Bad, 3d, Keramik, blaue Fliesen
Altersgerechtes Bad • Wie Sie richtig sanieren

Altersgerechtes Bad – mobil und selbstständig bleiben

1. Die Badsanierung

Badewannen

Badewannen kann man mit wenig Aufwand altersgerecht umbauen. Sie können für den Anfang rutschfesten Untergrund verlegen, um auf nassem Boden nicht auszurutschen. Sie können in Badewannen auch eine kleine schwenkbare Tür einbauen lassen. Dadurch müssen Sie nicht mehr über den hohen Rand der Badewanne steigen. Bestenfalls geht die Tür in beide Richtungen auf und zu.

Wenn Sie sich eine neue Badewanne anschaffen wollen, haben Sie generell zwei Möglichkeiten. Sie können sich eine Sitz– oder eine Liegebadewanne holen. Eine Sitzbadewanne spart nicht nur Wasser- sie ist sogar rollstuhlgeeignet und eine weitere Person kann der badenden Person helfen. Eine Liegebadewanne ist dazu geeignet, sich hinzulegen. Durch die seitlich hochklappbare Tür ist der Einstieg bequem und durch die Lage kann man auch nicht verunglücken- Sie liegen dann eher gegen eine schräge Rückenlehne gelehnt.

Badewannenlifts sind ohne Veränderung der eigentlichen Wanne einbaubar. Sie werden seitlich neben der Wanne platziert, man setzt sich hin, und per Knopfdruck wird man dann in die Wanne gehoben. Es gibt auch Tuch-Lifts, diese spannen ein Tuch über die Badewanne, auf das man sich setzen kann. Dieses wird per Knopfdruck herabgelassen und wahlweise wieder angespannt, sodass sie vom Liegen in der Wanne zurück zum Sitzen kommen.

Duschen

Wenn Sie bereits eine Dusche besitzen, können Sie ganz einfach einen rutschfesten Boden einsetzen. So mindern sie Sturzverletzungen. Außerdem können Sie auch komplett auf einen Boden verzichten- nicht nur, dass bodengleiche Duschen im Trend sind. Einsteigen ist viel einfacher und zur Vervollständigung können Sie auch einen Duschsitz verwenden. Dieser wird in die Dusche gestellt und ermöglicht bequemes Waschen.

Falls Sie eine Wanne haben und aus Platzgründen nun lieber eine Dusche wollen, können Sie das eine mit dem anderen austauschen. Die Wanne wird hierbei einfach von der Wand und dem Boden gelöst, letzterer wird rutschfest überzogen und eine Dusche ohne Schwelle entsteht.

Waschbecken

Bei Waschbecken ist es wichtig, dass diese erreichbar sind. Was Sie brauchen sind niedrige Becken, die auch für eine kleinere Person erreichbar sind. Manche Waschbecken haben Griffe an den Seiten, diese ermöglichen das selbstständige Hochziehen.

Zusätzlich sind Ablageflächen eine gute Idee. Da hohe Schränke zum Aufbewahren Ihrer Produkte nicht geeignet sind, empfiehlt es sich, alles außerhalb aufzubewahren. Dadurch haben Sie alles im Blick und müssen sich weder bücken noch strecken, um etwas zu erreichen.

Ein Punkt, der gerne vergessen wird ist der Spiegel. Empfohlen sind schwenkbare Spiegel, die vor allem nach unten klappen. Die Kanten sollten nicht scharf sein und Sie können auch einen Hebel daran montieren, um auch von weiter weg Zugang zu erhalten.

WC

Haben Sie schon einmal ein WC für Rollstuhlfahrer gesehen? Diese haben nicht nur Platz außen herum um bequem den Rollstuhl zu drehen. Halterungen an den Wänden sind hier das Zauberwort. Damit können Sie sich beim Setzen leicht abstützen und drohen nicht wegzukippen. Natürlich ist so ein WC auch für Menschen ohne Rollstuhl geeignet.

Als Alternative zur Halterung ist eine Strickleiter. Wenn man körperlich dazu in der Lage ist, sich Hochzuziehen, dann ist das ein geschickter Weg, Halterungen zu Umgehen. Strickleitern sind im Vergleich sehr günstig und der Einbau ist ganz einfach.

Armaturen und Beleuchtung

Damit Sie sich nicht die Finger verbrennen, ist es ratsam, Thermostat-Armaturen einzubauen. Diese Renovierung zahlt sich auf Dauer aus: Nicht nur, dass Sie Wasser sparen, weil Sie nicht warten müssen, bis es warm ist. Es gibt auch keinen plötzlichen Schock, wenn jemand einen Wasserhahn aufdreht. Thermostatarmaturen behalten eine Temperatur konstant bei und so können Sie auch länger ohne Überraschung duschen.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, berührungslose Armaturen einzubauen. Diese werden aktiv, sobald man in ihre Nähe kommt, und schalten sich selbstständig wieder aus. Entweder, wenn Sie zu weit weg sind, oder wenn eine bestimmte Zeit vergangen ist.

Einmischbatterien sind dann gut, wenn Sie keine Probleme mit der Temperatur haben, sondern eine möglichst bequeme Art der Nutzung wollen. Sie können mit nur einer Hand bedient werden und sind somit auch geeignet, wenn Sie sich beispielsweise mit einer Hand stützen wollen.

Eine gute Beleuchtung im Bad ist unerlässlich. Am Spiegel sollten mindestens zwei Lampen sein, die sich am besten durch Bewegungsmelder ein- und ausschalten. So können Sie das Abschalten nicht vergessen und müssen auch nicht den Schalter suchen.

Türen

Wenn Sie nicht nur Ihr Bad renovieren wollen, sondern auch den Eingang dahin, dann tauschen Sie doch einfach Ihre Tür aus. Das klingt erstmal banal, aber: eine Schiebetür ist zum Beispiel dann gut, wenn sie wenig Platz haben. Denn sie brauchen keinen Schwenkbereich und sind somit platzsparend.

Wie bei Ihrer Dusche auch sollte Ihre Tür schwellenlos sein. Das erreichen Sie, indem der Boden des Bads auf den angrenzenden Raum angepasst wird. Dadurch können Sie nicht stolpern und haben einen nahtlosen Übergang von einem Raum in den nächsten.

2. Der Grundriss

Es gibt Anforderungen für Ihre Badsanierung, wenn Sie staatliche Förderungen in Anspruch nehmen wollen. Dazu müssen Sie sich an die DIN 18040-2 halten, das sind Vorschriften für barrierefreie Bäder. Wichtig ist zu wissen, dass diese nicht für Rollstuhlbenutzer geeignet sind. Diese sind in einer eigenen DIN beschrieben, nämlich in der DIN 18025-1.

Hier sind die Maße, an die Sie sich halten müssen:

Bewegungsflächen:       120 x 120 cm vor WC, Waschtisch und Badewanne

Dusche:                               120 x 120 cm,  kann als Bewegungsfläche mitgenutzt werden

WC, Toiletten:                 20 cm zur Wand oder anderen Objekten

Waschbecken:                 Freiraum für die Beine darunter

Tür:                                      80 cm breit

                                            205 cm hoch

3. Der Umbau

Viele Menschen fürchten sich vor einem langwierigen Umbau. Die realistische Annahme ist, dass ein komplettes Bad ein, maximal zwei Tage in Anspruch nimmt. Wenn Sie zum Beispiel nur einen Badewannenlift wollen, dauert das in der Regel nur ein paar Stunden. Ihr Bad können Sie in der Zeit sogar (beschränkt) nutzen.

Wenn Sie in einer Mietwohnung wohnen, ist das kein Grund, im Alter auf Komfort zu verzichten. Ihr Vermieter muss Ihnen gestatten, Ihre Wohnung altersgerecht zu renovieren. Vielleicht können Sie auch eine Beteiligung aushandeln, diese kommt Ihrem Vermieter natürlich auch zu Gute.

4. Förderungen

Ein komplettes Bad zu Sanieren kann je nach Größe ab 5.000 € und mehr kosten. Das ist eine ganz schöne Menge Geld. Wenn Sie dabei im Kopf behalten, dass dies ein Startwert ist. Ca. 40% sind Materialkosten und 60% sind die Handwerker, die Sie engagieren müssen. Damit niemand im Alter damit Probleme kriegt, gibt es Fördermittel, um die finanzielle Belastung zu verringern.

KfW-Bank

Die KfW-Bank bietet Zuschüsse für altersgerechte Sanierung. Sie können entweder einen Kredit oder einen Zuschuss beantragen. Kredite gibt es ab 0,75% Jahreszins und die maximale Kreditsumme beträgt 50.000 €. Dieser Betrag ist pro Wohnung und ist altersunabhängig.

Die KfW fördert für den altersgerechten Umbau Ihres Bads bis zu 5.000 € (10% der förderfähigen Kosten) im Rahmen des KfW-Progamms 455.

Kassen

Bei der Pflegekasse bekommen Sie einen Zuschuss für folgenden Leistungen:

  • eine Einstiegshilfe für die Badewanne
  • Aufbesserung des Bodens in einen rutschfesten Boden
  • eine barrierefreie Dusche und
  • ein höhenverstellbares WC und/oder Waschbecken.

Bei der Krankenkasse müssen Sie erst vom Arzt eine Verschreibung bekommen. Danach erst können Ihnen Zuschüsse auf folgende Leitungen gewährt werden:

  • auf Duschstühle
  • für Haltergriffe und
  • auf Wannenlifts.

Wichtig ist, dass Sie erst den Antrag stellen und danach anfangen mit dem Umbau.

Weitere Zuschuss-Arten

Sie können Ihre Renovierungskosten nach dem Fertigstellen auch beim Finanzamt einreichen. Dort prüft man Ihre Unterlagen und setzt diese dann von der Steuer ab – somit kriegen Sie anteilig Geld zurück.

Jedes Bundesland stellt zusätzlich weitere Fördermittel zur Verfügung. Informationen erhalten Sie auf den Sozialämtern oder im Internet auf der jeweiligen Länderseite.

Auf gutes Sanieren!

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