Barrierefreies Bauen Neubau

Barrierefreies Bauen – Tipps für Ihren innovativen Neubau

Haben Sie Bauen und Barrierefreiheit schon mal in einem Satz verwendet? In Deutschland ist barrierefreies Bauen noch nicht gängig. Das ist schnellstmöglich zu ändern. Denn behindertengerechter Wohnraum ist nicht nur äußerst zweckmäßig und komfortabel. Er erfüllt auch unsere Ansprüche an modernes und innovatives Design. Im folgenden Beitrag informieren wir Sie über barrierefreies Bauen, seine Vorteile, Ansprüche und Umsetzung. Erfahren Sie zudem alles über Kosten und Fördermöglichkeiten.

1. Was ist barrierefreies Bauen?

Mit Tipp zum Bau erhalten Sie wertvolle Impulse für eine rollstuhlgerechte Wohnsituation.

Barrierefreies Bauen schenkt Rollstuhlfahrern Unabhängigkeit in den eigenen vier Wänden.

Barrierefreies Bauen erleichtert Personen mit besonderen Bedürfnissen den Alltag. Das macht die Nutzung der Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung jeglicher Art möglich. Hör- und Sehbehinderungen, Einschränkungen der Mobilität, Alter und kognitive Behinderungen sind hierbei inbegriffen. Sind all diese Bedürfnisse im Einklang mit dem Wohnraum, ist er barrierefrei und behindertengerecht.

Von Anfang an beherzigt barrierefreies Bauen die besonderen Bedürfnisse. Denn schon Fundament und Rohbau eines Hauses sind entscheidend für behindertengerechtes Wohnen. Hierbei ist die Überwindung von Türschwellen oder Treppen längst nicht alles. Denn barrierefreies Bauen ist kein Extra zum herkömmlichen Bauen, sondern ein eigener Standard.

Strenge Auflagen schützen den Begriff „barrierefreies Bauen“. Seine Ansprüche sind gesetzlich in der DIN 18040 verankert. Dieses neue Konzept ist obendrein ein Wohnstil mit eigenem Komfort. Überlegen Sie Ihre eigenen vier Wände behindertengerecht zu gestalten? Dann informieren Sie sich im Folgenden über die Anforderungen und Vorteile.

2. Wer braucht behindertengerechten Wohnraum?

Behindertengerechter Wohnraum ist nützlich für alle. Auf den ersten Blick sind nur Menschen mit besonderen Bedürfnissen betroffen. Zudem sind die Bedingungen vielzählig.

  • Höherer Komfort ist nicht nur behindertengerecht, er kommt allen zugute. Barrierefreies Bauen bedeutet nämlich ein großzügiges Raumkonzept.
  • Viel Platz und Tageslicht durch große Fenster gehören ebenfalls zu seinen Standards.
  • Die Lebensqualität wird durch ein modernes Ambiente gesteigert.
  • Automatisierung von Lüftung, Heizung und Licht ebnen zudem den Weg zum Smart Home. All dies gehört zu einer zukunftsweisenden Wohnform.
Tipp-zum-Bau informiert Sie über den Nutzen von barrierefreiem Bauen.

Rampen erleichtern Rollstuhl- und Rollatornutzern den Weg ins Haus.

Denken Sie aber auch an die weiteren Vorteile. Denn barrierefreies Bauen macht das Leben in gewohnter Umgebung bis ins hohe Alter möglich. Ein späterer behindertengerechter Umbau Ihres Eigenheims ist dann nicht mehr erforderlich. Im Alltag profitieren Sie von einer perfekt auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmten Umgebung. Wenn Sie sich beim Sport verletzen, ist eine behindertengerechte Umgebung optimal zur schnellen Genesung. Auch Ihr Besuch mit eingeschränkter Mobilität wird es Ihnen danken.

Ein weiterer Wink in die Zukunft: Barrierefreies Bauen ist die ideale Grundlage eines Mehrgenerationen-Hauses. Alle profitieren von einer durchdachten Umgebung. Denn auch Mittzwanziger tragen ihre Einkaufstüten ungern fünf Stockwerke nach oben. Ebenso nutzen junge Familien lieber Rampen, anstatt den Kinderwagen über die Treppe zu heben.

Barrierefreies Bauen und dessen Zielgruppen im Überblick:

  • Personen mit Einschränkungen jeglicher Art.
  • Insbesondere Rollator- und Rollstuhlnutzer.
  • Senioren.
  • Nutzer des ambulanten Pflegediensts.
  • Sportler mit hohem Verletzungsrisiko.
  • Familien mit kleinen Kindern und Kinderwagen.
  • Alle, die Komfort und innovatives Wohnen lieben.

3. Barrierefreies Bauen und Pflege

Der demografische Wandel schreitet in Deutschland weiter fort. Durch bessere Lebensbedingungen steigt die Lebenserwartung und mehr Menschen erreichen gesund das Rentenalter. Altert die Gesellschaft, ändern sich auch die Anforderungen an das Bauen und Wohnen.

Planen Sie auch im hohen Alter in ihrer gewohnten Umgebung zu leben? Oft lässt die Bauweise Ihres Hauses dies aber nicht zu. Treppen, Türschwellen und Wannenränder sind täglich zu überwinden. Das alles kostet Kraft und birgt ein Verletzungsrisiko für Menschen mit Handicap. Viele erwägen daher den Umzug in ein Pflegeheim, obwohl sie noch selbstständig sind.

Die Pflege folgt zurzeit dem Grundsatz: Bedürftige sind solange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden zu betreuen. Dies sorgt für das Wohlbefinden der Patienten und reduziert Sozialkosten. Stationäre Pflegeplätze sind nämlich kostenintensiv. Der ambulante Pflegedienst ist aber nur dann handlungsfähig, wenn die häuslichen Bedingungen gegeben sind. Herrscht Platzmangel im Haushalt, kommt es zu Komplikationen. Um die ambulante Pflege zu ermöglichen, ist barrierefreies Bauen die beste Vorsorge. Barrierefreies Bauen trägt zur Normalisierung des Alltags behinderter Menschen bei. Es leistet damit Vorschub zu einer besseren Inklusion.

4. Kosten und Förderung für barrierefreies Bauen

Kosten die erhöhten Anforderungen der Barrierefreiheit auch mehr? Zu einem erstaunlichen Ergebnis kommt die Studie „Barrierefreies Bauen im Kostenvergleich“. Wohnungen von Beginn an nach DIN 18040-2 behindertengerecht zu planen, zahlt sich aus. Die Mehrkosten belaufen sich dann nur auf etwa 1% der Baukosten.

Bei Tipp zum Bau erfahren Sie, was Sie bei den Kosten und der Förderung für barrierefreies Bauen beachten müssen.

Barrierefreies Bauen – Vorausschauende Planung vermeidet kostspieligen Umbau.

Höhere Anforderungen stellt jedoch die Norm für uneingeschränkte Rollstuhlnutzung. Führt dies zu weiteren Kosten? Fahrstühle und Rollrampen für Kinderwägen sind ohnehin Standard in Wohnkomplexen mit mindestens drei Etagen. Daher sind Mehrkosten für rollstuhlgerechtes Wohnen kaum spürbar, berücksichtigen Bauherrn bestimmte Anpassungen von Beginn an. Das betrifft zum Beispiel die Breite von Türen, die Höhe von Klinken und schwellenlose Übergänge.

Fazit: Barrierefreies Bauen ist eine Frage der Planung. Der Umbau einer vorhandenen Wohnung dagegen ist wesentlich teurer. So sind beispielsweise Türen nachträglich breiter zu gestalten oder Fahrstühle einzubauen. Die oben genannte Studie bezieht sich auf den Wohnungsbau in Städten. Sie fordert, dass barrierefreies Bauen zu einem neuen Standard wird. Nicht nur der Umbau, sondern auch der Neubau gehört daher gefördert.

Barrierefreies Bauen – Neubau und Umbau im Vergleich

NeubauUmbau
  • DIN 18040-R besser umsetzbar, Fläche und Grundriss rollstuhl-/behindertengerecht konzipiert.
  • DIN 18040-R schlecht umsetzbar bei Platzmangel.
  • Barrierefreiheit mit kaum spürbaren Mehrkosten, ca. 1.600 Euro pro Wohneinheit.
  • Barrierefreiheit nur mit hohem Kostenaufwand umsetzbar, ca. 19.100 Euro pro Wohneinheit.
  • Kein baulicher Mehraufwand.
  • Großer Aufwand.
  • Ziel: Barrierefreiheit.
  • Ziel: Barrieren reduzieren.
  • Die Umbaumaßnahmen für behindertengerechtes Wohnen sind kostenintensiv. Oft sind hierfür Eingriffe in die Bausubstanz nötig. Barrierefreies Bauen lässt sich deshalb am besten schon mit dem Neubau verwirklichen. Teure Umbaumaßnahmen, die bei einem Neubau zu vermeiden sind:

    • Verbreiterung der Türen.
    • Fensterversetzung/-vergrößerung.
    • Installation von Rampen und Gefälleausgleich.
    • Schwellen abbauen.
    • Versetzung von Steckdosen.
    • Treppengeländer mit speziellen Handläufen.
    • Rutschfeste Böden.

    Im Gegensatz zum barrierefreien Neubau wird der behindertengerechte Umbau in Deutschland gefördert. Folgende Fördermöglichkeiten stehen bereits zur Verfügung:

    Altersgerecht Umbauen – Kredit

    • Barrieren reduzieren.
    • Einbruchschutz.
    • Kauf von barrierereduzierten Wohnungen.
    • Höhe: 50.000.
    • Altersunabhängig.
    • Optionaler Zuschuss von 6.250 Euro.

    Baudarlehen des Landes für barrierefreies Bauen:

    • Nach WoFG: Wohnraumfördergesetz.
    • Je nach Bundesland verschieden.
    • Voraussetzung: Neubau und Erwerb einer Hauptwohnung.
    • Zusätzliche Förderung bei Behinderung.

    Unterstützung der Pflegeversicherung für behindertengerechtes Wohnen:

    • Reduzierung von Barrieren.
    • Voraussetzung: Pflegegrad.
    • 4000 Euro Erstförderung.
    • Zusätzliche 4000 Euro bei weiterer Erhöhung des Pflegegrads.

    Unterstützung des Sozialamts:

    • Behindertengerechte Anpassung.
    • Vermögens- und einkommensabhängiger/s Zuschuss/Darlehen.
    • Auch für schwerbehinderte Arbeitnehmer.

    Ihr Neubau ist zudem mit herkömmlichen Förderungen zu finanzieren. Mehr finden Sie unter Baufinanzierung. Informieren Sie sich zusätzlich auch bei Ihrer örtlichen Wohnberatungsstelle für Ihr konkretes Bauvorhaben. Ebenso klären professionelle und spezialisierte Baufirmen auf.

    5. Umsetzung der Maßnahmen für barrierefreies Bauen

    Planen Sie einen behindertengerechten Neubau? Es gelten hierfür folgende Empfehlungen an Bauherren.

    Der Hauseingang

    Gestalten Sie bereits den Weg zu Ihrem Haus behindertengerecht. Ideal ist eine Neigung unter 6 Prozent und ein rutschfestes Profil. Dies erleichtert auch die Benutzung im Winter und beispielsweise den Umzug und Möbeltransport. Vermeiden Sie auch Türschwellen, um Stolperfallen zu minimieren. Ist dies bautechnisch nicht möglich, ist eine Erhebung um bis zu 20 mm noch barrierefrei.

    Geben Sie dem Hauseingang einen markanten farblichen Kontrast, sodass er leicht auffindbar ist. Schlösser und Klinken sind im Idealfall leichtgängig. Überlegen Sie auch, automatische oder kraftunterstützende Türöffner zu installieren. Dies erleichtert das Hereintragen von Einkäufen.

    Tipp-zum-Bau informiert Sie über Fahrstühle und deren Nutzen für barrierefreies Bauen.

    Fahrstühle sind in mehrgeschossigen Wohnhäusern die Norm.

    Barrierefreier Fahrstuhl

    Ein Aufzug ist bei Wohnhäusern ab drei Stockwerken Standard. Im Eigenheim einen Fahrstuhl zu installieren, ist jedoch äußerst kostspielig. Ein Treppensitzlift kostet bis zu 10.000 Euro, ein Fahrstuhl für zwei oder drei Etagen 30.000 Euro.

    Barrierefreies Bauen: Türen

    Weitestgehend schwellenfreie Türen sind erforderlich. Denn eine Erhebung ist nur bis zu 20 mm zulässig. Die Türbreite misst nach der gesetzlichen Norm mindestens 90 cm. Achten Sie zudem auf eine gute Erreichbarkeit von Türklinken. Für Rollstuhlfahrer sind sie auf einer Höhe von 85-105cm uneingeschränkt zu erreichen.

    Behindertengerechtes Raum-Konzept

    Barrierefreies Bauen bedeutet Freiräume schaffen. Eine Wohnung nach der gesetzlichen Norm umzubauen, ist mit Schwierigkeiten verbunden. Hierbei mangelt es häufig an Platz. Planen Sie also Bewegungsflächen ein. Vor den Armaturen in Küche und Bad ist eine freie Fläche von 150 cm gefordert. So sind sie leicht mit Rollstuhl oder Rollator zu erreichen. Die Norm schreibt weiterhin eine Breite der Flure von mindestens 120 cm vor. Eine rollstuhlgerechte Wohnung hat zudem Wendeflächen von 150x150cm. Genügend Raum braucht auch das Schlafzimmer. Hinlegen und Aufstehen mit Rollstühlen, Rollatoren und Gehhilfen erfordert Platz rund um das Bett.

    Behindertengerechte Bäder

    Tipp zum Bau informiert über die Baumaßnahmen für behindertengerechte Bäder im Zusammenhang mit barrierefreiem Bauen.

    Behindertengerechte Bäder sorgen für Selbstständigkeit.

    Ein behindertengerechtes Bad ist eine Erleichterung für Ältere oder für Menschen mit Verletzungen. Zudem stellt es für die ambulante Pflege eine wesentliche Hilfe dar. Spiegel und Waschbecken haben eine niedrige Nutzerhöhe und können leicht bedient werden. Eine bodengleiche Dusche betreten und verlassen Sie auch im Alter mit Leichtigkeit.

    Trittsichere und rutschfeste Fliesen sorgen für zusätzliche Sicherheit. Auch eine Sitzgelegenheit und Haltegriffe im Bad geben ein großes Maß an Selbstständigkeit zurück. Die tägliche Hygiene ist eine Aufgabe, die Sie Ihr ganzes Leben lang autonom erledigen wollen? Ihr Bad ist ein Schlüsselelement der Barrierefreiheit.

    Balkon und Fenster barrierefrei

    Frische Luft und Vitamin D aufzutanken, ist essenziell. Deswegen ist ein Balkon unersetzlich in einer barrierefreien Wohnung. Er steht für Erholung und Komfort und ist im Idealfall behindertengerecht zugänglich. Das heißt, vermeiden Sie hier eine Türschwelle. Eine Schiebetür aus Glas überragt dabei andere Lösungen.

    Tipp-zum-Bau informiert Sie, was Sie bei der Montage von Fenstern hinsichtlich des barrierefreien Bauens beachten müssen.

    Barrierefreies Bauen ermöglicht einen Ausblick im Sitzen.

    Planen Sie große und niedrige Fenster für behindertengerechtes Wohnen ein. Denn im Sitzen ist der Blick durch ein Fenster noch erholsamer. Eine Wohnung, durch die viel Sonnenlicht strömt, sorgt für hohe Lebensqualität und für mehr Sicherheit. Gute Belichtung hebt nämlich die Stimmung und verringert das Unfallrisiko im Haushalt.

    Das manuelle Öffnen der Fenster und Türen wird durch eine Automatik obsolet. Daher erleichtern automatische Fenster- oder kraftunterstützte Türöffner den Alltag ungemein. Von hier aus ist der Schritt nicht weit zu automatisierten Heiz- und Lüftsystemen. Das Smart Home ist eine ideale Ergänzung einer behindertengerechten Wohnumgebung. Erfahren Sie mehr über Automatisierung, Fernsteuerung und Smart Home Bus-Systeme.

    Welche Dinge sind zu beachten, die nicht sofort ins Auge fallen? Sorgen Sie für eine reibungslose Bedienbarkeit von:

    • Türen und Fenstern.
    • Schlössern und Klinken.
    • Schaltern.
    • Schubladen und Scharnieren.
    • Wasserhähnen.

    Klemmende Schubladen, Wasserhähne und schwergängige Scharniere bergen eine unterschätzte Verletzungsgefahr. Sorgen Sie hier für mehr Sicherheit und eine erleichterte Bedienung in Ihren vier Wänden! Ein Tipp für Ihr Eigenheim: Die Norm für eine Rollstuhlnutzung konsequent durchzusetzen, ist sehr aufwendig. Sie erfordert nämlich eine detaillierte Planung. Passen Sie Ihre Wohnung einfach Ihren individuellen Bedürfnissen an. Denn bereits eine barrierereduzierte Variante bietet großen Komfort.

    Checkliste: Barrierefreies Bauen – die Umsetzung

    • Sind Haus und Wohnung barrierefrei zugänglich?
    • Ist ein Aufzug bei drei oder mehr Stockwerken vorhanden?
    • Haben die Türen eine Breite von 90 cm?
    • Stimmt die Größe der Bewegungsflächen?
    • Besteht Wendemöglichkeit für Rollstuhlfahrer?
    • Sind die Bäder behindertengerecht?
    • Ist ein barrierefreier Zugang zum Balkon möglich?

    6. Vor- und Nachteile von barrierefreiem Bauen

    VorteileNachteile
  • Zukunftsorientiertes und behindertengerechtes Bauen.

  • Auch für alle Nutzer ohne Einschränkungen hohe Lebensqualität.

  • Altersvorsorge durch barrierefreies Bauen.

  • Materialkosten beim Neubau nicht wesentlich höher.

  • Hoher Wiederverkaufswert behindertengerechter Immobilien.
  • Spezialfirmen für barrierefreies Bauen sind teuer.

  • Langfristige Planung erforderlich.

  • 7. Barrierefreies Bauen vereint Komfort und Nachhaltigkeit

    Barrierefreies Bauen steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Dabei hat dieses Konzept ein hohes Potenzial. Lebensqualität, Komfort und Modernisierung gehören zum Profil des behindertengerechten Wohnens. Die Kosten der Baumaßnahmen sind überschätzt. Planen Sie daher rechtzeitig und setzen Sie sich mit den Standards der Barrierefreiheit auseinander. Kombinieren Sie soziale Nachhaltigkeit und Altersvorsorge mit privatem Komfort und einem modernen Interieur.

    8. Barrierefreies Bauen in der Anwendung – Ihr Mehrgenerationen-Haus

    Mit mehreren Generationen Ihrer Familie in einem Haus zu wohnen, ist für Sie die ideale Wohnform? Beachten Sie dabei, dass Ihre Familienmitglieder unterschiedliche Anforderungen an das Wohnen haben. Wenn Sie noch zur jüngeren Generation gehören, ist der Wannenrand der Dusche keine Hürde. Bei eingeschränkter Mobilität oder bei einer Verletzung wird er aber zu einer täglichen Herausforderung. Um älteren Menschen das Wohnen zu erleichtern, ist barrierefreies Bauen die Lösung.

    Wird Ihr Neubau mehrere Etagen besitzen? Planen Sie in Ihrem Mehrfamilien-Haus hierfür mindestens eine behindertengerechte Wohnung ein. Hierzu liegt diese idealerweise im Erdgeschoss und ist, wie auch der Hauseingang, barrierefrei zugänglich. Barrierefreies Bauen eines Mehrgenerationen-Hauses lohnt sich für Sie, wenn:

    • Ihre Familie aus verschiedenen Altersgruppen besteht.
    • Sie beabsichtigen, lange in einem Hausverbund zu leben.
    • Ihre Familienmitglieder pflegebedürftig sind.
    • Sie Familienmitglieder selbst pflegen.
    • Sie Kinderwägen und Rollatoren nutzen.

    9. Treppen behindertengerecht gestalten

    Personen im Rollstuhl überwinden Treppen mit Leichtigkeit, wenn ein Aufzug installiert ist. Daneben ist aber auch ein barrierefreies Treppenhaus von Wichtigkeit. Dies nützt vor allem Personen mit kognitiven und sensorischen Einschränkungen. Auch für ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität ist ein behindertengerechtes Treppenhaus unabdingbar. Nur so bietet es ausreichend Orientierung und Sicherheit.

    Für ein barrierefreies Bauen des Treppenhauses achten Sie auf:

    • Treppen mit geraden Stufen und ohne Unterschneidungen.
    • Vorderkanten der Stufen mit Antirutschprofil aus Kunststoff.
    • Deutliche Markierungen der Stufen an den Vorderkanten und Podesten.
    • Beidseitig ovale oder runde Handläufe für den gesamten Treppenverlauf.
    • Informationen am Geländer in Brailleschrift bei mehr als zwei Etagen.

    10. Rollstuhlgerechte Rampen ergänzen barrierefreies Bauen

    Ein weiterer geschützter Begriff ist rollstuhlgerechtes Wohnen. Hierfür ist eine Bauform erforderlich, die über die Norm für Barrierefreiheit hinausgeht. Dieser Zusatz wird in der DIN 18040 mit R, für Rollstuhl, gekennzeichnet. Rampen zur Überwindung sind hierbei vorgesehen. Für eine fachgerechte Installation beachten Sie Folgendes:

    • Steigung der Rampe hat maximal 6 Prozent.
    • Gestanzte Oberfläche ist rutschfest.
    • Bei Länge über 6m: ebenes Zwischenpodest.
    • Abfluss bei Niederschlag ist gewährleistet.
    • Behindertengerechte Handläufe und Radabweiser auf beiden Seiten.

    Eine flexible Lösung bieten transportable Rampensysteme mit Klappfunktion. Diese bestehen aus mehreren Segmenten, die einrollbar sind. Für Türschwellen gibt es hingegen sogenannte Rampenbrücken, die über die Schwelle gelegt werden. Diese kommen auch in Haushalten von Rollator-Nutzern zum Einsatz.

    11. Vielfältige Aufzugs-Arten für barrierefreies Bauen

    Für Personen mit eingeschränkter Mobilität ist das Treppensteigen eine große Herausforderung. In den eigenen vier Wänden bieten deshalb behindertengerechte Aufzüge eine Lösung. Senkrechtlifte und Schräglifte für barrierefreies Bauen im Vergleich:

    Senkrechtlift

    • Wie herkömmliche Kabinenaufzüge in der Öffentlichkeit.
    • Mit und ohne Schacht.
    • Im Innenraum oder an der Außenwand installierbar.
    • Für zwei oder mehr Etagen.
    • Größe individuell nach Bedarf.

    Schräglifte für einzelne Stufen und Etagen

    • Fährt den Treppenverlauf entlang.
    • Als Kabinenlift, Plattformlift oder Sessellift.
    • Laufwerk an der Decke = Schwebelift.
    • Auch für Treppenkurven geeignet.

    12. Der ideale Bodenbelag für Ihre barrierefreie Wohnung

    Barrierefreies Bauen lässt sich auch mit dem Bodenbelag umsetzen. Hierfür sind sowohl rutschfeste als auch rollentaugliche Böden wichtig. Sie denken dabei automatisch an sterilen Kunststoff? Profitieren Sie von den verschiedensten Designs. Auch in authentischer Holz-, Stein- und Fliesenoptik gibt es behindertengerechte Böden. Das Allerwichtigste: Vermeiden Sie Fugen und Schwellen. Denn Fugen sind schwer zu reinigen und ziehen Keime magisch an. Schwellen und Unebenheiten im Boden erhöhen dagegen die Barriere. Kombinieren Sie Ihren ausgewählten Bodenbelag auch mit befestigten Fußmatten im Eingangsbereich. Dadurch vermeiden Sie Schmutz und tragen zur Hygiene im Haus bei. Rüsten Sie zudem Ihre Fliesen in Bad und Küche mit einer Anti-Rutsch-Beschichtung auf.

    13. Barrierefreies Bauen – Ihre Küche

    Behindertengerechte Küchen erfüllen zwei Anforderungen: Sicherheit und Selbstständigkeit. Personen mit Behinderung gewinnen ein hohes Maß an Autonomie und Zufriedenheit durch eine angepasste Küche. Achten Sie hierfür auf eine gute Erreichbarkeit der Schränke sowie Fächer. Zudem ist es ratsam, große Arbeitsflächen einzuplanen. Für mehr Sicherheit sorgen folgende Einrichtungen:

    • Herd mit Induktionskochfeld.
    • Timer.
    • Backautomatik an Öfen.

    Folgenden Bedarf hat eine rollstuhlgerechte Küche:

    • Unterfahrbare Arbeitsflächen, Tische, Waschbecken.
    • Großzügige Wendeflächen.
    • Fahrbare Esstische.
    • Kochinsel in der Mitte.
    • Höhenverstellbare Schränke, Absenkung von Hängeschränken.

    14. Behindertengerechte Duschsitze

    Der Duschsitz gehört zur Grundausstattung eines barrierefreien Bades. Es gibt jedoch eine Vielzahl an Möglichkeiten, die eine Entscheidung erfordert. Suchen Sie noch eine passende Lösung? Hier finden Sie mehrere Alternativen im Überblick.

    Klappsitz

    • In Kombination mit bodengleicher Dusche.
    • Platzsparend.
    • Mit vielen Ansprüchen kompatibel.

    Fester Duschsitz

    • Breite Sitzfläche.
    • Stabilität.
    • Auch als Wandvorsprung.

    Mobiler Duschsitz

    • Beweglich und drehbar auf einer Metallschiene.
    • Ideal zur Überwindung von Wannenrändern.
    • Für Rollstuhlnutzer.

    15. Haltegriffe im Bad

    Für Menschen mit körperlicher Einschränkung sind Haltegriffe eine wertvolle Hilfe im Bad. Entscheiden Sie sich deshalb für feste oder für mobile Haltegriffe. Mobile Haltegriffe benötigen zwar eine ausreichende Festigkeit auch ohne Bohren. Hierfür gibt es aber Lösungen mit einer Sicherheitsanzeige. Diese misst automatisch, ob das Vakuum der Saugnäpfe aktuell stark genug ist. Feste Haltegriffe haben dieses Problem nicht, büßen dafür aber an Flexibilität ein. Bringen Sie behindertengerechte Haltegriffe für Ihr Bad an folgenden Stellen an:

    • An mindestens zwei Seiten der Duschkabine.
    • Oberhalb der Badewanne.
    • An der Toilette, hier möglichst beidseitiges Griffsystem.
    • An der Seite des Waschtischs.

    Ist der Waschtisch zudem absenkbar? Auf diese Weise bedienen auch Rollstuhlnutzer Ihr Waschbecken leichter.

    16. Überblick über verschiedene Pflegebetten

    Für ein behindertengerechtes Bett gibt es keine Patentlösung. Hier entscheiden Sie nach eigenem Ermessen. Passen Sie also Ihr Bett den eigenen Bedürfnissen an.

    Seniorenbett

    • Erhöhte Liegefläche.
    • Leichteres Aufstehen.

    Pflegebett

    • Anwinkeln und Absenken der Liegefläche.
    • Aufstehhilfe mit Haltegriffen.
    • Mit Halterungen für Infusionen ausgestattet.
    • Optionale Schutzwände gegen seitliches Herausfallen.

    Pflegebett mit Aufsteh- und Seitenlagerungsfunktion

    • Anwinkeln verschiedener Seiten möglich.
    • Bewegungsunterstützte Vorrichtungen.
    • Nützlich für viele Tätigkeiten:
    • Lesen.
    • Essen und Trinken.
    • Einnahme von Medikamenten.
    • Aufstehen.
    • Rückenschonende Position finden.
    • Pflegebett mit künstlicher Intelligenz
    • Messen Bewegungen, Wärme und Feuchtigkeit.
    • Geben Daten per App an Pflegepersonal weiter.
    • Erkennen Notfälle.

    17. Intelligente Systeme im Haushalt

    Vom behindertengerechten Pflegebett mit künstlicher Intelligenz ist der Weg nicht weit zu anderen nützlichen Einrichtungen. Das Smart Home setzen Sie gezielt für eine bessere Umgebung Pflegebedürftiger ein. Die Haustechnik bietet zum Beispiel folgende Möglichkeiten als Ergänzung für barrierefreies Bauen:

    • Automatisierte Lüftungs- und Heizanlagen.
    • Kontaktlose Fiebermessung.
    • Sensorische Erkennung im Boden, Sturzalarm.
    • Einbruchschutz und Sicherheitstechnik.
    • Automatische behindertengerechte Notrufsysteme.
    • Induktionsschleifen für Hörgeräte.

    Von diesen Einrichtungen profitieren alle Altersgruppen. Die Automatisierung verbessert den Energiehaushalt eines Hauses enorm. Auch die behindertengerechte Sicherheitstechnik bietet Vorteile. Wenn Sie Ihren Schlüssel vergessen haben, öffnet sich Ihre Tür mittels Stimmerkennung. Ein nicht zu unterschätzender Faktor sind hierbei die Kosten. Selbst ein Türöffner, der mit dem Fingerabdruck bedienbar ist, kostet bereits mehrere hundert Euro. Die installierte Technik ist aber in der Regel langlebig.

    18. Was ist der Unterschied zwischen barrierefrei und barrierereduziert?

    Haben Sie schon den Begriff barrierereduziert gehört? Im Netz kursieren viele Alternativen zum Begriff „barrierefreies Bauen“. Hierzu ein paar Beispiele:

    • Barrierearm.
    • Altersgerecht.
    • Barrierereduziert.
    • Seniorengerecht.

    Das Prädikat „barrierefrei“ erlangt eine Wohnung erst, wenn die Norm für barrierefreies Bauen erfüllt ist. Diese Norm ist gesetzlich geschützt und hat unstrittige Ansprüche. Informieren Sie sich daher genauer zu der DIN 18040-2. Andere Begrifflichkeiten lehnen sich an barrierefreies Bauen an, erfüllen aber mitunter nicht alle Kriterien. Dabei unterbieten so gut wie alle Alternativen den gesetzlichen Standard.

    In der Regel meint barriereduziert eine Anpassung an individuelle Bedürfnisse. Auch altersgerecht ist nur an einer spezifischen Zielgruppe ausgerichtet. Eine altersgerechte Wohneinrichtung ist daher nicht zwangsläufig behindertengerecht und auf besondere Bedürfnisse zugeschnitten.

    19. Der neue Trend: Barrierefreies Bauen von Mikro-Apartments

    Allein wohnen nicht nur junge Leute, sondern auch ältere Personen und Menschen mit Behinderung. Der Anteil an Single-Haushalten ist in Deutschland schon auf über 40% gestiegen. Durch Single-Haushalte wird Wohnraum schlechter ausgenutzt. Knapper Wohnraum betrifft zudem vorwiegend Personen, die auf barrierefreies Bauen und behindertengerechte Strukturen angewiesen sind. Eine entsprechende Wohnung zu finden, ist oft unmöglich und mit Umbaumaßnahmen verbunden. Diese Nachfrage ist durch die aktuelle Wohnungslage noch nicht abgedeckt. Denn es fehlt an behindertengerechtem Wohnraum.

    Sogenannte Mikro-Apartments sind in Städten die neue Anwendung für barrierefreies Bauen. Dieses Konzept hat folgende Eigenschaften:

    • Platzsparend, Wohnungen auf 29-40 m².
    • Ein- oder Zweiraumwohnungen.
    • Schwellen- und Barrierefreiheit.
    • Helle, lichtdurchflutete Räume.
    • Offenes Raumkonzept.
    • Breite Durchgänge.
    • Wenige Türen.

    Auf diese Weise nutzen Bauherren knappen Wohnraum ideal aus. Auch die Versorgung mit behindertengerechten Wohnungen ist dann gesichert. Dieses Modell ist für junge Menschen, Senioren und Personen mit besonderen Bedürfnissen bestens geeignet.

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