Trinkwasserhygenie

Trinkwasserhygiene – wichtig für erstklassige Wasserqualität

Algen, Pilze und Bakterien, vor allem Legionellen, tauchen immer wieder in den Rohrleitungen und Armaturen auf und verunreinigen das Trinkwasser. Diese gefährden die Gesundheit der Menschen enorm. Deshalb ist es umso wichtiger gute Leitungssysteme mit den richtigen Materialien zu installieren, um eine hervorragende Trinkwasserqualität herzustellen.

Eine perfekte Trinkwasserhygiene muss für alle Personen in ganz Deutschland gewährleistet sein. Um die Gefahr von Legionellen und anderen Mikroorganismen im Trinkwasser vorzubeugen, bedarf es ein gutes Trinkwasser-Leitungssystem mit den richtigen Materialien für Ventile und Armaturen.

1. Trinkwasser – ein kurzer Überblick

Trinkwasser ist unser wichtigstes und gleichzeitig das am besten untersuchte  Lebensmittel in Deutschland. Es dient vorwiegend für häusliche Zwecke, wie zur Körperpflege, zur Reinigung von Gegenständen, zum Kochen oder zum Trinken. Die richtige Trinkwasseranlage mit den dafür vorgesehenen Armaturen sorgt für eine optimale Trinkwasserzirkulation, die die Hygiene des Wassers nicht beeinflusst.

Gefahren durch Krankheitserreger und andere Mikroorganismen

Auf der Innenseite der Wasserrohre führen besonders Eisen- und Kalkablagerungen zur Bildung eines Films. Dieser ist Nährboden für die Vermehrung von Mikroorganismen. Algen, Pilze und Bakterien – besonders Legionellen – fühlen sich hier besonders wohl.

Weitere Gründe:

  • Zu großer Wärmeverlust im System
  • Nicht durchströmte Leitungsabschnitte
  • Temperaturschichtungen in Warmwasserspeicher
  • Durch benachbarte Warmwasserleitungen erwärmtes Kaltwasser

Aus diesen Gründen ist es wichtig, ein Komplettsystem zur Trinkwasserhygiene zu installieren. Dieses System muss für optimale Strömungsverhältnisse sorgen und die Wärmeverluste gering halten.

2. Trinkwasser-Leitungssysteme und ihre Elemente

Voraussetzung für ein hygienisch einwandfreies Trinkwasser ist die

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ständige Durchströmung in allen Anlagenbereichen. Dazu braucht es Trinkwasser-Leitungssysteme, die dann mit den richtigen Ventilen und Armaturen verbunden werden.

Verschiedene Leitungssysteme:

Einzelzuleitung:

Bei dieser Leitung wird jedes Rohr separat an eine Entnahmearmatur angeschlossen. Dadurch kann, wegen des geringen Versorgungsdrucks, ein hoher Komfort an den Armaturen geboten werden.

Reihenleitung:

Die Entnahmearmaturen werden beim Reihensystem mit einem Doppelanschluss versehen. Dadurch kann jedes Rohr von einer Entnahmestelle zur nächsten angeschlossen werden.

Ringleitung:

Beim Ringsystem werden, genauso wie beim Reihensystem, die Entnahmestellen mit einem Doppelanschluss versehen und die Rohre damit verbunden. Jedoch wird bei der letzten Entnahmearmatur das Rohr zurück zum Verteiler geführt.

T-Stück-Installation:

Mit den sogenannten T-Stücken, die Abzweigungen an den Verbindungen ermöglichen, entstehen Einzelzuleitungen. Bei diesem System zweigen von der zentralen Leitung die Rohre per T-Stücke ab, die unmittelbar zu den Entnahmearmaturen führen.

Komponenten der Trinkwasseranlagen

Ein gutes Leitungssystem benötigt Bestandteile, die für eine perfekte Trinkwasserqualität sorgen. Diese ermöglichen eine technisch einwandfreie Trinkwassererwärmung und Trinkwasserzirkulation mit richtiger Durchströmung. Außerdem können an den vorgesehen Stellen Proben genommen werden.

Verschiedene Ventile:

  • Thermostatventile
  • Freistromventile
  • Strangregulierventile
  • Probenahmeventile
  • Rückflussverhinderer
  • Unterputzventile
  • Zirkulationsventile

Zirkulationsstation:

  • Bestehend aus Hocheffizienzpumpe, Rückflussverhinderer und Kontrollthermometer
  • Zirkuliert das Wasser in den Leitungen und verhindert somit das Auskühlen von Warmwasser
  • Sorgt für eine konstant bleibende Temperatur und hemmt dadurch den Legionellen-Wachstum

Spülstation:

  • Hygiene-Spülung
  • Erzielt einen kontrollierten Wasserwechsel
  • Verhindert eine Stagnation des Trinkwassers, indem sie automatisch einzelne Abschnitte durch Durchfluss absichert

Wasserfilter:

  • Filtert das Trinkwasser des öffentlichen Netzes vom Wasserwerk direkt zum Hausanschluss
  • Nimmt Schmutzpartikel auf

Die Materialien der Armaturen

Die Materialien spielen für die Hygiene des Trinkwassers eine große Rolle. Sie müssen nicht nur die Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllen, sondern auch langlebig und widerstandsfähig sein. Zu den Materialien zählen:

  • Innenverzinntes Kupfer
  • Edelstahl
  • Kunststoff
  • Rotguss

Rotguss ist eine Kupfer-Zinn-Zink-Legierung, die sich ideal für Ventile, andere Armaturen und Rohrverbindungen im Trinkwasserbereich eignet.

3. Vorschriften der Trinkwasserverordnung 

Wasserversorgungsunternehmen sind verpflichtet, ihren Kunden Trinkwasser gemäß der Trinkwasserverordnung geregelter Qualität zu Verfügung zu stellen. Jedoch sind sie nur bis zum Ende der Hausanschlussleitung für die Qualität des Trinkwassers zuständig. Danach obliegt die gesamte Verantwortung dem Gebäudeeigentümer selbst.

Dabei ist es wichtig, dass alle Anforderungen der Trinkwasserverordnung eingehalten werden, sonst gilt das Wasser nicht als Trinkwasser. Deshalb gibt es bestimmte Grundvoraussetzungen:

  • Eine Anlage zur Trinkwassererwärmung
  • Gefährdung durch Legionellen kann vermieden werden
  • Hohe Warmwasserspeichertemperaturen
  • Ausreichende Durchströmung des Warmwasser-Zirkulationsnetzes

Zudem führen die Wasserversorgungsunternehmen bei gewerblichen Anlagen alle drei Jahre eine Untersuchung auf Legionellen durch. Bei öffentlichen Anlagen, wie Hotels, Turnhallen und Schulen, wird diese Untersuchung jährlich durchgeführt. Überschreiten die untersuchten Werte die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung muss dies umgehend dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Dieses entscheidet dann über notwendige Maßnahmen.

4. Kosten

Die Kosten für die Anlagen sind unter anderem abhängig von den Materialien, die eingesetzt werden. Je nachdem aus welchem Material die Armaturen und sonstigen Elemente sind, fällt es günstiger oder teurer aus.

Kosten der Rohre und Verbindungselemente

Die reinen Materialkosten von innenverzinntem Kupfer und Edelstahl sind ähnlich und durchaus vergleichbar. Kunststoffrohre sind deutlich günstiger und kosten ca. die Hälfte im Vergleich zu Edelstahl oder innenverzinnten Kupfer.

Durch  die Vielzahl unterschiedlicher Arten und Materialien der Ventile oder Armaturen lassen sich Preisangaben in überschaubarer Weise nicht wiedergeben.

Informieren Sie sich am besten direkt bei den namhaften Qualitätsherstellern für Systeme zur Trinkwasserhygiene.

Auch lassen sich keine genauen Angaben zu den Installationskosten machen. Die Kosten sind stark abhängig von der gewünschten Komplexität der einzelnen Trinkwassersysteme. Daher sind die Kosten individuell stark schwankend.

5. Vor- und Nachteile 

 Innenverzinntes Kupfer und Edelstahl als Materialen für Wasserrohre sind äußerst langlebig und widerstandsfähig. Kunststoffrohre erhalten im Innenrohr einen leichten Abrieb, sind aber günstig und absolut korrosionsfrei. Rotguss lässt sich sehr gut verarbeiten und wird daher häufig für Ventile und Armaturen verwendet. Es lässt sich beliebig mit Kupfer, Edelstahl oder Kunststoff verbinden. Auch dieses Material ist extrem langlebig und widerstandsfähig. Außerdem ist es zu 100% recycelfähig.

Trinkwasser-LeitungssystemeVorteileNachteile
Einzelzuleitungen• geringer Aufwand bei der Planung• Hygienerisiko durch stagnierendes Wasser
Reihenleitungen• hygienisches Wasser

• Einfache Leitungsführung
Ringleitung• Hygienisches Wasser

• Gleichmäßige Druck- und Wärmeverteilung
T-Stück-Installation• Optimaler Wasseraustausch• große Bereiche werden teilweise nicht mit Wasser durchströmt

• Hygienerisiko