuge. Daher dokumentieren Sie das Ergebnis der einzelnen Arbeitsschritte fotografisch. So sind Sie im Fall eines Schadens auf der sicheren Seite.


6. Kosten von Dachdecker-Arbeiten

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Voraussagen für die Kosten Ihres Dachs sind äußerst schwierig. Denn die Preise variieren je nach Material, Größe und Neigungswinkel Ihres Dachs. Auch die Arbeits-Sätze bei Dachdeckern schwanken stark, abhängig von Berufs-Erfahrung und Region. Durchschnittlich betragen die Kosten für einen Dachdecker stündlich etwa 40-80€ plus Materialkosten.

Materialdurchschnittl. Kosten pro m²
Betonca. 18€
Bitumenca. 24€
Reetca. 100€
Schieferca. 90€
Ziegel25-50€

Allerdings sind die hier aufgeführten Preise nur grobe Richtwerte, sprechen Sie deshalb mit Ihrem Dachdecker über einen Kosten-Voranschlag. Generell gilt aber, je größer die Fläche Ihres Daches ist, desto geringer sind die Kosten für den einzelnen m2. Verhandeln lohnt sich also!

7. Ihre Checkliste zum Dachdecker

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  • Vorsicht (bei der ausgefüllten Ausschreibung) vor versteckten Kosten.
  • Achtung bei der Dachdecker-Innung: Hier kann jeder Betrieb Mitglied sein, der einmal einen Dachdecker-Meister beschäftigt hat. Die Mitgliedschaft endet erst, wenn keine Beiträge mehr bezahlt werden. Deshalb ist die Dachdecker-Innung nicht zwingend ein verlässlicher Garant für Qualität!
  • Besprechen Sie vor den Bauarbeiten mit Ihrem Kaminkehrer: Welche Richtlinien müssen erfüllt werden und welchen Zugang zum Schornstein benötigt er?
  • Achten Sie darauf, dass auf Ihrem Dach die notwendigen Sicherheits-Maßnahmen getroffen werden.
  • Bewahren Sie einen kleinen Vorrat an Eindeckungs-Material für eventuelle Ausbesserungs-Arbeiten auf.

8. Dachdecker finden

Sie möchten Ihr Dach neu decken lassen, Reparaturen vornehmen lassen und vieles mehr?

Ihr Dachdecker in Ihrer Nähe hilft Ihnen gern.

9. Ausbildung zum Dachdecker

Die Ausbildung zum Dachdecker dauert im Normalfall drei Jahre. Anders ist es, wenn schon Abitur, mittlere Reife oder bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung vorhanden sind. In diesem Fall verkürzt sich die Ausbildung auf zwei Jahre. 

Der Dachdecker-Lehrling verbringt einen Großteil seiner Ausbildungszeit im Betrieb. Natürlich besucht er aber auch eine Berufsschule. Ein Sonderfall ist in der Dachdeckung die sogenannte überbetriebliche Ausbildung. Hier lernt der Anwärter 14 Wochen lang die Grundlagen seines erstrebten Berufs. 

Der Beruf des Dachdeckers ist sehr vielseitig. Den Lehrling erwarten die verschiedensten Herausforderungen, sowohl körperlich als auch geistig. Außerdem arbeitet er bei Wind und Wetter an der frischen Luft. Hinzu kommt noch das überdurchschnittliche Ausbildungsgehalt. Es macht die Ausbildung zusätzlich attraktiv. 

  • 1. Ausbildungsjahr: 760,00 Euro   
  • 2. Ausbildungsjahr: 910,00 Euro   
  • 3. Ausbildungsjahr: 1.160,00 Euro  

Nach Abschluss seiner Ausbildung nennt sich der Lehrling dann Geselle. Möglich ist nach einigen Jahren Arbeitserfahrung eine Weiterbildung zum Meister. Aber Achtung! Der Beruf ist nichts für Leute mit Höhenangst.

10. Werkzeug/Ausrüstung des Dachdeckers

Wie jedes traditionelle Handwerk verfügt auch die Dachdeckung über eine Vielzahl eigener Werkzeuge. Diese berufsspezifischen Werkzeuge gehören zum ABC des Dachdeckers. Sie bieten einen Eindruck von den vielseitigen Tätigkeiten eines Dachdeckers. Hier ein paar Beispiele: 

  • Dämmstoffmesser: Sägemesser zum Schneiden von Dämmmaterial, Folien usw. 
  • Schieferdeckerhammer: spezielles Werkzeug zum Behauen von Schiefersteinen. Die Schieferdeckung mit handbehauenen Steinen ist eine Kunst für sich – jeder Stein besitzt eine individuelle Form. 
  • Heftklammern: Sie dienen dem Anheften von Platten, Folien und Dämmmaterial an die Dachsparren.
  • Nageleisen. Für das Einbringen von Nägeln in Schieferplatten.
  • Latthammer: Dient der Befestigung von Latten, Sparren, o.Ä.
  • Spitzhammer: Vielseitiges Werkzeug zum Behauen von Schiefersteinen (in Verbindung mit einer Haubrücke), dem Einbringen von Nägeln und dem Einhauen von Nagellöchern. 
  • Dachrinnenzange/Rinneisen/Rohrbiegezange: Werkzeuge, die bei der Montage von Dachrinnen behilflich sind. 

11. Sicherheit – Risiken vermeiden

Ein Dachdecker will wortwörtlich hoch hinaus. Die teilweise schwindelerregenden Höhen bringen dabei gewisse Risiken mit sich. Sicherheit ist daher das A und O des Dachdeckerberufs. Die richtige Ausrüstung kann dabei helfen, diesen gefährlichen Beruf unfallfreier zu gestalten. Allerdings ist ein Berufsrisiko natürlich immer gegeben. Eine hundertprozentige Sicherheit kann nicht garantiert werden. Folgende Hilfen decken die größten Risiken ab: 

  • Dachdeckerschuhe: für den festen Halt auf Dach und Leiter. 
  • Auffangsystem/Absturzsicherung: wenn sie sicher befestigt werden kann, schützt sie den Dachdecker vor schweren Stürzen. 
  • Firstbügel/Firsthaken für Dachleiter: erleichtert das Auf- und Abklettern auf dem Dach. 

Arbeitshose: Bietet mit Taschen und geeignetem Material Schutz und Stauraum.

12. Kosten – das kostet ein Dachdecker

Die Kosten für die Dachdeckung unterscheiden sich je nach Arbeitsumfang und -aufwand. Zu den teuersten Methoden gehören Schieferdeckung und Reetdach. Außerdem spielt die Dachform eine Rolle. Hinzu kommen Größe und Komplexität des Dachs. 

Einfache Reparaturarbeiten sind meistens relativ günstig. Manche Firmen tauschen defekte Dachziegel auch kostenlos aus. Wenn allerdings Dämmfolie, Sparren oder Dämmung beschädigt sind, kann es schon etwas preiswerter werden. 

Grob schätzt man die Neueindeckung bei etwa 20.000 Euro ein. 

Hier ein paar Eckdaten und interessante Infos:

  • Ein Dachdecker kostet zwischen 50 und 65 Euro pro Stunde.
  • Das durchschnittliche Jahresgehalt beträgt 37.000 Euro.
  • Der aktuelle Mindestlohn für Dachdecker ist 12,40 pro Stunde, ab 2021 werden es 12,60.
  • Manche Arbeiten erfordern ein Gerüst. Die Gerüstmiete beträgt ca. 5 Euro pro Quadratmeter. 
  • Wer eine energetische Dachsanierung vornehmen lässt, kann eventuell finanzielle Förderung durch die KfW beantragen. Sie übernimmt 10% der Kosten (bis 5000€).
  • Die Einrichtung von Solarthermie unterstützt das BAFA. 

13. Arbeitsweisen/Aufgaben des Dachdeckers

Die Aufgabenbereiche des Dachdeckers sind vielfältig. Über Reparaturen, Wärmedämmung, Abdichtung und Außenwandbekleidung bis hin zu Regenrinnen, Schornsteinen und Energietechnik – der Dachdecker kann alles. 

Hier ein paar Beispiele von Aufgaben, die den Alltag eines Dachdeckers gestalten. 

  • Wärmedämmung im Dachgeschoss einbauen. 
  • Reparaturen an Sparren oder Ziegeln vornehmen. 
  • Das Dach auf Wetterfestigkeit überprüfen. 
  • Solaranlagen auf dem Dach befestigen und installieren. 
  • Eine Fassadenbekleidung aus Schiefer anbringen. 
  • Regenrinnen montieren und reinigen. 
  • Schornsteine auf ihre Dichtheit überprüfen und verkleiden. 
  • Dachdeckung – ob Reet, Schiefer, oder Betonstein.
  • Abdichtung von innen oder außen. 

14. Organisation – das müssen Sie als Auftraggeber beachten

Wenn Sie einen Dachdecker beauftragen möchten, sind zunächst ein paar Überlegungen erforderlich. So sollten Sie beispielsweise darauf achten, dass der Dachdecker langjährige Kenntnisse aufweist. 

Außerdem ist es wichtig, dass er die richtige Fachrichtung beherrscht. Die Schieferdeckung ist zum Beispiel mitunter sehr kompliziert. Nicht jeder Dachdecker beherrscht alle Methoden. 

Darüber hinaus verlangen Sie am besten eine transparente Kostenaufstellung. Leider ist im Dachdeckerberuf Schwarzarbeit nicht unüblich. Dies kann nicht nur Probleme mit dem Finanzamt für Sie bedeuten. Bei einem Unfall des Mitarbeiters ist auch keine Versicherung gewährleistet. 

Seriöse Unternehmen finden Sie beim ZVDH (Zentralverband des deutschen Dachdeckerhandwerks). Hier erfahren Sie auch, welche Firma sich auf welche Arten der Deckung spezialisiert hat.

15. Reparaturen am Dach – wann ist der Fachmann gefragt?

Generell gilt: Reparaturen am Dach bitte nicht in Eigenregie ausführen! Der Dachdecker verfügt über spezielle Ausrüstung, die ihm bei den Arbeiten in der Höhe schützt. Mal eben auf’s Dach steigen kann für den leichtsinnigen Heimwerker jedoch schnell gefährlich enden. 

Hinzu kommt, dass Arbeiten mit bestimmten Materialien nur für den Fachmann erlaubt sind. Dazu gehört zum Beispiel Asbest. Falls Sie Asbest von Ihrem Dach entfernen möchten, sollten Sie unbedingt einen lizensierten Spezialisten hinzuziehen. Hier ist auch die sachgerechte Entsorgung gefragt. 

Was Sie selbst erledigen dürfen

Wer selbst Hand anlegen will, muss sich auf dem Dachboden austoben. Arbeiten, die Sie von innen erledigen können, sind zum Beispiel die Abdichtungen defekter Dachfenster. 

Bei verrutschten Ziegeln, durchlässigen Einfassungen von Schornsteinen, Rohren usw. kommt jedoch in der Regel der Dachdecker.

16. Neueindeckung Renovierung / Neubau

Nach ein paar Jahrzehnten ist ein Neuaufbau des Dachs oft sinnvoller als eine Reparatur. Inzwischen gibt es tolle Materialien, zwischen denen Sie frei wählen können. Natürlich sollte die Deckungsart aber mit der Umgebung zusammenpassen. Eventuell ist es auch nötig, sich beim Bauamt zu erkundigen, ob Sie Ihr Dach in der gewünschten Weise eindecken lassen dürfen. 

Neuartige Ziegel bieten heutzutage interessante Eigenschaften. So gibt es mittlerweile Ziegel mit Lotuseffekt. Glasuren bilden eine Schutzschicht für die Keramik. Weiterhin bilden Engoben zwar keinen Schutz, die Tonmineralmasse lässt die Dachziegel aber schön glänzen. Auch dient sie der Farbgebung. Diese Beschichtung, die auch Angussmasse genannt wird, gibt es auch als Edelengobe

Große Dachpfannen sind in der Verlegung schneller, einfacher und günstiger. In der Schalldämmung und Langlebigkeit schneiden Dachsteine besser ab als Ziegel. Wenn Sie nicht gleich ein ganz neues Dach wünschen, sondern nur eine andere Farbe, kann dies mit Hochdruckreinigung und Lackierung bewerkstelligt werden. Bei der Sanierung oder im Neubau empfiehlt sich stets eine zusätzliche Wärmedämmung.

17. Dacharten, Dachformen

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der geläufigsten Dachformen.

  • Flachdach. Das Flachdach ist zwar günstig, aber in seiner Ausführung nicht sehr langlebig und widerstandsfähig. 
  • Satteldach. Das klassische schräge Dach bietet dem Haus Schutz vor Wind und Wetter. Es ist in Deutschland sehr beliebt. Dank seiner unkomplizierten Form ist es relativ kostengünstig. 
  • Schleppdach. Findet sich meistens an historischen Bauten, ist jedoch trotzdem oder gerade deshalb erwähnenswert. Es bildet eine Verlängerung des Hauptdaches, die anliegende kleinere Gebäude schützt. Es gibt aber auch moderne Ausführungen des Schleppdachs.
  • Walmdach. Die Dachform der Römer, die auch heute noch typisch für die Toskana ist, wird bei Neubauten auch in Deutschland beliebter. Das Walmdach ist aber auch etwas teurer als das Satteldach.
  • Das stark geneigte Mansardendach bietet zusätzlichen Wohnraum unter dem Dach. 

18. Dachdeckungsmaterialien

Die Arbeitsmaterialien des Dachdeckers sind vielfältig. Holzdächer gibt es kaum noch, dafür aber viele andere Werkstoffe

  • Dachpfannen. Wohl das beliebteste Dachdeckungsmaterial Deutschlands. Es gibt sie dank Glasur in allen Formen und Farben. Die Deckung geht schnell und ist günstig. 
  • Betondachsteine. Halten genau wie Dachziegel in etwa 50 Jahre. Das sind 10 Jahre mehr als bei Faserzementplatten. 
  • Eterniteindeckung. Eternit oder Faserzement wurde früher mit Asbest in Verbindung gebracht. Heutzutage ist die gesundheitsschädliche Asbestfaser verboten. 
  • Metalldächer. Langlebige und leichte Dachdeckungen aus Titanzink, Aluminium, Stahlblech oder Kupfer. 
  • Schieferdach. Das Schieferdach ist mit bis zu 200 Jahren langlebiger als alle anderen Deckungsarten. Das gilt allerdings nur für echte Naturschiefer. Für das kleine Budget gibt es günstigere Varianten aus Faserzement. 
  • Reetdach. Wohl die teuerste, weil aufwändigste Deckungsart. Je nach Qualität des Dachs hält es bis 100 Jahre.
  • Bitumenschindeln. Auch Dachpappe genannt. Haltbarkeit liegt bei etwa 20-30 Jahren. 

19. Wissenswertes

Ein Dachdecker ist im Durchschnitt 42 Jahre alt. Die Hälfte aller Dachdecker ist jünger als 36 Jahre. Der Beruf erfordert körperliche Fitness, daher werden immer junge Männer und Frauen in dem Beruf gebraucht. 

Leider erweist sich der Dachdecker an sich immer noch als relativ leichtsinnig. Gerne wird bei der Absturzsicherung gepfuscht oder sie wird sogar ganz weggelassen. Dies führt dazu, dass es im Dachdeckerberuf zweieinhalb mal so viele Unfälle gibt wie in anderen Bauberufen. Zwischen 2012 und 2016 wurden im Durchschnitt 3 Unfälle pro Tag in Deutschland gemeldet!

Der Beruf des Dachdeckers wird durch die Wiederentdeckung traditioneller Deckungsarten auch wieder interessanter. Der schlichten Verlegung von Dachpfannen stehen kunstvolle Schieferdeckungen gegenüber. Nach seinem Meister kann sich der Dachdecker auch selbstständig machen. Dachdecker werden immer gebraucht. Dieser jahrhunderte alte Beruf ist also nach wie vor erstrebenswert.

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