Barrierefrei Bauen – in Ihrem Eigenheim

Barrierefreies Bauen – Unabhängigkeit in Ihrer Wohnung

Barrierefrei zu bauen ist bei der Planung neuer Gebäude immer häufiger ein Begriff. Zu recht! Denn diese Bauweise fördert nicht nur die Inklusion schwerbehinderter Menschen. Barrierefreiheit ermöglicht auch Ihnen im Alter ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden.

Die richtige Anwendung von Bauplatten

1. Bedeutung von „barrierefrei“ in Ihrem Eigenheim

Tipp zum Bau zeigt Ihnen, wie Sei vorausschauend barrierefrei bauen

Was bedeutet überhaupt barrierefrei?

Der Begriff „barrierefreies Bauen“ bezeichnet den gleichberechtigten Zugang zu Gebäuden für Menschen mit körperlicher oder motorischer Einschränkung. Weitere Bezeichnungen können unter anderem „Bauen für alle“, „behindertengerechtes Bauen“ oder „Design für alle“ sein.

Die Standards für die Bezeichnung „barrierefrei“ werden in der Baunorm DIN 18040 festgelegt. Nicht geschützte Begriffe sind beispielsweise „barrierereduziert“, „rollstuhlgerecht“ oder „altersgerecht“. Damit können Unternehmen für Einrichtungen werben, ohne dass alle Standards der DIN-Norm eingehalten werden müssen.



Die Zielgruppen des barrierefreien Bauens sind:

  • Ältere Menschen mit Einschränkungen in ihrem Bewegungsapparat.
  • Personen, die auf Rollstühle, Rollatoren, Gehhilfen und Ähnliches angewiesen sind.
  • Menschen mit eingeschränkter Wahrnehmung (zum Beispiel Blinde).
  • Kleinwüchsige oder großwüchsige Personen.
  • Eltern mit Kinderwägen.

Hier gelangen Sie zur Überseite Trockenbau. Erfahren Sie jetzt mehr über die Gipskartonwand.

2. Barrierefrei – verschiedene Arten

Die jeweiligen Personengruppen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Dementsprechend gibt es eine Vielzahl an Maßnahmen zum Neu- beziehungsweise Umbau des barrierefreien Eigenheims. Diese Arten der Barrierefreiheit lassen sich weitgehend in drei Gruppen einteilen:

Vermeidung von Absätzen und Bodenschwellen

Durch barrierefreies Bauen schaffen Sie Sicherheit für die Zukunft

Eine barrierefreie Rampe hilft Rollstuhlfahrern erheblich.

Dazu zählen der Einbau von Rollstuhlrampen, Treppenliften und schwellenlosen Übergängen beispielsweise zum Balkon:

  • Rollstuhlrampen gibt es auf dem Markt aus verschiedenen Materialen. Am besten bewährt haben sich dabei Kunststoff- und Metallrampen. Diese werden mit oder ohne Handlauf und Radabweiser angeboten. Weiterhin können Sie sich eine mobile Schwellenrampe anschaffen, die Sie auf Höhenübergängen anbringen. Somit gelangt beispielsweise ein Rollstuhlfahrer sicher auf die Terrasse.
  • Treppenlifte sind für Rollstuhlfahrer ebenfalls eine große Unterstützung im Alltag. Dies ist selbst für Treppen, die geradläufig oder abgewinkelt verlaufen, machbar. Einige Möglichkeiten sind Treppensitzlifte, Treppen-Deckenlifte und Treppenplattformlifte. Stufen lassen sich mit ihrer Hilfe sicher überwinden. Lediglich in Kostenfragen weisen Sie große Unterschiede auf.
  • Weiterhin gibt es die Möglichkeit, Bodenübergänge von vorneherein schwellenlos zu gestalten. Rampen werden dann überhaupt nicht benötigt. Vor allem im Sanitärbereich ist das sinnvoll, um Allen den problemlosen Zutritt zu ermöglichen.

Lesen Sie auch: Trockenbauwand.

Gut erreichbare, sichere Installationen

  • Damit Ihre häuslichen Installationen barrierefrei sind, müssen Sie diese in der richtigen Höhe montieren. Dazu zählen Lichtschalter, Steckdosen sowie die Armaturen in Bad und Küche. In der Dusche können Sie rutschhemmende Bodenbeläge anbringen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Handläufe sowohl an der Treppe als auch im Wohnraum anzubringen. Bei Bedarf gibt es zusätzlich automatische Türöffner und Fensterschließer.
  • Die entsprechende Montage von Küchengeräten ermöglicht auch hier Barrierefreiheit. Um die Geräte bedienbarer zu machen, sind höhenverstellbare Installationen sinnvoll. Hier eignen sich beispielsweise ein unterfahrbarer Elektroherd und herausziehbare Brausen.
  • Denken Sie außerdem daran, die richtigen Bodenbeläge in Ihrem Eigenheim auszuwählen. In der Dusche bieten sich etwa rutschhemmende Bodenbeläge an. Hierfür gibt es eine Vielzahl an Produkten, die für kleinere und größere Flächen verwendbar sind.
  • Im Treppenhaus, im Badezimmer, sowie in der Küche können Sie außerdem Handläufe und Haltegriffe anbringen. Diese können an der Wand oder am Boden befestigt werden. Oft gibt es auch im Rollstuhlrampen-Sortiment viele Produkte, an denen bereits ein Handlauf angebracht ist.
  • Automatische Türöffner erleichtern Ihnen maßgeblich den Übergang in verschiedene Räume. Verlängerte Fensterhebel ermöglichen das Schließen der Fenster. Drehtüren, aber auch Fernbedienungen sind eine weitere Möglichkeit der erleichterten Bedienung.

Großzügige Flächen machen auch barrierefrei

  • Großflächige Räume erleichtern die freie Bewegung. Türen und Eingangsbereiche werden breit gebaut, damit Rollstühle und auch Kinderwägen durchfahren können.
  • Auch im Wohnraum werden breite Gänge und Bewegungsflächen geschaffen. Bei der Einrichtung der Möbel sollten Sie dies beachten und beispielsweise genug Platz um Ihr Bett lassen.

Ebenfalls lesenswert: Unser Artikel über den Trockenbauer.

3. Kosten von barrierefreien Baumaßnahmen

Je nach Material und Aufwand unterscheiden sich die Kosten für die Baumaßnahmen stark. Wir haben in einer Tabelle die durchschnittlichen Komplettpreise in Euro aufgelistet. Diese können bei diversen Herstellern abweichen.

MaßnahmeDurchschnittlicher Preis
Rollstuhlrampen aus Kunststoff

Rollstuhlrampen aus Metall

Ab 200€

Ab 800€

Treppensitzlift

Treppen-Deckenlift

Treppenplattformlift

4.000-10.000€

15.000-16.000€

11.000-18.000€

Bodenbeläge rutschhemmend25-60€ pro m²
Handlauf für Treppen etc.Ab 150€
Armaturen für Dusche und BadewanneAb 250€
Barrierefreie Küche komplettAb 9.000€

4. Fördermöglichkeiten für Ihren barrierefreien (Um-)Bau

Tipp zum Bau zeigt Ihnen barrierefreie Baumaßnahmen

Ein barrierefreies Bad hat Förderanspruch.

Für den barrierefreien (Um-)Bau gibt es zahlreiche Fördermittel, die Sie in Anspruch nehmen können. Diese müssen vor Baubeginn beantragt und bewilligt sein.

Dazu zählen:

  • Ihre Pflegekasse fördert je nach Pflegegrad.
  • Die KfW-Förderung ermöglicht altersgerechten Umbau.
  • Auch Ihre Krankenkasse zahlt manchmal.
  • Auch Ämter wie das Versorgungs- oder Sozialamt unterstützen.
  • Hilfen für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene.

Für den Antrag bei Ihrer Pflegekasse müssen Sie vor dem Bau einen Kostenvoranschlag einreichen. Voraussetzung für eine Bewilligung ist, dass sich die Lebenssituation des Betroffenen verbessert und es seine Pflege erleichtert. Hier ist ein Zuschuss von bis zu 4.000€ pro Maßnahme möglich.

Ein weiterer Kostenträger ist die KfW-Förderung für altersgerechten Umbau. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Standards der DIN-Norm eingehalten werden. Meist wird der Umbau von einem zertifizierten Handwerkerunternehmen vorgenommen.

5. Vor- und Nachteile von barrierefreiem Bauen

Mit Tipp zum Bau erfahren Sei die Vorteile von barrierefreiem Bauen

Hat barrierefreies Bauen eine Zukunft?

Nicht nur für schwerbehinderte Menschen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, bietet dieser Baustil Vorteile. Die Architektur ist an die Bedürfnisse von Personen mit körperlicher Einschränkung angepasst und sorgt für eine höhere Lebensqualität.

Für diese Menschen ermöglichen barrierefreie Baumaßnahmen ein selbstbestimmtes Leben. Mehr Sicherheit und Unabhängigkeit in den eigenen vier Wänden schafft eine ganz neue Lebensfreude. Sie sind ein weiterer Schritt, um Inklusion von allen Bevölkerungsgruppen umzusetzen.

Altersgerechtes Wohnen spielt außerdem für nahezu jeden im höheren Alter eine Rolle. Dementsprechend sind die Baumaßnahmen auch vorausgedacht und zukunftsrelevant. Weiterhin bietet barrierefreies Wohnen mehr Komfort, da es großzügige Flächen gewährleistet.

Die Nachteile von barrierefreiem Bauen sind zum einen die höheren Kosten.Viele Baumaßnahmen müssen nämlich von zertifizierten Handwerkerunternehmen durchgeführt werden. Die möglichen Fördermittel wirken diesem Aufwand jedoch für die geförderten Personen entgegen. Andererseits erfordern barrierefreie Maßnahmen genaue Planung. Bei einem Antrag auf Förderung ist meist sogar ein Kostenvoranschlag gefordert.

6. Checkliste: Ist Ihre Wohnung barrierefrei?

  • Sind eine Rollstuhlrampe und ein Treppenlift vorhanden?
  • Können Bodenschwellen und Stufen problemlos überwunden werden?
  • Gibt es großzügige Bewegungsflächen in der Wohnung (für Rollstühle, Rollatoren, etcetera)?
  • Sind die Lichtschalter und Haltegriffe in der richtigen Höhe?
  • Sind ausreichend breite Türen vorhanden?
  • Können nachträglich nicht vorhandene Installationen barrierefrei eingebaut werden?

7. Fazit zu barrierefreien Baumaßnahmen

Die barrierefreien Baumaßnahmen lohnen sich besonders für Haushalte, in denen körperlich eingeschränkte Menschen leben. Hohe Kosten sind durch eine frühzeitige Planung und Fördermittel reduzierbar. Außerdem tragen diese Maßnahmen zur Inklusion von behinderten Menschen bei. Sie bieten eine Möglichkeit zur selbstständigen Bewältigung ihres Alltags. Auch für Senioren ist barrierefreies Wohnen eine große Hilfe. Bei einer älter werdenden Gesellschaft ist dieser Baustil zukunftsorientiert und vorausgedacht. Schließlich wird auch die junge Generation in einigen Jahrzehnten auf diesen Baustil angewiesen sein.

8. Hilfreiche Tipps, um Ihre Wohnung rollstuhlgerecht zu gestalten

Nicht zu jedem Haushalt gehören Personen aus der Zielgruppe, die barrierefreie Baumaßnahmen benötigen. Trotzdem können Sie den Besuch für diese Menschen mit wenigen Mitteln erleichtern. Wenn Sie Personen mit körperlichen Einschränkungen in Ihrem Bekanntenkreis haben, beachten Sie folgende Tipps:

  • Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehhilfen benötigen genügend Bewegungsfreiheit in Ihrem Haus. Deshalb ist es wichtig, bei der Einrichtung größere Abstände einzuhalten. Zwischen den Möbeln und den Wänden brauchen diese Personen viel Platz.
  • Rampen am Eingang ermöglichen es Rollstuhlfahrern in Ihr Haus zu gelangen. Dabei gib es auch kostengünstige mobile Alternativen.
  • Achten Sie außerdem auf breite Gänge. Sparen Sie beispielsweise an den Seiten der Flure an unwichtigen Möbelstücken. Schaffen Sie Platz und auch Gäste mit Handicap können sich frei in Ihrem Haus bewegen.

9. Behindertengerechte Möbel im barrierefreien Eigenheim

Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gibt es hilfreiche Möbelstücke, die den Alltag erleichtern. Diese können Sie jederzeit anschaffen. Zwei Möglichkeiten von diesen Möbeln sind:

  • Ein Pflegebett mit verschiedenen Funktionen. Dazu zählen:
  • eine Aufstehfunktion
  • eine manuelle Drehung der Liegefläche.

Damit können Sie sich selbstständig aufrichten und aufstehen. Pflegebetten erhalten Sie ab einem Preis von ca. 3.800€.

  • Ein Aufstehsessel für entspanntes Liegen, Sitzen und Aufstehen. Ein solcher Sessel erleichtert Ihnen ebenfalls das eigenständige Aufstehen. Ab 1.600€ finden Sie diese behindertengerechten Möbel.

10. Mobile Alternativen für Barrierefreiheit zu Hause

Mobile Rampen sind eine gute Alternative, wenn sie diese nur gelegentlich benötigen. Sie werden bei Bedarf an Bodenübergängen aufgebaut. Im Vergleich sind solche Rampen deutlich günstiger. Sie kosten je nach Material ab ca. 200€ aufwärts.

Ein fahrbarer Patientenlift hilft dem Pflegepersonal beim Heben der Patienten. Sie finden solche Lifte ab ca. 1.500€. Verschiedene Arten davon sind:

  • Ein Dusch- und Badelift zum Heben in die Dusche oder Badewanne.
  • Bei der Positionierung des Patienten in den Rollstuhl hilft ein Umsetzlift.
  • Ein Aufrichtlift, der den Patienten aus einer sitzenden Position gerade aufrichtet.

11. Kostenunterschiede von barrierefreien und konventionellen Baumaßnahmen

Barrierefreiheit ist keine Frage der Kosten, sondern eher eine Frage der Konzeption. Somit ist barrierefreies Bauen ist nicht unbedingt mit Mehrkosten verbunden. Barrierefreiheit in Ihrem Eigenheim kann sogar schon durch eine intelligente Planung erreicht werden.

Eine durchgeführte Studie zum barrierefreien Bauen kommt zu einem verblüffenden Ergebnis: Barrierefreiheit macht nur etwa ein Prozent der Gesamtbaukosten aus. Das zeigen die Berechnungen von zwei Varianten des barrierefreien Musterprojektes:

  • Bei der ersten Variante ergeben sich Mehrkosten in Höhe von 21,50 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht damit 1,26 % der reinen Baukosten pro Quadratmeter Wohnfläche.
  • Eine zweite, kostengünstigere, aber immer noch barrierefreie Variante ergibt sogar nur 9,20 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht 0,54 % der Gesamtbaukosten.
  • Bezogen auf die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich die Mehrkosten auf 0,83 % beziehungsweise 0,35 %.

12. Neubau ist effektiver als Umbau

Bei einem Vergleich der Effektivität von barrierefreiem Neubau und Umbau ergeben sich deutliche Unterschiede. Das Ergebnis zeigt, dass lediglich Neubauten ein ausreichendes Angebot an Barrierefreiheit ermöglichen.

Die Vorteile von einem barrierefreien Neubau sind:

  • Ein Neubau ist deutlich kostengünstiger als ein Umbau. Bei einem Neubau hält sich der Anteil der Kosten für Barrierefreiheit gering. Wenn die Maßnahmen jedoch erst später eingesetzt werden, ist der Kostenunterschied deutlich größer.
  • Nur durch einen Neubau kann die vollständige Umsetzung der DIN-Standards realisiert werden. Viele Baumaßnahmen müssen nämlich schon bei Baubeginn realisiert werden. Großzügige Bewegungsflächen können beispielsweise kaum im Nachhinein eingebaut werden.
  • Durch neugebaute barrierefreie Wohnungen wird ein größeres Angebot auf dem Wohnungsmarkt sichergestellt. Nur so kann der Bedarf der stationären Versorgung pflegebedürftiger Menschen gedeckt werden.

Das Problem der ausreichenden Versorgung mit barrierefreien Wohnungen kann offensichtlich nur durch den Wohnungsneubau gelöst werden. Aktuell werden jährlich circa 100.000 Wohnungen im Geschosswohnungsbau errichtet. Wenn diese barrierefrei realisiert würden, wäre das Minimalziel der Barrierefreiheit im Jahr 2030 erreicht.

13. Barrierefreies Wohnzimmer

Barrierefreie Wohn– und Aufenthaltsräume weisen in der Regel folgende Merkmale auf:

  • Die Türen sind schwellenlos und haben eine Mindestbreite von 90 cm.
  • Bedienelemente wie Türgriffe und Lichtschalter sind auf einer Höhe von 85 cm.
  • Großzügige Bewegungsflächen sind in jedem Raum vorhanden, um das Wenden mit Mobilitätshilfen zu ermöglichen.
  • Es gibt Freiraum vor den Möbeln, um das Anfahren zu erleichtern.
  • Erhöhte Betten und Sitzmöbel sind vorhanden, um das Aufrichten zu unterstützen.
  • Es gibt Stauraummöbel, die den eingeschränkten Greifraum berücksichtigen.
Ein barrierefreies Wohnzimmer bietet Ihnen viel Platz und Komfort.

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Wohnzimmer barrierefrei gestalten können und welche Möbel besonders geeignet sind.

Für die richtige Einrichtung in Ihrer Wohnung gibt es barrierefreie Möbel. Diese garantieren Barrierefreiheit und erleichtern somit Ihren Alltag. Optimale barrierefreie Möbelstücke enthalten folgende Merkmale:

  • Standfeste und stabile Ausführung aller Einrichtungsstücke.
  • Polster und Oberflächen sind leicht und ohne viel Aufwand zu reinigen.
  • Abgerundete Kanten, die das Verletzungsrisiko mindern.
  • Erhöhte Sitzflächen bei Sitzmöbeln oder Sitzmöbel mit Aufstehhilfe.
  • Höhenverstellbarkeit bei Schreib– und Esstischen.

14. Barrierefreies Schlafzimmer

Das Schlafzimmer kann für körperlich eingeschränkte Menschen zu einem Hauptaufenthaltsraum werden. Ein schlechter Gesundheitsstand führt dazu, dass sich der Betroffene nahezu dauerhaft in diesem Raum aufhält. Umso wichtiger ist es, hier für eine angenehme Atmosphäre und angepasste Ausstattung zu sorgen. Sicherheit und Komfort bietet ein geräumiger Schlafraum. Dabei sollte die Einrichtung so aufgestellt sein, dass sich diese Personen uneingeschränkt bewegen können.

Ein barrierefreies Schlafzimmer zeichnen folgende Ausstattungsmerkmale aus:

  • Mindestens eine Bewegungsfläche von 120 cm x 120 cm für Menschen mit Gehhilfen. Und mindesten 150 cm x 150 cm für Rollstuhlfahrer zum Wenden im Raum.
  • Bewegungsfreiraum entlang der Betteinstiegsseiten.
  • Bewegungsflächen vor dem Schlafzimmerschrank mindestens 90 cm breit, für Rollstuhlfahrer 150 cm.
  • Ein Kleiderschrank mit aus dem Rollstuhl heraus erreichbaren Fächern oder einem eingebauten Liftsystem.
  • Ein hohes oder höhenverstellbares Bett, das den Ein- und Ausstieg erleichtert.
  • Ein vom Lichtschalter, der vom Bett aus erreichbar ist.

15. Konstruktive Voraussetzungen für eine barrierefreie Küche:

Die Planung einer barrierefreien Küche beginnt weit vor dem Einbau der eigentlichen Kücheneinrichtung. Auf die Tragfähigkeit der Wände ist hier besonderes Augenmerk zu legen. Die Gründe dafür sind:

  • Die Unterfahrbarkeit der Arbeitsplatten erfordert je nach Bausituation eine direkte Anbringung an der Wand.
  • Weiterhin müssen auch Unterschränke teilweise an der Wand montiert werden. Dadurch wird in der Sockelzone mehr Beinfreiheit bzw. Platz für die Füße gewährleistet.
  • Eine stabile Befestigung dieser Elemente ist umso wichtiger. Schließlich werden sie von vielen Betroffenen auch genutzt, um sich an ihnen abzustützen oder hochzuziehen.

Ebenso vorausschauend muss bei der Planung von Wasser- und Elektroanschlüssen vorgegangen werden. Diese liegen in der Regel nicht an den Standardpositionen wie bei einer konventionellen Küche. Daher müssen sie im Zusammenhang mit der späteren Einrichtung geplant werden. Für Lichtschalter gilt eine Anbringungshöhe von 85 cm als bequem von jedem Nutzer erreichbar.

16. Die Gestaltung einer barrierefreien Küche

Auch in einer barrierefreien Küche gelten die üblichen DIN-Standards. Hinzu kommen einige Bedingungen speziell für die Küche. Zum Beispiel müssen die Arbeitsflächen sowie das eingebaute Kochfeld und die Spüle unterfahrbar sein. Nur so kann ein Rollstuhlfahrer:

  • Auch den hinteren Bereich einer Arbeitsplatte nutzen.
  • Die Wasserhahnarmatur erreichen.
  • Auf den hinteren Kochfeldern auf dem Herd kochen.

Weitere Ausstattungsmerkmale einer barrierefreien Küche sind:

  • Pflegeleichte und robuste Materialien, die den Reinigungsaufwand reduzieren.
  • Ein rutschsicherer Bodenbelag, der die Sturzgefahr mindert.
  • Rauchmelder und eine Herdabschaltautomatik, die die Sicherheit erhöhen.
  • Kontrastreiche Gestaltung und eine gute Beleuchtung, die bei einer Sehbehinderung das Arbeiten erleichtern.

17. Barrierefreie Küchenschränke

Eine barrierefreie Küche muss außerdem genügend Stauraum für Küchenutensilien, Geschirr sowie Lebensmittel bieten. Durch die notwendige Unterfahrbarkeit der Arbeitsfläche fällt allerdings viel Schrankraum weg. Für fest eingebaute Unterschränke gilt:

  • Auszüge und Schubladen sind immer gegenüber von Schranktüren zu bevorzugen. Schließlich nehmen Schranktüren in geöffnetem Zustand viel Platz in der Küche weg. Dadurch erfordern sie einen hohen Bewegungsaufwand zum Bedienen.
  • Der Griff in eine Schublade ist hingegen bei eingeschränkter Beweglichkeit deutlich komfortabler.
  • Voraussetzung ist, dass die Böden der Auszüge nicht zu tief liegen. Sie sollten mindestens in einer Höhe von 40 cm über dem Fußbodenniveau liegen.
  • Griffe von Schränken müssen in einer barrierefreien Küche ebenfalls den möglichen körperlichen Einschränkungen angepasst sein.

18. Barrierefreie Elektrogeräte

Zu der Grundausstattung an Elektrogeräten in einer Küche gehören selbstverständlich ein Herd und ein Backofen. Da das Kochfeld in einer barrierefreien Küche unterfahrbar sein muss, wandert auch der Backofen:

  • Ein erhöhter Einbau des Backofens kommt auch älteren Menschen zugute. Viele haben nämlich Schwierigkeiten mit dem Bücken und Heben.
  • Andererseits sollte die Einbauhöhe den Greifraum und den Sichtbereich eines Rollstuhlfahrers berücksichtigen.
  • Der Innenraum muss zudem gut erreichbar sein, damit der Inhalt leicht entnommen werden kann.
  • Vorteile bieten Backofenklappen, die seitlich aufschlagen und eine Ausstattung des Backofens mit Teleskopauszügen.
  • Eine Anbringung des Backofens auf ca. 80 cm bis 85 cm ist zu empfehlen.

Bei der Auswahl der Spüle muss vor allem auf die Unterfahrbarkeit am Einbauplatz geachtet werden. Hierfür bieten sich flache Spülbecken an. So bleibt die Beinfreiheit gewährleistet. Als Dunstabzugshaube eignen sich Modelle, die sich per Fernbedienung an- und abschalten lassen. Alle Geräte sollten zudem über ein übersichtliches und leicht zu verstehendes Bedienfeld verfügen.

19. Barrierefreies Bad

Ein barrierefreies Bad erleichtert Ihnen vieles im Alltag.

Hier erfahren Sie, wie ein barrierefreies Bad aussehen kann.

Die aktuelle Norm zum barrierefreien Bauen widmet sich speziell der Gestaltung von Sanitärräumen sehr detailliert. Auch im privaten Wohnungsbau spielt die barrierefreie Badgestaltung mittlerweile eine wichtige Rolle. Dies ist nicht nur sinnvoll, da der Bedarf an barrierefreien Wohnraum zukünftig steigen wird. Solche Bäder, die ein hohes Maß an Bewegungsfreiheit bieten, stehen auch für einen hohen Wohnkomfort.

Im Mittelpunkt bei der barrierefreien Badplanung steht vor allem:

  • Die Nutzung der Dusche und des Waschtisches von körperlich eingeschränkten Personen im Sitzen.
  • Die Möglichkeit, sich durch entsprechende Bewegungsflächen selbstständig aus dem Rollstuhl auf das WC umzusetzen.
  • Die schwellenlose Ausbildung des Duschbereiches durch den Einbau einer bodengleichen Dusche.
  • Halte– und Stützgriffe sollten bei Bedarf problemlos an den Wänden nachgerüstet werden können.

Diese vorausschauende Planung im Hinblick auf das Alter ist immer von Vorteil. Der Umbau zu einem späteren Zeitpunkt verursacht schließlich höhere Kosten. Viele Hersteller von Badobjekten und Armaturen bieten mittlerweile passende Produkte in attraktiver Optik. Somit muss auch das Design nicht zu kurz kommen.

Dieser Text wurde von den Redakteuren der      erstellt

Online-Seminare, auch zum Thema Bauen, finden Sie unter   

Mehr zum Thema Tockenbau bei Tipp zum Bau

Gipskartonwand, Gipskarton, Wand, Zusatzwand, Zwischenwand, Rigipswand

Gipskartonwand

Decke, Zimmerdecke, Bau, Eigenheim

Der Trockenbauer

Vorwandinstallation, Wand, Installation, Kabel, Anschlüsse, Rohre,

Vorwandinstallationen

Wenn Sie Ihr Haus bauen, renovieren oder sanieren möchten, ist Tipp zum Bau eine gute Anlaufstelle, um sich über die anstehenden Arbeiten zu informieren. Wir beraten Sie in allen Bereich rund um das Bauen.

Trockenbauwand

Dieser Text wurde von den Redakteuren der      erstellt

Online-Seminare, auch zum Thema Bauen, finden Sie unter