Gerüst

Das Gerüst – der Gerüstbau ermöglicht sicheres und effizientes Arbeiten

Sicherheit ist das A und O auf einer Baustelle. Daher ist für Arbeiten in großen Höhen ein stabiles Gerüst ein Muss. Nur Handwerker, die sich sicher fühlen, können schnell und effizient arbeiten. Wie sehr ein Gerüst Streich- und Montagearbeiten erleichtert lesen Sie hier.

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1. Gerüste – für sicheren Stand in luftiger Höhe

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Immer wenn Arbeiten an schwer zugänglichen Stellen oder in großen Höhen anstehen, brauchen Sie ein Gerüst. Beim Verputzen oder Streichen der Fassade, bei der Montage der Dachrinne und vielen anderen Arbeiten an Dach und Fassade sichert ein Tragwerk die Handwerker vor Unfällen. Und es macht die Arbeit für jeden gut zugänglich.

Gerüstzubehör – Was gibt’s?

Baugerüste schützen die Handwerker vor Stürzen und ermöglichen Arbeiten an schwer zugänglichen Stellen. Außerdem machen moderne Systeme den Aufbau von Gerüsten schnell und sicher. Das Prinzip ist einfach: Mit wenigen Handgriffen wird von bereits gesicherten Ebenen ein schützendes Geländer für die nächste Etage angebracht. Es empfiehlt sich beim Aufbau verschiedene Böden und Reservematerial mitzuführen:

  • Stahlböden: Sind aufgrund ihrer Verzinkung am langlebigsten und sehr rutschsicher.
  • Holzböden: Weniger langlebig und die richtige Lagerung sind hier extrem wichtig. Denn falsch gelagert können diese schnell faulen.
  • Aluböden: Sind sehr leicht und können dadurch sehr körperschonend eingebaut werden. Dafür sind sie jedoch um einiges teurer und können bei falscher Handhabung schnell kaputt gehen.

Durch das Mitführen verschiedener Böden, ist der Aufbau schnell erledigt und spart wertvolle Bauzeit und damit auch Geld. Genauso schnell geht auch das Abbauen.

Vorschriften beim Aufbau

Ab einer gewissen Gerüst-Höhe müssen Sie nach dem aktuellen Arbeitsschutzgesetz, anstelle einer innen liegenden Leiter, eine Treppe montieren. So wird für einen sicheren Aufgang innerhalb der einzelnen Gerüst-Etagen garantiert 

Nach dem Aufbau erhält jeder Gerüst-Aufstieg eine Gerüstfreigabe. Die Gerüstfreigabe enthält alle wichtigen Daten über das Gerüst. Zu diesen gehören die Breiten- und Lastklasse, sowie der Auftraggeber und die Kontaktdaten des Gerüstbauers. Außerdem ist auf der Rückseite eine Checkliste, die als Hilfestellung für die Gerüstbauer dient.

Sicherung für die Arbeiter und Passanten

Arbeiten an Dach und Fassade sind nicht ganz ungefährlich. Bereits ein Sturz aus niedriger Höhe kann erhebliche Gesundheits-Schäden verursachen. Umso wichtiger: Ein stabiles und hochwertiges Baugerüst. Es besteht aus einem soliden Geländer und bietet Ihnen sicheren Halt während der Arbeit. Das Gerüst ist so konstruiert, dass die einzelnen Teile selbst bei starkem Wind fest zusammenhalten.

Bewegungsfreiheit auf Ihrem Tragwerk

Mit dem richtigen Gerüst werden Arbeiten an der Fassade deutlich vereinfacht. Es bietet ausreichend Sicherheit, so dass sich die Fachkräfte frei bewegen können. Mit einer zusätzlichen Hebebühne sind Personen und Material schnell am Einsatzort.

Ein weiteres Plus: Selbst schwer zugängliche Stellen an Dachrinnen oder Balkonen sind mit einem Gerüst deutlich leichter zu erreichen.

2. Vom Standgerüst und Hängegerüst

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Egal ob Standgerüst oder fahrbares Gerüst, für jeden Bedarf ist ein Gerüst vorhanden. Der Fachmann unterscheidet dabei die Gerüst-Typen nach ihrer baulichen Konstruktion, dem so genannten Tragsystem.


  • Das Standgerüst: Diese Art ist das häufigste Tragsystem. Hier ist das Gerüst fest mit dem Boden verankert. Eine Ebene wird auf die andere gebaut. So können ganze Gebäude mit dem Gerüst eingerahmt werden. Standgerüste sind typisch für Verputzer- oder Malerarbeiten an Wohnhäusern. Ihr Vorteil: Es braucht nur wenige Befestigungspunkte an der Wand.
  • Das Hängegerüst: Es kommt besonders oft bei Bauarbeiten an Brücken zum Einsatz. Der Grund: Es gibt dort keinen festen Boden, auf dem ein Standgerüst aufgebaut werden könnte. Das Hängegerüst wird direkt an der Brücke befestigt. Der restliche Aufbau ähnelt dem Standgerüst: Eine Ebene wird auf die andere gebaut.
  • Das Auslegergerüst: Hierbei werden Träger auf der Decke fixiert. Darauf werden dann die Belagteile aufgelegt. Aber: die Wanddurchbrüche, die hierfür nötig sind, können erst nach Abbau des Gerüsts geschlossen werden.
  • Das Konsolgerüst: Ähnlich wie beim Hängegerüst, befestigen Sie das Konsolgerüst nicht auf dem Boden, sondern direkt am Gebäude selbst. Aber der Aufbau ist anders: Das Gerüst wird nicht von den darunter gelegenen Ebenen getragen. So genannte Konsolen stützen die Bretter, auf denen die Arbeiter später gehen. Konsolen sind Konstruktionen aus Stahl in Form eines rechtwinkligen Dreiecks.
  • Das Fahrbare Gerüst: Eine Sonderform des Standgerüsts ist das so genannte Fahr- oder Rollgerüst. Ihr Vorteil: Das Gerüst ist auf Rädern montiert. So kann es leicht an der Fassade entlang gerollt werden.

3. Gerüst leihen oder kaufen – das gibt’s zu beachten

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Das Aufstellen von Tragwerken ist grundsätzlich ohne Baugenehmigung erlaubt.

Ganz wichtig: Klären Sie bevor das Gerüst aufgestellt wird, ob ein Teil der Straße oder des Gehweges mitbenutzt werden muss. In diesem Fall ist der öffentliche Verkehrsraum betroffen und Sie benötigen unbedingt eine Genehmigung. Den Antrag dafür stellt Ihre Gerüstbaufirma bei der zuständigen Baubehörde. Tragwerke können Sie entweder kaufen oder mieten.


Ihr individueller Gerüstbau

Jede Baustelle ist aber auch individuell. Und so gibt es für jeden Bautyp eine passende Gerüstgruppe. Je nachdem welche Baumaßnahme besteht, benötigen Sie einen anderen Gerüsttypen. Dabei gilt es 6 verschiedene Gerüstklassen mit 4 Hauptgruppen zu unterscheiden. Diese werden gemäß DIN 4420 nach Nutzgewicht und Gerüstbreite zugeteilt.

  • Gruppe 1: Wenn Sie Prüfungsarbeiten mit einer Nutzlast von maximal 150 kg durchführen, dann ist dieser Typ genau richtig. Dabei muss der Belag mindestens 50 cm breit sein.
  • Gruppe 2: Falls Sie kleine Ausbesserungen an der Außenfassade verrichten, langt dieser Typ völlig aus. Auch hier beträgt die Nutzlast ebenfalls maximal 150 kg. Jedoch muss der Belag mindestens 60 cm breit sein.
  • Gruppe 3: Diese Gerüstklasse wird am häufigsten benutzt. Es genügt Ihnen zum Dachdecken, für Malerarbeiten oder auch zur Bewehrung. Hierbei ist eine Nutzlast von 200 kg erlaubt. Sie können sogar Baumaterialien lagern, wenn ein Durchgang mit mindestens 20 cm vorhanden ist. Allgemein muss der Belag aber mindestens 60 cm breit sein.
  • Gruppe 4 – 6: Diese Gerüstklassen sind für Arbeiten gedacht, die viel Material benötigen. Das können beispielsweise Putzarbeiten sein. Hier können Sie viel Material auf dem Tragwerk lagern, es muss aber eine Durchgangsbreite von mindestens 20 cm dafür gegeben sein.