Bidet

Bidet – Das Badelement für ultimative Hygiene

In südeuropäischen Ländern beinahe ein Muss, doch in Deutschland eher selten gesehen: Das Bidet. Während diese Sanitäranlage in Ländern wie Italien, Frankreich oder Spanien schon zur Standardausstattung des Badezimmers gehört, ist es hier Zulande weniger verbreitet. Häufig fragen sich junge Menschen, wofür das Bidet eigentlich verwendet wird.

Doch dieses scheinbar unbekannte Badelement bringt so einige Vorteile mit sich und ist durchaus mehr als nur ein Badaccessoire. Welche diese sind und wie Sie ein Bidet richtig nutzen, erklären wir Ihnen im Folgenden.

1. Das Bidet – Ein Überblick

Das Bidet stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie „Pferd“. Es beschreibt eine waschbeckenähnliche Vorrichtung zur Anal- und Intimhygiene. Es wird vermutet, dass bereits die Römer etwas Ähnliches in Benutzung hatten.

Daher ist es umso verwunderlicher, dass sich das Bidet nicht auch in Deutschland schon früher durchgesetzt hat. Heute findet man es schon häufiger vor. Es wird aber auch des Öfteren missverstanden und zweckentfremdet. Häufig wird es zur Fußreinigung genutzt und nicht zur Waschung nach dem Toilettengang.

2. Varianten und Modelle

Die meisten Bidets ähneln kleinen, niedrigen Waschbecken. Es ist jedoch heutzutage auch möglich, dieses in verschiedenen Ausführungen zu erwerben. Beispielsweise ist es nicht nur in rundem Format, sondern auch eckig, hängend oder bodenstehend käuflich.

Bei der Auswahl Ihres Bidets sind Ihnen dennoch einige Grenzen gesetzt. Denn die bevorzugte Variante ist immer noch die klassische Waschbecken Optik. Diese beherrscht daher auch den Markt. Die meisten Modelle bestehen aus Porzellan. Trotz des oft einheitlichen Materials, gibt es auch bei diesem Badelement verschiedene Varianten.

Unterschieden wird zwischen den klassischen und den modernen Modellen. Die klassischen Modelle besitzen lediglich einen Bidetwasserhahn, um das darunterliegende Becken zu füllen. Die modernen Modelle begeistern hingegen durch ihre Düsen. Eine Bidet Brause ermöglicht Flexibilität in der Intimpflege und macht das Reinigen des Bereichs einfacher. Dieser kann nämlich ohne Probleme abgeduscht werden.

Bei einigen neueren Modellen ist sogar ein eingebauter Lufttrockner oder eine Sitzbeheizung vorhanden. Dadurch wird die Toilettenpapiernutzung oder ein zusätzlicher Lappen überflüssig.

3. Installation und Einbau

Der Einbau eines Bidets ist nicht schwieriger, als der eines Waschbeckens. Die Installation unterscheidet sich lediglich darin, dass das Bidet tiefer als das Waschbecken angebracht wird. Wenn Sie kein Standbidet montieren, ist eine Sitzhöhe von 40 cm empfehlenswert. Toilette und Bidet sollten Sie dabei nebeneinander montieren.

Der Abfluss wird an den Siphon angeschlossen und die Rohre an die Eckventile für das vorgesehene Warm- und Kaltwasser. Dies ist wichtig, damit Sie anschließend im Gebrauch Ihre gewünschte Wassertemperatur einstellen können.

Ganz so einfach ist die Anbringung des hängenden bzw. Wandbidets hingegen nicht. Wenn Sie dieses nicht bei einer Renovierung des Bades anbringen, sondern nachrüsten, reichen einfache Dübel nicht aus. Es wird dadurch nicht für genügend Halt gesorgt. Bringen Sie deshalb lieber ein Bidet-Vorwandelement an.

Das Vorwandelement ist eine Wand vor der eigentlichen Wand. Sie besteht aus einem Metallkonstrukt, an das feuchtraumgeeignete Gipsplatten angebracht werden. Diese hilft, Lasten der eigentlichen Wand abzutragen. Dadurch können Waschbecken leichter versetzt oder Bidets angebracht werden. Außerdem werden dadurch auch Rohre versteckt.

4. Verwendung des Bidets

Wie bereits erwähnt, wird das Bidet zur Reinigung nach dem Toilettengang genutzt. Hierfür wird das Bidetbecken durch den Wasserhahn gefüllt. Mit einem Waschlappen oder Ähnlichem reinigen Sie die zu säubernden Bereiche. Es ist auch möglich sich über das Bidet selbst zu setzen und so Ihr Gesäß zu säubern. Dabei ist es unbedeutend, ob Sie zum Hahn gedreht sitzen oder umgekehrt.

Bei modernen Bidets sind Düsen vorhanden, mit denen Sie ihren Anal- und Genitalbereich einfach abduschen können. Die Bidet Handbrausen stellen Sie dabei in ihrer Stärke und Temperatur ein.

5. Kosten

Wenn Sie ein Bidet kaufen, bezieht sich der Preis hauptsächlich auf das Becken. Dieses ist bereits ab 100 € erwerblich. Je nach Material oder Design kann sich der Kaufpreis jedoch erhöhen. Hinzu kommen außerdem die Kosten für die Sanitärinstallation.

Bei hängenden Modellen ist ein Vorwandelement ratsam. Das Metallkonstrukt hierfür liegt in einem Preisrahmen von 80€ bis 170 €. Die feuchtraumgeeigneten Gipsplatten, die daran angebracht werden, sind für ca. 10 € pro Quadratmeter erhältlich.

Im Vergleich dazu ist eine modernere Variante dieser Hygienemöglichkeit das Dusch-WC.  Dies ist eine Toilette mit Bidetfunktion. Diese Toilette mit Wasserdüse wird ebenfalls zur Reinigung nach dem Toilettengang genutzt. Diese Ausstattung ist ab 1000 € erwerblich und kann bis zu 5000 € kosten. Somit ist das Dusch-WC deutlich teurer, als ein Bidet. Alternativ hierzu gibt es den günstigeren Bidet Toilettenaufsatz.

6. Warum Sie sich ein Bidet zulegen sollten

Eine Tatsache, die oft übergangen wird: Ein WC mit Bidet ist umweltfreundlich. Denn wenn dieses direkt neben der Toilette steht, können Sie auf das Toilettenpapier verzichten. Dieses bereitet besonders Kläranlagen große Probleme. Außer dem etwas erhöhten Wasserverbrauch erwarten Sie also kaum Nachteile und Sie sparen Geld.

Selbst wenn Sie nicht auf das Toilettenpapier verzichten wollen, werden durch das Bidet Feuchttücher überfällig. Auch ist es besser für den Anal- und Intimbereich, da eine Reinigung mit Wasser der Haut nicht schadet. Feuchttücher hingegen enthalten oft Stoffe, die besonders empfindliche Stellen reizen können. Besonders bei sensibler Haut ist dies zu beachten und damit der Einbau eines Bidets empfehlenswert.

Abgesehen davon ist das Bidet auch anders einsetzbar. So können Sie beispielsweise ihre Füße darin waschen. Auch als Reinigungsvariante für Senioren ist dieses Badelement durchaus geeignet.

7. Nachteile eines Bidets

Neben den vielen Vorteilen, hat das Bidet natürlich Nachteile. Zum einen beansprucht  es einigen Platz im Badezimmer. Um seinen Zweck zu erfüllen, sollte es direkt neben der Toilette angebracht werden. Das ist jedoch nicht in jedem Bad möglich.

Auch der Aufwand, den die nachträgliche Installation mit sich bringt, ist ein negativer Aspekt. Besonders bei den hängenden Modellen, die heutzutage beliebt sind, ist die Anbringung aufwendig und dadurch kostspieliger.

Das Bidet sollte auch nach jedem Gebrauch vom Benutzer gereinigt werden. Das stellt zusätzliche Arbeit bei der Reinigung dar und nimmt somit mehr Zeit in Anspruch.

8. Fazit

Es ist deutlich, dass die Vorteile eines Bidets überwiegen. Neben der leichten Installation des bodenstehenden Modells, ist auch der Preis ein Pluspunkt. Dennoch ist ein Bidet nicht für jeden das Passende. Hier nochmals die Vor- und Nachteile:

VorteileNachteile
• umweltfreundlich

• geeignet für sensible Haut

• preiswert

• vielfältig nutzbar

• höhere Hygiene
• nur für große Badezimmer geeignet

• häufige Reinigung notwendig

• Installation bei hängenden Modellen

Auch wenn das Bidet in Deutschland nicht weit verbreitet ist, bietet es viele Möglichkeiten. Es ist für jeden mit geeignetem Badezimmer realisierbar. Außerdem sparen Sie dadurch an Feucht- und Toilettenpapier. Die tägliche Hygienedusche ist damit vollständig und die Reinigung mit Wasser allein unbedenklich. Wenn Sie sensible Haut haben und deshalb eine Wasserreinigung bevorzugen, ist das Bidet genau das Richtige für Sie. Das Bidet ist vielfältig und rundet die Einrichtung Ihres Bades ab.

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