Stuckateur

Der Stuckateur – Ihr Experte für Fassaden, Putz und Stuckelemente

Das Tätigkeitsfeld des Stuckateurs umfasst ein breites Spektrum. Er ist im Innen- genauso wie im Außenbereich von Alt- und Neubauten beschäftigt. Dabei verschönert, saniert und restauriert er Decken bis hin zu Fassaden. Übrigens: Die Berufsbezeichnung des Stuckateurs unterscheidet sich je nach Region. Während dieser in Süddeutschland und in der Schweiz eher als Gipser bekannt ist, wird er im Norden Deutschlands Putzer oder Verputzer genannt.

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1. Tätigkeitsfeld des Stuckateurs: Mehr als nur Stuck

Gips, Putz, Stuck, Haus

Ob Alt- oder Neubau, Innen- oder Außenbereich, aufwendige Stuckelemente oder schlichter Putz – Ihr Stuckateur putzt Ihre vier Wände heraus. Er begleitet Sie vom Rohbau bis hin zur individuellen Gestaltung Ihrer Wände, Decken und Fassaden.

Während des Trockenbaus bringt er Leichtbauwände an oder zieht neue Gipsdecken ein. Dabei achtet Ihr Verputzer auf die Akustik Ihrer Räume. Zusätzlich montiert er auf Wunsch auch Leuchtelemente.  Außerdem ist er Ihr Experte in Sachen Schall-, Wärme- und Brandschutz.

Darüber hinaus ist Ihr Stuckateurmeister für den Fassadenbau verantwortlich. Wenn er Innen- und Außenbereiche verputzt, sorgt er für den nötigen Schutz Ihres Zuhauses.

Gleichzeitig nimmt er dabei auch Verschönerungen vor. Kunstfertige Verzierungen für Ihre Fenster, Säulen oder Figuren an Ihren Hauswänden oder eine aufwendige Farbgestaltung: Ihr Gipser und Stuckateur macht es möglich.

Altbauten zu sanieren und restaurieren gehört wohl zu den anspruchsvollsten Aufgabe Ihres Stuckateurs. Denn Putz und vor allem komplexe Stuckelemente auszubessern, benötigt jahrelange Erfahrung und Fachwissen.

2. Werkzeug für Ihre Stuckateurarbeiten

Werkzeug, bearbeiten, betonieren, zementieren

Neben wohlbekannten Werkzeugen wie Kelle, Spachtel und Wasserwaage benötigt ein Stuckateurbetrieb noch einiges mehr. Besonders für außergewöhnliche Wandgestaltungen:


  • eine Schlagschnur: damit werden gerade Linien markiert
  • ein Stuckateur-Eisen: um den Stuck zu formen
  • einen Fuchsschwanz: zum Aussägen der Stuck-Teile
  • eine Gehrungslade: hilft, gerade Linien zu sägen
  • einen Spachtel und eine Ziehklinge: nützlich um Oberflächen zu glätten und formen
  • einen Pinsel: für das spätere Streichen des Stucks
  • Kleber-Masse: dadurch haften die Stuckelemente an der Wand

Stuck besteht aus Gips, Kalksteinmehl, Sand und Wasser. Seine leichte Formbarkeit ermöglicht es Ihrem Putzer detailreiche Formen und Figuren herzustellen. Dabei sind sogar winzige Feinheiten umsetzbar.

Die Wortbezeichnung „Stuck“ stammt übrigens von dem italienischen Wort „stucco“, also „Rinde“ oder „Überzug“ ab. So verziert Stuck Ihre Wände und Decken wie ein Überzug.

3. Von der Planung bis zum Stuck an Ihrer Wand: Arbeitsschritte Ihres Gipsers

Eimer, Gips, mischen, mixen

Damit Ihre Wände, Decken und Fassaden in individueller Optik erstrahlen, leistet Ihr Stuckateur folgendes:


  • Als erstes entwirft er einen Plan, wie der Stuck aufgetragen werden soll. Dabei zeichnet er die gewünschten Positionen der Stuckelemente mit Bleistift und Schlagschnur an die entsprechende Wand. So hat er im späteren Verlauf immer einen Überblick über das Gesamtbild.
  • Nun muss der Untergrund für den Stuck vorbereitet werden. Ihr Stuckateur befreit Decke und Wand von Schmutz, Tapeten- und Farbresten. So kann der Stuck besser haften.
  • Um den Untergrund anzurauen, fährt der Stuckateur mittels einer Spachtel kreuz und quer über die Fläche. Mit einem Quast feuchtet er die raue Wand an. Auch die Stuckelemente selber müssen auf der Rückseite leicht eingeritzt und an den Enden gründlich angefeuchtet werden.
  • Jetzt ist es an der Zeit, den Klebe-Gips in einem Gefäß anzurühren. Dieser wird dann auf die Rückseite der jeweiligen Stuckelemente gestrichen.
  • Anschließend drückt der Stuckateur das Element an der markierten Stelle an der Wand fest. Große Stuckteile werden zusätzlich mit Nägeln gestützt. Die Nägel werden direkt unter dem Stuck in die Wand geschlagen und wieder entfernt, sobald der Kleber getrocknet ist.

Achtung: Herausgequollener Kleber sollte mit einer Ziehklinge möglichst schnell entfernt werden.

  • Bis der Kleber getrocknet ist, dauert es etwa eine Stunde. Je mehr Gips im Kleber enthalten ist, desto schneller ist auch der Stuck trocken.
  • Nach dem Trocknen wird es bunt – wenn gewünscht: Ihr Stuckateur trägt eine spezielle Isolier-Grundierung auf den Stuck auf und kann die Elemente anschließend in den gewünschten Farben individuell bemalen.

4. Die Stuckateur Ausbildung

Taschenrechner,Textmarker, Druckbleistift, Bleistift, Lineal, Geodreieck, ausmessen, anzeichnen, ausrechnen, zeichnen, rechnen

Um all diese Fähigkeiten zu erlernen, hat Ihr Gipser 3 Jahre lang eine Ausbildung gemacht. Diese findet in einem Stuckateur-Betrieb statt. Da dieser Beruf nicht nur Kreativität erfordert, legt er nach seinem zweiten Jahr eine Zwischenprüfung ab. Mit der bestandenen Gesellenprüfung ist die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Danach kann der Verputzer weitermachen bis zur Meisterprüfung.

Wussten Sie, dass es eine Europa- und Weltmeisterschaft für Stuckateure gibt? Dabei treten die Nationalteams verschiedener Länder gegeneinander an. Die deutsche Nationalmannschaft der Verputzer besteht aus 10 talentierten Gesellen. Um den Beruf und seinen Nachwuchs zu fördern, hat das Stuckateur-Handwerk die Mannschaft gegründet.