Happy Halloween

Hokkaido, Butternut & Co. – Alles über Kürbisse

 

1. Eine kleine Kürbis-Geschichte

Schon sehr früh hat sich der Kürbis auf die lange Reise nach Europa gemacht. Ursprünglich stammt der gewöhnliche Kürbis, den wir als Speisekürbis kennen, nämlich vom amerikanischen Kontinent. Verschiedene Sorten des Kürbisses entstammen Regionen in Nord-, Zentral- und Südamerika. Und auch in unseren Breitengraden wird er schon immer gern als Nahrungsmittel kultiviert. Vor allem jetzt im Herbst ist das Gemüse in allen Farben und Formen nicht mehr vom Marktstand wegzudenken. Ganz allgemein wird zwischen Riesen-Kürbis, Moschus-Kürbis und Garten-Kürbis unterschieden – natürlich gibt es aber noch sehr viel mehr Sorten!

Der Riesen-Kürbis

Der Riesen-Kürbis kommt ursprünglich aus Südamerika. Bei uns wird der Riesen-Kürbis auch als Winterkürbis bezeichnet, da er mehr Kälte als die anderen Kürbis-Arten verträgt, jedoch keine längeren Frostperioden. Er ist weltweit vor allem durch Wettbewerbe bekannt: diese Sorte kann durch die richtige Zucht und Pflege nämlich sehr, sehr groß und sehr, sehr schwer werden. Der aktuelle Weltrekordkürbis wog 1190,5 kg und wurde am 2. Oktober 2016 in Ludwigsburg prämiert. Damit ist er also in etwa so schwer wie zwei ausgewachsene Pferde!

Wahrscheinlich kennen Sie den Riesen-Kürbis aber ausgehöhlt als Halloween-Dekoration. Aber essen kann man den Riesen-Kürbis auch: weil das Fruchtfleisch besonders faserarm ist können Sie daraus hervorragend Suppen kochen. Oder Sie verarbeiten das Innere Ihres nächsten Halloween-Kürbisses doch einfach mal zum beliebten amerikanischen „Pumpkin Pie“, ein Kürbis-Kuchen. Auch der wohlbekannte Hokkaido-Kürbis zählt trotz seiner kleinen, knubbligen Form zur Gattung der Riesen-Kürbisse.

Der Moschus-Kürbis

Diese Sorte werden Sie nicht zufällig am Flussufer finden, denn der Moschus-Kürbis zählt zu den kultivierten Arten. Er entstammt mittel- und südamerikanischen Ländern und bevorzugt ein warmes Klima. Daher wird er heute meist in tropischen Ländern, insbesondere in Mexiko und Indien angebaut. Die bekannteste und meist-verbreitete Untergattung ist der Butternut-Kürbis. Er kann zur Zubereitung von vielen verschiedenen köstlichen Gerichten verwendet werden. Und Sie können aus ihm sogar Süßigkeiten herstellen! Der Butternut-Kürbis ist aber, wie auch der Hokkaido-Kürbis, ein Winterkürbis, den Sie also nicht nur in der Gärtnerei, sondern auch im eigenen Beet finden werden.

Der Garten-Kürbis

Garten-Kürbisse sind Kletterpflanzen und benötigen warme Temperaturen. Sie sind sehr empfindlich und erfrieren schon bei etwas länger andauernder kühler Sommerwitterung. Dafür gibt es von dieser Kürbis-Gattung die meisten Unterarten und Sorten-Gruppen. Sie kommen ursprünglich aus Mittelamerika, in etwa zwischen Peru und dem Süden der USA. Der Gartenkürbis traf in Kuba auf Christoph Kolumbus und begab sich in dessen prominenter Gesellschaft auf seine Reise nach Europa. Ein Garten-Kürbis eignet sich besonders für die Gewinnung von Kürbiskernöl; aufgrund der Größe werden Garten-Kürbisse auch gern als Zierkürbisse verwendet. Die bekanntesten Vertreter sind der Spaghetti-Kürbis, sowie die Zucchini. Ja, richtig gelesen! Die Zucchini gehört zu den Kürbisgewächsen.

Hokkaido, Butternut & Co. – wenn Sie jetzt also denken, Sie wissen schon alles über unseren Kürbis-Kumpel, dann erfreuen Sie sich doch einfach an unseren Tipps und Tricks, wie Sie selbst Kürbisse züchten können, und was man sonst noch alles mit ihnen anstellen kann.

2. Zuhause Pflanzen, Pflegen & Ernten

Obwohl der Kürbis ja ursprünglich aus Amerika kommt, ist es dennoch nicht schwer, auch im heimischen Garten Kürbisse zu kultivieren. Ob Sie nun ein großes Kürbis-Beet planen, oder Urban Gardening auf dem Balkon betreiben, ist ganz gleich: Die leuchtenden gelben Blüten des Exoten sind jedenfalls in jedem Beet hübsch anzusehen! Mit ein paar kleinen Tipps und Tricks gelingt der Anbau von Kürbis ganz leicht:

  • Ein Kürbis braucht viel Platz. Er breitet sich je nach Sorte auch mal 1,5 bis 2 Quadratmeter über das Beet hinweg aus.
  • Kleine Sorten ranken und klettern gern. Beispielsweise auch der Hokkaido-Kürbis. Diese Sorten brauchen entweder eine Rankhilfe, oder sollten in der Nähe des Gartenzauns gepflanzt werden.
  • Kürbisse sind wärmeliebende Pflanzen. Der Standort für Ihren Kürbis sollte deshalb sonnig und windgeschützt sein.
  • Der Boden darf nicht sauer sein (pH-Wert > 6). Am Besten eignet sich Kompostboden.

Den Kürbis pflanzen

Obwohl sie kälteempfindlich sind, sind Kürbisse ansonsten eher unkomplizierte Gesellen. Bei der Direktsaat werden die Samen gleich draußen im Beet eingesetzt. Das sollte aber erst ab Mitte Mai passieren, denn für die Keimung sind Temperaturen ab 14°C nötig. Unter 5 °C wird es nämlich sonst gefährlich für die kleinen Pflanzen! Die Saat sollte zwischen 2 und 4 cm tief ausgesät werden. Außerdem wird im Abstand von 0,5-1,5 m gesät. Der Abstand zwischen den Reihen sollte 1,5 m betragen.

Soll die Kultivierung tatsächlich gelingen, ist eine Vorkultur im Haus eine sinnvolle Alternative. Hier werden die Samen ebenfalls 2-4 cm tief im Topf eingepflanzt; das können Sie auch schon im April tun. Die ideale Keimungstemperatur liegt bei 20-24 °C. Sobald die Pflänzchen die ersten Laubblätter gebildet haben, können ebenfalls ab Mitte Mai ins Beet eingepflanzt werden. In kühleren Gegenden lohnt sich eine Vorkultur im Haus auf jeden Fall! Außerdem können Sie so schon viel früher ernten.

Ganz allgemein sollten Sie die jungen Pflanzen anfangs mit einem Vlies abdecken, um sie vor Nachtfrost zu schützen. Allerdings sollten Sie diesen Schutz noch vor der Bildung der leuchtend gelben Blüten wieder abnehmen. Ansonsten kann es nicht zur Bestäubung der Blüten kommen.

Die Pflege

Sobald sich Ihre Kürbispflanze nicht mehr unter der Erde versteckt, ist sie sehr leicht zu pflegen! Besonders wichtig ist es, die Pflanzen regelmäßig zu gießen. Vor allem bei der Phase der Fruchtbildung, denn ansonsten fällt Ihre Ernte eher gering aus. Gießen Sie direkt auf den Boden, nicht auf die Blätter, da diese sonst faulen können.

Da der Kürbis ein Starkzehrer ist, sollten Sie auch den Boden regelmäßig düngen. Am Besten bereiten Sie das Beet schon vor der Aussaat mit Kompostgabe vor. Während der Wachstumsperiode können Sie sogar einmal wöchentlich mit einem stickstoffreichen Volldünger oder Brennesseljauche nachhelfen.

Wenn Sie viele, große Früchte ernten möchten, sollten Sie die Pflanzen regelmäßig ausgeizen. Das bedeutet, die neuen Triebe oder Nebentriebe zu entfernen. Denn je mehr Kürbis-Früchte wachsen, desto kleiner werden sie. Deshalb lohnt es sich, nicht alle Früchte wachsen zu lassen, damit die Anderen dafür genügend Nährstoffe und Energie bekommen. Das können Sie zum ersten Mal im Juni, und danach im Juli vornehmen. Ebenfalls können Sie noch die männlichen Blüten entfernen, damit die Pflanze mehr Energie für die Fruchtbildung bekommt.

Krankheiten und Schädlinge

Die schlimmsten Schäden entstehen für die Kürbispflanze leider durch Wetterbedingungen. Das kann beispielsweise Hagel sein, oder zu viel Regen. Ein weiterer Feind des Kürbisses ist die Nacktschnecke. Hier hilft am Besten das Ausstreuen von Kaffeesatz, da die Schnecken das Pulver nicht mögen! Eine Pilzinfektion der Blätter, wie der Echte Mehltau, lässt sich übrigens nur durch vorsichtiges Gießen vermeiden. Achten Sie sorgfältig darauf, nur den Boden mit Wasser zu benetzen.

Je nach Sorte beginnt die Reife der Kürbisse frühestens ab Mitte August. Die meisten Sorten werden aber zwischen September und Oktober geerntet. Empfehlenswert ist die Ernte vor den ersten Nachtfrösten. Sollten Sie nicht sicher sein, ob Ihr Kürbis bereit zur Ernte ist, hilft die Klopfprobe: klingt der Kürbis hohl, kann er geerntet werden!

3. Was ein Kürbis sonst noch kann

Außer bunt und hübsch und schmackhaft zu sein, hat der Kürbis noch so viel mehr zu bieten!

  • In der Medizin wird der Kürbis als heilendes Nahrungsmittel bezeichnet. Er liefert Proteine, Vitamine, Magnesium, Kalium und Spurenelemente. Außerdem kann der Kürbis Rheuma und Herzbeschwerden vorbeugen.
  • Botanisch gesehen ist der Kürbis eine Beere. Botaniker bezeichnen ihn als Panzerbeere.
  • Insgesamt gibt es über 800 bekannte Kürbis-Sorten.
  • Alle Kürbisse (außer Zierkürbisse) können auch roh verzehrt werden.
  • Pumpkin chunking – Der Kürbisweitwurf dient allein der Unterhaltung. Das sollten Sie sich wirklich mal ansehen! Der einzige Unfall, der bisher geschah, war eine durch einen Kürbis getroffene Ente.

Die Tradition der Jack O’Lantern kommt von irischen Einwanderern in den USA. Der Brauch, den Kürbis mit einer gruseligen Fratze zu versehen, und eine brennende Kerze darin zu platzieren, soll den Teufel und böse Geister abhalten.

In diesem Sinne: Happy Halloween!

Autorin: Sarah Kohn

Upcycling – Die Euro-Palette als nachhaltige Alternative

Upcycling – Nachhaltig und kreativ

Bestimmt haben Sie sich schon gefragt, was Sie mit der ganzen Zeit anstellen sollen, die sie jetzt im Herbst und im Winter zuhause verbringen werden – denn seien wir mal ehrlich: es ist kalt, es ist nass, und vermutlich haben die meisten von uns gerade keine Lust, das Haus zu verlassen und sich dem ungemütlichen Wetter auszusetzen. Aber vielleicht möchten Sie ja trotzdem etwas Kreatives und Produktives tun, anstatt den ganzen Tag lang Netflix zu schauen. Ja? Dann habe Ich eine Idee für Sie: gestalten Sie doch einfach Ihre Wohnung um. Und wie? Mit selbstgebauten Möbeln aus Euro-Paletten!

Upcycling – Worum es hier eigentlich geht

Aber was genau ist eigentlich dieses ‚Upcycling‘, das uns jetzt überall auf verschiedenen Social Media Kanälen entgegen springt? Ursprünglich entstand der Gedanke vom Upcycling schon in den Neunzigern. Denn bereits damals haben wir festgestellt, dass unsere natürlichen Ressourcen schwinden und wir, anstatt die Dinge einfach als Abfall zu entsorgen, diese wiederverwerten und aufbessern sollten. Die Wiederverwertung von Material, das also schon vorhanden ist, reduziert die Verwendung von natürlichen Rohstoffen, die ansonsten allzu schnell aufgebraucht werden. Beim Upcycling werden also die vorhandenen Materialien aufgebessert und aufgewertet – die Neuproduktion von Gegenständen wie Kleidung und Möbeln wird reduziert, um auf diese Art und Weise nachhaltiger zu leben! Außerdem kann man so das eigene Bewusstsein der Umweltproblematiken stärken und seinen eigenen Beitrag gegen die Verschwendung leisten.

Gegen die Wegwerfgesellschaft

Viele große Firmen und bekannte Marken machen mittlerweile nachhaltige Möbel- oder Kleidungsstücke aus Ozean-Plastik und anderem Müll. Es geht um die sinnvolle Verwertung von Abfällen und die stoffliche Aufwertung von scheinbar nicht mehr nützlichen Dingen. Sie kennen bestimmt die schönen und funktionalen Rucksäcke und Taschen aus alten LKW-Planen. Oder Lampenschirme aus alten Konservendosen, die einen eleganten Mix aus Design und industriellem Look schaffen. Der Trend geht weiter über Flechttechniken, mit welchen man aus alten Plastikprodukten beispielsweise Flip-Flops fertigen kann, bis hin zu Tassen aus Kaffeesatz (ja, ehrlich!). All das sind kreative Möglichkeiten etwas Einzigartiges zu schaffen. Aber nicht alles lässt sich auch einfach Zuhause umsetzen – ein paar Tipps habe ich aber trotzdem für Sie.

Dinge wie Möbel selbst zu bauen und zu gestalten macht glücklich, kreativ, und selbstbewusst. Ein DIY-Projekt ist zusätzlich auch einfach kostengünstig. Wenn man bei all dem dann auch noch ein bisschen die Welt verbessern kann, steht dem Ganzen meiner Meinung nach nichts mehr im Weg. Fakt ist: man benötigt schlicht und einfach Zeit. Ansonsten sind wirklich fast alle Projekte grundsätzlich kostengünstiger, als etwas neu zu kaufen. Darüber freut sich nicht nur der Geldbeutel, sondern vor allem unser Planet.

Falls Sie jetzt aber immer noch keine konkrete Idee bekommen haben sollten, wie Sie mit Upcycling die Welt retten können: zum Beispiel können Sie aus Wachsresten ganz einfach schöne neue Kerzen gießen, einzigartige Vasen aus PET-Flaschen basteln oder aus den Resten des ehemaligen Lieblings-Shirts neue Kleidungsstücke oder Kissenbezüge nähen. Die Liste der Dinge, die scheinbar wertlosen Abfall in ein wertvolles, neues Material für ein tolles, neues Produkt verwandeln können, ist unendlich lang. Ihrer Fantasie sind wirklich keine Grenzen gesetzt.

Aber hier widme ich mich den mittlerweile sehr bekannten und beliebten Möbeln aus Euro-Paletten.

Das Allround-Talent Euro-Palette

Mit der Euro-Palette lassen sich unzählige kreative Ideen verwirklichen. Sie sind nicht nur ein Mittel zum Transport von verschiedenen Gütern, sondern schlichtweg das vielfältigste Basic für selbstgemachte Möbel. Sie ist vielseitig, belastbar und ökologisch nachhaltig. Kurz und knackig:

  • Die Euro-Palette besteht aus robustem Holz; normalerweise wird sie aus Fichte, Kiefer oder Tanne gefertigt.
  • Sie wiegt in etwa 25 Kilo, hat dabei aber eine Tragfähigkeit von 1500 Kilogramm.
  • Ihre Maße sind DIN-normiert: Breite 80 cm x Länge 120 cm x Höhe 14,4 cm .
  • Seit 1968 dient sie in Europa als Transportmittel aller Art von Gütern.
  • Und weil die Euro-Palette von Unternehmen zu Unternehmen nicht ersetzt und entsorgt, sondern getauscht wird, ist die Palette selbst schon absolut nachhaltig!

Ständige Kontrollen gewährleisten die hohe Qualität der Euro-Palette, und sollten Sie jetzt also Lust verspüren, selbst Hand anzulegen und Ihre eigenen Möbel zu bauen, dann können Sie sicher sein, dass sie ein hochwertiges Ausgangsmaterial vor sich liegen haben. Ihre DIY-Projekte bereiten Ihnen also auf lange Sicht hin Freude, und das steht nun wirklich im Sinne von umweltschonender Nachhaltigkeit!

Betten, Couchtische, Wandregale, Hochbeete, Gartenmöbel – alles ist möglich! Außerdem ist die Arbeit mit oder das Upcycling von Euro-Paletten eine sehr einfache Arbeit, deshalb sind sie auch so beliebt. Jeder kann sie kaufen, und wirklich jeder kann etwas Eigenes daraus machen! Der schwierigste Teil bei der Herstellung von Möbeln aus Euro-Paletten ist tatsächlich die Dekonstruktion – denn sie werden ursprünglich dafür gefertigt, schwere Lasten zu transportieren. Benutzt man sie aber im Ganzen, ist das Upcycling kinderleicht.

Projekt: Ein Couchtisch aus Paletten

Ein einfaches Projekt für DIY- und Upcycling-Neulinge ist ein Couchtisch aus Euro-Paletten. Dieser besteht aus zwei Euro-Paletten, die aufeinander gelegt und miteinander verschraubt werden. Dafür benötigen Sie auch gar nicht viel! Da die Paletten nach dem Transport üblicherweise zwischen den Unternehmen getauscht werden, ist es leider nicht so leicht, diese einfach beim Bauhaus geschenkt zu bekommen, wie die meisten von uns fälschlicherweise annehmen – aber Sie können neue oder auch gebrauchte Euro-Paletten günstig entweder beim Baumarkt oder online in Kleinanzeigenportalen käuflich erwerben.

Stellen Sie zuvor sicher, dass das Holz nicht beschädigt oder verschmutzt ist. Wenn Sie gebrauchte Paletten kaufen, achten Sie außerdem darauf, dass sich keine Tiere im Holz befinden!

Für den Couchtisch benötigen Sie:

  • Zwei Euro-Paletten
  • Vier Industriemöbelrollen – zwei davon mit Feststellbremsen
  • Schrauben für die Rollen & Holzschrauben
  • Holzfarbe oder Lasur nach Wahl

Eine Schritt-für-Schritt Anleitung

  1. Schleifen Sie die Oberflächen der Palette mit Sandpapier – oder für die Profis unter Ihnen, mit einem Schleifgerät – ab, bis diese schön glatt ist. Es darf keine Splittergefahr mehr bestehen! Wie fein Sie die Oberfläche haben möchten, hängt ganz von dem Look ab, den Sie kreieren wollen.
  2. Reinigen Sie die Paletten nach dem Schleifen mit warmem Wasser. Das entfernt die restlichen Holzspäne und öffnet die Poren des Holzes, was Ihnen später das Streichen oder Lackieren erleichtert.
  3. Wenn Sie den kompletten Tisch gestrichen oder lackiert haben möchten, ist es leichter, wenn Sie das als Erstes tun. So kommen Sie auch am besten an alle Stellen. Sie können jetzt auch frei entscheiden, ob Sie die Paletten in schlichtem, zeitlosem weiß streichen oder ob sie einen knalligen Hingucker möchten. Oder Sie entscheiden sich für einen urbanen und industriellen Look und verwenden eine Holzlasur; so scheint mehr von der ursprünglichen Optik der Palette durch.
  4. Legen Sie die zwei Paletten übereinander und verschrauben Sie sie sorgfältig miteinander. Am besten bohren Sie die Löcher vor dem Verschrauben schon vor, damit das Holz nicht splittert. Wenn Sie möchten, können Sie zwischen den Paletten noch Holzleisten verschrauben, um etwas Stauraum dazwischen zu schaffen.
  5. Zuletzt müssen Sie nur noch die Industriemöbelrollen an der Unterseite verschrauben. Um das Ganze nun noch etwas eleganter aussehen zu lassen, können Sie eine Glas- oder Acrylplatte auf die obere Palette legen – am besten kleben Sie an jeder Ecke Anti-Rutsch-Pads zwischen die Palette und die Glasplatte.

Na, wie fühlen Sie sich jetzt? Setzen Sie sich doch erstmal auf die Couch, vorzugsweise mit einer Tasse Tee und einer kuschligen Decke, und legen Sie die Füße auf Ihren neuen Couchtisch. In Gedanken – oder natürlich auch wirklich – dürfen Sie sich jetzt auf die Schulter klopfen, denn Sie haben gerade aus nachhaltigen Materialien ein eigenes, einzigartiges Möbelstück gefertigt. Da steckt Ihre Kraft und Kreativität drin, nur Ihre! Und dann lassen Sie mal die Gedanken schweifen, und überlegen Sie, wie Sie morgen die Welt ein weiteres Stückchen verbessern können.

Autorin: Sarah Kohn

Ökologisches Bauen

Ökologisch Bauen und gesund Wohnen

 

Ökologisch Bauen mit Holz

Als Naturbaustoff ist Holz umweltfreundlich und wasserdampfdurchlässig. Achten Sie darauf, dass das Holz nicht mit chemischen Stoffen behandelt wurde. Denn nur so ist der Baustoff allergenfrei und schließt somit Ausgasungen von Schadstoffen aus. Durch die Herstellung beziehungsweise Verarbeitung von Holz aus lokalen Sägewerken sparen Sie sich längere Anfahrtswege. Mit dem Bau eines Holzhauses reduzieren Sie nicht nur Fahrtkosten, auch die Bilanz an grauer Energie wird dadurch positiv beeinflusst.

Unter dem Begriff der  grauen Energie versteht man die Energiemenge, welche bei der Herstellung, dem Transport, der Lagerung, dem Verkauf und der Entsorgung eines Produktes benötigt wird.

Mit vorgefertigten Elementen für Dachstuhl, Wände und Decken reduzieren Sie die Bauzeit auf Ihrer Baustelle erheblich. Mithilfe dieser Elemente ist Ihr neues Haus noch schneller bewohnbar. Sie sparen sich unter anderem 75% der Energie bei der Herstellung ein. Auch die Einhaltung von Trockenzeiten, um Schäden durch Baufeuchte zu vermeiden, entfällt komplett.

Doch ökologisches Bauen endet nicht alleine beim Innenausbau. Sorgfältig ausgewählte Vollholzarten eignen sich auch zur Fassadengestaltung und unterstreichen damit nicht nur Nachhaltigkeit innerhalb des Hauses, sondern auch Ihren äußeren Nachhaltigkeitsgedanken.

Zellulose als ökologischer Dämmstoff

Der Dämmstoff Zellulose wird zum Beispiel aus recycelten Zeitungen, Pappe, Baumwolle, Stroh, Sägemehl, Hanf, Maiskolben und Papier gewonnen. Die Basis des umweltfreundlichen Dämmmaterials ist Holz.

Ein ökologischer Dämmstoff bewährt sich im Vergleich zu einem künstlichen Dämmstoff besonders während der kalten Jahreszeit. Denn dieser wird Ihr Haus im Winter  mollig warm halten. Ein weiterer Vorteil dieses auf Naturbasis beruhenden Dämmstoffes ist, dass dieser im Sommer für angenehme Kühle sorgt.

Neben der hohen Isolierwirkung bietet eine Zellulosedämmung auch sehr gute Schallschutzeigenschaften.

Die Zellulose dünstet zudem keine Chemikalien aus. Sie ist feuchtigkeitsregulierend und wasserdampfdurchlässig und somit ein idealer Dämmstoff für das ökologische Bauen.

Nachhaltig Dämmen mit ökologischen Holzfaserdämmplatten

Ein weiterer geeigneter Dämmstoff für das ökologische Bauen ist die Holzfaserdämmung. Diese Dämmplatten werden aus entrindetem Restholz hergestellt. Zudem empfiehlt sich die Verwendung von Holzfaserdämmplatten auch für ökologische Trittschalldämmungen.

Solarenergie – Gewinnung von Strom und Wärme

Die Nutzung von regenerativen Energien spielt in der heutigen Zeit eine immer wichtigere Rolle. Für den Eigenheimbereich eignen sich hierfür Solarthermieanlagen zur Wärmegewinnung sowie Photovoltaikanlagen zur Stromgewinnung.

Warmwassererzeugung durch Solaranlagen

Solaranlagen eignen sich sowohl für die Erwärmung von Brauchwasser als auch zur Heizungsunterstützung. Je nach Anlagengröße, Ausrichtung und Energieverbrauch kann eine Solaranlage bis zu 70% Warmwasseraufbereitung sowie bis zu 15%  Ihrer Heizwärmebedarfs abdecken.

Stromerzeugung durch Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlagen sind Solarstromanlagen, die mittels Solarzellen einen Teil der Sonneneinstrahlung in elektrische Energie umwandeln. Mittlerweile ist es sinnvoller, wenn Sie den Strom selbst verbrauchen oder, sofern wirtschaftlich sinnvoll, selbst speichern, um somit ein Nullenergiehaus oder sogar Plusenergiehaus zu realisieren.

Ökologisch Heizen mit Holz

Eine CO2-neutrale Holzheizung senkt insbesondere den Primärenergiebedarf. Voraussetzung hierfür ist sowohl eine gute Wärmedämmung, als auch ein geringer Heizenergieverbrauch. Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern, in Verbindung mit ständig steigenden Preisen, ist Holz als nachwachsender Rohstoff nahezu überall verfügbar. Ein wassergeführter Holzofen eignet sich, wie auch eine Pelletheizung, insbesondere für die Kombination mit einer Solarthermie-Anlage. Falls eine solche Heizung für Sie in Frage kommen sollte, sparen Sie sich sowohl bei den Anschaffungs- als auch bei den Betriebskosten Einiges an Geld.

Natürliche Bodenbeläge aus Holz

Neben Fußböden aus Holz, wie zum Beispiel Parkett oder Dielenböden, gibt es mittlerweile eine Vielzahl von ökologischen Bodenbelägen.

Viele Baustoffhändler bieten ein immer breiteres Sortiment an baubiologisch einwandfreien Baumaterialien an. Fragen Sie einfach mal in Ihrem heimischen Baumarkt nach.

Bodenbeläge aus Kork beispielsweise zeichnen sich durch ihre wärmespeichernde und elastische Form aus. Dieser umweltfreundliche Bodenbelag eignet sich unter Anderem hervorragend für Allergiker.

Ein Linoleumbelag ist extrem strapazierfähig und gleichzeitig pflegeleicht. Es gibt ihn mittlerweile in den unterschiedlichsten Farben und Optiken.

Innenwände mit Lehmputz oder Lehmbauplatten

Wandelemente oder Wandbeläge auf Lehmbasis gehören zum ökologischen Bauen einfach dazu. Ökologische Lehmbauplatten wirken sich unter Anderem positiv auf Ihr Wohnraumklima aus, absorbieren Strahlung, verfügen über gute Schallschutzeigenschaften und eigenen sich besonders für Wandheizungen in Kombination mit Deckenheizungen. Da Lehm ein Naturprodukt ist, enthält er keine Schadstoffe und trägt so zu einer stimmigen Baubiologie bei.

Dachbegrünung mit Erdanschüttung

Auch bei der Wahl der Außengestaltung eines Hauses muss auf ökologisches Bauen nicht verzichtet werden. Eine Dachbegrünung oder eine Erdanschüttung wirken sich positiv auf das Klima im Haus aus. Während eine Dachbegrünung oder Erdanschüttung im Winter zusätzlich gegen Kälte schützt, sorgen sie im Sommer für ein angenehmes Raumklima in Ihrem neuen ökologisch-nachhaltigen Haus.

Modernes Energiesparmanagement mit Smart Home Lösungen

Eine Smart Home Lösung ist dank moderner Technik fast unabdingbar, wenn ein Energiesparhaus realisiert werden soll. Es lassen sich jegliche technische Einrichtungen in Ihrem Haus kombinieren und zentral oder dezentral steuern. Smart Home Lösungen lassen sich ganz bequem von Ihrem Tablet oder Smartphone aus steuern

Eine Hauptanwendung von Smart Home Lösungen ist beispielsweise die Steuerung der Heizung. Sie haben selbst die Möglichkeit zu bestimmen, welche Leistung Sie vom System zu welcher Tageszeit erwarten. Nachhaltiges Bauen bedeutet nur so viel Energie zu verbrauchen, wie benötigt wird. Im Energiesparhaus bieten sich daher Smart Home Lösungen vortrefflich an.

Förderprogramme

Bund, Länder und EU fördern energiesparendes Bauen und die Nutzung regenerativer Energiequellen mit verschiedenen Programmen.

Wenn Sie eine solche Fördermaßnahme in Anspruch nehmen möchten, müssen Sie bereits rechtzeitig vor Baubeginn einen Antrag stellen.

Auf die meisten Förderhilfen besteht kein Rechtsanspruch. Sie, als Antragsteller gehen leer aus, sobald die Mittel für das laufende Jahr bereits aufgebraucht sind.

Bundes- und jeweilige Länderprogramme schließen sich meistens gegenseitig aus, aber nicht immer. Nachfragen lohnt sich.

Die umfangreichsten Fördermöglichkeiten und Kredite finden Sie auf den Seiten der BAFA und der KfW.

Aktualisierungen werden von den zuständigen Stellen dauerhaft durchgeführt, geändert und manchmal sogar einfach kurzfristig entfernt.  Lassen Sie sich von den zuständigen Stellen daher unbedingt beraten.

Fragen Sie auch Ihren örtlichen Energieversorger nach individuellen Förderprogrammen.

Auch bei Ihrer Landesbausparkasse und der Sparkasse vor Ort werden Sie über Förderprogramme beraten.

Fazit

Wer umweltbewusst bauen will, findet in Holz den perfekten Werkstoff. Gerade in Zeiten, in denen unsere Erde an ihrer Belastungsgrenze steht und die Ressourcen knapp werden, ist es wichtig, nachwachsende Rohstoffe zu verarbeiten. Holz erfüllt nicht nur diese Voraussetzung, sondern punktet auch in anderen Bereichen mit zahlreichen Vorteilen. Das angenehme Wohngefühl, die einfach vorzunehmende Verarbeitung, die Optik, und die niedrigen Energiekosten sprechen für sich. Grundvoraussetzung ist jedoch eine erstklassige Qualität und eine hochwertige Umsetzung des Bauvorhabens, um großflächige und kostenintensive Reparaturarbeiten zu vermeiden. Die Vorteile eines Holzhauses überwiegen, sobald dieses qualitativ einwandfrei gebaut und regelmäßig gepflegt wird. Kein anderer Rohstoff besitzt von Natur aus so viele positive Eigenschaften wie Holz.

Checkliste

Beim ökologischen Bauen den Überblick bewahren

Wenn Sie selbst ökologisch bauen möchten, sollten Sie jedes einzelne Produkt, jedes Bauteil und jeden Aspekt auf dessen Nachhaltigkeit hin sehr genau überprüfen. Holen Sie sich daher essentielle bedeutende Ratschläge von erfahrenen Architekten, Ingenieuren, Hausanbietern oder Bauunternehmen, die Sie während des Baus oder rund um das Thema „ökologisches Bauen“ aufklären. Typische Fragen, die rund um das Thema aufkommen können sind:

  • Welche natürlichen Dämmstoffe soll Ich verwenden?
  • Welche Naturfarben, Klebstoffe und Lacke sind die richtigen für mich?
  • Wie kann Ich das Abwasser aus Dusche, Waschmaschine oder Badewanne nutzen?
  • Wie kann Ich die graue Energie der Baustoffe und Bauteile berechnen?

 

Ökologisches Bauen ist kein leichtes Projekt. Wenn Ihr neues Heim komplett ökologisch sein soll, müssen Sie ausreichend Zeit für die Konzeption, Beratung und Recherche einplanen. Dann steht Ihrem komplett nachhaltigen Wohntraum nichts mehr im Wege.