Architekt

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Der Architekt ist Ihr wichtigster Begleiter, wenn Sie bauen oder modernisieren. Egal wie groß Ihr Bauvorhaben ist, er unterstützt Sie beim Entwickeln Ihrer Vorstellungen und technischen Planung. Der Architekt berät Sie ab der ersten Idee, vertritt Ihre Interessen bei den Bauämtern, koordiniert die anderen Gewerke und überwacht die Bauausführung.

1. Der Architekt: Ihr Begleiter in allen Bauphasen

Wer bauen will, braucht verlässliche Partner. Vor allem wenn Sie eine individuelle Wohnraumlösung suchen, sollten Sie einen Architekten zu Rate ziehen.

Architekt ist in Deutschland eine geschützte Berufsbezeichnung. Es darf sich nur Architekt nennen, wer in die Architektenliste der Architektenkammer eingetragen ist. Dort wird nur aufgenommen, wer über eine qualifizierte Ausbildung verfügt und sich im Berufsleben bewährt. So überwacht die Architektenkammer die Einhaltung der Berufsordnung, der alle Architekten unterliegen. Ob Hausbau, Umbau oder Altbausanierung – bauen mit Architekt ist eine sichere Lösung und die Honorarkosten sind in einer Verordnung festgelegt.

Zusammen mit Ihnen als Bauherr erarbeitet ein Architekt eine passende Lösung für Ihr Bauprojekt. Er stellt die Einhaltung der Kosten, Termine, Gestaltung, Funktionalität und die wirtschaftliche Nutzbarkeit sicher. Der Bauablauf mit einem Architekten gliedert sich in neun verschiedene Phasen, die wir im Folgenden für Sie zusammengestellt haben.

2. Der Bauablauf mit einem Architekten

Was macht ein Architekt nun genau? Was sind die Aufgaben eines Architekten? Die Arbeit eines Architekten gliedert sich in 9 Abschnitte, die so genannten „Leistungsphasen“. Diese sind in der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) festgelegt.

Leistungsphase 1: Die Grundlagenermittlung

In der ersten Leistungsphase prüft der Architekt, vor allem wenn Sie neu bauen, die Lage und Besonderheiten des Grundstücks. Er klärt Fragen wie: „Darf ich mein Grundstück eigentlich bebauen oder was darf ich an einem bestehenden Gebäude überhaupt verändern?“ Er bespricht mit Ihnen Ihre Vorstellungen.
Er berät Sie auch, welche Fachplaner – wie z.B. Statiker, Bauphysiker oder Planer Brandschutz – hinzugezogen werden können.

Leistungsphase 2: Die Vorplanung

Während dieser Phase erfolgt die erste Vorplanung Ihres Hauses in Form von Skizzen. Der Architekt fertigt Grundriss-, und Ansichtsskizzen an, in die Ihre Vorstellungen einfließen. So haben Sie schon früh ein Bild, wie Ihr Gebäude einmal aussieht. Ihr Architekt achtet aber auch auf die Wirtschaftlichkeit und sucht nach Einsparungsmöglichkeiten.

Leistungsphase 3: Die Entwurfsplanung

Aus der Vorplanung erstellt Ihr Architekt ein Planungskonzept und eine Kostenschätzung anhand von Vergleichszahlen ähnlicher Gebäude. Nun wird aus Ihren Ideen ein sichtbares Gebäude – zumindest auf dem Papier. Denn der Entwurfsplan zeigt die Fassaden und Räume Ihres Bauvorhabens bis hin zu den ersten Einrichtungsideen. Der Architekt stimmt mit den Fachplanern wie z. B. dem Fachplaner für Heizung oder Sanitär erste technische Themen ab.

Leistungsphase 4: Die Genehmigungsplanung

In dieser Phase wird Ihr Entwurf für die Baugenehmigung bearbeitet. Das heißt, dass alle Unterlagen, die für die Baugenehmigung notwendig sind, bei den zuständigen Behörden eingereicht werden. Die Genehmigung wird von der Bauaufsichtsbehörde erteilt. Diese Behörde stellt sicher, dass Ihr Bauvorhaben mit dem öffentlichen Recht konform ist und von den Behörden genehmigt werden kann.

Eine Ablehnung und eine neue Antragstellung kosten sehr viel Zeit und Geld. Ihr Antrag sollte deshalb sehr gut vorbereitet sein. Ein Architekt ist in dieser Phase ein unerlässlicher Partner. Er führt alle notwendigen Gespräche mit dem Stadtplanungsamt, dem Tiefbauamt und dem Amt für Denkmalschutz. Die bei den Gesprächen gewonnenen Informationen und Besprechungsergebnisse fließen in die Genehmigungsplanung ein.

Die Zeit, bis die Genehmigung erteilt ist, nutzt der Architekt, um parallel die Leistungsphase 5 zu erarbeiten.

Leistungsphase 5: Die Ausführungsplanung

Nun beginnt die Planung der Bauausführung mit allen Details. Unter Berücksichtigung städtebaulicher, technischer und anderer Anforderungen werden die Ergebnisse aus Phase 3 und 4 überarbeitet. Jetzt werden auch die Beiträge aller anderen an der Planung beteiligten Spezialisten (z. B. für Heizung, Elektro, Sanitär) in die Planung integriert. Am Ende dieser Phase sind alle Einzelheiten Ihres Baus festgelegt und zeichnerisch erfasst. Eine detaillierte Ausführungsplanung ist die Grundlage jeder guten Ausschreibung der Leistungsphase 6.

Leistungsphase 6: Vorbereitung der Vergabe

Ist die Baugenehmigung erteilt, beginnt der Architekt mit der Zusammenstellung der Vergabeunterlagen, auch Ausschreibung oder Leistungsverzeichnis genannt. Das heißt: er erfasst alle Gewerke Ihres Bauvorhabens in so genannten Leistungsverzeichnissen. Detaillierte Beschreibungen der geforderten Leistungen, zum Teil mit Plänen, sind für jede Leistung/Gewerk der Grundstein für eine wirtschaftliche Baustelle. Diese Leistungsverzeichnisse erhalten die Firmen, um ein günstiges Angebot zu stellen. Grundsätzlich gilt: Je besser die Ausschreibung, desto besser der Preis. Hier spart Ihnen das Wissen Ihres Architekten bares Geld. Denn Angebotsabweichungen bis zu 30 % sind möglich. Im Verlauf dieser Phase werden alle Leistungen, die während Ihres Bauvorhabens erbracht werden, ausgeschrieben. Das Ziel der Ausschreibungen ist es, den günstigsten Anbieter für die jeweilige Leistung zu finden.

Leistungsphase 7: Mitwirkung bei der Vergabe

Der Architekt wertet die Ergebnisse der Ausschreibung für das jeweilige Gewerk aus und schlägt Ihnen nach der Prüfung eine günstige und gute Firma vor. Nach der Auswahl der Firmen werden die Bauverträge vorbereitet. Darin werden Termine, Baupreise und Gewährleistungen mit den Firmen vereinbart.

Hinweis: Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen VOB (vor 2002: Verdingungsordnung für Bauleistungen), „die Bibel des Baus“, an die sich alle Architekten halten, gibt eine vierjährige Verjährungsfrist. Vereinbaren Sie deshalb alle Bauleistungen nach VOB.

Leistungsphase 8: Objektüberwachung

Nun da alle Bauaufträge vergeben sind und der Bauantrag von den Behörden genehmigt ist, beginnt die eigentliche Bauphase. Die Aufträge Ihres Architekten in dieser Bauphase sind sehr vielfältig. Ihr Architekt ist nun regelmäßig auf der Baustelle anwesend, um den Baufortschritt zu kontrollieren. Er vertritt Sie als Bauherrn, koordiniert die Arbeiten aller Gewerke und überwacht die Einhaltung der Planvorgaben. Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist die Abnahme der Bauleistungen. Stimmen die Maße, wurde ordentlich verputzt und passt die Qualität des verwendeten Materials? Ihr Architekt stellt Mängel fest und überwacht deren Beseitigung. Er begleitet Ihre Baustelle bis zur Abnahme durch die Behörden.

Leistungsphase 9: Objektbetreuung und Dokumentation

Auch nach der Fertigstellung Ihres Bauvorhabens endet die Arbeit eines Architekten nicht. Er dokumentiert Ihr Bauvorhaben und stellt alle Planungsunterlagen zusammen. So kann auch in den nächsten Jahren in einem Fall von Mängeln schnell reagiert werden. Bis zum Ablauf der Gewährleistungszeit betreut Ihr Architekt die Beseitigung der Mängel.

3. Ihr Partner am Bau

Der Architekt ist meist der erste, mit dem Sie Kontakt aufnehmen. Und er bleibt bis zuletzt Ihre wichtigste Bezugsperson. Lesen Sie weiter und Sie erfahren im Detail, was Ihr Architekt kostet: Hier finden Sie die Kosten, das Honorar eines Architekten, aufgeschlüsselt für jede einzelne Leistungsphase.

Was kostet ein Architekt?

Das Honorar für Ihren Architekten richtet sich nach der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure). Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe der Verordnung: HOAI.
Entscheidend für die Höhe der Vergütung sind zwei Faktoren. Zum einen die Aufgabenstellungen und deren Schwierigkeitsgrad, die in fünf Honorarzonen festgelegt wurden. Die Zone I entspricht dabei dem Schwierigkeitsgrad einer Lagerhalle, Zone III oder IV einem Einfamilienhaus. Zone V beispielsweise wäre ein Krankenhaus oder ein Forschungszentrum.
Zweitens entscheiden die anrechenbaren Kosten über die Höhe der Entlohnung. Die anrechenbaren Baukosten umfassen alle Aufwendungen für die Baufirmen des Bauwerks, die der Architekt geplant hat.

Erfahrungsgemäß wird durch gute Planung und detaillierte Ausschreibungen mit dadurch günstigen Preisen und einer gewissenhaften Prüfung der Firmenrechnungen bei der Bauüberwachung ein großer Teil des Architektenhonorars für den Bauherrn wieder erwirtschaftet.

Wenn Sie Ihren Architekten für alle neun Leistungsphasen beauftragen, beträgt das Gesamthonorar ungefähr 10 % der gesamten Kosten für Ihr Bauvorhaben. Betrauen Sie Ihren Architekten nur mit einzelnen Leistungsphasen, dann verringert sich das Honorar entsprechend. Die Berechnung der einzelnen Leistungsphasen geschieht nach folgendem Schlüssel:

Prozentualer Anteil der einzelnen Leistungsphasen am Gesamthonorar

Bei Umbauten kommt noch ein Zuschlag von 20-33 %, da der Architekt die bestehenden Gebäudeteile mit in seiner Planung berücksichtigen muss, ohne dass diese in den anrechenbaren Kosten der Bausumme erscheinen.

Was ist bei einem Vertrag mit dem Architekten zu beachten? 
Zwischen Ihnen als Bauherrn und Ihrem Architekt sollte ein schriftlicher Vertrag geschlossen werden. Dieser sollte die Leistungen des Architekten bei der Planung und Durchführung Ihres Bauvorhabens genauestens regeln. Hierzu gibt es Vorlagen im Internet.
Architekten sind generell verpflichtet, bereits schon in Leistungsphase 1 mit dem Auftraggeber den wirtschaftlichen Rahmen für das Bauvorhaben abzustecken. Sollte sich im Rahmen des Bauvorhabens die Bausumme deutlich erhöhen, erhält der Architekt normalerweise kein höheres Honorar, da  dies als Planungsmangel angesehen wird, der dem Architekten zuzurechnen ist.

4. Ganz Praktisches: Ihre Checkliste für eine gute Zusammenarbeit

Der Architekt nimmt sehr viele Aufgaben in Ihrem Namen wahr. Er ist Ihre Vertrauensperson. Hier finden Sie eine kleine Checkliste, mit den wichtigsten Tipps für eine gute und professionelle Zusammenarbeit:

  • Haben Sie an den Architektenvertrag gedacht?
  • Haben Sie ein Honorar für Kosteneinsparungen mit dem Architekten vereinbart?
  • Haben Sie den Vorentwurf mit dem Architekten besprochen?
  • Sind alle Änderungswünsche eingeplant?
  • Haben Sie alle Möglichkeiten durchgesprochen, Ihre Kosten zu senken?
  • Hat der Architekt die Ausschreibungsunterlagen gefertigt?
  • Hat der Architekt eingegangene Angebote verglichen?
  • Hat der Architekt einen schriftlichen Terminplan erstellt?