Bauanwalt

Der Bauanwalt – der Jurist für Bauherren und Fachbetriebe

Ein Bauanwalt ist ein auf das Baurecht spezialisierter Rechtsanwalt. Er hilft z.B. den Bauherren bei der Erstellung des sogenannten Bauvertrags oder der Durchsetzung der Ansprüche auf Gewährleistung bei möglichen Mängeln. Auf der anderen Seite unterstützt er auch Fachbetriebe und Architekten, sollte der Bauherr seinen Forderungen nicht nachkommen.

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1. Was macht ein Bauanwalt?

Vorwiegend klären Bauanwälte Fragen, die aufkommen, wenn Bauverträge abgewickelt werden. Haben Sie Mängel an Ihrem Bauwerk festgestellt? Dann ist jetzt der Zeitpunkt, einen Bauanwalt zu konsultieren. Er kann Sie beraten, welche Rechte Ihnen zustehen. Ebenso weiß er, welche Pflichten Sie ihren Vertragspartnern gegenüber haben.

Umgekehrt können Sie auch als Betrieb auf einen Bauanwalt zurückkommen. Werden Sie von einem Kunden haftbar gemacht? Kommt Ihr Kunde Ihren Zahlungsforderungen nicht nach? Auch hier helfen Bauanwälte.

Eigentlich ist die Berufsbezeichnung Bauanwalt ungenau. Denn Bauanwälte sind meist Anwälte für privates Baurecht oder öffentliches Baurecht und Baugenehmigungsrecht.

Dabei regelt das öffentliche Baurecht das Verhältnis zwischen Staat und Bürger. Das heißt, es gilt für verwaltungsrechtlichen Auseinandersetzungen, die im Folgenden allerdings nicht behandelt werden.

2. Privates Baurecht

Dagegen bestimmt das private Baurecht die Regelungen zwischen Bauherr und den Handwerkern, Bauunternehmen, Ingenieuren und Architekten. Ebenso sind das Grundeigentum und das Nachbarrecht Teile des privaten Baurechts. Demzufolge können Sie auch einen Bauanwalt aufsuchen, wenn Sie Probleme mit dem Bauwerk nebenan haben, denn hier greift das Nachbarrechtsgesetz. Folglich handelt es sich dabei um zivilrechtliche Angelegenheiten.

Rechtliche Grundlagen des privaten Baurechts

Aufgrund der sogenannten Privatautonomie können Sie als Bauherr Verträge aushandeln, die nicht mit den baurechtlichen Vorgaben übereinstimmen. Die Grundlagen des privaten Baurechts sind im BGB unter Werkvertragsrecht (§§ 631 ff.) und unter Nachbarrecht (§§ 911 ff., § 936, § 1004) verankert. Allerdings unterscheidet sich die Gesetzgebung zum Teil  in den einzelnen Bundesländern.

Da diese Paragraphen im BGB nicht komplett ausformuliert sind, beziehen sich Rechtsexperten oft auch auf die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB). Dabei sind besonders die Teile B und C interessant. Dadurch gilt die VOB als die allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Auch die Vergütung von Ingenieuren und Architekten ist gesetzlich festgelegt. Dazu gibt es eine eigene Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI).

Beispiele für das Tätigkeitsfeld von Bauanwälten sind zum Beispiel

  • Ein Bauvertrag oder Werkvertrag

Der Bauvertrag, auch Werkvertrag, besteht zwischen einem Bauherrn und einem Bauunternehmer. Darin können nur einzelne Leistungen oder auch Renovierungen oder der Bau eines schlüsselfertigen Gebäudes festgelegt sein. Die rechtliche Basis dafür schaffen §§ 631 bis 650 des BGB.

Tipp:

Seien Sie hier aufmerksam! Ein Bauvertrag ist kein Bauträgervertrag (Kombination aus Kauf- und Werkvertrag) und auch kein Baubetreuungsvertrag (dabei ist der Baubetreuer rechtlicher Vertreter des Bauherrn).

  • Der Architektenvertrag

Als Architektenvertrag versteht man grundlegend eine rechtsgültige Vereinbarung von einem Bauherrn mit einem Architekten. Indem Sie das Angebot eines Architekten annehmen, kommt der Vertrag zustande. Am Besten entscheiden Sie sich dabei für einen Architekten, der Mitglied der Architektenkammer in Ihrem Bundesland ist.

3.Vorteile eines Bauanwalts

Die gesetzlichen Regelungen für das private Baurecht lassen Ihnen viel Spielraum. Außerdem weichen sie von Bundesland zu Bundesland voneinander ab. Davon abgesehen, ist es für den Laien sehr schwierig, hier keinen Fehler zu machen. Dagegen kann ein Bauanwalt Sie professionell beraten.  Denn er kennt alle rechtlichen Tricks, um den größtmöglichen Vorteil für Sie herauszuholen.

Ein Bauanwalt ist Ihre Anlaufstelle, wenn

  • Sie im Nachhinein Ärger mit einem Handwerker haben.
  • Sie die optimalen Vertragsbedingungen mit Ihrem Bauunternehmen aushandeln wollen.
  • Sie Streit mit einem Nachbarn wegen einer Bebauung haben.
  • Sie als Betrieb einen Konflikt mit Ihrem Kunden haben.